Produced by Jana Srna, Katrin, Norbert H. Langkau and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net [ Anmerkungen zur Transkription: Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen, lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste der vorgenommenen nderungen findet sich am Ende des Textes. Der Originaltext ist in Fraktur gesetzt. Im Original gesperrt gedruckter Text wurde _so_ markiert. Im Original in Antiqua gedruckter Text wurde =so= markiert, jedoch wurde aus Grnden der Lesbarkeit auf das Markieren einzelner Buchstaben und Abkrzungen verzichtet. Im Original fett gedruckter Text wurde #so# markiert. Die Tabelle auf S. 39 wurde an die inhaltlich passende Stelle verschoben. Der Eintrag Kinokritik im Sachregister hat auch im Original keine dazugehrende Seitenzahl. ] Kino und Erdkunde Von Hermann Hfker Lichtbhnen-Bibliothek Nr. 7 Herausgegeben von der Lichtbilderei GmbH. M.Gladbach 1914, Volksvereins-Verlag GmbH. Inhalt Einleitung: Was will dieses Buch? 3 I. Erdkunde und Kino 7 II. Wissenschaftliche Erdkunde 28 III. Schulerdkunde und Kino 42 IV. Kinoerdkunde im Theater und in der ffentlichkeit 47 V. Zusammenschlu und Einrichtungen 54 Anhang: Ein Blick auf den gegenwrtigen Markt erdkundlicher Filme und Lichtbilder 64 =Copyright 1914 by Volksvereins-Verlag GmbH., M.Gladbach= Einleitung _Was will dieses Buch?_ Vom Augenblick an, da die ersten Bewegungsbilder durch Varietees in die ffentlichkeit drangen, hat man daran begeisterte Hoffnungen fr die Verbreitung der Kenntnis der Erde und der Freude an ihr geknpft; von da an haben alle wohlwollenden Frderer immer wieder auf groe Naturaufnahmen als Hchstleistungen dieser Technik hingewiesen; und die ganze Bewegung zur Hebung und Wiederberichtigung des Kinos, besonders auch die, die es fr Schule und Volksbildung nutzbar machen wollen, kommen immer wieder auf Kino und Erdkunde als Kern- und praktischen Ausgangspunkt zurck. Nichts entzckt jedermann so und erscheint jedem als die ureigenste Aufgabe der Bewegungsbilderkunst als die Wiedergabe von Landschaften und allem, was sich darin bewegt. Nichts leistet die Kinematographie so verhltnismig vollkommen. Sie bedarf dazu keiner knstlichen und ihr fremden Hilfsmittel, keiner Bhne, Maschinen, Kulissen, keines knstlichen Lichtes. Niemand braucht sich in Pose vor sie hinzustellen und durch unwahre Gefhle ein unreines Interesse wachzurufen. Hier zeigt sie auch die Dinge in ihrer ungefhr natrlichen Gre und Bewegung, so wie wir sie zu sehen gewohnt sind; die Phantasie bedarf insofern keiner knstlichen Nachhilfe. Es braucht auch keines Mikroskops und keiner sonstigen Vorrichtungen; der Aufnahmegegenstand hlt still und gibt sich jederzeit in seiner ganzen erhabenen Wahrheit. Unverflschte Wirklichkeitswiedergabe -- die wir als _eigentlichen_ Beruf der Kinematographie erkannten -- im hchsten Sinne, nmlich der Wirklichkeit, die auch den unbewaffneten Menschensinnen so erscheint, ihre _Heimat_ ist, leistet unsere Technik eigentlich nur hier. Und endlich ist auch die groe Natur das eigentliche Gebiet, auf dem sich die _Schnheit der Bewegung an sich_, das Drama des freien und doch von geheimen Gesetzen beherrschten Weltrhythmus am reinsten abspielt. Auf der andern Seite ist gerade hier die Kinematographie zu Leistungen befhigt, in denen keine _andere_ Kunst oder Technik mit ihr wetteifern kann. So vieles Malerei und Dichtkunst, beschreibende und wissenschaftliche Darstellung auch auf dem Gebiete der Naturschilderungen vor dem Kino voraushaben und -behalten, in _einem_ mssen sie ihm doch den Rang lassen: in der _Genauigkeit_ und dem _Reichtum_ der Einzelheiten, die _berhaupt_ das photographische Auge erfat. _Hier_ ist der Menschheit -- trotz der unbelebten Photographie -- in der Tat ein neuer knstlicher Sinn geschenkt, ein neues Werkzeug zur berwindung der Schranken von Raum und Zeit. Das kann man -- wenn man den Begriff der Erdkunde so weit wie mglich fat, und also alles auf dem Hintergrunde der Gronatur vor sich Gehende darunter versteht -- von den andern Gebieten des Kinos nicht in gleichem Mae behaupten. So strmen also auch hier gerade alle Erwartungen und Krfte am reichsten zusammen, die sich von andern Bettigungsgebieten der Kinematographie unbefriedigt und abgestoen fhlen, und die mit ganzer Inbrunst nach einer Erhebung des Kinos zu einem Menschheitsbildungsmittel hinstreben und dabei mittun wollen. Die _Wissenschaft_ sucht sich des neuen Hilfsmittels fr Forschung und Fachunterricht zu bedienen, der _Weltreisende_ wnscht den Kino im Gefolge zu haben. Die _Schulen_ fassen kinematographischen Erdkundeunterricht ins Auge. Naturwissenschaftliche und Volksbildungs_vereine_ htten lngst gern ihre erd- und vlkerkundlichen Darbietungen durch Bewegungsbilder bereichert, wenn sie nur wten, _wie_. Weitblickende shen gern solche Bilder zum Nutzen von _Vlkerverstndigung_ und _Gteraustausch_, Kenntnis der _Heimat_ und der _Kolonien_ verbreitet. _Knstler und Kunstfreunde_ sind in keinem Punkte dem Kino geneigter als in dem der Darbietung von Gronaturbildern. Die _Kinotheater_, die halb der Not gehorchend, halb dem eignen Triebe, sich mit Bestrebungen und Besucherkreisen freundlich stellen mchten, denen doch vielleicht die Zukunft gehrt (und auerdem zum Teil doch vielleicht auch der auf die Dauer zahlungsfhigere und -willigere Geldbeutel), haben den Ehrgeiz, vor allem erdkundliche Filme einzufgen; und dementsprechend regt sich auch in den groen _Filmfirmen_ ein lebhafterer Schaffenstrieb in dieser Richtung. Aber mit dem bloen Wollen und selbst mit noch so viel Kapital allein ist's nicht geschehen. Hier mu man sorgfltig und gewissenhaft arbeiten und vor allem mancherlei _wissen_, um mit Herstellung und Vorfhrung der Filme den Kenner zu befriedigen, aber auch den Laien ebenso und mehr zu begeistern, als mit -- Schunddramen. Allen diesen, die in einer der genannten Weisen interessiert sind, etwas ber erdkundliche Bewegungsbilder, die Kunst ihrer Herstellung und Vorfhrung, ihre Bezugsquellen und Bedingungen, die Mglichkeiten und die Grenzen ihrer sachwrdigen Verwendung zu erfahren, will meine Schrift dienen. Sie will aber berdies und in nicht minderm Grade zweien dienen: der _Kundschaft_ und der _Kritik_ der Kinotheater. Der Kundschaft, d. h. jedermann in dem Sinne, da er knftig kinematographische Landschaftsvorfhrungen mit tiefer dringendem Verstndnis und daher wesentlich erhhtem Genu betrachte, wo immer er ihnen begegnet. Der Kritik, d. h. wieder jedermann, insofern wir alle, die wir eine Kinovorfhrung besuchen, auch ihre Kritiker, und zwar einflureiche sind. Denn es unterliegt doch keinem Zweifel, da alle Kinogesundung doch endlich nur von einem kritischen, d. h. verstndnis-, aber auch anspruchsvoll _urteilenden Publikum_ getragen werden kann, das gute Vorfhrungen lobt, schlechte ablehnt. Loben und Ablehnen hat aber nur dann Wert, wenn es nicht -- wie es jetzt selbst von ffentlichen Vorkmpfern einer Kinohebung manchmal geschehen soll -- nur aus der Tiefe des Gemts, sondern aus vollem Eindringen in das Wesen der technischen Bedingungen geschieht, unter denen der Kino arbeitet. Wir verschmhen es doch auch nicht, uns liebevoll in die Technik der Malerei und der Dichtkunst, der Radiernadel und des Modellierholzes und in die ganzen uern Lebensbedingungen der Knste zu vertiefen, und wer das je getan hat, wei, da er erst an diesem Tage den Keim zum eignen _Urteil_ und zu tieferm Genu gelegt hat. Nicht anders ist es mit der Kinematographie. Wer den Kino mit Genu und Nutzen besuchen will, mu sich in gewissem Grade zum Kenner ausbilden. Er wird davon auch mannigfachen Nutzen fr seine Bildung haben. Vor allem aber wird er dadurch, und erst dadurch, ein wirkliches Gewicht auf der Wage derer, die den Kino zu einem ernsthaften Kulturwerkzeug veredeln wollen. Nicht Schriftsteller und Geistliche, Polizei und Lehrer knnen den Kino heben, sondern nur ein anspruchsvolles Publikum. Bei Kritik denke ich allerdings noch in ganz besonderm Grade an die _Presse_. An die Zeitungen, sagte mir einmal ein einflureicher Verleger, werden viel zu groe Forderungen gestellt. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns mit der Hebung der Kinos zu befassen. Ich will nicht darber grbeln, was _berhaupt_ die Aufgabe der Zeitungen ist. Ich denke einfach, ihre Aufgabe ist jede, die sie sich selber setzen, und zu deren Bewltigung sie imstande sind. Und dazu sollte die Mitwirkung an der Hebung der Kinos nicht gehren? Sind nicht heute lngst _alle_ Zeitungen ber den Rahmen reiner Berichterstattung hinausgegangen und rhmen sich, Volks- und Kulturerzieher zu sein? Ist der Schundkino nur der Konkurrent der Kunst_theater_ und mu seine ungehemmte Verbreitung nicht auch eine Menge Leser der ernstern, immerhin geistige Ansprche stellenden _Zeitung_ in Stadt und Land entfremden? Nun wohl, im eigensten, wenn nicht im allgemeinen Interesse sollte jedes sich achtende Tageblatt den Kino -- nicht _bekmpfen_, sondern zu _frdern_, seine Versuche, _hher_ zu kommen, zu untersttzen suchen. Das kann nur durch verstndnisvolle und unabhngige Wrdigung seiner bessern Leistungen, also vor allem seiner erdkundlichen Darbietungen geschehen. Dazu gehrt aber _Kenntnis_ der Dinge -- und zu dieser Kenntnis einen Grund zu legen, soll meine Schrift dienen. Freilich kann ich hier nicht _alles_ auch nur zur Beurteilung erdkundlicher Bewegungsbilder Ntige geben, sondern nur das, was besonders mit dem Stoff zusammenhngt. Es ist geradezu unerllich, zur Ergnzung auch meine grundlegende Schrift _Kino und Kunst_ (Lichtbhnen-Bibliothek Nr. 2) zu lesen, deren _ganzer_ Inhalt fr das Nachfolgende die Voraussetzung bildet. Alle _allgemeinen_ Fragen aber und einige besondere, die sich dem _Laien_ vor dem Kino aufdrngen, behandle ich in der allgemeinen Schrift _Das Buch vom Kino_, (Lichtbhnenbibliothek Nr. 8). Diese ergnzt das vorliegende Heft auch in der Hinsicht, da sie ausfhrlich die Technik der _Liebhaber_aufnahmen behandelt, die naturgem zur Hlfte erdkundliche sein werden. I. Erdkunde und Kino Um zu einer klaren Vorstellung davon zu gelangen, was uns die Kinematographie in Beziehung auf Erdkunde sein und nutzen kann, mssen wir uns zuerst Rechenschaft davon geben, was wir berhaupt von der Erdkunde begehren, warum wir sie treiben, und welche Rolle sie im Geisteshaushalt der Menschheit und des einzelnen spielt. Unter Erdkunde verstehen wir alle diejenigen Wissenschaften, die uns die Natur, wie sie unmittelbar unsern Sinnen erscheint, in ihrer Beziehung auf die Erde kennen und verstehen lehren. In dieser unmittelbaren Beziehung zu unsern Sinnen liegt ihre geheime Kraft, liegt das Geheimnis des leidenschaftlich unwiderstehlichen Triebes, den ihr die Menschheit zu allen Zeiten entgegengebracht hat, und der in dem Mae gestiegen ist und sich ber immer breitere Kreise ausgedehnt hat, wie die aufgesammelten Erfahrungen der Menschheit und ihre vervollkommneten Hilfsmittel jedermann ein immer weiter eindringendes _Verstndnis_ der Natur ermglicht haben. Die Erdkunde ist unter allen Naturwissenschaften die eigentlich sthetische, d. h. aus sinnlichem Bedrfnis hervorgegangene, auf seine Veredlung und Durchgeistigung gerichtete, und deren eigentliches Werkzeug die Sinne sind. Die Erdkunde ist die Wissenschaft, die uns die Erde zur _Heimat_ macht, dadurch, da sie ihr ihre Schrecken nimmt, die in ihr waltenden Allgesetze entschleiert und sie uns dadurch untertan macht. Erdkunde ist undenkbar ohne die seltsame Anlage des Menschen, dem Un- und Auermenschlichen eine leidenschaftliche _Liebe_ entgegenzubringen, die eben die Heimatliebe ist; sie ist undenkbar ohne die unerschpfliche, der knstlerischen verwandte Freude an der _Schnheit_ der Natur, worin sich wiederum ihr sthetisches Wesen zeigt. In dieser unerschpflichen, mit Worten nicht auszuschpfenden Freude an der Erde Schnheit fliet der dunkle Drang des Ungelehrten mit der nchternen Arbeit des Forschers zusammen, und es hat keinen groen Bahnbrecher der Erdkunde gegeben, der nicht auch ein Dichter, wenn auch oft ein geheimer war. Zur Heimat wird uns die Natur durch das, wodurch auch die Welt der Kunst dem Eingeweihten zu einer Heimat im geistigen Sinne wird: dadurch, da wir mehr und mehr ihre Linien und Formen, ihre Farben und Glanze, ihren Duft und Klang und alles, wodurch sie an unsere Sinne brandet, als eine Sprache verstehen lernen, die der _Ausdruck_ eines allem Lebenden und auch uns verwandten _Wesens_ ist. Dieses Verstehenlernen beginnt bei der einfachen Entdeckerfreude des Hirtenknaben, der Jahr fr Jahr seine Eichenwlder am Rande der cker in gleichen dunklen Formen rauschen, die gleichen Wolken und Wetter in groen Rhythmen darber hinziehen sieht, dem die Ahnung aufgeht, da hier ein geheimer lebendiger Wille alljhrlich bestimmte, nicht willkrliche Lebensversuche den feindlichen toten Elementen entgegenschickt; und da er selber mit Leben und Tod ein Ring in dieser Kette, ein Ton in diesem Lied ist, unlsbar und glckhaft mit diesem Ganzen verbunden. Es gipfelt -- ber die stammelnden Versuche von Dichtern und Malern hinweg -- in der sorgsam unermdlichen Arbeit eines Ringes von Wissenschaften, alle Einzelheiten, die zusammen das Bild dieser Planetenoberflche bilden, festzustellen, in ihre Teile und Teilesteile zu zerlegen, ihre notwendigen und zuflligen Zusammenhnge zu zergliedern, ihrer Ursache und Folge nachzugehen und eine Sprache dafr zu finden, und endlich wieder sie in ihrer _Gesamtheit_ zu berschauen. So mu die Erdkunde das Weltall ins Auge fassen, um die Bewegungen dieses Einzelsterns zu begreifen, aus denen fr die Erde Tag und Nacht, Sommer und Winter werden. Von den _Gestirnen_ nimmt sie die Linien her, um die Oberflche in feste Orte zu teilen und ihren Maen auf die Spur zu kommen. Sie sucht etwas vom _Innern_ dieses Krpers zu erahnen, dessen Ausbrche rtselhafte Striche und Flecken auf sein ueres zeichnen; sie mu aus vielen Wissensgebieten die Fingerzeige aufspren, die ein Bild von der _Entstehungsgeschichte_ der Erde und besonders der Formen und Art ihrer Oberflche geben. Die Grundlage all ihrer Arbeit bildet das Zusammentragen einer mglichst lckenlosen und von keinen Sinnestuschungen beeinfluten _Kenntnis_ aller Einzelheiten ihrer Oberflche; und die groen Gruppen dieser Einzelheiten begrnden wieder Wissenschaften an sich: Gesteins-, Gebirgs-, Wsten-, Swasser-, Meereskunde, Pflanzen-, Tier-, Menschenkunde usw. Nicht minder mu die Erdkunde sich auf die Erforschung des Luftschleiers der Erde ausdehnen: _Klima-_, _Wetterkunde_ usw. Es gilt, die Reiche der lebendigen Natur in ihrer Beziehung zu den Erdgebieten, ihrer Abhngigkeit davon zu betrachten: Tiere-, Pflanzen- und Menschenerdkunde. Die letztere erst erschliet eine neue Welt von Aufgaben: die _Vlkerkunde_ im allgemeinen, die wir auch hier unter den Begriff der Erdkunde einbeziehen, lehrt uns die Menschen als Naturwesen wesentlich in ihrer _Abhngigkeit_ von der Erde kennen. Dazu kommt dann die _politische Geographie_, die den Menschen als Bildner von Gesellschaften, als Krieger, als Jger, Hirten, Ackerbauer, Handwerker, Techniker, Kaufmann, Industriellen, als Errichter von Bauten und Verteiler von Verkehrsmitteln und zuletzt als Knstler und Wanderer in seiner Eigenschaft als _Bezwinger_ und _Gestalter_ der Erde zeigt. Ebenso mannigfach wie die Beziehungen, unter denen der Mensch die Erde zu erforschen strebt, ist die _Art_ der Erkenntnis, mit der er an sie herantritt, und die Art der Befriedigung, die sie ihm gewhrt. Zum Begriff der Erdkunde gehren die Reisen des Odysseus, des edelsten Urbildes aller Abenteurer, und die des Gilgamesch, des Urbildes babylonischer Weisheit und aller Weisheitspilger ebensogut wie die der heutigen Forscher von der Art Hedins und der Polreisenden. Der Wanderer, der mit Rad und Rucksack langsam die nchste Heimat durchfhrt, um nichts als ein Gesundungsbad der Sinne in ihr zu nehmen, treibt ebensogut Erdkunde wie der Mann auf dem Hochschulkatheder, und der Landschaftsmaler ebensogut wie der Geometer oder Landwirtschaftsschler. Unendlich sind heute unsere _Interessen_ an einer grndlichen Kenntnis der Erde. Sie gehrt zu jedermanns unerllicher Vorbildung, ohne die man kaum noch einen Beruf vollkommen beherrschen, geschweige denn das ganze geistige Leben der Gegenwart in Kunst und Wissenschaft, ja auch nur seine tgliche Zeitung verstehen kann. Aus der Erdkunde schpfen nicht nur Wanderer, Abenteurer, Weltreisende flchtigen Sinnesgenu und dauernde Gesundheit; sie gibt auch all unsern Knsten -- Malerei, Dichtkunst, Musik, Theater, Plastik -- Anregungen, will wenigstens von ihnen achtungsvoll bercksichtigt sein (kein Dichter drfte uns heute noch von der bhmischen Seekste fabulieren). Die Tatsache, da wir beginnen, wirklich die ganze Welt als Heimat, unsere Heimat zu empfinden, findet in dem Bestreben des _Weltnaturschutzes_ Ausdruck. Wir streben Weltschutzparke, Welttierreservate usw. an, ein unverkennbares Zeichen fr das an keinen Ort mehr gebundene Verstndnis fr den Wert der unberhrten Naturschnheit. Einen mchtigen Ansporn fr den Erwerb eingehender Erdkenntnis bildet ihre heutige Ausnutzung: _Handel_, _Industrie_ und _Verkehr_ kennen keine Orts-, keine Vlkergrenzen mehr. Auch das gesellschaftliche (politische) Interesse des letzten Arbeiters umfat heute bereits den Erdball: Erdkunde als allgemeines Bildungsgut ist der Boden, auf dem unsere Trume von gegenseitigem _Vlkerverstndnis_, vom Austausch geistiger Gter und damit _Weltfriede_ gedeihen knnen. Die Wissenschaft ist noch nicht am Ende ihrer Aufgabe, die letzten leeren Flecke auf dem Globus zu beseitigen; noch kmpfen ihre khnen Bahnbrecher um die wissenschaftliche Eroberung der Pole, des Innern Asiens, dunkler Gebiete Afrikas. Schon aber senkt die Gedankenwissenschaft, die Philosophie, ihre Wurzeln in den reichen Wissensboden, den ihr die heutige Erdkunde bereits zusammengetragen hat, um daraus, in die Bahnen ihrer ltesten Vorbilder zurckkehrend, die Grundlinien einer neuen naturwissenschaftlichen _Weltanschauung_ zu gewinnen, um das alte Menschenspiel der Vergleichung zwischen den Gesetzen der Geisteswelt und den Erscheinungen unserer Sinnenheimat fortzusetzen. Jener Gilgamesch, der aus der Heimat unseres Geschlechtes an die Grenzen der damaligen Welt pilgerte, um Antwort auf die Frage nach dem Wesen von Leben und Tod zu finden, das Urbild aller Pilger in die Wste, in die lebensvolle Wste der Nur-Natur, in der sie nichts suchten als Stille fr ihren Geist -- er ist und bleibt auch das erhabene Urbild aller, die sich um Erdkunde bemhen. _Genu_ -- _Nutzen_ -- _Wissen_ -- _Geistesklrung_ sind die vier Sterne, die der Wissenschaft von der Erde voranschweben. Welche Mittel hat nun der Mensch von heute, um diesem seinem Wissen diejenige Tiefe und Vollstndigkeit zu geben, durch die es allein seine Ansprche befriedigen, seinem Zeitgewissen gengen kann? Ein Blick rings um unsere heutige Kultur sagt uns, da diese Mittel seit kaum einem Jahrhundert eine Ausdehnung und Vervollkommnung erfahren haben, die sich keines der Geschlechter, die vor uns ins Grab gesunken sind, je hat trumen lassen. Wir knnen sagen, da erst die Flle dieser Mittel uns in den Stand zu setzen beginnt, die Erdkunde aus einem zur Hlfte phantastischen Traum vom Wissen zu einer wirklichen nutzbaren Wissenschaft, einer wirklichen Bereicherung der allgemeinen Menschenbildung zu machen, sie aus einem romantischen in ihr klassisches Zeitalter zu berfhren. Erdkunde ist ja nicht das Wissen von einem Teil der Erde als solchem, sondern von ihrer _Ganzheit_. Erst die Mglichkeit, _alle_ Teile zu vergleichen, alle unter dem Bilde einer Einheit zu sehen, von allen in _einem_ Hirn auch eine der Wirklichkeit entsprechende Anschauung zu vereinigen, erlaubt uns ja, berhaupt von Erdkunde zu sprechen. Die Schwierigkeit, die jeder Erdkunde entgegenstand, war die _berwindung von Raum und Zeit_. Entferntes vergleichen, Vergangenes gegenwrtig zu haben, mute ermglicht werden. Dazu reichte frher, ohne unsere Hilfsmittel, kein Menschenleben aus. Heute ist es eine Mglichkeit fr jedermann geworden. Die Mittel, die es uns ermglichen, gliedern sich in zwei Gruppen: solche, die den krperlichen Verkehr erleichtern, und solche, die den Gedankenaustausch, den Austausch von Beschreibungen und Abbildungen der Erde ermglichen: Werkzeuge des krperlichen und Werkzeuge des geistigen Verkehrs. Es ist eine wunderbare und nicht zufllige Fgung, da die Entwicklung beider gleichzeitig und gleich groartig vor sich gegangen ist: da wir auch heute imstande sind, sinnliche Anschauungen und Anschauungsersatzmittel einander die Wage halten lassen zu knnen. Eins ohne das andere htte die menschliche Begriffswelt einseitig beeinflut. Die Grundlage aller Erdkunde ist und bleibt fr alle Zeiten das unmittelbare Sinnenerlebnis, die krperliche Anschauung der Dinge, und kein Hilfsmittel wird es je ersetzen, sondern immer nur ergnzen knnen. Aber die Anschauung selber bedarf der Hilfsmittel, soll sie sich in einem einzelnen Kopfe in annhernd gengender Vollstndigkeit ansammeln. Ich brauche nur leise zu erinnern, was wir in dieser Beziehung heute zur Verfgung haben, heute zur Verfgung weniger, in zwei, drei Jahrzehnten vielleicht zur Verfgung vieler -- wenn sie nur aufwachen und es sich zunutze machen wollten! ber dem Gedanken an Eisenbahn, Dampfschiff und Automobil, der uns zuerst einfllt, drfen wir nicht vergessen, was heute aus dem _Straenwesen_ der Welt selber geworden ist, wie es technisch und politisch, frei von Zllen und Gefahren, doch der Anfang und die Voraussetzung fr alle Entwicklung des Weltverkehrs war. Vor den Kpfen unserer Heerstraen und Eisenbahnen fliehen die Geister der Wildnis, richten sich die Ruinen verfallener Paradiese wieder auf, lernen Wilde die Sprache der Verstndigung. Bald werden die Entfernungen durch elektrische und Motorenbahnen, durch Wasser- und Luftflugapparate und Luftschiffe abermals um die Hlfte und mehr verkleinert werden, immer wertvoller wird unsere Lebenszeit, immer reicher die Flle von Stoff, die wir uns unmittelbar verschaffen knnen. Auch an dieser Stelle mchte ich aber nicht unterlassen, darauf hinzuweisen, da das vollkommenste Werkzeug, um die Erde wirklich betrachtend zu erleben, das eigentlichste Arbeitswerkzeug unmittelbarer Erdkunde das _Fahrrad_ ist -- das rechtmige Kind des heutigen Straenwesens mchte ich es nennen, und doch berall brauchbar, wo es nur die Spur einer Strae gibt; uns von der Unzulnglichkeit der Fuwanderung befreiend, und doch all seine Vorzge steigernd; uns und betrchtliche Lasten schleppend und doch ganz unabhngig von Nahrung, Betriebsmitteln, Kosten und Abfahrtzeiten; unser Freund und Diener auch, wo wir es nicht fahren, sondern neben ihm her gehen; das Reisen aufs uerste verbilligend und dabei es recht eigentlich erst ermglichend. Ich habe diesen Gedanken ausfhrlich in meiner Schrift _Radzigeunerei_ (C. Ziehlke Verlag, Liebenwerda, M1.50) behandelt, auf die ich verweise. Allein nicht um dieses Verweises willen spreche ich hier so dringlich davon. Es liegt mir daran, hier wie berall darauf hinzuweisen, da wir Menschen vom Anfang des 20. Jahrhunderts _ganz allgemein gesprochen ber das Wesen und die Ausnutzung fast all der technischen Hilfsmittel, die uns dieses kurze Zeitalter der knstlichen Sinnenvervollkommnung geschenkt hat und bald noch schenken wird, noch nicht entfernt genug nachgedacht, da wir vor allem den Grundsatz, der in eisernen Lettern an der Stirnseite unserer ffentlichen Bauten von heute, an der Wand unserer Arbeitszimmer und auf der ersten Seite unserer Tagebcher stehen sollte, noch nicht erfat, geschweige denn uns zu Fleisch und Blut gemacht haben_: _da alle unsere Gaben und ebenso alle Gaben technischer Vervollkommnung die der Menschheit in den Scho fallen, uns nur und nur gegeben sind, um sie mit dem Aufgebot alles Scharfsinns, aller Willenskraft und Selbstbeherrschung in den Dienst unserer geistigen Vervollkommnung, unserer geistigen Weiterbildung zu stellen, zu der Gesundheit, Krperkrfte und Maschinenkrfte einzig und allein unentbehrliche, aber untergeordnete Mittel sind_. Das in Beziehung auf eine _einzelne_ Technik nachzuweisen und immer wieder zu betonen, und den Weg dazu finden zu helfen, ist im Grunde genommen der einzige Zweck auch dieser unserer Lichtbhnen-Bndchen, wie es die Seele und das A und O aller nicht in Redensarten stecken bleibenden Kinobesserung ist. Das zweite Hilfsmittel der Erdkunde, dem der unmittelbaren Selbstsinnenbeobachtung nachgeordnet und von ihr abhngig, aber nicht minder unentbehrlich, ist die Welt der _Anschauungsersatzmittel_. Sie dienen dazu, uns erstens ein Bild von dem zu machen, was wir eben doch nicht selber sehen knnen. Sie haben aber noch eine darber hinausgehende Bedeutung: sie ermglichen uns auch, rumlich und zeitlich Getrenntes nebeneinander oder in rascher Folge zu _vergleichen_, das Flchtige in grerer Ruhe und Bequemlichkeit und so hufiger Wiederholung, wie wir wollen, zu betrachten und es zu _messen_, ja sie erlauben uns unter Umstnden und in gewisser Richtung eine genauere sinnliche Wahrnehmung, eine grndlichere sinnliche Vertiefung und darauf folgende geistige Verarbeitung als der Anblick der Dinge selbst. Wenn sie diesem _vorangehen_, bilden sie auch eine vortreffliche Vorbereitung, um sich von der Wirklichkeit weniger berraschen und ihre kurzen Augenblicke desto trefflicher nutzen zu knnen. Ein Teil dieser Hilfsmittel -- die schematischen Veranschaulichungen z. B., aber im Grunde genommen jede Abbildung oder Beschreibung -- ermglicht uns noch dazu, uns Dinge zu versinnlichen, die gar nicht unmittelbar sinnenfllig in der Wirklichkeit hervortreten: die Unterscheidung von Haupt- und Neben-Sachen, Krftelinien usw. Jedes Bild _zerlegt_ zugleich das Veranschaulichte, indem es einen Augenblick davon herausgreift und es uns so als eine Kette von Augenblicken zu erfassen ermglicht. Unter all diesen Anschauungs-, Ersatz- und Ergnzungsmitteln der Erdkunde leuchtet nun die Kinematographie mit ihrem Auftauchen als Stern der hchsten Hhe hervor. Noch niemals vorher hat ein Mensch, hatte die Menschheit das Aussehen der Natur in solcher Vollkommenheit, solchem Reichtum und solcher unverflschten Genauigkeit der Einzelheiten im Bilde gesehen als damals, als zum ersten Male die lebensgroe Photographie auf der Leinwand zu leben anfing, als dort die Reize einfacher Blattaufnahmen vertausendfacht erschienen. Und so, wie man im Traumesflgelschwingen wohl pltzlich, durch ein unerklrliches und nun doch sofort ganz selbstverstndlich und natrlich erscheinendes Wunder sich _wirklich_ von der Schwergefhlsangst, vom Gefhl ewig unzulnglichen Strebens erlst, und wirklich schwebend emporgetragen fhlt, wie man pltzlich leicht und krperlich wie ein Vogel durch die Lfte getragen wird (nicht mit sprungbereitem Mitrauen gegen einen, wenn auch noch so genial erdachten Flugmechanismus) --, so sahen auch wir uns pltzlich leicht und licht hinweggetragen ber das stille Bedenken, das innere bngliche Hemmnis, das wir unausgesprochen bis dahin vor jeder, auch der vollendetsten Naturdarstellung gefhlt hatten, ber die Frage: Wunder-, wunderschn -- _aber_ wieviel ist Menschenhand, Menschenphantasie, und wieviel ist -- _Wahrheit_?! Wer kennt nicht die stille Selbstbescheidung, mit der der sehnschtig in die Ferne, in die Wunder der Natur- und Menschenwelt Hinausdenkende, sein illustriertes Geographiebuch zuklappte -- die _Wirklichkeit_ -- wird doch wohl noch anders sein! Man denke anderseits an den Riesenerfolg, den ein knstlerisch weniger bedeutender Zeichner, wie z. B. Allers, mit seinen Reiseskizzen hatte, weil er in etwas dem Hunger aller Welt nach _Wirklichkeitstreue_ an Stelle aller Knstlertrume entgegenkam. Man erinnere sich ferner an die Einbue, die die wirkliche Kenntnis von Lndern und Vlkern, die Geographie und Ethnographie als _Wissenschaft_ infolge der Schwierigkeit, zu allgemeiner _Anschauung_ ihrer Gegenstnde zu gelangen, bis in unsere Zeit erlitten hat. Gerade hier versagt ja angesichts der tausendfachen lebendigen _Mannigfaltigkeit_ der Dinge, die hier gerade eine Hauptsache ist, der Zeichenstift und auch, was ihn vornehmlich ergnzen mute, das beschreibende Wort. Beide versagen, nicht nur, wo es gilt, dem Reichtum und der Beweglichkeit der Erscheinungen gerecht zu werden, sondern auch ihre Verhltnisse und ihre Bedeutung in gegenseitiger Abmessung wirklichkeitsgetreu festzuhalten. Bezeichnend sind da die bekannten Prospekte -- zeichnerische Wiedergaben von Landschafts-, Stdte-, Raum- und Menschenszenerien. Man lege einen alten Merianschen Kupfer oder eine beliebige andere Stdtedarstellung aus alter Zeit mit Photographien zusammen, die das etwa heute noch erhaltene selbe Stadtbild darstellen. Sofort hat man den Eindruck, als ob die Stadt zu Zeiten Merians aus lauter dicht gedrngten, malerisch ragenden Kirch- und Rathaustrmen, Burgen und Klstern bestanden htte, um die herum die Wohnhuser verschwinden. Auf der Photographie werden die Trme klein und rcken weit auseinander, die Hhen werden unscheinbar, die Huser sind gewachsen. Der Zeichner sah eben vor allem, was ihn _interessierte_: das _malerisch_ und das _gedanklich_ (z. B. geschichtlich) Hervorragende; das wurde ihm unter dem Stift gro, und das andere schrumpfte zusammen. Oder ein altes Platzbild: der Platz selbst erscheint ungeheuer erweitert, aber auf ihm tummeln sich Fugnger, Reiter, Equipagen in solcher Gre und in so interessanten Stellungen und Beschftigungen, da man alles andere darber vergit. Die Photographie rckt die Mae ernchternd zurecht. Diese Darstellungsmngel alter Zeiten wirkten aber begriffsverwirrend. Wesentlich mit durch sie glauben wir heute noch vielfach, das Mittelalter sei so viel malerischer gewesen als die Gegenwart und setzen auf unsern Bhnen das malerische Puppenspiel mit Fest- und Prunkkleidern in jeder Alltagsszene fort. In architektonischen Zeitschriften hat man manchmal Gelegenheit, ein und dasselbe Gebude, ein und dieselbe Platzanlage nebeneinander photographisch und als zeichnerische (Architekten-)Skizze zu sehen. Selbst hier, wo doch mit genauen Mastben gearbeitet und zur Erhhung des Wirklichkeitseindruckes sogar manchmal die photographische Technik nachgeahmt wird, ist man oft verblfft, den Unterschied in der Wirkung zu sehen. Die Photographie ist -- selbst in gelegentlicher perspektivischer Unstimmigkeit -- nchterne Wirklichkeit, die Zeichnung ein -- Knstlertraum. Woran liegt's? Khn hinschweifende Wolken, ideal gehaltene Alleen, kleine Weglassungen von Unwesentlichem -- es lt sich gar nicht aufzhlen. Vor mir liegt ein geographisches Buch ber Deutschland. Die Umschlagzeichnung (Vom Fels zum Meer) zeigt schneebedeckte Berge mit ausnahmslos nicht unter 45 Steigung, daneben Dnen von der halben Hhe der Eisbedeckten. Es _soll_ ja nur eine dekorativ wirkende Skizze sein -- aber was fr falsche Vorstellungen sie bei denen weckt, die die Sache selbst nicht kennen, ist kaum nachzumessen. Wir alle erinnern uns doch wohl, wie grndlich wir unsere selbst aus den besten Abbildungen und Beschreibungen gewonnenen Vorstellungen haben umarbeiten mssen, als wir zum ersten Male _wirklich_ das Gebirge, das Meer, die Tiefebene sahen. Oder man versuche festzustellen, welche Vorstellung verschiedene Personen etwa von ein und demselben Schauplatz eines Ereignisses haben, nachdem sie dessen ausfhrliche Schilderung in einem Roman, in einer Gerichtsakte gelesen haben. Meistens nehmen wir in einem solchen Falle unbewut die Zuflucht zu einem mglichst hnlichen, irgendwo einmal gesehenen Bilde, bestenfalls zu einem hnlichen, uns bekannten wirklichen Platze und bleiben dabei. Vielleicht _ist_ er auch wirklich hnlich -- aber gerade Kleinigkeiten ndern hier das Bild sofort wesentlich! Die Schwierigkeit der Anschauung, der Mangel an Darstellungsmitteln, die Notwendigkeit, mit gedanklich abgeleiteten Vorstellungen (Abstraktionen) und Schemen (Typen) zu arbeiten, war die Hauptursache, weshalb eine ernst zu nehmende _allgemeinere_ geographische Bildung kaum in leisen Anfngen im 18. Jahrhundert begann. Was hier bereits die Anfnge der Kinetographie -- erst das einfache Lichtbild, dann aber entscheidend das unendlich berzeugendere, unendlich breiter wirkende Kinobild gebessert haben, ist gar nicht abzusehen.[1] [1] ber Streben und Mngel der _literarischen_ Erdbeschreibung ist es interessant, eine zusammenhngende Darstellung, z. B. Die Naturschilderung bei (!) den deutschen geographischen Reisebeschreibungen des 18. Jahrhunderts von Oertel (Leipzig 1899) nachzulesen. Die Photographie allein bringt allerdings auch Wirklichkeit. Sie _berichtigt_ unsere Vorstellungen, aber doch mehr auf dem Umwege ber den rechnenden Verstand. Was ihr fehlt, ist die sinnliche Frische. Gewi, ihre Landschaften, Huser und Menschen sind richtig -- aber sie sind auch, von Ausnahmeleistungen abgesehen, langweilig. Die Photographie gibt zu _wenig_ von ihnen. Sie will uns einreden, Menschen und Dinge seien blo erstarrte Schatten. Infolge der Kleinheit des Bildes sehen wir sie wie aus weiter Ferne. Was das Knstlerbild zu sehr betonte, fehlt hier -- besonders bei geographischen Bildern -- oft ganz: das Malerische, die Gedanken anregenden, beziehungsreichen Einzelheiten. Das Stereoskopbild, das die Plastik hinzufgt, wirkt um so bengstigender puppenhaft, lufthaft, mitten in einem wirklichen Augenblick erstarrt. Das kinematographische Bild ist ein Riesenschritt weiter. Echtes Licht -- naturhnliche Gre -- zitterndes, schwelgendes Bewegungsleben, und dadurch auch ein gewisser Ersatz der Krperlichkeit -- das ist schon ganz etwas anderes! Da wird nicht nur das Auge erregt -- ein Hauch vom fernen Leben selber umweht uns, spannt all unsere Sinne, weckt Denken und Fhlen, weckt die eigne _Mitttigkeit_, das Erfassen-, das Entdeckenwollen, und die ununterbrochene Vernderung auf dem Schauplatz hlt die Aufmerksamkeit wach, lt die Teilnahme nicht zur Ruhe kommen. Die zehnte Muse -- Illusion -- spinnt von der Leinwand aus ihre Zauber: das Haus, die Bnke, die Menschenkpfe und die Damenhte, die roten Lichter und die Schatten der Nischen werden unwirklich, das lebenwimmelnde Bild wird allbeherrschende Wirklichkeit. =We put the world before you= nennt ein englisches Filmhaus mit Recht seinen Wahlspruch -- Wir bringen die Welt zu euch her. Wenn Mohammed nicht zum Berge kam, mu der Berg zu ihm hin -- das Wunder ist geschehen! Wenn wir nicht zu den Wundern der Welt hinaus kommen -- und wer wird sich je den lckenlosen Anblick von ihnen _selber_ verschaffen knnen, welches Menschenleben wre lang genug dazu -- so mu nun die Welt, wo sie am schnsten ist, von ihrer Oberflche her ihre lichten therwellen bis hinein zu euch in Schule, Vortragssaal und Theater senden! Und damit es _jederzeit_ geschehen kann, lassen wir die Wellen sich abdrcken in festem Stoff, packen sie ein, versenden, bewahren sie und erwecken sie beliebig zu neuem Leben -- so wie wir das Licht der Sonne, das sich vor hunderttausend Jahren in Farrenwldern verkrperte, heute als Kohle einpacken, versenden, aufbewahren und im Ofen wieder zum Licht erwecken! Und mehr: damit es auch _allerorten_ geschehen kann, vervielfltigen wir die therwellenspuren, so oft wir wollen. So sehen wir, was irgendwo _ist_, an allen Orten, und was _war_ zu allen Zeiten! So scheint also das Ideal der Schule, das Ideal der Welt von heute erfllt: Anschauung berall statt Begriffe, Wirklichkeit statt Phantasien, Wahrheit, unverflschte, auch hier als einzige Quelle unseres Wissens und unserer Bildung; auch da, wo die persnliche Wahrnehmung versagt! Ist es das wirklich? Wenn unsere Freude ber das Gewonnene uns nicht einen Streich spielen, nicht in Krze in Enttuschung und berdru umschlagen, ja den Segen der Kinematographie fr Wissenschaft und Schule in sein Gegenteil wenden soll, so mssen wir mit demselben Willen zur Ehrlichkeit, mit der wir ihre Vorzge anerkennen, uns ihre _Grenzen und Mngel_ vor Augen halten. Das ist ja _auch_ ein allgemeines Kennzeichen der Gegenwart, dieser berdru, der angesichts so vieler schner Dinge zutage tritt -- nicht nur gegenber technischen Hilfsmitteln, wie Kino, Fahrrad u. dgl., sondern ebenso und aus denselben Grnden gegen Theater, Illustrationswesen, Presse, die ganze sthetische Kultur -- dieser berdru gerade der Denkenden und Gebildeten, der keine andere Ursache hat als die vorangegangene berschtzung und daher den Mibrauch dieser Dinge zu Zwecken, denen sie _nicht_ gewachsen sind, und in einer Art, die ihrem _Wesen_ nicht entspricht. Wie kme es sonst, da _trotz_ der zahlreichen und oft mit Riesenkosten hergestellten erdkundlichen Filme und trotz des lebhaften Wunsches von Wissenschaftlern, Lehrern, Volksbildungsvereinen usw. weder diese Filme einzeln, noch die Kinematographie im allgemeinen ernstlich auf den betreffenden Gebieten Fu gefat hat? Es liegt auer andern Ursachen, die wir untersuchen werden, daran, da die Kinematographie berhaupt und die erdkundliche ebenfalls nicht innerhalb ihrer Leistungsmglichkeiten und ihrem Wesen gem angewendet wird, da ihr Unmgliches abgefordert und darber ihre Hchstleistungen vernachlssigt werden. Es liegt von vornherein schon in dem jeden, der die Sache ernst nehmen mchte, abstoenden Leugnen aller Mngel berhaupt, dem hirnlos uneingeschrnkten Anpreisen der Kinematographie, all dem Unwesen der geschmacklosen Reklame, von dem sich auch viele ihrer nichtbezahlten Lobsprecher nicht freimachen knnen. Die Kinematographie hat keine Feinde als die Ausbeuter, die sachlich und moralisch an ihr Raubbau treiben! Ich habe in meiner Schrift Kino und Kunst die der Kinematographie berhaupt aus technischen und lebenswissenschaftlichen (physiologischen) Grnden anhaftenden Mngel ausfhrlich dargestellt. Die Mngel physiologischen Ursprungs liegen in unserm eignen Organismus. Andere Bilder nehmen wir einfach mit den Augen auf; diese mssen unsere Augen selber erst zu Bildern machen helfen. Ein kinematographisches Bild ist eine Leistung zur Hlfte von Photographie und Projektionskunst, zur andern Hlfte von sehenden Augen. Diese erst vollfhren die betrchtliche Arbeit, die aber Tausende von Bildern -- an 53000 wurden fr eine durchschnittliche Kinovorstellung berechnet! --, die ihnen da abwechselnd mit ebensoviel Verdunklungsunterbrechungen vorgesetzt werden, durch berbrckung dieser Verdunklungen zu einer sich scheinbar bewegenden Einheit zu verschmelzen. Gerade die Bewegung des Bildes ist eine Arbeit nicht des Apparates, sondern unserer Augen. Und sie haben diese Arbeit unter hchst erschwerenden Umstnden zu tun: aufs uerste angestrengt durch den krassen und ausschlielichen Gegensatz von Licht und Schatten und die berwindung einer Menge anderer Mngel, die wiederum von einem _unserer_ Organe geleistet werden mu: der mitwirkenden _Phantasie_, der blitzschnellen Denk- und eignen Vorstellungsarbeit, die ununterbrochen die in Wirklichkeit blo vorhandenen _Andeutungen_ des Bildes erfassen und deuten und in ihnen die Vorstellung von Farbe, Plastik, Geruschen, Dften und Berhrungen ergnzen mu, die das Bild doch erst zu dem _machen_, als das es aufgefat sein mchte, als Wirklichkeitswiedergabe. Erschwert wird diese Nerventtigkeit durch die Unvorbereitetheit und Bruchstckhaftigkeit jedes Kinobildes. Dessen technische Mngel haben wir aber zum Teil schon angefhrt. Wir vergessen ja gewhnlich ganz (und das ist im Kino selbst auch recht gut, aber es flscht das Ergebnis), da dieses Bild dennoch immer nur ein Schattenbild ist, dem auer dem flchenhaften Schwarz-Wei-Bestandteil des Wirklichkeitsanblicks so gut wie alles fehlt, was uns den Eindruck des _Lebens_ vermittelt: eben Farbe, Plastik, Gerusche, Dfte, Berhrungen. Und mehr: die Tiefenwirkung (Perspektive) ist mehr oder minder falsch, daher auch ein Teil der Bewegungen unrichtig wirkend; Querbewegungen kommen ruckweise usw. Der Apparat zeigt uns, was er mit _einem_ Auge gesehen, wir sehen dies mit _zwei_ Augen, daher wieder etwas _anders_, als es der Kino gesehen hat und meint -- nicht die Wirklichkeit, sondern ein Bild, aber ein sich bewegendes; aber nicht sich bewegende Krper, sondern sich bewegende Flchenausschnitte -- Schatten. Unsere Nerven mssen fortwhrend eine angestrengte bersetzungsarbeit -- aus dem Kinematographischen zurck ins Wirkliche -- leisten, um so mehr, je mehr der Kino sich der Wirklichkeit durch bestechende hnlichkeiten annhert; und diese bersetzungsarbeit ermdet sie bald und sehr. Trotzdem versagen sie _allein_ -- wenn wir nicht nachhelfen -- in der Hlfte ihrer Aufgaben; sie versagen in vielen Fllen schon bei dem Bestreben, berhaupt zu erkennen, _was_ das Bild wiedergeben will, besonders infolge des Mangels an Farbe, Tiefe und Plastik, durch den sich oft vorn und hinten kaum voneinander abhebt, Fremdes sich zu Lichtknueln zusammenballt und Zusammengehriges blo etwa durch verschiedene Beleuchtung seiner Teile auseinanderreit. Bei alledem habe ich nur mehr _gute_, mit voller Beherrschung der Technik und an Kunstwerken und Kunstdenken gebtem Geschmack hergestellte Bilder im Auge, wie ich sie in Kino und Kunst beschrieben habe. Vor _andern_ Bildern durchschnittlicher Art wachsen die Schwierigkeiten noch mehr. Selbst die besten aber, das ist uns durch das Voraufgegangene hoffentlich abermals klar geworden, sind fr sich allein so gut wie ohne _jeden_ erdkundlichen Wert -- sie zeigen weniges nur bruchstckhaft, schattenhaft, falsch und irrefhrend. Der Kinofilm -- jeder, ganz besonders aber der erdkundliche -- bedarf der _Ergnzung_, um _berhaupt_ etwas zu sein. Um dem einen von vornherein unterscheidenden sprachlichen Ausdruck zu geben, habe ich die mit allen ntigen Mitteln zu einem Kunstwerk, d. h. zu einer in sich geschlossenen Darstellungs- und Ausdrucks-Einheit erhobene Kinematographie -- mit welchem Wort wir knftig die Herstellung und Vorfhrung von Bewegungsbildern _allein_ bezeichnen -- mit dem Worte _Kinetographie_ benannt. Kinetographie -- wie wir das Wort auch hier anwenden wollen (ber seinen sprachlichen und sachlichen Sinn vgl. Kino und Kunst) -- bedeutet also ausschlielich die _Vorfhrung_ von Bewegungsbildern im Rahmen einer zu einem Gesamtkunstwerk erhobenen Vorstellung, ergnzt durch alles, was dazu dient, das Bewegungsbild selbst seelisch richtig vorzubereiten, Sinne, Nerven und Hirn auf das Wesentliche einzustellen, seine nervsen Kraheiten auszugleichen, und das, was der Film _nicht_ zeigen kann, durch andere Mittel zur Anschauung und zum Verstndnis zu bringen. Zum allgemeinen Verstndnis dieser Forderungen, soweit sie aus dem _sthetischen_ Bedrfnis, der Schnheits-Forderung im durchgeistigten Sinne des Wortes, hervorgehen, mu ich abermals auf meine mehrmals genannte Schrift verweisen. Hier aber ist Gelegenheit, noch einmal von der _andern_ Seite her, nmlich aus unserm rein sachlich-wissenschaftlichen Gesichtspunkt, die Forderung nach Vollendung _jeder_ kinetographischen Vorfhrung zu begrnden und zu beleuchten. Es handelt sich nicht in erster Linie um den Wunsch, der kinematographischen Landschaftsdarstellung an sich auch knstlerische Werte abzugewinnen, etwa durch malerische Wahl des Bildausschnittes und handarbeitliche Beeinflussung und Nachhilfe der Herstellungsvorgnge. Sondern hier fordern wir die Anwendung des gelutertsten Geschmacks und der gewissenhaftesten und erfindungsreichen Erfllung aller Schnheitsforderungen lediglich im sthetischen, d. h. (im Ursinne des Wortes) im Interesse der _Sinne_ unserer Zuschauerschaft, damit nmlich ihre Sinne geschont, untersttzt, vervollkommnet und vor Irrschlssen bewahrt werden. Nicht um ihnen Genuß« von auen her zu verschaffen, sondern um ihnen eigne richtige Erkenntnisarbeit zu ermglichen. _Nicht_: wissenschaftliche oder Schulkinovorfhrungen drfen _auch_ knstlerisch vollkommen sein, sondern sie in erster Linie _mssen_ vollkommene Kunstwerke im Sinne der Vollendung in ihrem eignen Wesen sein, wenn sie berhaupt irgendwelchen -- erdkundlichen Lehrwert haben sollen. Welcher Art nun die notwendigen Ergnzungen sein mssen, kraft deren Filmvorfhrungen zu einem brauchbaren Hilfsmittel der Erdkunde werden knnen, wollen wir uns kurz berlegen. Zuerst spreche ich allem das Wort, was die dem Kinobild mangelnden _begleitenden Sinneseindrcke_ ersetzen oder wenigstens zum Bewutsein bringen kann. Dieser Ersatz ist gerade beim Kinobild viel mehr erforderlich als vor jedem andern auch nur Schwarz-Wei-Bild, weil das Kinobild mehr wie andere den Beschauer -- besonders den nicht selbstkritisch und durch eigne Beobachtungen _sehr_ gebten -- in den Traum der Wirklichkeit versinken lt. Vor einer Photographie verfallen wir keinen Augenblick in die Vorstellung: so ist's oder auch nur so sieht's aus -- beim Bewegungsbild ist die Gefahr grer, nun erst recht in eine falsche Vorstellung vom wirklichen Aussehen und den wirklichen Krfteverteilungen in der Natur zu versinken. Um so sorgfltiger mssen wir dort vorbeugen. Diese Arbeit wird freilich _zumeist_ dem menschlichen _Worte_ zufallen, wovon wir noch sprechen. Das Wort allein wird uns ber Plastik, richtige Perspektive, Gren-, Luft- und Wrmeverhltnisse im Dargestellten aufklren mssen, und zumeist auch, wo es sich um wissenschaftliche und Lehrzwecke handelt, ber die _Begleitgerusche_. _Vllig_ mchte ich diese aber -- denen ich in volkstmlichen und Jugendvorstellungen einen breiten Raum befrworte -- auch aus wissenschaftlichen Darstellungen nicht verbannt wissen. _Geruschkunde_ ist ein meines Wissens als solcher nicht -- hchstens als Nebengebiet der Dramaturgie -- abgetrennter Zweig der Naturwissenschaft und findet, abgesehen von der Akustik, die sich nicht mit den Geruschen, sondern mit ihren Ursachen beschftigt, der Phonetik, der Musiklehre u. dgl., nur vielleicht in der Vogelkunde berhaupt Beachtung. Wenn sie darber hinaus _nicht_ gepflegt worden ist, so liegt das meines Erachtens nur daran, da man bisher schlechterdings auerstande war, den _Stoff_ herbeizuschaffen, d. h. Naturgerusche in wissenschaftlich brauchbarer Weise aufzufassen und wiederzugeben. Wir sind, wie wir wissen, heute schon in der Lage, das zu tun: durch die Phonographie. Sie schreibt bereits ebenso selbstttig die Klang- und Geruschwellen aller Art auf wie die Photographie die dem Sehen zugrunde liegenden ther-Bewegungen (Kinetographie, d. i. Bewegungsselbstniederschrift). Sie ist wie jene durchaus zwanglufig, d. h.: richtig eingestellt, gibt sie nach Zeitma und Klangfarbe genau das Aufgenommene wieder, abzglich der feststellbaren Wirkungen ihrer technischen Fehlerquellen. Der gemeinsamen Aufnahme von Naturbewegungsvorgngen und der sie begleitenden Gerusche steht also gedanklich nichts mehr im Wege. Tatschlich ist aber diese Aufgabe noch nicht gelst (obgleich man von ihrer endgltig erfolgten Lsung alle Augenblicke hrt). Zunchst leidet die grammophonische Wiedergabe an sich noch besonders an Nebengeruschen von solcher Strke, da sie _feinere_ Gegenstandsgerusche verschluckt, falls diese von der Wachsschicht berhaupt richtig aufgenommen worden sind. Dann aber steht noch immer die groe Aufgabe bevor, beides, kinematographische und phonographische Aufnahme und Wiedergabe, in _einem_ Verfahren oder doch mit zwanglufiger Gleichzeitigkeit zu verbinden. Alle sogenannten Tonbilder (ein irrefhrender Titel), die man bis jetzt sieht, werden so hergestellt, da erst eine grammophonische Aufnahme, dann eine ihr nachtrglich angepate Mimik aufgenommen werden. Die Wiedergabe wird dann mglichst der Gleichzeitigkeit angenhert; aber selbst, wo diese Gleichzeitigkeit erreicht wird, fehlt doch die _Echtheit_, die dem Ganzen erst wissenschaftlichen Wert geben wrde. berdies ist mir nicht bekannt geworden, da _berhaupt_ erfolgreiche Versuche gemacht worden wren, Naturgerusche -- z. B. die Brandung des Meeres, den Ausbruch eines Kraters, das Rauschen im Wald, das Gemurmel und Geheul der Grostadt -- grammophonisch aufzunehmen. Da dies unmglich sein sollte, mchte ich daraus nicht schlieen -- kann man _knstliches_ Pfeifen und Sprechen usw. aufnehmen, warum nicht auch zunchst wenigstens die lauten (oft viel lautern!) unwillkrlichen Naturgerusche! Und mgen zunchst diese Aufnahmen selbst, alsdann ihre Zusammenstimmung mit der gleichzeitigen Kinoaufnahme noch so viel Unvollkommenheiten aufweisen --, der Versuch allein wrde lohnen, und die Vervollkommnung wrde meines Erachtens nicht lange auf sich warten lassen, sobald nur der _Wert_ dieser Sache allgemein erkannt wrde. Da eine solche Technik _berhaupt_ im Zuge der Kinetographie liegt, ja eins ihrer nchsten und erreichbaren Ziele sein mte, wird weniger bezweifelt werden. Wenn aber Gerusch_nachahmungen_ von Wissenschaftlern und gebildeten Laien (zum Teil mit Unrecht) belchelt werden, so bedeutet das nicht, da sie auch dokumentarisch getreuen Gerusch_nachbildungen_ Achtung versagen wrden. Im Gegenteil: _die Gerusche, die besonders die Bewegung in der Natur begleiten, sind unentbehrlich fr die unmittelbare sinnliche Bewertung der in dem betreffenden Vorgang spielenden Kraftmassen und Kraftverteilungen_. Das einfachste Gefhl des Laien sagt ihm doch schon, da ein lautlos ausbrechender Vulkan, lautlos heranschwingende Meereswogen, eine lautlos dampfgebende Kanone, lautlos tanzende Eingeborene, lautlos strzende Niagaras etwas Unsinniges, berhaupt _gar nichts_ sind. In der Zeichnung, in der Photographie vermissen wir dergleichen nicht, weil sie ja das Bewegungsleben nicht zu geben beansprucht, wo aber die _Bewegung_ der Dinge gezeigt wird, da fordern unsere Sinne auch ihr _Gerusch_. Ist dies somit eine sthetische Forderung, so wird doch auch niemand bestreiten wollen, da diese Gerusche an sich als Begleiterscheinungen von Naturbewegungen ein ernstester Forschung hchst wrdiger Gegenstand sind. Ich bin der Meinung, da auch bei rein wissenschaftlichen Vorfhrungen, mindestens wenn die Teilnehmer daneben auch irgend Menschen mit natrlichem Sinnenleben und Geschmack sind, in Ermangelung grammophonischer Mittel _einige_ Begleitgerusche gegeben oder angedeutet, allermindestens aber durch vorangehende Beschreibung der Phantasie der Zuhrer zur Verfgung gestellt werden mten. So zeigte ich einmal den Ausbruch eines Geisers, ein Bild, ber das ich wegen seiner Krze und anderer Mngel ganz unglcklich war: es kam mir vllig bruchstckartig und wertlos vor. Zufllig kam mir eine ausfhrliche Beschreibung dieses selben Geisers in die Hnde, in der auch genaue Angaben ber die Begleitgerusche enthalten waren. Ich lie diese nun sorgsam hinzufgen, und von diesem Augenblick an erwies sich das Bild -- rein erdkundlich-naturwissenschaftlich betrachtet! -- als einer der Glanzpunkte meines Programms. Gewi hatte _ich_ mir allenfalls nach langem Studieren diese Begleitgerusche -- den kanonenschuartigen Ausbruch von Schlamm und Steinen, das regenartige Niederprasseln der Wassermengen usw., die vorangehende donnerartige Erderschtterung -- auch denken knnen -- aber wie htten das meine _Zuschauer_ tun sollen? Und wenn sie es gekonnt htten -- sollten sie und ich uns dessen schmen, da wir uns eine mhsame und unvollkommene Eigenttigkeit durch ein paar meinethalben theaterhafte Hilfsmittel ersetzten? Und sollten sich endlich Studenten und Hochschullehrer selber in diesem Punkte in einer andern Lage befinden als wir? Sollte selbst jemand, der diese Gerusche einmal _erlebt_ hatte, sich ihrer vor diesem Bilde vollkommener erinnern, als unsere Hilfskrfte sie mit urwchsigen Mitteln nachzuahmen vermochten? Mag man ber Geruschnachahmungen bei rein wissenschaftlichen Gelegenheiten denken, wie man will, fr die unvorbereitete und mit erdkundlichen Erscheinungen durchaus ungengend vertraute ffentlichkeit sind sie unerllich sowohl um des Verstndnisses wie um der sthetischen Befriedigung willen. Da und wie dabei die Grenzen des Geschmacks einzuhalten sind, habe ich anderswo behandelt. Sicher ist aber, da _die Kinematographie an sich nicht eher ein vollwertiges erdkundliches Hilfsmittel ist, als bis sie wenigstens in zwanglufige Vereinigung mit der Grammophonie gelangt ist_. Bewegung und Gerusch sind zeitlich und rumlich, urschlich und in der Erscheinung, sthetisch und gedanklich nicht voneinander zu trennen, ein Verfahren, das das eine wiedergibt, mu auch das andere zeigen. Die zweite Ergnzung, die nicht zu verachten wre, ist die _Farbe_. Auch hier sind manche Versuche unterwegs, beachtenswerte Erfolge errungen. Das bekannteste Verfahren ist _Urbans Kinemacolor_. Ich habe dieses Verfahren vor einigen Jahren in London gesehen und wei nicht, ob es inzwischen verbessert worden ist. Es strte, bei allem unleugbaren Reiz, durch starkes Flimmern. Sein Hauptmangel ist, da die Aufgabe, die eigentliche Bildfarbe zu bilden, wieder unsern _Augen_ berlassen ist, und diesen wird sie um so schwerer, als sie sie aus nicht mehr als zwei Grundfarben -- rot und grn -- herstellen mssen, die dem farblosen Doppelpositiv durch zwei Filter mitgeteilt werden. An der Ausbreitung des Kinemacolorverfahrens scheint auer den betrchtlich hhern Kosten und dem zur Alleinbestreitung einer Vorstellung nicht gengenden Erfolg auch die Monopolvergebung schuld zu sein. Auf jeden Fall ist die Sache noch nicht vollkommen; trotzdem sollte jeder sie kennen zu lernen suchen, und gutgestellte Kinotheater sie einfgen. An sich aber ist die Naturfarbe der Bilder -- solange sie nicht auf eine bisher unbekannte Weise auf photographischem Wege selber gewonnen wird -- _nicht_ eine so unerlliche Vollkommenheitsforderung wie die des Begleitgerusches. Es ist mir im Gegenteil zweifelhaft, ob sie in jedem Falle erwnscht wre, da sie die Ansprche an die Augen erhht, die Fehlerquellen vermehrt und berdies dem Filmbild einen Vorzug wieder nimmt: den der Vereinfachung und Zurckfhrung des Bildes auf seine einfachen Schwarz-Wei-Verhltnisse. Noch weniger kommt freilich hier die _knstliche_ Farbenergnzung in Betracht, wo wir ihr nicht aus Grnden, die nichts mit Erdkunde zu tun haben (Augenerholung) einmal nachsehen wollen. Die _echte_ Farbenselbstwiedergabe der Natur steht noch in weitem Feld, und wir sehen vorlufig noch nicht einmal einen Weg angedeutet, wie wir zu ihr zu gelangen vermchten.[2] [2] Inzwischen wird von einem neuen Verfahren der Firma _Gaumont_ (deutsches Haus) berichtet, das Kinemacolor in mancher Hinsicht bertreffen soll, wenn auch die Farbenabstimmung naturgem noch durch die Fehlerquellen beeinflut wird. Anders die _Krperlichkeit_ (Plastik) des Dargestellten. Der Weg dazu ist klar: wir lassen unsern Apparat, wie wir selber, mit _zwei_ statt einem Auge sehen und zeigen dann, wie in der Wirklichkeit, jedem unserer Augen gesondert das entsprechende Bild. Wege dazu gibt es verschiedene, ihr einziger gemeinsamer Nachteil ist der, da wir dazu das Auge bewaffnen mssen, sei es durch eine Brille mit zwei verschieden gefrbten Glsern, sei es durch eine stereoskopartige Vorrichtung. Ich habe solche Bilder noch nicht gesehen, meine aber, wenn sie sich einbrgerten und sonst hbsch sind, wrde die Beschaffung der Betrachtungshilfsmittel nicht so schwierig sein, wie es immer dargestellt wird. Kinobesucher werden sich ihre optische Brille kaufen, wie Theaterbesucher ihr Opernglas. brigens habe ich ein anderes Verfahren zur Verkrperlichung von Kinobildern gesehen, anscheinend auf Spiegelungen beruhend, das aber nur eine puppenhafte Wirkung hatte. Warum irgend jemand eine bessere krperliche Wirkung von erdkundlichen Kinobildern verschmhen sollte, wenn er sie nicht etwa durch Nachteile anderer Art erkaufen mu, sehe ich nicht ein. Eine Menge anderer Wirklichkeitseigenschaften werden dem Kinobild natrlich immer fehlen. So kann die Nachahmung von Begleit_gerchen_ immer nur ein gelegentlicher Scherz bleiben, und ebenso fehlt die krperliche Wirkung von Wind und Wetter usw. auf den Beschauer. Etwas anderes aber ist von grerer Wichtigkeit. Wir mssen ein Kinobild immer gleichsam mit festgeklemmtem Kopfe oder mit starren Augen besehen; wir knnen die Augen nicht in der Weise wandern lassen wie in der Natur. Tun wir es dort, so bietet sich uns bei jeder Bewegung ein anderes Bild; im Kino ist der Erfolg nur, da wir je einen andern Teil desselben Bildes sehen. In einem gewissen Grade hilft dem freilich, aber auch nur scheinbar (da die Krperlichkeit fehlt), die Erfindung der _Panorama-Kinematographie_ ab, die man meines Wissens zurzeit nur in Mnchen sehen kann. Sie erzeugt durch kreisfrmiges Drehen des Objektivs die Tuschung eines Landschaftenrundblickes. Das ist natrlich eine vielleicht sehr hbsche Spielerei, die aber als erdkundliches Hilfsmittel geringen Wert haben wird. Das vor allem aus praktischen Grnden; an sich mag die Sache fr seltenere Aufgaben, bei denen es darauf ankommt, einen Gesamtberblick ber ein greres Gebiet zu haben, brauchbar sein. Ich mchte, ehe ich die beiden Haupthilfsmittel, das _Wort_ und das _Lichtbild_, bespreche, noch eine Bemerkung ber die Mithilfe der _Musik_ machen. Auf den ersten Blick hat sie in erdkundlichen Filmen, die der Belehrung dienen sollen, nichts zu suchen. Eine Ausnahme machen aber schon diejenigen _vlkerkundlichen_ usw. Filme, die geradezu Musikszenen, z. B. Tnze, nach Musikrhythmen arbeitende Kolonnen usw., darstellen. Wir knnen hier auf das ber Begleitgerusche Gesagte verweisen; grammophonische Wiedergabe wre Ideal, angepate Nachahmung in diesem Falle berechtigt, weil ja auch die Urmusik knstlich ist; _unerllich_ in diesem Falle die eine oder die andere. Einen Negertanz ohne dessen Begleitmusik vorzufhren, halte ich fr geradezu unwissenschaftlich. -- Darber hinaus aber habe ich mich einfach aus der Erfahrung heraus fr die vereinzelte Anwendung musikalischer Begleitung selbst bei geeigneten erdkundlichen Filmen aus _gesundheitlichen_ Grnden ausgesprochen. Es ist nun einmal Tatsache, da _gute_ angepate Musik wie kein anderes Mittel die Nerven abspannt, sie erfrischt und ihnen ihre Arbeit erleichtert. Selbstverstndlich kommt Musik weder bei Filmen mit Geruschwiedergabe in Betracht noch bei solchen mit bewegungsdramatischem Inhalt noch bei allen andern; aber sie kann Wunder tun bei Bildern, die eine ruhige rhythmische, in sich wiederkehrende Bewegung ausspinnen. _Begleitmusik beflgelt die Phantasie_ -- aus diesem Grunde weise ich sie nicht streng aus allen erdkundlichen Vorfhrungen heraus, sondern spreche ihr selbst sachlichen Wert zu. Was aber vllig unentbehrlich ist, sind zwei Dinge: das _Wort_ und das _stehende Lichtbild_. Ich kann sie gemeinsam behandeln. ber die Gestaltung des Begleitvortrags habe ich in Kino und Kunst alles Ntige gesagt. Er hat zwei Aufgaben: erstens abermals das Bild seelisch vorzubereiten und seine Lcken auszufllen, zweitens den Geist darber hinauszutragen. Die letztere Aufgabe kann in Verbindung mit einer Kinovorfhrung nur angesponnen, nicht ausgefhrt werden. Wir wollen sie aber dennoch nicht unbeleuchtet lassen, um uns abermals gewrtig zu bleiben, da alle Bildvorfhrung fr die Erdkunde nur Mittel, nicht Zweck ist. So wie einerseits _keine_ noch so vollendeten Naturnachbildungen ohne geistige Nachteile von Zuschauern aufgenommen werden knnen, die nicht ber gengenden Vergleichsstoff aus _eigner_ unmittelbarer Anschauung verfgen (worber wir im Absatz Schule gesondert sprechen) --, so ist anderseits alles von der Natur Geschaute nur Mittel und Vergleichsstoff fr die _eigentliche_ geistige Aufgabe der Erdkunde: eben aus der Welt der Erscheinungen zu den _Gedanken_ ber sie zu gelangen, ihre Gesetze und Kraftverhltnisse, ihre Ursachen und ihre Zukunft, ihr Wesen und ihren Geist zu untersuchen. _Darber_ spricht sich die Natur nicht, die Abbildung noch weniger aus. Was uns das Bild zeigt -- auch das mssen wir uns einmal wieder ins Gedchtnis rufen -- _sind_ ja gar nicht die vom Menschen bereits genannten und gemessenen, mit Erkenntnisgesichtspunkten und Gefhlswerten bersponnenen, menschlich geaichten Naturwerte, sondern es ist die Urnatur in ihrer unentdeckten Namenlosigkeit. Das ist nicht eine Grbelei, sondern eine sehr wichtige Alltagswahrheit, deren bersehen wieder eine der Hauptursachen fr die mangelhaften Erfolge reformerischer erdkundlicher Vorfhrungen in Kinotheatern usw. ist. Man stelle sich vor: da erscheint jenseits einer Fluflche ein schlicht kegelfrmig zugespitzter hoher Berg, oben mit Schnee bedeckt. Im Vordergrund wogen Binsen um einen Fischersteg. Vor dieses Bild setzt die Mgde und die Kuhknechte, die Ksehndler und Pflasterarbeiter einer Kleinstadt. Was sollen sie dazu sagen, was soll sie daran fesseln? Gewi, es ist ganz schn -- aber das, was _sie_ urwchsigerweise im Kino suchen, nmlich merkwrdige Bewegungen, sind gar nicht drin. Das Bild gefllt nicht! Nun sagt der Vorfhrer einen Namen: Der Berg Fujijama. Ah! entringt es sich den anwesenden gebildeten Besuchern. Das also ist der Fujijama, so sieht er wirklich aus! Eine Flle von Gedankenverbindungen erweckt ihnen das Wort -- ihnen, aber immer noch nicht den andern! Wenn _denen_ nun ein Berufener in einer Sprache, die sie verstehen, sagen wrde: Hier ist es gar nicht irgendeine 'merkwrdige' Bewegung, die euch fesseln soll, sondern ihr sollt das und das dabei denken, wenn er ihnen etwa vorher ein paar japanische Knstlerbilder von dem Heiligen Berge zeigt, ein japanisches Gedicht oder eine Sage von ihm erzhlte -- oder wenn er statt dessen wertvolle wissenschaftliche Angaben (immer in der Sprache der Einfachen) ber ihn machte: damit wrde er ihnen die richtigen _Augen_ geben, mit denen gesehen auch ihnen das Bild reizvoll erscheinen wrde. Denn sein Wert liegt in dem, was wir, was ein ganzes Volk sich dabei denkt, in dessen Phantasie der Berg den Mittelpunkt bildet; sein Hauptwert liegt in dem, was das Bild _nicht_ zeigt, im Gedanklichen. Was ich hier am Beispiel der Einfachen zeige, gilt in entsprechender Anwendung bis hinauf zu den gelehrtesten Husern. Niemand ist so vielwissend, da er im Augenblick, wo irgendeine Landschaft usw. vor ihm im Kinobild auftaucht, gerade _den_ Wissensstoff genau gewrtig hat, der hier den Mittelpunkt des Interesses bildet. _Jeder_ Beschauer eines Kinobildes mu vorher darauf _eingestellt_ werden. Und das kann nur durch _Worte_ geschehen. -- Diese Worte haben aber nicht nur allgemeine Gesichtspunkte zu geben, sondern sie mssen auch einen andern Mangel des Kinobildes, das schnelle, unvorbereitete Vorberhuschen des Bildes ausgleichen, indem sie auf seine hauptschlich zu beachtenden Einzelheiten vorher hinweisen. Diese vorherige Hinweisung, gewissermaen das Vorauserzhlen des Kommenden, ist ein znftiges Kunstmittel des Theaters. Dadurch, da man eine erst knftig auf der Bhne erscheinende Person vorher nach Tracht und Art von andern beschreiben und ihre Meinungen darber tauschen lt, wird das Interesse an dem Kommenden nicht vermindert, sondern vermehrt. Das letzte, nicht das schlechteste Ergnzungsmittel des erdkundlichen Bildes, das zugleich das Wort in hohem Grade entlastet, ist das _Lichtbild_. Es hat vor dem Bewegungsbild den Vorzug, eine lange ruhige Betrachtung zu ermglichen, die groen Grundformen einer Landschaft usw. viel besser als der davonlaufende Film erkennen zu lassen, und auch knstliche Darstellungen, Schemen, Landkarten, Zeichnungen usw. zu ermglichen. Es ist zugleich eine Erholung fr das Auge, auch insofern, als es in einem ganz andern Sinne als der Film knstlerisch (malerisch) hervorragend sein und sowohl naturfarben wie bemalt dem besten Geschmack entsprechen und zeigen kann, was dem Film fehlt. Auf ihm kann man bequem die Stellen zeigen, an denen im Laufbilde etwas Besonderes zu beachten ist, und man kann anschaulich machen, wie sich die besondere rtlichkeit des Laufbildes einem groen erdkundlichen Ganzen einordnet. Kein Film sollte ohne eingehende Vorbereitung und Vorbesprechung auf der Wand erscheinen. Nichts ist ein falscheres, stilwidrigeres Wirkungsmittel gerade fr das Bewegungsbild als die _berraschung_ des Beschauers. Alles, was wir genannt haben, luft darauf hinaus, erdkundliche Bewegungsbilder in solcher Zurichtung, Vorbereitung, Ergnzung und Umgebung zu zeigen, da die Beschauer das hchsterreichbare Ma von Wirklichkeitsanschauung unter allersorgfltigster Unschdlichmachung von Fehlerquellen und mglichster Erleichterung ihrer Sinnesttigkeit erhalten. So durchgefhrt, vermag der Kino dem gebten Gelehrten den Forschungsgegenstand selbst in einem gewissen Grade zu ersetzen, dem Wissensbeflissenen wird er ein verlliches Hilfsmittel, dem Schler ein nicht irrefhrender Wegweiser, dem Knstler ein Genu, jedermann eine geistige Bereicherung und der Menschheit ein Nutzen und eine kulturfrdernde Vlkerverbindung sein. II. Wissenschaftliche Erdkunde Das Wort wissenschaftlich wird im Zusammenhang mit Kinematographie geflissentlich mibraucht. Man bezeichnet frischweg jeden Film nach Naturvorgngen als wissenschaftlich. Fr alle andern bleibt ja das schne Schildchen knstlerisch. In Wirklichkeit kann von wissenschaftlicher Kinematographie im strengen Sinne nur da gesprochen werden, wo diese Technik -- wie etwa das Mikroskop -- der _Forschung_ neue Mglichkeiten erffnet, also etwa gestattet, Dinge zu beobachten, deren man ohne sie nicht habhaft werden konnte, oder alte in solcher Weise, die vorher nicht mglich war. Erst im weitern Sinne lassen sich Filme als wissenschaftlich bezeichnen, die alle Anforderungen erfllen, um wenigstens als Hilfsmittel im auf wissenschaftliche Ziele gerichteten Unterricht verwendet werden zu knnen. Beides gilt von den bisher geschaffenen erdkundlichen Filmen nur ausnahmsweise, und wir wollen kurz untersuchen, wie weit die Kinematographie berhaupt fr wissenschaftliche Zwecke brauchbar sein mag, und welche Anforderungen in diesem Falle an sie gestellt werden mssen. Zunchst als _Forschungs_mittel im strengen Sinne kommt sie in zweierlei Hinsicht in Betracht. Erstens fr die Erd_geschichts_wissenschaft, insofern sie erdkundliche Erscheinungen, die der Vernderung oder dem Vergehen ausgesetzt sind, dauernd festhlt und dadurch auch sptern Forschern und Geschlechtern die Untersuchung und Vergleichung ermglicht. So stellte sich z. B. heraus, da der Geiserfilm, den ich schon erwhnte (Neuseelndische Geiser, Urban-Eclipse), gerade dadurch einen auerordentlichen Wert hatte, da er eine interessante, inzwischen aber verschwundene Naturerscheinung -- vielleicht die groartigste ihrer Art -- festhielt.[3] Dergleichen Gegenstnde wrden sich in der Welt viel finden, aber nicht blo auf dem Gebiete der Superlative, der groartigsten usw., sondern mehr noch unter unscheinbaren Naturerscheinungen. Hier berhren sich die Interessen der Wissenschaft mit solchen der Allgemeinheit, fr die erfreulicherweise das Verstndnis mehr und mehr um sich greift: denen des _Naturschutzes_, und wo der nicht mehr mglich ist, der _Erhaltung von Naturdenkmlern_ wenigstens im Bilde. Die Natur- und _Heimatschutz_gesellschaften seien an dieser Stelle besonders auf das Hilfsmittel der Kinematographie im genannten Sinne wie auch zur _Werbung_ fr ihre Bestrebungen aufmerksam gemacht. Wenn z. B. jetzt der Gedanke, groe _Naturschutzparks_ nicht nur in der engern Heimat, sondern eben in der ganzen Welt, vor allem in den Kolonien, anzulegen und im ursprnglichen Zustande zu erhalten, Gestalt gewinnt, so sollte man das Interesse dafr aufrufen durch Bewegungsbilder der betreffenden Gegenden, denen andere von bereits als unrettbar erkannten Gegenden wirksam an die Seite gestellt werden knnten. Besonders kommt dieses Sammeln von kinematographischen Naturdenkmlerabbildungen fr die Gebiete der Pflanzen-, Tier- und Menschengeographie in Betracht. Man vergleiche die ergreifenden Darstellungen, mit denen _Paasche_ im Vortrupp und an andern Orten die denkende Menschheit auf die entsetzliche Verdung der Natur gerade in bis dahin jungfrulichen Jagdgrnden aufmerksam machen will, und lese da nach, wieviel der prchtigsten und bezeichnendsten Tierarten -- Elefanten, Wale usw. -- bereits dem Aussterben nahe sind. Ganz besonders denken wir hier natrlich auch an die _Menschenkunde_ im weitesten Sinne des Wortes (Ethnographie), Rassen-, Volkskunde einschlielich urwchsiger Bauarten, Industrien, Trachten usw. Hier handelt es sich ja ebenfalls leider hufig genug schon um unabwendbares Aussterben; berall aber liegt ein stndiger, oft langsamer, oft sehr pltzlicher _Wandel_ der Erscheinungen vor. Diesen entwicklungsgeschichtlichen Wandel sowohl im Drum und Dran wie auf krperlichem Gebiete kann die Kinematographie in hervorragender, oft in einziger Weise der Forschung der Nachwelt vor Augen halten. Endlich kommt die Festhaltung _einzelner_ Naturschauspiele, z. B. des Ausbruchs und Werdens neuer Vulkane, in Betracht, zu deren Aufnahme freilich meistens Zufallsglck gehrt. Es wre eine planmige Aufnahme mglichst vieler derartiger Naturdenkmler ber die ganze Welt zu befrworten. Fr diese Aufnahmen mten dann natrlich _Sammlungen_ (Archive) angelegt werden, deren Inhalt nicht durch zeitgenssische Vorfhrungen gefhrdet und im Wert gemindert werden drfte. Ein solches Unternehmen wre, wie unten nachzuweisen, durchaus kostenlos durchzufhren. [3] Und zwar leider dennoch auf Nimmerwiedersehen! Bei Nachforschung stellte sich heraus, da das unschtzbar wertvolle Negativ nach einer gewissen Anzahl Kopien wie blich vernichtet worden ist -- eine bezeichnende Illustration zum Thema Traum und Wirklichkeit in der Kinematographie. Filmarchive! Aufmerksam mu ich aber auch hier darauf machen, da derartige Filme, richtig hergestellt, einen ganz unschtzbaren, mit der Zeit ungeheuer steigenden _Sammlerwert_ haben wrden. Es wrde also keineswegs eine tote Geldanlage sein. ber Filme als Sammlergegenstand beabsichtige ich mich, im _Buch vom Kino_ weiter auszulassen. Die zweite Eigenart, durch die die Kinematographie fr die _Forschung_ unmittelbaren Wert hat, liegt in der Mglichkeit, die Aufnahmen zu _Messungszwecken_ zu verwenden. Der Film zerlegt jede Bewegungseinheit in eine groe Menge einzelner Teile, deren Zeitabstand voneinander genau bemessen ist, und -- die zur genauen Nachbestimmung standhalten. Sie erlauben daher, Bewegungen zu untersuchen, die in der Wirklichkeit zu flchtig oder vereinzelt, oder auch zu klein und kurz sind, um mit den Sinnen aufgefat zu werden. Dadurch wird der Wissenschaft geradezu ein neues Bettigungsgebiet erschlossen, welches ich _Rhythmologie_ benennen mchte: die Erforschung der Zeitgesetze in den freien Bewegungserscheinungen der Natur. Sie ist z. B. betreffs der Wellenbewegung im Meere, des Aufschlagens bestimmter Wellen an Fluufer usw. schon versucht worden, aber es standen keine andern Hilfsmittel zur Verfgung als Uhr und Hand und etwa Instrumente, die jedenfalls kein bestndiges (kontinuierliches) Bild der Erscheinungen boten. ber den Wert einer solchen Forschung brauche ich dem Gebildeten kein Wort zu sagen. Endlich das dritte kinematographische Forschungshilfsmittel, dem vorigen verwandt, wenn auch schon mehr auf das Gebiet der Lehr- und Veranschaulichungshilfsmittel hinberweisend, ist die Aufnahme unter knstlich vernderten Bedingungen. So ist es vor allem mglich, Vernderungen, die sich in Wirklichkeit ber lngere Zeitrume erstrecken, in wenige Minuten zusammenzudrngen und dadurch ebenfalls wieder ihre Einheit und ihren Rhythmus sinnenfllig zu machen. Wenn auch dergleichen wohl mehr fr andere Naturwissenschaften in Betracht kommt, so gibt es doch auch Gelegenheiten, wo es fr die Erdkunde in Betracht kommt, und wenigstens vielen bequeme Beobachtungen ermglicht, die -- etwa wie die tglichen Meeresgezeiten, die jhrlichen Gletscherschwankungen, allmhliche Verwitterungsvorgnge -- sonst nur vereinzelt ungenau, mhsam und mit unverhltnismigem Aufwand gemacht werden knnten. Ganz allgemein bildet der Kino eins der wertvollsten Hilfsmittel des _Forschungsreisenden_, dem sie eine bequeme, dokumentarisch getreue und dauernde Einheimsung seiner Beobachtungen, ihre schnelle berfhrung in die Stoffmenge der Forschung ermglicht und zugleich unter Umstnden ein unwiderlegliches _Beweismittel_ seiner Erfolge und Behauptungen gibt. Wir wollen hier sogleich die Frage behandeln, auf welche Weise sich der Gebrauch dieses Hilfsmittels _praktisch_ durchfhren lt. Es kommen hier namentlich zwei Schwierigkeiten in Betracht: die Belastung des Gepcks und die Kostenfrage. Die _Technik_ der Kinoaufnahmen kann kein Hindernis bieten; sie ist im allgemeinen sehr einfach und leicht. Eine kurze gute Einfhrung darin bietet Liesegangs Lichtbild- und Kinotechnik (Lichtbhnen-Bibliothek Nr. 1), ausfhrlich desselben Verfassers Handbuch der Kinematographie (Dsseldorf, 8M) und andere. ber die allgemein zu beobachtenden Maregeln vgl. mein Kino und Kunst. Der im Grobetrieb bliche Aufnahmekino, wie er von zahlreichen Firmen hergestellt wird, bildet mit dem ntigen schweren Fu (Stativ) und allem Zubehr allerdings eine betrchtliche Last, zu deren Bewltigung auf lngere Mrsche mehrere Trger abwechseln mssen. Dennoch kommt er in erster Linie in Betracht, da er doch wohl nicht nur allein die fr die unvermeidliche Inanspruchnahme durch Befrderung usw. ntige Festigkeit und Derbheit besitzt, sondern auch allein die Filme liefert, deren Format und Durchlcherung den allgemein in Kinotheatern usw. verbreiteten Vorfhrungsapparaten entspricht. Diese sind aber wieder fr die Vorfhrung in _groen_ Rumen notwendig. Auf der Mglichkeit aber, die aufgenommenen Bilder wenigstens zum Teil von den Kinotheatern und in Vereinsvorfhrungen usw. geschftlich zu verwerten, beruht aber hauptschlich die vorteilhafte Erledigung der Kostenfrage. -- Es gibt aber auch mittlere und kleinere Aufnahme- und Vorfhrungsapparate, die erstern Schul-, die letztern Salon-Kinematographen genannt. Diese haben den Vorzug, sehr viel handlicher zu sein, besonders die letztern, die kaum das Gewicht einer 9× 12-Kamera ausmachen, und deren Stativ natrlich ebenfalls leichter sein kann. Die Bilder dieser Apparate gengen bei richtiger Behandlung durchaus den meisten, auch wissenschaftlichen Zwecken, nur lassen sich die Bilder nicht so gro und daher nicht in sehr groen Slen projizieren. Die Filme sind nmlich nur von etwa halber Breite und die Bildchen von halber Hhe der im Grobetrieb blichen, und die Durchlcherung ist anders angeordnet. Dadurch sind sie schwieriger und jedenfalls nur ausnahmsweise in Kinotheatern usw. unterzubringen. Dadurch, da man sie auch sonst nur in kleinern Kreisen zeigen kann, lassen sie sich auch finanziell nicht so verwerten, ein belstand, dem allerdings die bedeutende Film- und Behandlungsersparnis gegenbersteht. In der Kleinheit liegt aber noch ein weiterer Nachteil: die Einzelheiten kommen nicht so heraus, die Unterscheidungsgrenze liegt um die Hlfte tiefer als bei Normalfilmen, und wenn man sie auf gleiches Format zu projizieren versucht, so tritt das photographische Korn strend in die Erscheinung. Der grte Mangel ist aber wohl der, da die Kassetten, die diesen Apparaten angehngt werden, nur kurze Filme zu fassen vermgen. Bei lngern wrde die ungleiche Abwicklung infolge der unverhltnismigen Verminderung des Umfangs der Filmrolle auch Ungleichmigkeit des Aufnahmezeitmaes zur Folge haben. (Ausfhrlich gedenke ich die Frage der Liebhaber-Kinematographie in meiner Schrift _Das Buch vom Kino_ zu behandeln.) Neuerdings sind aber auch eine ganze Reihe von Apparaten mittleren Umfangs und Gewichts geschaffen worden, die fr Normalfilme eingerichtet sind, und brigens lt die lebhafte Ttigkeit hinter den Kulissen der Apparate-Fabriken auf diesem Gebiete darauf schlieen, da hier bald Vollkommenes zutage treten wird. Wichtig ist die Kostenfrage. Sie kann indessen nicht ernstlich schrecken, wenn man sich berlegt, da zwar jedes einzelne Meter Rohfilm 1M kostet (ein 5 Minuten laufender Normalfilm ist ungefhr 100 Meter lang), fr ein Negativ und ein Positiv also ohne die Behandlungskosten und Verpfuschtes, Abfall usw. 2M (im groen wird es etwas billiger), da aber auf der andern Seite der fertige Film, wenn er gelungen ist, einen groen unmittelbaren und einen grern Zukunftswert besitzt. Von dem Zukunftswert wissenschaftlicher Filme haben wir gesprochen. Es wird leicht einzufhren sein, ihn durch die Anregung des Sammeltriebes vermgender Privater und interessierter Krperschaften (Gemeinde, Staat usw.) unmittelbar zu verwirklichen. Noch gewisser und leichter ist der Weg, wenigstens Teile guter derartiger Aufnahmen der ffentlichen Benutzung, dem Turnus der Kinotheater usw. zur Verfgung zu stellen. Naturgem werden Forscheraufnahmen sowieso ein bedeutend greres Interesse selbst fr die breite ffentlichkeit haben als gewhnliche Operateuraufnahmen, die ja meistens von der Heerstrae stammen. Dieses Interesse wird sich durch geeignete Behandlung bei der Vorfhrung wesentlich steigern lassen, und die lebhafte Kinoreformbewegung wird ein briges dazu tun. Eine Aufnahme aber, die erst mal die Runde durch die Kinotheater der Welt gemacht hat, hat sich selber und viele andere reichlich bezahlt gemacht. Hier ist also der Weg fr Forscher, wissenschaftliche Institute und Sammlungen gegeben, kostenlos, ja mit berschu, sich das Wertvollste zuzulegen. In welcher Weise das im einzelnen geschehen knnte, darber werde ich im Abschnitt Kinogesundung sprechen. Hier will ich nur hinzufgen, da an ein Kostenhereinbringen auf dem Wege von Einzelvorfhrungen wohl in keinem Falle zu denken ist. Nur berhrt sei, da auf Forschungsreisen selbst durch gelegentliche Vorfhrung von eignen und fremden Aufnahmen dem Unternehmenden manche Gelegenheit geffnet, mancher Nutzen geschaffen werden, und ntigenfalls auch eine unmittelbare finanzielle Erleichterung entstehen kann. ber Nutzen, Verwendung und Berechtigung der Kinematographie fr den wissenschaftlichen Unterricht, also an Hochschulen, Handels-, Kolonial- usw. Schulen, brauche ich mich kaum noch beweisend zu verbreiten. Wenn dagegen hier und da noch Vorurteile bestehen mgen, so liegen sie meines Erachtens nur in der ungengenden Beschaffenheit und der Kostspieligkeit und besonders der Schwierigkeit der Erlangung gengenden Filmstoffes. Die Anschaffung von Apparaten und Einrichtungen lohnt natrlich nicht, solange nur wenige unvollkommene Filme in Betracht kommen, und jeder Beflissene diese ebensogut im nchsten Kinotheater sehen kann. Das wird ja ganz anders werden, sobald Aufnahmen von Wissenschaftlern selbst in reichlicher Menge zur Verfgung stehen. ber die zurzeit herrschende Schwierigkeit der Beschaffung erdkundlicher Filme und ihre Behebung spreche ich an anderer Stelle. Hier aber ist der Ort, ber die notwendige Beschaffenheit wissenschaftlich brauchbarer Filme zu sprechen, und wir kommen damit zu dem Gegenstand: _erdkundliche Filmaufnahmen_. Fr sie gelten die allgemeinen, im erhhten Grade all die Vorschriften, die ich in meiner Schrift Kino und Kunst als unerllich fr kunstgerechte, d. h. einfach sachgeme und wohldurchdachte Aufnahmen ausfhrlich behandelt habe. Wir wollen sie hier unter unserm besondern Gesichtspunkte abermals durchnehmen. Fr Kinoaufnahmen kommen naturgem diejenigen Gegenstnde vornehmlich in Betracht, in denen die _Bewegung_ irgendeine wichtige sachliche oder sthetische Rolle spielt, soweit der Film imstande ist, sie deutlich und richtig wiederzugeben. Vielleicht gibt es da _kein_ Gebiet der Erdkunde, das gar nicht in Betracht kme, aber doch einige ganz vorwiegend. Die Erde als Weltkrper, also in ihren Beziehungen zum Raum und zu den Gestirnen, bietet unmittelbar nur wenig Stoff fr uns, ebenso als Gegenstand der Messung und Teilung. Fr die _Erdgeschichte_ sind vorwiegend Archivaufnahmen wichtig, auf die wir hingewiesen haben. Auerdem sind eine Menge alltglicher Vorgnge erdgeschichtliche Entwicklungen im kleinen, so die unmittelbare Beobachtung eines Sturzregens und seiner geologischen Folgen, die Beobachtung von Lawinen, Gletscherbewegungen usw. Ferner knnen wir hierher Erdbebenerscheinungen, Vulkanausbrche und Verwandtes rechnen, dessen kinematographische Festhaltung von grtem Werte wre. Hieran schliet sich die Meteorologie: Wetter- und Klimavorgnge und andere atmosphrische Erscheinungen. Ich mchte hier deutlich dem etwaigen Vorurteil entgegentreten, als ob atmosphrische Bildungen fr den Kinematographen zu fein wren. Sie lassen sich alle, soweit das bloe Auge sie erkennt, auch kinematographieren, wenn wir auch hier die Farbe als etwas sehr Wesentliches vermissen werden. Zur Veranschaulichung der Oberflchengestaltung der Erde, ihrer groen Grundformen und ihrer feinen Einzelheiten ist das Bewegungsbild viel berufener und ntiger, als man zunchst angesichts der Bewegungslosigkeit des festen Landes denkt. Denn erstens regt es sich und lebt berall in der Welt, selbst in der Wste, und je ruhiger der Hauptgegenstand, desto feiner und fr das Ganze bezeichnender und unentbehrlicher sind die _kleinen_ Bewegungen -- das Hinhuschen einer Eidechse, das Hinhauchen einer Staubwolke usw. Zweitens aber bewegt sich, wo die Erde regungslos ist, doch _auf_ ihr das Licht und zaubert durch sein Spiel geheimnisvolles Leben. Dasjenige aber, was fast berall die Welt belebt, und vielleicht der gewaltigste Gegenstand der Kinematographie ist das _Wasser_ in allen seinen Formen. Ob es als Salzlake berm Wstenboden blinkt, als Bchlein rieselt, als Flu strmt, als Wasserfall herniederbraust, als Meer blinkt, kruselt, brandet oder tobt, ob es als Regen oder Schnee herniederfllt, als Eis funkelt oder als Nebel glnzt und wallt -- in all seinen Formen ist es unerschpflich schn, unergrndlich gesetzmig, voll unendlicher Aufgaben fr den Forscher, voll Lehren fr den Schler, der groe Gestalter und Maler des Erdballs. Wenig einzelnes habe ich zu sagen ber die Pflanzen-, Tier- und Menschengeographie. Mit den genannten Dingen tritt ja das Leben selbst, die vom Geiste beherrschte Bewegung auf die erdkundliche Bhne, und hier versagt jeder Versuch, das dem Kinematographen Zugngliche auch nur in seinen Grundzgen aufzuzhlen. An _Stoff_ fehlt es hier nicht, aber nicht der Stoff, sondern nur die Art der Aufnahme macht den erdkundlichen wie den allgemeinen Wert des Bildes aus. Abermals mu ich hier, und zwar in der nachdrcklichsten Weise, bitten, meine Schrift Kino und Kunst zur Ergnzung heranzuziehen, denn ohne die groen allgemeinen Zusammenhnge und Gesichtspunkte, die dort ausfhrlich behandelt werden, sind die nachfolgenden Sonderangaben nicht voll zu verstehen. Vollendete Kinokunst -- und jede Aufnahme ist ein Stck _Kunst_, d. h. freie menschliche Hchstbettigung im Rahmen des technisch und zwecklich Angezeigten, oder sie ist gar nichts --; vollendete Kinokunst lt sich nicht durch Befolgung einzelner Vorschriften lernen, sondern nur aus Erfassung des _Geistes_ der Sache heraus. Auch kann ich mich hier ber die Technik im engern Sinne nicht auslassen, obgleich ihre meisterhafte Anwendung natrlich die Hauptbedingung fr den Sachwert des Bildes ist. Noch mehr wie sonst gilt auf dem Gebiete erd- und menschenkundlicher Bewegungsaufnahmen, da ihr Wert einzig und allein in der unverflschten, dokumentarisch genauen _Wirklichkeits_wiedergabe beruht. Und zwar wollen wir die unbelauschte Wirklichkeit beobachten, nicht -- den Eindruck, den Apparat und Aufnahme auf die Welt gemacht haben. Erde, Wasser, Luft und Bume lassen sich ja dadurch nicht beirren; Tiere aber mu man in den meisten Fllen durch oft sehr schlaue Mittel und vor allem genaue Vorerforschung ihrer Gewohnheiten und -- Geduld belauern und tuschen. Dafr ist eine wohlgelungene Landschaftsaufnahme mit tierischer Staffage auch vielleicht das Bild, das das meiste Entzcken und die hchste Bewunderung hervorruft, vor allem aber auch eine wirkliche Hhenleistung der Kinokunst, und von auerordentlichem Sachwert. Jeder erinnert sich ja an die wunderbaren Tieraufnahmen von Kearton. Gewi hat aber auch jeder Kinobesucher mit einem peinlichen Nebengefhl bemerkt, da fast alle derartigen Aufnahmen in _knstlicher_ Umgebung, besonders in tuschend ausgestatteten zoologischen Grten (Hagenbeck) gemacht worden sind. Solche Bilder haben so gut wie gar keinen wissenschaftlichen und sehr geringen Lehrwert, und kinematographisch sind es keine Leistungen. Auch die Zuhilfenahme von knstlichem Kder, versteckten Zutreibern, Magnesiumlicht usw. entspricht nicht dem Geiste des Kinos, denn alles das bringt unwirkliche, unnatrliche Zge hinein. Noch schwieriger fast als die natrliche Aufnahme von Tierbildern ist die von Menschen. Das unerschpfliche Stoffgebiet der Vlkerkunde und Menschengeographie wird bedeutend eingeengt durch die Sonderbarkeit jedes Menschenwesens, sich vor dem Apparat anders als natrlich zu geben. Fast auf allen derartigen Bildern gibt es -- manchmal mit, meist wider Willen des Aufnehmers -- mindestens einige Personen, die die Kamera entdeckt haben, und sich infolgedessen zu groer Heiterkeit und zur Zugabe von Extrafaxen verpflichtet fhlen, oder sich pltzlich erinnern, da der Mensch eigentlich seine Beine und Arme ganz anders gebrauchen mte, als er es unbeobachtet tut, oder die aus Schchternheit, ja gar aus Furcht -- ausreien. Die Aufnahme von Menschenszenen ist nicht nur eine technische, sondern vor allen Dingen eine ganz bedeutende -- seelenkundliche Leistung. Es wird sich in vielen Fllen empfehlen, den Aufnahmezweck und -vorgang nicht zu verhehlen, da eben doch die Aufnehmenden dabei selber zuviel bewut mittun mssen -- sie mssen innerhalb eines bestimmten Gesichtskreises bleiben usw. --, und da eben eine _zufllige_ Entdeckung der Sache den _grten_ Schaden stiftet. Der sichere Weg ist in solchen Fllen wohl der, den jeder einschlagen mu, der volkskundlichen Stoff einsammeln will: sich erst so das Vertrauen der Leute gewinnen und sie dabei so weit in das Verstndnis einfhren, auch ihr eignes Interesse anregen, da der Sache fr sie das Befremdende genommen wird, und sie, ntigenfalls durch Vorproben, Befangenheitsfehler ablegen lernen. Da auch dann noch das Unternehmen die grte Menschenkenntnis und geistige berlegenheit, berdies sehr viel Umsicht und bung erfordert, ist gewi. Denn: wenn auch das Menschenleben berall _interessant_ ist, wo man hineingreift, so ist es doch nicht berall _kinematographisch_ erfabar. Namentlich spielt da ein anderer Umstand, nmlich die Beleuchtung, eine oft recht unbarmherzige Rolle. Sie mu man bei derartigen Aufnahmen lange vorher auskundschaften und berechnen. Nur soweit der Wirklichkeitswert der Aufnahmen dadurch nicht beeinflut wird, drfen wir andere Gesichtspunkte des guten Geschmacks sprechen lassen. Diese sind vor allem: Auswahl des _Wesentlichen_ (das sind hier hauptschlich Bewegungsvorgnge, nicht die Gegenstnde an sich) und, aus geld- und kraftwirtschaftlichen Grnden mglichste _Hufung_ desselben -- wiederum nur bedingungsweise. Was ich aber besonders hervorheben will, ist die Notwendigkeit, jeder einzelnen Szene die ntige _Lnge_ zu bewilligen. Sie mu so lange dauern, da erstens mindestens eine vollstndige _Bewegungseinheit_ darauf kommt. Es sollte ja selbstverstndlich sein, da die Filmparze dem mhenden Bauern nicht gerade dann den Lebensfaden abschneiden darf, wenn er den Arm zum Schwunge erhoben hat, ebenso wie sie ihn nicht mitten in einer Ttigkeit das Licht der Bogenlampe erblicken lassen darf. Wo es sich um systematisch wiederkehrende Bewegungen handelt, mssen diese Rhythmen vollstndig und mehreremal zur Anschauung kommen. Ich erinnere mich an eine groartige Meeresbrandung: wie rabiate Vorlufer kommen lange flache Wellen schumend auf Klippen losgerannt und scheinen vor ihnen umzukehren, um sich mit den nachkommenden zu vereinigen. Dann strzen sie brandend heran ... mittlerweile sieht man hinter ihnen eine der Groen sich sammeln, erheben, heranschweben ... sie strzt brllend und in Schaumkaskaden zerfetzt, ber die Felsen weg. Nach dieser Kraftprobe tritt eine unheimliche Pause ein -- da sammelt es sich im Hintergrunde schwarz und mchtig, bumt sich ungeheuer auf, den Himmel verdunkelnd, gleitet heran wie ein auf die Hinterbeine gebumtes Ungeheuer und naht sich so drohend, da man unwillkrlich die Augen schliet -- im nchsten Augenblick ist alles auf der Leinwand ein Chaos. Schaudernd und doch mit einer sthetischen Befriedigung, die nur die grten Szenen der reinsten Kunstwerke gewhren, erleben wir das Kraftschauspiel der Natur. Aber -- im selben Moment springt das Bild um, und es erscheint irgendeine andere Szene. Das ist sachlich so falsch wie geschmacklich. Was wir gesehen haben, war eine Wogenperiode -- es gehrt zu ihrem Wesen, da sie sich im gleichen gelassenen Rhythmus je und je wiederholt: wir mssen das _ein paarmal_ erleben, um es richtig zu erfassen. Aber auch sthetisch ist es notwendig, denn unsere Seele ist bis ins Innerste im Banne dieses Schauspiels; es mu sich ausleben und auswirken, unsere Nerven mssen ihm gegenber den Halt wiederfinden, und es mu uns Zeit gelassen werden, uns vollkommen in die _Stimmung_ hineinzuleben. Nur nebenbei bemerke ich, da es natrlich Barbarismus schlimmster Art ist, nach solcher Szene ohne Pause eine andere folgen zu lassen; es mu eine Ruhepause folgen. In der blichen Kinematographie wird aber noch viel schlimmer gegen die Gesetze des Nervenlebens, des Geschmacks und der Sachlichkeit gesndigt. Szenen von zwei bis drei Sekunden sind nicht selten, Szenen von sachgengender Lnge geradezu eine Ausnahme. _Jede Bewegungsszene mu so lange dauern, bis die ber der wildesten Bewegung schwebende heitere Weltruhe wieder im Beschauer zur Herrschaft kommt._ Selbst die geringst bewegten Bilder -- Wste, Waldeinsamkeit usw. -- ja diese, in denen abgeschlossene Bewegungseinheiten eigentlich fehlen, erst recht, mssen so lange dauern, da die in ihnen liegende _Stimmung_ deutlich und nachhaltig zum Ausdruck kommt -- ganz abgesehen davon, da vor allem natrlich das Auge Gelegenheit haben mu, das Dargestellte berhaupt sachlich voll zu erfassen. Eine weitere Bedingung fr die Brauchbarkeit erdkundlicher Aufnahmen in irgendeinem Sinne ist die Besorgung und Beigabe ausfhrlichen Sachfeststellungs- und Erluterungsstoffs. Auch dessen Mangel ist eine Hauptursache fr die bisherige verhltnismige Erfolglosigkeit erdkundlicher Bilder in Kinotheatern und ihre Ablehnung durch wissenschaftliche und Unterrichtsfachleute. Es ist unglaublich, aber wahr, da es bei den meisten im Handel befindlichen Filmen gar nicht mglich ist, ihren Inhalt so festzustellen, wie es fr das volle Verstndnis, ja auch nur dazu ntig wre, um zu erfassen, worin eigentlich das Interesse des Bildes liegen soll. In sehr vielen Fllen sind sogar die Bezeichnungen und Inhaltsangaben der Bilder _falsch_. Von drei Palstinafilmen, die ich von drei Firmen erhielt, war je etwa die Hlfte der Teile nicht aus Palstina, sondern anderswoher, und zwar handelte es sich dabei nicht um hnlichkeiten -- da etwa Oasen aus gypten und Palmenhaine aus Arabien eingelegt waren, sondern ein angebliches Jerusalem war in Wirklichkeit einmal Kairo, einmal Damaskus usw.; dabei hatte ich die Bilder persnlich von den Ursprungsfirmen geholt, und sie waren fr mich zu besonders wichtigem Zwecke gedruckt worden. Jene mehrmals erwhnten Geiser Neuseelands waren mir als solche von den Fidschiinseln verkauft worden. Es bedurfte im ersten Falle der Mitwirkung des Probstes von Jerusalem, der zufllig am Orte war, um die Irrtmer festzustellen, der Durchsicht umfangreicher Literatur, um sie zu berichtigen. Im zweiten Falle habe ich mir mit Fachleuten lange den Kopf zerbrochen, bis wir durch eine wahre Nick-Carter-Arbeit auf das Richtige kamen. Zahlreiche andere, und zwar Glanzfilme jenes erdkundlichen Musterprogramms, die wir teuer bezahlt hatten, muten wegen der Unmglichkeit, ihren Gegenstand trotz der Beihilfe von Fachleuten festzustellen, ausgemerzt werden, und ich wei heute noch nicht, was sie bedeuten. Die meisten, die wir brachten, erhielten ihren Wert, ihr brennendes Interesse erst durch Erluterungen, die wir den Zuschauern geben konnten, weil wir in monatelanger mhsamer Durchackerung der Literatur diejenigen Hinweise gefunden hatten, von denen die lcherlichen Begleittexte der Firmen nichts wuten. So erhielt der Film Flufahrt auf dem Avon in Neuseeland -- an sich eine der schnsten Aufnahmen, die ich kenne (Urban) -- doch sein ich mchte sagen: pikantes, unmittelbar ergreifendes, nicht nur menschliches, sondern auch erdkundliches Interesse erst dadurch, da wir die Urgeschichte der Riesen- und Trauerweiden aufstberten, die an beiden Ufern wogten. (Sie sind Abkmmlinge eines einzigen Reises vom Grabe Napoleons auf St. Helena, und zugleich ein Musterbeispiel fr die Gier, mit der der Boden Neuseelands fremde Einfhrungen aufgenommen hat.) Diese Beispiele knnte ich ins Unendliche vermehren. ber die Ursachen dieser Mngel habe ich mich in Kino und Kunst ausgelassen. Jede erdkundliche Aufnahme mu mit ihrem eignen _Tagebuch_ verbunden sein, d. h. es mssen ausfhrliche Angaben nicht nur ber Ort, Datum usw. der Aufnahme, sondern vor allem ber ihre Einzelheiten gemacht werden, auch solche, die im Augenblick nebenschlich oder selbstverstndlich erscheinen. Ich wrde vorschlagen, zunchst jedem Negativ einen Aufnahmezettel folgender Art beizugeben (s. S. 39.) A Nr. Bilderreihe: Neu-Seeland Aufgenommen von ............. Rohfilm ............... Apparat ............... ---+---------+----------+-----------+--------+--------+------------------ Nr.| Tag | Ort | Personen | Blende | Dauer | | Stunde |Gegenstand| usw. |Beleuch-| Tempo, | Bemerkungen | | | | tung | Lnge | ---+---------+----------+-----------+--------+--------+------------------ | | | | | 40 | Dampf und hei. |14.III. | Geiser |Hintergrund|Bedeckt | Sek. | Wasser, nicht 1. | 1914 | Wairoa | X...Berg | Bl. 2 | Normal | sehr hoch, vorn | 11 v. | | | | (etwa | links flchtender | | | | | 14m) | Mann ---+---------+----------+-----------+--------+--------+------------------ | | Geiser | | | 70 | Kennzeichen: | |Feder d. | | | Sek. | mehrere wie ein |14.III. |Prinzen v.| | Klar | (etwa | Federbusch aus- 2. | 1914 | Wales | | Bl. 3 | 25m) | einanderfahrende | 3n |Prince of| | | | Strahlen, durch | | Wales | | | | Schlamm usw. | | Feather | | | | schattiert ---+---------+----------+-----------+--------+--------+------------------ | | | | | | Hierzu: drei Photos | | | ---+---------+----------+-----------+--------+--------+------------------ | | | | | 30 | |16.III. |Dorf X... | Poi-Tanz | Klar | Sek. | Anmarsch mit 3. | 1914 |bei Napier| (Nheres | Bl. 2 | Normal | Gesang | | | Tageb.) | | (etwa | | | | | | 10m) | ---+---------+----------+-----------+--------+--------+------------------ 4. | | | " | | 40 | Erster Tanz | " | " |Fortsetzung| " | Sek. | B Firma ...... Entwicklung .............. ---+--------+-------+-----------+-------+----------+------+-------------- | | | | Bem. | Dauernde | | Nr.|Erhalten| Entw. | Ergebnis | f. d. | Nummer | Ver- | Verwendet in | am | | | Kopie | d. |bleib | | | | | | Negativs | | ---+--------+-------+-----------+-------+----------+------+-------------- | | | | | | | Serie: |12.IV. |17.IV.| Sehr hell | Vira- | |N. S. | Neu-Seeland 1. | 1914 | 1914 | verstrkt |gieren | 342 | 1316 | 1316 | | | | | | | Serie: | | | | | | |Wasserwunder | | | | | | | 227 ---+--------+-------+-----------+-------+----------+------+-------------- | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | 2. | " | " | Gut | -- | 343 | " | wie 342 | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | ---+--------+-------+-----------+-------+----------+------+-------------- | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | ---+--------+-------+-----------+-------+----------+------+-------------- | | | | | | | Serie: | | | | | | | Neu-Seeland 3. | " | " | Gut |Virage | 344 | " | 1316 | | | | | | | Serie: | | | | | | | Volkstnze | | | | | | | 2703 ---+--------+-------+-----------+-------+----------+------+-------------- 4. | " | " | " | " | 345 | " | " " Die Angaben unter A werden vom Aufnehmenden ausgefllt, die unter B von der entwickelnden Anstalt usw. Den Abschnitten entsprechende Schluzeichen und Vermerke werden mit Bleistift auf dem Rohfilm angebracht. Auerdem aber sind in einem besondern Tagebuch (unter der in Sp. 1 vermerkten Nummer und Wiederholung der Bezeichnung in Sp. 3) genaue Angaben ber den Inhalt des Films zu machen, als: Allgemeiner Sinn und wissenschaftliche Bedeutung der Aufnahme. Die Namen (nebst Aussprache!) und Kennzeichen aller Einzelheiten der rtlichkeit (Berge, Wasser, Ansiedlungen, Bume, Tiere) und kinematographisch hervorragenden Personen (Name, Stand oder Beruf, Ttigkeit im Bilde, Kennzeichen, Tracht, Waffen usw.). Verlauf der Szene, Geschehnisse, Bewegungsvorgnge. Dabei wahrgenommene, im Bilde nicht wiedererscheinende, daher zu ergnzende Nebenerscheinungen (Gerusche, Farben, eventuell Mae, Reden, Ausrufe, Liedertexte, Noten usw.) und andere wissenswerte oder wissenschaftlich ntige oder interessante Einzelheiten. Es ist einleuchtend, da erst durch diese gedanklichen Ergnzungen der Film seinen hchsten gegenstndlichen und eventuell erscheinungsgeschichtlichen Wert erhlt. Ebenso einleuchtend aber ist es, da diese Erluterungen nur von einem Fachmann, jedenfalls einer dem Gegenstand wissenschaftlich ganz gewachsenen Persnlichkeit gegeben werden knnen, und zweitens, da nur selten ein und dieselbe Person das Bild aufnehmen _und_ die ntigen Beobachtungen und Notizen dazu machen kann. Ja hufig werden sich in letztere Arbeit allein mehrere Personen teilen mssen. Die Unzulnglichkeit der bisherigen geschftsmigen erdkundlichen Kinematographie beruht letzten Endes darauf, da sie zumeist von ganz unberufenen Laien nach reinen Geschftsgesichtspunkten gemacht wird. Die geschftlichen Gesichtspunkte bewirken, da die meisten Bilder von den groen Heerstraen der Cookweltreisenden gemacht werden, wo sie natrlich selten mehr ein wirkliches Stck natrliche Natur zeigen, sondern fast immer jenes Fremdenindustrieelend, das alles, lebende und tote Dinge, und die Menschen zumeist, auf den Fremdenfang frisiert zeigt. Wer die blichen Kinobilder daraufhin beobachtet, wird das sehr hufig besttigt finden. Derselbe Beweggrund bewirkt, da zumeist fade Sensationsszenen unter der Herrschaft superlativer Schlagwrter (die grten ... die berhmtesten ... der Welt usw.) und mit alberner, theatermiger Staffage gemacht werden, weil sie so vermeintlich besser ziehen. Dasselbe bewirkt die erdkundliche Unbildung der meisten Operateure. Sie gehen nicht nach dem, was erdkundlich wichtig und fesselnd ist, sondern nach dem, was sich am tchtigsten bewegt -- und wenn sie mal etwas Wertvolles erwischen, so wissen sie selber nicht warum, und die Sache bekommt dadurch etwas Schiefes. _Wenn irgendwo, so ist auf dem Gebiete erdkundlicher Aufnahmen eine enge Verbindung kinematographischer mit wissenschaftlichen Fachleuten im beiderseitigen Interesse geboten._ Mit dem ungeheuern Kapital, das von den Firmen in erdkundliche Aufnahmen gesteckt wird, liee sich ein Material von unermelich sachlichem Werte aufhufen, das sich aber auch durch ein zehnfach und hundertfach gesteigertes Interesse der ffentlichkeit viel glnzender als jetzt verzinsen liee. Die groen Firmen klagen ja alle, da sie mit ihren Naturaufnahmen schlechte Geschfte machen, da trotz des groen Aufwandes kein rechtes Interesse dafr, am wenigsten bei Fachleuten, aber nicht einmal bei Schulbehrden zu erwecken ist. Nun, das liegt einzig und allein an der Unsachgemheit der Aufnahmen. Ohne magebende Mitwirkung erdkundlicher Fachleute, und zwar Spezialisten, bei der Wahl, Vorbereitung, Ausfhrung und nachhaltigen Behandlung kann keine erdenkliche Aufnahme von hherm Werte und wissenschaftlich erzieherischer Brauchbarkeit entstehen. Geographische Fachleute aber knnen dadurch, da sie derartige Aufnahmen machen helfen -- aber natrlich nicht als eine populre Spielerei, mit der man eigentlich seiner Wrde etwas vergibt, und der man nur die Brosamen zugute kommen lt, die vom Tische ernster Wissenschaft abfallen, sondern mit voller Hingabe und Gewissenhaftigkeit, und nach eingehender schlermiger Einbung -- nicht nur sich selber und der Wissenschaft manche khne Hoffnung erfllen, sondern auch ein tchtiges Stck Arbeit im Dienste der allgemeinen Bildung, der Ausbreitung erdkundlichen Wissens und des Interesses an und des Verstndnisses fr diese Wissenschaft tun. Hier liegt der Keim aller Kinogesundung und der Hebel, den Kino zu einem Kultur- und Bildungswerkzeug zu machen, und die Geographen sind die berufenen Mitarbeiter dazu. Es ist keine Schande fr sie, in diesem Sinne ber den Kreis ihrer engern Fachinteressen hinaus zu blicken. Besonders mchte ich hier auch noch auf den Nutzen hinweisen, den beide Teile davon haben knnten, wenn sich Kinoleute und Missionare in aller Welt verstndigten. Die letzteren sind naturgem oft groe Kenner der Erd- und Vlkerkunde ihres Gebiets. III. Schulerdkunde und Kino Wer das Bisherige aus dem Interesse des Lehrers und Jugend-Erziehers heraus gelesen hat, wird die Fragen so weit geklrt gefunden haben, da wir nunmehr die besondere Frage des Kinos im erdkundlichen Schulunterricht ohne zu viel Belastung mit Selbstverstndlichem und Allgemeinem in Angriff nehmen knnen. Es handelt sich wohl vornehmlich um drei Fragen, erstens: welche besondern Anforderungen sind etwa an Unterrichtsfilme zu stellen, zweitens: wie bekommt man sie und drittens: wie gestaltet sich die Vorfhrung und der ganze Unterricht? _Da_ die Kinematographie im Schulunterricht, und vor allem im erdkundlichen, eine groe Rolle zu spielen berufen ist, ist schon zu oft von Fachleuten anerkannt worden, als da wir noch viel Worte darber machen zu mssen glauben. Etwaige Zweifler hoffe ich besonders durch die allgemeinen Ausfhrungen im ersten Abschnitt beruhigt zu haben. Selbstverstndliche Voraussetzung ist die Umrahmung des Bilderanschauungsunterrichts durch gesteigerte Eigenanschauung einerseits und durch gedankliche Vorbereitung und Verarbeitung des Stoffes anderseits. Der naturgeschichtliche Schulunterricht geht ja in noch engerm Sinne als die Wissenschaft auf _Begriffe_ aus. In der ganzen Richtung der heutigen Pdagogik liegt es aber, diesen Begriffen durch erhhte Anschauung die Wage zu halten und sie vor Verkrppelung zu bewahren. Da hierbei die unmittelbare Naturanschauung bei weitem das Wichtigste und ihre Ausdehnung das Ntigste ist, ist zweifellos. _Ich rede einer Ausdehnung des Anschauungsunterrichts durch Ersatzmittel (also auch durch Kinematographie)_ nur unter der _Bedingung das Wort, da sie einen Teil einer umfassenden Gesamtunterrichtsreform bildet, in der Freiluftbildung der wichtigste Programmpunkt ist_. Ohne das wirkt jede Erweiterung des Ersatzmittelanschauungsunterrichts unverdaulich, und der Kino im Schulunterricht geradezu irrefhrend und _ver_bildend. Unter Wahrung dieser Voraussetzungen aber bildet der erdkundliche Film das zeitsparendste, echteste und beredteste Mittel zur _Vorbereitung_ eigner Anschauung und zur _Vergleichung_ und richtigen Erfassung des den Schlern nicht sinnenfllig zu machenden Stoffes. Hierzu kommen aber nicht nur ausschlielich fachgem und kunstgerecht aufgenommene und vorgefhrte Filme in Betracht, sondern wiederum nur solche, die die besondern Wnsche der pdagogischen Fachleute erfllen, und mglichst von vornherein auch unter ihrer Beratung, Mitwirkung und Begutachtung hergestellt worden sind. Die Wnsche der Lehrer werden dabei besonders zweierlei Filme bevorzugen: solche, die in immer weitern Kreisen vom engsten ausgehend die _Heimat_ darstellen, und solche, die von diesen und andern erdkundlichen Gegenstnden das _Typische_ in besonderer Klarheit und Vollkommenheit hervorheben. Zu den letztern werden auch solche Filme gehren, die z. B. die Drehung der Erde in _schematischer Weise_ veranschaulichen. Eine allgemeine Forderung, die zum Teil durch die genannten Eigenschaften erfllt werden wrde, ist die, da der Kino im Unterricht nicht _zerstreuend_, sondern eben belehrend wirken soll. Anderseits wird die Zahl und Mannigfaltigkeit der Filme, die im Schulunterricht bentigt werden, verhltnismig gering sein. Es handelt sich ja im groen und ganzen in allen Schulen fr alle Schlergeschlechter um ein und denselben Lehrgang, der in den hhern Schulen ausfhrlicher, in den niedern einfacher immer wiederkehrt. Es wrde also wohl mglich sein, eine typische Liste wnschenswerter Bewegungsaufnahmen fr den erdkundlichen Unterricht in allen Schulen z. B. Deutschlands aufzustellen. Diese Aufnahmen wren fr engere Bezirke durch Heimataufnahmen zu ergnzen. Diese Verhltnisse weisen darauf hin, da Schulfilme als solche eine Sache fr sich sind, die einer besondern Organisation zu unterwerfen sind und am ehesten von Kinotheatern und dem blichen Geschftsturnus unabhngig gehalten werden knnen. Sehr wohl knnte eine Reichsvereinigung aller Schulkinointeressenten die Herstellung der bentigten Filme selbst in die Hand nehmen, sie knnte ein gemeinsames Negativarchiv schaffen, von wo aus die bentigten Positive an die Einzelstellen geleitet werden knnten. Diese wren wieder nicht die einzelnen Schulen, sondern landschaftliche und rtliche Schulverbnde, die sich gemeinsam die ntige geringe Zahl von Positiven anschaffen wrden. Diese wrden dann in einem geregelten Verleihungskreislauf jeweils vor alle Schler gebracht werden. Das noch brige, die kinetographische Einrichtung, mte m. E. jede Schule einzeln besitzen, da es niemals gedeihen kann, wenn der kinematographische Unterricht jedesmal mit ganzen Klassenwanderungen durch die Straen zu der oder jener Projektionsanstalt verbunden sein mte. Damit ginge zuviel Zeit verloren, und die Ablenkung wre grer als der Gewinn. Vielmehr knnte das Physikzimmer oder auch der Festsaal in jeder Schule dazu eingerichtet werden, und die Erdkundestunde wrde dann immer dorthin verlegt werden. Neuerdings sind von verschiedenen Firmen Apparate von so geringem Umfang und einfacher Handhabung (fr Normalfilme) in den Handel gebracht worden, da mit ihnen auch in jeder Schulklasse Bilder von etwa 100× 80cm vorgefhrt werden knnen. Die Lichtquelle bildet eine Glhlampe ohne Lichtgehuse, die an die Hausleitung oder eine kleine Batterie angeschlossen werden kann. Auch dann wre die Einrichtung gar nicht so schwierig, wenn, was wegen der besondern Verhltnisse recht gut mglich, eine andere kleine oder mittlere (Salon- oder Schul-)vorstellungseinrichtung gewhlt werden knnte. Es wrde sich ja nur darum handeln, da _ein_ Typ, wenigstens nur die auf _ein_ Filmformat eingerichteten Typen fr alle Schulen vereinbart wrden. Die Wahl eines solchen Typs wrde es auch erleichtern, da besonders die Aufnahmen aus der engern Heimat von Lehrern selbst hergestellt werden knnten. Wohlhabende und anspruchsvolle Schulen knnten einen groen Kinoapparat daneben bereithalten, um auch mal etwas Besonderes zeigen zu knnen. Alles hier Gesagte ist aber noch Zukunftsmusik, und es bleibt die Frage zu besprechen, wie sich erdkundliche Bewegungsbilder _zurzeit_ in den Unterricht einfgen lieen. Dazu gibt es nun zwei Wege: gelegentliche Einzelvorstellungen von Unternehmern oder Liebhabern in der Schule oder das Mieten oder der gemeinsame Besuch von Kinotheatern. Die Einzelanschaffung von Apparaten fr Schulen ist aus Grnden, die ich nebst der ganzen Frage besonders im Buch vom Kino behandeln werde, und mit der sich brigens ein weiteres Bndchen dieser Bcherei gesondert beschftigen wird, zurzeit unmglich, d. h. unwirtschaftlich. Zu Einzelgastspielen wird die Gelegenheit aber auch selten sein (auch drften sie sich schwerlich lohnen); und so bleibt zurzeit als Hauptsache die _Verbindung der Schule mit Kinotheatern_. Was darber allgemein zu sagen ist, gehrt ebenfalls an einen andern Ort. Bemerken will ich nur, da u. a. in Hamburg 30000 Schulkinder mit Genehmigung der betreffenden Behrde unter Leitung des dortigen Lehrerkinoausschusses vormittags -- zur Schulzeit -- in ein Kino gefhrt wurden, um dort ein von mir mit groer Mhe und Kosten geschaffenes erdkundliches Musterprogramm zu sehen. Einige Vernderungen und Abstreichungen, die man sich zu machen bemigt fand, boten freilich den Vorwand, meine Autorschaft zu verschweigen und andere damit zu schmcken. Immerhin zeigt die Gelegenheit, da es geht. Daneben aber knnen Kinotheater sich die Frderung der Lehrer und Schulbehrden sowie Vormittagseinnnahmen usw. dadurch sichern, da sie erdkundliche wie berhaupt naturwissenschaftliche Vorstellungen unter Wahrung aller hier und in Kino und Kunst geltend gemachten Gesichtspunkte und unter Ausschlu aller andern Sachen bieten. Da werden sie dann freilich wieder mit dem Grundbel, der schwierigen Beschaffung guter und der Hebung mangelhafter Filme, zu kmpfen haben. Und bestehen bleibt der Einwand, da derartige Dauervorstellungen gehufter Gegenstnde vom erzieherischen Standpunkt aus immer ein mit vielen Gebrechen behaftetes Nothilfsmittel bleiben. Den ernsthaften und ber vollkommene Mittel verfgenden Unterricht der Zukunft denke ich mir nmlich keineswegs so, da nun die Erdkundestunden eine Art lustiges Kinotheater werden. Vielmehr wird es sich darum handeln, in einer Stunde oder auch je mehrern _einen_ Begriff durch reichliche Vorbehandlung allmhlich so weit in den Kpfen klar werden zu lassen, da er endlich durch die -- ntigenfalls wiederholte -- Vorfhrung eines _einzelnen_ Bewegungsbildes gleichsam in hchster Wirklichkeitskraft zusammengefat wird. Ein Kinobild darf nicht eher erscheinen, als bis alle Schler in ihm nicht mehr das Stoffliche allein, sondern durch es hindurch gleichsam die verkrperten Begriffe sehen, um die es sich handelt. So mag zuerst die Lehre von der Kugelgestalt der Erde in der blichen Weise vorgetragen werden: Feststellung des falschen _Scheines_, seine Bezweiflung, Aufzhlung ihm widersprechender Erscheinungen des tglichen Lebens, Veranschaulichung der wirklichen Verhltnisse durch schematische Zeichnung, durch Globus usw., Feststellung der Grenverhltnisse durch Zahlen usw., dann ausfhrliche Besprechung des sich daraus ergebenden Anblicks etwa von einem senkrecht aufsteigenden Ballon aus, und dann erst, nachdem alle diese Erscheinungen selber gleichsam errechnet haben, ihre Besttigung durch das vom Ballon aufgenommene Kinobild, das das Aufsteigen ferner Kirchturmspitzen, dann des Daches, der Kirchwnde usw. zeigt. In hnlicher Weise wird ein andermal, auch nach Lesung klassischer Beschreibungen, ein Stck Wste nebst Oase usw. vorgefhrt. Nur in dieser Behandlung wrde der Kino im Erdkundeunterricht nicht zerstreuend und verwirrend, sondern wahrhaft begriffbefestigend wirken. Die Schlerprogramme, die zurzeit manchmal ffentlich oder geschlossen gezeigt werden, sind -- abgesehen von allen Mngeln -- nur hbsche, der Erholung dienende Veranstaltungen zum Lohn fr saure Wochen --; mit der Kinetographie als Unterrichtshilfsmittel haben sie so gut wie gar nichts zu tun. Ja sie haben -- eben infolge der falschen Mastbe, die sie lieferten -- mehr zur Hemmung als zur Frderung ernster Schulkinematographie beigetragen. Inzwischen ist in dieser Sammlung ber den Gegenstand die beraus reichen Stoff bringende Sonderschrift von Prof. _Sellmann_ _Kino und Schule_ erschienen, auf die ich besonders verweise. IV. Kinoerdkunde im Theater und in der ffentlichkeit Wenn ich dem Gegenstand ffentliche erdkundliche Vorstellungen einen rumlich nicht sehr umfangreichen Abschnitt widme, so liegt das nur daran, da Wesentliches -- und zwar unentbehrlich Wesentliches -- darber in den vorangegangenen und den folgenden Abschnitten, vor allem aber in meiner Schrift Kino und Kunst enthalten ist. Besonders in letzterer habe ich ausfhrlich nachgewiesen und begrndet, weswegen erdwissenschaftliche Darstellungen die Haupt- und vornehmste Aufgabe fr den Kino sind; ich habe dort aber auch so eingehend wie mglich beschrieben, _wie_ derartige Auffhrungen als Gesamtkunstwerk beschaffen sein mssen, wenn sie Wert haben sollen. Daselbst ist, und ausfhrlicher in dieser Schrift wiederholt, auch angegeben, wie schon bei der Aufnahme selber die Rcksicht auf meisterhafte Vorfhrungswirkung beginnen mu, und welche Anforderungen die Filme sachlich erfllen mssen. Es ist somit nunmehr jedem Miverstndnis vorgebeugt, von was fr einer Art von geographischen Vorstellungen ich mir den Erfolg verspreche, von dem hier die Rede ist. Es kann mir ganz und gar nicht mehr entgegnet werden, erdkundliche Filme interessierten das Publikum nicht, da die Filme, an denen solche Erfahrungen gemacht worden sind, weder selbst noch so, _wie_ und in welcher Umgebung sie aufgefhrt wurden, eine hheres Interesse hatten. In dieser Schrift sind wiederum schon mehrmals die starken Fden aufgewiesen worden, die sowohl die erdkundliche Forschung wie den erdkundlichen hhern und Schulunterricht mit den Kinotheatern und der ganzen Organisation des Filmmarktes verbinden. Hiervon soll noch besonders die Rede sein. Jedenfalls wiesen wir darauf hin, da zur Erreichung einer anstndigen Hhe der ffentlichen Kinematographie diese nicht nur emporsteigen, sondern auch erdkundliche und erzieherische Wissenschaft zu ihr hinabsteigen, besser gesagt, sie eng zu sich heranziehen mssen. Hinzuzufgen wre, da wieder das eigens hierzu eingerichtete Kinotheater der eigentliche Mittelpunkt ffentlicher Vorfhrungen ist und bleibt. _Vereine_ -- z. B. Volksbildungs-, kaufmnnische Vereine -- werden selten in der Lage sein, eigne Vorstellungen ohne Mithilfe der Kinotheater und anders als in deren Rumen zu veranstalten. Das liegt in der Organisation des Geschfts begrndet, wovon ich das zu wissen Ntige, soweit es nicht der nchste Abschnitt bringt, im Buch vom Kino mitteilen werde. Aus demselben Grunde sind die Einrichtungen nach Art der _Urania_ in Berlin und Wien, des Poloptical Institute in London usw. auf diesem Gebiete vor den Kinotheatern im Nachteil; _ihnen ganz eigentlich_ und viel mehr als den Menschentheatern sind die Kinos eine Konkurrenz, vor der sie sich nur dadurch retten knnen, da sie sich nach Organisation und Vorfhrungsplan ganz in ihre Reihen stellen, d. h. selber Kinotheater werden. Das in den zu einer Vorstellung ntigen Filmen enthaltene Kapital kann -- abgesehen natrlich von der Mithilfe von Wohlttern oder ffentlichen Mitteln -- nur ein _Ring_ von regelmigen Abnehmern verzinsen, deren ganzer Betrieb also auch gleichmig geregelt sein mu. ffentliche erdkundliche Vorstellungen werden also in der Hauptsache immer Kinovorstellungen bleiben, und darber freuen sich ausnahmsweise mal die Kinobesitzer und die ganze Fachwelt ebenso wie die bsen Kinoreformer. Denn diese wnschen nicht nur sich und ihren Freunden in erster Linie musterhaft ausgebildete Erdkundeabende um des Genusses willen, sondern sie versprechen sich auch gerade davon die unwiderstehliche Verdrngung minderwertiger Kinodarbietungen. Um so mehr haben wir Ursache, dem Thema Kino und Erdkunde im engern Sinne peinlich genau nachzugehen, um zu prfen, ob wir uns nicht Tuschungen hingeben, denen dann frher oder spter die Ernchterung folgen mu. Warnend steht uns ja das Schicksal all der Panoramen vor Augen, in denen allwchentlich oder fter wechselnd erdkundliche Stereoskopbilderreihen gezeigt werden, und die trotz des Reizes und des Lehrwerts des Dargebotenen meist sozusagen am Hungertuche nagen. berhaupt bildet ja der Mierfolg so manches gut und bildend oder lehrreich gemeinten und angefangenen Unternehmens das Hauptschlagwort aller Gegner einer Veredlung geistiger Volkskost. Das Kinotheater hat aber vor dem Panorama und hnlichem dreierlei voraus: erstens eine viel gnstigere wirtschaftliche _Organisation_ berhaupt, die ihm stndigen Wechsel des Dargebotenen ohne Belastung des einzelnen mit bleibenden Filmanschaffungen ermglicht; zweitens den unvergleichlich mannigfaltigen _Reiz_ seiner Techniken, der sich durch kunstgeme Vorfhrung vielfltig steigern lt. Drittens die stndige Aktualitt, d. h. das -- leicht zu erhaltende -- Tagesinteresse des Vorgefhrten. Dadurch, da die Kinematographie tglich neu aus aller Welt ihre Bilder holt, kann sie auch das tglich neue und besonders Fesselnde zeigen. Allerdings wre sie in der Lage, gerade diese Aktualitt -- den intimen Augenblicksreiz ihrer Vorfhrungen dadurch noch besonders zu steigern, da sie den unermelichen Schatz ihrer einmal eingeheimsten erdwissenschaftlichen Negative beweglicher und anpassungsfhiger als bisher zur Ergnzung aktueller Programme bereithielte. _Nicht die Einzelaufnahme_ ist in der Regel aktuell in dem Sinne wie etwa eine Zeitungsnachricht -- _sondern im Programm mu die Aktualitt liegen_. Wirklich aktuelle Einzelaufnahmen sind gewhnlich berhaupt nicht mglich, da aktuelle Ereignisse sich nicht so anzukndigen pflegen, da der Kino rechtzeitig dazu kommt; und der Weg des Films von der Aufnahme durch die Ateliers und die Vertreterrume in die Kinos ist fr gewhnliche Flle immer noch zu lang. Seine bedeutende Beschleunigung fr erd- und vlkerkundliche Aufnahmen -- wozu zum Teil ja auch politische zu zhlen sind -- wre sehr zu wnschen. Ein _Programm_ aktuell zu gestalten, dazu reicht aber die Zeit immer noch aus. Das ist berhaupt viel mehr Sache der geistvollen und lebendigen Behandlung des Ganzen durch den Leiter, als der zuflligen Beziehung auf Tagesereignisse. Diese letztere Beziehung sollte -- besonders in erdkundlichen Vorstellungen -- berhaupt nicht die Hauptsache sein. Wenn auf dem Balkan Krieg ist, so kann die Kinematographie von dem, was wohl lohnend wre -- Schlachten und all die Begleitgreuel des Krieges -- in der Regel _nichts_ bringen, weil es erstens ein zu groes Wagnis fr den Aufnehmenden, zweitens mit zu groen technischen Schwierigkeiten verbunden wre, namentlich die Ereignisse nicht vorher zu berechnen wren, drittens es zumeist von den interessierten Parteien verhindert wrde, und endlich, wenigstens in diesem Falle -- die Vorfhrung der Aufnahmen wohl gar anstig, aufhetzend usw. gefunden werden wrde. Das letztere leider ohne da man sich erfolgreich dagegen wenden knnte, solange nicht der Gegenstand, sondern die bliche _Art_ der kinematographischen Behandlung so geschmacklos und dumm ist. In Ermangelung derartiger Aufnahmen dann irgendein Landschaftsbild aus Serbien oder Albanien zu geben, ist aber -- abermals in Anbetracht der _Art_ dieser Aufnahmen -- etwas, was wenig Dank beim Publikum findet. Besserung, d. h. Erfolgsbrgschaft knnte nur durch eine Reihe von Aufnahmen geboten werden, die in der in meinen Schriften angegebenen Weise gemacht, zusammengestellt und vorgefhrt wrden. -- Aber es gibt eine Menge geographischer Aufnahmen -- und gerade dieser --, die nicht durch Beziehung auf ein einmaliges Tagesereignis, sondern auf Gedanken, Bewegungen, Strmungen, Interessen aktuell sind, die auf lngere Zeitrume die Hirne der Besten beschftigen, und von da auch durch tausend Kanle der Presse usw. in die groe Masse gelangen. Einer der wichtigsten dieser Gedanken ist der _vaterlndische_, mit seiner von ihm unzertrennbaren Kehrseite, dem _internationalen_ Interesse. Wir mssen uns gegenwrtig halten, da jeder Film ein Vaterland, eine Menschenheimat und je nachdem ein Stck nationale Landwirtschaft, Industrie, Verkehrswesen, Kunst usw. vorfhrt. Bei uns leider meist nur _auslndische_ Heimatbilder, die bei uns Deutschen mehr oder minder beabsichtigt, uns mehr oder minder bewut fr die Eigenart, die Erzeugnisse, die Fruchtbarkeit usw. des betreffenden Landes _werben_. D. h. sie erfllen uns nicht nur (erfreulicherweise!) mit dem Gefhl warmer menschlicher Teilnahme, die berall leicht erweckt werden kann, wo wir unbefangenes menschliches Glck, besonders aber tchtige Leistungen sehen, sondern sie veranlassen uns auch, Erzeugnisse des Auslandes zu kaufen und zu schtzen, unsere Reisen dahin zu richten, unter Umstnden ziehen sie auch wertvolle Volksgenossen zu Tausenden dahin. Ganz bewut im Dienste solcher Zwecke arbeitet bekanntlich z. B. zurzeit Kanada. Aber nicht minder bewut und unwillkrlich stehen auch die Filmfirmen Frankreichs, Englands, Amerikas, Italiens, Norwegens im Dienste ihrer Lnder, geben uns ein anschauliches, werbendes Bild von ihrer Gre und Macht, ihrem Wohlstand, ihrer Arbeit; lassen uns an eindrucksvollen politischen Ereignissen wie am intimen Leben ihres letzten Dorfes teilnehmen. Es ist gar nicht abzusehen, wieviel infolgedessen diese Lnder im Vergleich zu andern der Vorstellung breitester Kreise im Auslande nahe gerckt sind, und in welchem Grade das ihrer Exportindustrie, aber auch ihren mehr geistigen Interessen gentzt haben mag. Fern liegt es mir, dieser Form anstndigen Wettbewerbs um unsere Achtung, unsere Freundschaft, unser Verstndnis und -- unsere Kundschaft irgendwelche Einschrnkung zu wnschen. Aber wo bleiben _wir_? Bekanntlich werden in Deutschland auerordentlich wenige Filme hergestellt, am wenigsten erdkundliche usw. Ausnahmen tauchen freilich auf, aber es wre wertvoll, einmal festzustellen, wie weit deutsche Landschaften, landwirtschaftliche, Industrie-, Volkslebenaufnahmen in den Theatern Frankreichs, Englands, Italiens, Amerikas usw. auch zur _Anschauung_ gebracht werden, und ob man dort etwa von den deutschen Mittelgebirgen, Strmen und Stdten, vom Spreewald und vom Schwarzwald, von der deutschen Eisen- und Maschinenindustrie, unserer Volks- und Arbeitsorganisation usw. usw. ebensoviel und hufig zu sehen kriegt, wie wir etwa von der Herstellung der lsardinen in Frankreich, Italien und Afrika und dem Teebau in China. Fr uns selber htten natrlich diese Aufnahmen nicht minder Wert wie fr das Ausland; _wir_ sen gleichsam hinter der Leinwand, und die Fremden davor. Es ist hier hnlich wie mit den Filmen zeitgeschichtlichen Inhalts, von denen ich in Kino und Kunst sprach. So wie diese ihren aktuellen Wert, d. h. Gegenwartswert, gerade dadurch erhalten, da wir sie mit den Augen des fernen Nachkommen betrachten, der die Kulturgeschichte unserer Zeit studiert, so liegt das stetige aktuelle Interesse deutscher erd- und volkskundlicher Aufnahmen darin, da wir uns sagen: Das sehen nun in diesem selben Augenblick Hunderttausende und vielleicht Millionen Menschen in der weiten Welt. Hierdurch und so lernen sie Deutschland, seine Schnheit und Eigenart, seine Arbeit und -- uns kennen. Ist das der richtige Eindruck, den sie bekommen? Und haben wir Grund, stolz darauf zu sein, oder wre hier und da etwas zu verschweigen gewesen? Natrlich soll dieses Sehen mit den Augen des Auslandes uns nur veranlassen, die eignen besser aufzumachen. Nicht etwa das Bestreben erzeugen, das Ausland als Muster und nachzuahmende Hhe zu vergleichen, sondern im Gegenteil die heimische _Eigenart_ immer mehr zu begreifen, zu lieben und zu frdern. Aber immer nicht in dummem Partikularismus, sondern mit Weltblick. Die Kinematographie kann ein gut Stck gesunden _internationalen_ Sinn erziehen, gerade in dem sie recht anschaulich macht, wo die Kraft und Eigenart des _Vaterlandes_ liegt und -- wo wir sie _nicht_ suchen mssen. -- Wir haben aber auch genug vaterlndische Gesichtspunkte, die uns jede gute eigne Heimataufnahme jederzeit aktuell machen. Ich erinnere an _Heimat_kenntnis, Heimatverstndnis, -schutz und -pflege, an die besondern Bestrebungen fr Heimat- und Natur_denkmlerschutz_, Sitten- und Trachtenerhaltung usw., worauf ich schon hinwies. Ich erinnere ferner an die groen Aufgaben des innern und uern _Kolonial- und Besiedlungswesens_. Zeigt uns doch Kinoaufnahmen aus unsern deutschen Kolonien, um uns fr sie zu begeistern, lehrt aber auch den Westdeutschen, wie es im Osten hergeht usw.; zeigt dem Gebirgler den Gemsebau des Elblandes und die Kornfelder der Goldenen Aue, zeigt dem Binnenlndler unsere, aber _unsere_ Handels- und Fischerflotte, zeigt uns, wie unser Brot, unsere Kleider, unsere Maschinen gemacht werden, zeigt das Leben der deutschen Volksstmme berall in ihrer Landschaft, zeigt dem weltabgeschiedenen Drfler das Gewimmel der Grostadt, aber dem Grostdter auch wieder die Arbeit und die Daseinsbedingungen der Landwirtschaft! Treibt Volksverstndigung durch den Kino, sowie ihr an Vlkerverstndigung teilnehmt! Unzhlig sind -- wie ich ja eingangs allgemein ausgefhrt habe -- die Gesichtspunkte, unter denen _jedermann_ heute erdkundliche Vorstellungen aller Art interessant, ja von brennendem Tagesinteresse sind. Wenn sie nur gut sind und richtig vorgefhrt werden. Auch heute schon lieen sich wertvolle und dankbare Programme dieser Art fr Kinotheater zusammenstellen, wenn auch lngst nicht so reichlich wie dramatische und gemischte. Bedingung wre nur, da das gesamte, also auch ltere Filmmaterial der Welt dauernd zugnglich bliebe, wovon ich im folgenden Abschnitt spreche. Bedingung fr den Erfolg wre aber ferner natrlich die _vllige Lostrennung erdkundlicher Vorfhrungen von andern_, sowohl dramatischen wie auch sonst naturwissenschaftlichen usw. Diese Lostrennung ist erforderlich erstens um der Wirkung der betreffenden Filme usw. selber willen, die ja eine geschlossene Vorstellung mit einheitlicher Idee bilden mssen, und deren meist feinere Reize in Umrahmung durch Sensationsdramen, Possen usw. nicht entfernt zur Vollwirkung kommen wrden. Zweitens ist sie erforderlich, weil die Besucherkreise _solcher_ Vorstellungen im allgemeinen vllig andere als die der gemischten und Sensationsprogramme sind. Die einen wollen dies, die andern jenes nicht sehen. Erdkundliche Bilder vertragen sich mit Sensationsbildern wie Feuer und Wasser. Die Kinotheater sollten z. B. -- je nach den Verhltnissen -- alle zwei Wochen oder jede Woche _Montags_ oder _Montags und Donnerstags_ bekanntgeben: Heute: _Naturschauspiele_, Kinematographisches Programm ... oder etwa die Nachmittage diesem Gegenstand widmen oder jeden Monat eine Woche u. dgl. Die Ankndigung mte ferner enthalten Angabe des Themas und seiner Gliederung, der einzelnen Bewegungs- und Lichtbilder, des Vortragenden und des _geistigen Urhebers_, gegebenenfalls auch der Hauptaufnahmeknstler usw. Jeder sieht ein, da die geistige Urheberschaft eines solchen Programms -- umfassend die Zusammenstellung der Filme und Lichtbilder, der Ausarbeitung des Begleitvortrags und der Erluterungen, der Musik- und Regieangaben usw. -- dasjenige ist, wovon wesentlich der Wert und also auch die Werbekraft eines solchen Programms abhngt. Aus hundertmal angegebenen Grnden kann ja der einzelne Kinobesitzer als solcher sein Programm nicht frei zusammenstellen, es mu ringmig vorgefhrt werden. Die Programmschaffung mu also an Mittelstellen geschehen, wozu Reformkino-Verleihanstalten, aber auch populrwissenschaftliche Vereine usw. berufen wren, in deren Auftrage natrlich jeweils ein einzelner oder ein kleiner Ausschu die geistige Arbeit zu leisten htte. Die Vorfhrung selber wrde aber ebenfalls mindestens die Mitwirkung eines Fachgebildeten als Vortragenden und Leiter erfordern. Dieser brauchte nicht jedesmal wissenschaftlicher Geograph, Lehrer oder dergleichen zu sein; im Gegenteil ist hier ja das _erste_ Erfordernis eine gute klare Vortragsgabe und im besten Sinne volkstmliche Wirkung; unerllich ist aber auch volles eignes Verstndnis fr den vorgetragenen Stoff. Es ist sicher, da erdkundliche Vorstellungen, nach diesen Gesichtspunkten und in dieser Art gestaltet, groen Erfolg haben wrden. Auch hier hat reformbeflissenes, aber zu billigen Zugestndnissen nur zu leicht geneigtes, von keinerlei Sach- und Fachkenntnis beschwertes, schngeistiges Laientum bereits viel Schaden getan, indem es erfolglose Versuche veranlate und sich daran beteiligte, und die Begriffe von dem, was eigentlich anzustreben ist, verwirrte. Entweder es wird mit diesem verantwortungslosen Laientum im Kinoreformwesen unerbittlich gerumt, und sach- und fachkundiger Ernst zieht ein, oder wir mssen alle Hoffnung auf Besserung fr lange vertagen. V. Zusammenschlu und Einrichtungen Ich habe im vorangehenden gezeigt, wie gerade erdkundliche Kinematographie infolge der Anforderungen, die ihr _Gegenstand_ stellt, aus Grnden der Wirtschaftlichkeit und endlich wegen der Allgemeinheit und Vielseitigkeit des Interesses, das sie bietet, nicht ohne ein enges Zusammengehen der verschiedensten Mitarbeiter, Fachleute und Interessenten gedeihen kann. Die Aufnahme brauchbarer erdkundlicher Filme kann nicht ohne vorherige Beratung und Planung mit wissenschaftlichen und teilweise Schulfachleuten, und nicht ohne wesentliche Mitwirkung der erstern ihre Leitung und Bearbeitung geschehen. Die wertvollsten Aufnahmen werden von Forschern selber auf ihren Reisen usw. gemacht werden mssen; wo nicht, werden deren Gesichtspunkte und gegebenenfalls gleichzeitig die von Unterrichtsfachleuten fr Gegenstand und Art der Aufnahme magebend sein mssen. Daneben aber bleibt fr Aufnahme wie Ausarbeitung der Filme der technische Fachmann unentbehrlich. Aber diese Sachfachleute sind ebensowenig wie die Einzelinteressenten imstande, die gewnschten Aufnahmen wirtschaftlich zu ermglichen und auszuntzen. Die Kostspieligkeit derartiger Filme einerseits, die Kostspieligkeit und Schwerflligkeit der zu ihrer Vorfhrung ntigen Vorrichtungen anderseits verweisen auf einen grozgigen geschftlichen Organismus fr ihre Herstellung, Verteilung und wirtschaftliche Ausntzung. Dieser geschftliche Organismus ist aber zugleich eine der Eigenschaften der Kinematographie, auf der ihre gewaltige Kulturbedeutung im Guten wie im Bsen beruht. Diese ihre Kulturbedeutung zieht wieder alle diejenigen Schichten und Kreise der ffentlichkeit unter die engern Interessenten der Kinematographie, denen gesunde und nahrhafte geistige Kost fr sich und fr ihre minder urteilsfhigen und anspruchsvollen Volksgenossen Gewissenssache ist. So wenig sich die Kino- und Geschftsleute auf die Dauer ihren Ansprchen entziehen knnen, so wenig knnen Kinoreformer selber irgend etwas unabhngig von jener groen Weltorganisation zu erreichen hoffen. Die Erdkinetographie aber ist, weil sich in ihr die hchste Leistungsfhigkeit des Kinos mit den allgemeinen Interessen aller Kreise deckt, und weil ihre Wesensbedingungen von denen anderer Kinogebiete verschieden sind, gerade dasjenige Gebiet, auf dem -- wie eingangs dargestellt -- alle Hoffnungen und alle Arbeitskraft und -lust der fhrenden Geister am reichsten zusammentreffen. Sollen diese Hoffnungen und Krfte nicht scheitern, so mssen sie sich zu einem Sonderzusammenschlu zusammenfinden, der allen Lebensbedingungen dieses Kinozweiges Rechnung trgt. Ich mchte meine Auffassung von der dazu ntigen Organisation in den folgenden _Hauptsatzungsentwurf_ kleiden, den ich der Beratung aller Sachverstndigen zur Verfgung stelle. _Hauptsatzungsentwurf fr eine Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft_ 1. Die _Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft_ ist eine eingetragene _G.m.b.H._ aller Krperschaften, Firmen und Personen in Deutschland, sterreich, der Schweiz und Skandinavien, die an erdkundlichen Kinoaufnahmen und ihrer sachgemen und geschmackvollen Ausntzung und Vorfhrung interessiert sind. 2. Die Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft wird die Grndung gleichgerichteter Genossenschaften in allen brigen Erdteilen anstreben, begnstigen und mit ihnen in Arbeitsgemeinschaft (Kartell) treten, deren Endziel ein Erdkundlicher Kino-Weltbund ist. 3. Zweck der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft ist: a) vollendete erdkundliche Kinoaufnahmen zu ermglichen, dadurch, da dem Geist des wissenschaftlichen Fachmanns in Beziehung auf Gegenstand und Art der Aufnahme die unbedingte Fhrung eingerumt wird; b) diese Kinoaufnahmen ihren wissenschaftlichen, Unterrichts-, Volksbildungs-, Unterhaltungs- und Sammlungszwecken in vollkommener Weise zuzufhren und sie ihnen alle jederzeit zur Verfgung zu halten; c) sie durch geeignete geschftliche Organisation wirtschaftlich zu ermglichen, auszuntzen und die Ertrge in einer dem Verdienst und Interesse aller Beteiligten entsprechenden Weise zu verteilen; d) sie zum Ausgangs- und Mittelpunkt aller auf Kinogesundung und -gesunderhaltung gerichteten Bestrebungen zu machen. 4. Zur Erreichung dieses Zweckes dient ein stndiger Arbeitsausschu, der zu je einem Drittel aus Vertretern der Wissenschaften, der Kinofachleute und Geschftsinteressenten und aus Vertretern von Schulen und gemeinntzigen Volksbildungskrperschaften besteht. Ihre Wahl geschieht durch geeignete Gesamtverbnde der genannten drei Interessengruppen. 5. Die Aufgabe dieses Ausschusses ist es: a) auf Antrag alle erdkundlichen Kinoaufnahmen nebst Begleit- und Ergnzungsmaterial zu prfen, zu begutachten und sie, falls sie allen Sachansprchen gengen, zu kennzeichnen und in ein allen Interessenten zugngliches Verzeichnis einzutragen; b) alle fr die ffentliche Vorfhrung bestimmten Gesamtvorstellungen oder den Stoff dazu ebenso zu prfen und die einwandfreien zu bezeichnen; c) auf Wunsch geplante derartige Aufnahmen und Vorstellungen vorher zu begutachten und zu beraten, Mitarbeiter dazu nachzuweisen usw. d) die Zusammenarbeit der Interessentengruppen zu vermitteln, und in Streitigkeiten zwischen ihnen zu entscheiden. 6. Fr diese Ttigkeit sind fr jeden geprften Film von der betreffenden Filmverlagsanstalt nach der Filmlnge zu bemessende Gebhren zu zahlen, deren Hhe durch die Genossenschaft festgesetzt wird. Von den Gebhren sind die Honorare fr die Prfungsteilnehmer und die sonstigen Geschftskosten zu bestreiten. Der berschu dient zur Bildung eines Vermgens, das ausschlielich fr eigne Unternehmungen der Genossenschaft im Sinne ihrer Satzungszwecke verwendet werden darf und im Auflsungsfalle verwandten gemeinntzigen oder wissenschaftlichen Bestrebungen anheimfllt. 7. Die Mitglieder der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft verpflichten sich smtlich, von der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft bezeichnete Filme nicht mit andern zugleich und nur in dem vom Arbeitsausschu begutachteten Zusammenhange vorzufhren und als solche zu bezeichnen. 8. Die Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft gibt ein Verzeichnis smtlicher von ihr empfohlener erdkundlicher Filme heraus, das enthlt: Titel, Ort und Datum der Aufnahme, die Namen des oder der Aufnehmenden und sonstigen Mitarbeiter und ihre Ttigkeit, die Verlagsfirma und den Verbleib des Negativs, die genaue Beschreibung der einzelnen Szenen nebst Lngenangabe usw., genaue Angaben des Begleitmaterials (eventuell Gerusch- und Musikaufnahmen, ergnzende Lichtbilder, Regieangaben, Vortragstext und dessen Verfasser), die einzeln zu erhaltenden Teile. 9. Die Negative und ein Positiv der von der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft empfohlenen erdkundlichen Aufnahmen sollen in einer einzurichtenden Mittelstelle geordnet aufbewahrt und verwaltet werden. Interessenten sollen jederzeit die Positive gezeigt und Abzge auch nach ltern Negativen sowie abgeschlossenen Teilen davon abgegeben werden. 10. Von den von der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft begutachteten erdkundlichen Aufnahmen sollen geschlossene Programme geschaffen werden, die in den der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft angeschlossenen Kinotheatern in zu vereinbarender Weise kreisen werden. 11. Die der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft angeschlossenen Einzelmitglieder zahlen einen Jahresbeitrag von 1 bis 2M und haben dafr Vorzugspreise in den betreffenden Kinovorstellungen und sonstigen Veranstaltungen. 12. Die der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft angeschlossenen Krperschaften zahlen je nach Bedarf eine jhrlich festzusetzende Summe zu den Arbeitskosten. 13. Die Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft wirkt auer durch ihre Verzeichnisse durch eine eigne Zeitschrift, Zeitungskorrespondenzen usw. sowie eventuell eigne Veranstaltungen fr die geschaffenen Filme und Programme und fr die Bestrebungen der erdkundlichen Kinoreform berhaupt. 14. Der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft angeschlossen und mit ihr im Austauschverhltnis wirken hnliche Genossenschaften fr erdkundliche Schul- und dergleichen Liebhaberkinematographie. 15. Zwecks Verwirklichung dieses Planes wird nach vorangegangener Besprechung in den Fachblttern aller beteiligten Kreise sowie der ffentlichen Presse eine Zusammenkunft von bevollmchtigten Vertretern aller Interessenten zur Grndung der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft an einem Orte innerhalb der unter 1. genannten Lnder veranstaltet. Die dazu ntigen Vorarbeiten werden durch einen Geschftsausschu der sich Beteiligenden erledigt. * * * * * Absichtlich habe ich diesen Entwurf auch in wichtigen Einzelheiten ganz allgemein gehalten, so da nur der Zweck, die geistigen Leitstze und die mglichen Grundbedingungen einer solchen Organisation scharf hervortreten. Schon das Vorliegen eines solchen Entwurfs wird m. E. die gute Folge haben, unzweideutig zu zeigen, ob und wie weit es allen Stellen, die fr eine Kinoreform in Betracht kommen und sich zum Teil stark dafr ins Zeug legen, _Ernst_ ist. Ich betone ganz besonders, da meiner Meinung nach weder ein anderer Weg vorhanden ist, um zunchst auf einem Teilgebiete der Kinematographie zum Ziele zu kommen und damit wenigstens den haltbaren Grund zur umfassenden Kinogesundung zu legen -- noch diese aus einer (auer in unwesentlichen Punkten) von der in meinen genannten Schriften niedergelegten abweichenden Auffassung hervorgehen kann. Es handelt sich da ja in der Hauptsache kaum um diese oder jene freigestellte Auffassung, sondern einfach um die Frage: Sachkenntnis und Sacheindringen oder nicht? Es ist kein Zweifel, da die bisherigen so gut wie vollkommenen Mierfolge der Kinoreform (gemessen an ihrem irgend ernst zu nehmenden Ziele) wesentlich auf dem Mangel an Sachkenntnis und berblick, der Neigung zu verantwortungslosem Nachgeben und oberflchlicher Spielerei beruhen. Auf keinem Gebiete erfordert die Reform so ernste, umfangreiche und gewissenhafte _Arbeit_, fhrt dann aber auch so sicher und grozgig zum Ziele, wie auf dem der Kinematographie, denn hier gibt es nur _einen_ geschlossen entgegenstehenden Feind, der entweder gewonnen wird und dann selber das mchtigste Bollwerk internationaler Kinokultur ist, oder weiter trotzt. Eigenbrdeleien sind hier von vornherein zum Mierfolg verurteilt. Die erdkundliche Kinematographie zum Ausgangs- und Mittelpunkte der Kinetographie berhaupt machen, heit an sich schon ein Stck Kinoreform tun, nmlich den Kino auf _sein_ Gebiet zurechtrcken. Die erdkundliche Kinematographie und Kinetographie organisieren, heit nicht nur eine ffentliche Bildungs- und Unterhaltungsquelle gesund machen, sondern zugleich der Schule und der Wissenschaft einen wesentlichen Dienst tun und sie auf ihrem eignen Gebiete um einen groen Schritt frdern. Zu den Einzelheiten meines Satzungsentwurfs wren Erluterungen zu geben. Die unten genannten Lnder bilden nicht nur nach der vorherrschenden Rasse und nach geschichtlichen Gesichtspunkten eine Art Kulturgemeinschaft, sondern sie haben auch insofern gemeinsame Kinointeressen, als sie alle zusammen im wesentlichen nur Abnehmer sind, d. h. ihren Filmsegen zurzeit hauptschlich aus dem Ausland erhalten. Eine Ausnahme macht etwa nur Dnemark-Norwegen, insofern dort am Welthandel selbstndig beteiligte Filmfirmen vorhanden sind; gerade diese Lnder einschlielich Schweden gehren aber um so mehr zu uns, als sie mit Deutschland zusammen schon lngst am eifrigsten und tatkrftigsten Kinoreformbestrebungen huldigen. Die gesunde Auffassung von dem wesentlich erdkundlichen Beruf des Kinos drfte in allen genannten Lndern mehr wenigstens als in den romanischen allgemein einleuchten. Dies freilich auch in englischen Kreisen, aber doch abgeschwcht durch das dortige, wesentlich geringere Interesse an der uns so sehr beschftigenden Organisation der Bildung und des Schul- und Unterrichtswesens. Auch Deutschland erzeugt ja Filme, darunter ja erfreulicherweise mehr und mehr gute erdkundliche, es berwiegen aber doch wohl dramatische und melodramatische (Tonbilder) von Berliner Firmen. Sie alle zusammen sind aber von geringer Bedeutung gegen die Auslandeinfhrung. Aus allen Grnden steht auch diesen Staaten als wirkungsvolles gemeinsames Notmittel der Ausschlu auslndischer Filmeinfuhr zu Gebote. Natrlich ist in andern Kulturlndern ein hnlicher Zusammenschlu gleichfalls zu erwarten, aber unter wesentlich andern Bedingungen. Mit solchen Genossenschaften mte natrlich zusammengearbeitet werden (2). Anderseits ist ein Zusammenschlu ber ein greres Gebiet als etwa nur Deutschland ntig, da dieses Land als Kundschaft allein nicht eine gengende Macht ausben wrde, um einen wirkungsvollen Druck auf das auslndische Kinokapital auszuben. -- Zum stndigen Arbeitsausschuß« (4) knnte ntigenfalls noch eine Berufungsstelle treten. Es mu den Firmen natrlich freigestellt bleiben, ihre erdkundlichen Aufnahmen nach wie vor nach eigner Verantwortung und eignem Geschmack auszufhren, oder aber, wenn sie Wert darauf legen, sie dem groen, von der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft zu schaffenden Turnus einzufgen, sie prfen und mglichst schon vom Plane an begutachten zu lassen, und dabei die Wnsche und Gesichtspunkte erdkundlicher und Volksbildungsberufsleute als magebend zu bercksichtigen. -- Ich denke mir unter diesen Umstnden den gewhnlichen Gang erdkundlicher Aufnahmen etwa wie folgt. Die _Anregung_ geht je nachdem von einem Geographen, einem Forschungsreisenden oder dem Kenner eines bestimmten, z. B. heimatlichen Gebietes aus, oder von wissenschaftlichen oder volkswissenschaftlichen Erdkundevereinen, Fremdenverkehrs-, Heimatschutz-, Denkmalsschutz-, Weltnaturschutz- oder sonstigen interessierten Vereinen u. a. aus. Auch Schulbehrden knnen es sein oder auch Industrievereinigungen, landwirtschaftliche Krperschaften, Firmen; ferner Kolonial- und andere Behrden, die Geschftsleitungen von Ausstellungen; endlich Private aller Art, und daneben natrlich nach wie vor Filmfirmen usw. Es wird nun, gewnschtenfalls schon durch Vermittlung des Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschafts-Ausschusses, die Planung der ganzen Aufnahme so vorbereitet, da _neben_ den besondern Wnschen und Interessen der Anregenden mglichst auch den _allgemeinen_ Wnschen und Interessen, besonders auch denen der Wissenschaft und der Volksbildung und -unterhaltung (der allgemeinen ffentlichkeit) Rechnung getragen wird. Dies geschieht, um sowohl wirtschaftlich wie ideell der oder den Aufnahmen eine mglichst weite und dauernde Verwendbarkeit zu sichern. Nur durch diese wird einerseits ein solches Unternehmen wirtschaftlich ermglicht und ertragreich, und es wird anderseits erreicht, da die immerhin nicht hufig wiederkehrende Aufnahmegelegenheit mglichst vollkommen ausgentzt wird. -- Die Aufnahme wrde nun jedesmal irgendwie unter der Leitung geographischer Fachleute oder doch unter Bercksichtigung ihrer Angaben und der in dieser Schrift angegebenen Regeln von Berufenen ausgefhrt werden, als welche sich alsbald besondere Begabungen finden wrden, denen eine Mischung von wissenschaftlichem, knstlerischem, Lehr- und technischem Sinne eigen sein mte. -- Die fertigen Filme wrden nun nebst ausgearbeiteten Angaben der Filmprfungsabteilung der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft berwiesen werden, die sie begutachtete, eventuell Anregungen zu ihrer Verbesserung im einzelnen gbe und die wertvoll befundenen, wie im Entwurf angedeutet, beurkundete und ihnen ein geschtztes Abzeichen verliehe. Die Negative wrden -- falls nicht gegenteilige Wnsche der Beteiligten vorlgen -- der Mittelstelle bergeben, die fr sie und ihre den Wnschen des oder der Eigentmer entsprechende Benutzungsweise haftete. Diese Mittelstelle soll -- ganz wie der Kommissionr im Buchhandel, oder als eine Art Dauermesse -- lediglich der Erleichterung und Beschleunigung des Austausches zwischen Filmverlag und Kufer dienen. Es ist daher kaum anzunehmen, da ihre Ttigkeit in dieser Hinsicht irgendwie mit andern Interessen in Zwist kme. Sie soll nicht nur die Negative aufbewahren, sondern vor allem auch je ein Positiv, um dies jederzeit zur Ansicht vorfhren zu knnen (dies braucht bekanntlich nicht immer auf der Projektionswand zu geschehen, sondern es gibt auch Apparate fr nur je einen Betrachter). Diese Einrichtung soll dem gegenwrtigen belstand abhelfen, da namentlich ltere Aufnahmen, nachdem sie in den Kinotheatern die bliche Frist abgelaufen haben, so gut wie nicht mehr zu erlangen, jedenfalls vom Interessenten nicht mehr zu besichtigen sind. Gerade fr sachgeme erdkundliche Vorfhrungen ist aber natrlich das Zurckgreifen auf ltere Aufnahmen unbedingt ntig; und die ganze Organisation, wie wir sie hier im Auge haben, wird auch das bisherige _Interesse_ der Verlagsfirmen an der Auerdienststellung ihrer ltern Aufnahmen, namentlich erdkundlicher, beseitigen. Dieses Interesse beruhte namentlich auf der Befrchtung, da die Mglichkeit der Kinobesitzer, beliebig auf ltere Aufnahmen zurckgreifen zu knnen, den Absatz der jeweils neuen Wochenschpfungen unsicher machen knnte. Das wre aber eine Gefhrdung des oft auerordentlichen Kapitals, das namentlich in die im Vergleich mit den meisten erdkundlichen ungleich kostspieligern dramatischen Sachen gesteckt wird. Durch die vllige Loslsung der erdkundlichen Vorfhrungen von den dramatischen und ihre verabredungsgeme Beschrnkung auf bestimmte Tage oder Wochen (1 bis 2 in der Woche, im Monat oder hnlich) einerseits, durch den grern, auf dem nunmehr eingeschlagenen Wege erforderlichen Kapitalaufwand und die grere Rentabilitt erdkundlich-aktueller Filme anderseits wrde jenes Bedenken hinfllig werden. Aus denselben Grnden wre aber die Abgabe von _Filmteilen_ ebenso im Verbraucher- wie im Hersteller-Interesse gelegen. Wenn ein Gesamtfilm beispielsweise Bilder aus Bosnien heit, so ist er vielleicht aus Teilen zusammengesetzt, deren einer mehr landschaftlich-geologisches, ein anderer militrisches, ein dritter volkskundliches, ein vierter zoologisches Interesse hat; es wre ein unbilliges Verlangen, da nun z. B. ein Zoologe, der ein Programm mit dem zoologischen Abschnitt wertvoll bereichern knnte, den ganzen Film Bosnien kaufen mte, noch dazu ohne ihn vorher sehen zu knnen. Zurzeit ist dies aber meistens so, d. h. die Filmfirmen verweigern meist die Abgabe lterer Bilder und erst recht von Teilen lterer Bilder. Der Grund liegt auer in den geschilderten geschftlichen Bedenken in der Zerstreutheit der Negative in London, Paris, Florenz, Amerika usw., in der berlastung der Firmen mit der notwendigen Tagesproduktion, die jeweils alle verfgbaren Kopiermaschinen, Hnde und Kpfe in Anspruch nimmt, und in der Unmglichkeit -- weil unlohnend -- einer geordneten Negativ-Archiv-Fhrung. Besonders das Heraussuchen einzelner Negativteile, wenn sie nicht von vornherein uerlich sichtbar bezeichnet sind, wrde ja eine zu groe Zumutung sein. Eine nur diesen Aufgaben dienende Mittelstelle knnte das aber leicht und schnell leisten. Auf dem gedachten Wege wren nun also namentlich Forschungsreisende, wissenschaftliche Lehrinstitute, Sammlungen, Schulen usw. bereits in den Besitz derjenigen Aufnahmen gekommen, um die es ihnen zu tun ist; es wre ihre Privatsache, sich ber die Eigentums- und gegenseitigen Entschdigungsverhltnisse auseinanderzusetzen, und die Art der Benutzung bliebe natrlich ganz ihre eigne Sache. In den meisten Fllen wird aber nun als wirtschaftlicher Neben- oder als Hauptzweck die berfhrung der Aufnahmen oder eines Teiles von ihnen in den Turnus ffentlicher Auffhrungen, besonders also der Kinotheater, erwnscht sein. Diese zu bewirken, bliebe die geschftliche Aufgabe des Verlegers durch Vermittlung der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft-Mittelstelle; durch deren Ttigkeit und die ganze Organisation wrde aber das Ergebnis gleichmiger und sicherer erreicht und von vornherein -- schon bei der Planung -- in gewissem Grade schon mit verabredet und in Rechnung gezogen werden knnen. Von vorher sorgfltig geplanten und fachmnnisch vorbereiteten Kinoaufnahmen etwa einer Expedition durch Tibet oder einer Landes-Naturdenkmler-Aufnahme lieen sich von vornherein einige ffentliche Programme versuchsweise entwerfen, und deren Ertrag liee sich, eben infolge der eigenartigen Organisation dieses Geschftszweiges berhaupt, mit einer gewissen Sicherheit bersehen. Das wrde also die vorherige Kostenberechnung solcher Unternehmungen erleichtern. -- Bestimmte erdkundliche Theaterprogramme zu schaffen wre dann aber eine zweite Autorenaufgabe, die wieder von verschiedenen Interessenten in Angriff genommen werden knnte. -- Fr die unter 5 a bis d genannten Zwecke wrde der Ausschu vorteilhaft mehrere stndige Kammern bilden. -- Die Ttigkeit der Mitglieder des Ausschusses wrde in ehrenamtliche und honorierte zerfallen. Da jede im Zuge eines geschftlich angelegten Unternehmens eintretende wirkliche Arbeit und Zeitopferung ihres Lohnes wert ist, ist ebenso selbstverstndlich, wie da eine unverpflichtete und verantwortungslose, rein sogenannt gemeinntzige Ttigkeit _auf die Dauer_ in Verfall gert und stets zweifelhaften Wert besitzt. Auer Honoraren und Gehltern wrden der Mittelstelle durch Einrichtung und Mieten fr Geschfts-, Aufbewahrungs-, Vorfhrungsrume usw. Kosten entstehen, endlich durch die gesamte Werbearbeit, besonders Zeitschrift und Filmfhrer. Mein Entwurf begngt sich mit dem Hinweise, da dem eine Menge natrlicher und die Industrie keineswegs ungebhrlich belastender Einnahmequellen gegenberstehen. -- Zu 7: Keinem der an die Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft Angeschlossenen kann die Verpflichtung auferlegt werden, _nur_ von ihr begutachtete Aufnahmen herzustellen, zu vertreiben, vorzufhren oder anzusehen. Das Interesse, dies zu tun, kann nur in dem fr alle Beteiligten daraus entspringenden tatschlichen Nutzen bestehen. Anderseits wrde natrlich durch Vermischung der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaftsfilme mit andern aus gengend gekennzeichneten Grnden der ganze Zweck und Erfolg des Unternehmens hinfllig. Es mu darauf bestanden werden, da als Deutsche Erdkundliche Genossenschaftsfilme nur von ihr geprfte und empfohlene Aufnahmen, aber auch nur in der von ihr angegebenen Weise, und in den Kinotheatern nur im Zusammenhange der von ihr empfohlenen Gesamtprogramme vorgefhrt werden. Das letztere aus denselben technischen Grnden, weswegen auch sonst die Kinotheater nicht Einzelfilme, sondern nur ganze Programme leihen knnen, soweit sie nicht selber die Urheber der letztern sind. -- Zu den Interessenten der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft gehren also auch die Lichtbilderfirmen, die erdkundliche Lichtbilder zu verleihen oder zu verkaufen haben. Diese wrden, soweit ntig, den Gesamtprogrammen beizufgen sein. -- Den sozusagen urschlich -- also geschftlich, wissenschaftlich oder volksbildnerisch interessierten Kreisen gegenber wre nun als wichtige von der Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft zu frdernde Aufgabe ein loser Zusammenschlu der Schauinteressenten, d. h. des erdkundlich interessierten Kinopublikums herbeizufhren. Die unter 11 genannte Manahme wrde m. E. dazu gengen und alles Erreichbare umfassen. * * * * * Ich hoffe mit diesem wenigen den Grundgedanken einer Deutschen Erdkundlichen Kinogenossenschaft gengend veranschaulicht und seine Wichtigkeit verstndlich gemacht zu haben. Sollte es mir damit gelungen sein, auf Grund jahrelanger Arbeit und umfassender, mit groen Opfern erkaufter Erfahrungen einen Grundstein zu fruchtbarer, schpferischer, aufbauender Kinogesundungsarbeit gelegt und zugleich der erdkundlichen Wissenschaft und dem Schulunterricht der Zukunft neue Mglichkeiten klren geholfen zu haben, so wre diese meine Arbeit reichlich belohnt. Anhang _Ein Blick auf den gegenwrtigen Markt erdkundlicher Filme und Lichtbilder_ Mit unermdlichem Entgegenkommen hat die Lichtbilderei GmbH. in M.Gladbach alles Erdenkliche getan, um meinen Wunsch, einen praktischen berblick ber die zurzeit zugnglichen Quellen erdkundlichen kinematographischen Stoffes zu gewinnen, zu erfllen. Dennoch wrden die auf unsere Rundfragen ergangenen Antworten besonders betreffend der _Film_erzeugung ohne die Benutzung anderweitig gewonnener Erfahrungen ein sehr lckenhaftes Bild geben. Der Gesamtberblick bezeugt sowohl betreffend der Lichtbilder wie der Filme vor allem einen gewissen Mangel an Beweglichkeit in der Organisation, insofern erstens zumeist nur ganze Serien von Lichtbildern und Kinoaufnahmen verliehen (von letztern auch verkauft) werden, zweitens auch dies noch mannigfachen Beschrnkungen und Schwierigkeiten unterliegt. Die Unmglichkeit, die Sachen vorher _zur Ansicht_ zu haben oder sonst prfen zu knnen, liegt ja in der Natur der Sache. Sie liee sich nur -- wie im vorangehenden angedeutet -- durch eine wohlorganisierte stndige _Projektionsbildermesse_ nebst Zentralverleihstelle und in Verbindung mit einem nach wissenschaftlichen und gemeinntzigen praktischen Gesichtspunkten durchgearbeiteten illustrierten und beschreibenden _Realkatalog_ beheben. Dazu mte ein beweglicheres _Leihaustauschsystem_ treten. Eine Hauptursache fr die verhltnismig geringe Rolle, die das Projektionswesen als ernsthaftes Bildungsmittel noch spielt, liegt darin, da die Bilder, die man nach den Titeln beschafft, selten gerade das zeigen, was man zeigen will. Ist dieser belstand auf dem Lichtbildergebiet schon empfindlich, so wirkt er gegen die Ausbreitung der Filmbenutzung geradezu entscheidend. Da nach unserer berzeugung das Kinobild, besonders das erdkundliche, fast stets vom stehenden untersttzt werden mu, so geben wir zunchst einen berblick ber die Quellen fr erdkundliche Lichtbilder. Zunchst Firmen, die geschftsmig an jedermann verkaufen und verleihen, soweit uns nheres Material vorliegt (alphabetisch): 1. _Evangelischer Verein fr kirchliche Zwecke_, Berlin SW 68, Oranienstr. 105l. Hat besonders aus Missionsgebieten (Kolonien und innere Mission) auch einige geographisch interessierende Serien. Alle Bilder sind koloriert (5M). Mitwirkung von Kunstmalern, Missionsleuten, Pastoren. Es werden nur Serien verliehen, Texte werden beigegeben. Verleiht auch Apparate. 2. _Graystone Bird_, Kunstphotograph, 3, Milsom Street, Bath, England. Pflegt besonders das Gebiet von Landschafts- (See-, Wolken-, Winterlandschaften usw.) Diapositiven nach _knstlerischen_ Gesichtspunkten. Wetter, Stimmungen usw., ferner britische und Schweizer intime Aufnahmen. 3. _Bruno Hentschel_, Leipzig, Kunstverlag (Kollektion Hentschel): Landschaften-, Trachten- und Stdtebilder aus dem _Orient_ (gypten, Palstina, Syrien, Kleinasien, Konstantinopel, Griechenland). Bilder auch einzeln (15Pf.), jedoch Mindestgebhr 7.50M. _Versendet zur Ansicht Papierkopien_ sowie ganze _Serien_. 4. Die _Lichtbilderei_ GmbH., M._Gladbach_, verfgt ber nicht weniger als 450 Lichtbilderserien, von denen die erste der 13 Untergruppen der _Erdkunde_ gewidmet ist (Land und Leute -- Deutschland, deutsche Kolonien, Ausland). Auch die Abteilungen Naturwissenschaft, Industrie und Technik, Handwerk, Landwirtschaft, Volkswirtschaft u. a. bieten manchen ergnzenden Stoff. Die Lichtbilderei, die unter Mitwirkung des Volksvereins-Verlags vor sieben Jahren gegrndet wurde, verfolgt auf geschftlicher Grundlage den Zweck, die Projektionskunst durch knstlerischen Geschmack und wissenschaftliche Grndlichkeit in der Auswahl der Bilder und durch die Beigabe von Vortragstexten, die sich ber den vielfach blichen oberflchlichen Dilettantismus erheben, zu einem ernsthaften Mittel fr die mglichst allseitige tiefgehende und nachhaltige Bildung breitester Volksschichten zu erheben und so ein vorbildliches Musterinstitut zu werden. Als Verfasser der geographischen und ethnographischen Vortragstexte wirken hervorragende Fachleute. Bilder und Texte werden an jedermann verliehen. Katalog kostenlos. ber ihre Filmverleihzentrale siehe unten. Verkauft und verleiht auch Apparate und Zubehr. 5. _Ed. Liesegang, Dsseldorf._ Der Katalog verzeichnet eine groe Auswahl erd- und vlkerkundlicher Serien sowie solche aus den Gebieten Naturkrfte und Naturwissenschaft. Besonders zahlreich (mit Betonung von Architektur und Kunst) die Serien Italien, Palstina und Deutschland. Eine groe Menge in Woodburydruck (eine Art getntes Gelatinerelief, das viel transparenter als die aus undurchsichtigem Metallniederschlag bestehenden Silberkopien sein soll). Meist nur Serienverleihung. Verkauft auch Apparate usw. 6. Die _Neue Photographische Gesellschaft, Steglitz-Berlin_, verleiht nicht, sondern verkauft. Die umfassende Sammlung geographischer Lichtbilder (Album mit 110 verkleinerten Bildertafeln je 15 Bilder Mk.20 auch leihweise) ist von Prof. Dr. Deckert an der Akademie fr Sozial- und Handelswissenschaften in Frankfurt a. M., die betreffs Geologie des Norddeutschen Flachlandes von Prof. Dr. Wahnschaffe, Berlin, zusammengestellt. Auerdem zahlreiche aus andern Naturwissenschaften. Die Diapositive sind teils im Kontaktverfahren, teils im nassen Verfahren hergestellt. (Katalog Das photographische Anschauungsmittel 2M.) 7. _Richard Rsch, Dresden-A._ Viele Serien erdkundlicher Bilder. Verleiht auch einzeln (10Pf. fr Bild und Woche). 8. _E. A. Seemanns Lichtbildanstalt, Leipzig._ Serien China und Marokko; ferner (hauptschlich in knstlerischer Hinsicht) Regensburg und Nrnberg. Zum Teil farbig (Dreifarbenaufnahmen und Lumire). Durch bestimmte Herstellungsmethoden wird die Schicht und das Glas des Diapositivs vor den Gefahren groer Hitze bewahrt, wodurch auch bei hoher Lichtstrke ein besonderer Schutz (Wasserkammer) entbehrlich wird. (Farbenproben, die ich gesehen habe, waren _sehr_ schn; und das Feuerschutzverfahren wre ja fr Mitbenutzung im Kino sehr wertvoll!) Projektionseinrichtungen. 9. _Unger & Hoffmann_, A.-G., _Dresden-A._ Sehr groes Lager geographischer und naturwissenschaftlicher Bilder. Serienverleihung. Ansichtssendungen, auch _Papierabzge_ zur Auswahl. Fhren auch Apparate usw. 10. _Emil Weises Buchhandlung, Dresden-A._ Farbig: Palstina, Orient, Sachsen, Indien, Rhein, Deutsche Kolonien (Mission). Serien mit Text. 11. _York & Son_, 67, Lancaster Road, Notting Hill, London W. Katalog mit groer Auswahl, 1 Schilling. Nur Verkauf. Sehr viel geographische Serien. Zu diesen Firmen (weiteres Material fr sptere Auflagen usw. erwnscht!) treten nun einige Vereine und Institute, die ihre Bilder nur an Mitglieder oder unter Beschrnkungen verleihen. 12. _Gesellschaft fr Verbreitung von Volksbildung_, Berlin NW 52, Lneburger Str. 51 (an 8000 angeschlossene Vereine!). Dieser gemeinntzige Verein verleiht nur an Mitglieder (Schulen und andere Bildungsinstitute) usw. Falls Vortragstexte mitgeliefert werden, nur mit diesen. (Diese Maregel wird mit dem im Titel bezeichneten Zweck begrndet.) Einzelne Bilder (auer Tierwelt) werden nicht verliehen, wohl aber verkauft. Die Texte stammen aus der Feder von Fachleuten. 254 Serien, von welchen die berwiegende Zahl erdkundlichen und naturwissenschaftlichen Inhalts sind. Betreffs Kinematographie siehe unten. Stellt auch Apparate und Vorfhrer usw. 13. _Sddeutsche Lichtbilderzentrale, Mnchen._ Ist eine Einrichtung der Hauptstelle sddeutscher katholischer Arbeitervereine. Verleihen und verkaufen auch Apparate. (Nheres siehe unter Kinematographie.) 14. _Verein Naturschutzpark, Sitz Stuttgart_, Pfizerstr. 5. Verleiht kostenlos nur zur Agitation fr die Schaffung und Frderung von Naturschutzparken. Bilder und Texte. 15. _Stiftung fr Heimatschutz_, Verwaltungssitz Meiningen. Besitzt eine groe Lichtbildersammlung betreffend Heimatschutz. 16. Die _Gesellschaft fr wirtschaftliche Ausbildung_ (Frankfurt a. M.), 17. _Groh. Techn. Hochschule Darmstadt_ (Prof. Dr. Greim) verleihen nicht. 18. Die _Oberschulbehrde Lbeck_ besitzt zahlreiche erdkundliche Lichtbilder in den hhern und mittlern Schulen. Ganz anders als bei den Lichtbildern liegt die Sache auf dem Gebiete der _erdkundlichen Kinematographie_. Whrend ein einmal hergestelltes gutes Lichtbild und Negativ ein Schatz frs Leben ist, ist in der Kinematographie alles in bestndigem Flu. Die teuren erdkundlichen Aufnahmen, die oft mit groen Reisekosten usw. hergestellt worden sind, verlieren ein Vierteljahr nach dem Erscheinen der ersten Positive jede Aktualitt, d. h. sie sind in den Augen der Kinobesitzer und Filmverleihanstalten Ladenhter. Und nach wenigen Jahren ist es unwahrscheinlich, da auch nur das Negativ davon noch vorhanden ist. Das hat zwei Hauptursachen: erstens die groe Inanspruchnahme auch der Negative durch das Kopieren, wodurch sie nach einer verhltnismig geringen Zahl von Abzgen ebenso verregnen (und dies dann natrlich auf weitere Abzge bertragen wrden) wie vielgebrauchte Positive. Zweitens aber ist ein Zurckgreifen auf ltere Aufnahmen, wie mehrmals bemerkt, im Kinogeschftsorganismus weder vorgesehen und bequem durchfhrbar noch gewnscht. Wer erdkundliche Kinofilme unter gegenwrtigen Umstnden benutzen will, hat dazu also im Grunde nur _einen_ Weg: er lasse sich die Prospekte ber die wchentlichen Neuerscheinungen regelmig zusenden, fahre, wenn etwas ihn interessiert, zum angegebenen Zeitpunkt nach Berlin, lasse es sich dort zeigen und kaufe es gegebenenfalls, um es dann so lange liegen zu lassen, bis der Zeitpunkt des Gebrauches kommt. Selbst in den Fabriken gibt es begreiflicherweise keine Positive, es sei denn, da einmal zufllig eins liegen geblieben ist -- welches Kapital wrde sonst in solchem bloen Vorfhrungsmaterial tot liegen! Erst eine Organisation, wie ich sie beschrieben habe, kann bei geregeltem Filmkauf durch Reforminteressenten da Wandel bringen. Vollkommen verfehlt ist natrlich auch der Glaube, dem man in dilettantischen Reformkreisen so oft begegnet, da Kinotheater und Filmverleihanstalten -- von vereinzelten zuflligen Ausnahmen abgesehen -- gute Einzelbilder fr gute Worte oder Geld abgeben knnten. Wenn eine Verleihanstalt oder ein Kinotheater selbst erdkundliche Filme kauft, so werden diese natrlich sofort einem der blichen Gesamt-Programme eingefgt und machen mit diesem die Runde durch die darauf abonnierten Kinotheater. Da sie whrend dieser Zeit nicht willkrlich herausgenommen werden knnen, leuchtet ein, und ebenso, da sie, wenn sie frei werden, eben ausrangiert sind, d. h. in einem Zustande, in dem sie nur eben noch fr -- Kinoreformvorstellungen gut sind (?). -- Der Ankauf einzelner Filme ist aber ebenfalls eine praktisch fr den einzelnen kaum durchfhrbare Sache. Wer unsere Vortrags- und Vereinsverhltnisse kennt, wei, da es kaum durchfhrbar ist, ein eventuell in die Tausende gehendes Kapital in ein einzelnes Programm zu stecken, zumal die Vorfhrung dann noch jedesmal bedeutende besondere Kosten verursacht. Da sind als fr Vereine, Schulen, einzelne Redner usw. einstweilen rettender Ausweg die _Kinoreformverleihinstitute_ willkommen. Das sind Verleihanstalten, die ausschlielich Kinoreformbedrfnissen dienen wollen. Da diese Bedrfnisse aber wenigstens einstweilen noch geschftlich kaum ins Gewicht fallen, auch die ganze Einrichtung immer noch einen nur vorlufigen Ausweg darstellt, so liegt diese Art von Filmverleih zurzeit fast ausschlielich in den Hnden gemeinntzig arbeitender Volksbildungsvereine. Von diesen sind mir drei bekannt geworden. 1. Die _Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung_, Berlin NW 52 (siehe oben), hat neben ihrem Lichtbilderdienst auch eine Verleihung von kinematographischen Apparaten und Filmen eingerichtet. Auerhalb Berlins und der Vororte werden die Apparate in der Regel nur behufs Vorfhrung durch einen eignen Monteur der Gesellschaft verliehen. Die Verleihung erfolgt nur an Mitglieder der Gesellschaft (Schulen, Behrden, Vereine, Reformkinos usw.). Das Verzeichnis weist 31 eigne, daher sofort verleihbare Filme auf, freilich nur wenig erdkundliche. Es ist jedoch eine bedeutende Summe fr den Ausbau dieses Unternehmens eingestellt worden. Es werden nur je etwa 1000, gewhnlich 2000m zusammen verliehen. Auerdem vermittelt die Gesellschaft aber auch das Leihen von andern Filmen. (Ich mchte hier die Bemerkung einfgen, da juristisch nach Hellwig nicht von einem Leihen, sondern Pachten der Filme gesprochen werden mu.) Ich wrde auerdem Programme, die allein 1000 oder gar 2000m Filme umfassen, fr viel zu lang halten. Ich gehe dabei von der meines Erachtens aber schon allgemein anerkannten Auffassung aus, da 1. Filme nur in Verbindung mit Lichtbildern und Vortrag vorfhrbar sind (so zeigen es auch die neuen Programmbeispiele der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung), 2. der Vortrag nicht whrend der Filmvorfhrung, sondern nur dazwischen stattfinden darf. Auf diese Weise dauert mit den unentbehrlichen Pausen ein Programm mit etwa 800m schon reichlich 2 Stunden. Auerdem stellt die Gesellschaft ihren Mitgliedern ein _Wanderkino_ zur Verfgung, das Apparate, Filme und Lichtbilder (ganze Programme), zwei Vorfhrungen tglich (eine mit Lichtbildern) und Erluterungen umfat. Fr die Filme werden Aufnahmen mit Farbenphotographie bevorzugt (darunter sind wohl kolorierte Filme zu verstehen). -- In hnlicher Weise versorgt 2. _die Sddeutsche Lichtbilderzentrale Mnchen_ (siehe oben) die ihr angeschlossenen Vereine mit fertig zusammengestellten Volksbildungsabenden, die Lichtbilder, Filme, Vortrag, Gedichte, Lieder u. a. umfassen (Wanderkino). Die mir mitgeteilten Programme machen einen sehr ansprechenden und geschmackvollen Eindruck. 3. Bei weitem die meisten Filme dieser Art (schtzungsweise 500, nebst 101 fertigen Programmen), darunter eine groe Menge erdkundliche und andere naturwissenschaftliche, hlt die _Lichtbilderei_ GmbH., M._Gladbach_ (siehe oben), bereit, und ihr Verleihsystem ist wohl auch das beweglichste, das sich daher den Bedrfnissen von Schulen, Bildungsvereinen, Reformkinos usw. am meisten anpassen lt. (Kataloge Belehrende Filme fr Schule und Volk -- Belehrende Programme fr Volk und Schule.) Da die Lichtbilderei auch eine Verleihanstalt fr Kinos selbst hat (die natrlich nur, wenn auch mit Zugestndnissen an manche Vorurteile des Kinobesitzerdurchschnitts, sittlich einwandfreie und geschmacklich diskutable Programme liefert), so ist sie in der Lage, der Reformsache bedeutende Opfer zu bringen. Wer also fr einzelne Vortrge und Veranstaltungen einigermaen frei whlen will (im allgemeinen knnen natrlich auch hier nicht Filmteile, sondern nur ganze Filme abgegeben werden), der findet hier am ehesten, und zwar zu sehr billigen Bedingungen, was er braucht. Die Lichtbilderei ist aber auch im Begriffe, die weitern in dieser Schrift geforderten Verbesserungen zu organisieren, indem sie aktuelle, vollstndig ausgearbeitete Reformprogramme -- freilich nicht nur erdkundliche, sondern von jedem rechtmigen Gebiete der Kinematographie -- gebrauchsfertig mit allem Zubehr (Filme, Lichtbilder, Texte, Musik, ausfhrliche Vorfhrungsanweisungen usw.) _unmittelbar fr den geschftlichen Turnus in Kinotheatern bereitstellt_. Die Ausarbeitung dieser Programme liegt in meiner Hand (_Reformprogramme Hfker_). Damit ist der wesentliche Schritt zur Verpflanzung wirklicher Kinoreform in die Kinotheater getan, _wohin sie gehrt_ -- denn alle Versuche auerhalb dieser Theater sind, abgesehen von der Unterrichtskinematographie, ja doch nur Anregungen und Versuche, die stets zu einer gewissen Unvollkommenheit verurteilt, mindestens auf die Dauer ohne groe Opfer nicht durchfhrbar sind. Bestrebungen, den Kinotheatern und namentlich den Schulen ganze Programme und einzelne Filme zugnglich zu machen, werden auch vom Rektor _Lemke_, Storckow (Mark) nicht ohne Sachkenntnis und praktischen Blick vertreten. Es wrde mich zu weit ber den Gegenstand dieser Schrift hinausfhren, diese Bewegung eingehend zu besprechen; dies geschieht an anderer Stelle. Vorlufig ist auch hier sowohl dem Rektor _Lemke_ wie der Firma _Path Frres_ gegenber (mit der er in engem Zusammenhange steht) _Vorsicht_ anzuraten, da die kinoreformerischen Zugestndnisse von dieser Seite mit viel Phrasen, abzulehnenden Geschftsinteressen und -- besonders von Path Frres -- mit dem Bestreben verbunden sind, andere, ernster zu nehmende und grndlichere Kinoreformarbeit zu hintertreiben. So willkommen und erfreulich selbstverstndlich gerade die Zugestndnisse leistungsfhiger Firmen an die Sache der Kinoreform sind, so unbedingt ist doch dem Laien zur berlegung zu empfehlen, was mir krzlich eine besonders der Frderung der wissenschaftlichen und Schulkinematographie dienende, ernstzunehmende Zeitschrift schrieb: Es macht so den Anschein, als ob sich unter dem Titel wissenschaftlicher Film manches verbergen wrde, was, unter der Lupe besehen, sich als etwas ganz anderes entpuppt. Leider ist es nun mal so, da groe Firmen nur einen redegewandten Reiseschriftsteller oder Reisevertreter zu harmlosen Schulmnnern zu schicken brauchen, um alsbald mit einem an schnen Phrasen berreichen Empfehlungsschreiben dieser Herren tchtig Reklame zu machen. Solche Flle lassen sich mehrere aufzhlen. Das kann ich nur Wort fr Wort besttigen und fge hinzu, da verantwortungsloser und launischer Kinoreformdilettantismus der Sache mehr geschadet hat als die gesamte Schundproduktion gewisser Firmen. Firmen, die erdkundliche Filme im weitern Sinne des Wortes regelmig in die Welt senden, sind u. a. _Urban_ (London), _Eclipse_ (Paris), _Cines_ (Rom), _Raleigh & Robert_ (Paris), _Edison_ (Amerika), _Path Frres_ (Paris), _Eclair_ (Paris), _Gaumont_ (Paris), _Neue Photographische Gesellschaft_ (Berlin), _Meters Projektion_ (Berlin), _Expre-Films_ (Freiburg i. B.). Alle diese Firmen haben (auer Expre?) ihre deutschen Vertretungen und Filialen in Berlin, zum Teil auch in andern deutschen Stdten. Die meisten bringen etwa als ein Achtel ihrer Wochenproduktion aktuelle (d. h. nicht gestellte) Filme, darunter naturgem viele geographische. Besondere (englische und franzsische) Kataloge darber -- die aber nicht dauernd mageblich sind -- bringen u. a. die Firmen _Urban_, _Eclipse_, _Radios_ gemeinsam heraus. Einen deutschen Auszug daraus erhlt man von der Firma Eclipse (Berlin). Von den andern lasse man sich die regelmigen Prospekte schicken. Besondere Mitteilungen machten mir die folgenden Firmen: 1. _Expre-Films-Co._, GmbH., _Freiburg i. B._ Redaktion und Verlag Der Tag im Film, erste und lteste internationale _tgliche_ kinematographische Berichterstattung. -- Diese Firma fertigt _nur_ Naturaufnahmen und Aktualitten (wissenschaftliche Filme, Militr, Industrie, Sportbilder usw.) und hat besondere Expeditionen dazu teils ausgerstet, teils ausgesandt. Abzge von allen bisher erschienenen erdkundlichen Filmen werden an Hndler (nur? -- warum?) unverbindlich fr 80Pf. fr das Meter verkauft. Begleittexte usw. und Material dazu werden stets an Ort und Stelle gesammelt. Intelligente geeignete Leute werden in Kursen zu Aufnahmeoperateuren ausgebildet. Besonders wertvoll sind natrlich die Expeditionsbilder, von denen die Firma folgende Liste aufstellt: _Expeditionsbilder_ Eine Reise quer durch Afrika. Eine Reise durch Indien. Eine Reise in die arktischen Regionen. Die deutsche arktische Zeppelin-Luftschiff-Studienreise 1910 nach Spitzbergen unter Leitung Sr. Kgl. Hoheit Prinz Heinrich von Preuen und Sr. Exzellenz Graf v. Zeppelin. Die Besteigung des Himalaja durch Se. Kgl. Hoheit den Herzog der Abruzzen, Welthhenrekord 7493m. Die Molukken-Expedition der Herren Dr. Deninger und Dr. Tauern. Die Expedition des Herrn Dr. Koch (Grnberg) nach dem Quellgebiet des Amazonenstromes. Die schweizerische Grnland-Expedition des Herrn Dr. A. de Quervain. Die deutsche Hilfsexpedition Lerner nach Spitzbergen zur Auffindung der Schrder-Strantz-Expedition. Die offizielle Reise Sr. Kgl. Hoheit des Kronprinzen von Griechenland in die eroberten Gebiete. Mit der Kamera in der Schlachtfront, Aufnahmen vom griechisch-bulgarischen Krieg, welche unsere Reporter auf Befehl Sr. Majestt des Knigs von Griechenland aufgenommen haben usw. usw. Auch sonst weisen die Listen eine Flle geographischer Aufnahmen auf. Es ist hier wie berall zu bercksichtigen, da die internationalen Firmen auch Aufnahmen untereinander austauschen oder sie gegenseitig fr bestimmte Lnder unter ihre geschftlichen Fittiche nehmen. Besonders interessant ist die Bemerkung der Firma: _In Deutschland ist fr belehrende Filme groer Rckschritt zu verzeichnen, in England und Amerika groer Fortschritt._ Diese -- auch sonst besttigte -- Bemerkung berrascht mich durchaus nicht. Die Ursachen sind zum Teil aus dieser meiner Schrift zu ersehen. Wir Deutschen unterscheiden uns von andern Vlkern dadurch, da wir, besonders wo Wissenschaft und Bildung in Betracht kommen, entweder grndlich mittun wollen oder gar nicht. Wenig Vlker stehen auf solcher Hhe wissenschaftlicher, keines auf solcher Hhe pdagogischer und volkserzieherischer Gewissenhaftigkeit wie das deutsche; niemand kann sich nach Feinheit und Durchgeistigung der Lehrmethoden, niemand nach dem Stande _allgemeiner_ bewuter sthetischer Volkskultur mit uns messen. Das fhrt gewi einerseits auch gerade in Deutschland zu unliebsamen Erscheinungen: Pedanterie, Trockenheit, Schulmeisterei, beflissene Vielgeschftigkeit, bersehen des Wesentlichen und Hngenbleiben in Kleinigkeitskrmerei, weltfremder Idealismus. Gewi, solche Nebenerscheinungen auch in der Kinoreform selbst haben viel dazu beigetragen, die Jugend und das Volk von Reformprogrammen eher abzuschrecken. Das Beiwort belehrend mute durch solchen Zusammenhang einen unangenehmen Beigeschmack bekommen. Ebenso wie mit Worten wie Bildung und Gebildete bei uns viel Mibrauch getrieben wird. (Es ist bezeichnend, da andere Sprachen berhaupt keine Bezeichnung fr diesen Begriff haben.) So kommt es wohl, da die Massen anderswo -- zumal wo, wie in Frankreich, England, Amerika, ein frischerer internationaler Wind, mehr Odem vom Weltmeer, weht als leider immer noch bei uns, geographische, ethnographische usw. Bilder leichter und lieber aufgenommen werden. Man nimmt sie eben hin, wie sie sind, empfindet sie gar nicht als besonders belehrend, denkt sich nicht viel dabei und macht noch weniger Ansprche. Wenn uns Deutschen das Spielzeug gefallen soll, so mu es solider und namentlich feiner ausgefhrt sein. Das Bessere -- wovon wir infolge unserer verhltnismig hohen allgemeinen Volksbildung doch mindestens ein Gefhl in uns tragen -- ist hier der Feind auch des Guten. Das bloe Gaffen befriedigt uns nicht, wir wollen auch fr den Geist was haben. In Deutschland wird die erdkundliche Geographie nicht eher durchdringen, als bis sie in dem Geiste, dem ich in dieser und meiner vorigen Schrift Ausdruck gegeben habe, durchgefhrt ist. Filme allein, und wenn sie noch so gut sind, sind nur -- Rohstoff. 2. =Socit des Etablissements _Gaumont_=, _Paris, Deutsche Gaumont-Gesellschaft m.b.H., Berlin_. Bringt jede Woche ein bis zwei erdkundliche Filme heraus. ltere Aufnahmen knnen nur nach Katalog hergestellt werden. _Teile_ von Negativen werden nicht kopiert. Erdkundliche Aufnahmen wurden unter Mitwirkung von Gelehrten, Lehrern und Forschungsreisenden, solche fr Schulzwecke unter Aufsicht eines Pdagogen gemacht. Der sprechende Film Gaumont ist meines Wissens nur eine neue Synchronvorrichtung, die fr erdkundliche Aufnahmen nicht in Betracht kommt; doch wurde u. a. ein krhender Hahn damit gezeigt. Die Firma rhmt sich auch, _eine komplette Lsung der Naturfarbenkinematographie_ gefunden zu haben. Die Erfindung, die Kinemacolor bertreffen soll, wird von der Presse sehr gelobt. Von Gaumont wurden u. a. die Sdpolaufnahmen der Expeditionen Shackleton und Scott gemacht. Wir hoffen, da die Schulen endlich einsehen werden, welche materiellen Opfer die groen Filmfabriken im Interesse der Schulkinematographie bringen. Es liegt im Interesse dieser Filmfabriken, da sie der Organisation einer Filmmesse usw., wie ich sie vorgeschlagen habe, ebenso wie andern Bestrebungen zur _Verwirklichung_ von Reformbestrebungen nicht wie bisher Gleichgltigkeit entgegenbringen oder gar Schwierigkeiten machen. Nur wenn Naturfilme in einem Zustande, der allen Ansprchen entspricht, in den Verkehr kommen, wird ihre Herstellung fr die Fabriken nicht mehr ein _Opfer_ sein. 3. Die Firma _Meters Projektion_ GmbH., _Berlin_ S 61, erzeugt etwa 20 v. H. erdkundliche Aufnahmen, darunter solche von Prof. C. H. Schillings (Berlin), Prof. Dr. Neuhaus, Prof. Dr. Bockenheimer, Sr. Hoheit Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, Marinemaler Rave (Schrder-Strantz-Expedition). Hat auch Aufnahmen eigens fr Schulzwecke gemacht. Auf Begleittexte, Material dazu usw. hat die Firma keinen Wert gelegt. Baut auch besondere Apparate fr Schule und Liebhaberzwecke, fr Expeditionen (leichtes Gewicht usw.); u. a. einen Apparat, mittels dessen auf einen Film oder Reihen Bilder nebeneinander genommen werden knnen. Wir halten die Bestrebung, naturwissenschaftliche Filme zu machen, durch den Mangel an Kufern fr solche Bilder fr nicht rentabel. 4. Die _Neue Photographische Gesellschaft_ A.-G., _Berlin-Steglitz_, deutsche Vertretung fr wissenschaftliche Filme: _Gesellschaft fr wissenschaftliche Filme und Diapositive_ GmbH., _Berlin, Wilhelmstr. 1a_, bringt auer andern naturwissenschaftlichen Filmen auch erdkundliche (allgemeine und astronomische Geographie, Aufnahmen von Meeresstrmen in der biologischen Anstalt in Helgoland unter Leitung von Prof. Dr. Berndt, aus der Folge Aus dem Leben des Meeres). Unter den Aufnehmenden Herr G. N. Mendel, der sich viel mit naturwissenschaftlichen Studien beschftigt hat. Wir halten es fr angebracht, da die Schule sich mit den Kinobesitzern in Verbindung setzt derart, da die Kinobesitzer wchentlich oder zweimal wchentlich wissenschaftliche Kinovorstellungen unter Leitung der Schule zu billigern Preisen abgeben. Aus sonst eingelaufenen Antworten auf unsere Fragebogen ist -- abgesehen von Verneinungen smtlicher Fragen und Antwortablehnungen -- hervorzuheben: eine Klasse fr sich sind Institute wie die _Urania_ sowie die _Treptower Sternwarte_ in Berlin, die auch die Kinematographie in den Dienst ihrer volksbildenden Ttigkeit gestellt haben. Die Treptower Sternwarte (Dir. Archenhold) berichtet, trotzdem die Programme nur belehrend sind, da die Vortrge, namentlich auch die Sondervorstellungen vor Vereinen, groen Beifall finden. Prof. Dr. _Karl Sapper_ vom _Geographischen Seminar_ der Universitt Straburg i. E. schreibt: Kinematographische Vorfhrungen haben wir hier noch nicht gemacht, weil die Mglichkeit fehlt; ich wrde sie aber in der Vlkerkunde, Wirtschafts- und Verkehrsgeographie, auch physischen Erdkunde fr sehr instruktiv halten (bei geeigneter Auswahl). In _Altenburg_ (Sachsen-Altenburg) ist die Schulbehrde dabei, eine Sammlung erdkundlicher Filme zu beschaffen. Die _Industrielle Gesellschaft Mlhausen i. E._ hat mit zufriedenstellendem Erfolge erdkundliche Filme fr wissenschaftliche und populre Vortrge benutzt, nur ist es noch schwierig, geeignete Filme leihweise zu erhalten. Das _Institut fr Zuckerindustrie_ der Landwirtschaftlichen Hochschule, _Berlin_ N 65, hat einen Film ber Zuckerrbenkultur in Arbeit und besitzt Filme ber Ahornzuckerfabrikation, Zuckerrohrfabrikation, Champagnerfabrikation. Die Haltbarkeit der Filme ist gut. Die Aufbewahrung findet im khlen, feuchten Raum statt. Verliehen werden Filme und Diapositive nicht. Manchen weitern Beitrag zum Thema sowie Nachweise usw. enthlt _Sellmann_, Kino und Schule (Lichtbhnen-Bibliothek Nr. 6); pdagogisch besser als kinematologisch ist _Knospe_, Der Kinematograph im Dienste der Schule, unter besonderer Bercksichtigung des erdkundlichen Unterrichts. Manchen guten Gedanken neben manchem oberflchlichem enthalten die Schriften von _Lemke_, auch in dessen Zeitschrift _Lichtbildkunst_ findet sich Brauchbares; es ist aber zu beachten, da hier berall das Bild durch geschftliche Interessen getrbt und einseitig koloriert ist. Wer in der Angelegenheit der Nutzung der Kinetographie fr Schule, Wissenschaft, Volksbildung und Kinoreform auf dem laufenden bleiben will, halte sich an die ernstzunehmenden Zeitschriften _Bild und Film_, Zeitschrift fr Lichtbilderei und Kinematographie, Verlag der Lichtbilderei M._Gladbach_ (das einzige Fachblatt, das ausschlielich von allgemeinen Gesichtspunkten ausgehend ernster Kinoreform dient), und _Film und Lichtbild_ _Stuttgart_, das derselben Sache ebenso ernsthaft besonders vom Interesse der Wissenschaft und Schule aus nachgeht. Sachregister Abruzzen, Herzog der 71 Adolf Friedrich von Mecklenburg 73 Afrika 71 Aktualitt s. Tagesinteresse Altenburg 74 Amazonas 71 Amerika 72 Anschauung und Begriffe 11 16 25 42 Anschauungsmittel 11 12 f Anschauungsunterricht 42 Apparate 31 74 Archenhold 74 sthetik 6 34 f sthetische Kultur 17 18/19 Aufnahmen 33 -- Organisation 41 59 Aussprache 40 Begleitnotizen, Schema 38 Berndt 74 Besiedlungswesen 51 Bewegungseinheiten 36 Bild und Film 75 Bockenheimer 73 Buch vom Kino (= Kino und Laien) 6 Cines 70 Darstellungsmittel, erdkundliche 9 10 ff Deninger 71 Deutsche Erdkundliche Kinogenossenschaft 55 Deutsche Filmerzeugung 59 71 f Deutschland in der Kinematographie 50 -- Interesse an erdkundlichen Filmen 72 f Eclair 70 Eclipse 28 70 Edison (Filmfirma) 70 England 72 Erdgeschichte 8 28 33 Erdkunde, Wesen 6 Erluterungen 20 25 Erluterungsstoff 37 ff 56 Ethnologie s. Vlkerkunde Evangelischer Verein fr kirchliche Zwecke 65 Expre-Films 71 f Fahrrad 11 f Farben 18 22 40 73 Film, Format usw. 31 Film und Lichtbild 75 Filmarchive 29 33 Filmbeschreibungen 37 Filmfirmen 4 70 ff Filmmarkt 47 64 ff 67 Filmprfungen 56 60 Forschung, erdkundliche 28 Forschungsreisen 30 Freiluftbildung 42 Fremdenverkehrsvereine 59 Friedensbewegung 9 Fujijama 28 Gaumont 70 73 Geiser 28 Geographie s. Erdkunde Geographisches Seminar Straburg 74 Geologie 8 33 Gerusche 18 20 f 40 Gesellschaft fr Verbreitung von Volksbildung 66 68 Gesellschaft fr wirtschaftliche Ausbildung 67 Gesellschaft fr wissenschaftliche Filme und Diapositive 74 Gezeiten 30 Gilgamesch 9 10 Gletscher 30 33 Grammophon s. Phonograph Graystone Bird 65 Griechenland 72 Grnland 71 Handel 9 Hedin 9 Heimatkenntnis 4 7 43 51 Heimatschutz 29 51 -- (Stiftung) 67 Heinrich, Prinz von Preuen 71 Hellwig 69 Hentschel 65 Himalaja 71 Jerusalem 38 Illusion 16 Indien 71 Industrie 9 59 Industrie-Gesellschaft Mlhausen i. E. 74 Institut fr Zuckerindustrie 74 Kanada 50 Kinemacolor 23 Kinematographie, Wesen 3/4 -- und Erdkunde 13 16 -- Grenzen und Mngel 16 -- Mibrauch 17 Kinetographie 19 Kino und Kunst 6 17 31 33 34 47 Kino und Laien s. Buch vom Kino Kino und Schule (Sellmann) 46 75 Kinokritik Kinoreform 3 4 5 48 52/53 54 ff 58 Kinotheater 4 32 -- und Schule 44 47 ff 52 57 70 74 Knospe 75 Koch (Grnberg) 71 Krperlichkeit (Plastik) 18 23 Kolonien 51 59 Kosten 32 60 usw. Kriegsdarstellungen 49 72 Kunst und Knstler 4 5 14 -- im Kino 5 18 Knstliche Aufnahmen 30 Laien 4 5 53 Landschaftsmalerei 9 Landwirtschaft 4 50 59 Lemke 70 75 Lichtbild und Kinotechnik (Liesegang) 31 Lichtbilder 15 26 f 65 Lichtbilderei GmbH. 65 69 Lichtbilderverleihung 65 f Lichtbildkunst 75 Lichtbhnen-Bibliothek 12 Liebhaberaufnahmen 6 31 Literatur 75 Luftschiffahrt 11 Meer 8 15 30 74 Menschenerdkunde 8 29 35 Messungen, kinematographische 12 30 Meter 71 73 Meteorologie s. Wetterkunde Missionen 41 Molukken 71 Musik 24 40 Naturfarbenkinematographie 23 73 Naturschutz 9 29 51 Naturschutzpark (Verein) 67 Negative, Aufbewahrung 61 Nervenbeanspruchung 17/18 Neue Photographische Gesellschaft 66 70 74 Neuhaus 73 Neu-Seeland 28 38 Odysseus 9 Operateure 40 Organisation 48 54 Organisationsreform s. Zusammenschlu Paasche 29 Palstina 37 Panoramaaufnahmen 24 Panoramen (Schaustellungen) 48 Path-Frres 70 Perspektive s. Tiefenwirkung Pflanzengeographie 8 Phonograph 20 22 Phonographie 14 15 Photographie 14 15 Polforschung 9 71 73 Politik 50 59 Poloptical Institute 48 Presse 5 57 Programme 49 52/53 57 62 Projektionsbildermesse 64 Propaganda, politische, wirtschaftliche 50 Prospekte (Zeichnungen) 14 Querbewegungen 18 Quervain 71 Radios 71 Radzigeunerei 11 Raleigh & Robert 70 Rave 73 Realkatalog 64 Reformprogramme 70 Rhythmologie 30 36 Rsch 66 Sammeln von Filmen 29 32 57 Sapper 74 Schematische Darstellungen 43 Schillings 73 Schulbildung in Deutschland 72 Schulerdkunde 43 70 Schlerprogramme 46 Schulfilme 43 73 Schulkinematographen 31 44 Schulvorstellungen 44 74 Schrder-Strantz-Expedition 71 73 Scott 73 Seemann 66 Sellmann 46 75 Shackleton 73 Spitzbergen 71 Stdtebilder 14 Stereoskop 15 Straenwesen 11 Sddeutsche Lichtbilderzentrale 67 Tagesinteresse erdkundlicher Bilder 49 52 Tagebuch 38 Tauern 71 Technik 31 Technik und Kultur 12 Teile von Filmen 61 Theater (Konkurrenz) 5 Tiefebene 15 Tiefenwirkung (Perspektive) 18 Tiergeographie 8 35 Tonbilder 21 59 73 Treptower Sternwarte 74 Urban 22 28 38 70 Unger & Hoffmann 65 Unterricht, wissenschaftlicher 33 Unterrichtsstunde, erdkundliche 45 Urania 48 74 Vereine 4 48 59 Verkehr 9 11 Verleihanstalten 60 64 Vlkerkunde 8 24 Vlkerverstndigung 4 9 51/52 Volksbildung 25/26 47 ff -- deutsche 72 f Vorfhrung 19 Vortrag 25 Vortrupp 29 Vulkane 33 Wanderkinos 69 Wandern 9 Waise 66 Wellenbewegung 30 36 Weltanschauung 9 Weltbund 55 Weltfriede 9 Weltnaturschutz 9 Weltreisen 4 Weltschutzparke 9 Weltwirtschaft 4 50 Wetterkunde 8 34 Wirklichkeitsdarstellung 13 35 Wissenschaftliche Erdkunde 4 28 ff 72 Wste 8 37 York & Son 66 Zeitungen 5/6 9 Zeitschriften 75 Zeppelin 71 Zusammenschlu 49 54 ff _Lichtbhnen-Bibliothek_ Lichtbild- und Kino-Technik. Von _F. Paul Liesegang_. 8 (76) Mit 55 Abbildungen. Broschiert M.1.--. Heft 1. _Inhalt_: Der Lichtbilderapparat und seine Wirkungsweise. Die Lichtquellen. Zubehr zum Lichtbilderapparat. Anschaffungs- und Betriebskosten des Lichtbilderapparates. Die Glasbilder und deren Aufbewahrung. Aufstellung und Handhabung des Lichtbilderapparates. Die episkopische Projektion. Wissenschaftliche und mikroskopische Projektion. Der Lichtbilderapparat als Scheinwerfer. Der Lichtbilderapparat als photographischer Vergrerungsapparat. Die Darstellung lebender Lichtbilder. Handhabung des Kinematographen. Behandlung und Pflege des Kinematographen. Das kinematographische Aufnahmeverfahren. Die Herstellung des Trickfilms. Die wissenschaftliche Kinematographie. Kino und Kunst. Von _Hermann Hfker_. 8 (72) Broschiert M.1.-- Heft 2. _Inhalt_: _Allgemeines_: Der Ruf nach Kunst. Das Wesen der Kinematographie. Die knstlerische Aufgabe. -- _Die Herstellung des Films_: Die knstlerischen Gesichtspunkte in der technischen Filmherstellung. Technische, industrielle usw. Lehr- und Verdeutlichungsaufnahmen. Geschichtliche und kulturgeschichtliche Aufnahmen. Die Schnheit der natrlichen Bewegung. -- _Die Vorfhrung_: Gestellte Bilder. Kinematographie oder Kinetographie. Das Programm. Einzelheiten. Wege. Kino und Gemeinde. Von Dr. _Willi Warstat_ und _Franz Bergmann_. 8 (112) Broschiert M.1.50. Heft 3. _Inhalt_: 1. Teil: Die Bedeutung des Gemeindekinos fr die Reform des Kinematographenwesens. 1. Die Mistnde im Kinematographenwesen und ihre Ursache. 2. Die Unzulnglichkeit prohibitiver Mittel bei der Reform des Kinematographenwesens. 3. Die positive Reformarbeit der kinematographischen Musterbhnen, der Gemeindekinos. 4. Die Gemeindekinobewegung und ihre Erfolge. Die Arten der Gemeindekinos. 5. Die Aufgaben der Gemeindekinos. 6. Der Gemeindekino und sein Verhltnis zu den Privattheatern und der Industrie. 7. Die Zentralisation der Gemeindekinos. Zentralverband fr Kinoreform. -- 2. Teil: Das Kinowesen vom verwaltungsrechtlichen und wirtschaftlichen Standpunkte. 1. Polizeiliche Mittel gegen den Kinoschund. 2. Besteuerung der Kinematographentheater. 3. Gemeindelichtspielhuser. 4. Zentralorganisation fr Gemeindekinos. Anhang. Kino und Bhne. Von _Willy Rath_. 8 (52) Broschiert M.1.-- Heft 4. _Inhalt_: 1. Emporkmmling Kino. 2. Die Bhne in Not? 3. Knstlerische Mglichkeiten des Lichtspiels. Rechtsquellen des ffentlichen Kinematographenrechtes. Von Dr. _Albert Hellwig_. 8 (256) Geb. M.5.-- Heft 5. Kino und Schule. Von Prof. Dr. _Adolf Sellmann_. 8 (72) Broschiert M.1.-- Heft 6. _Inhalt_: 1. Wider den Schulkino. 2. Fr den Schulkino. 3. Der Kino und die einzelnen Unterrichtsfcher. 4. Der Kino und die verschiedenen Schulgattungen. 5. Der Schulfilm. 6. Kino und Unterricht. 7. Erfahrungen auf dem Gebiete der Schulkinematographie. In kurzem wird erscheinen: 8. Heft: Allerlei vom Kino fr jedermann. Von _H. Hfker_. Bild und Film Zeitschrift fr Lichtbilderei und Kinematographie. Verlag der Lichtbilderei GmbH. in M.Gladbach. Quartformat. Erscheint monatlich. Abonnement halbjhrlich M.2.40. _Redaktion_: Dr. Lorenz Pieper, M.Gladbach, Waldhausener Strae 100. Das Abonnement kann durch jede Buchhandlung, durch die Post und auch direkt durch den Verlag bewirkt werden; im letztern Falle liefert der Verlag im Postberweisungsverfahren, lt Bezugsgebhr und Bestellgeld durch die Post einfordern und liefert an diese. Probehefte stehen gratis zur Verfgung. _Bild und Film_ war als erste Kinozeitschrift auf dem Plane, frei von Geschfts- und Parteircksichten ausschlielich dem idealen Ziele einer ethischen und literarischen Hebung des Kinowesens die Wege zu bahnen. Sie lt es sich vor allem angelegen sein, die zahlreichen _Bildungsmglichkeiten_ aufzuweisen, die der Kinematograph im Interesse der _modernen Volksbildung_, des _Unterrichts_ und der _Jugendpflege_ fr _Volk_ und _Schule_ in sich trgt. Als Organ der vom vierten Westflischen Provinzial-Landgemeindetag in Mnster (1912) eingesetzten Kinematographischen Kommission (Vorsitzender: Amtmann Berkermann, Eickel) frdert sie speziell die Errichtung und Leitung von Kinematographentheatern durch die Gemeinden. Das Abonnement ist vor allem zu empfehlen den zahlreichen, weitverstelten Volksbildungsorganisationen, der Presse, den Kommunen, Polizeiverwaltungen, Lehrerkreisen, Volks-, Fach-, Fortbildungs- und Hochschulen, den kirchlichen Kreisen der verschiedenen Konfessionen und den verschiedenen Standesorganisationen, die ja alle auch die Volksbildung auf ihre Fahne geschrieben haben. Ebensosehr aber sind interessiert die _Kinobesitzer_ selbst, denen an der allseitigen Hebung des Kinowesens gelegen ist. #Es liegen abgeschlossen vor:# #I. Jahrgang 1912.# Vier Hefte. gr. 4 (128) Geb. M.3.20 #II. Jahrgang 1913.# Zwlf Hefte. gr. 4 (270) Geb. M.6.-- Preis der Einbanddecke M.1.10 Durch alle Buchhandlungen zu beziehen * * * * * Volksvereins-Verlag GmbH., M.Gladbach 3954 [ Im folgenden sind die nderungen am Originaltext aufgefhrt. Unter der Beschreibung der nderung steht jeweils zuerst die Textstelle im Original, dann die genderte Textstelle. Falsche Seitenzahl im Inhaltsverzeichnis korrigiert: IV. Kinoerdkunde im Theater und in der ffentlichkeit 48 IV. Kinoerdkunde im Theater und in der ffentlichkeit 47 ererfat gendert zu erfat: stehen sollte, noch nicht ererfat, geschweige denn uns zu Fleisch und stehen sollte, noch nicht erfat, geschweige denn uns zu Fleisch und wir gendert zu wie: auch nur Schwarz-Wei-Bild, weil das Kinobild mehr wir andere den auch nur Schwarz-Wei-Bild, weil das Kinobild mehr wie andere den Ermaugelung gendert zu Ermangelung: natrlichem Sinnenleben und Geschmack sind, in Ermaugelung natrlichem Sinnenleben und Geschmack sind, in Ermangelung a s gendert zu als: Auge, auch insofern, a s es in einem ganz andern Sinne als der Film Auge, auch insofern, als es in einem ganz andern Sinne als der Film Naturschutzparkes gendert zu Naturschutzparks: der Gedanke, groe _Naturschutzparkes_ nicht nur in der engern Heimat, der Gedanke, groe _Naturschutzparks_ nicht nur in der engern Heimat, Liehaber-Kinematographie gendert zu Liebhaber-Kinematographie: gedenke ich die Frage der Liehaber-Kinematographie in meiner Schrift gedenke ich die Frage der Liebhaber-Kinematographie in meiner Schrift fehlendes Komma ergnzt: wissenschaftlichen Unterricht, also an Hochschulen Handels-, wissenschaftlichen Unterricht, also an Hochschulen, Handels-, Gewohnheitenn gendert zu Gewohnheiten: schlaue Mittel und vor allem genaue Vorerforschung ihrer Gewohnheitenn schlaue Mittel und vor allem genaue Vorerforschung ihrer Gewohnheiten nd gendert zu und: nd -- Geduld belauern und tuschen. Dafr ist eine wohlgelungene und -- Geduld belauern und tuschen. Dafr ist eine wohlgelungene ewas gendert zu etwas: tchtigsten bewegt -- und wenn sie mal ewas Wertvolles erwischen, so tchtigsten bewegt -- und wenn sie mal etwas Wertvolles erwischen, so Ausnahme gendert zu Aufnahme: kann keine erdenkliche Ausnahme von hherm Werte und wissenschaftlich kann keine erdenkliche Aufnahme von hherm Werte und wissenschaftlich mittere gendert zu mittlere: Verhltnisse recht gut mglich, eine andere kleine oder mittere Verhltnisse recht gut mglich, eine andere kleine oder mittlere Erdkundeuntericht gendert zu Erdkundeunterricht: Erdkundeuntericht nicht zerstreuend und verwirrend, sondern wahrhaft Erdkundeunterricht nicht zerstreuend und verwirrend, sondern wahrhaft Fehlendes Anfhrungszeichen ergnzt: des Lehrwerts des Dargebotenen meist sozusagen am Hungertuche nagen. des Lehrwerts des Dargebotenen meist sozusagen am Hungertuche nagen. Fehlenden Punkt ergnzt: Leinwand, und die Fremden davor Es ist hier hnlich wie mit den Leinwand, und die Fremden davor. Es ist hier hnlich wie mit den Fehlendes Ausfhrungszeichen ergnzt: darauf zu sein, oder wre hier und da etwas zu verschweigen gewesen? darauf zu sein, oder wre hier und da etwas zu verschweigen gewesen? st gendert zu ist: hoffen. Die Erdkinetographie aber st, weil sich in ihr die hchste hoffen. Die Erdkinetographie aber ist, weil sich in ihr die hchste ein gendert zu eine: ntig, da dieses Land als Kundschaft allein nicht ein gengende Macht ntig, da dieses Land als Kundschaft allein nicht eine gengende Macht Doppeltes oder gelscht: oder oder auch Industrievereinigungen, landwirtschaftliche oder auch Industrievereinigungen, landwirtschaftliche Fehlenden Abkrzungspunkt ergnzt: Oranienstr 105l. Hat besonders aus Missionsgebieten (Kolonien und Oranienstr. 105l. Hat besonders aus Missionsgebieten (Kolonien und Fehlendes Komma ergnzt: Landschaften- Trachten- und Stdtebilder aus dem _Orient_ (gypten, Landschaften-, Trachten- und Stdtebilder aus dem _Orient_ (gypten, Fehlenden Punkt ergnzt: und Nrnberg. Zum Teil farbig (Dreifarbenaufnahmen und Lumire) und Nrnberg. Zum Teil farbig (Dreifarbenaufnahmen und Lumire). duchfhrbar gendert zu durchfhrbar: mindestens auf die Dauer ohne groe Opfer nicht duchfhrbar sind. mindestens auf die Dauer ohne groe Opfer nicht durchfhrbar sind. Fehlenden Abkrzungspunkt ergnzt: auf Befehl Sr Majestt des Knigs von Griechenland auf Befehl Sr. Majestt des Knigs von Griechenland Fehlendes Ausfhrungszeichen ergnzt: physischen Erdkunde fr sehr instruktiv halten (bei geeigneter Auswahl). physischen Erdkunde fr sehr instruktiv halten (bei geeigneter Auswahl). ] End of the Project Gutenberg EBook of Kino und Erdkunde, by Hermann Hfker License: Share Alike