Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net Kasimir Edschmid Die Engel mit dem Spleen Mit Steinzeichnungen von Robert Genin Hans Heinrich Tillgner Verlag Berlin 1923 Copyright 1923 by Hans Heinrich Tillgner Verlag in Berlin Die Engel mit dem Spleen Ich warne unbefangene Leute, sich in diese Geschichte einzulassen, die sich aus Kriminalitten und Unwahrscheinlichkeiten zusammensetzt und vielleicht nicht einmal zeitgem scheint. Es werden in ihr die Menschen weder verdorben noch zu jenen dekorativen Luterungen aufgerufen, mit denen der dichtende Schwert-Adel heute seine Unvollkommenheit zu echter Mnnlichkeit behngt. Man wird die Brger darin am Leben gelassen und die Arbeiter nicht mit Verbeugungen bedacht finden und weder um Generle noch um Kapitne der Kohle jenes Wesen gemacht sehen, das nicht ihnen, sondern der Geschichte zukommt. Man wird eine lcherlich phantastische Angelegenheit hinzunehmen haben, die vielleicht nicht einmal gut erzhlt ist, weil sie des Nachts statt in einem Eisenbahnabteil in einer abscheulichen Landkutsche erzhlt wurde, die zu heftig nach Apfelsinen und Zigaretten roch, um nicht Kopfschmerzen zu machen. Ich klage den Chef der Bahnen nicht an, da unser Jahrhundert zerrttet ist, vielmehr versuche ich fr den Leser die Verbindung zu einer Zeit herzustellen, wo die Launen der Menschen noch stichhaltigere Werte waren wie heute ihre Verzweiflung. Man wird gewi heute einen Mord ebenso zu kaufen bekommen wie eine verbotene Banknote, aber der Hunger und die Geschfte der Brse werden die Erinnerung daran zerstrt haben, da es Zeiten gab, die so unmenschlich vollendet schienen, da es Genies bedurfte, um sich jene Anregungen der Herzen zu verschaffen, die man Leidenschaften heit. Sie sind billig wie die pfel geworden und nichts erscheint heute im neunten Jahr des Dreiigjhrigen Krieges, den die Herren Creusot und Stinnes, oder wie ihre Nachfolger heien werden, sich liefern, um die lothringischen Erze zum Ruhrkoks oder den Ruhrkoks zu den lothringischen Erzen zu bringen, nichts scheint bewunderswerter als ein kaltes Herz. Diese Geschichte in der Tat, welche aus der mathematischen Sicherheit eines Zeitalters hinausfhrt, von dem uns erst zehn Jahre zu trennen scheinen, das uns aber legendr wie ein Roman Jules Vernes erscheinen will, hat die fatale Absicht, sich in Gegenden zu verirren, die heute an der Tagesordnung, frher kaum in Romanen sichtbar waren. Ich frchte, man wird mit phantastischen Darstellungen langweilen oder sich stets dann lcherlich machen, wenn die Gegenwart die unglaubhafteste Phantasie selbst ist. Ohne Zweifel wre es richtiger, nur engelhafte Wesen in dieser Zeit darzustellen, wo Frauen uns dadurch entwrdigt werden, da wir sie bei allen jenen abscheulichen Maschinen an die Arbeit geschmiedet finden, die das letzte Jahrhundert zu erfinden die Bosheit hatte, und da wir kaum erschrecken, wenn wir sie mit den Wahlzetteln in der Hand auf dem Weg finden, unsere Schicksale, den Staat, ja sogar die Fhrung der Kriege und Grausamkeiten zu beeinflussen. Einer derart barbarisch verwilderten Zeit gehrten Frauenbilder, die wie in Walter-Scott-Romanen jene Anmut htten, deren Anblick allein vergttlichte Gedanken hervorruft. Die wahre Literatur hat immer nur Frauen dargestellt, die uns beglcken und die Herzen wie beim Anblick einer hinreiend sen Natur erheben sollen oder solche, die sich durch das Bse, das sich in ihrer Schnheit, wenn es einmal in sie eingedrungen ist, nur um so verhngnisvoller auswirkt, zu unserer Vernichtung verschworen haben. Die Sitten der Nationen waren immer von solcher Haltung, da sie, sofern sie die Frauen nicht die cker bebauen lieen, ihnen jedenfalls die Freiheit nahmen, in jenem Sinne frei zu sein, der fr eine Frau den Untergang bedeuten mu. Eine Frau darf nicht ber jene Schwelle treten, wo sie das Geheimnis ihrer erhabensten Wirkung verlieren mu. Eine Frau, die einer tragischen Schuld unterliegt, und jene Mdchen, welche mit den herrlichsten Gedanken der Sehnsucht auf den Lippen sterben, sind immer von dem verehrungsvollen Zauber verhllt, den die mnnliche Gesellschaft bei den Frauen als ein Erbteil des Rittertums anbetet, welches seine Strke demtig zu machen suchte, wo es jene wundervolle Schwche fand, welche Frauen so unermelich erhebt. Die Literatur tte gut daran, wo heute die einen Frauen leiden, weil sie ihre Angehrigen auf den Schlachtfeldern gettet sehen oder die anderen in den Fabriken sie um die Sonne geschunden oder die meisten sie am Hunger zu Grunde gehen sehen, nur Frauen von einer unermelichen Lichtkraft darzustellen, deren Anblick allein erhebt. Allein, wo die Furien der sozialen Aufklrung oder die Agentinnen der kriegerischen Verhetzung durch die Straen jagen und dafr noch sich bezahlen lassen, scheint es nicht weniger fr die Entdeckung der Geographie des menschlichen Herzens bedeutsam, einen Heroismus in der Literatur wieder darzustellen, der aus Spielerei und Spleen sich entfaltete und dabei keineswegs geringer an Freude und Schmerzen zugeteilt bekam als andere. Die Zeiten jener unbeschreiblichen Leidenschaft, welche Nonnen und Krieger, oder Arme und Adlige, sich verbluten lie, sind verschwunden in dem Augenblick, wo man der Frau als sichtbarsten Fortschritt die Erlaubnis gab, sich der Freiheit des Mannes zu bedienen, und damit die Frauen vernichtete. Die Frauen muten in einer Freiheit zerstrt werden, die sie zu albernen Karrikaturen der Mnner erniedrigte oder ihnen jenen zarten Reiz nahm, der sie manchmal himmlisch wirken lie und der in ihrer Unfhigkeit, auf sich selbst gestellt zu leben, bestand. Indem man den Frauen die Brutalitt gab, sich Eisenbahnpltze vor dem Mann zu erobern oder ihn auf dem Motorrad zu berholen, tat man das gleiche, wie wenn man den Engeln Grnewalds Revolver oder den Jungfrauen Holbeins Strmpfe in die Hand gegeben htte, man ttete sie. Man vernichtete die Leidenschaften und gab unruhvollen Herzen auf, sich Rebusse zu erfinden, um die Welt in ihren Widersprchen bis zu jener Tollheit zu erleben, die manchmal mit dem Tod bezahlt wurde aber unvergelich war. Es ist selbstverstndlich, da man derartige Launen heute leicht wie Capricen auffat und darin eher eine dumme Koketterie als eine Leidenschaft erblicken will. Ohne Zweifel war vor einem Dezennium, als die kriegerischen Wlfe noch in den Hhlen Europas schliefen, jene Laune einer Frau nur ihr unbewuter Drang zu einer bertreibung des Gefhls, durch die es erst unsterblich wird. Es ist aber genau so ungeheuer offensichtlich, da diejenige Frau, die sich soweit gegen die Gesetze ihres Schicksals und der Zeit stellte, vernichtet werden mute. Die Literatur kennt viele Beispiele, da ein Dichter Vorwrfe whlt, die aus einem Leben von Hhepunkten in eine grauenhafte Kriminalistik mnden, oder die in Absonderlichkeiten enden, die wahnsinnig sind. Die Pole gesicherten Lebens scheinen die mystische Anziehungskraft der umstrmten Pole schicksalhaft zu spren. Es ist bekannt, da Balzac sich der Listen der Gerichte bediente, um edle Menschen in ihren abscheulichsten Paragraphen aufzuhenken. Die Romane Dostojewskis sind in der Regel Scheulichkeiten des tglichen Lebens, die ein Genie mit einem bewundernswerten Grad von Reichtum beschenkte, der sie ber das Menschliche erhob. Stendhal mute in der Kartause von Parma zeigen, da in den erhabensten Seelen Mrderbanden steckten, die sich entfalteten, wenn die geringste Leidenschaft ihnen die Besinnung nahm, und welch unbeschreiblich edle Herzen hat er geschildert! Stiege man in die Jahrhunderte hinunter, wre von Iweins Fahrten bis zu den Jnglingen im Feuerofen, von Muspilli bis zum Kastellan von Coucy, von Rabelais bis zu den beispiellosen Epen Krestien von Troies der Gleichklang von Adeligkeit und Verbrechen in einem Mae auffindbar, der sich fast ber die gesamte Literatur erstreckte. Erinnert man sich nicht jener Prinzessin, die in der siebenjhrigen Gefangenschaft ihres Turmes ihre Gefhrtinnen verspeiste, um endlich erlst zu werden, mit einem Lcheln, das die Unschuld der ganzen Welt auf ihre Stirne trieb? Diese junge Frau, die mir gegenber in einer nach Lysol und Zigaretten riechenden Arztkutsche sa, die, wie vom Teufel gejagt, ber aufgepflgte cker sauste, weil durch irgendeine der Verwicklungen der ehrgeizigen stlichen Staaten die Bahnen eingestellt waren, hatte keinen anderen Wunsch, als von mir eine Erklrung gerade ber diese Angelegenheiten des Herzens zu erfahren, nachdem sie die Torheit begangen hatte, mich in ihr Schicksal hineinschauen zu lassen. Man wird verstehen, warum ich, statt abzukrzen, so lange mich mit den Launen der Frauen beschftige, weil dies in jener Zeit der Achtzehnjhrigen, in der die Keime zu den Schicksalen der Menschheit von Dreiig heute gelegt wurden, tatschlich die einzigen Mglichkeiten waren, Schicksale, die tten, zu erleben. Die junge Frau war einer Puppe hnlicher wie einer Dreiigjhrigen und hatte, soweit man bei der unmglichen Beleuchtung sehen konnte, die eigentlich nur aus der Gewhnung des Auges an eine klassische Dunkelheit bestand, eine tiefe Melancholie ber ihr Gesicht gleiten lassen, hinter der man die Spuren von Trnen zu sehen glaubte, die zu oft geflossen waren, um sich wiederholen zu knnen. Der Schmerz schien diese Figur, die auch unter dem frchterlichen Tempo eines Wagens, der keine Federung besa und querfeldein sprang, eine bemerkenswerte Elastizitt zeigte, frmlich verstrickt zu haben. Das Leben dieser jungen Frau war in einem Mae von ihm infiziert, da sie gar nicht daran dachte, aufzuhren, ber ihr Schicksal nachzudenken. Sie hatte sich ihm nicht ergeben, obwohl der Schmerz in einer frchterlichen Form Gewalt ber sie erlangt hatte. Die Art, wie sie von ihrem Leben sprach, bewies die Glut, mit der sie es erhofft hatte und die Enttuschung, die sie mit gleicher Gre berrumpelt hatte und mit der sie sich noch auseinandersetzte. Sie hatte, kurz, in einem wahnsinnigen Schicksal noch die Kraft, es abzuleugnen oder vielmehr nach seinem Sinn zu suchen, weil, wenn sie es anerkennen und sich die Schuld zuschreiben mte, sie sofort daran zu Grunde gehen wrde. Das gab ihrer Haltung eine merkwrdige Eleganz, eine Sigkeit der Bewegungen, die vom Tod gelhmt aber von einer wundervollen Energie noch gehalten wurden. Ihr Krper hatte eine Lssigkeit, die Frauen oft besitzen, denen der Sport einmal eine Beherrschung aller Muskeln geschenkt hat, die sie nun besitzen, aber nicht mehr auszuben vermgen. Es war nicht mglich, ihren Kopf, der mit dem matten Schein einer fremden Blume aus dem Pelz herauskam, in der Beleuchtung zu sehen, man vermochte ihn aber mit seinen blassen Lippen, den etwas schrgen aber mandelgroen hellblauen Augen und der Stirn, die an den Schlfen eigensinnig nach vorn gewlbt war, irgendwo zu vermuten, obgleich man, wenn sie sprach, bemerkte, da man ihn vorher an einem falschen Platz geglaubt hatte. Der Kopf besa also die Einprgsamkeit, da man ihn deutlich krperlich wahrnahm, selbst, wenn er unsichtbar war, was fr seinen Reiz sprach. Der Charme des Kopfes lag wohl mehr in jenem Teil, wo die Stirnwurzeln ber dem Nasenbogen sitzen und wo die Erlebnisse dem Kopf die Charakternoten geben, als in dem Mund, der von Entsagungen nichts zu wissen schien, ja einen fast leblosen Eindruck machte. Die Glut, die diesen Kopf hinter den Augen bewohnte, war die des Untergangs und nicht der Reiz der Zukunft. Es war offensichtlich, da diese Frau nach etwas nur hungerte und das war, da man sie trstete, indem man ihr Leben bejahte. Fr den Mann, der das Leben jeder Frau nur mit seinem eigenen vergleichen und nur nach dem Weg seines eigenen beurteilen kann, wenn es wie der Mond dieses begleitet und ihm daher untertan war, ist nicht in der Lage, dies zu tun. Eine Frau wird kein Glck haben, wenn sie die Lebenskurve einen Mann prfen lt, der darin nichts erkennt als seine eigenen Bewegungen, seine eigene Freiheit, alle jene Torheiten, aber Bestimmungen seiner Mnnlichkeit, die nun einmal zu einer Frau nicht gehren. Er kann den harten Stahl, die scharfe Linie, die Exponiertheit eines weiblichen Daseins nicht ertragen, das ihm verwildert, entzaubert, geschndet vorkommt; er kann es nicht anders sehen wie eine Frau, die ihm in seinen eigenen Kleidern entgegentritt. Der Mann hat ein tiefes und unerschtterliches Gefhl der Zuneigung zu jedem weiblichen Schicksal, das sich im Glanz der weiblichen Schwche, die er als Strke verehrt, vollzieht. Er will die Frau anbeten, aber sie nicht als Konkurrentin erblicken. Er vermag den Schein an ihr nur zu verstehen, der ihm in seinen dunklen Minuten von seiner eigenen Flamme entfacht von ihrer Stirn zurckscheint. Er wird ein auf den Spuren der mnnlichen Energie abenteuerndes Frauenschicksal nur verehren, wenn es Spuren des schpferischen Genius an sich trgt wie das der Dido, der Sappho, der Jeanne d'Arc, der Cortey, der Bettina, der Rahel, der Sand. Er wird diesen Frauen jenen uersten Respekt der Verehrung in seinem Herzen einrumen, den er den groen Ausnahmen der Natur: Gewittern, Lawinen, Erdbeben, Vulkanen entgegenbringt. Er wird wissen, da die Erscheinung dieser Frauen diesen wunderlichen Entladungen der Natur hnlich und tdlich, jedenfalls unberechenbar aber toll aus Gre ist. Er wird sie anerkennen, aber als Frauen nicht begehren. Er wird ihnen ausweichen und sich vorlgen, da ihr Leben ihn nichts angehe, wenn ihre Produkte nur das Siegel des Genius tragen, und wird versuchen, sich an die Werke zu halten, wobei er bei letzter Ehrlichkeit sogar hier noch widerstrebt. Es gehrt die Schwche eines romantischen Zeitalters, die Melancholie Mussets, die Verzweiflung Constants dazu, sich herrischen Naturen wie der Sand und der Tochter Neckers in einer Liebe hinzugeben, die eine Tyrannei werden mute und in unfruchtbarer Verzweiflung endete. Frhere Epochen, die sich durch die Tugend einer Mnnlichkeit auszeichneten, die, sicher auf der Erdkugel stehend, das Gesicht selbstbewut nach allen Seiten zu kehren wute, haben einen Schlag Frauen verehrt, der ihnen wohl mit der ppigkeit eines Rubens, mit der sen Erscheinung der Lady Alice in schottischen Balladen, mit den visionren berirdischkeiten eines Grnewald, den sanften Traumfiguren des Botticelli, den verstrickten zarten Klarheiten des Holbein als die wahrhaftigen Erfllerinnen der tiefen Sehnsuchtstrume des Mannes erscheinen, und die, so verschieden sie kamen, mit schicksalstreuer Gewalt irgendwo mdchenhaft blieben. Sie hatten einen Hintergrund der Demut, die wohl eine Abart des Stolzes sein konnte, aber dann sicher immer nur der se Trotz der Schwche war. Diese Hilflosigkeit kann der Mann verehren, sie kann ihm als das wundervollste aller begnadeten Dinge erscheinen, er kann sich in diesem unwahrscheinlichen, ja himmlischen Mysterium der Schwche als der notwendige Ergnzer vorkommen, den die Vorsehung dazu bestimmte. Die Griechen, die in ihren Anfngen wohl Mnner gewesen zu sein scheinen, haben vermutlich gewut, warum, wer Diana sah, dem Tod verfallen, wer aber Aphrodite sah, gesegnet war. Diese junge Frau, die mir gegenber die Ste des Wagens mit einer bemerkenswerten Ruhe ertrug, hatte die unverzeihliche Snde begangen, die die Natur nie verzeiht, sich auf die Pfade des Mannes zu begeben und seine Freiheiten zu ihren zu machen, eine Snde, die nur dadurch entschuldigt wird, da sie die einzige Khnheit einer Zeit war, die den Namen Hindenburg noch nicht kannte, nicht wute, da mit dem Namen eines Amerikaners, Wilson, sich die grten Enttuschungen, mit denen des General Foch vollstndige nderungen in der Geographie der Nationen Europas einstellen wrden. Aus den Klammern der Feiertage und Eisenbahnzeiten, der narrenhaften Versteifung der Gesellschaft, in der nur die Rnge, aber nicht die Bedeutungen entschieden, in einer Zeit, die csarisch angelegt aber mit den Methoden eines Warenhauses verwaltet war, aus dieser Zeit vermochten nur Capricen jener furchtbaren Art zu erlsen, die die Frau aus ihren gesellschaftlichen Banden heraus in Abenteuer gegen die erstarrte Gesellschaft trieb. Es war ein aufregendes Spiel, weil der gesellschaftliche Untergang stets das Atout war, mit dem gespielt wurde, und das dann Sieger bleiben mute, wenn einen Herzschlag lang die Haltung nicht grer war als die Gefahr. Ich will die Frauen nicht verteidigen, indem ich sie entschuldige, ich will sie zeigen. Man mu dem Elend einer Zeit, das seine Frauen zu Wlfen und Maschinen, statt zu Mttern und zarten Geliebten erzieht, das sie aufklrt ber Geheimnisse, die eine Frau nie ausgesprochen hren darf, die sie mit Mnnern zusammen in den Universitten belehrt ber Angelegenheiten, von denen eine Frau keine Ahnung haben drfte, man mu dem Elend einer solchen gegenwrtigen Zeit nicht ein falsch und herrlich gemaltes Bild der vorangegangenen Zeit entgegensetzen, um sie zu belehren. Die Frauen in der Tat, welche freudig bereit ihre Shne in den Tod eines Krieges entlieen, dessen Sinn sie nicht verstanden, die aber spter in dem Ruin der Revolutionen und Friedensschlsse fast zu Hynen erniedrigt wurden, die fast an nichts als die Befriedigung ihres Hungers denken durften, waren ohne Zweifel ein bergang. Sie waren im Besitz einer Freiheit, deren Anwendung man ihnen nicht erlaubte. Sie waren bereits Halbemanzipierte dem Mann gegenber, sie lagen nicht mehr tief gebettet im Scho der Familie, die sie vor den harten Forderungen des Lebens behtet, sondern sie klammerten sich gerade noch an die Tren der Familie, deren Schein sie noch umschwebte, aber den sie abzustreifen begannen. Trotzdem aber war es damals mglich, oft Frauen zu sehen, die jene Scham kannten, die unter Blicken errtet und die sich bewut waren, da es Snde gibt, obwohl sie nicht wuten, da sie unschuldig waren. Es gehrt die Khnheit eines Looping the Loop-Fahrers dazu, sich aus diesem durch tdliche Strafen gerade noch gehaltenen Zersetzungszustandes der Familie hinauszustrzen, aber diese Khnheit war der Mut des Frevels und nicht jener der Entdeckung und der Opferungsbereiten. Die junge Frau, die nun unter den verrckten Sten des Wagens zu seufzen begann, hatte diesen Sprung getan, sie war nun der Ruin aller Vorzge, die sie einst hatten vergttern lassen, und sie hatte jetzt nur die eine Hoffnung im Herzen, whrend sie zu dem Sterbelager ihres letzten Kindes fuhr, da ich ihrem Leben recht gab, das ich verabscheute. Ich hatte diese Gestalt, die aus der Ferne in ihrem gestreiften zusammengesetzten Pelz, wie ihn die Englnderinnen um diese Zeit trugen, mitten in den ckern vor zwei Tagen angetroffen, wo sie mehr einem Tier aus der Entfernung als einer Frau glich, die im Zusammenbrechen noch die Kraft hatte, nach ihrem Kinde zu rufen. Dieser Ruf, der mich, als sie zu sich kam, in ihr Leben mit einzuziehen schien, war der Grund, da sie ihr Schicksal vor mir ffnete, ohne da ich es gewnscht htte. Wir hatten zwei Tage, beide abgeschnitten durch den Streik der Bahnen und die sich daran schlieenden kriegerischen Unternehmungen irregulrer Banden, die uns eines Nachts mit Kugeln verpfefferten, als ob sie auf unsere Pelzen sich einschieen wollten, den Flu nach einer berfahrt abgesucht, die mich den dritten Teil meiner Barschaft kostete. Ihre Sehnsucht, selbst auf die tollste Weise nach Deutschland zu kommen, hatte mich gerhrt, obwohl ich keineswegs eilte und mit Vergngen die Entwicklung dieses Bauernkrieges aus Kowno durch die Zeitungen verfolgt htte. Dieser Wagen kostete mich das zweite Drittel meiner Barschaft, das letzte Drittel wrde denjenigen das Leben kosten, der es begehrte, da ich entschlossen war, es an der Grenze der Dame einzuhndigen, um sie nicht schutzlos zu lassen. Ich gestehe, da ich unter ihren Gestndnissen ebenso litt wie ich erstaunt war, da sie hingegen ber sich selbst und ihren Namen ein tiefes Geheimnis breitete. Sie hatte mich mit einem unwiderstehlichen Blick gebeten, sie an der Grenze allein zu lassen. Man hrte zwischen den Windsten, die den Regen auf den Boden schlugen, den Kutscher abgerissen die Pferde anfeuern, pltzlich sank der linke Teil des Wagens auf die Seite. Der Sturz hatte die Unbekannte auf meine Kniee geschleudert. Vertrauen Sie mir, flsterte ich ihr zu, da ich frchtete, da der Wagen umstrzen werde. Im gleichen Augenblick rissen ihn die Pferde aus der Mulde und jagten weiter. Die junge Frau hatte die Nervositt abgelegt, die Frauen an den Tag legen, die ihr Leben selbst zu bestimmen gedenken und sich der Fhrung des Mannes anzugliedern nicht entschlieen knnen. Der Druck ihres mdchenhaften Krpers hatte eine bezaubernde Vertrauenswilligkeit gezeigt. Sie war so zerschmettert vom Leben und so in Eile, einem furchtbaren Verhngnis vorzugreifen, da sie weich genug war, zu glauben. Dieser Moment, wenn ein Herz sich bezwingt, hat etwas von berwltigender Gre, und ich htte ihr die Hnde gekt, wenn ich nicht gefrchtet htte, sie in ihrem Schmerz zu verletzen. Ich stand ohne Zweifel als Verteidiger vor einem Schicksal, das ich ablehnte und war entflammt fr eine Frau, der ich es nicht zeigen durfte und deren Leben davon abhalten mute, da sie mir gefiel. Dazu waren wir in Lebensgefahr. Ich frchtete, da sie unter den grotesken Sprngen, die der Wagen immer fter vornahm, vor Schmerzen ohnmchtig werden mte. Man mute eine belebte Gegend erreicht haben, obwohl es noch weit zur Grenze sein durfte, denn man hrte von Zeit zu Zeit das Rufen von Stimmen, denen unser litauischer Kutscher antwortete. Pltzlich wurde an den Zgeln gerissen. Diesem schlug der Kutscher die Peitsche quer durch das Gesicht, das wie ein Gespenst am Fenster vorbeifiel. Jedesmal in solchen Augenblicken fhlte ich, da mein Gegenber zitterte wie nur eine Frau zittern kann, deren letzte Zuflucht, deren Glaube an die Gte der Welt und ihres Schpfers auf dem Spiel stand und die zu dem Lager ihres Kindes wie eine Wahnsinnige, die sich kalt stellt, floh. Ich vermutete ihre Augen zu sehen, obwohl das Dunkel fast undurchdringlich war, und ich hatte den Eindruck, da ihr Licht etwas Verklrtes habe, trotzdem es verwirrt war, als habe der Tod hineingeschienen und in die Sigkeit dieses Lchelns den Zauber gebracht, der es erst unbertrefflich macht. Glauben Sie, da wir es erreichen? murmelte sie. Vertrauen Sie, sagte ich und begriff, wie sehr sie litt, denn diese Fahrt entschied ber ihr Leben. Sie war sich als Kind eines Luxus bewut gewesen, der ihr fast alle Neigungen gestattete, und sie hatte nicht mehr als den unbewuten Gebrauch gemacht, der ihr als selbstverstndlich erschien und von dem sie annahm, da alle Menschen ber ihn verfgten. Das Gold hat genug Kraft, die edelsten Menschen, die in seiner Umgebung aufgewachsen, in einer wunderbaren Weise ber die Leiden der Welt im ungewissen zu lassen. Die Kinder des Luxus leben wie die der Armut in einer gleichen Unklarheit, die einen ber die Tiefen, die anderen ber die Hhen des Daseins. Das Bewutwerden erst dieser furchtbaren Kluft schafft in diesen Kreisen die Emporkmmlinge, die krepieren werden oder die Macht zwischen den Schenkeln haben wollen, und jene Messiasse, die im Dunkeln ein Selbstgengen predigen, das in dem Munde dessen eine Lge sein mu, der aus dem Reichtum kommt. Es wird nur eine Vermischung, aber keine Vershnung der Klassen mglich sein, indem die Elenden sich bereichern und die Begterten etwas verarmen und zwischen ihnen die Schranken fallen, denn es ist offenbar, da die Armen die Notwendigkeit des Luxus und die Reichen die Entsetzlichkeit des Elends gegenseitig immer weniger verstehen, als ein Chinese einen Marabu, oder ein vollbltiger Franzose einen deutschen General verstehen kann. Diese Blindheit unter den einzelnen Vlkern ist das Schicksal unseres Jahrhunderts, das bestimmt scheint, diese Miverstndnisse als das hinzunehmen, was sie keineswegs sind: nmlich als die furchtbarsten Brgerkriege. Die unbekannte junge Frau, die mit mir durch ein in Flammen des Hasses aufgehendes Land in einer um ein Vermgen gekauften Kutsche unserer Groeltern jagte, war die Tochter eines Vaters, dessen Liebe ihr zum Verhngnis ward, mehr fast als seine Strenge. Dieser aus Deutschland eingewanderte und spter in England naturalisierte Mann (der seine Nationalitt nach der Sitte damalig freier Mnner nicht aus Schwche, sondern aus ausdrcklichem Bekenntnis zur neu gewhlten Heimat nderte) war mit der fast kindischen Sorgfalt bestrebt, das Hliche von seiner Tochter fernzuhalten und das Schne und Vortreffliche um sie zu versammeln. Er hatte die Schwche der Mnner, die ihre Frau berirdisch geliebt haben und in der Tochter ihr Bild weiter verehren wollen. Sie berhufen ihre Kinder mit einem Ma von Gte, die jene nicht zu ertragen vermgen, und zchten den Geist eines Widerstandes, der um so mehr aus dem schlummernden Bsen kommt, je hher man die liebenswerten Seiten ihres Gefhles belastet. Ein Haus in London und das Sterbehaus der Mutter in Kairo standen ihr zur Verfgung, ihr Vermgen war in Holland angelegt, was so gut war, als sei es Gott in die Hand gegeben. Ihr Vater hatte geschworen, da sie ihr Glck machen werde, und darum hatte vielleicht, weil dies ein Frevel ist, der Teufel sich bemht, in ihr Herz die Widerstnde zu sen, die das unmglich machen sollten. Je mehr der Vater sich versteifte, sie mit Geschenken, Aufmerksamkeiten, berraschungen zu berhufen, um so erbitterter sann dieses schne und edle Mdchen darauf, sich dem entgegenzusetzen, wobei sie sich ihrer Handlung kaum mehr als eines fast schelmischen Trotzes bewut ward. Diese Situation war furchtbar, denn sie liebte ihren Vater, der, wiederum aus Liebe, sie vor der Welt abschlo. Der alte Starrkopf, der seine Tochter vortrefflich machen wollte, sperrte das Kind vor jeder Gefahr ab. Er war ebenso eiferschtig auf sie, fr die er sich auf die Stelle die Hand htte abschlagen lassen, wie voll stndiger ngstlichkeit, so da er sie unter anderem jeden Monat zu allen Spezialisten schleifte, um von allen die Versicherung ihrer Gesundheit zu erhalten. Der Alte war bereit, ein Vermgen fr jede ihrer lcherlichsten Wnsche auszugeben. Das junge Mdchen zeigte sich bedrfnislos. Es htte keine noch so phantastische Angelegenheit gegeben, die der Alte ihr nicht zu Fen gelegt htte. Sie htte den Eifelturm abreien und eine eigene Bahnlinie nach Dover verlangen knnen, es wre ihr ebenso sicher gewesen, wie da sie keine Sekunde allein an diesen Genssen htte teilhaben knnen. Ihr Vater lie sie keinen Schritt ohne Begleitung tun, nicht weil er mitraute, sondern weil er um sie bangte, und gerade dies ist es, was junge Mdchen mit entzndlicher Phantasie zu Dmonen verwandeln kann. Es machte seine Gte so nutzlos wie einen verwilderten Garten. Das Mdchen begann diese Aufmerksamkeit zu hassen und sich vor der Liebe zurckzuziehen, die ihr Herz mit Entzckungen erwidert htte, wenn sie weniger pendantisch sich gezeigt htte. Dieser Kampf zwischen der elterlichen Liebe, die bevormundete, und der Liebe des Kindes, die sich ihr entzog, und damit der Teuflischkeit zuwandte, dauerte bis zum achtzehnten Jahr dieses noblen Herzens, an welchem Tag sie verschwand. Sie reiste ein Jahr, doch das gengte, sie vllig zu verderben. Sie reiste ein Jahr, ohne das geringste zu erleben. Ihr Vater, den die Entfernung der Tochter wie ein Schlag traf, lie sie nicht im Stich, sondern bemhte sich erst recht, sie auf die Entfernung zu beeinflussen. Das trieb das merkwrdige Geschpf, das selbst in dieser furchtbaren Nacht, halb dem Tod berliefert und von so vielen Leiden zusammengeschlagen, noch einen unbegreiflichen Schein von Reinheit um sich hatte, in einen entsetzlichen Widerstand. Die Briefe ihres Vaters, der sie mit Beweisen seiner Sorge in Gestalt von Detektiven, Auskunfteien, vorausbestellten Schiffen, Hotels und Zgen, ja mit Menschen, die pltzlich auftraten und ihr Geschick zu beeinflussen wagten, berschwemmte, bewirkten in ihr eine Anzahl launenhafter Widerstnde, die verrckt bezeichnet werden mssen. Die Geschichte ihrer Erlebnisse, mit denen ihr Vater sie ins Verderben jagte, hat hier keinen Sinn. Seine Gte ermangelte der Strenge, ohne die Liebe keinen Zweck hat. Statt sie arretieren zu lassen und sie an einen Mann von Vermgen, Sicherheit, Stellung und nicht zuviel Geist zu verheiraten, dessen mnnliche Nchternheit ihr die versteifte Romantik abgenommen htte, benutzte er ihr Entweichen zu verdoppelten Beweisen seiner Zrtlichkeit. Ein Jahr lang hatte sie alle Angriffe abgewiesen, ja sich eine Frau fr ihre Toilette und eine zur Wahrung ihres Rufes gehalten, whrenddem sie ihren Vater aus Trotz im Glauben lie, sie reise allein und sei eine Emanzipierte, die sie in keiner Weise war, ein Jahr lang hatte sie ber die Mnner lachen knnen, bis allzuviele Warnungen sie ihnen in die Hnde trieb. Ihr Spleen trieb dieses im Grunde sanftmtige Mdchen in die Hnde eines Mannes, den sie offensichtlich nicht liebte, als sie sich ihm gab, der sie nicht einmal reizte, in dem sie nach wenigen Wochen aber einen Verbrecher fand. Diese Erkenntnis, die sie fast zum Wahnsinn brachte, vermochte, da sie sich entschlo, ihren Mann zu lieben. Die Tyrannei des Verbrechens hatte die wunderbare Kraft, dieses edle Geschpf anzuziehen und zu einer Hingebung zu bringen, welche die Liebe, vor der sie sich auf der Flucht befand, nie erreicht hatte. Diese furchtbaren Umstnde sind bei leidenschaftlichen Menschen deshalb bis zur Unerschtterlichkeit bestimmend, weil die ersten Schritte, die sie von der Familie und den der Frau vorgeschriebenen Gesetzen abseits tun, bereits die Tragdie mit der unendlichen Kraft des Untergangs herbeigerufen haben. Das Mdchen hielt mit einer Treue zu dem Mann, der weder ihren Geist noch ihre Vornehmheit des Charakters besa, die einer beispielhaften Ehe jede Ehre gegeben htte. An dem ungelsten Krper dieser Frau, deren Mdchenhaftigkeit durch ihren Kummer nicht vertrieben worden war, konnte man heute noch sehen, da sie eine wahre befreiende Liebe nie gekannt hatte. Sie hatte sich aus Laune in eine Verliebtheit hineingestrzt, die von der glhenden Zartheit einer mdchenhaften Neigung unendlich entfernt war. Sie liebte einfach ihr Schicksal wie alle starken Naturen, die auch zu ihren Fehlern und Niederlagen stehen. Die Spannkraft, die ein menschliches Herz fr soviel Leiden hinzugeben hat, besitzt eine Grenze, und sie schien es mit dem Zittern, das sie hin und wieder grundlos berlief, zu ahnen. Ihr Vater, der sie dem Mann entreien wollte, hatte den Fehler begangen, es nicht mit jener Brutalitt zu tun, die Halunken dieser Art allein einschchtert, nmlich nach ihrer Entlarvung ihnen den Proze zu machen und sie henken zu lassen. Die Mglichkeit hierzu war gegeben, von einem Skandal spricht man einen Monat und in bewegten Zeiten eine Woche, und wenn es sich um ein vornehmes Herz mit groem Vermgen und einer gewissen Schnheit handelt, drei Tage. Er frchtete, seine Tochter zu verletzen und gab ihr nach, er kaufte sie dem Mann ab, der mit einer groen Summe Geld verschwand. Er lie eine Frau zurck, die ein zweijhriges Kind in der Wiege und eines unter dem Herzen trug und ihrem Vater diesen Streich nie verzieh. Sie holte ihren Mann ein, der sich nicht weigern konnte, sie aufzunehmen, vielmehr die Waffe umdrehte und auf Grund seiner tatschlichen Schandtaten ihren Vater erprete, dessen Angst vor Skandal grer war als sein Zorn. Dieser Balte, dessen Name keine Erwhnung fand, verprate einen Teil des vterlichen Vermgens auf eine schwachsinnige Weise. Er liebte diese Frau nicht, weil sie ihm ergeben war, und suchte Anregungen in Angelegenheiten, die er seinem damaligen Vermgensstand nach nicht gebraucht htte. Er war ein Spieler, der auf jeden Zufall versessen war und den der Krieg, der erbarmungsvoll hauste, staatenlos und also zu den verrcktesten Unternehmungen geeignet fand. Sein Vermgen nahm in einer bengstigenden Weise ab, worauf er, bei der Unmglichkeit, fr einige Monate aus England Geld zu beziehen, da die Konten der ehemaligen Deutschen gesperrt waren, seine Frau kurzerhand verkaufte. Man wird fragen, wie eine Frau, die jede Freiheit hatte und ber eine Familie und Vermgen verfgte, dazu der bermenschlichen Liebe eines Vaters sicher war, diese Ungeheuerlichkeit ertragen konnte, zumal von der Seite eines Mannes, den sie nur in der Einbildung lieben konnte. Sie ertrug es, und diese Heldentat ist eines jener tiefen Mysterien der weiblichen Seelen, die, wenn sie von der Natur zur Reinheit bestimmt sind, alle Hllen des Lasters und der Erniedrigung durchlaufen knnen, ohne da ihr Wesen auch nur im geringsten leidet. Zu spt lie ihr Vater den Mann verhaften, er setzte seine Ehre aufs Spiel, die er verlor, und erreichte, da seine Tochter ihn hate und das Jahr, bis ihr Mann aus dem Gefngnis entfloh, diesem glhende Briefe in seine Verlassenheit schrieb. Dieser Elende behandelte sie mit einer Klte und Brutalitt, die mit ihrer Liebe wuchs. Entflohen, verbot er ihr zu folgen. Sie folgte ihm. Ihr Vater hatte England, gebeugt, verlassen mssen, der Skandal seines Schwiegersohns hatte ihn zertrmmert. Die Klte seiner Tochter brachte ihn zur Verzweiflung. Innerhalb zweier Jahre war der Alte um dreiig Jahre gealtert. Die drei Menschen lebten jahrelang in einer furchtbaren Verfolgung. Der Gatte diente seinen dunklen und abenteuerlichen Neigungen, die ihn jeden Tag in Gefahr brachten, mit den Gesetzen sich zu verwickeln. Seine Frau suchte seinen Aufenthalt auszukundschaften und bei ihm zu leben, wovon sie keine Erniedrigung abhielt. Ihr Vater bemhte sich, ihr Herz zu erweichen, mit ihm in sichere Verhltnisse zurckzukehren, Europa zu verlassen und ein Glck zu suchen, das ihr nach soviel Schmerzen vorbehalten sein mute ... aber was er erreichte, war, da sein Vermgen zerfiel. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, wie frher seine Tochter, so ihren Mann zu bespitzeln, und, um ihr Herz zu gewinnen, ihrem Mann ein Leben zu verschaffen, das ihn sorglos machen mute. Diese Geschichte der Liebe ist furchtbar, weil sie sinnlos bis zum uersten ist, denn jeder dieser Liebenden beging Verbrechen gegen die Liebe. Sie zerstrten sich in einer grauenerregenden Weise, whrend sie sich zu nutzen suchten. Der Alte, der durch den Untergang Deutschlands zu einer rhrenden Liebe zu seinem Heimatland gebracht wurde, legte sein Vermgen in Deutschland an, was seinen Schwiegersohn bald zur Raserei brachte, und als er es ablsen wollte, war es bereits ruiniert. Der Schlag, den Deutschland empfing, war auch mit derselben Teufelei in den Nackenwirbel des Alten gehauen. Er hatte sich mit der Freiheit seiner grozgigen Denkungsart von seinem Vaterland geschieden, als dessen unfeiner Reichtum ihm mifiel. Als er es elend und am Boden fand, sah er die Mglichkeit, es wieder zu lieben, und kam in eine Begeisterung, die ebenso groartig und bewundernswert wie vernichtend war. Er starb an dieser letzten Leidenschaft, die ihn unfhig gemacht hatte, vernnftig zu denken, was ein Lebensalter lang seine Strke gewesen war. Er fiel mit dem Stolz seiner Heimat und begrub sein Vermgen im Sturz der deutschen Mark, deren wahnsinniges ungeheuerliches Vernichten sein letzter Seufzer war. Es war ihm nicht gelungen, seine Tochter wiederzugewinnen. Als sie seinen Tod erfuhr, stand sie am Sarg ihrer zweiten Tochter, ohne zu wissen, wo ihr Mann sich befand, der ein Vergngen darin suchte, sie mit einer ffentlichkeit zu betrgen, deren nur ein Neger fhig ist. Die rohste Natur hat vor einem Grad des Leides jene Ehrfurcht, die der Zauber der Frau auch bei Kannibalen auszulsen vermag. Dieser Balte, dessen slawisches Blut seine deutsche Gte, dessen deutsche Rohheit seine slawische Weichheit vertrieben hatte, dieser Verbrecher, den die verfluchten Fehler zweier Nationen gezeugt hatten, ohne eine einzige Tugend auer einer schwachkpfigen Khnheit ihm zu verleihen, fand einen beispiellosen Genu daran, seine Frau zu demtigen. Es gibt wohl keine Schande, in die er sie nicht verwickelt hatte. Wre die junge Frau nicht mit einem so ungeheuren Stolz von der Natur versehen worden, so wre sie ohne Zweifel durch das berma der Erniedrigung dazu gebracht worden, diesen Mann zu vernichten. Sie hielt ihrem Schicksal eine beispiellose Treue, sie berwand das Verbrechen sogar, indem sie sich nicht wehrte. Es gelangte nicht bis in ihre Seele. Als sie ihren Mann erreichte, fand sie ihn in Fesseln. Ihr wohltrainierter Krper war durch die Kinder und die Sorgen mitgenommen, unterhhlt, aber nicht aufgerieben. Sie sah ihren Mann, den es, nachdem er die Familie seiner Frau zerstrt hatte, wie alle Abenteurer nach dem Osten trieb, dessen wildes Chaos ihnen voll wunderbarer Reize scheint, an einer Mauer stehen. Sie lief aus dem Wagen in eine Umzunung, ein Tuch in der Hand, als von der anderen Seite einmal die Trommel gerhrt wurde. Darauf erschollen Schsse, ihr Mann fiel vor ihren Augen langsam um, ohne sie anzublicken. Die Soldaten, die aus Bewunderung ber den Mut des Mannes, der mit keiner Wimper gezuckt hatte, in die Hnde klatschten, fanden sie auf dem Rcken liegen. Sie war am Abend bereits wieder bei Sinnen. Eine Sekunde hatte gengt, sie ihre tiefe Schuld begreifen zu lassen. Eine geheimnisvolle Stimme hatte im Augenblick der Salve, als ihr Mann, der von Wuchs und Aussehen von vollkommener Schnheit war, fiel, gesagt, da vom Augenblick ihrer Entfernung von ihrem Hause alle Schuld und alles Elend, das in ihrem Kreis geschehen sei, auf ihr liege, sie empfand unwiderleglich auch die Erschieung ihres Mannes als einen bewundernswerten Heldentod. Sie fhlte mit einer Klarheit, die fast erhebend war, die Last dreier vernichteter Leben auf ihrer Seele und war einsichtig genug, daran nicht zu sterben, sondern ihren Glauben mit jener Tapferkeit, die schon berirdisch wirkte, auf ihr Kind zu setzen. In diesem Kind und seiner Zukunft schien ihrer mtterlichen Seele der Sinn ihres Lebens und die Frage ihrer Schuld sich zu lsen oder zu knpfen, und sie hatte ein Ma der Glubigkeit darber, das keinen Zweifel gestattete. Doch hat die Natur der Spannkraft eines Herzens Grenzen gesetzt, die nicht bertreten werden drfen, ohne zu vernichten. Sie erfuhr die Erkrankung dieses Kindes, das sich in Dresden befand. Gleichzeitig brachen die Bahnen ab. Sie schien zurckgestoen von einem Schicksal, das sie nach Jahren des Leidens zur Klarheit hatte erwachen lassen. Das Leben dieses Kindes ward das Ziel eines grauenhaften Wettlaufs, den sie mit dem Schicksal unternahm. Sie wre ohne Schuhe bis an das Ende der Welt gelaufen, um dieses Kind wieder in die Arme zu nehmen und den Erfolg ihres vernichteten Lebens in jener Erkenntnis dem Kinde zuzufhren, das in einer Erziehung sich geuert htte, die die Fehler der ihren vermied und die Liebe so aus der Hand gab, da sie genommen werden konnte, ohne in die Schuld hinauszutreiben. Diese Frau konnte nur ein ganz ungeheures Glck retten, konnte nur ein sie dauernd in Sicherheit hllendes Ereignis am Leben erhalten. Sie hatte die Grenze des Lebens fast schon berschritten, und jede Enttuschung war ihr sofortiger Tod. Ihre Seele war an das Leben ihres Kindes angebunden wie ein Flgel an den anderen bei einem Falter, sie wrde sich mit diesem Kind in das Leben wieder retten oder mit ihm zusammen zerfallen mssen. Sie befand sich in dem Zustand einer gewissen bererhhtheit des Lebens, wie es in Augenblicken eintritt, an denen die Qual und das Leid so bertrieben sind, da sie berirdisch scheinen. Die Frau schien von einer Zartheit der Seele zu sein, da man nicht gewagt htte, ihren Krper ohne Not zu berhren, aus Angst, er knne im Zustand dieser Verklrtheit zusammenbrechen. Man mute diese Seele in eine Behandlung nehmen wie einen Lichtschein, den man nicht mit dem Schatten der Hand verderben mchte. Diese Seele war nur in der Lage, die Welt in einer Verschleierung aufzunehmen, die sie ermunterte. Jeder Zweifel war schon der Tod fr dieses Wesen, das nur einer Medizin, nmlich der Bejahung und des Trostes und der Zuversicht bedrftig war. Man mute diesem Krper, auch wenn man die Unwahrheit verabscheute, Lgen zufhren, die allein ihr die Kraft geben konnten, die nchsten Stunden zu berleben, kurz, ich war gezwungen, wenn auch ohne Begeisterung, so mit der Leidenschaft, die sie in mir entflammte, zu lgen. Da sie eine Frau von Geist war, konnte man die Literatur zu Hilfe ziehen, die hnliche Schicksale wie die ihren bejaht hat, ihnen sogar eine bestimmte Gre des Ruhmes zugewiesen hat, aber man mute die fast tdlich verzogene Frage auf ihrem Munde lesen, welches denn die Grnde seien, die groe Schriftsteller veranlassen konnten, ihre Wesen in Verbrechen zu fhren, statt die ausgezeichneten Bahnen einer Literatur einzuschlagen, welche jenseits des Kriminellen genug Mae fr hchste Leidenschaften findet. Der Abb Prevost hat seinem Desgrieux, der ohne Zweifel ein Halunke aus Liebe war, ein groes Monument errichtet. Zwischen dem Rolla des Alfred de Musset und Karl Moor besteht nur der Unterschied, da der Franzose Vernunft, der Deutsche nur Verzweiflung kennt, da aber ein Schicksal beide mit einem Fangarm erreicht, dessen Rumpf eine verzweiflungsde Epoche ist. Der Marquis de Sade hat die Verbrechen offenbar der Wollust unterlegt, whrend Shakespeares Halunken das Bse so genial verkrpern, da ihre verwandtschaftliche Nhe zu den Engeln deutlich ist. Es bedarf nur einer kleinen Wendung des Charakters, um sie zu unsglichen Heilbringern zu verwandeln. Die Antike, hnlich dem britischen Genie, kannte nur Verste gegen heilige Institutionen der Gtter, deren Versto aber ungeheuerlicher Frevel war. Zwischen Verbrechen und Heldentaten machten sie so wenig Unterschied wie alle Stmme, denen mit der Kriegerischkeit ein Sinn fr groe Ideen verliehen war. Die Natur scheint die Gesetze des Blutes und der Familie mit einem ungeheuren Schutz umgeben zu haben, der in ihrer Reinhaltung die beste Auslese unter der menschlichen Rasse bewirken zu wollen schien. Die ungeheuerlichen Strafen fr den Frevel an der Familie sind mit einem anderen Sinn nicht erklrbar. Es gibt Geheimnisse, in die alle Nationen einbezogen sind, und in denen die Reinheit der Frau als wundervollste Sule der Familie und des gewaltigen Bauwerks eines stolzen Staates mit nicht beweisbarer aber beispielloser Gesetzlichkeit verwoben sind. Man mute dieser in ihrem Elend bezaubernden Frau eine dnne Limonade der Ewigkeit brauen, wenn man ihr diese Gesetze verschwieg und aus der Literatur einen Saft zog, der vielleicht von groen Dichtern, aber schlechten Kennern des Schicksals stammte. Es hie ihr die Welt mit wohlwollender, aber zitternder Hand verschleiern und erbeben unter der Hast und dem Glck, mit dem sie diese schwache Weisheit in sich sog. Man konnte ihr auf die Frage, die am Anfang dieser Geschichte angeschnitten steht, schlielich sagen, da die Dichter den Weg ins Verbrechen deshalb immer wieder suchten, weil in den nrrischsten und grundlosesten Leidenschaften sie den unendlichen Goldgrund der besten Herzenstugenden am schnsten schimmern sehen, aber man konnte diese akademische Phrase nur loswerden, weil man das Geschpf, an das sie gerichtet war, liebte. Das Bangen der jungen Frau hatte etwas von jener Glubigkeit und Unberhrtheit, deren Nhe niemand verlassen kann, ohne einer tiefen Rhrung zu verfallen. Ich htte meinen Kopf gegeben, wenn ich in diesem Augenblick die Hnde der jungen Frau htte an mich ziehen und ihr zuflstern knnen, da diese Neugeburt zur Mdchenhaftigkeit, die das Schicksal mit einer kurzen, vielleicht in Stunden schon beendeten aber jetzt in unvergleichlichem Glanz erstrahlenden Frist ihr verliehen hatte, mich in meiner tiefsten Seele getroffen habe. Ich war in der verdammten Lage, sie ohne Pause belgen zu mssen. Was htten Sie gehabt, rief ich wohl etwas zu prahlerisch, wenn Sie ohne das Erlebnis so gewaltiger Schmerzen Ihr Leben verbracht htten? Die Literatur zeigt, da die Unschuld, wenn sie mit dem Verbrechen zusammentrifft, die wundervollsten Menschenblumen hervorbringt. Sie htten ohne Zweifel einen Gatten und Kinder besessen, aber Sie wren sich nicht mehr der Welt bewut gewesen, als da Sie die wirtschaftlichen Mchte, unter denen wir stehen, mit einem geringen Stolz gesprt htten. Das heit, Sie htten reich gewohnt, den sozialen Aufstieg Ihres Gatten bewundert, Ihre Kinder gekleidet, die Menplne Ihrer Kchinnen berichtigt und mit Verehrung oder Verachtung auf die Gesellschaft um Ihr Leben herumgeblickt, je nachdem sie im Rang ber oder unter Ihnen gestanden wre. Was wre aus Ihrem Herzen geworden? Soviel an Gromut und soviel an sptem ungeheurem Glck, wie Sie es heute zu verlangen haben, vermag ein durchschnittliches Leben nie zu geben, und die Tugend, die nie an den Abgrund geschleppt ward, hat keinen Anspruch, ein Herz zu besitzen, das durch den Tod wie durch die Liebe mit derselben Khnheit hindurchgeschritten ist. Man wird mir zugestehen, da ich mit Feuer log, obwohl mein Gefhl offenbar geneigt war, in Trnen auszubrechen, denn je mehr ich mich begeisterte, um so furchtbarer empfand ich, welch verabscheuenswerten Unsinn ich sprach. Sie seufzte, als ob sie alle Liebe der Welt einsauge, und das brachte mich fast von Sinnen. Nur als ich mit der falschen Khnheit, die Verliebten eigen ist, fragte: Was htten Sie gehabt? schien sie wie ohnmchtig zurckzufallen. Ein Blick, den ich durch ein Licht, das aufglomm, auf ihrem Gesicht mit gttlicher Ergebung aufgeschlagen sah, belehrte mich, da sie an ihren Vater dachte. In diesem Augenblick schienen wir umzingelt zu sein. Um uns herum erschollen Stimmen. Der Kutscher hielt den Wagen an und gab sichtlich Auskunft. Ich ffnete die Wagentr nach der einen Seite und schlo sie im gleichen Augenblick. Offenbar hatte man sich an der Stelle zusammengeknuelt, um eine Auskunft einzuziehen. Ich ri den anderen Schlag auf, zog die junge Frau heraus, und wir liefen ber die Wiese. Als wir hinter Buschwerk kamen, zitterte sie so, da ich sie tragen mute. Als wir den Wald erreichten, fing eine sinnlose Schieerei an, berall loszuknallen. Wir standen hinter Bumen, um nicht getroffen zu werden. In diesem Augenblick war ihr Herz auf der Hhe der Gefahr. Eine Verwundung htte sie niedergeworfen und gettet. Denn dieses wundgelaufene Herz hatte nur noch eine kurze Frist, die die Natur ihr verliehen hatte, zu leben oder auszusetzen, und diese Frist langte noch bis zum Lager ihres Kindes, aber litt keine Minute Verzgerung. Es gibt eine Zrtlichkeit bei Mnnern, die in Augenblicken der Gefahr fr das geliebte Wesen sich in nichts von der Liebe unterscheidet, die das schnste Recht der Mtter ist. Ich htte diese Frau, deren Schmerz und deren Schicksal ich offenbar wie ein Wahnsinniger liebte, mit meinem Krper zudecken mgen, um sie vor den Kugeln zu schtzen, wenn diese Bewegung nicht eine Narrheit gewesen wre und die Soldaten auf uns gelenkt htte. Sie war im Augenblick der Gefahr von einer fast bermenschlichen Khle. Als wir eine halbe Stunde durch den Niederwald gerannt waren, kamen wir auf eine Strae. Wir hatten die Vorposten hinter uns und waren in Sicherheit. Nach einer halben Stunde fanden wir unseren Wagen. Zwei Stunden spter erreichten wir die Station. Hatte ich unrecht, da ich ihr, als wir mit einer gewissen Heiterkeit die letzten Wagenstunden machten, eine Geschichte nicht vorenthielt, die ihr Herz strken konnte? Da sie aus dem Leben stammte und mit ihren bekannten Figuren aus der Wahrheit wie aus einem Bilderbogen geschnitten war, hatte sie mehr berzeugungskraft als die Literatur, die nur beweist, aber nicht atmet. Ich wagte kaum zu zittern, als wir uns der Station nherten, ich war besinnungslos von einer Leidenschaft, die ich nicht zeigen durfte, und ich war gentigt, ihren Befehl zu respektieren, der mich zurckstie. Zeichnen Sie diese Geschichte auf, sagte sie mit einem so verheiungsvollen Lcheln, da mir die Trnen kamen, und senden Sie es mir morgen nach als einen Beweis, der mich strken wird. Sie hatte eine wundervolle Zartheit im Klang, da ich frchtete, ich wrde sie nicht wiedersehen. An der Grenze empfingen uns Soldaten. Pltzlich sahen wir uns an, von Fackelschein bergossen. Dieses Gesicht, das lange nicht geweint hatte und auf dem Spuren unzhliger Schmerzen wie ein Verhngnis schwebten, trug die Spuren von Trnen. Ich reichte ihr die Hand, um auszusteigen, und bemerkte an dem Druck ihrer Hand, da es Trnen der Freude, ja der Erlsung waren. In diesem Augenblick trat ihre ganze Seele, die noch nie gelebt hatte, auf ihr Gesicht, und ich wurde eines so himmlischen Glanzes ansichtig, da mich die Besinnung verlie. Ich danke Ihnen mit aller Herzlichkeit, die soviel Unglck brig gelassen hat, flsterte die Unbekannte mit hinreiender Anmut und gab mir eine Adresse, unter der ich ihr schreiben konnte. Sie empfing mit dem Nicken einer Vertrautheit, die nicht mehr menschlich war, mein Portefeuille. Man fand mich auf dem Platz hingestreckt wie einen Toten. In der Nacht schrieb ich die Geschichte eines Frevels auf, dem ein Glck, das der Shne, abzugewinnen ich meine Natur in unerhrter Weise zwang. Denn um das Glck der Shne zu ertragen, bedarf es eines kalten Herzens. Das Kind mute leben, oder sie starb. Ich blieb nach diesem Wettlauf mit der Wahrheit, der mein Innerstes zerri, drei Tage besinnungslos in meinem Zimmer liegen. Ich war gezwungen, mich zur Herstellung meiner Natur ins Gebirge zu begeben, da mein Krper gewohnt war, alles zu ertragen, die hrtesten Strapazen und die irrsinnigsten Enttuschungen, aber nicht den Kampf gegen die Gesetze der Seele, die ihn regieren. Es gibt vielleicht eine einzige Mglichkeit, ihn diesen Streit ertragen zu lernen, das ist, ihn zum Siege zu fhren. Man hatte mir versichert, da am Abend ein Zug gehe, der ihr als ein Herold meinen Brief senden sollte, der eigentlich mein Schicksal war, auf dessen Echo ich wie ein Verrckter warten mute. Ich verbrachte diesen Tag mit einer so unheimlichen Getrenntheit meines Wesens, da ich mit den Kerzen pltzlich vor den Spiegel sprang. Ich reiste an diesem Tag in dem furchtbaren Hotelzimmer, whrend ich gleichzeitig Bogen auf Bogen hinter verschlossenen Lden fllte, an der Erinnerung der Nacht jede Minute zurck und badete mich, fllte meine Seele mit jeder Bewegung und jeder Silbe, welche die Unbekannte von sich gegeben. Gleichzeitig wute ich, da bei jedem Buchstaben, den ich fr sie schrieb, sie der Ungewiheit entgegenfuhr, ob dieses Kind sie verflucht hatte, ehe es starb, oder ob es mit einem Lcheln sie ansehen wrde, das der Anfang eines unfabaren Glckes war. Die Frist war kurz, in der dieses bewundernswerte Herz lieben durfte, und ich htte nicht Gott sein mgen, in dessen Hand es lag, und der es vielleicht zertrmmern mute. Man wird mich nach der Geschichte, die ich aufzeichnete, fragen, ich verheimliche sie nicht. Sie besitzt jene Kostbarkeit, die Erlebnisse erst adelt, wenn sie ein Herz enthllt oder getrstet haben. Man darf der Literatur nur dann jene Liebe, die sie zu Beweiszwecken benutzt, zuwenden, wenn die Literatur jenes geheimnisvolle Herz besitzt, das mit den wahren Leidenschaften der Menschen gefllt ist. Dieses Herz kann sich pltzlich ffnen, und die Menschen sind in der phantastischen Stunde dieses Zufalls in der Lage, darin ihre Seele zu sehen. Eine vortreffliche Literatur wird ihre Bewunderer durch dieses Mysterium unbeschreiblich entzcken, eine erbrmliche wird sich in den Sekunden, wo man ihrer bedarf, als das akademische Geplapper entlarven, das nur sich selber liebt. Das Herz des Menschen ist der Ort, wo die Gegenstnde, die Ereignisse und die Sitten der Welt gemessen werden und ihren Rang erhalten. Ausgezeichnet wird lediglich, was die Gre hat, dem Herzen gleich zu sein oder den Ehrgeiz besitzt, es zu bertreffen. Es gibt in der Literatur einen Opfermut und eine Khnheit von Gefhlen, die weit ber das hinaus wollen, was menschlichem Ertragen und menschlicher Spannkraft mglich ist. Diese Literatur ist ohne Zweifel die hchste in den verschiedenen Klassen des Schrifttums, in dem der Zynismus die niedrigste, die Weisheit die erhabendste ist. Es ist unmglich fr ein gleichzeitig kluges wie feuriges Temperament, eine Literatur anzuerkennen, die ihr Wesen nur durch sich selbst erhlt und wie Narzi sich von den Menschen und ihren Beispielen fernhlt. Die Dichtkunst, meint Balzac, sei die Einleitung zum Staatsmann. Napoleon, Julius Csar, der groe Friedrich, der erste Franz von Frankreich, Machiavell, ja selbst Goethe, Richelieu, der Kardinal Retz, Disraeli, Bulwer und Constant haben dieser These recht gegeben, indem sie ihren Geist, der das Schne zu formen wute, derart disziplinierten, da er das Gebude des Staates unter den letzten Gesetzmigkeiten der Vernunft, der Gerechtigkeit und der Harmonie erblickte. Der Staat ist aber jene wundervolle Handschrift der Vorsehung, welche die Leidenschaften der Menschen auf den Rcken der Ewigkeit gezeichnet hat und in dem alle Linien des menschlichen Herzens enthalten sind. Wer diesen Kreis, den das Gebet eines unschuldigen Mdchens bis zur Grenzenlosigkeit der himmlischen Satzungen durchluft, verlt, begeht einen Frevel, den nur ein Opferwille shnen kann, welcher strker ist als die Natur. Wer kann die Erde aufhalten? Wer vermag die Sonne zu verdunkeln? Zur Shne ist dem menschlichen Herzen die Kraft, zum Verzeihen die Gre gegeben. Zum Widerstand gegen die Gesetze der Natur besitzt es nur das Dulden, welches die Trotzigen und seit Prometheus ewig Zerschmetterten manchmal bis zu himmlischem Licht erhebt. Hier ist die Geschichte: Im Jahre neunzehnhundertelf ereigneten sich drei Dinge, die an verschiedenen Stellen der Welt einen geheimnisvollen Zusammenhang schafften. Es war das Jahr, wo, drei Jahre vor den Schssen von Serajewo, die Mitteleuropas Vernichtung und unsere Armut veranlaten, einige Menschen anfingen, sich in die Luft zu schwingen, andere das Meer einige hundert Meter unter der Oberflche mit Tauchbooten zu durchfliegen und jenen Kampf begannen, den ein ehrgeiziges Geschlecht mit seinen Maschinen der Natur ansagte. In einem zarten Vorspiel, das vier Jahre lang die grandiosen Schlachten ankndigte, die unsere Nachfolger mit Stumpf und Stiel hinwegrotten werden, hat sich gezeigt, da die Natur diese Provokationen auf ihre Urheber zurckwirft. Wenn in einem Landhaus in York Lady Grace ihr Leben in einer auffallenden Weise verlie, von einem Tag auf den anderen aus der behtetsten Dame in einer Reihe von Verbrechen sprang, bedarf es nur der einen Erklrung, da sie von jener Krankheit erfat war, welche alle leidenschaftlichen Naturen in dieser Zeit erfat hatte: da sie dieser Welt kein Interesse abzugewinnen vermochte. Besonders glnzende Figuren wuten damals sich allerdings in ihrem Innern zu beruhigen und fr die Zeit aufzusparen, wo die knstliche Sicherheit dieses Jahrzehntes in Flammen aufging, und die Menschheit sich in die grauenhaftesten Kmpfe strzen mute, die diese Erde gesehen hat. Andere, welche mit der Khnheit eine Unsicherheit des Glaubens vereinten, begannen jene furchtbaren Herausforderungen, welche die Natur nicht unbeantwortet lie, indem sie die Versucher mit einem Lcheln abschttelte, das die Welt mit Blut berschwemmte. Andere, zu denen Lady Grace offensichtlich gehrte, wechselten pltzlich ihre Seele aus. Diese Menschen, die damals nicht zahlreich waren, scheinen unter ihrer Seele eine andere zu besitzen, die pltzlich die erste vllig verdrngt. Diese Annahme ist aber ohne Zweifel ein Irrtum, denn eine Seele kann nur durch den Tod den Menschen verlassen. Wenn ein erhabener Mensch sich pltzlich in furchtbarer Weise verndert, so beweist das nur, da er den Weg, welchen das Schicksal ihm vorgeschlagen hat, vllig verlt, und da die Keime des Bsen, die in ihm lagen, tief in ihn eingedrungen sind. Es bedarf nur der Rckkehr mit glubigem Herzen, um eine solche Figur wieder zum schnsten Licht zu entfachen. Die Entschlsse, die einen Menschen von groer Leidenschaft wie dieses khle Mdchen, von ihrer klaren Bahn und aus der Familie wegtreiben, liegen oft mit der Kraft eines Abgrundes da in Momenten, wo sie am wenigsten erwartet werden. Der bergang kann sich mit einer Pltzlichkeit vollziehen, der alle ratlos macht, welche die Zusammenhnge nicht erkennen, welche die Gesetze der Natur selbst mitten durch die Seele eines reinen Mdchens gelegt haben. Sie passieren zehnmal am Tage jene Stelle, wo ihr Leben furchtbar bedroht ist, ohne es zu wissen, und gehen in jenem Augenblick mit nachtwandlerischer Kraft in das Bse hinein, wo ihre Leidenschaft eine Laune gebiert, die jenseits ihres Gemtes liegt. Diese bergnge sind nicht weiter mit der Vernunft erklrbar, sie mssen nur bestimmt und von denen, die sie vornehmen, ausgetragen und erduldet werden. Das Schicksal ist gewaltig genug in jener gewitterhaften Gte, die es selbst ber die Schuldigsten verteilt, auch an das Ende dieses Frevels ein Licht zu stellen. Man kann nach Belieben bei Lady Grace alle jene Vorzge voraussetzen, die eine Schilderung abkrzen werden, ihren Geist, ihre Erziehung, die Stellung ihres Vaters, ihre Lieblichkeit in gewissen Augenblicken, ihre krperlichen Fhigkeiten. Ihr Alter betrgt sechsundzwanzig Jahre, was erstaunlich ist, da ihr Vermgen auch das Leben ihres bevorzugten Bewerbers htte ndern knnen. Ihre Nase, ber jener schon sprichwrtlichen Verlngerung der Oberlippe hatte von der Seite einen leicht geschwungenen Bogen, sah von vorn aber fast etwas gestrubt und trotzig aus. Das gab ihr zwei Gesichter, ein durchgngig khnes und ein romantisches, was sich sehr apart mischte. Ihre Figur, mehr gro als mittel, ward von jenem Dunkel der Augenfarben beherrscht, von denen man in gewissen Momenten erschrocken feststellt, da sie hell wie das Meer und fast blau wie Perlmutt sind. Sie gehrte zu jenen Mdchen, die in den Mondnchten die Nachtigallen um ihren Gesang beneiden, in ihre Kissen weinen und selbst erstaunt sind, am Tag diese rtselhaften Spannungen aus sich gewichen zu sehen. Sie sind dabei von einer Verstandesschrfe, die nur jene Unerwecktheit ist, mit welcher die Mdchen in unbegreiflichem Instinkt unter den Erfahrungen her die Welt durchschauen und wohin sie erst durch die Weisheit der Leidenszeit wieder gelangen werden, ein Zustand, vor dem junge Mnner zurckweichen, weil sie berlegenheit und Stolz dahinter frchten. Sie besa dabei neben dem Weltblick, den ihre Erziehung ihr mitgegeben, eine Kameradschaftlichkeit, die jene Distanz der Mnner zu ihr noch vergrerte, weil sie so traumhaft sicher hingegeben ward. Diese Sicherheit war es, die sie wie einen Diamant aufleuchten lie, wenn sie im Abendkleid und phantastischem Schmuck in der Halle erschien. Es war ein unbeschreiblich siegreicher Schmelz in dem mit der Pltzlichkeit eines Schusses aufglhenden Lcheln, da man, obwohl man sie hate, ihr eine unvergleichliche Karriere voraussagte. Den Zorn der Frauen, die sich die Mnner neideten, erregte sie erst durch ihre vllige Teilnahmlosigkeit fr Bewerber. Man hielt sie fr whlerisch und berechnend und nahm an, da sie sich fr den Besten aufhebe und vor Hochmut bis zum sechsundzwanzigsten Jahre noch keinen so Vortrefflichen gefunden habe, der ihren Trumen entsprach, whrend sie in Wahrheit ihre Seele noch nicht gefunden hatte und eigentlich eine Romantische war. Diese Mdchen scheinen kalt, weil ihre Herzen glhender als die Mglichkeiten sind, die ihnen zu Gebot stehen, diese Herzen daran zu erproben. Man mu bedenken, da das Fest, welches auf der Terrasse des Landhauses stattgefunden hatte, eigentlich eines der romaneskesten war, das die damalige englische Gesellschaft kannte, und da Lady Grace bis zum Tod bleich und gelangweilt davon schien. Es war in den zarten und traumhaften Kostmen Gainsbroughs getanzt worden, dann hatte es geregnet, und nun gingen in der roten Dmmerung die Fenster alle auf und es roch nach dem Boden des Parks. In diesem Augenblick erregte es das Erstaunen eines jungen Mannes, da ihr Auge sich auf ihn richtete. Der junge Mann, der den Vorzug hatte, in Indien gekmpft zu haben, was seine Blsse und Melancholie mit einem dicken Kontrast unterstrich, war vor Schreck darber fast erstarrt, in welcher Weise sich ihr Blick, whrend er auf ihm ruhte, vernderte. Ihm schwindelte ein wenig und er fhlte sich halb umstrickt, halb durchbohrt. Er folgte ihr, als sie das Auge zur Tr gleiten lie: Kann ich auf Sie vertrauen? frug sie mit grauenhafter Klte. Vergessen Sie nicht, da ich das Leben von fnfhundert Menschen, die mir dienten, monatelang in Hnden hatte, rief er. Wollen Sie mir dienen, Charley? sagte sie mit einer Stimme, die ihn erzittern machte. Diese Frage, sagte er ergriffen, beleidigt das Herz, das nie etwas anderes tat. Sie werden mich verlassen, wenn ich es wnsche? sagte sie ruhig. Er nickte betroffen. Sorgen Sie fr zwei Wagen. Vergessen Sie Ritch nicht abzuholen. Sie wohnt im Gartenhaus. Ich brauche einen lteren Begleiter. Nehmen Sie Davis und geben Sie ihm Geld, da er einen Kammerdiener mitnimmt. Zweihundert Meter von der Parktr warten Sie auf mich in einer Stunde. Sie nickte und zog sich zurck. Zwei Stunden spter fuhr das Mdchen nach Dover, ohne sich die Mhe zu nehmen, ihr Kleid zu wechseln, das sie unter einem Staubmantel verbarg. Ritch war ein schwarzes Faktotum, das ihren Vater aus den Kolonien begleitet hatte und auf das sie sich blindlings verlie. Diese Negerin war eigentlich javanischen Blutes, fast schn, nur zu dunkel, stark wie ein Tier und von der Wachsamkeit eines Hundes. Was im zweiten Auto folgte, war ein Greis mit Kammerdiener und einer alten Gouvernante. Sir Davis war von der senilen Schwche eines Lebemanns, der nicht gengend Mittel hatte, seine Leidenschaften in der Jugend zu befriedigen, in diese Hrigkeit zu jungen Damen angekommen, die nichts begehrt, als ihnen zu Diensten zu sein. Sie opfern sich auf fr den Beruf einer Attrappe und wrden ihr Leben hingeben dafr, da sie in der Nhe dieser Wesen trotz des Zustandes ihrer Zhne noch bleiben drfen. Sie werden nicht beachtet, auch nicht bedankt und erfllen die Dienste des Hofmarschalls mit grerer Leidenschaft, als diejenigen des Liebhabers, als sie noch Wnsche hatten. In der Nacht fuhren sie noch ber und setzen die Autos auf die Strecke Paris, Dijon, Valence, Montlimar, Avignon. Ehe sie Calais verlieen, frug Lady Grace, als sie den Fu auf die Dampfbarkasse setzte: Ist das Telegramm abgegangen? Es ist durch meinen Bruder vom Foreign Office aufgeliefert worden, antwortete Charley mit dem Ton eines Menschen, der etwas unerhrt Schweres erledigt hat. Dann kehren Sie zu Gaby zurck, rief sie mit jener Hrte, die nur unverbrauchte Herzen ber sich gewinnen, weil sie nicht wissen, wie unendlich sie damit schmerzen. Man mu wissen, da sich bei ihrer Abreise eine Szene abspielte, deren Helden ihre Windspiele waren. Diese Tiere, die sie auf allen Einladungen, so auch nach York begleiteten, von denen einige noch von ihrem Vater kurz vor seinem Tod eingestellt waren, wollten sie nicht verlassen, holten die Autos ein und rannten eine Weile neben ihnen her. Sie hrten die Locktne ihrer Herrin und wuten nicht, da diese sie zum erstenmal zurcktrieb. Pltzlich begann ihr Lieblingstier Gaby etwas Unerwartetes, Ungeheures, es sprang ber das hinrasende Auto. Diese Sprnge wiederholten sich, bis Lady Grace halten lie. Man mute die Tiere anbinden. Nun kommandierte sie den jungen Mann zum Schutz ihrer Tiere, ohne zu bedenken, ob er gemerkt habe, da sie innerlich weinte, als Gaby ihre unglaublichen Stze begann. Er konnte denken, da sie ihn zu ihren Liebsten sandte, aber er vermochte sich dabei nicht voll Bitterkeit zu verschweigen, da sie die Hunde mehr liebte als ihn. Ein englischer Junge dieser Kreise hat zum Glck genug Einfltigkeit, die Launen einer Frau zu prfen. Er war tdlich gekrnkt, aber, da er liebte, machte er sich ohne Umstnde an den Anfang. Das zweite Ereignis, das in jenem seltsamen Zusammenhang mit dieser Abreise stand, war der General-Appell des Mgroz-Clubs in New York, von dessen Bestand Lady Grace ebensowenig ahnte wie dieser Club von der Tatsache, da eine glnzend schne Frau sich anschickt, ein tdliches Wettrennen mit seinen besten Mitgliedern zu beginnen. Dieser Club, der sich nach einem der berhmtesten Eisknstler nannte, vereinigte seine Mitglieder zum Curling. Das ist ein Spiel, welches, dem italienischen Bocca hnlich, auf der Eisflche geschossen wird und Kraft mit Gewandtheit verbindet. Man hielt sich jahrber eine eigene geschlossene Eisbahn, was gewisses Aufsehen erregte, da dieser Sport in Amerika fast unbekannt war. Der Club hatte sehr strenge sportliche Satzungen, spielte Inter-League-Games und unterstand dem Olympischen Komitee. Man wird nicht vermuten, da diese ernste Angelegenheit, die jeder Prfung standhielt (denn keine menschliche Fhigkeit wird so genau kontrolliert wie das grausamste Spiel der modernen Zeit, der Sport) eine Lcherlichkeit sei. Diese Sportleute fanden das Curling erbrmlich langweilig, es war ein Gesicht, das sie sich vorhielten, um ein anderes zu verstecken. Diese Zeit vor den Erfindungen der Tanks und der Vernichtungslust mute Gefhle verstecken und mit den Krften, die keine Auswirkung fanden, auf einer so gefhrlichen Ebene zu spielen beginnen, da sie ihr Leben und ihren Geist riskierten. Es gab so wenig Widerstnde, da man welche erfinden mute wie jene Dchse tun, die sich Bauten so kompliziert anlegen, da sie sie teilweise wieder zerstren mssen, um in ihren Hauptkessel zu gelangen. Htte jemand vermutet, da dieser Sport den Bedrfnissen seiner Mitglieder gengte, htten sie ihn im Inneren fr einen Verrckten gehalten. In der Tat hatten diese Leute eine ingenise Erfindung gemacht, sich das Geheimnis zu beschwren, nach dem sie lechzten. Das war eine Tambola der Gefahr, eine Machinerie der Leidenschaften, ein wahrhaftiger Apparat, dessen Einrichtung von genialem Irrsein war. In dieser Einrichtung war ihr Schicksal mit einem Raffinement verbunden, das jeden von ihnen tglich mit aller Furchtbarkeit wahllos erfassen konnte, kurz, diese Leute waren begabte Spieler, die statt um Geld, das sie besaen, um Erlebnisse spielten, bei denen mehr zu verlieren war als Vermgen. Vor allem verband sie, der Zuchtlosigkeit entgegen, die jedem erlaubte, nach Gutdnken zu leben, eine eiserne Disziplin, gegen welche der Gehorsam der Armeen ein Kinderspiel war. Was sie beherrschte und im Notfall bestrafte, war ihnen nmlich unbekannt. Sie hatten sich eine geheimnisvolle Macht erfunden, die sie mit aller Tyrannei beherrschte, womit sie glcklich waren. Die Zucht, die diesen Haufen von Spielern, Abenteurern, Soldaten der Kolonialarmeen, Kenner oder Adepten des Wunderbaren, Blasierte und vom Leben Gezchtigte zusammenhielt, verwickelte sie in fast jede scheinbar unmgliche Angelegenheit. Es wird nicht erstaunen, da Curling nur ein liebenswrdiges Lcheln gegen die Welt darstellte, hinter dem sie zwischen halsbrecherischen Gefahren ja Verbrechen, sich jene Genugtuung ihrer Nerven verschafften, die verrckt, aber bewundernswert war. Der eigentliche Vorgang war folgendermaen: Das Haus war derart gebaut, da es allen Entdeckungen auch durch Mitglieder gewachsen war und jede Manipulation erlaubte, die ntig schien. Jhrlich wurden fnfzig Metallkapseln im Dunkeln gezogen, in einer befand sich der Schlssel zu einem Verschlag, dessen Vorderseite eine viereckige Uhr war. Keiner, selbst der Besitzer des vorigen Jahres, wute, in wessen Hand der Schlssel kam. In dem Haus waren sechzig Kabinen aus Stahl, in denen die Mitglieder sich zu maskieren hatten, wenn sie aufgerufen wurden, einem Appell Folge zu leisten. Auch die Einrichtung der Kabinen, ihre Numerierung und die jedesmalige Verteilung der Nummern schlo jedes gegenseitige Erkennen aus. Ihre Vermummungen und die Art ihres Eintritts in den Hauptraum sowie die Abdmpfung der Lichter gengte ebenfalls, da man nicht wute, in wessen Nhe man sich befand. Vor allem darf nicht vergessen werden, da diese Leute das Geheimnis liebten, das sie eingesetzt hatten und toll gewesen wren, wenn sie es gelftet htten. Diese Leute flchteten aus ihrer ungeheuren Macht in die Unsicherheit und waren damit beschftigt, das Gift eines Frevels zu genieen und nicht, es zu enthllen. Diese geheime Legion der Mnnlichkeit, die ihr Jahrhundert verachtete und seine Garantien wie seine Einrichtungen verlachte, besa nur eine Abhngigkeit, das war jener Wille, der von dem Trger des Schlssels ausging, welcher ihr Leben und Tod nach vlligem Belieben in der Hand hielt. Wenn eine Sache dieser Welt gro oder verrckt genug schien, sich daran zu bewhren, berief er den Appell. Zu diesem Zweck erschien irgendein Mann im Club und frug nach einem Glas Whisky. Dieser Mann mute einen Satz sagen, der lautete: Die Uhr ist aufgestellt, meine Herrn. Diese Uhr war die Seele des Clubs. Da sie Schicksale bestimmte, war das Grausen auf sie bergegangen, das man der Vorsehung schuldet. Durch eine Vorrichtung war es mglich, da am Tag nach der Ankndigung jeder der Vermummten, wenn er den Schlssel besa, sich, ohne aufzufallen, in den Raum hinter der Uhr begeben konnte. Dies geschah durch eine liftartige Versenkung, die lautlos alle Etagen durchglitt. Man konnte von fnf Etagen ber zwei Dutzend Gnge in den Saal kommen, es war unmglich festzustellen, wer in die Uhr eintrat. Diese Uhr ruhte auf drei Sulen und hatte einige ovale ffnungen. Die Mitglieder muten in den dmmerigen Raum vor die Uhr, einer nach dem anderen, treten, in dem Verschlag zur Seite die Maske lften und weitergehen. Jeder tat dies mit dem furchtbaren Gefhl, da hinter der Milchglasscheibe einer in sein Gesicht sah und ber sein Leben bestimmte. Dies geschah so, da der Mann, der nach Whisky fragte, einen Brief abgab, der in der Regel nur einen aus einer Zeitung gerissenen Wisch enthielt. In den kurzen Nachrichten der Journale sind in trockener Form die ungeheuerlichsten Dramen enthalten. Der Fall, der diese Geschichte mit England und einem ereignisvollen Teile der Geschichte Asiens verknpft, hatte ein schauderhaftes Aufsehen unter den Mitgliedern gemacht. Ihr unverbrchliches Schweigen bewies, da sie zitterten vor Erregung. Die ersten Dreiig waren ergebnislos passiert. Da blitzte ein weies Licht und rollte in einen Ausschnitt der Uhr, daneben glomm in dem Schalter auf der Platte der Name George Good auf. Bei dem zweiundvierzigsten wiederholte sich eine Linie tiefer dasselbe. Der Name hie nur: Capt. Pound. Diese Uhr trug brigens an der Seite ein Verzeichnis aller Namen des Clubs, hinter denen in einem breiten Feld ebenfalls kleine Glasgitter von verschiedenen Farben glhten. Dieses Verzeichnis konnte mit Auszeichnungen im Team gedeutet werden, es betraf aber die Frage, ob diese Leute sich im Spiel mit den Gesetzen berhmt gemacht hatten, ob sie unterlegen waren oder ob sie wegen Verrterei aus der Welt geschafft werden muten. Das gelbe Licht war Verrat, das rote Verdacht, das weie bezeichnete besonderen Ruhm, das grne war der Durchschnitt, das schwarze das Todeszeichen. Dieses Register war fr den, der es studierte, von den Schauern des Furchtbaren umweht, ein erschreckendes Thermometer jener Leidenschaften, die sich unterwarfen, um sich auszutoben. Bei besonderen Anlssen war dieses Register verhllt. Hinter den Namen Good und Capt. Pound glnzten die Scheiben grn, das Signal, da, nachdem die Auszeichnung auf sie gefallen war, ihre Ttigkeit begann, die nunmehr neutral beurteilt ward. Jede Leistung begann auf diese Weise, aber keiner vermochte zu sagen, mit welcher dieser erschreckenden Farben sie aufhrte, weil noch verfehmter als das Milingen jene Untreue gercht ward, die das Ziel aufgab oder dem Sinn des Auftrags sich entgegenstellte. Diese letzte Frage war diejenige, welche den Bann tdlich machte, der die Mnner vereinte, weil sie mit letzter Raffiniertheit das Schicksal herausforderte, jenes Schicksal, das mit Vorliebe in menschliche Handlungen eingreift und sowohl ihre Kurve als auch ihren Sinn ins Gegenteil verkehrt. Man mu gestehen, da diese Vorkehrungen mit hllischer Genauigkeit getroffen waren. Nachdem die beiden Namen bekannt waren, gingen die Mnner auf verschiedenen Ausgngen auseinander. Beim Curling htte jeder sich eher die Zunge abgebissen, als da er ein Wort ber diese Dinge von sich gegeben htte. Es versteht sich, da das Geheimnisvolle halb gewesen wre, wenn man es mit einer Silbe erwhnt htte. Die Sitte des Verschweigens gestattet, das Ungeheuerlichste zu erleben. Es gibt keine Verschwrung, wenn man ihr die grauenhafte Gre nimmt, indem man davon spricht. Am folgenden und den drei nchsten Tagen wurden an allen Brsen eine Masse Aktien der Nord W. L. Schiffahrtsgesellschaft gekauft. Der Agent, der das Paket erworben hatte, gab den telephonischen Auftrag zum Kauf von zwei Fabriken, in der einen wurden gewisse Sorten Edelstahl gewalzt, in der anderen wurden die Platten zu verschiedenen Zwecken zusammengesetzt. Am folgenden Tage erhielten die beiden Unterleiter des Direktoriums der Schiffahrtsgesellschaft einen seltsamen Besuch. Besuche verrckter Art sind in Amerika hufig, man schtzt sich davor, indem man Leute in die Besuchszimmer der Direktoren setzt, die nicht die Direktoren sind, sie aber scheinen und in Haltung und berlegenheit nachahmen, um die Besucher auszuforschen. Diese Tuschung ist eine der geringsten, welche die Handelswelt seit der Erfindung der alles zertrmmernden Trusts gegen die Menschheit vornimmt. Sie hat den Vorteil, da von den groen Betrgern die kleinen entlarvt und die Narren beseitigt werden. Halloooo meine Herren, sagte Capt. Pound, der ein Stelzbein hatte, ich besitze dieses Paket Aktien. Die Nummern finden Sie hier eingetragen. Hier ist die Bescheinigung des Notars. Die Mntel liegen bei Hallgarten. Telephonieren Sie. Die Klerks blieben rhrungslos, sie schienen aus Wachs, wie man es in Lden fr Konfektion sieht. Und was, sagte einer, aber es war nicht zu erkennen, welcher, hat dieses Ihr Eigentum mit Ihren Wnschen zu tun? Sie sahen gar nicht auf die Papiere, die Pound auf den Tisch geworfen hatte. Dies, sagte Capt. Pound, ohne im geringsten auf die beiden zu achten, sind Beurkundungen, da ich Besitzer der Rollway-Fabriken bin. Hier ist der Kaufvertrag. Hier die beeidigte Beglaubigung. Hier die letzte Bilanzabschrift des Unternehmens. Und er warf sie auf den Tisch. Und, sagte einer der beiden Wachsmnner, die vermuteten, er wolle seinem Geschrei nach das Personal aus dem Hause treiben, welchen Zusammenhang sehen Sie zwischen den beiden abgegebenen Erklrungen? Darber, sagte Capt. Pound, werde ich mit dem sprechen, der am Ende dieses Gegenstandes sitzt, und er schlug mit dem Stock auf einen groen Kautschukbecher, der die Gesprche aufnahm, und wandte sich einer dichtwattierten Tr zu, die sich von selbst vor diesem unerschrockenen Besucher ffnete. Den Tag darauf begannen Arbeiter der Rollway-Fabriken den Einbau einer unerhrt gesicherten Stahlkabine in den Dampfer Leviathan. Ein Mann mit Stelzbein kontrollierte. Die Arbeit mute in fnf Tagen beendet sein, sie war es nach viereinhalb, weil Pounds Anwesenheit zauberhaft wirkte, er verstand mehr von dem Geschft als seine Ingenieure. Auerdem lie er nachts arbeiten. Der geheimnisvolle Mann lie die Arbeiter dauernd wechseln und bertrug jedem nur einen geringen Teil der Beschftigung, auf diese Weise bersahen sie in der Tat in keiner Weise, was sie arbeiteten. Dieser Mann, der sie beaufsichtigte, machte auf alle den frchterlichsten Eindruck. Dieser Capt. hatte in einem Krieg, den einige Jahre vorher seine Nation mit Spanien gefhrt hatte, sein Bein verloren. Obwohl niemand heute die Tatsache fr mglich halten wird, da eine edelmtige Nation wie die amerikanische mit dem friedlichsten Volk der Welt in kriegerische Verwicklungen kommen konnte, da man vergit, da die kubanischen Erze die Wirtschaftskapitne beider Lnder wie die Irrsinnigen lockte, trotzdem scho eine der damals noch kindlich primitiven Kugeln eines kleinkalibrigen Geschtzes ihm in das Knie, fetzte den unteren Teil ab und Capt. Pound sah sein Bein ins Wasser fallen. Einer seiner Leute holte es wieder heraus. Er lie es prparieren und fhrte es zu jeder Zeit mit sich. Man htte diesen eleganten Mann fr einen Professionel im Boxen gehalten, er war Ende der Dreiig, hatte das Gesicht eines quadratischen Orang und eine furchtbare Stimme. Was jetzt geschah, ist aufs uerste geheimnisvoll. Das Schiff fuhr nach Beendigung der Arbeiten ab, durchfuhr eine Reihe von Tagen das Meer und kreuzte einen Tag an einem Teil der chinesischen Kste. Die Nacht erhielt es Signale und einen Lotsen und botete die meisten Leute aus. Die Europer und Amerikaner standen neugierig auf dem Verdeck und betrachteten in der Morgendmmerung eine grauenhafte Szene. Sie sahen einen Kilometer lang eine Treppe gegen das Meer herunterkommen, die sich oben in einer Wolke verlor. Sie schien aus dem Himmel frmlich herabzufallen, was noch geheimnisvoller dadurch war, da die Sonne vom Meer her das ganze Bild grell beleuchtete. Zuerst rannten einige Tiere, die man als Kamele erkannte, auf den Stufen herunter. Es waren vier Tiere, von denen zwei strzten und mit zertrmmerten Knochen von Stufe zu Stufe herabglitten. Dann kamen Stelzenlufer. Die paar Mann an Bord rissen die Augen auf und lachten ber die possierlichen Sprnge. Hinter ihnen her kam ein Trupp, der die Treppenknufe besetzte. Ihnen auf dem Fu folgte eine Kompagnie mit Fahnen an sehr hohen Stangen. Hinter diesem Trupp, der brigens von einer herabrennenden Schar Musikleute begleitet war, kam ein Kamel, das sehr langsam gefhrt wurde und ein Zelt auf dem Rcken trug. Die Leute, welche Fernglser besaen, konnten dann Falkentrger mit ihren Tieren erkennen, zwei bronzene Lwen, die getragen wurden, Fchertrger und einige Leute, die sehr breite, kurze Banner hielten. Es schien sich eine groe Zeremonie zu entfalten, aber man vermochte nicht zu erkennen, wozu. Es folgte offenbar in einem Wall von Speertrgern ein rotausgeschlagener kleiner, fast ovaler Sarg, dahinter ein Heer von Papageien und Reihern, die frchterlich schrien. Dahinter liefen Leute die Treppe herunter, die mit Bllen jonglierten, unter ihnen bewegten sich andere, die Goldfischglser mit eiserner Ruhe trugen, davor ein majesttischer gelber Sonnenschirm, unter dem sich niemand befand, zuletzt eine ebenfalls leere Snfte. Die Treppe fhrte direkt ins Meer, verbreiterte sich aber bei der Mndung in eine riesenhaft mit breiten Stufen herabkommende Terrasse. An diesem untersten Teil der Stufe hielt eine Motorbarkasse des Leviathan. Nun traten, whrend sichtlich verhandelt wurde, ein Teil der angeschwollenen Menge, die sich vermischt hatte, zurck, und endlich wurde der kleine Sarg mit einem Dutzend Begleiter in die Barkasse bernommen, die sofort abfuhr. In diesem Augenblick fingen smtliche Menschen, die die Treppe hinuntergezogen waren, an sie in einer entsetzlichen Flucht hinaufzurennen und man hrte in der Ferne ein Signal von Hrnern, die abwechselnd weich und lang und dazwischen scharf geblasen wurden. Dieser Vorgang war ungewhnlich, in seiner Eile verwirrend, das Schreckliche daran bestand in der Atmosphre der Unheimlichkeit, die er ohne Grund hinterlie. Diese wurde aufs Furchtbarste erhht. Es waren drei Personen brig geblieben, die nun etwa zwanzig Stufen herabstiegen, bis sie links und rechts auf die Brstung kamen, die schon ber dem Wasser hing. An dieser Stelle erschossen sie sich und strzten in das Meer. Der letzte trat bis an die unterste Stufe, setzte sich und schnitt sich den Leib auf. Er schnitt, nachdem er die Kleider bei Seite geschoben hatte, eine lange langsame Linie, die Eingeweide fielen ins Meer, er strzte zurck und blieb liegen. By Jove, sagte ein Mann am Reeling er hat keinen Jonny Rumford, der sie ihm herausholt wie das Bein von Capt. Pound. Der Matrose drehte sich um und bemerkte, da Capt. Pound nicht anwesend war. Auf diesen Mann konnte sich Capt. Pound wie auf das Sakrament verlassen, er hatte jedoch, obwohl er in Kuba neben ihm gefochten hatte, vermieden, ihn von seiner Abwesenheit zu benachrichtigen. In diesen Augenblicken, die zwischen Grauen und Verstndnislosigkeit schwanken, ist der Anblick eines verdutzten Gesichts eine wundervolle Rettung fr den Verstand. Die Matrosen lachten, sie wieherten vor Vergngen. Im selben Augenblick legte die Barkasse an. Durch ein Signal wurde das Deck geleert. Die Leute, die heraufgestiegen, erblickte kein Auge. Sie nahmen Besitz von einem Teil des Schiffs, der nicht zugnglich war. Das Geheimnis dieser Vorgnge ist vllig banal. Man wird es heute weniger verstehen, da es Aufsehen machte als morgen und die Bedeutung, die man ihm beilegte, damit verstehen, da in diesen Jahren der Untergang eines Eisbergs durch ein Schiff, das mit ihm zusammenstie, die wahrscheinliche Ermordung einer Mutter durch die rothaarige Frau Steinheil in Paris oder die Flucht einer schsischen Prinzessin mit einem italienischen Walzerkomponisten sensationelle Geschehnisse waren, die den Atem der Gesellschaft fr Monate gepret hielten. Das Geheimnis, das nach Jahren noch nicht gelst ward, htten zwei Menschen leicht entschleiern knnen. Der erste war natrlich Capt. Pound, der am Abend an Land gegangen, die Verhandlungen mit den Leuten ber jener Treppe gefhrt hatte und sich daraufhin verabschiedet und mit einem Auto nach der nchsten Station hatte bringen lassen. Man war der Ansicht, da er nach Peking fahren wolle. Der hhnenhafte Stelzfu war drei Stunden am Strand zurckgelaufen und in der Nhe der Treppe trotz seinem Holzzusatz am rechten Bein nach dem Schiff zurckgeschwommen. Er hatte ungesehen seine Kajte erreicht. Hier nahm er ein Musterwerk der Mechanik vor, indem er eine Wand ber seinem Bett ffnete, in einen Korridor geriet, von diesem in eine Stahlkabine, die allerdings nicht hoch genug war, um darin stehen zu knnen, dafr ein Ruhebett besa, das sie in fnfundvierzig Grad diagonal durchschnitt. Der brige Raum dieser Kabine war aufs verstndigste ausgenutzt, um Lebensmittel, Wasser und Zigaretten unterzubringen. Der Mann hatte die Klappen hinter sich geschlossen, untersuchte die Nietungen, brummte, untersuchte die Nietungen an der anderen Seite der Kabine und nahm befriedigt Platz: Diese Fabrik, sagte er, fertigt die anstndigste Przisionsarbeit der Welt. Es lohnt sich, eine Zeitlang schrg zur Erde sich aufzuhalten. Im brigen werde ich sie behalten, denn sie scheint ausbaubar zu sein. Dann erst sah er in einen Apparat, der einem Stereoskop glich. Es war der Beginn eines Scherenfernrohrs. Er vermochte durch zwei winzige Lcher, die der Ventilation dienten, von der Decke der Kabine, die er hatte einbauen lassen, diesen ganzen Raum zu bersehen. Er befand sich durch fnfzig Zentimeter besten Stahl getrennt neben dieser Kabine. Diese wurde am Morgen geffnet, einige Leute betraten sie und untersuchten zwei Stunden lang. Sie benutzten dazu nicht nur Instrumente, sondern auch die Zunge, um geheime Ritzen zu erkennen. Capt. Pound, der offenbar wie auf die Auferstehung auf die Zuverlssigkeit der Mechanik vertraute, konnte es nicht unterlassen, whrend dieser Zeit Zigaretten zu rauchen. Der tollkhne Bursche hatte die Frechheit der Abenteurer, die jeden Einsatz auf der hchsten Quote spielen, hnlich den Seiltnzern eines verschwundenen Jahrhunderts, die lieber zwischen Kirchtrmen, als in mittlerer Hhe und mit einem Netz geschtzt laufen. Es gibt eine Berufsehre, die den Militrs mit den Verbrechern gemeinsam ist und die beide veranlat, mit der mglichsten Khnheit zu leben. Als die Untersuchungen abgeschlossen waren, wurde mitten in dem Raum, der vorher mit Blendlaternen bertaghell erleuchtet war, der Sarg, offen, aufgestellt, worauf der Raum in einem leichten grnen Licht schwamm. Daraufhin wurde die groe Stahltr geschlossen und man konnte eine Scheibe aus meterdickem Glas darin beobachten, die trotzdem durchsichtig genug war, den Raum zu kontrollieren. Die Leute, die diesen Transport zu erledigen hatten, hatten scheinbar die Tr plombiert und mit Wachen umzingelt, denn das Schiff begann sich zu bewegen. Capt. Pound, sagte der Matrose Jonny Rumford, ist nicht zurckgekehrt. Er wird seine Grnde haben. Wir sind nicht allein. Sein Bein ist da. Er ahnte nicht, da Pound seine Ruhe, die er vor Kuba behalten hatte, als er ihm sein Bein berreichte, verloren hatte. Capt. Pound hatte damals, obwohl er vor Schmerz wei geworden war, gesagt: Das nchstemal deines, Junge, ich werde es dir bringen. Capt. Pound starrte wie ein aufgeregter Verrckter in das Fernrohr. In dem offenen kleinen Sarg lag jene schauerliche Sache, die diesen Mann in seinem kleinen Kfig fast ersticken lie, und deren Anziehungskraft stark genug war, ein junges Mdchen aus einem vllig vortrefflichen Dasein in das Verbrechen hineinzujagen, dem sie ebenso berlegen war wie den Tugenden. Der zweite Mann, der das Geheimnis kannte, aber gelchelt htte, wenn dieses Wort an sein Ohr gedrungen wre, bedarf einer Minute Pause, um ihn einzufhren, weil die Literatur seinen Namen mit jenem Pomp behngt hat, den armselige Skribenten anwenden, wenn ihnen ein Begriff die Mhe ersetzen soll, einen Menschen darzustellen, dessen Schilderung sie nicht gewachsen sind. Eine gute Literatur tut gut daran, einen Menschen so zu bringen, da man seine Stellung nicht kennt, denn die unbegabten Schriftsteller haben um gewisse Sachen einen Lrm gemacht, da die Leser unter dem Namen schon Vorstellungen empfangen, die die erlesenste Schilderung nicht mehr beseitigen kann. Diese schlechten Zauberknstler haben es fertig gebracht, da ein Feldherr etwas Vollendetes erscheint und unmglich pucklig und feig geglaubt wird, da ein Flieger schlank und khl sich vorgestellt wird, whrend das in der Regel neurasthenische Affen sind, da man eine franzsische Frau kokett und eine englische langweilig findet, whrend die einen nur natrlich, die anderen hchst amsant sind. Diese Schriftsteller haben es in hunderten von Fllen fertig gebracht, da man sich entschuldigen mu, eine Illusion zu zerstren, die im Grunde nichts wie eine Bequemlichkeit unfhiger Leute war. Die Kunst des Schreibens besteht in vielem darin, da, wenn etwa von einer Wendeltreppe die Rede ist, der Leser nicht begeistert mit dem Zeigefinger eine Spirale in die Luft haut, sondern sprachlos vernimmt und glaubt, da sie viereckig ist. In der Tat ist schon bei den gyptern eine Wendeltreppe stets ein im Grunde quadratischer Aufbau gewesen, und die Rmer sind ihnen darin ebenso gefolgt wie die Frh-Germanen und Juden. Diese Person ohne Zweifel, die der Anla einer immer schneller dem Ende sich nhernden Geschichte ist, ist von berckender Schlichtheit. Sie hatte das Unglck, eine Kette, die nicht den geringsten Wert besitzt, da sie keiner der bekannten Edel- oder Halbedelstein-Arten zugehrt, zu zerreien. Diese Person hatte Grnde, die nicht verheimlicht werden sollten, diese Kette in Europa reparieren zu lassen. Diese Zusammenhnge sind von klglicher Einfltigkeit. Wrde ich Sie fragen, wie Sie sich den chinesischen Kaiser vorstellten, wrden Sie ihn dick und wrdevoll, offenbar mit der Unbequemlichkeit einer Krone, eines Szepters und eines Baldachins vorstellen und damit eine beklagenswerte Dummheit der Zivilisation vollziehen. Das in der Tat Wunderbare ereignet sich allerdings sekndlich in aller ffentlichkeit dieses mechanisierten Zeitalters, ohne beachtet zu werden. Man hat sich jedoch, wahrscheinlich als Entschuldigung fr soviel Blindheit einige phantastische Vorstellungen aufgebahrt, an denen nicht gerttelt wird. Man begeht in frhlicher Laune die Vergewaltigung, Menschen und Vorgnge, die unter den wirtschaftlichen Gesetzen der modernen Zeit stehen wie wir auch, zu geheimnisvollen, fast gttlicher Einwirkung fhigen Sachen zurechtzudenken. Diese Kritik an der Zeit wre im Munde eines Rsoneurs in der Tat voll groer Mglichkeiten. Diese Geschichte ist nicht im Stile Diderots geschrieben, sondern in einem verbrecherisch stoenden Wagen erzhlt und handelt von Halunken, deren Tempo und Technik auch die Erzhlung anzunehmen hat. Dieser junge, elegante Mann also, dessen Stirn ein groes Nachdenken gefaltet, eine noch tiefere Weisheit aber wieder geglttet hat, der in dieser Nacht im Auto ankam und am Morgen auf dem Meer den Leviathan, auf der anderen Seite des Hgels einen Garten mit Springbrunnen, kleinen Kindern und Pelikanen beobachtete, wre ohne Zweifel zusammengestrzt unter der Welle von Reflexionen, zu denen selbst Schiller und Moliere ihren Teil gegeben haben, wenn er unter jenem Titel vorgefhrt worden wre, dessen Machtvorstellungen ihn einfach zertrmmert htten. Dieser junge Mann, den jene Wolke nebst seinem Haus den Blicken Jonny Rumfords und seiner Kameraden entzog, war in der peinlichen Lage, vor einer der Legenden zu fliehen, die die Sttze eines Staates und der Dynastie, aber den Beteiligten ein Stachelbett der Unbequemlichkeiten sind. Er versuchte sich eines Wunders zu entledigen, dessen Tatsache die Leute so verrckt zu machen schien, da sie es in der Tat erlebten. Jene zerrissene Kette, die unter Pounds Kontrolle auf dem Meer schwamm, sollte eine Kraft haben, die einer vertausendfachten Leidenschaft glich, das heit, wer sie sah, ward von der Begierde angefallen, sie zu besitzen. Diese Albernheit, die einer Anzahl Menschen, welche die Tradition lieben, zum Verhngnis und Tod gedieh, veranlate den klgeren Besitzer, sie aus dem Lande zu bringen, bis er den Gerchten der Masse das Gercht entgegensetzen konnte, sie sei in der Tat wieder vollendet zurckgekehrt. Man mute sich einer Legende bedienen um eine Legende zu parieren ebenso, wie Achilleus sich in ein Lwenfell wickeln lie, um einen Lwen zu erwrgen. Es ist bezeichnend fr die Dummheit der Menschen, da selbst Leute von der berlegenen Klugheit Europas, die dieses Metier der gutwilligen Flschung in Kriegen und Revolutionen brillant verstanden, auf den Leim eines Wunders gingen, von dem der Urheber sich halb rgerlich gerade befreit, der Urheber, den man als Kaiser vorzustellen freilich ohne diese Vorbereitung nicht den Mut besitzen konnte. In diesem Sinne waren selbst jene Menschen, die ihr Leben einsetzten um dieser banalen Sache willen, vollkommen Betrogene, aber es ist zu ihrer Erluterung zu sagen, da die Ziele eines Herzens in dieser Welt nicht wichtig sind, die Erlebnisse des Herzens aber ungeheuer gewogen werden. Bald darauf, vor Genua, kam Lady Grace an Bord. Das Telegramm des Foreign Office htte ihr die gepflegteste Aufmerksamkeit gesichert, wenn man sie ihr nicht von selbst gewidmet htte. Gehen Sie, sagte sie, als sie das Schiff betrat, zu Sir Davis, der ihren schwarzen Shawl auf dem Arm hatte und erzhlen Sie mir beim Lunch, was Sie mir bieten wollen auf diesem Flo, auf das Sie mich geschleppt haben. Sie ist sechsundzwanzig, sagte Sir Davis zu dem Kapitn, der von ihrem Lcheln nicht rasch genug entzckt war, aber sie besitzt die Linie von achtzehn und den Verstand von fnfunddreiig, wo er gerade gro genug ist, auch vom Genu noch ein paar Jahre etwas zu haben. Wir, sagte der Kapitn, der jenen amerikanischen Typ Mnnlichkeit verkrperte, der halb weibisch, halb mulattisch wirkt, und steckte die Hnde in die Manschetten, wir, die zehn Monate des Jahres unter Mnnern und auf dem Wasser sind, haben, wie mir scheint, die gleichen Ideen wie die Herren vom Land. Er salutierte und dachte dabei an Ritch. Er fand Grace zu mager. Mit der Geschicklichkeit der Leute, die das fr sie Unerreichbare aus ihrem Geschmack ausschalten, hatte er infolge ihrer runden Formen die Javanerin, die ein hbsches Tuch als Turban trug, bereits in sein Herz geschlossen. Sir Davis konnte Grace von dem Geheimnis erzhlen, ber welches das Schiff munkelte. Ritch erhielt gewisse Befehle. Der Kapitn widerstand der Neugier einer so hochstehenden Dame. Der chinesische Sekretr vermochte in der Angehrigen eines der hchsten englischen Beamten keine Feindin seiner Aufgabe zu sehen. Auf diese Weise erblickte Lady Grace die Kette durch das Glas. Capt. Pound kam in die Lage, durch sein Scherenfernrohr zum erstenmal eine beispiellos schne Frau zu sehen, die die Kette besichtigte. Er sah dieses Gesicht fters und es prgte sich ihm ein. Pound empfand einen Ha gegen dieses Gesicht, das sich mit seinen meerblauen Augen an die Kette festsaugte und von dem er bemerkte, da es zitterte. Es bebte nicht mit den Nerven oder mit den Augen, es zitterte mit der ganzen Gewalt einer Gefangenheit, die hinter einem khlen Gesicht sich bumt. Ich gehe meine Bren fttern, sagte sie im Scherz, wenn sie hinunterschlpfte. In der Tat, sie hatte etwas von der Leidenschaft der Dompteusen, die ihre Macht ber die Tiere genieen und dabei selbst etwas von der Grazie und der Gefhrlichkeit ihrer Tiere angenommen haben. Sie hatte die blitzhafte Kraft in der Wirkung ihrer Erscheinung beibehalten, aber es war ein wenig von der geheimnisvollen Gefahr der Steine auf ihr Gesicht getreten. Ihre Anmut schien voll tdlicher Schrecken, ihre Gefahr aber war ihre Anmut. Lachend verwhnte sie die Wrter mit Frchten und Zigaretten. Die kleinen Chinesen aen ihr aus der Hand wie einem Wrter die Katzen. Vor Marseille gab sie ihnen Opiumzigaretten, sie wirkten nicht und sie mute das Experiment vertagen. Inzwischen hatte Ritch eingesehen, da der Kapitn gewisse Eigenschaften, die ihn auszeichnen mten, ebensowenig besa als Schlssel. Dieses Glas, sagte Sir Davis eines Tages vor der Stahlkabine, mu eine luftleere Fllung besitzen, sonst wre das Gestein nicht zu sehen. Zehn Jahre auf dem Ozean, sagte der Kapitn, und es interessiert Sie nichts mehr als eine Frau. Aber, sagte Sir Davis, deshalb vermag doch ein gewisses Quantum Luftleere zwischen dem Glas sich zu befinden. Mglich, erwiderte der Kapitn und nahm eine Pfeife in den Mund und pfiff, ich kmmre mich nicht darum. Diese Hoffnung ging fr Grace verloren. Ritch verschaffte ihr aus dem Zimmer des Sekretrs den Schlssel, nachdem sie ihn narkotisiert hatte. Man war vor Lissabon, die Wrter hatten ein Mittel im Bauch, das sie wie Kltze liegen lie. Der Dampfer hatte schon angelegt und sollte am nchsten Tag nach Rotterdam fahren. Das Mdchen trug einen schwarzen Ledermantel mit einer hnlichen Mtze. Als sie den Schlssel umdrehte, der nach einer besonderen Weisung gedreht werden mute, brach er ab. In dem gleichen Augenblick sah sie einen furchtbar aussehenden Mann eine Tr aus der gegenberliegenden Wand herausdrcken und sich blitzschnell nach dem kleinen rot ausgeschlagenen Sarg hin bewegen. Ehe er zugriff, scho Lady Grace einmal in das Glas. Es war nicht luftleer gefllt und die Kugel prallte ab. Den zweiten Schu gab sie in das Schlo, die Kugel drang ein, blieb aber stecken. Zwischen den beiden Schssen sah sie pltzlich von der Decke einen Matrosen herabstrzen. Dieser Mann war ohne Zweifel schn und bei anderer Zeit htte man ihn bewundert. Er hatte eine klare weie, fast zu hohe Stirn, was seinem Kopf eine Bedeutung gab, die etwas zu stark war fr die banale Schnheit seiner Mund- und Augenpartien. Die Nase war nicht gerade edel, aber stolz genug, die brigen Gesichtsfehler zu beherrschen und einheitlich zu machen. Seine blauschwarzen Haare setzten mit einem Halbbogen wie bei Jdinnen an und waren tief und lang zurckgestrichen. Dieser Mann, der eine Spur zu gewandt war, um nicht weichlich zu wirken, griff nach der Kette. Es war zweifellos, da er kein Matrose war. Capt. Pound rollte die Augen, als ob er sterben wolle. Dieser Mann war George Good, sein Partner, der ihm die Beute abjagte und den er nicht berhren durfte, solange dieser nicht einen Verrat beging. In diesem Augenblick, den ihre Pupillen sich ineinanderbissen, griffen beide nach der Kette, es ward dunkel. Man strzte auf die Schsse herbei. Da man den Eingang durch die Kugel versperrt fand, mute die halb wahnsinnige Grace den Eingang von der anderen Seite erklren. Man fand, wie sie gesagt hatte, durch Capt. Pounds ehemalige Kabine keinen Eingang, kam jedoch durch ein Loch ber den Schornstein herein. Ein Mann, der tagelang mit einer Rauchmaske gearbeitet haben mute, hatte mit einer Unmenge Sure den Stahl zerstrt. Im Innern fand man die Mechanik der Klapptre, aber man kam nicht weiter, da die ffnung nach dem Korridor und Pounds Kabine nur durch ein seltsames System von Druck- und Klopfbewegungen herzustellen war. Die beiden Mnner muten durch den Schornstein geflohen sein. Mittlerweile hatte Lady Grace jene Klte angenommen, die unbegreiflich ist, wenn man sie vorher kannte. Laternen schrie sie sofort, whrend die anderen noch untersuchten, Davis ins Ohr. Sechsundzwanzig Jahre, flsterte der alte Seigneur, als er die Blendlaternen rollen lie, aber das Genie eines Feldherrn. Sie entdeckten zwei Boote und folgten mit einem der kleinen Motore, die heruntergelassen waren. An der im glatten Hafenwasser noch stehenden Furche sahen sie, da sie einen Motor vor sich hatten. Auf der Verfolgung hrten sie Ruderschlge. Sir Davis, der einen Scheinwerfer bediente, richtete ihn nach der Seite. Sie hatten zwei Matrosen bei sich und schossen durch ein Gewirr von Dampfern. Die Ruderschlge gingen nach der Seite und sie sahen einen Kahn, der, von einem Tollen gerudert, gerade an einem Segler anlegte. Sie schossen hinber. Bei ihrer Ankunft hatte der Mann sich an Bord begeben; indem er einen ganz unglaublichen Sprung, aufs Ruder gesttzt, gemacht und ein Tau erreicht hatte. In diesem Moment zog einer der Matrosen Lady Grace bei Seite, bekreuzigte sich und hob den Daumen in die Hhe. Sie erkannten am Wimpel, da das Schiff die Pest und das gelbe Fieber hatte. Sie hatten sich dem Quarantne-Schiff genhert. Grace war auer sich. Sie warfen den Motor herum, fanden die Spur des anderen und folgten, sie sahen das Motorboot lediglich an einer Mole treiben. Als der Matrose auf das Fieberschiff sich schwang, hatte Lady Grace ihn erkannt. Photographiere zischte sie und Ritch fate ihn mit einer wunderbaren Magnesiumflamme. Der eine Matrose hatte ihn ebenfalls erkannt. Capt. Pound, sagte er zu sich, war an Bord. Wir waren nicht allein. By Jove, er hat bestimmt, auch wenn es das erstemal ist seit Cuba, Grnde, sein Bein zurckzulassen. Er tuschte sich. Es war vielleicht der verrckteste Erfolg, den Pound in seinem Leben hatte, als er sich mit seinem Bein unterm Arm auf das Fieberschiff schwang, das er vor Wochen nicht verlassen durfte und von dem der unerschreckbare Bursche nach drei Tagen ans Ufer schwamm. Lady Grace schumte vor Wut. Dieses junge Mdchen war von der Pranke des Geheimnisses erfat wie ein Schtiger von dem Mond, der ihn verzaubert. Sie zermarterte hinter der glatten ruhigen Stirn ihr Hirn, man htte sie nach dem Namen ihrer Mutter fragen knnen und sie htte mit der Antwort gezgert. Sie bebte vor Zorn, da sie besiegt war und verstand diesen Zustand hinter einer Vernunft zu verstecken, die eigentlich Mathematik ist. Ein junges Mdchen, das vor Leidenschaft beginnt, ihre Chancen zu berechnen, ist in der grten Gefahr, weil sie ein frchterlicher Gegner geworden ist. Sie treibt die Waffen der Feinde zur abscheulichsten Grausamkeit. Ich habe, sagte sie sich, Ritch, die fr mich zu sterben bereit ist und Mittel. Dazu zhle ich Davis. Er ist ein Gerippe, aber dieses Gerippe ist ehrgeizig auf seine Mnnlichkeit, darum wird er unendlich treu sein. Im brigen werden wir sehen, und sie bi sich auf die Lippen mit einem Ausdruck, der htte sagen knnen, sie meine das Leben ihres Vaters. Man wird diesen Zustand der Leidenschaft nur begreifen, wenn man immer daran festhlt, da, wenn das Hllische in ein so reines Gef fllt, es smtliche Kraft zu allen guten Handlungen, ja selbst die zrtesten und unausgesprochensten Gefhle zu einer unglaublichen Energie zusammenbindet. An Hand der Photographien erfuhr sie in kurzer Zeit, da Pound in Lissabon war. In Lissabon findet man jemand, den man sucht, leichter bei Nacht als am Tag. Auf der Placa do Commercio kauft man um Mitternacht nicht nur Tnzerinnen, sondern auch Gemse. Dies Volk der Weltentdecker hat eine bezaubernde Art, seine Vergangenheit auf den Banknoten zu verherrlichen, die sie mit einer solchen Leichtigkeit ausgeben, da die Geschfte gentigt sind, die ganze Stadt nachts zu illuminieren. Hier luft, whrend in den Variets Quadronen und Mestizinnen tanzen, die Hochbahn wie auf Seilen durch den Sternhimmel, die Motorrder brausen vorber, und wer auf einem zweispnnigen Wagen oder einem Auto oder Sattel sitzt, schwenkt den Hut, um die Damen auf der Avenida in ihrem Korso zu begeistern, wenn sie zu einer ihrer heibltigen Beichten gehen, zu denen die Kirchen die ganze Nacht offen stehen. Lady Grace vermutete, da es leicht sei, in diesem Tollhaus die Spur eines Mannes zu entdecken, den sie berauben oder zum mindesten bertlpeln wollte. Sorge machte ihr lediglich der Gedanke an jenen Matrosen, von dem sie nicht annehmen konnte, da er Pounds Gehilfe war, da er gezittert hatte. Auch war ihre gemeinsame Flucht diejenige von Gegnern. Sie fhlte, da sie diesen Mann nicht gengend bei ihren Plnen bedachte. Sie machte trotzdem den Fehler, den imposanteren Mann fr den gefhrlicheren Partner zu halten, in den eigentlich nur Frauen fallen, die geliebt haben. Sie bedachte nicht, da George Good sie gesehen hatte und sie von seiner Seite beobachtete. Good, der auf eine glnzende Weise den Capt. bertlpelt hatte, indem er auf dessen Schiff sich aller Energieaufwnde Pounds bediente wie die Parasiten, die in der Gestalt von Vgeln im Mund der Krokodile Sicherheit und Nahrung haben, um damit den Capt. zu betrgen, war ohne Zweifel vorderhand der geschickteste Feind. Er war der elegantere, das heit der klgere. Seine Weichheit erlaubte ihm, auf Brutalitt zu verzichten, aber die Rohheiten seines Partners durch seine Intelligenz auszunutzen. Er war eine jener glcklichen Naturen, dem diese Abenteuer dennoch ein, wenn auch glnzendes, so dennoch begrenztes Spiel da noch blieben, wo die anderen schon Fanatiker und damit gebunden waren. George Good beobachtete noch, wo Pound schon schumte. Als er im Augenblick der Schsse, die Grace abgefeuert hatte, ihr Gesicht, da er tglich beobachtete, sah, war ihm die Leidenschaft dieser Frau noch nicht klar. Er war entfernt, eine Besessene in ihr zu sehen, aber zu intelligent, einen so ungewhnlichen Vorgang mit einer Liebesangelegenheit zu verquicken. Da er Lissabon an dem ersten Tag nicht verlassen konnte, reizte es ihn, das Geheimnis der Frau auszukundschaften. Er ging dabei in seine eigenen Netze. An diesem Tage wurden zwei Dutzend Offiziere der Marine verhaftet und der Hafen gesperrt. Good hatte in einem Kasino masqu beim Chemin-de-Fer-Spiel Grace gesprochen und ber die Halbmaske mit ihr Worte zu wechseln versucht. Sie hatte sich umgedreht, da sie ihn nicht erkannte und mit ihrem Hochmut den Mann gereizt. Er hatte in ihrem Hotel Wohnung genommen. Es gelang ihm, eine Sekunde in ihr Zimmer einzudringen. Zu seinem Unglck sah er sofort das Bild des Capt. Pound und hielt sie fr Pounds Geliebte, ohne zu ahnen, da jeder Detektiv Lissabons dieses Bild in der Tasche trug. Er fhlte sofort, da er Pound unterschtzt hatte, der mit solchem Aufwand vorging und reiste dahin, wo man ihn am wenigsten vermuten konnte, nach Rotterdam. Grace hatte natrlich das Fieberschiff umstellen lassen und Spitzel in der Baracke, durch welche die Gesundeten in Quarantne gingen. Da sie Geduld noch nicht zu ihren Waffen zhlen konnte, machte sie sich auf einen Einbruch in das Schiff bereit. Hier konnten ihr weder Davis noch Ritch zu Diensten sein, sie sandte sie weg. Davis hatte ohne Zweifel soviel in seinem Leben nicht flaniert. Wenn sie, sagte er sich, meine Augen ruiniert, wird sie mir gestatten mssen, sie mit den Hnden zu befhlen. Praxiteles soll im Alter auf hnliche Weise die Schnheit wahrgenommen haben. Im brigen war dieser Geck bis zur Besinnungslosigkeit treu. Da sein Verstand sich vollkommen auf den Dienst bei jungen Frauen eingestellt hatte, war ihm das Bewutsein des tieferen Sinns aller Vorgnge abhanden gekommen. Sein Verstand arbeitete wie die Vernunft der Setzer, die ein Wort aber nie einen Satz im Gedchtnis behalten. Er war vielleicht der geschickteste Detektiv, weil fr ihn schlielich jeder Mann ein Konkurrent war und nur der Hahn das beste Gehr fr jenes siegreiche Kikeriki eines anderen besitzt, das noch kaum angestimmt ist. Als Grace sich zu dem furchtbaren Schritt entschlo, sich durch eine reichliche Bestechung an das Fieberschiff fahren zu lassen, erfuhr sie, da Pound an Land sei. Eh weiteres bekannt ward, sprach erst sie dann Davis mit Good. Grace hatte ihn verachtet. Die Maske hatte Davis eingeholt: Diese Dame, sagte sie ihm ins Ohr, knnte eine Prinzessin sein, denn sie ist sehr stolz. Vermutlich kann sie eine Brgerin sein, denn sie setzt so hoch, wie Aristokraten es nicht tun wrden, die den Reiz des Geldes schon zu lange kennen, um es so unsinnig auf die Kante zu setzen. Aber ich wette, sie vermchte auch, nachdem ich ihre Augen gesehen habe, die Geliebte eines Piraten sein, der eine Kanonenkugel von achtzehnhundertsiebzig als Kopf, einen Boxhandschuh als Herz, eine Leber an Stelle der Nase und als Charakter ein Stelzbein hat. Dies erste erwiderte Davis ihm, ist sie nicht, aber sie kann es jeden Tag sein. Der zweite Verdacht stellt Ihren Scharfblick so in Frage, da man zweifeln mu, ob Sie ein Edelmann sind, so da daher leider fr die dritte infame Frage Sie von Sir Joshua Davis nicht zur Rechenschaft gezogen werden knnen. Der alte Geck benahm sich wie ein verliebter Franzose und lie den Maskierten stehen, nachdem er sich aus Eitelkeit verraten hatte. Zwei Stunden spter war Good im Hotel. Den Tag nach ihm reiste Pound ab, der ihn beobachtete. Vielleicht, sagte sich Grace, ist auch Good hinter Pound hergefahren, als Ritch ihr erzhlte, da sie Good auf dem Gang in dem Moment angetroffen hatte, wo er wie durch Irrtum ihre Tr ffnete. Auch Davis erinnerte sich an den Mann, mit dem er gesprochen hatte. Diese Personen, die nach Graces Angaben suchten, hatten alle durch ihre Fehler nur das Wesen Pounds zu entziffern gesucht in dieser Stadt, die sie wie ein Karneval berfiel und Good nicht beachtet. Grace richtete sich auf beide nunmehr ein, nachdem sie eine Niederlage von demjenigen erhalten hatte, den sie verachtet hatte. Sie hatte nunmehr seine Witterung. Sie folgte bis Rotterdam. Welcher von beiden hat die Kette? fragte sie sich in zwei Nchten, die sie im Zug verbrachte. Wer verfolgt und wer wird gejagt? Ist das ganze Arrangement gar eine Tuschung? Vielleicht fhrt sie ein Dritter weg, whrend ich hinter diesen beiden her bin? Genug, endete sie jedesmal mit seltsamer Gelassenheit, sie ist da, ist geraubt, sie mu zu finden sein. Das hie, da sie an ihre Mittel und ihre Leidenschaft glaubte. Sie war derart besessen, da sie vollkommen berlegen war. Woher, fragt man, besa dieses Mdchen, das vor drei Wochen die behtetste Erbin in York war, die Kenntnis dieser Welt, diese Erfahrungen, die einen Abgrund an Lastern voraussetzen, jene ungewhnliche Sicherheit, die nur groen Kokotten oder alten Lebemnnern eigen ist? Diese Frage erledigt eine Tatsache: ihr Genie. Die Tradition einer alten Familie hatte in ihr alle Fhigkeiten, der Welt gegenber sicher zu sein, so vorbereitet, da im Augenblick, wo sie innerlich entflammte, sie wie durch ein Geheimnis die Erfahrungen bersprang und aus dem Genie ihres Instinkts heraus alles beherrschte. Ihre Besessenheit gab ihr die berlegenheit ber die Ideen des Lasters und Verbrechens ebenso zu gebieten, wie sie es ber diejenigen der Tugend und der Mdchenhaftigkeit getan htte. Sie hatte sofort und ohne Probezeit den Schritt vom nichts zur Vollkommenheit getan. Ungeschickterweise setzte man sie in Rotterdam auf eine falsche Spur. Es schien, als solle sie nicht aus der Eisenbahn herauskommen. Sie fuhr diesmal hinter Good her bis Warnemnde, von wo dieser nach Dnemark bersetzen sollte. Diese Nachricht kam von einem Pabureau und zu ihrem Unglck prfte sie sie nicht genauer. Sie verwirrte die Fden damit ins Unendliche. Die drei Hauptspieler dieses Stckes hatten sich bereits derartig eingekreist, da es kein Entrinnen mehr gab. Da einer immer den anderen beobachtete und mindestens vom Aufenthalt eines der drei auf dem Laufenden war, trafen sie sich stets zusammen und hingen mit unsichtbaren Ketten einer Leidenschaft aneinander, die ungeheuer war, aber deren Gefhle sich aufs schroffste unterschieden. In der Tat reiste George Good nach Warnemnde, aber ohne Pa, und erst nach Lady Grace. Pound, der erfuhr, da Good hinter einer Frau nach der Ostsee fuhr, erlitt einen Wutanfall. Nach der Beschreibung war kein Zweifel, da es sich um jenes Weib handelte, das er tagelang durch sein Scherenfernrohr an dem Glas seiner Stahlkabine gesehen hatte. Er brachte es mit seinem Hereinfall zusammen und schlug die Zhne aufeinander vor rger. Er zweifelte nicht daran, in dieser Frau Goods Helferin und Geliebte zu sehen und war bereit, ihnen einen furchtbaren Streich zu spielen. In diesem Fall vereinte der Zufall, auf den zu setzen ein Wahnsinn, den nicht zu bedenken ein noch grerer Unsinn ist, die zwei Mnner und die Frau, welche zu folgen glaubte, aber die Gejagte war. Angekommen, erreichte sie es, das Zimmer des Mannes zu sehen, hinter dem sie herzusein vermutete. Einer jener seltsamen kleinen Zuflle, die scheinbar Beweise sind, lie sie ein halbgerumtes Zimmer sehen. Da die Fhre ausgeblieben war, hatte der Mann das Stations-Flugzeug genommen und sie sah dieses am Horizont noch niedergehen. Sie verfolgte das Wasserflugzeug, das eine Panne hatte, mit einem Kstenmotorboot, einem abscheulichen plumpen Kahn, der sie halb tot puffte und erreichte es, als der Passagier von einem der Hochsee-Fischerboote aufgenommen wurde, die drei Masten haben und wie eine Arabergasse stinken. Dieser Herr aber, den sie an Reeling rufen lie, hatte nicht ntig, ihr die Grnde seiner Eile anzugeben, denn sie hatte dieses Gesicht auch im Traum noch nicht gesehen. So kam es, da, als sie nach Rotterdam zurckfuhr, ihr Schlafwagen die Zge kreuzte, in denen zuerst Good, dann Pound an ihr vorber nach der Ostsee sausten. Keiner Betonung bedarf es, da beide ihr wieder folgten. Dabei erlitt Good eine Schlappe, weil Pound ihn dem Zoll denunziert hatte und ihn durch eine scharfe Kontrolle laufen lie. Da man nichts fand, konnte er triumphieren, aber er mute diese Visitation einer Macht zuschreiben, die ihn berwachte. Er machte hier seinen grten Fehler, denn er begann Pound zu hassen, auf dessen Geliebte er die Schuld seiner Kontrolliertheit schob, und verlor damit seine Sicherheit. Der Ha schob die beiden Spieler der Leidenschaft auf einer Ebene nah zusammen, auf der es kein Entweichen mehr gab. Als George Good am Bahnhof Muiderpoort in Amsterdam ankam, war er tief in das Netz eines Hasses geraten, der ihm nur einen Ausweg lie, den verderblichsten. Er hatte sich mit dem Bild jener Frau, die er mit Pound dauernd zusammenbrachte, so heftig beschftigt, da ein Mensch von seiner Schnheit und Gewandtheit sich glhend in sie verlieben mute. Er begehrte dieses Mdchen pltzlich mit einer Wildheit, die ihn unfhig machte, seine Klugheit anzuwenden. Er wre vernichtet worden durch diese Leidenschaft, wenn nicht Capt. Pound von einer anderen Leidenschaft ergriffen worden wre, die so finster war, da sie ihn fast erblinden lie. Dieses Stelzbein, das noch nie geliebt hatte, war unfhig zu begreifen, da eine Frau schlielich jeden Fehler bei Mnnern entschuldigt, die sie lieben. Das Leben dieses Seemanns, der ein unerschrockenes und daher kindliches Herz besa, war auf jene Treue gestellt, die berhaupt nur auf Mnner rechnet. Einen Treubruch htte er nicht berlebt, und als eifrigster der Mitglieder des Mgroz-Clubs htte er einen Abfall von seinen Gesetzen als ebenso toll und verabscheuungswert angesehen, wie er in einer besseren Zeit den bergang zum Feind von einer Front zur anderen verdammt htte. Dieser Mann war aus dem Holz der Leute, die frher in ihre Fahne gewickelt ins Meer gesenkt wurden, welche von ihren Knigen mibraucht wurden und fr die Verfhrer ihrer Frauen starben und die jene Dummheit der Treue besaen, mit der die Thermopylenkmpfer starben und welche die bewundernswerteste Gre eines menschlichen Herzens ist. Fr Charaktere seiner Art bedarf es Zeiten, die entweder selbst Gre besitzen oder zum mindesten nicht von jenem Geist verseucht sind, der eine Nation gescheit, aber charakterlos macht. Diese Treue und ein vortrefflich geschultes Hirn gehen nicht zusammen, weil die Erde sonst vollkommen genannt werden mte, was sie nicht sein darf, da sie dann als glhende Gotteslsterung durch die Sphren jagen wrde. Capt. Pound war berzeugt, da George Good der Frau zuliebe, die dieser wiederum fr des Capt. Geliebte hielt, das Gesetz des Clubs verrate und das machte ihn besinnungslos vor Rachgier. Auf diese Weise hatten die Gegner nichts voneinander voraus. Ihre Leidenschaften hatten sich verschoben und damit verschrft, ja sie hatten sich zu einer Ungeheuerlichkeit entwickelt, die sie nicht mehr aufeinander jagen lie, sondern sie zusammenprete auf den engsten Raum, der ihnen mglich war. Sie suchten gegenseitig ihre Gegenwart, die sie nicht mehr entbehren konnten. Das Rtsel der Kette schien fr alle auer Lady Grace vllig in den Hintergrund getreten. Gewhnlich ist jede Leidenschaft trgerisch, weil das unbekannte Gesetz, das sie beherrscht, jeden Augenblick den Sinn zu wechseln vermag. ber den Verbleib der Kette konnte es indessen nur einen Anhalt geben. Jener geheimnisvolle Unbekannte, der die Geschicke dieser Menschen zu leiten schien, war allein in der Lage, an den Frbungen seiner Uhr es abzulesen. Lady Grace kam dem Zustand der Annherung entgegen. Es war soweit, da ein Zusammentreffen fr alle am erfolgreichsten schien. Sie lockte die Tiere ins Haus, von denen sie hren mute, da sie es umschlichen. Sir Davis, sagte sie und richtete einen tiefblauen Blick auf ihn, da er nervs zu zittern anfing, Sie erinnern sich des Mannes, mit dem Sie in Lissabon auf dem Tajoball beim Kasino ber mich plauderten. Gehen Sie in das Doelenhotel. Ist er da nicht, finden Sie ihn im Flora-Variet. Sie werden ihn finden. Davis fhlte die Notwendigkeit unter diesem Blick wie unter denen einer Armee sich zu halten. Ihre sechsundzwanzig Jahre verlangen, da ich, ehe Sie ihn sehen, ihn zur Rechenschaft ziehe. Er hat Sie beleidigt, auch wenn er eine Maske trug. Grace lachte und Ritch lachte mit ihr. Die Vorstellung, da Davis fechte, war weniger komisch als die Grenadierpose, die dieser knieschwache Lebemann angenommen hatte. Da er gutmtig war, lachte er mit ihnen. Auf, sagte Grace dann, indem sie die Stirn wieder ohne Bewegung hielt, gehen Sie und vergessen Sie Ihre Ehre. Nicht alle Leute haben darin ein so langes Gedchtnis wie Sie. Im Amstelroom kamen sie nach dem Theater zum Speisen. Vollkommener als Davis htte niemand diese Zusammenkunft arrangieren knnen. Sie war vollendet in ihrer Zuflligkeit und brillant durch die Liebenswrdigkeit, mit der man sich voneinander versteckte. Als Good zum Tee bei Lady Grace erschien, wurde er durch einen offenbaren Zufall in ein falsches Appartement gefhrt, der Sessel, in dem er Platz genommen hatte, fiel nach hinten und schraubte ihn an Hnden und Fen fest. Offenbar wurde er hinterher betubt und untersucht. Als er zu sich kam, blickte er in das Gesicht von Ritch, das ohne Ausdruck war. Er befand sich in einem anderen Zimmer. Kurz darauf erschien Grace. Er konnte sein Mitrauen kaum hinter seiner Gewandtheit verbergen. Die Stirn dieser Frau war ohne Trbung. Sie war von einer Hflichkeit und einer Wrde, die ihn bezauberten, je strker er hinter ihnen die Einfalt eines ausgezeichneten Herzens entdeckte. Diese keusche Frau, deren Formen unnahbar waren, htte keinen Gedanken fassen knnen, der nicht vollkommen war. Als er ihre Hand zum Abschied fate, verlor er zum erstenmal die Besinnung. Er strzte auf seinen Stuhl zurck. Ein unerhrtes Zittern berfiel ihn, bis er die Augen fest gegen die von Grace richtete, die so hell waren wie der Himmel. Dieser aufs wildeste erschtterte Mann hatte ihre Hand am Druck erkannt. Es gibt keine narkotische Betubung, hinter der nicht die Leidenschaft des Mannes heraus Wege in das Leben findet. Die Hnde, die ihn narkotisiert hatten, waren von einer Sigkeit und Unerbittlichkeit, da sie ihn besinnungslos machten, als er sie im Leben umfate. Dieser Spieler war zum zweitenmal besinnungslos, aber von einer Wollust, die ihn bis zur Raserei durchstrmte. Es wre ihm frher unmglich gewesen, eine Frau sich vorzustellen, die einen Engel Philippo Lippis mit der Gestalt der Judith vereinigte. Von diesem Augenblick an war er ihr ebenso verfallen, wie sie ihn verachtete. Die Unerbitterlichkeit dieses Mdchens fr ihren Spleen war viel hrter als die der Mnner. In den folgenden Wochen, die den Inhalt eines Detektivjournals fllen knnten und von beispielloser Grausamkeit der Ideengnge erfllt waren, aber langweilen wrden, weil sie die Charaktere nicht deutlicher, aber ihre Taktik auch nicht klarer machen knnten, lie sie ein Instrument bauen, das beweist, da das Mdchen wahnsinnig oder vollkommen verndert war. Sie lie es in ein Landhaus bringen, das Davis gemietet hatte, und welches ein groer Garten umschlo. Es lag weit genug ab von einer Strae, um isoliert zu sein, ohne aus den Parkavenuen herauszufallen. Die Rume, die Capt. Pound und Good bewohnten, hatte sie mittlerweile verschiedentlich untersuchen lassen. Sie hatte eine kleine Armee von Verbrechern im Dienst, die teilweise fr sie rekognoszierten oder sie schtzten. Es war fast ein Sport, bei sich einbrechen zu lassen, um den anderen eine Falle zu stellen. In der Tat hatte Grace versucht, Good nicht mehr zu sehen, sie konnte ihn jedoch nicht vermeiden. An diesem Gletscher von einer Frau geriet der Junge in eine Glut, die ihn wie einen Verrckten herumrennen lie. Er schien an manchen Tagen geistesabwesend, wenn er nicht gemurmelt htte wie ein Shakespearischer Narr. Dies waren Beweisstcke fr Capt. Pound, da George Good ein Verrter war. Was ihn veranlate, der jungen Englnderin in die Falle zu gehen, war, da Good pltzlich vllig verschwand. Es war Pound unmglich, ein Lebenszeichen von ihm zu erhalten. Das hing damit zusammen, da George Good an einer Melancholie erkrankt war, die das uere Zeichen eines furchtbaren Kampfes ist. Er begann zertrmmert zu werden unter der Neigung zu Grace, der sich seine Mnnlichkeit entgegenstellte, die sich an die Gesetze des Clubs klammerte, welche ihm allerdings einfltig erscheinen muten, wo er wirklich liebte. Er war dieser Frau so verfallen, da er frmlich unter dieser Neigung zerfiel. Darf ich Sie, sagte Sir Davis bei Tisch zu ihm, junger Mann darauf aufmerksam machen, da man das uere an den Austern in England entfernt. Good starrte den nackten Vogelschdel so geistesabwesend an, da alle lachten. Good, der nichts verstanden hatte, fate sich und sagte mit bewundernswertem Instinkt: Well Sir. Doch sagte man, der Kondor lasse sie auf die Felsen fallen, um sie nur ffnen zu knnen, und warf einen eisernen Blick auf Grace, die bei dem Wort Kondor lchelte. Hier vermochte Sir Davis ein Lcheln nicht zu verbergen: Dies, sagte er und senkte den trockenen Diplomatenkopf, ist in der Tat wahr. Zehntausend Dollars dem Kater, der das gleiche vermchte. Bei dieser Antwort wurde Good fahl und fiel vom Stuhl. Den Armen htte seine Leidenschaft fast zum zweitenmal gettet. Der Satz des alten Rous war eine Rohheit, die selbst seine gedrechselte Sprache nicht verbarg. Er spielte darauf an, da man Good in letzter Zeit den Garten hatte abends umschleichen sehen. Selbst einem Blinden wre aufgefallen, da der Anla keineswegs ein krimineller war. Sie werden ein Stndchen erhalten. Werfen Sie Baldrian in den Nebengarten, hatte Grace gesagt. George Good war bei dem Satz, den er am Fenster vernommen, seinerzeit zusammengezuckt. Als er nun eine Anspielung hrte, war er unter der Erkenntnis der Hoffnungslosigkeit seiner Bemhungen zusammengestrzt. Er lag seit einigen Tagen nun in einem apathischen Zustand in einem Parterrezimmer von Graces Landhaus. Sie war so davon berzeugt, da er die Kette nicht besa, da sie diese Gunst des Zufalls nicht einmal ausnutzte, bei ihm nachsuchen zu lassen. Zu ihrem Glck gelang es ihr, dadurch den Capt. auf ihre Spur zu bringen. Er sah ihr Gesicht zuerst im Spiegel eines Ladens an dem er stand, sprang in einen Wagen und folgte ihrem Auto in einer Versessenheit, die er nicht mehr bndigen konnte. Er nahm an, da sie Good bei Seite geschafft habe und hatte die Kraft, den Toten noch zu hassen, was ihn nicht hinderte, ihn rchen zu wollen. Die berlegungen der Redlichen sind von bezwingender Heiterkeit, wenn die verschiedenen Ergebnisse einer konsequenten Treue sich zu komplizieren beginnen und beweisen, da die hchste Treue nicht ein Gesetz, sondern das mit allen Gesetzen harmonierende Gefhl ist. Mit welcher Schnheit ist Treue verklrt, wenn sie die Anmut eines reinen Herzens krnt. Den Fahnentrger eines Ruberhaufens der Treue vermag man hchstens zu schtzen, weil er unerbittlich ist, aber zu einfltig, um ber der Anhnglichkeit auch den Sinn der Moral zu erkennen, fr die er sich hergibt. Als er mit seinem Wagen einfuhr in den Park, entschlossen, ans uerste zu gehen, erlag er dem Paroxysmus seines Blutes. Ein Diener wie aus Marmor, einer jener Domestiken, die aus den Zeiten Sullas und Vespasians stammen, die nie sprechen, sondern vor der Schaurigkeit des, was sie sehen mssen, Eisberge der Khlheit geworden sind, wies ihn mit einer stummen Gebrde auf eine Tr. Gleichzeitig meldete er mit einer Stimme, die vor Entwhnung von der Hohlheit eines Grabes geworden war: Lady G. P. erwartet Sie zum Lunch. Ehe Capt. Pound sich fassen konnte, sah er ein Ruhezimmer um sich, auf dem in der soigniertesten Weise ein Abendanzug aufgelegt war. Es fehlte keine Kleinigkeit, sogar die Seidenstrmpfe gingen ber das Knie. Diesem wilden Scherz ergab sich selbst der Held von Cuba. Er fhlte eine Falle, aber die Unverfrorenheit reizte ihn so, da er seine Brutalitt zurckschob. Hallo, murmelte er, als er bemerkte, da das Abendjackett keine Taschen hatte, Windstrke zehn, Capt. Pound. Er pfiff vor sich hin, als ein Page mit einem Gong den Korridor entlang lief. Er folgte ihm, kam durch eine Menge Zimmer und wartete an einer Tapisserie. Pltzlich machte er einen Sprung und lief denselben Weg zurck, lief, als wolle er sein Leben retten. Durch eine Unvorsichtigkeit des Chasseurs, der die Tr hinter ihm schlieen sollte, geriet Ritch in eine Falle. Er berraschte sie beim Untersuchen seiner Taschen, warf sie, obwohl sie ein Weib war, an die Wand. Sie hatte nichts gefunden, aber der Capt. brllte nun vor Wut. Wie der Stier, in dem allerdings ein Gott sa, der Europa entfhrte, jagte er die Mestizin durch den Garten und eine Terrasse herauf. In diesem Zimmer hatte Grace die Absicht, ihm entgegenzutreten, der Stier warf ihr Programm ber den Haufen. Sie zeigte, da sie auch dem gewachsen war. Der Auftritt sollte lange dauern und krzte sich teuflisch ab. Geben Sie Good heraus, schrie der Capt., als er sie sah und versuchte, nach seiner Pistole zu greifen, fand aber keine Tasche, was ihn frmlich berauschte vor Zorn. Grace gab ihm einen fragenden Blick, der ihn vereiste. Dieser Blick wechselte, er war bald dunkel wie Samt, bald so weiblau wie das Meer unter einem Gewitter. Dieses Auge hatte in beiden Ausdrcken die Entschlossenheit eines Tigers. Ich will es tun, sagte sie mit der mglichsten Einfachheit. Geben Sie dafr die Kette. Dies warf Pound in sich selbst herum, er war vor Erstaunen sprachlos. Das Oranggesicht ber der athletischen Schulter war einfach geistlos, selbst die Wildheit kennt einen Moment der Bestrzung, wo das Bse sich vor der Dummheit kuscht. Dann blitzte ein Plan in ihm auf, der das Verrckteste war, denn er hatte die Kette holen wollen und nach Good gefragt. Nunmehr drngte ihn seine Verblfftheit in ein primitives Rachegefhl: er versuchte, sich dieser Frau zu bemchtigen. In diesem Augenblick erschrak er bis auf den Rand der Lippen. Dieselbe Frau, die vor ihm stand, stand auch auf der anderen Seite des Zimmers. Er fuhr sich mit der Hand ber die Stirn, lief auf die eine zu, hielt ein, wandte sich nach der anderen. Auf diese Weise waren beide verschwunden, als er sich erholt hatte. Jonny Rumford, sagte er, als er die Terrasse herunterging, ich mte jetzt drei Beine haben, wenn wir die gleichen Gespenster wren wie diese da. Eins unter jedem Arm. Er tobte vor Zorn mit seinem Holzbein auf den Stufen. Als er verschwunden war, lie Sir Davis Wolfsteller im Garten legen und engagierte ein Dutzend neue Leute. Dieser Bursche war ihm auf die Nerven gefallen. Er zuckte zusammen, wenn er an das Gerusch des Stelzbeins dachte, das einem Englnder, auch wenn er ein Franzose sein will, entsetzlich ist. Auf Good hatte der Auftritt eine merkwrdige Wirkung. Er stand auf. Das Gesicht dieses Mannes war vllig verndert. Es war heiter wie der Mond, obwohl es hrter geworden war. Der junge Mann hatte einiges verloren und anderes gewonnen, wie dies bei Leuten unter Dreiig hufig ist, wenn ihre Seele sich unter Entschlssen ndert. Er war weniger hbsch und langweiliger geworden. Dagegen waren seine Augen im Ausdruck besser. Im Ganzen schien er verloren zu haben. Es ist seltsam, da junge Mnner einfltiger wirken, wenn sie besser werden. Bei Frauen ist dies unmglich, sie beginnen unter diesen Entschlssen mit jenem Licht zu strahlen, das ihre erste Schnheit ist. Der junge Mann hatte sich entschlossen, Grace die Kette zu bringen. Die Liebe hatte ihn berwltigt zu einer Handlung, die die erste leidenschaftliche seines Lebens war, aber sein Leben abschlieen mute. Dieser Gedanke, da man ihn tten wrde und da er mit dieser Mglichkeit immer gerechnet hatte, sie jetzt aber erst begriff, machte ihn voll einer schmerzlichen Melancholie, die ihn wohl schn erscheinen lie, aber mit einer Schnheit, die, anders als sein Geckentum, ihn von innen heraus erhellte. Der junge Mann, der lieben gelernt hatte, ohne da er wieder geliebt ward, empfand einen tdlichen Schmerz, als er nach seiner Wohnung schritt. Er wute, da nun alles vorbei war, aber er vermochte nicht anders zu handeln. Die Bltter fielen um ihn nieder von den Bumen, er htte weinen knnen, obwohl er seit Jahren den Tod herausgefordert hatte. In einer stillen Strae fhlte er die Trnen. Das machte ihn fassungslos, gab ihm aber eine Sicherheit des Schmerzes, die ihm die Welt verdunkelte. Dieser se Druck in seiner Brust war von sehr groer Kraft: Wenn er an Grace dachte, empfand er jene Begeisterung, die bei wirklich erhabenen Seelen auch den Tod verachtet, ja die um dieser Glut zuliebe den Tod als hchste Erhabenheit herbeisehnt. Dies hatte bei aller augenblicklichen Tppigkeit ihm einen Ausdruck gegeben, der Grace neugierig gemacht hatte, sie war ihm durch eine Parktr in einem Umhang Ritchs gefolgt und so den Spionen Pounds entgangen. Dieser lie, nur von dem Gedanken der Rache getrieben, das Haus umstellen. Er nahm keine Rcksichten mehr, weil das Bewutsein des Geldes ihn vor jeder Torheit schtzte. Man vermochte sich auch damals nicht zu denken, wenn man ein Einkommen von ein paar hunderttausend Dollars besa, da es Gesetze geben knne, die tten. Er kam mit zwei riesigen Autos an, strmte das umzingelte Haus, durchsuchte es nach Good, den er nicht fand und stellte Ritch, die seine Faust bereits kennengelernt hatte. Er fate sie, wie man Hasen anfat, und hob sie in die Hhe. Wo ist die Lady? herrschte er sie an. Ein teuflischer Blick der Negerin traf ihn. Schonen Sie sie, wenn Sie ein Gentleman sind, schrie sie und schlang, whrend sie die Portiere aufri, einen groen schwarzen Shawl um ihre Gebieterin. Marsch, schrie Capt. Pound, und da die vllig zusammengebrochene Frau ihn irgendwo verwirrte, stampfte er mit dem Holzfu wie ein Verrckter auf den Boden. Sein eleganter Athletenkrper mit dem verwsteten Gesicht sah aus wie ein Teufel, den einer der jungen Maler dieser Zeit geschildert hat, die von der Natur verflucht waren, die Dinge in hllischen Verzerrungen zu sehen. Er hielt die Pistole immer wieder zur Seite nach rckwrts und beobachtete beide mit einem flackernden Auge. Marsch, schrie er heiser in den Wagen, und er stampfte vor, weil er sich frchtete, entweder zusammenzubrechen oder schieen zu mssen. Er war vllig verstrt und nur von dem Gedanken wie von einer Biene, die sein Hirn durchsummte und deren monotoner Ton ihn verrckt machte, gefllt, diese Frau in die Hand zu bekommen. Die Javanerin warf ihm einen verschleierten Blick zu, als sie mit ihrer Lady einstieg. Die Wagen waren geschlossen, Grace war wie eine Betrunkene getaumelt. Der Capt. beobachtete sie mit funkelnden Augen. Grace sa mit der Starrheit des Todes und schenkte ihm keinen Blick. Sie schien bei jedem Sprung des Wagens zusammenfallen. Diese Fahrt war eine abscheuliche Qulerei. Pound schien das zu bedenken: He, brllte er pltzlich, Lady, ich bin dafr, da Sie meinen Platz tauschen. Sie beachtete ihn wie einen alten Schuh. Der Soldat war diese Rache einer Feindin gewohnt und schwieg. Nach einer Weile versuchte er einfach die Lady herberzusetzen. Er sprang auf und schrie so toll, da der Chauffeur ihn gehrt haben mute. Er hielt eine Puppe in der Hand. Sie war Grace mit bewundernswerter Kunst nachgebildet. Capt. Pound mute den Verstand verlieren oder sich befreien. Er verlor den Verstand eine Sekunde, das Blut verlie seine Schlfen und er zitterte, wei wie Wachs, mit geschlossenen Augen. Dann sagte er kalt: Ich werde mich berzeugen, ob du aus derselben Wolle gemacht bist und scho viermal in Ritchs Krper, wo dieser dem Kapitn des Leviathan am kstlichsten erschienen war. Diese Schsse waren nicht tdlich, aber sie verunstalteten, was schlimmer ist. Es gibt Schsse, die das Herz oder die Lunge durchbohren und die ein unglaublicher Wille berwindet. Manche geringfgige Blessuren haben den Tod sofort hinter sich her. Capt. Pound begab sich in das andere Auto. Das seine drehte, mit Hilfe der Leute, die er bezahlte, ward Ritch in das Landhaus getragen und starb in Graces Armen, als sie zurckkam. Der Tod hat eine lsende Kraft fr junge Menschen. Er befreit sie von jenen ngsten, die ihre Klarheit verbittern, er bringt sie zurck bis an die Schwelle ihrer Jugend, die die reinste Zeit eines Lebens ist, er hat die Ungeheuerlichkeit einer shnenden Kraft, die beispiellos ist, weil sie blind ist. Nur das Leben ist ngstlich, weil es verwirrt ist. Der Tod ist von einer Reinheit und Gre, deren Horizont sich unvergelich aufschlgt und ordnet. Das Furchtbare des Todes empfinden nur die Verstockten, der Anblick des Todes ist fr die Verirrten das erhabenste Erlebnis. Es ist der Freude ebenso nahe, wie der Schmerz ein Bruder der Liebe ist. Am Lager eines Toten herrscht die Harmonie, welche mit der Majestt der Liebe gesegnet ist. Als Grace von dem Lager Ritchs zurcktrat, die fr sie gestorben war, trat George Good herein. Er ging fast gebckt aber mit der Heiterkeit der Leute, die wissen, da die Kugel fr sie geladen ist. Er schreckte zusammen, als er eine Frau sah, die er kaum kannte. Sie trat ihm wie eine Frstin entgegen, die beleidigt ist, aber so verziehen hat, da alles an ihr schumt vor einer kalten Gte, deren Entscheidungen ihn verdammen muten, auch wenn sie segnen. Er trug die Kette auf beiden Hnden, fr die sie keinen Blick hatte. Sie winkte ihm. In diesem Augenblick strmten ihm die Trnen aus den Augen. Das Glck dieses Augenblicks war das grte seines Lebens. Sie winkte noch einmal, er ging langsam zurck. An der Tr steckte er die Kette ein. Es rettete sein Leben, aber an dieser Wunde ging er zugrunde wie jener Prinz, dem ein Affe ein Stck aus der Brust gebissen, und der kein Fleisch hatte, die Wunde damit zu nhren. Dieser Prankenhieb schlug die Sehnsucht in ihm frei, und er litt mit dem Ma, mit dem er sie nicht gekannt hatte und nicht befriedigen konnte, nach diesem Erlebnis. Dieser junge Mann, der nie besiegt worden war, gewann sein Leben, aber die Liebe sa wie der Tod in seinem Herzen, das heit, er ging verklrt aus diesem Haus, wie ein Wahnsinniger, vom Blitz gerhrt von Glck, bis zur Besessenheit von Liebe beladen, die er kaum tragen konnte ... Sechsundzwanzig Jahre, sagte Sir Davis, als sie drei Tage spter ber den Kanal fuhren, und soviel Erlebnisse, da man ein Jahr davon erzhlen knnte, und man mu darber schweigen, welches Verhngnis. Grace sah ihn mit einem Blick an, der alle Erleuchtungen eines klaren Herzens trug: Wovon reden Sie, Davis? sagte sie, und der alte Geck war von dieser unwiderstehlichen Frage so verwirrt, da er sich in den Arm kniff, um festzustellen, ob er denn trume oder sie. Der erfahrene Frauenkenner sah sie ngstlich an, er erblickte ein unberhmtes, nichts wissendes Gesicht. Dieses Gesicht war das einer Sechszehnjhrigen voll groer Hoffnungen und ohne Erlebnisse, die eine Seele vergiften. Der Tod hatte diesem Mdchen die Barriere geschlossen, durch die ohne Trennung die Welt des Frevels neben der Welt ihrer Seele lag. Das Glck hatte sie verschwenderisch berhuft. Das Glck, das im Augenblick des Todes einen Menschen berfllt, hat eine wundervolle Verwandtschaft mit dem Blut, das in dem Sinn der Shne vergossen ist, dieses Glck heilt, verzeiht und macht vergessen. Es tilgt die Schuld, es wirft den Frevel zurck, es berwindet das Bse mit einer bermacht der Reinheit, die mit der Majestt der Liebe darin gekrnt wird. Diese Liebe, die selbst das Vergessen lehrt, kennt keine Abgrnde mehr, weil das Herz, das sie nunmehr regiert, unbeirrbar ist. Dieses Glck, welches das junge Mdchen berfallen hatte, besa das Anrecht, mit den zartesten Namen genannt zu werden. Davis staunte und bekam hektische Backen. Dieser Wollstling, der die Frau als Wesen verehrte, ohne ihre Moral abzuschtzen, sah, statt einer Frau mit den kalten Augen des Tigers, eine liebliche Erscheinung. Davis hielt sich einige Sekunden fr verrckt. In ihren Blicken war keine Spur mehr von der harten Glut, die ihr jene Entschlossenheit der Tollheit geliehen hatte, der er sich sofort gefgt hatte. Dieses Mdchen war vllig rein, hatte den Himmel im Auge und nur einen leichten Unmut, wie ihn verwhnte, engelhafte Kinder haben, um den Mund: Von was reden Sie, Davis? Dieser Satz machte den alten Wstling, der die tollsten Sprnge seines Lebens in diesen Tagen erlebt hatte, fast nrrisch. Er starrte sie an. Der Lstling, welcher, ohne mehr zu tun als es festzustellen, Kurtisanen verrcheln, Damen zu Dirnen werden, Frevlerinnen bereuen gesehen hatte, der beobachtet hatte, da Menschen sich blitzschnell herumwandten, als ob ihre Seele beweglicher sei als wie ihr Rcken, der Frauen aus Leidenschaft in den Tod und aus dem Tod in jene Wollust hatte tauchen sehen, die durch ihre Verzweiflung noch tiefer ist als der Tod, der Mrderinnen hatte sich bessern und Engel in ein Unglck hatte treiben sehen, das beispiellos war, der Mann, der die Wandlungen der Frauen einer Gesellschaft beobachtet hatte, welche an der Grenze zwischen zwei Menschenklassen stand, von der die eine sie band und die andere sie befreite, ohne da die Fessel sie beglckte und die Befreiung sie erlste, ... der Mann, der die Verheerungen des Teufels und einer lcherlich angewandten Vernunft unter den Frauen der Jahrhundertwende von den Verzckungen der Verwirrten bis zu den Heucheleien der Verdammten bis ins Kleinste kannte, starrte dieses Wunder vor sich an. Vor diesem Mdchen, in der Tat, lag das Leben makellos. Er hatte eine Jungfrau vor sich, der kein Schatten die Stirn getrbt hatte. Reinheit ist immer unberhrbar, weil sie vollkommen ist. Sir Davis, der nach der Sitte seines zurckliegenden Jahrhunderts nur beobachtete, ohne den Sinn zu ergrbeln, schwenkte sofort um. Er gehrte zu den Mnnern, die Gott oder der apokalyptischen Hure dienen, wenn beide nur in der Form der Frau erscheinen, die sie anbeten drfen. Davis lachte in sich hinein. Ich freue mich auf Gaby, sagte Grace. Das, sagte Sir Davis, tut man mit sechzehn Jahren. Glckliche Windspiele, die herrlich sein mssen, auch mit sechsundzwanzig das Gleiche noch zu erregen. Warum soll man es mit einundziebzig nicht tun? Der Alte, der ein Glck darin sah, der ewige Sklave der Launen schner Frauen zu sein, und sein Alter zum erstenmal gestand, reichte ihr mit groartiger Bewegung den Schirm, damit die Sonne keine Wolke ber diese Stirn ziehen liee ... -- -- -- Fnf Jahre spter las ich diese Geschichte, die hier abschliet, zwei Leuten vor, die in verschiedener Weise damit sich zu beschftigen hatten. Sie haben, sagte der Mann, der im Kreis einer Lampe sich auf einen der breiten Sthle gelegt hatte, wie ein Hund darin Platz nimmt, im wesentlichen hier Angriffe gegen eine Zeit gerichtet, welche ich ehre. Ich verstehe nichts von Literatur. Dieses Scheusal hustete auf eine heimtckische Weise, indem er sich mit der Koketterie einer wohlgewachsenen Frau ausdehnte. Die Natur hatte ihm seine schlechte Seele in die linke Schulter gezogen, die wie ein zweiter Kopf ohne Augen neben seinem Scheitel in die Luft ragte. Er war eine der gefrchtetsten Hynen der Brse und voll Launen, die einem Journalisten Ehre gemacht htten. Dieser Kopf schien Milliarden aus der Brse ziehen zu knnen, Straenzge mit einem Gedanken zu schlucken, zu verdauen und mit einem mrchenhaften Gewinst auszuspeien. Seine Agenten reisten, mit seinen Gedanken belastet, als Herolde der Vernichtung durch jene Staaten, deren Whrungen sie bald vernichteten, bald nahe an eine unglaubliche Hoffnung auf Besserung kommen lieen. Der Kopf des Mannes, dessen Atem roch wie Vernichtung, und dessen Augen den spitzen Glanz hatten, der Totengrbern eigen ist, war der Kopf eines Gtzen, dessen verbrecherische Gre von jenen Schlachtplnen der Leere und den Bilanzen des Umsturzes herkommt, die aus Europa ein Leichenfeld der Gesittung und eine Wste der Schnheit gemacht hatten. Dieser Mann glnzte frmlich wie eine hliche Gottheit aus Kupfer, die sich an dem Elend von Millionen gemstet hat. Die Siege, die nicht mit dem Herzen errungen werden, sind zwecklos, wenn sie gewogen werden, aber von den Siegen der Macht sind die ohne Zweifel die erbrmlichsten, die ohne den Ruhm der Traditionen und mit der Gier der Hlichkeit gestempelt sind. Diese Hyne, die anfing, ein Loblied ihrer Zeit zu singen, hatte eine Schwche, seine Frau. Er war der Besitzer einer Frau von so berwltigender Schnheit, da die Sicherheit seines Geldes ihn nicht von der Eifersucht freihielt, die jeden Zwerg selbst mit der furchtbarsten Macht im Gefhl seiner Niedrigkeit von der Schnheit entfernen mute. Auch Schnheit allein ist nicht vollkommen und daher kuflich, aber immer nur mit der Menge Goldes, die eine Spanne, nicht eine Ewigkeit aufwiegt. Das Scheusal, dessen Erfolge seine Klugheit beweisen, war nicht blind, und wo andere ihn nachts auf seine Tagerfolgen ausruhen dachten, glhte es vor der Gre seiner Zweifel. Da diese Leute Bescheidenheit nicht kennen drfen, weil sie an Kmmerlichkeit, der niederen Schwester der Einfachheit, bermig bedacht sind, trug er die Maske der Herausforderung. Er, der zitterte um jeden Blick seiner Frau, konnte nicht anders als den Libertinismus im weitesten Sinne verteidigen, ja rhmen. Dieser Enterbte der Natur, welcher mit guten Beinen und sportlicher Figur an den Gesetzen des Lebens gehangen htte wie ein Priester, gab sich einer schrankenlosen Bewunderung der Ausschweifung hin. Zwischen der Angst und den Gromulern hat schon Rabelais die verbindende Kurve gezogen. Die Macht, wenn sie in die Hnde der Zwerge fllt, ist die schauerlichste Komdie des Heldentums. Zum Teufel mit einem Jahrhundert, das uns Daumenschrauben anlegt, sagte er hhnisch. Sie reden, als seien Sie ein Mitglied der Inquisition. Ihre Vorzge der Tugend sind Schrullen gegen die Vorzge der Industriepapiere. Eine Frau ist eine alberne Gans, wenn sie nicht wei, inwieweit >Canada Pacific< von >Garelly< unterschieden wird und wenn sie sich mit ihrer Keuschheit mehr beschftigt als mit dem Mann, der ihr die Mglichkeit eines groen Lebens bietet, das, gestehen Sie es, heute eine Seltenheit ist. Ich bin nicht gebildet aber auch nicht dumm genug, um dem bloen Genu das Wort zu reden, oder Ihnen an Hand der Geschichte zu beweisen, da jede Zeit ihre wirtschaftlichen Notwendigkeiten und danach ihre Ziele hat. Die Schtzung der Tugend wrde eine Frau heute verhungern lassen. Es gibt einen Krieg, dessen Heldentypen Sie unterschtzen, das ist der Kampf um das Gold. Die Notwendigkeit der Zeit erfordert den Zynismus. Wer heute Greenbacks besitzt, ist morgen vielleicht bankerott, weil er verschiedentlich nicht la baisse die polnische Mark gekauft oder den Dinar gesttzt hat. Ich werfe in acht Tagen die Mark in Krakau auf Fnfzigtausend pro Dollar und senke sie in Berlin um die Hlfte von Vierzigtausend. Wenn ich morgen in New York Mark kaufen lasse und verteile die Schatzanweisungen an alle Grobanken und ziehe sie auf drei Tage Distanz mit einem Ruck ein, mache ich eine Knappheit des Geldes, gegen das die Heuschreckenschwrme und Hungernte einer Zeit Bagatellen waren, wo man vielleicht den Import der Keuschheit als Sport betrieb. In dieser Zeit, wo ich die Hlfte Mitteleuropas vernichten kann, wenn ich die Kohlenkuxe senke oder Creusot und Krupp zusammenbringe, in einer Zeit, wo die Mnner mit dem Degen in der Faust aus der Hand der jdischen Bankiers wie die Tauben fressen, wo die Frsten ihre alten Wappensprche verhllen, um in unsere Geschfte mithineingenommen zu werden, damit sie nicht verhungern, in einer Epoche, wo die Kunst einfach berritten, die geistigen Berufe niedergemacht, wo die Seelen der Menschen wie Fische aufs Maul geschmissen und zertreten werden, und wo der Zusammenschlu der lothringer, der schlesischen und der Ruhrerze tausendmal grere Revolutionen bedeutet als etwa die Figur Napoleons oder die erste Vlkerwanderung, in einer Zeit also, kurz gesagt, wo das Gold allein seine Generale ausschickt und die seitherige Welt in Armeen gegliedert ist, die von einem Tag bis zum anderen unter den Kanonen der Wirtschaft und Brse stehen und bluten, da gibt es nur eine einzige und mgliche Bewegung: die Zerreiung aller Rcksichten, den Krieg der Leidenschaften, die unbedingte Freiheit der Frau, die sich in ein Wesen von solcher Gefhrlichkeit gewandelt hat, da nur die wahre Macht, das Gold, sie zu halten imstande ist. Das ist mein Standpunkt. Das Scheusal leckte sich die Zunge und warf einen glhenden Blick in die Ecke. Diese Frau aber wute zu schweigen. In einer Zeit, sagte ich, wo die Seelen zerschmettert werden durch das Gold, wo das Laster eine Mode ist, wo die verruchtesten Erfindungen uns berschwemmen, in einer Zeit, wo die Mrder fast noch Heilige und die Heerfhrer Engel scheinen, in einer Zeit, wo die Kokotten Ehen eingehen, weil man sie ihrer bung halber vorzieht und nicht die Zeit hat, Frauen anzulernen, eine Ehe zu fhren, in einer Zeit, wo der Adel seine Tchter verkaufen mu und das Brgertum verhungert, wo die Arbeiterinnen ihre Eingeweide zerstren, um in den Fabriken ihre Weiblichkeit an die Maschinen zu hngen und mit falschen Ringen durch die Sonntage zu spazieren, in einer Zeit, wo die Gte mit den Engeln auf den Mars ausgewandert ist und die Brsenmakler die fetten Heroen eines verabscheuenswerten Jahrhunderts geworden sind, in einer Zeit, wo jede Frau kuflich, aber jeder Mann ein Schelm geworden scheint, in einer Zeit, die, gestehen Sie, wie selten eine Zeit gemein ohne Gre und verdorben ohne Geist ist, gibt es nur eine Majestt der Haltung: die Tugend. Im Chaos der Moralbegriffe, die von der Hand des Hungers ausgejtet werden, im Zusammenbruch der Gebude, die seit alters her den Staat mit wundervoller Kraft an unseren Horizont zeichneten, im Wanken der Gesetze, die seit Jahrhunderten Recht und Unrecht mit gewissermaen ehernen Stirnen schieden, gibt es nur eine Sule: die Familie. Unter den Tugenden, an welche die Menschheit glaubte, und die von Konfutse bis Hartmann die Welt besang, die von den indischen Knstlern der Jahreszeiten bis zu Holbein und Fran Angelico die Welt gemalt und geheiligt hat, ist nur eine stark genug, die Welt in ihrem Brechen aufzuhalten: die Reinheit. Diese Tugend ist unzerschmetterbar, weil sie wahrlich vollendet ist. Sie besitzt die Weichheit des Himmels, und den Stahl, der die Krper der Helden wie ihre Seelen unsterblich machte. Diese Reinheit darzustellen, heit die Liebe aufrechterhalten, die das einzige ist, was zu leben verlohnt. Die Laster, die Sie preisen und die Ungebundenheiten, von denen Sie schwrmen, sind Verirrungen, die von erbrmlicher Leichtigkeit sind. Einem Menschen, den eine gewisse Haltung gegen seine Zeit einzunehmen reizt, sollte es immer nur als eines Mannes wrdig scheinen, sich nicht in dem Schmutz der allgemeinen Phrasen zu wlzen, sondern das schwierigste Ziel mutig anzuerkennen, das in der Regel das edelste ist. Ich wei mich des Verdachtes, den Asketen ins Ohr zu reden, in dem Ausma erhaben, in dem ich das Leben mit aller Glut, deren ich fhig bin, angebetet habe, wo ich es traf. Aber ich sage Ihnen: wenn ich die Wahl zwischen einer schnen unberhrten, einfachen aber groen Seele und der mit allem Glanz auftretenden Macht einer Kurtisane htte, die meinetwegen die ersten Stellen des Staates mit ihrem Namen deckt, ich wrde mich mit der letzten Bestimmtheit fr das Kind entscheiden, dessen Einfalt mit ein Beweis der sittlichen Gre unserer Zukunft ist. Das Scheusal rekelte sich auf seinem Stuhl, als sei er ein Lotterbett. Ein Blick der Frau mute ihn getroffen haben, er zog sein Kinn durch die Hand, als wolle er es bis zu seinem Magen herunterziehen: Sie haben Ihr Herz uns nicht vorenthalten. Die Geschmcker der Menschen sind verschieden. In Mexiko macht man mit Revolvern Jagd auf Rosen, in Bukarest gibt es Flhe so gro wie eine Hand, die wieder Luse haben, die Shne der amerikanischen Finanz heiraten nur noch Damen vom Film, in Partenkirchen ist ein General Ackerbauer geworden, hat eine Trkin zum Weib genommen und fhrt in einem Wagen, den eine Kuh und eine Ziege gemeinsam ziehen. Der Bischof von Speyer, der im Schlo von Bruchsal gemalt ist, rhmte sich mehr geschrieben zu haben, als vierundzwanzig Ochsen transportieren konnten. In Ungarn lernt man die Kinder: es gibt zwei Reiche, Ungarreich und Himmelreich. Was wollen Sie, die Ideale sind immer persnlich. Sie ziehen dies vor, ich jenes. Das Resultat hat immer entschieden. Sie spekulieren in belgischen Francs, an denen Sie verlieren werden, da ich dagegen bin. Sie vertrauen mir an, da Sie fr unberhrte Frauen schwrmen. Vertrauen gegen Vertrauen: ich habe einen Puckel. Diese letzte Rohheit, die zu zynisch war, um verstanden zu werden, veranlate die Frau, ihn zu unterbrechen. Kehren wir zur Literatur zurck, die und sie lchelte das Lcheln einer Madonna, eine gewisse Logik verlangt, der sie nicht entbehren darf. Ich zweifle nicht, da vor den Gesetzen der Literatur dieser Schlu Ihrer Geschichte ebensowenig standhalten kann wie vor denen Ihres Herzens. Sie haben einen Frevel verdammt, den Sie dann verklrt haben, Sie haben einem Glauben, der Sie auszeichnet, die Schrfe der Waffe genommen, die ihn glaubhaft machen kann. Wenn Fehler in der Architektur einer Geschichte liegen, mssen sie aus dem Herzen kommen, das seine Erlebnisse selbst ber die Kunst zu stellen die Angst oder die Khnheit hat. Diese Frau war nicht nur schn, sie besa einen gefhrlichen Geist. Selbst Lionardo wre ber die Gespaltenheit dieses Gesichtes erschrocken, dessen Schnheit unter roten Haaren fast schmerzhaft des Heiligenscheines entbehrte, deren Augen mit der Milde Maria Magdalenas schauten, deren Mund nichts zu wissen schien von den Verzckungen, die ihr Gatte auf schlechte Manier gepriesen hatte, und die eben dieser Gatte fast ebenso kompromittierte, als er sie auszeichnete, weil niemand zu sagen wagte, es gehre mehr Verworfenheit oder mehr Demut dazu, diese Hyne von einem Mann zu ertragen. Der Lebenswandel dieser Frau war von dem denkbarsten Anstand. Man htte jedermann, der sie verleumdete, niederschlagen knnen und htte fr ihre Unschuld garantieren drfen. Und dennoch trug dieses Gesicht, das wie die Inthronisierung des Adels wirkte, den Zug eines Verhngnisses, den Anfang vom Hauch einer ungeheuren teuflischen Verderblichkeit, den Schleier unerhrter Verbrechen um sich, da ihr Anblick auf die seltsamste Weise erschtterte. In diesem Gesicht lagen das Engelhafte und die Glut der Messaline mit einer grandiosen Schnheit auf der Lauer, und dies Gesicht trug, wie von der Vorsehung berufen, die sonst im Inneren vergrabenen Leidenschaften mit einer schamlosen Sicherheit auf der Stirn. Dieses Gesicht ruhte noch in der Huld der Klarheit und seine Gedanken waren noch zart. Nur dem, den das Unheil einmal tdlich in diese Falle verstrickt hatte, war es mglich, auf ihm jene noch verdeckten Ungeheuerlichkeiten zu sehen, die sich darber strzen konnten. Die Geographie dieses madonnenhaften Gesichtes zeigte eine Lust-Welt noch ungesehener, oder entdeckter Frevel bereit, in die Kontinente der Reinheit hineinbrechen. Die Augen dieser Frau waren schleierlos, sie waren gro wie die Augen pompejanischer Frauen, die die Hlfte ihres Gesichtes und dreiviertel ihres Gefhles damit bedeckten. Sie waren dunkel, fast achatdunkel, oval und klarer, als das Schwarz hergibt. Diese Frau durchschaute mich vllig. Ich konnte nichts gromtigeres tun, als es zuzugeben. Die Frau hatte die Sensibilitt eines Herzens, das bei einer Geschichte genau versteht, ob sie erfunden oder ob sie an eine Adresse gerichtet ist, die nicht mehr der Kunst unterliegt, sondern nur dem Herz. Frauen haben immer die unheimliche Witterung der Zusammenhnge, weil sie anders wie die Mnner begabt sind, die Zwischentne wichtiger als die Komposition zu nehmen. Dieser Mangel an Konzentration macht sie aus demselben Grund zu Menschenkennern, der die Mnner zu Pedanten und Starrkpfen verbildet. Wo die Frau versteht, macht der Mann ein Gesetz. Wo die Mnner aber versagen, nmlich die Gesetzmigkeit der Gefhle anzuerkennen, weil sie zu dumm sind, ihnen folgen zu knnen, da verlangen die Frauen mit einer Grausamkeit nach der Logik, die der furchtbaren Idee der Amazonen gleich ist, welche fr die Hingabe an einen Mann den Tod verlangten. Diese Frau, die einen Lionardo erschreckt htte mit den Wegweisern unausgesprochener Trume ber dem hermelinhaften Gesicht, wollte mir erpressen, da ich endlich gestand, da Frevel gegen die Natur von der Natur unerbittlich gerichtet werden. Man konnte sehen, da die engelhafte Frau vor Heihunger bebte, diese Gewiheit zu erhalten, und wenn ihr Mund nicht vor den Qualen einer geahnten Grausamkeit lebte, war es nur, weil dieser Mund der verschwiegenste war, den eine Frau besa. Niemand konnte sich rhmen, ein Wort gehrt zu haben, das die Seele der Sprecherin betraf. In dieser Zeit waren alle Frauen, da sie den Weg der Familie und damit der Zurckhaltung verlassen hatten, bereit, mit einem schndlichen Zynismus Dinge auszusprechen, die einer Frau die Weiblichkeit nehmen und verchtlich machen. Eine Frau, die sich preisgibt, hat ihre wundervollste Begnadung, schweigend zu verstehen und ohne Enthllung verehrt zu werden, eingebt. Die Frau wollte mich durchbohren: In der Tat, erwiderte ich und warf ihr ebenfalls einen kalten Blick zu, diese Geschichte nahm ein anderes Ende, da das Leben oft grausamer ist als die Literatur. Das Leben htte in einer Zeit, wo die tolle Khnheit die Ausnahme und die Tugend eine schne Gewohnheit waren, ohne Zweifel nicht das Ma von Entsetzen aufgebracht, mit der Gier eines Panters zu vernichten, sondern htte jenes Ma an Shne zugelassen, das der Tod in seiner schnen Gre immer bereit hlt. Diese Geschichte htte ihren Beweis in einer vollendeten und klaren Epoche gefunden, wo die Frauen wirklich das Zeichen ihrer himmlischen Abkunft wie einen unsichtbaren Schein getragen haben. Diese Zeit des Verruchten aber macht das Schicksal, das den Sieg will, (das heit, die Durchsetzung der echten Liebe, die Anerkennung der Gre der Gesittung), unerbittlich wie einen Feldherrn, der Tausende opfert, um das Schlachtfeld zu behaupten. Die Frauen, die mit einer Reinheit im Herzen untergehen, sind die Marksteine einer wunderbaren Generation von Frauen, die hinter diesen Mrtyrerinnen herkommen werden. Die Natur macht aus ihrem Blut jene Shne, an die Sie nicht glauben wollen, weil das Leben es nicht in diesem einen Fall bejaht hat. Zeiten der Gesetzlosigkeit zwingen zu tten, wo man in Jahren der Harmonie vor Liebe gebebt htte. Dieser Capt. Pound htte es in der Hand gehabt, Ritch zu erschieen, aber er war in der Hand des Schicksals und dieses lie ihn den Schu nicht tun, der die Tugend gerettet htte. Er entdeckte die Puppe nach zwei Stunden, warf Ritch aus dem Auto und fuhr zurck. In diesen zwei Stunden war Grace hinter George Good hergeschlichen und hinter ihm in die Wohnung geschlpft. Der Kampf, der sich zwischen ihr und dem ehemaligen Matrosen des Leviathan abspielte, war der Kampf des Spleen gegen besinnungslose Anbetung. Der junge Mann flehte sie auf den Knieen an, sich die Kette schenken zu lassen. Der Trotz des Mdchens, das den Mann in ihm vllig bersah, lechzte danach, ihn zu rauben. Diese Szene war von scheulicher Dramatik, Grace versuchte, mit der Pistole in der Hand den Mann zu reizen, sie sagte ihm Verchtliches und wnschte, indem sie ihn wie Diana niederschmetterte, den Ha in seinen Augen zu sehen. Die Liebe aber war zum erstenmal in sein Herz gebrochen und er konnte ihr nichts wie die Ergebenheit beweisen, die von seiner Seele in sein Gesicht trat. Die Seele dieses Mdchens blieb von der Klte umsponnen, in die sie verwirrt war. Sie trieb den Mann in die Ecke, als ihr zu ihrem Unglck eine Idee kam. Sie ffnete den Rahmen eines Bildes, indem sie gegen die Wand schlug und sah die Kette in dem Augenblick, als Pound eindrang. Sie drehte sich um, schrie und fiel zusammen. Die zweite Kugel traf Good ... Als der Wagen, der Graces Krper nach dem Friedhof brachte, durch das Tor des Landhauses in York fuhr, hatte man Mhe, die Windspiele zu beruhigen, die ein seltsames Spiel trieben. Sie waren den Pferden dicht gefolgt, pltzlich fingen die Gule an zu laufen, da sie den Sarg fast auf die Strae geschleudert htten, die Allee hinauf, die sich geheimnisvoll vernebelte. Die Hunde sprangen mit groen Stzen ber den Wagen hin und zurck. Wre es nicht schaurig gewesen, dieser Anblick htte einen Henker rhren mssen. Die Tiere hatten mehr Gefhl fr ein Herz, das auserlesen gut war, als das Leben, von dem sie es zurckverlangten. Capt. Pound erlebte einen Zusammenbruch, der ein Damaskus war. An der Leiche brach er zusammen. Man kennt die Geheimnisse der Menschen nicht, ihre Erkenntnisse sind von noch grerer Dunkelheit. Da er in eine Melancholie verfiel, die ihn der Welt entzog, steht die Frage offen, was diesen rohen Meervagabunden gewandelt hatte. Es gibt nur eine Erklrung: die Liebe, die der Tod an seiner Seite als Shne in ihm erweckte. Dafr gibt es einen Beweis, den Jonny Rumford aufgezeichnet hat, wenn Beweise von Irren anerkannt werden sollen. Capt. Pound ward in einem Pflegehaus gehalten, das ein milder Name fr einen Aufenthaltsort von Irren ist, und von dem aus er die Pfiffe der Dampferrohre hren, die Masten und Vertauungen der Handelsschiffe sehen konnte. In dem Garten gab es einen von Rosenstcken umpflockten Weg, den der athletische Soldat auf- und abstampfte, sein Bein auf der Schulter. Wenn ein neues Schiff eingelaufen war, benutzte er es als Fernrohr. Er sah genau hindurch, und wenn es ihm mifiel, kommandierte er Feuer. Als Jonny Rumford im Hafen hrte, sein Capt. hause hier, ging er in den Garten, wo ihn Pound mit einer Salve empfing. Er hatte das Bein auf eine Gabel gelegt wie ein Scherenfernrohr, als wolle er den Mars beobachten und stampfte mit dem Holzbein auf den Zement, da es klang, als wrden Schiffskanonen gelst. Halloooooo, Capt., come on ... schrie Jonny, Cuba ist ein Paradies gegen dieses Dreckloch, da erkannte ihn Pound. Er lie ihn eine viertel Stunde in Habtachtstellung stehen, was Jonny anstrengte, der im Hafen keinen Alkohol erhielt, dann umarmte er ihn. Die Trnen rannen ihm aus den Augen, was Jonny vllig verwirrte. Auerdem nannte er ihn Grace. Diesen Wahnsinn hat der Matrose seinem Herrn nicht vergessen, er verstand ihn nicht und, wie alle primitiven Naturen, empfand er eine Beleidigung in dem Satz, wo dem Soldaten das Herz geborsten war. Es hatte sich geffnet in einer verrckten Weise, aber was fragt die Liebe nach dem, was den Menschen Bequemlichkeiten oder ungeheure Leiden sind. Die Liebe hatte dieses Herz in einen erbarmenswerten Abgrund geschleudert, aber sie hatte es erreicht, auch wenn der Verstand diese Glut nicht mehr ertrug. -- -- -- Die junge Frau sah mich, als ich zu erzhlen aufhrte, mit jenen groen Augen an, die nicht feucht zu werden brauchen, um erschttert zu sein. Sie sind, sagte sie mit einem furchtbaren Hohn, stets auf der Seite, wo Sie entschuldigen knnen, whrend Sie die Verdammnis predigen. Das Gesicht der Frau war in diesem Augenblick von einer Leidenschaft verdunkelt, die den Kopf von Bestien schmckt, deren Zge genug Sigkeit der Linien und der Farben haben, um den Kontrast unertrglich wild zu machen. Sie hatte ohne Zweifel die Absicht, mich durch ihre Verachtung verzweifelt in sie verliebt zu machen. Sie bewegte ihren Stuhl ein wenig nach der Lampe, in diesem Augenblick htte niemand gezweifelt, eine Madonna vor sich zu haben, deren Lieblichkeit Rafael bis ins Herz gerhrt htte. Was wrden Sie tun? frug ich die Hyne, und lachte, wenn man Ihnen vorwrfe, da Sie die Whrung einer Nation vernichteten, aber aus einer Sentimentalitt heraus die Papiere lobten, die Sie verachten und die unter den Hnden Ihrer Makler wie ein Hllensturz fielen? Die Frau warf mir einen furchtbaren Blick der Sanftmut zu. Das Scheusal, das einige Jahre darauf von einer tobschtigen Dirne von der Galerie in einen Kronleuchter geschleudert und erdrosselt ward, war bla vor Gift. Der Heroe seines Handwerks antwortete: Dasselbe, was Daniel Drew nach Vanderbildt tat, als man ihn fragte, warum er die Eisenbahn zum Entsetzen seiner Brger vertrustet habe, wo er doch tglich fr seine Mitmenschen bete: Ich wrde Sie bitten, mir den Puckel herunterzurutschen, wenn es nicht so beschwerlich wre. Die Hyne verschwand wie der Blitz. Es gibt Frauen, deren Herz die Liebe nie erreicht. Ihr Mund ist so verschlossen wie ihr Herz. Aber auch die Heuchelei der Ausschweifung, die hinter einer gttlichen Stirn haust, welche die Liebe nicht versteht, wird zu irgendeiner Stunde entlarvt. Diese Geschichte, welche einmal den Trost der Liebe und der Shne dem zerschmetterten Blick einer bewundernswerten und tapferen Frau bringen sollte, mit der ich fr ein Drittel meines Vermgens durch die Schsse verrckter Bauern eine Nacht im litauischen Leiterwagen fuhr, hatte diese nie erreicht. Auf der Station der Grenze, wo ich sie erwartete, kam damals nur die Nachricht eines Todes an mich, der im Anblick des vernichteten Kindes in ihre Seele jh und sanft eingetreten war wie der Schlaf. Diese Frau aber, an welche die Geschichte von Lady Grace nun durch einen Zufall gelangt war und deren Seele auf der Sanftheit eines reinen Herzens zu schimmern schien, verachtete die Liebe, deren sie nicht wert schien. Sie verlie das Scheusal, das fast zugrunde ging ber die Entdeckungen, die seine Freunde nach ihrer Flucht ber ihre Ttigkeit als Gattin machen muten. Da er nur seinen Schmerz liebte, verging er vor Eifersucht ber Qualen, die seine Eitelkeit ber die Ausschweifungen dieser Frau empfand. Sie lernte in Ouchy einen Sekretr Kemal Paschas kennen, als dieser die Frauen aus den Harems zur Bettigung in der ffentlichkeit ausrief. Diesen verlie die ehrgeizige Frau, um ihr Schicksal an einen der Generale zu hngen, die das Bild unserer Welt zu bestimmen den unzweifelbaren Auftrag haben. Sie wute den Frevel, den sie mit jener Freiheit, die sie nicht zu benutzen verstand, bte, hinter einem immer geschlossenen Lippenpaar zu verbergen, das der Glut einer nicht ganz erblhten Rose glich und hinter einer Stirn, die sich in nichts von dem kalten Glanz der Schneeberge unterschied. In Tripolis ward sie auf der Strae durch den Mund geschossen. Gott hat viel Mitleid und sieht lange zu, aber die Natur ist grausam, wenn seine Geduld zu Ende ist. Das Schicksal, das sich den Ort aussucht, an dem es straft, ffnet auf die furchtbarste Weise die Lippen, die sich der Liebe entziehen wollen. Dieses Werk erschien im Sommer 1923 als vierzehnter und fnfzehnter Band der Reihe Das Prisma im Verlag Hans Heinrich Tillgner, Berlin. Den Einband entwarf W. E. Gerull. Druck des Textes F. E. Haag, Melle, der Steinzeichnungen A. Ruckenbrod, Berlin. Hundert numerierte Exemplare wurden auf Btten gedruckt, mit der Hand in Leder gebunden und vom Autor signiert. Die ganzseitigen Steinzeichnungen dieser Ausgabe wurden vom Knstler signiert. Anmerkungen zur Transkription Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Weitere nderungen sind hier aufgefhrt (vorher/nachher): [S. 20]: ... unseren Pelzen sich einschieen wollten, den Flu nach einer berfahrt ... ... unsere Pelzen sich einschieen wollten, den Flu nach einer berfahrt ... [S. 20]: ... das letzte Drittel wrde demjenigen das Leben kosten, der ... ... das letzte Drittel wrde denjenigen das Leben kosten, der ... [S. 23]: ... ich nicht gefrchtet htte, sie in ihrem Schmerz zu verletzten. Ich ... ... ich nicht gefrchtet htte, sie in ihrem Schmerz zu verletzen. Ich ... [S. 29]: ... ist eines jener tiefen Mysterien der weiblichen Seele, die, wenn ... ... ist eines jener tiefen Mysterien der weiblichen Seelen, die, wenn ... [S. 39]: ... mssen. Was hatten Sie gehabt, rief ich wohl etwas zu prahlerisch, ... ... mssen. Was htten Sie gehabt, rief ich wohl etwas zu prahlerisch, ... [S. 39]: ... auszubrechen, denn je mehr ich mich begeistere, um so furchtbarer ... ... auszubrechen, denn je mehr ich mich begeisterte, um so furchtbarer ... [S. 40]: ... sie wie ohnmchtig zurckfallen. Ein Blick, den ich durch ein ... ... sie wie ohnmchtig zurckzufallen. Ein Blick, den ich durch ein ... [S. 45]: ... vermochte. Besonders glnzende Figuren muten damals sich ... ... vermochte. Besonders glnzende Figuren wuten damals sich ... [S. 47]: ... in jener gewitterhaften Gte, die er selbst ber die Schuldigsten ... ... in jener gewitterhaften Gte, die es selbst ber die Schuldigsten ... [S. 81]: ... die Zge kreuzte, an denen zuerst Good, dann Pound an ihr ... ... die Zge kreuzte, in denen zuerst Good, dann Pound an ihr ... [S. 81]: ... vorber nach der Ostsee sausten. Keine Betonung bedarf es, da ... ... vorber nach der Ostsee sausten. Keiner Betonung bedarf es, da ... [S. 101]: ... der Zeit erfordert den Zynismus. Wer heute Greenbecks besitzt, ... ... der Zeit erfordert den Zynismus. Wer heute Greenbacks besitzt, ... [S. 103]: ... Jahreszeiten bis zu Holbein und Frau Angelico die Welt gemalt und ... ... Jahreszeiten bis zu Holbein und Fran Angelico die Welt gemalt und ... [S. 104]: ... sind. Einen Menschen, der eine gewisse Haltung gegen seine Zeit ... ... sind. Einem Menschen, den eine gewisse Haltung gegen seine Zeit ... [S. 110]: ... ward in einem Plegehaus gehalten, das ein milder Name fr einen ... ... ward in einem Pflegehaus gehalten, das ein milder Name fr einen ... [S. 111]: ... klang, als wrden Schiffskanonen gelst. Halloooooo, Capt., com ... ... klang, als wrden Schiffskanonen gelst. Halloooooo, Capt., come ... End of Project Gutenberg's Die Engel mit dem Spleen, by Kasimir Edschmid License: Share Alike