Produced by Alexander Bauer, Jana Srna and the Online Distributed Proofreading Team at https://www.pgdp.net [ Anmerkungen zur Transkription: Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen. Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit _ markiert. ] ALEXANDER ENGEL HERR ADAM UND FRAU EVA 1.-3. Taus. 1920 WILA Alle Rechte, besonders das der bersetzung vorbehalten. Verlags-Nr. 49 Druck der Gesellschaft fr graphische Industrie Wien VI. DER APFEL DER EVA LIEBE ZENSUR! Insoferne du noch lebst, berblttere freundlichst dieses Kapitel. Eine Frau ist nur schn, wenn sie schner ist. * * * * * Ein Abgrund lockt die Frauen wie ein geheimnisvoller Brunnen: sie wollen hineinsehen. * * * * * Scham ist, wenn man seine unvollkommenen Reize verbirgt. * * * * * Das Herz ist die Heimat der Frau, aber es gibt Frauen, die in ihrem Patriotismus zu weit gehen. * * * * * Bevor eine Frau sndigt, ruft sie alle Heiligen an. * * * * * Eine anstndige Frau fllt nur -- in Gedanken. * * * * * Auch Frauen, bei denen du nichts gewinnen kannst, sehen es gerne, wenn du ... alles wagst. * * * * * Die Treue ist die reizendste Laune einer Frau. * * * * * Eine Frau verrt leichter ein Seelen- als ein Toilettengeheimnis. * * * * * Wenn eine tiefe Frau liebt, so fllt sie; eine oberflchliche schwankt. * * * * * Wundere dich nicht ber die Schwankungen einer Frauenseele; sie ist ein Meer von Widersprchen -- auch sie hat Ebbe und Flut. * * * * * Frauen versprechen nicht gerne das, was sie halten. * * * * * Manche Frau gleicht dem schiefen Turm von Pisa: sie neigt sich, aber sie fllt nicht. * * * * * Ein Mann ist eiferschtig mit dem Herzen oder mit den Sinnen, eine Frau mit der Eitelkeit. * * * * * Die Frauen erraten eine Liebeserklrung lange bevor sie ausgesprochen ist. * * * * * Die Treue einer Frau ist Sache der -- Geschicklichkeit. * * * * * Jede schne Frau im Neglig kokettiert mit dem Gedanken: Wenn jetzt ein Mann ins Zimmer treten wrde! * * * * * Der Plural von Liebe ist Untreue. * * * * * Der Widerstand einer Frau wirkt immer dekorativ. * * * * * Die Tugend mancher Frau ist so klein, da sie in einem Portemonnaie Platz findet. * * * * * Psycho-Analyse! Was ist das fr eine schne wissenschaftliche Ausrede. * * * * * Mdchen, die zu weit gehen, bleiben am leichtesten sitzen. * * * * * Manche Frau weicht einer Gefahr aus, um sich in die andere zu strzen. * * * * * Es gibt wohl viele Liebhaber, aber -- sehr wenig Liebende. * * * * * Eine aberglubische Frau bleibt nie beim -- dreizehnten Anbeter stehen. * * * * * Die Tugend hat einen leisen Schlaf; oft weckt sie schon ein Kompliment. * * * * * Wenn eine Frau erklrt, sie werde uns auf halbem Wege entgegenkommen, so sind wir sofort bereit -- weiter zu gehen. * * * * * Wenn man einem Manne den kleinen Finger zeigt, will er gleich die ganze -- Figur. * * * * * Koketterie: Ein Scheck, den anstndige Frauen auf eine Bank ausstellen, in der sie -- kein Guthaben besitzen. * * * * * Schn ist eine Frau, wenn wir sie beim Verlassen ihres Boudoirs noch schner finden. * * * * * Die Frauen schtzen die mutigen Mnner, die khnen aber belohnen sie. * * * * * Die schne Frau: Sie drfen meine Ehre angreifen, aber nicht meine Frisur. * * * * * Eine tugendhafte Frau schliet in einem schwachen Augenblick stets die Augen, um sagen zu knnen, sie sei blind gewesen. * * * * * Die wenigsten Frauen sind Egoistinnen, denn am liebsten vergessen sie sich. * * * * * Wir suchen oft lange Zeit den richtigen Schlssel zum Herzen einer Frau und es ist -- offen. * * * * * Die Mdchen lieben, weil sie _nicht_ wissen; die Frauen lieben, weil sie wissen. * * * * * DER PARK DER ERKENNTNIS JUNGE MDCHEN! Eintritt verboten! Moral ist eine Alterserscheinung. * * * * * Zum Heiraten gehren zwei, zum Scheiden -- drei. * * * * * Wenn man sich eine Ehe gar nicht erklren kann, nennt man sie -- Vernunftehe. * * * * * In der Ehe-Mathematik stimmt die Rechnung in den seltensten Fllen, weil man vergit, mit einer -- unbekannten Gre zu rechnen. * * * * * Die Tugend mancher Frau beruht auf -- der Anstndigkeit eines Mannes. * * * * * _Monolog eines Ehemannes_: Die Frau braucht tausend Grnde, um zu lieben und keinen einzigen, um zu betrgen. * * * * * Die Sterne, die Mnner fr Frauen vom Himmel holen, kennt die Astronomie nicht. * * * * * Die Frauen wissen gewhnlich schon vor der Ehe, was Liebe ist, aber in der Ehe -- vergessen sie es. * * * * * _Mnnliche Treue_: Ein Dieb, der nicht erwischt wird. * * * * * Die Fasson, nach der eine Frau selig wird, mu gewhnlich der Mann bezahlen. * * * * * Die ehrlichsten Worte sind die, die uns entschlpfen. * * * * * Treue ist die Ehre der Liebe. * * * * * Der Hafen der Ehe ist ein Kriegshafen. * * * * * Es gibt nichts Unanstndigeres als die sogenannte Moral. * * * * * Zwei Herzen verstehen sich leichter als zwei Kpfe. * * * * * Liebe? Oft eine Harmonie aus lauter Dissonanzen. * * * * * Am huslichen Herd verbrennt sich fast jeder die Finger. * * * * * Frauen verlangen nie das Unmgliche von dir, weil sie nichts fr unmglich halten. * * * * * Tiefe Herzen brechen geruschlos. * * * * * Wrde man Frauen-Ministerien einfhren, gbe es sicher keine Minister -- ohne Portefeuille. * * * * * _Die Freiheitslge_: Ehemnner wollen niemals die groe Freiheit, sie wollen nur kleine Freiheiten. * * * * * Es gibt wohl viele bessere Ehen, aber sehr wenig gute. * * * * * Die Frauen sind Rtsel, sagte der Ehemann. Und er lie sich scheiden. Damit hatte er die beste Lsung gefunden. * * * * * Bilde dir nicht zu viel auf die Liebe einer Frau ein -- oft erhrt sie dich nur, weil sich ihre Eitelkeit langweilt. * * * * * Im Leben heit es: Aller Anfang ist schwer -- in der Liebe ist das Ende viel schwerer. * * * * * Die Liebe ist vollkommen, nur die Liebenden haben Fehler. * * * * * Erlebte Romane liest man nicht gerne zweimal. * * * * * Oft ist die Liebe schon gestorben und die Eifersucht lebt noch. * * * * * Der Mann ist das Schicksal der Frau. Es gibt Frauen, die viele Schicksale haben. * * * * * Die platonische Liebe findet man nur im Konversationslexikon oder in der Ehe. * * * * * Fr die meisten Dummheiten im Leben wird die Liebe verantwortlich gemacht. * * * * * Abenteuer? Wenn wir sie suchen, finden wir sie nicht, aber wir finden sie immer, wenn wir sie nicht suchen. * * * * * Was kein Philosoph erklren, aber jeder Dummkopf fhlen kann, das ist Liebe. * * * * * Wenn zwei Egoismen sich vermhlen, so nennt man das Konvenienzehe. * * * * * Wie mu dich eine Frau lieben, wenn sie dir das Unrecht verzeiht, das -- sie dir zufgt. * * * * * Der Don Juan glaubt das Leben zu genieen, inzwischen verzehrt es ihn. * * * * * Ich hatte einmal eine Schauspielerin gekannt, die hatte das Temperament der Temperamentlosigkeit. * * * * * Nichts findet man leichter, als eine Frau -- fr einen anderen. * * * * * Wenn ein Mann mit seiner Freundin soupiert, zahlt er die Rechnung, ohne sie anzusehen -- soupiert er mit seiner Frau, so rechnet er nach. * * * * * _Zoologie des Lebens_: Die Katzen glauben nicht an die Treue des Hundes. * * * * * Die guten Erfahrungen in der Liebe werden einem immer erzhlt, die schlechten macht man selbst. * * * * * Es ist im Grunde ganz gleichgltig, _wen_ du heiratest -- die Richtige kriegst du ja doch nicht. * * * * * Man kann wohl der Frauen berdrssig werden, aber niemals der Liebe. * * * * * Man nimmt schwermtigen Abschied von seiner -- letzten Torheit. * * * * * Fr seine blonden Haare sucht man sich eine Geliebte, fr die grauen eine Gattin. * * * * * Wenn dir ein Mdchen Herz und Hand bietet, sei bescheiden und nimm das Herz. * * * * * Oft ist die Ehe nur eine Ergnzung zweier Portemonnaies. * * * * * Die schlechten Gewissen der Mnner sind die besten Kunden der Juweliere. * * * * * _Aus dem Tagebuche eines Dritten_: Ein Ehemann darf nichts ahnen -- das ist Taktsache. * * * * * Willst du dein Ideal verlieren, so heirate es. * * * * * Man findet oft zu einem Frauenherzen nicht den richtigen Schlssel, weil -- zu viele passen. * * * * * In mancher Ehe sollte das Fremdenzimmer fr den Gatten reserviert bleiben. * * * * * Die Weltanschauung einer Frau hngt davon ab, ob die Welt sie anschaut. * * * * * Es gibt nichts Traurigeres, als eine Liebe, die nicht den Mut findet, zu sterben. * * * * * _Vulkane_: So mancher Vulkan endet als -- Herdfeuer. * * * * * Wenn eine Frau in ihrer Ehe unglcklich ist, rasselt sie so lange mit ihren Ketten, bis sie jemand hrt. * * * * * Wie kann man nur zwei Frauen gleichzeitig lieben? Bei der einen liebt man die Seele, bei der anderen die Nackenlinie. * * * * * Schnen Frauen verzeihen die Mnner alles, die Frauen -- gar nichts. * * * * * Die schrfsten Ehegegner sind die Ehemnner. * * * * * Auch die feinste Frau hat eine -- Volksausgabe. * * * * * Ein Mann ist oft aus edlen Motiven unanstndig, eine Frau ist aus unanstndigen Motiven edel. * * * * * _Erfahrung in der Liebe_: Wenn dich eine Brnette betrogen hat, lufst du einer Blonden nach. * * * * * Das Geistreichste, was ein Mann einer Frau sagen kann, ist ein -- Kompliment. * * * * * Die Unschuld errtet, die Prderie schmt sich. * * * * * Das reizendste Lcheln haben Frauen, wenn es gilt, eine Torheit zu verzeihen, die wir ihretwegen begangen haben. * * * * * Fr die Freiheit, die wir verlieren, gibt es stets eine ehrliche Finderin. * * * * * _Vernunftehe_: Ich habe so viel Geld fr die Frauen ausgegeben -- sprach der Lebemann -- da ich mir alles wieder durch eine hereinbringen will. * * * * * Von einer groen Leidenschaft bleibt oft nichts anderes brig, als eine kleine Erinnerung. * * * * * Ich erreiche alles, was ich will, prahlte die eigene Kraft. Der Zufall lachte dazu mit dem Munde einer schnen Frau. * * * * * Es gibt Blicke, die die Zensur verbieten sollte. * * * * * Mnner schmcken sich fr Frauen; Frauen auch. * * * * * Mnner entdecken, Frauen erfinden. * * * * * _Preisfrage_: Wie kann der Schnee unschuldig sein, wenn er fllt? * * * * * Oft ist uns eine Frau nur teuer, weil sie billig ist. * * * * * Die Ehe ist das hchste _Hazard_ -- sagte der Ehemann. Man sollte sie verbieten. Das wrden sich die _Kiebitze_ nicht gefallen lassen, bemerkte der Dritte. * * * * * Die Geschichte verschweigt, ob die Richter, vor denen Phryne stand, jung, alt oder in den mittleren Jahren waren. * * * * * Viele denken von der Institution der Ehe sehr hoch und von den Frauen sehr gering -- deshalb heiraten sie nicht. * * * * * Tiefe Frauen haben nur Amateurwert. * * * * * _Makrobiotik_: Die Ehe verlngert wohl nicht das Leben, aber sie lt es uns viel -- lnger erscheinen. * * * * * Die Liebe und die Gewohnheit sind zuerst erbitterte Feindinnen, spter schlieen sie aus Bequemlichkeit eine Konvenienzehe. * * * * * Eine Frau kann viel leichter klug sprechen, als klug schweigen. * * * * * _Die gute Einteilung_: Zuerst trumen die Frauen von der Liebe, spter lieben sie und zum Schlusse erinnern sie sich. * * * * * Eine Vernunftehe ist ein Geschft, bei dem sich beide Teile verrechnen. * * * * * Wir sind so lange jung, so lange unsere Torheiten jung sind. * * * * * Sich so geben, wie man ist, das verzeiht nur die Liebe. * * * * * Wenn eine Frau sagt: Ich _knnte_ Sie lieben -- so ist das nur ein grammatikalischer Irrtum. * * * * * Es gibt nichts Schwierigeres, als dort galant zu sein, wo man galant sein -- mu. * * * * * Den Frauen verdankt man oft die groen Karriren, die kleinen wollen ehrlich verdient sein. * * * * * Das Vertrauen, das uns Frauen schenken, macht uns alt. * * * * * _Der Abgrund_: Einem Manne schwindelt vor einem abgrundtiefen Brunnen, eine Frau sucht lchelnd im Wasserspiegel ihr Bild. * * * * * In der Liebe verlieren die Dummen das Herz, die Klugen auch noch den Kopf. * * * * * Die Sorge ist weiblichen Geschlechts und doch verlt sie uns nie. * * * * * Wenn eine Frau zu dir sagt: Darf ich mir eine diskrete Frage erlauben?, so erwartet sie eine -- indiskrete Antwort. * * * * * Einer Schlanken sage vor allem, sie sei schlank, einer Korpulenten -- ebenfalls. * * * * * _Physik_: Die Treue des Mannes beruht oft auf dem Gesetze der Trgheit. * * * * * _Mathematik._ In mancher Ehe ergnzen sich drei. * * * * * _Grammatik_: Die Treue ist viel weniger weiblich, als die Grammatik ahnt. * * * * * _En tout cas._ Der Schirm, den ein Mann einer Frau zum Schutze anbietet, ist immer ein Fallschirm. * * * * * Eine kluge Frau vergit nie ein Rtsel zu sein. * * * * * _Bekenntnis eines Altruisten_: Ich brauche eine Frau, um sie zu -- vernachlssigen. * * * * * Liebe ist die poetischeste Form der Zeitverschwendung. * * * * * Die Unschuldigen gewhren, die Erfahrenen -- versagen. * * * * * RINGELSPIEL IM PARADIES Den Ausnahmen ihres Geschlechtes, also _allen_ Frauen, in tiefer Verehrung. Wenn der Teufel keine Zeit hat, irgendwo zu erscheinen, schickt er eine Frau als seine Stellvertreterin. Und sie macht die Sache besser. * * * * * _Mrchen._ Eine hliche, taube Frau gewann pltzlich eines Tages wieder ihr Gehr. Ein Jngling hatte ihr ein Kompliment gemacht. * * * * * Melancholische Frauen sind kostspieliger als die lustigen -- sie setzen sich ber die Nichtigkeiten des Daseins nur hinweg, indem sie sie genieen. * * * * * Siegt eine Frau, so triumphiert sie laut -- wird sie besiegt, triumphiert sie im stillen. * * * * * Am gefhrlichsten sind die sogenannten ungefhrlichen Frauen. * * * * * Die Liebe ist das Talent der Frau, aber auch hier gibt es verkannte Talente. * * * * * Kniginnen haben das Schaffott stets in schnster Toilette bestiegen. Wenn sie schon den Kopf verlieren, mute ihre Frisur in Ordnung sein. * * * * * Die Frauen bieten uns das Paradies, um uns vergessen zu machen, da wir es ihretwegen verloren haben. * * * * * Manche Frau schwrt mehr Treue, als zehn Mnner halten knnen. * * * * * Es gibt nur wenig Frauen, die bis -- dreiig zhlen knnen. * * * * * Die erste Liebe hat nur Erinnerungswert. * * * * * Es gibt unter den Frauen verschlossene Naturen, die sich tief dekolletieren. * * * * * _Memoiren einer Schauspielerin_: Sie _erinnert_ sich, wie oft sie sich _vergessen_ hat. * * * * * Wenn Frauen hie und da aufrichtig sind, so verstellen sie sich nur. * * * * * Eine Liebe, die an das Ende denkt, hat nie angefangen. * * * * * Zwei Gefhlchen spielen oft miteinander Liebe. * * * * * Die Koketterie ist eine spanische Wand, hinter der sich die Eitelkeit amsiert. * * * * * _Frauentugend_: Viele Frauen verdanken ihre Tugend nicht der ffentlichen Moral, sondern der heimlichen Trgheit. * * * * * Eine Liebe, die von Komplimenten lebt, stirbt an der ersten Wahrheit. * * * * * Wieviel Frauen haben schon Karriren begrndet, aber wieviel Karriren wurden auch schon durch Frauen zerstrt. * * * * * Frauenfreundschaft ist eine Kulissenwand, sie fllt um, wenn man sich an sie lehnt. * * * * * Tugend und Laster, Treue, Untreue, Anstndigkeit, Unanstndigkeit. Wie oft bei den Frauen nur Stimmungssache, oder Laune der Nerven. * * * * * Eher bewundert eine Frau zehn Mnner, als eine einzige Frau. * * * * * Jede schne Frau ist ein Paradies, das man jeden Augenblick -- verlieren kann. * * * * * Koketterie ist bei vielen Frauen -- Kampf ums Dasein. * * * * * _Inszenierung_: Frauen sind die geschicktesten Regisseure des Zufalls. * * * * * Selbst in ihrer Liebe fragt eine Frau: Wie kleidet mich das Glck? * * * * * Wer sich in der Liebe einmal die Finger verbrannt hat, sucht immer wieder das Feuer. * * * * * _Sport_: Die Frauen spielen am liebsten Tennis, Bridge und Liebe. * * * * * _Naturam, si expellas_ .. Die Frauen sind seit dem Paradies die gleichen geblieben, sie haben nicht den Charakter gewechselt, nur die -- Toilette. * * * * * Wenn eine Frau keine Kaprizen hat, so ist das ihre letzte -- Kaprize. * * * * * Man soll die Frauen nehmen wie sie sind, oder gar nicht. * * * * * Eine Frau von dreiig Jahren verzeiht der Zwanzigjhrigen alles, nur nicht die zehn Jahre. * * * * * _Impulsive Frauen._ Wo es mir pat, bin ich impulsiv -- sagte eine Frau. * * * * * Es gibt nur eine Frauenfrage und die heit: Liebst du mich? * * * * * Die Grundstze einer Frau? Fromme Gule, die eines Tages wie wilde Rennpferde die Flucht ergreifen. * * * * * Frauen bauen Labyrinthe, die mit allem Komfort ausgestattet sind. * * * * * _Spielzeug._ Die Lieblingspuppen der Frauen sind: Freundschaft und Liebe. Sie spielen so lange mit ihnen, bis sie sie ruiniert haben. * * * * * Wenn eine Frau einmal nicht eitel ist, so ist sie eitel darauf. * * * * * Von der Hoffnung und von den Frauen lt man sich immer wieder gerne betrgen. * * * * * In der Liebe suchen die Frauen stets einen Meister, um ihn zu bertreffen. * * * * * Die Liebe ist blind, oder sie drckt ein Auge zu. * * * * * Frauen haben zwei Seelen, eine Wochentags- und eine Sonntagsseele. * * * * * Zuerst spielen die Frauen mit der Liebe, spter spielt die Liebe mit den Frauen. * * * * * INTERMEZZO MEINE LIEBEN MDCHEN, FRAUEN UND WEIBER BERHAUPT! Bitte, seid nicht bs, da in diesem Kapitel nicht von euch die Rede ist, aber es gibt wirklich auch noch andere Dinge auf der Welt. _Justizirrtum._ Es sollte auch Anklagebnke fr Richter geben. * * * * * Im Leben findet man viel mehr Kitsch als in der Kunst. * * * * * Der wahre Skeptiker zweifelt zum Schlu sogar an seinen Zweifeln. * * * * * So manche Zelebritt ist imstande, den Ruhm zu diskreditieren. * * * * * Die Eitelkeit hat den besten Magen, sie verschlingt alles und wird nie satt. * * * * * _Menschenkenner._ Kellner und Kokotten sind die besten Menschenkenner, vielleicht weil sie ihr Publikum stets im Umgang mit dem Gelde sehen. * * * * * Diplomatie ist die Kunst, Dinge, die nie kommen werden, mit Sicherheit vorauszusagen. * * * * * _Jardin secret._ Es gibt Geheimnisse, die man sogar sich selbst nur schwer anvertraut. * * * * * Wer sich selbst beherrscht, ist ein Knig -- wenn auch zumeist in einem sehr kleinen Reich. * * * * * Die wahre Kunst fhlen auch die, die sie nicht verstehen. * * * * * Mut ist das, wovon der andere immer noch weniger hat. * * * * * Wie schn mu die Wahrheit sein, wenn sie nackt spazieren geht. * * * * * _Jurisprudenz._ Die besten Verteidiger sind die, die auch jenen ihre Ehre zurckgeben, die nie eine hatten. * * * * * Unsterblichkeit: Oft eine Laune der Nachwelt. * * * * * Erfahrung ist, wenn man seine Dummheiten mit Klugheit begeht. * * * * * Es gibt Menschen, die nur ernst genommen werden, weil sie nichts ernst nehmen. * * * * * Man hofft immer auf das -- Unverhoffte. * * * * * Wer seine Ideale verlieren kann, hat sie nie besessen. * * * * * Zwei Autoren geben sich oft Rendezvous auf einem Gemeinplatz. * * * * * Selbst Clios berhmter Griffel hat die Snden der La Vallire und Pompadour gewissenhafter verzeichnet, als die Tugenden der Kniginnen, wie sich die Weltgeschichte berhaupt mehr fr die Mtressen der Knige interessiert, als fr ihre Frauen. * * * * * Man kann auch ber seine Verhltnisse sparen. * * * * * So mancher, der in die Hhe kommt, legt mit seinen alten Kleidern auch seine alten Freunde ab. * * * * * Auch die vornehmsten Gassen haben ihre Gassenhauer. * * * * * Man kann auch die Korruption diskreditieren, indem man zu kleine Bestechungen nimmt. * * * * * Erinnerungen -- Seifenblasen fr Erwachsene. * * * * * _Kunst._ Erst, wenn der Knstler sich verbirgt, enthllt er seine letzte Kunst. * * * * * Heutzutage hat schon jeder Winkeldichter seinen Dichterwinkel. * * * * * Man trumt so lange vom Glck, bis man es verschlft. * * * * * Wir glauben mit der Stunde zu spielen und die Stunde spielt mit uns. * * * * * Das Entrstungsbedrfnis ist viel strker im Menschen als der Begeisterungsdrang. Oft ist aber die Entrstung nur maskierte Begeisterung. * * * * * _Der groe Kritiker_: Er kpft oft Gren, die keine Hupter haben. * * * * * Mancher hlt sich fr ein Original und ist nur ein Sonderling. * * * * * Die Freundschaft ist wertvoll, die Freunde sind kostspielig. * * * * * Frher war die Wahrheit nackt, jetzt ist sie dekolletiert. * * * * * Glcklich sind viele Menschen, aber sie finden niemand, der sie rechtzeitig darauf aufmerksam macht. * * * * * Das Unglck ist ehrlich, das Glck betrgt uns. * * * * * WAS DIE SCHLANGE ZISCHT MEINE DAMEN UND HERREN! Folgen Sie mir und unterbrechen Sie jetzt ein wenig die Lektre -- zu viel Aphorismen auf einmal vertrgt auch der talentierteste Leser nicht.. Geheuchelte Eifersucht ist die letzte Feigheit einer sterbenden Liebe. * * * * * Man findet bei jeder Frau eine Ansicht, ein Prinzip, das ein Liebhaber bei ihr vergessen hat. * * * * * Wenn Frauen beten, kokettieren sie mit dem lieben Gott; wenn Frauen sndigen, flirten sie mit dem Teufel. * * * * * Bei den Hintertren, die zur Karrire fhren, hlt stets eine Frau die Klinke in der Hand. * * * * * Selbst Raffael konnte seine Fornarina nicht _treu_ malen. * * * * * _Manicure._ Man findet mehr gepflegte Fingerngel als gepflegte Seelen. * * * * * Frauentrnen trocknet man nicht mit Taschentchern, sondern mit Seidenkleidern. * * * * * Ein Mann widerspricht dem anderen, Frauen widersprechen sich. * * * * * Bei der ersten und letzten Liebe lieben die Frauen die Liebe, dazwischen die -- Mnner. * * * * * Die Mnner knnen Luftschiffe erfinden und neue Sprengmittel, aber auf geniale Gemeinheiten kommt nur eine Frau. * * * * * Wenn eine Frau in einem Salon erscheint, grt sie ihren Mann als ersten und ihren Liebhaber als letzten. * * * * * Am raschesten langweilt uns das _Herz_ einer Frau. Ihrer Taille werden wir nicht so bald berdrssig. * * * * * Wenn einer Frau das Herz gebrochen wurde, so verschenkt sie die Scherben. * * * * * Nur wenig Frauen verbergen ihr Leid tief in ihr Innerstes, denn dort wrde es niemand sehen. * * * * * _Aus dem Tagebuche einer schnen Frau_: Wahrheit ist das, was die Mnner glauben. * * * * * Jugend ist bei einer Frau oft nur Konsequenz. * * * * * _Rauchfreiheit._ Es gibt Frauen, die sich am liebsten am Weltbrand eine Zigarette anznden wrden. * * * * * Wenn eine Frau, die wir anbeten, uns betrgt, so ist das Religionsstrung. * * * * * _Weltgeschichte._ Herostrat hat den Tempel der Artemis in Brand gesteckt -- die Zndhlzchen hat ihm sicher eine Frau gereicht. * * * * * Aus dem hohen Lied der Liebe ist lngst ein Gassenhauer geworden. * * * * * Die erste Liebe ist die Religion der Frau und ihre letzte Liebe -- die Religion. * * * * * Gbe es weibliche Ppste, so wrde es keine Heiligen geben, weil eine Frau nie die andere heilig spricht. * * * * * Als der ehrbarste Antrag gilt den Frauen ein Heiratsantrag. * * * * * _Weltanschauung._ Sie war eine Pessimistin und verneinte das Leben. Aber sie lchelte dabei, weil es sie gut kleidete. * * * * * Alle Frauen befragen den Spiegel, aber nur, weil er nicht antworten kann. * * * * * Was ist Fama? Wenn eine Frau ganz erzhlt, was sie nur halb gehrt hat. * * * * * Manche Frauen lgen auch wenn sie schweigen. * * * * * ber Frauen soll man nie mit Frauen sprechen. * * * * * _Die Intellektuellen._ Wie kompliziert sind doch die einfachen Frauen und wie einfach sind die -- Komplizierten. * * * * * Von ihrer Jugend nehmen die Frauen immer wieder Abschied. * * * * * Auf das erste graue Haar macht eine Frau nie der Spiegel aufmerksam, sondern immer eine gute Freundin. * * * * * Im Herbst frben sich Bltter und Frauen. * * * * * Zweimal zwei ist fnf -- wenn eine Frau dabei in Rechnung kommt. * * * * * Auf der Strae sprechen die meisten Menschen ber Liebe, Ehe und andere -- Geldsachen. * * * * * Der gute oder schlechte Ruf einer Frau hngt selten von ihrer Tugend ab. * * * * * Der Mann, der herrscht, ruft: Ich bin dein Herr, die Frau, die herrscht, flstert: Bin ich nicht deine Sklavin? * * * * * Prozesse und Frauen werden gewhnlich erst in der letzten Instanz gewonnen. * * * * * Frauen sind wohl die Mhe wert, die man sich gibt, um sie zu erobern, aber selten die, die es kostet, sie zu verlieren. * * * * * Die grauen Haare eines Mannes frben auch auf die Frau ab. * * * * * Es ist nicht immer ja, wenn eine Frau nein sagt. * * * * * Frauen haben eine gesunde Konstitution: fr die Liebe sterben sie fter. * * * * * Die Frauen lassen sich das am liebsten erklren, was sie am besten wissen. * * * * * Man kann nur einmal zum ersten Male lieben, zum letzten Male liebt man fter. * * * * * Eine Frau hat oft so viel damit zu tun, ihren guten Ruf zu verteidigen, da sie keine Zeit findet -- tugendhaft zu sein. * * * * * Zumeist grnden die Frauen einen literarischen _Salon_, fr deren Boudoir sich kein Mann interessiert. * * * * * Eine Liebe, die sich auf eine Laune grndet, whrt am lngsten, weil die Laune einer Frau _bestndiger_ ist als ihre Liebe. * * * * * _Das groe Pfui._ Nichts spricht eine Frau mit weniger innerer berzeugung als Pfui. * * * * * Die Tugend wird geschtzt, das Laster taxiert. * * * * * Die Waffen, mit denen die Frauen oft ihre Tugend verteidigen, sind -- ungeladene Revolver. * * * * * _Individualitt._ Sie ist schlecht geworden -- hat man in der guten alten Zeit gesagt -- jetzt sagt man: Oh, sie ist eine Individualitt. * * * * * Es gibt auch seelischen Barchent, den tragen gewhnlich Frauen in Seide. * * * * * Bei den Frauen glaube ich an eine Seelenwanderung, denn ihre Seele wandert gerne von einem zum anderen. * * * * * Sittliche Entrstung ist eine Toilette-Angelegenheit. Sie kleidet immer gut. Begeisterung pat nicht zu jedem Teint. * * * * * Die Frauen sind immer anders als wir glauben, denn sie kmmern sich nicht um die Psychologie. * * * * * EPILOG Alle diese Aphorismen haben _einen_ Vorzug: das _Gegenteil_ ist ebenso richtig. End of Project Gutenberg's Herr Adam und Frau Eva, by Alexander Engel License: Share Alike