Produced by Karl Eichwalder, Jens Nordmann and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net [Illustration: TAFEL I. Ansicht des Ostchores.] DIE SEBALDUSKIRCHE IN NRNBERG IHRE BAUGESCHICHTE UND IHRE KUNSTDENKMALE VON FRIEDRICH WILHELM HOFFMANN BERARBEITET UND ERGNZT VON TH. HAMPE, E. MUMMENHOFF, JOS. SCHMITZ MIT 15 TAFELN, ZUM TEIL NACH DEN UNTER PROFESSOR DR. v. HAUBERRISSER GEFERTIGTEN PLANZEICHNUNGEN UND 144 ABBILDUNGEN IM TEXT MIT UNTERSTTZUNG HERAUSGEGEBEN DER VOM VEREIN FR STADTGEMEINDE GESCHICHTE DER NRNBERG STADT NRNBERG WIEN VERLAG VON GERLACH & WIEDLING 1912 DRUCK VON FRIEDRICH JASPER IN WIEN. Vorwort. Im Frhjahr 1897 fate der Ausschu des Vereines fr Geschichte der Stadt Nrnberg auf Anregung seines Vorstandes den wichtigen Beschlu, aus Anla des herannahenden Abschlusses des groen Unternehmens der Wiederinstandsetzung der St. Sebaldkirche in Nrnberg eine umfassende, reich illustrierte Geschichte dieses herrlichen Bauwerkes gleichsam zum Abschlu des Restaurationswerkes herauszugeben. Es sollte den Mitgliedern des Vereines und allen Freunden Nrnberger Kunst und Geschichte in Wort und Bild die Entstehung und Entwicklung des ehrwrdigen Gotteshauses mit seinen zahllosen Kunstschtzen eingehend geschildert und ein zuverlssiger Bericht ber seine Wiedererneuerung durch die lebende Generation gegeben werden, so wie zehn Jahre vorher der Verein aus Anla des teilweisen Umbaues und der Erweiterung des Nrnberger Rathauses durch den unvergelichen August v. Essenwein und seinen getreuen Mitarbeiter, den stdtischen Architekten und jetzigen Baurat Heinrich Wallraff, eine reich illustrierte, vom Stadtarchivar Ernst Mummenhoff verfate Geschichte des wichtigsten Profanbauwerkes der Stadt, des Rathauses, mit finanzieller Untersttzung der stdtischen Kollegien herausgegeben hatte. Gleichwie diese schne Publikation dem Verein allenthalben Ehre und Anerkennung eingetragen hatte, hoffte der Ausschu sich ein Verdienst zu erwerben, wenn er auch das groe Unternehmen der Restauration der St. Sebaldkirche nicht unbeachtet vorbergehen lassen, sondern nach besten Krften zum Ruhme der um sie am meisten verdienten Mnner, des vortrefflichen Kirchenrates Friedrich Michahelles und der Restauratoren Prof. Georg v. Hauberrisser und Professor Joseph Schmitz, beitragen wrde. In der Tat fand auch dieser Gedanke berall Anklang. Aber niemand ahnte damals, welchen Schwierigkeiten seine Durchfhrung begegnen und wie viel Zeit vergehen wrde, bis diese Geschichte der St. Sebaldkirche das Licht der Welt erblicken wrde. Wohl wissend, da seine eigenen Krfte zur Durchfhrung eines so groen Unternehmens nicht ausreichen wrden, bemhte sich der Verein vor allem, sich auch in diesem Falle des Einverstndnisses und der materiellen Untersttzung der stdtischen Kollegien zu versichern. Bereitwillig und in dankenswerter Liberalitt wurde der Bitte des Vereines von seiten der stdtischen Kollegien entsprochen. Im Oktober 1897 wurde dem Vorstand die erfreuliche Mitteilung, da die stdtischen Kollegien beschlossen htten, dem Verein zur Herausgabe eines illustrierten Prachtwerks ber die St. Sebaldkirche fr jedes der Jahre 1898, 1899 und 1900 einen Zuschu von 1500 Mark aus der Stadtkasse unter bestimmten Voraussetzungen zu bewilligen. Eine zur Bearbeitung des Textes geeignete wissenschaftliche Kraft wurde in der Person eines jngeren Kunsthistorikers gewonnen, der, frei ber seine Zeit verfgend, seine ganze Kraft der Aufgabe widmen konnte, des Dr. Friedrich Hoffmann in Mnchen. Nach dem mit ihm abgeschlossenen Vertrage sollte das Werk nach drei Jahren im Manuskript druckfertig vorliegen. Allein durch eine ganze Reihe widriger, hier nicht nher zu errternder Umstnde wurde die programmige Fertigstellung des Werkes um Jahre verzgert. Besonders hinderlich stand der Frderung der Arbeit entgegen, da Dr. =Hoffmann= nicht, wie man doch htte erwarten mssen, seinen Wohnsitz in Nrnberg nahm, wo er in bestndiger Fhlung mit dem Bauwerke selbst und dem bauleitendem Architekten sowie unter der Aufsicht der niedergesetzten Kommission viel eher seine Aufgabe htte bewltigen knnen, sondern in Mnchen blieb. Ein weiteres Haupthindernis eines rstigen Fortschreitens der Arbeit war die Annahme einer Assistentenstelle am bayrischen Nationalmuseum durch Dr. =Hoffmann= im Jahre 1898, infolgedessen er nur einen verhltnismig geringen Teil seiner Zeit und Kraft auf die bernommene umfassende Aufgabe verwenden konnte. Da die Fortfhrung der Arbeit nach und nach immer mehr ins Stocken geriet und schlielich sogar das Erscheinen des Werkes in Frage gestellt wurde, sah sich der Vereinsausschu gezwungen, von dem ihm vertraglich eingerumten Rechte, die Vollendung des Werkes selbst in die Hand zu nehmen, Gebrauch zu machen, und bertrug im September 1909 die Durchfhrung der erforderlichen Abnderungs- und Ergnzungsarbeiten einer aus den Herren Direktor Dr. =Hampe=, Archivrat Dr. =Mummenhoff= und Professor =Schmitz= bestehenden Subkommission, die schon seither die Arbeit vom kunsthistorischen, historischen und architektonischen Standpunkte aus einer eingehenden und sorgfltigen Prfung unterzogen hatte. Das Werk wurde jetzt nochmals durchgeprft, und es war dann keine geringe Arbeit und Mhe, welche die Abnderung des Textes, die Ausmerzung der Irrtmer und Mngel, die teilweise vllige Umgestaltung ganzer Partien und die mannigfachen Ergnzungen, zumal des Inventars, welch letztere schwierige und zeitraubende Arbeit die Herren Direktor =Hampe= und Professor =Schmitz= ausschlielich auf sich nahmen, endlich die gnzliche Umarbeitung des Urkunden- und Regestenteiles erforderten. Gern wren die berarbeiter in den nderungen und Ergnzungen noch weiter gegangen, aber sie hielten sich dazu nur im uersten Notfall fr berechtigt und wollten noch tiefere Eingriffe in die Arbeit des eigentlichen Verfassers vermeiden. Vor allem auch muten sie auf die Beibringung weiteren Quellenmateriales verzichten, und so wird sich denn in Zukunft noch so manches zur Geschichte der Sebalduskirche beischaffen lassen, das der Verfasser nicht gebracht hat. Aber alles zu geben, was oft in ganz versteckten Quellen ruht, ist wohl ein Ding der Unmglichkeit, zumal bei einem Werke, das auf Jahrhunderte zurckgeht. Trotz so vieler Hindernisse, die sich dem Werke in den Weg stellten, und trotz aller Widrigkeiten, die oft alle Hoffnung auf das endliche Zustandekommen schwinden lieen, liegt es nun doch, wenn auch erst nach jahrelanger Verzgerung, in einer Gestalt vor, die hohen Anforderungen gengen drfte. Auch hier darf man wohl sagen, wenn man das Werk und seine schne, ja glnzende Ausstattung durch die bewhrte Firma Gerlach & Wiedling ins Auge fat: Ende gut, alles gut! Freuen wir uns deshalb, da es dem opferwilligen Zusammenwirken einer Reihe von berufenen Krften endlich gelungen ist, ein der herrlichen St. Sebaldkirche wrdiges Buch zustande zu bringen. In Dankbarkeit sei zunchst der stdtischen Kollegien gedacht, die durch Gewhrung einer bedeutenden finanziellen Untersttzung erst das Zustandekommen des Werkes ermglichten. Besonderer Dank gebhrt ferner dem ersten Direktor am Germanischen Museum, Herrn Dr. v. =Bezold=, der als Vertreter der Kommission zunchst dem Bearbeiter als sachverstndiger Berater beigegeben war, in welcher Funktion er dann durch den damaligen Konservator am Germanischen Museum und nunmehrigen Direktor des Bayrischen Nationalmuseums in Mnchen, Herrn Dr. =Stegmann=, in dankenswerter Weise abgelst wurde, ferner den Verwaltungen der Archive, Bibliotheken und Anstalten, welche bereitwilligst dem Bearbeiter die einschlgigen Materialien zur Verfgung stellten, und nicht minder der Verwaltung des vereinigten protestantischen Kirchenvermgens wie dem kgl. Pfarramt St. Sebald, welche vielen und oft einschneidenden Wnschen des Vereines, wie z. B. der Bitte um Gestattung von Nachgrabungen in der Kirche, unbedenklich Rechnung trugen und so das Unternehmen ganz wesentlich frderten, endlich all den Gnnern, die durch ihre freiwilligen Beitrge die Kosten der Aufgrabungen deckten. Prof. Dr. Georg Ritter v. =Hauberrisser= in Mnchen hat sich das besondere Verdienst erworben, da er die whrend der Restaurierung gefertigten Plne und Werkzeichnungen zur Verfgung stellte, um ihre Vervielfltigung fr das Buch zu ermglichen. Prof. Jos. =Schmitz= hat dem Werke in allen Stadien seines Entstehens sein tatkrftiges Interesse zugewandt, die so wichtigen Ausgrabungen geleitet, den Bearbeiter vielfach beraten und auf die Auswahl und Vervielfltigungsart der Illustrationen Einflu gebt. Dem Verein fr Geschichte der Stadt Nrnberg ist es endlich auch gelungen, in der Firma =Gerlach & Wiedling=, Buch-, Kunst- und Musikalienverlag in Wien, Verleger zu finden, die bereit waren, dem Druck und der knstlerischen Ausstattung des Werkes diejenige Sorgfalt angedeihen zu lassen, die ihren lngst anerkannten Ruf begrndet hat. Noch eines Mannes mssen wir in Wehmut gedenken, der viele Jahre hindurch dem Werke seine Kraft und Frsorge widmete und dessen unermdlicher Beharrlichkeit und nie nachlassender Geduld es gelang, dasselbe, wenn es ins Stocken geraten, wieder flott zu machen, und der, als gar sein Erscheinen in Frage gestellt war, als ein bewhrter Steuermann doch alles wieder zum Besten lenkte, des langjhrigen ersten Vorstandes des Vereines Dr. Georg Freiherrn v. =Kre=. Leider sehen seine Augen das vollendete Werk nicht mehr, um dessen Zustandekommen er sich so groe Verdienste erworben hat. Wir aber mssen es immer wieder rckhaltslos anerkennen, da er, hier wie sonst, um alles und jedes besorgt und bemht, seine ganze Kraft einsetzte, um dem Vereine zu dienen und das gesteckte Ziel zu erreichen. So mge denn das Buch hinausgehen und nicht nur den Ruhm der kunstsinnigen Vorfahren verknden, die einst die Vaterstadt mit dem herrlichen Bauwerk der St. Sebaldkirche schmckten, sondern auch den des lebenden Geschlechtes, das den Mut besa, rechtzeitig seinem Verfall Einhalt zu tun und den Nachkommen den Besitz der hohen ethischen, kulturellen und knstlerischen Werte, die das ehrwrdige Baudenkmal darstellt und umschliet, auf Jahrhunderte hinaus zu sichern. =Nrnberg=, im Januar 1912. $Dr. Ernst Mummenhoff$, 1. Vorsitzender. Inhaltsverzeichnis. Seite Einleitung 11 I. Der romanische Bau, etwa 1225-1273 13 II. Die gotische Bauperiode 39 1. Die Erweiterung der Seitenschiffe und die Umbauten am Querschiff und Westchor. 1309-1361 39 2. Der Ostchor. 1361-1379 48 3. Der Umbau der Trme. 1345, 1481-1484, 1489, 1490 67 III. Die Restaurierungen der Kirche 75 1. Die Restaurierungen der Kirche bis zur Neuzeit 75 2. Das Restaurierungswerk der Neuzeit. 1888-1906 79 3. Bericht der Bauleitung ber die Wiederherstellung des uern. 1888-1904 85 4. Bericht der Bauleitung ber die Instandsetzung des Innern. 1903-1906 104 5. Nachtrag vom 15. Januar 1912 127 IV. Das Inventar der Kirche 129 1. Altre und Kanzel 129 2. Die Plastik 138 A. Die Plastik am Auenbau 140 B. Die Plastik im Innern 153 3. Die Gemlde 168 4. Die Glasgemlde 177 5. Gedenktafeln, Totenschilder, Stuhlwerk, Orgeln und Glocken 187 6. Altargerte, Wandteppiche, Paramente 196 7. Sammlung alter Skulpturen- und Baureste. -- Bchersammlung 206 Urkundliche Beilagen 213 Anmerkungen 226 Chronologische bersicht 234 Verzeichnis der Abbildungen 243 Verzeichnis der Personen, Orte und wichtigsten Sachen 246 Einleitung. An Stelle der jetzigen Pfarrkirche St. Sebald in Nrnberg stand ursprnglich eine Kapelle, dem hl. Petrus geweiht. Ein urkundlicher Beleg kann hierfr nicht beigebracht werden, allein die lteren Chroniken berichten hiervon in bereinstimmender Weise und andererseits spricht fr die Wahrheit jener Behauptung der Umstand, da der Bau von St. Sebald erst dem 13. Jahrhundert seine Entstehung verdankt, whrend Nrnberg schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts den Rang einer Stadt besa, und da man in der spteren Pfarrkirche zur Aufnahme von Reliquien des hl. Petrus und zum Zweck seiner besonderen Verehrung durch Anlage eines eigenen Westchors einen entsprechenden Raum schuf. Denn so jung auch Nrnberg im Verhltnis zu anderen hervorragenden deutschen Stdten des Mittelalters war, in der zweiten Hlfte des 11. Jahrhunderts war es schon ein ansehnlicher Ort; hatte doch der frnkische Kaiser Heinrich III. (1039-1056)[1] -- wenn auch nur vorbergehend -- den Markt von Frth dorthin verlegt und er sowie sein Nachfolger Nrnberg mehrmals zum Aufenthalt erwhlt. Selbstverstndlich besa die Gemeinde in jener Zeit zur Befriedigung ihrer religisen Bedrfnisse ein Gotteshaus. Dieses Gotteshaus war aller Wahrscheinlichkeit nach nur eine Kapelle; von einem greren Kirchenbau wrden in Gestalt von Mauerresten oder handschriftlichen Nachrichten noch Zeugen zu finden sein. Aber auch nicht zu klein wird man sich jene Kapelle vorstellen drfen. Trotz der raschen Entwicklung Nrnbergs und der starken Zunahme seiner Bevlkerung im Laufe des 12. Jahrhunderts hatte die Kapelle gengt. Obschon nun die hohe Verehrung des hl. Sebald in Nrnberg uns bereits fr den Beginn der siebziger Jahre des 11. Jahrhunderts bezeugt ist, verstrich doch noch ber ein Jahrhundert, bis man zur Erbauung eines ihm besonders geweihten Gotteshauses schritt. Die alte Kapelle blieb dem hl. Petrus zubenannt. Von dem Aussehen der Kapelle ist nichts bekannt. Auch nichts von der Zeit ihrer Grndung. Auffllig will aber der Name des Heiligen erscheinen, dem sie geweiht war; er kann vielleicht ber die Zeit der Erbauung Aufschlu geben. Wie eben erwhnt, fanden Reliquien des hl. Petrus auch in der Sebalduskirche eine Unterkunftsttte, der Westchor wurde hierzu ausersehen, und, wie im I. Kapitel dargelegt wird, steht die doppelchrige Anlage von St. Sebald im engsten Zusammenhang mit dem Bau des Bamberger Domes. Auch in Bamberg ist der Westchor dem hl. Petrus geweiht, whrend der eigentliche Schutzpatron, dem der Ostchor eingerumt ist, nicht Petrus, sondern Georg heit. Dasselbe gilt beinahe von allen Kirchenbauten in Bayern und Schwaben, welche, um das Jahr 1000 gegrndet, mit dem Dom von Bamberg in naher Verwandtschaft stehen: den Ausgangspunkt bildet Augsburg, es folgen St. Emmeram und Obermnster in Regensburg, von wo aus durch Vermittlung des Kaisers Heinrich II., des ehemaligen Herzogs von Bayern, Bamberg beeinflut worden ist. Die basilikale Anlage, bei welcher der Schwerpunkt nach Westen verlegt ist, wird direkt auf die Petersbasilika in Rom zurckgefhrt. Nur scheint diese Epoche der Baukunst, zu deren wichtigen Vertretern auch Mainz (978-1009) und Worms (996-1016) zhlen, mehr den Charakter einer Mode zu tragen als den einer fr die Folgezeit wichtigen Entwicklungsstufe. Der Bau von Westchren oder gar westlichen Querhusern wurde bald wieder aufgegeben und damit kam auch sonderbarerweise die Verehrung des Schutzpatrons von Rom wieder in Wegfall. Denselben noch nicht gengend bekannten Grnden, welchen jene befremdliche Abart von der Tradition des Bauwesens ihre Entstehung verdankt, wird man auch die Grndung der Kapelle St. Peter zuschreiben drfen. Hier mu noch darauf hingewiesen werden, da die Mutterkirche dieser Kapelle und der spteren Sebalduskirche, die Pfarrkirche zu Poppenreuth, ebenfalls dem hl. Petrus geweiht ist. Der Platz, auf dem die Peterskapelle stand, wird sich ungefhr mit dem des Westchors der jetzigen Sebalduskirche gedeckt haben. Die Stelle bedeutete nach ihrer frheren Beschaffenheit, wie sich jetzt unschwer erkennen lt, gegenber dem stlich, sdlich und westlich angrenzenden Gelnde eine Erhebung, welche nach Osten nur wenig, nach Sden und Westen steiler abfiel. Nach Norden hatte die Erhebung Anschlu an den mit der Burg bekrnten Kegel, sie bildete gleichsam den sdlichen in das sandige und sumpfige Nordufer der Pegnitz vorgeschobenen Auslufer des Burgberges. An dem gegen den Flu sich neigenden Sdabhang der Burg siedelte sich nach und nach die Stadt an, vermied jedoch den weichen Boden der Pegnitzufer; die Kapelle St. Peter war somit eine Zeit lang der das Sdende der Ansiedlung bezeichnende Punkt und lag ungefhr in der Mitte dieser Grenze an dem Knotenpunkte der alten Handelsstraen. [Illustration: TAFEL II. Grundrisse und Details des romanischen Baues.] I. Der romanische Bau, etwa 1225-1273. Am 1. Oktober des Jahres 1256 erteilte Bischof Heinrich von Bamberg einen Abla allen jenen Christglubigen, welche die Pfarrkirche St. Sebald zu Nrnberg am Tag ihrer Einweihung und an den Tagen ihrer Patrone St. Peter und Paul und St. Sebald besuchen und Almosen spenden wrden. Dies ist im wesentlichen der Inhalt der fr die ltere Baugeschichte von St. Sebald wichtigsten Urkunde.[I] [I] Siehe Beilage 2. Aus dem Text des in lateinischer Sprache abgefaten Ablabriefes ist auf den ersten Blick nicht ersichtlich, was der Ausdruck Tag der Einweihung: _dies dedicationis_ bedeuten soll. Handelt es sich hier um die Einweihungsfeier selbst oder um die Wiederkehr des Einweihungstages? In letzterem Falle wrde die Einweihung der Kirche schon =vor= dem 1. Oktober 1256 -- sei es nun unmittelbar oder ein oder mehrere Jahre vorher -- stattgefunden haben und die Kirche als eine zu jenem Zeitpunkt vollendete oder wenigstens in einem ihrer Hauptteile vollendete zu betrachten sein. In ersterem Falle wre die Einweihung der Kirche erst =nach= dem 1. Oktober 1256, und zwar bald nach diesem Termin anzusetzen.[2] Der Inhalt unserer Urkunde ist in einfacher, schlichter Form vorgetragen. Der Bischof von Bamberg entbietet zunchst allen Christglubigen, welche von dieser Ablaerffnung Kenntnis erhalten, seinen Gru, spricht dann von dem Wert werkttiger Liebe und kndigt allen denen, welche die Kirche St. Sebald an den eingangs erwhnten drei Tagen besuchen und Almosen spenden, einen Nachla ihrer Sndenstrafen an. Der Inhalt ist beraus kurz und bndig. Es fehlt jegliche Zutat, welche als charakteristisches Kennzeichen dieser Urkunde zum Unterschiede von anderen, gewhnlichen Ablaurkunden gedeutet werden knnte. Demnach scheint es keine Urkunde zu sein, die aus Anla der feierlichen Einweihung der Kirche ausgefertigt wurde, ja es darf als ziemlich sicher gelten, da mit dem _dies dedicationis_ der alljhrlich wiederkehrende Kirchweihtag gemeint ist. Denn es mte doch andernfalls vom Bau oder dessen Vollendung die Rede sein, oder es wren Feierlichkeiten erwhnt, die gelegentlich der Einweihung abgehalten werden, oder es wren die geistlichen Wrdentrger aufgezhlt, welche der Feier beiwohnen. Kein Wort verlautet von alledem. Oder man mte doch erwarten, da der Tag der Einweihung besonders hervorgehoben wird; im Gegenteil, abgesehen davon, da er berhaupt nur allein genannt sein sollte, wird er aufgefhrt im Verein mit zwei anderen Tagen, und es wird ihm gewissermaen die gleiche Bedeutung wie diesen zuerkannt. Auerdem spricht fr eine gewhnliche Ablaurkunde noch der Umstand, da mit den beiden Tagen St. Peter und Paul und St. Sebald nicht nur die ersten auf das Datum der Urkunde folgenden Heiligentage gemeint sein knnen, sondern auch die des bernchsten Jahres und der folgenden Jahre mitinbegriffen sein mssen. Denn ein bestimmtes Jahr ist nicht bezeichnet. Und dann wre es doch sehr auffllig, da man, falls es sich in der Urkunde um die Feier der Einweihung handeln sollte, gerade jene beiden Tage, so enge sie auch mit der Kirchengeschichte von St. Sebald verknpft sind, gewhlt htte, obwohl zwischen ihnen und dem Datum der Urkunde ein Zeitraum von mindestens drei Vierteljahren (vom 1. Oktober bis 29. Juni, beziehungsweise 19. August) liegt. Und was fr jene beiden Tage gilt, mu auch fr den _dies dedicationis_ in Anspruch genommen werden: derselbe ist hier soviel wie der stets wiederkehrende Kirchweihtag. Fr die Baugeschichte von St. Sebald ergibt sich somit aus den bisherigen Errterungen: Als der Bischof von Bamberg am 1. Oktober 1256 jenen Abla fr die Kirche St. Sebald ankndigte, war die Kirche bereits eingeweiht und dem Gottesdienst bergeben. Das gewonnene Ergebnis mu nun aber nicht unbedingt so gedeutet werden, als wre der ltere Bau in allen seinen Teilen vollendet gewesen; es ist sehr wohl mglich, da der Bau damals nur in einem seiner Hauptteile fertig war, in welchem vorerst provisorisch bis zur Vollendung des ganzen Bauwerkes Gottesdienst abgehalten wurde. Bekanntlich zog sich im Mittelalter die Vollendung von Kirchenbauten oft sehr lange hin, die greren Bauten nahmen stets Jahrzehnte in Anspruch, muten, wenn die Mittel ausgingen, lngere Unterbrechungen erleiden, und so kam es hufig, da man, um dem religisen Bedrfnis der Gemeinde zu gengen, den zuerst in Angriff genommenen und am weitesten gediehenen Bauteil -- in der Regel war es der Ostchor -- fr sich einweihte und Gottesdienst darin abhielt. St. Sebald war im Jahre 1256 offenbar in dem gleichen oder wenigstens in einem hnlichen Zustande.[II] [II] Dr. Hoffmann ist zwar der Ansicht, da die Nennung der =beiden= Patrone der Kirche in der Urkunde vom 1. Oktober 1256 die Fertigstellung der =beiden= ihnen geweihten =Chre=, also auch des Westchores, bereits voraussetze, somit der Tenor der Urkunde gegen die oben geltend gemachte Auffassung spreche. Die mit der berarbeitung des Manuskriptes betraute Kommission konnte sich indessen dieser Ansicht um so weniger anschlieen, als der Ablabrief vom 17. August 1274 deutlich von einer am 9. September 1273 stattgehabten Einweihung von Chor und Altar der Sebalduskirche berichtet. Dieses Datum (1273) mit baulichen Vernderungen anderer Art, die eine neue Weihe notwendig gemacht htten, in Zusammenhang zu bringen, wie es Dr. Hoffmann wollte, schien der Kommission nicht angngig. Die das Innere der Kirche wenig berhrenden baulichen Vernderungen, die Dr. Hoffmann im Auge hatte, nmlich der Ausbruch grerer Fenster und eine mutmaliche Vernderung der Dachform beim Westchor, boten zu einer Neueinweihung sicherlich keine Veranlassung. An Stelle der Kirche St. Sebald stand zuvor eine Kapelle, welche ebenso wie ihre Mutterkirche, die Pfarrkirche in dem nordwestlich von Nrnberg gelegenen, eine Stunde entfernten Poppenreuth, dem hl. Petrus geweiht war.[3] Vom hl. Petrus wurden in jener Kapelle zweifellos Reliquien aufbewahrt und verehrt. Mit der Zeit fand in Nrnberg auch der hl. Sebald Verehrung, ja er machte bald dem hl. Petrus im Kult bedeutende Konkurrenz. Auch von ihm besa man Reliquien. Bei dem stattlichen Neubau nun, welcher an die Stelle des bescheidenen Kirchleins treten sollte, muten beide Heilige die entsprechende Bercksichtigung finden, und so entschlo man sich, fr die neue Kirche die doppelchrige Anlage zu whlen, um den Ostchor dem hl. Sebald, den Westchor den Heiligen Petrus und Paulus weihen zu knnen. Wenn nun, wie anzunehmen ist, jene alte Peterskapelle sich an der Stelle des heutigen Westchores erhob und schwerlich abgebrochen wurde, bevor durch Erbauung und Einweihung des Hauptteiles der neuen Kirche Ersatz fr die alte Kultsttte geschaffen war, so wird es verstndlich, da mit dem Baue des Westchores kaum vor dem Jahre 1256 begonnen worden sein kann. ber die Zeit seiner Vollendung unterrichtet uns ein uns erhaltener Ablabrief vom 17. August 1274, in dem Bischof Berthold von Bamberg allen jenen Glubigen Abla gewhrt, die sich am Kirchweihtage jenes Jahres der Pfarrkirche des hl. Sebald zu Nrnberg, deren Chor und Altar er am 9. September 1273 geweiht habe, christlich vorbereitet nahen und daselbst ihre Almosen spenden wrden.[III] Von dem gleichen Tage ist auch ein Ablabrief Bischof Bertholds fr die Maria Magdalenakirche des Klaraklosters zu Nrnberg datiert, die nach dieser Urkunde einen Tag nach der Konsekration des Westchores der Sebalduskirche, nmlich am 10. September 1273 eingeweiht worden war. Die uns heute noch erhaltenen romanischen Teile dieser spterhin vielfach umgebauten Klarakirche zeigen mit den Architekturformen der Sebalduskirche so nahe Verwandtschaft, da auf die Ttigkeit der gleichen Werkleute bei beiden Bauten mit voller Sicherheit geschlossen werden darf. [III] Siehe Beilage 4. In der nrdlichen Hlfte des von Mauern umgrenzten Gebietes der Stadt Nrnberg, nahezu in der Mitte zwischen Burg und Pegnitz, erhebt sich der vornehme Bau der Pfarrkirche von St. Sebald. Mit dem mchtigen Ostchor und den berschlanken spitzen Trmen beherrscht er einen groen Teil der Stadt, ja er ist eines jener Bauwerke, welche dem Stadtbild sein charakteristisches Geprge verleihen. Denn so reich auch Nrnberg ist an hochragenden Kirchen, Trmen und steilen Giebeln, die Burg, St. Sebald und St. Lorenz sind diejenigen Bauwerke, welche auch auf weite Entfernung hin die dominierende Rolle spielen und besonders nach Osten oder Westen der alten Reichsstadt eine geradezu prchtige Silhouette verleihen. Der Bau von St. Sebald ist ein Werk des Mittelalters, und zwar ein Werk mehrerer Jahrhunderte. Die oberen Teile der Trme sind Zeugen der sptesten Gotik, die Seitenschiffe und vor allen Dingen der stattliche Ostchor -- abgesehen von den Mauern des westlichen Joches -- entstammen dem 14. Jahrhundert und die brigen Teile des Baues, insbesondere das Mittelschiff, die unteren Turmgeschosse und der Westchor, sind Werke des 13. Jahrhunderts. Die dem 13. Jahrhundert angehrenden Bauteile sind als die berreste einer ehemals einheitlichen Kirche anzusehen (Taf. II und III). Wir beschrnken uns im folgenden auf diese lteren Bauteile und versuchen eine vollstndige Rekonstruktion der frheren Kirche.[4] Der Westchor ist intakt geblieben bis auf die drei mittleren spitzbogigen Fenster der polygonen Apsis, welche in spterer Zeit ausgebrochen wurden an Stelle von rundbogigen Fenstern mit ebensolchen Oberfenstern, wie sie sich noch neben den Trmen in der Nord- und Sdwand der Apsis unverndert erhalten haben. Das Dach des Westchores wurde spter erhht, und zwar zu gleicher Zeit, als auch das Dach und damit der Giebel des Mittelschiffes erhht wurde. Unter dem Dach des Westchores kann man sowohl den Ansatz des frheren Westchordaches als auch das Dachgesims des Mittelschiffwestgiebels und den darunter hinlaufenden Rundbogenfries erkennen. Von den Trmen gehren die vier unteren Stockwerke zum alten Bau. Das nchstfolgende Stockwerk enthlt beim nrdlichen Turm zwar auch lteres Mauerwerk und Teile eines Rundbogenfrieses, wurde jedoch vielleicht schon im 14., wahrscheinlich aber erst zu Ende des 15. Jahrhunderts mit teilweiser Verwendung des bisherigen Mauerwerkes und des Frieses erhht. Es ist anzunehmen, da das fnfte Stockwerk des nrdlichen Turmes etwa die Hhe des nchst unteren Stockwerkes gehabt hat und zugleich das letzte Stockwerk war. Aus vierseitigen Helmen von mittlerer Hhe werden die Turmdcher bestanden haben. Das Mittelschiff ist, abgesehen von der schon erwhnten Abnderung des Daches und der Giebel, vllig unverndert geblieben. Die jetzigen Seitenschiffe stammen, wie bereits hervorgehoben, aus dem 14. Jahrhundert. Ausdehnung und Gestalt der lteren Seitenschiffe lassen sich ziemlich genau bestimmen. An der stlichen Mauer des nrdlichen wie des sdlichen Turmes sind Spuren eines frheren Dachgesimses wahrzunehmen, welches in der Hhe der Fensterbnke des Mittelschiffes beginnt und bedeutend steiler verluft als das jetzige Dach. Die gleichen Spuren finden sich auch am anderen Ende der Seitenschiffe, nmlich an der Westwand des jetzigen Ostchores oder ehemaligen Querschiffes vor. Nur sind weder hier noch dort die unteren Enden der Gesimse sichtbar, da sie durch das Gewlbmauerwerk der spter erhhten und erweiterten Seitenschiffe verdeckt werden. Dagegen ist das Kaffgesims an den beiden westlichen Strebepfeilern des Querhauses noch erhalten. Den notwendigen Aufschlu ber die Breite der alten Seitenschiffe bieten erst im Innern der Kirche die die Turmhallen von den Seitenschiffen trennenden Scheidbgen und noch zuverlssiger die ber den Scheidbgen sichtbaren Anstze des alten Seitenschiffgewlbes. Demnach hatten die Seitenschiffe nahezu die Breite der Trme und das Verhltnis der lichten Weite der Seitenschiffe zu der des Mittelschiffes war 4 : 7. ber den Seitenschiffen waren zur Mittelschiffshochwand je zwei Strebebgen gespannt, wie die Spuren zwischen den drei mittleren Fenstern des Mittelschiffes auf jeder Seite heute noch beweisen. Beim Umbau der Seitenschiffe wurden die Strebebgen entfernt. Die Wnde des westlichen Joches des jetzigen Ostchores mit den Diensten und zum groen Teil den Strebepfeilern sind Bestandteile eines ehemaligen Querschiffes. Dasselbe war aus drei gewlbten Quadraten, jedes in Mittelschiffbreite, zusammengesetzt. Die Hhe des Querschiffes entsprach der des Mittelschiffes. Die mittleren Dienste und Streben an den Giebelwnden des Querschiffes finden darin ihre Erklrung, da von den vierteiligen Gewlben die seitlichen oder ueren Gewlbviertel in den Kreuzarmen in zwei Achtelfelder geteilt waren. In den beiden nrdlichen Jochen des Querschiffes befanden sich kreisfrmige Fenster, von deren Umrahmung heute noch im Innern der Kirche mehrere Werkstcke sichtbar sind. Im brigen ergibt der Bau ber die Gestalt der alten Ostpartie keine Anhaltspunkte. Hier konnte nur durch Nachgrabungen Aufschlu erlangt werden. Auf Anregung von verschiedenen Seiten und mit Genehmigung der Verwaltung des vereinigten protestantischen Kirchenvermgens unterzog sich der Verein fr Geschichte der Stadt Nrnberg dieser anerkennenswerten Aufgabe, indem er im November 1899 auf eigene Kosten die erforderlichen Nachgrabungen unter der Leitung von Prof. Schmitz vornehmen lie. Im dritten mittleren Joch des jetzigen Ostchores, von Westen gerechnet, und zugleich im zweiten sdlichen Joch desselben wurde mit der Wegnahme der Bodenplatten und dem Ausheben des Grundes begonnen. Man stie gleich in den ersten Tagen hier wie dort auf das Mauerwerk des alten Ostchores und fhrte nun die Nachgrabungen einseitig, nmlich auf der in Angriff genommenen Sdhlfte des Chores, durch, mit Recht eine symmetrische Anlage des alten Ostchores voraussetzend. Im Verlauf von 14 Tagen waren die Nachgrabungen beendet (Abb. 1). [Illustration: Abb. 1. Modell (von oben gesehen) der ausgegrabenen Ostchorkrypta.] [Illustration: Abb. 2. Innenansicht gegen Osten.] Nach dem Ergebnis derselben hat sich an das Vierungsquadrat des alten Querschiffes, welchem ungefhr das erste mittlere Joch des jetzigen Ostchores entspricht, stlich ein ebenso groes Chorquadrat und an dieses eine halbrunde Apsis in der Breite des Chorquadrates angeschlossen; und unmittelbar an die beiden Querarme kleinere, ebenfalls halbrunde Seitenapsiden. Der Chor, und zwar nicht nur Apsis und Chorquadrat, sondern auch die Vierung, ist um mindestens zehn Stufen ber das Niveau der Kirche erhht gewesen, und unter ihm hat sich eine zweischiffige, in drei Konchen endigende Krypta hingezogen. Das Gewlbe der Krypta, acht vierteilige Kreuzrippengewlbe, wurde in der Mitte von vier freistehenden Sulen und einer Wandsule und an den Seitenwnden von zehn Diensten oder Wandsulen getragen; das Gewlbe im Chorabschlu der Krypta bestand aus drei radial gestellten Kappen. Zugnglich war die Krypta durch zwei aus den Kreuzarmen und durch zwei aus dem Mittelschiff herabfhrenden Treppen von je acht Stufen. Auf den Chor werden wahrscheinlich zwei Zugnge von den Kreuzarmen neben den Kryptatreppen gefhrt haben; ein Zugang auf den Chor vom Mittelschiff aus hat nicht bestanden, da zwischen den beiden Mittelschiffstreppen, welche in die Krypta fhrten, ein Altar stand, ber welchem sich an der Chorbrstung die Kanzel befand. Nach den Querhausarmen zu wird der Chor durch eine Brstung abgeschlossen gewesen sein. Der in allgemeinen Umrissen soeben rekonstruierte ltere Bau von St. Sebald war eine doppelchrige, kreuzfrmige Pfeilerbasilika. Das Langhaus bestand aus drei Schiffen, welche durch je fnf Scheidbgen voneinander getrennt waren. Das Querschiff lag im Osten des Baues. Dieses, ein daran anschlieendes Chorquadrat und drei vermutlich halbrunde Chornischen bildeten die Ostpartie. Der Westchor schliet polygon ab und zwar mit fnf Seiten des Achteckes, das in diesem Falle jedoch nicht regulr gebildet ist. Ein Rechteck verbindet Westapsis mit Mittelschiff. Dieses Rechteck ist von einem Turmpaar flankiert. Jeder der beiden Chre ist, beziehungsweise war mit einer Krypta versehen. Whrend die des Westchores nur Apsis und das vorliegende Rechteck umfat, erstreckte sich die stliche ber Apsis, Chorquadrat und Vierung. Da jede der beiden Krypten eine Erhhung des ber ihr liegenden Bodens bedingte, so war hiermit zugleich auch die Ausdehnung der Chre festgelegt; und war schon durch die Anlage des Querschiffes im Osten dem Ostchor eine bevorzugte Stellung gegenber dem Westchor eingerumt, so wurde derselben durch die Ungleichheit der Bodenausdehnung der Chre noch mehr Nachdruck verliehen. Andererseits ergab sich fr den Ostchor durch die Krypta notwendigerweise eine Spaltung. Denn dadurch, da auch der Boden des Vierungsquadrates erhht und mit zum Chor einbezogen wurde, nahm man ihn aus dem Querschiff heraus und lste so die beiden Kreuzarme voneinander los. Dieselben waren also nicht mehr vom Mittelschiff aus, sondern eigentlich nur von den Seitenschiffen aus zugnglich und erhielten mit ihren Apsiden als Nebenchre sowohl eine in sich abgeschlossene selbstndige als auch dem Hauptchor gegenber untergeordnete Stellung. Hatten so die Seitenschiffe an Bedeutung nichts eingebt, so gilt dies um so mehr fr das Mittelschiff. Denn abgesehen davon, da das an und fr sich schon kurz geratene Langhaus durch das Vorhandensein eines Westchores im Innern an Ausdehnung verloren hat, wird die Bedeutung des Mittelschiffes noch mehr dadurch beeintrchtigt, da es zum Verzicht auf das Vierungsquadrat gezwungen wurde, worauf es doch -- und dies liegt im Wesen der kreuzfrmigen Basilika begrndet -- denselben Anspruch htte wie das Querschiff. =Das Gewlbe.= Der ganze Bau war eingewlbt. Die noch vorhandenen Gewlbe bestehen durchgehends aus Bruchsteinen in starker Mrtelbettung, wobei hufig ein leichter Tuffstein der frnkischen Schweiz zur Verwendung gekommen ist. Die bei der Wlbung angewandte Gattung ist die des Kreuzgewlbes mit profilierten Rippen. In den Seitenschiffen erhob sich die Wlbung ber nahezu quadratischen Grundrissen. Im Mittelschiff dagegen, das bei grerer Breite ebensoviele Joche zhlt wie die Seitenschiffe, haben die einzelnen Gewlbefelder rechteckige Form. Es ist also nicht das sogenannte gebundene, bei romanischen Bauten bliche System, bei welchem je zwei Seitenschiffjoche einem Mittelschiffjoch entsprechen, zur Anwendung gelangt, sondern das bei gotischen Bauten angewandte einfache System mit durchlaufenden Jochen. Gurte und Rippen sind spitzbogig, erstere wenig gestelzt. Die Gewlbe haben leichte Busung mit fast horizontaler Scheitellinie. Whrend die Gewlbe des Mittelschiffes selbst vierteilig sind, was auch bei den Turmhallen und den Seitenschiffen der Fall ist oder doch war, so zeigen die anderen, sowohl die noch vorhandenen wie zum Teil die noch rekonstruierbaren Gewlbe eine hiervon verschiedene Form. Das Gewlbe des Westchorrechteckes ist sechsteilig. Das Gewlbe der polygonen Westapsis selbst hat fnf, d. h. ebensoviele Kappen, wie der Chor Seiten hat, und noch einen Zwickel am Gurtbogen, so da der Schlustein den Gurtbogen nicht berhrt. Das Gewlbe ber den beiden Querschiffarmen war eine Mischung von vier- und sechsteiligem Gewlbe. Denn die noch vorhandenen seitlichen Mauern weisen in der Mitte auen einen Strebepfeiler und entsprechend an der Innenseite einen Dienst auf, was darauf schlieen lt, da die beiden seitlichen Gewlbeviertel nochmals geteilt waren, und zwar, wie die Spuren an der Innenwand erkennen lassen, in zwei Kappen mit niedrigeren Schildbgen und infolgedessen mit steileren Scheiteln wie die brigen ungeteilten Viertel der Kreuzarmgewlbe. Ob das Ostchorquadrat vierteilig oder sechsteilig eingewlbt war, lt sich nicht mehr entscheiden, da die Nachgrabung Anhaltspunkte nicht gab und auch nicht geben konnte. Selbst wenn bei den Nachgrabungen die unteren Mauerteile des Chorquadrates ohne Pilastervorlagen und Dienste aufgefunden worden wren, wre ein sechsteiliges Gewlbe noch nicht ausgeschlossen. Denn es htten sehr wohl, wie es an den erhaltenen Bauteilen hufig der Fall ist, die fr die mittleren Querrippen bestimmten Dienste nicht ganz herabgefhrt sein, sondern in halber Hhe auf Konsolen ruhen knnen. Die drei stlichen Apsiden hatten wahrscheinlich Halbkuppeln. =System des Aufbaues und Hochwandgliederung.= Der ganze Bau ist ein Werksteinbau, jedoch mit der Einschrnkung, da die Mauer stets aus zwei Werksteinwnden besteht, deren Zwischenraum mit Bruchsteinmauerwerk ausgefllt ist: die gewhnliche Bauart des Mittelalters. [Illustration: TAFEL III. Ansicht und Schnitte des romanischen Baues.] Die Gewlbgurte werden von Halbpfeilern mit vorgelagerten Dreiviertelsulen oder Diensten getragen (Abb. 2). An die Halbpfeiler schlieen sich auch seitlich Halbsulen an, welche zur Aufnahme der Diagonalrippen bestimmt sind. Am Querschiff werden die Gewlbtrger auen durch Strebepfeiler untersttzt. Dagegen fehlen die Strebepfeiler am Westchor, whrend wiederum an den Trmen Streben angebracht sind. Am Mittelschiff scheint durch je zwei Strebebgen Ersatz fr die Strebepfeiler geschaffen worden zu sein, um dem etwaigen Schub des hohen Gewlbes nach auen Widerstand zu leisten. Ist hierbei nicht zu verkennen, da der Baumeister von St. Sebald den Anlauf zu einer den wirkenden Krften entsprechenden organischen Gliederung des Baues genommen hat, so mu andererseits auf die Inkonsequenz bei der Durchfhrung der gewollten Gliederung hingewiesen werden und zwar in Anbetracht der Strke der Mittelschiffsjochmauern. Dieselben sollten eigentlich nur als Fllmauerwerk funktionieren, weshalb Mauern von bedeutend geringerer Strke den gleichen Zweck erfllt htten. Nur bei den Bogenfeldern des Lichtgadens ist ein Versuch zur Entlastung des Mauerwerkes gemacht worden, indem dasselbe im Innern zurcktritt und die Schildbgen auf kleinen, an die Halbpfeiler angelehnten Sulchen ruhen. [Illustration: Abb. 3. Innenansicht gegen den Westchor.] [Illustration: Abb. 4. Triforien im Mittelschiff.] Was die Gliederung der Mittelschiffhochwand betrifft (Abb. 3), so ist durch die Einfhrung des schmalen durchlaufenden Joches jeder Pfeiler Hauptpfeiler geworden und so eine enge Aneinanderreihung der Gewlbsttzen ermglicht. Die auf diese Weise schlank gewordenen Proportionen des Lngsschnittes korrespondieren mit der starken Hhenentwicklung des Querschnittes. Einen wohltuenden Gegensatz zur starken vertikalen Gliederung bildet die dreigeschossige Anlage des Aufrisses. Die Arkaden werden durch Einsprnge abgestuft; die so entstandenen rechtwinkeligen Vorlagen ruhen auf Halbsulen, welche aber ihrerseits von Konsolen getragen werden, so da den Pfeilern die quadrate Grundriform bleibt. Die Mauerflche zwischen den Arkaden und dem Lichtgaden ist belebt durch ein ber die Bgen hinlaufendes Gesims und darber durch eine Galerie, welche nach Art des franzsischen Triforiums aus der Mauerdicke ausgespart ist (Abb. 4). Die Bogenfelder des Lichtgadens sind, wie vorhin erwhnt, gegliedert und mit Rundbogenfenstern durchbrochen, so da sich das Streben geltend macht, den an und fr sich schweren, krftigen Bau nach oben zu leichter erscheinen zu lassen. Ebenso wie die Fenster der Mittelschiffhochwand und die lteren Fenster des Westchores -- zweifellos waren smtliche Fenster rundbogig -- sind auch die beiden einzigen erhaltenen Portale, die jetzigen Portale der Turmhallen, rundbogig, whrend Gewlbe und Arkaden spitzbogig gestaltet sind, was ein charakteristisches Merkmal fr die Bauzeit der Kirche bildet. Die Wnde des westlichen Vorchores sind belebt durch je einen zweiteiligen loggienartigen Durchbruch nach den Turmhallen. Beide Doppelfenster wurden gelegentlich der letzten Restaurierung wieder blogelegt. An der nrdlichen Wand hat sich durch Untersuchungen herausgestellt, da das ehemalige Doppelfenster in spterer Zeit grndlich verndert wurde. Die Fenster hatten den Zweck, vom Westchor aus die Turmhallen zu erhellen. Der fnfteilige Westchor erhlt sein Licht durch ebensoviele Fenster mit Oberfenstern. Die Wnde unterhalb der greren Fenster sind mit Kleeblattblendarkaden gegliedert. [Illustration: Abb. 5. Partie aus dem Engelschor.] ber dem Westchor befindet sich ein Obergescho, Engelschor genannt (Abb. 5). Denn die Wlbung des eigentlichen Chores erreicht nicht die Hhe des Mittelschiffes und der ausgesparte Raum mit dem gleichen Grundri wie der untere dem hl. Petrus geweihte Chor ist auch analog diesem eingewlbt. Der Engelschor erhlt sein Licht durch drei Fenster von gleicher Gre und Gestalt wie die oberen Fenster des Peterschores und durch zwei Rundfenster. Er hat die Bedeutung einer Empore. Die Sockelwnde sind gleichfalls mit Kleeblattblendbgen gegliedert. Im brigen ist Architektur und Dekoration reicher wie die des unteren Chores. Die Ausfhrung macht einen unfertigen Eindruck. Eine Brstung mit halbrundem Erker in der Mitte schliet die Empore gegen das Schiff ab. Von den Wnden der Querschiffarme sind die westlichen Mauern ber den Seitenschiffen von je zwei rundbogigen Fenstern durchbrochen. ber die Gliederung der Wnde des Ostchores wrden sich nur Vermutungen aufstellen lassen. =Der Auenbau.= War es bei der bisherigen Beschreibung des Baues notwendig, stets die rekonstruierten Bauteile in Bercksichtigung zu ziehen, so gilt dies in nicht geringerem Grade von der Beschreibung des Auenbaues, insbesondere in bezug auf die Gesamtwirkung desselben. Die Behandlung der Auenseite des Baues ist im allgemeinen sehr einfach. Der Bogenfries ist fast der einzige Schmuck.[5] Er luft am Mittelschiff unter dem Dach hin, an den Trmen ziert er die einzelnen Stockwerkgesimse und auerdem hat ihn noch der Westchor aufzuweisen. Wahrscheinlich wird er auch Querschiff, Seitenschiffe und die Ostpartie geschmckt haben. An den Trmen tritt anstatt des einfachen ein mit Laubwerk reich ornamentierter Bogenfries auf. Die Wnde sind glatt behandelt bis auf eine schlichte Gliederung der polygonen Westchorapsis durch Dienste an den Eckkanten, welche oben in Kapitle endigen und anfangs wohl fnf Giebel mit runden, viereckig geblendeten Fenstern, wie sie noch die ueren Seiten aufweisen, getragen haben drften. Mglicherweise waren Ostchor und Seitenschiffe mit Lisenen belebt. Man scheint eben bei der dekorativen Gliederung mehr Nachdruck auf den Innenbau gelegt zu haben. Die Haupteingnge befanden sich, wie mit ziemlicher Gewiheit angenommen werden darf, an den beiden Seitenschiffen, wohl zwischen den Strebebgen. Diese Portale wurden beim Umbau der Seitenschiffe an die Trme transferiert. Ob die Turmhallen von Anfang an mit Eingngen versehen waren, kann nicht zuverlssig behauptet werden.[6] Kleinere Portale fhrten vermutlich an Stelle des spteren Brautportales und des Dreiknigsportales in das Querhaus. Bei der Baumasse, als Ganzes betrachtet, lag der Schwerpunkt auf der Ostpartie. Gleichwohl ist eine starke Hervorhebung der Westpartie mit dem Turmpaar (Abb. 6) nicht zu leugnen, wenn auch auf eine Fassade im richtigen Sinne des Wortes wegen des Chores verzichtet werden mute. Andererseits darf nicht vergessen werden, da der Gedanke, die Ostpartie mehr zu betonen, fast auf den Grundplan beschrnkt geblieben ist, da am Ostchor wahrscheinlich weder Trme noch Kuppel vorhanden waren, so da im Hochbau die vertikale Entfaltung eigentlich nur in der Westpartie zum przisen Ausdruck kommt. Kurz geraten in der Anlage ist das Langhaus mit seinen nur fnf schmalen Jochen. Ost- und Westpartie sind einander dadurch ziemlich nahe gerckt, eine enge Gruppierung der Baumassen war die Folge. So bescheiden die Auenarchitektur im einzelnen auch ist, im ganzen mu die geschlossene Komposition eine malerische Wirkung gebt haben. =Einzelglieder und Dekoration.= Das reiche Formenspiel des Innenbaues bietet eine malerische Verteilung und Abwechslung von Licht und Schatten. In der Verwendung von Sulen und Sulchen, Halbsulen, Bgen und Blendbgen ist nicht gespart; dabei gibt sich das Bestreben kund, die struktiven Glieder den dekorativen zu substituieren. Von statuarischer Plastik der romanischen Kirche haben sich keine Reste erhalten. Die Bogenfelder der nicht mehr existierenden oder der spter umgebauten, beziehungsweise versetzten Portale hatten vielleicht Reliefplastik aufzuweisen. Die Dekoration war nur in beschrnktem Mae polychrom, wie die Feststellungen bei der letzten Restaurierung bewiesen haben. Mglicherweise war der Ostchor mit greren Wandmalereien ausgestattet. Im Langhaus genossen in der Hauptsache die Schlusteine und einige Kapitle die Vorteile des Farbenkleides. Anspruch auf romanischen Ursprung knnen aber nur die im Westchor vorgefundenen Farbenreste erheben, wonach eine Anzahl von Halbsulenvorlagen oder Diensten an ihren Schften nach rheinischer Art im Schieferton, die Rippen und Gurte mit weiem und grauem Steinmuster und die Gewlbekappen mit kleinem Steinfugenschnitt bemalt waren. Auch einzelne Gesimse zeigten eine dunkelgraue Frbung. Glasmalerei ist wahrscheinlich auch vertreten gewesen. Der =Pfeiler= (Abb. 7) funktioniert im Innern der Kirche als freistehende Sttze der Hochwand und steht mit dieser in naher struktiver wie formaler Beziehung. Er ist quadratisch im Grundri und hat im Seitenschiff eine Pfeilervorlage, an jeder Seite eine Halbsulenvorlage. Die Ecken sind mit Rundstben versehen. Der Sockel fehlt. Im Mittelschiff ruhen die Halbsulenvorlagen auf Konsolen oder setzen auch trichterfrmig am Pfeiler an. Durch die Halbsulenvorlagen an den Schiffsseiten ist eine enge organische Verbindung zwischen Pfeiler und Gewlbetrger hergestellt. Das Gesims wird an den vier Seiten ringsum gefhrt, sogar um die Vorlagen, dort die Deckplatten der Halbsulenkapitle bildend. [Illustration: Abb. 6. Westansicht vor der Restaurierung.] Die =Sule= ist meist als Halbsule mit dem Pfeiler oder der Pfeilervorlage verbunden und trgt als solche Gurte und Rippen. Sie sttzt auch leichtere Lasten, und hier mehr in dekorativer als in konstruktiver Verbindung, so an den Kleeblattblendbgen, an den Schildbgen, an den Arkadenvorlagen. Freistehend findet sie sich nur in der Triforien- oder Zwerggalerie und im Engelschor vor. Als reines Zierglied steht sie an den Wandungen der Westportale. Die Behandlung des Schaftes ist glatt, die Form zylindrisch, ohne Schwellung und ohne Verjngung, an der Triforiengalerie auch achteckig. Im Westchor, wo die Sule, als Dreiviertelsule an die Wand angelehnt, die Gewlberippen trgt, ist ihr Schaft mit einem scharf profilierten Ring in der Mitte umgrtet. Ebenso an den beiden noch vorhandenen westlichen Vierungspfeilern. Die =Kapitle= (Abb. 8, 9, 10, 11, 12) gruppieren sich in Knospenkapitle und solche mit Blattornament, beziehungsweise in Kelch- und Wrfelkapitle. Der Kern des Knospenkapitls ist die Kelchform, die Behandlung des Reliefs zum groen Teil eine mehr zeichnende, abgesehen natrlich von den Knospen, welche zuweilen ber den Rand der Deckplatte vortreten. Bei den Blattornamentkapitlen geht die Kelchform in die des Wrfels ber infolge plastischer Behandlung der Bltter; dabei zeigt sich eine Vorliebe fr das bandfrmige Blattornament, indem Stengel und Ranken wie gestickte Bnder gearbeitet, die Bltter gleichsam mit Schnren von Perlen oder Edelsteinen besetzt sind. Eine freiere zum Teil phantastische Behandlung weisen nur die Kapitle in der Triforiengalerie auf, wo auch die Wrfelform mehr Anwendung gefunden hat. Hufig vertreten hier Fratzen die Stelle von Kapitlen. Die =Basen=, von der bei romanischen Bauten blichen attischen Art, sind nicht mehr starr und hoch, sondern biegsam und zeigen bereits die flache, gedrckte Gestalt, welche dem Druck elastisch nachgegeben hat und mit dem unteren Wulst ber den Rand des Sockels hinausgedrngt worden ist. Manche Basen weisen Eckknollen auf. Unter den =Konsolen= (Abb. 13, 14) sind die am hufigsten vorkommenden die Hornkonsolen, in welche die fr die Diagonalrippen bestimmten seitlichen Halbsulenvorlagen oder Dienste unmittelbar ber dem Gesims der Arkadenpfeiler endigen. Sie sind meist glatt behandelt, die Spitze nach auen gebogen. Einige tragen auch schlichtes Blattornament. Die Gurtdienste im Mittelschiff werden zuweilen von hockenden brtigen Gestalten gesttzt. Die brigen Konsolen haben einfache Form, in einen schaftartigen Rundbogenfries gehllt. Von den =Tren= kommen nur die jetzigen beiden West- oder Turmportale (Abb. 15, 16, 17, 18) in Betracht. Dieselben treten mit ihrem verschrgten Gewnde und ihrem bogenfrmigen Abschlu als Umrahmung vor die Flche der Turmmauer vor. Gewnde und Bogenleibung sind durch drei rechtwinkelige Einsprnge aufgelst. In den Winkeln stehen zu beiden Seiten je drei Sulen, welche mehrfach profilierte Bgen tragen. Plastischer Schmuck ist nur an den Kapitlen vorhanden, und zwar sind dieselben an der einen Seite als Knospenkapitle, auf der anderen Seite als Blattornamentkapitle unterschieden. Die Bogenfelder ruhen auf Pfeilern auf, welche aber mit den flankierenden Sulen nur das bekrnende Gesims gemein haben. Durch die beiden Turmportale hat die Westseite nachtrglich die Bedeutung einer Fassade gewonnnen. =Bisheriges Ergebnis.= Die im Vorausgehenden gegebene Beschreibung des Baues fhrt zu dem Ergebnis, da die ltere Kirche St. Sebald im groen und ganzen ein der romanischen Stilart angehriger Bau ist. Es haben allerdings die drei gotischen Grundelemente: der Spitzbogen, der Strebebogen und das einfache System bereits Eingang gefunden. Allein diese Anleihen haben nicht den Organismus des Gliederbaues vllig durchdrungen, sie sind nicht durchweg zu konstruktiver Notwendigkeit geworden. Hat man doch beim spteren Umbau der Seitenschiffe den berflu der Strebebgen erkannt und ihre Beseitigung herbeigefhrt. Auch der Eindruck des Innern, wo erst das einfache System dem Beschauer sichtbar wird, ist trotz der reichen Hochwandgliederung und trotz der starken Hhenentwicklung nicht der eines gotischen Baues. Der Bau ist in seinem innersten Kern romanisch. Den romanischen Charakter besttigen auch die Ornamente. =Stilkritik.= Die erste Periode der Nrnberger Bau- und Kunstgeschichte fllt in das 12. Jahrhundert. Die ehemalige Schottenkirche St. Egidien mit der Euchariuskapelle und die Doppelkapelle auf der Burg sind ihre Reprsentanten. Die Egidienkirche brannte 1696 ab. Nur Abbildungen aus der Zeit vor und unmittelbar nach der Brandkatastrophe haben uns ein Bild der romanischen, in gotischer Zeit mehrfach umgebauten und erweiterten Klosterkirche berliefert, allein sie gengen nicht, um genau Konstruktion oder gar Ornamentik erkennen zu lassen. Wir wissen nur, da die Kirche eine dreischiffige Basilika mit stlichem Querschiff, westlichen Trmen und Vorhalle war; vielleicht eine Sulenbasilika, in welcher die Seitenschiffe gewlbt, das Mittelschiff dagegen flach gedeckt war. Mit ziemlicher Sicherheit aber wird man annehmen knnen, da die Kirche des um 1140 von Kaiser Konrad III. gestifteten und mit Regensburger, teilweise auch mit Wrzburger Schottenmnchen besetzten Klosters auch in der Bauweise als Schottenkirche gekennzeichnet und mit St. Jakob in Regensburg eng verwandt war. Deutlich ist der Einflu der Schotten an der Doppelkapelle auf der Burg, der Margareten- und Kaiserkapelle (etwa 1170 bis etwa 1180). Weniger in der Gewlbekonstruktion, als besonders durch Gestalt und Ornamentik der Kapitle und durch die Anlage des Oratoriums mit den kurzen, gedrungenen Sulen wird man sofort an die Regensburger Schottenkirche erinnert. Dagegen deutet die gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaute Euchariuskapelle mit ihren Rippengewlben und den hohen, reich profilierten Sockeln, Basen und Kmpfern auf Bamberg. [Illustration: Abb. 7. Ansicht vom sdlichen Seitenschiff gegen Norden.] Von wie hoher Bedeutung auch fr die Kunstgeschichte Nrnbergs in der zweiten Hlfte des 12. Jahrhunderts die Beziehungen zu Regensburg gewesen sind, eine =Nrnberger Bauschule= scheint sich aus jener nicht allzu umfangreichen, im wesentlichen auf die beiden ersterwhnten Kirchen beschrnkten Bauttigkeit nicht entwickelt zu haben. Es ist anzunehmen, da die Bauleute fr die Doppelkapelle auf der Burg und fr die Egidienkirche von auswrts, das heit von Regensburg, gekommen waren und nach Vollendung der Bauten wieder weitergezogen sind, also weder aus der Bevlkerung Nrnbergs hervorgegangen sind, noch sich in Nrnberg dauernd angesiedelt haben. [Illustration: Abb. 8. Kapitl der Dienste im Mittelschiff.] Mit der Wende zum 13. Jahrhundert war auf einige Jahrzehnte eine Stockung im Bauleben Nrnbergs eingetreten, bis sich mit der Niederlassung der Bettelorden, vor allem aber mit dem Bau von St. Sebald eine um so regere Ttigkeit entfaltete. So kam es, da sich an die von den Schotten angewendete Bauweise keine Tradition knpfte und man die technischen Vorteile und die dekorative Eigenart, welche jene mitgebracht, vllig verga. Und als das Bedrfnis nach einem greren Gotteshaus wach wurde, war in Nrnberg ein gnzlicher Mangel an geschulten Baumeistern wie Steinmetzen, welche einen umfassenden Auftrag htten bernehmen und durchfhren knnen. Dazu handelte es sich jetzt nicht mehr um eine Kirche fr einen geschlossenen Orden, sondern um die Kirche fr eine Pfarrgemeinde. Stand bereits die zum Egidienkloster gehrige Euchariuskapelle unter dem Einflu des Bamberger Domes, so war es ganz natrlich, da die unterbrochenen Beziehungen zu dem erst 1237 vollendeten Dom wieder aufgenommen wurden, um so mehr als Bamberg die Dizesanhauptstadt von Nrnberg war. =St. Sebald und der Dom zu Bamberg.= Bei der Grndung der Dizese Bamberg durch Kaiser Heinrich II. im Jahre 1007 wurde der neue Sprengel gegen den von Eichsttt mit dem Laufe der Pegnitz abgegrenzt. Was also vom jetzigen Stadtgebiet Nrnbergs nrdlich dieses Flusses lag, gehrte zu Bamberg, was dagegen auf der anderen Seite lag, zhlte vorerst zu Eichsttt. Dieses Verhltnis scheint jedoch nicht lange bestanden zu haben, denn schon 1162 wird die Kapelle zum Heiligen Grab, an deren Stelle sich jetzt die Pfarrkirche St. Lorenz erhebt, als zu Frth eingepfarrt erwhnt, und Frth gehrte damals zur Dizese Bamberg. Im 13. Jahrhundert kommt also fr Nrnberg als Dizesanhauptstadt nur Bamberg in Betracht. Im ersten Drittel dieses Jahrhunderts entwickelte sich in Bamberg im Anschlu an den Dombau ein reges Kunstleben. Der unter Kaiser Heinrich II. erbaute, 1081 abgebrannte, unter Bischof Otto dem Heiligen wieder aufgebaute und 1185 abermals durch eine Feuersbrunst zerstrte Dom wurde gleich nach dem Brande von neuem aufgebaut. Begonnen wurde mit der Ostpartie. Nach Vollendung derselben vor 1202 trat eine kurze Unterbrechung ein. Man ging nun energisch an die Vollendung des ganzen Baues. Auf die provisorische Einweihung von 1232 folgte am 6. Mai 1237 die letzte und endgltige.[7] Es ist ganz natrlich, da bei dem Bau eines Gotteshauses von den Dimensionen des Bamberger Domes, der noch dazu in verhltnismig kurzer Zeit zur Ausfhrung gelangte und infolgedessen eine zahlreich besetzte Bauhtte erforderte, sich eine eigene Bauschule heranbildete, die im Bedarfsfalle imstande war, auch nach auswrts Parliere und Steinmetzen abzugeben. Was liegt da nher, als da die Nrnberger Pfarrgemeinde, als man nach einem monumentalen, nur mit dem Aufgebot gediegener und geschulter Krfte zu erbauenden Gotteshaus verlangte, zur Dombauschule der Dizesanhauptstadt in engste Beziehungen trat. [Illustration: Abb. 9. Romanisches Kapitl mit Blatt- und Bandornament.] [Illustration: Abb. 10. Romanisches Kapitl mit Blatt- und Bandornament.] [Illustration: Abb. 11. Gotisches Kapitl im Seitenschiff.] Wir fassen zunchst die beiden Grundrisse, beziehungsweise Plandispositionen ins Auge. Beim Bamberger Dom ist die Plandisposition des alten Heinrichsbaues -- doppelchrige Basilika mit westlichem Querschiff -- beibehalten worden. Es kann daher weder in der doppelchrigen Anlage, noch im westlichen Querschiff eine auf Rechnung des Neubaues kommende Besonderheit erblickt werden, es ist vielmehr auf andere hnliche Beispiele, nmlich einerseits auf die Dome von Mainz (erster Bau 978-1009) und Worms (996-1016), andererseits auf die schwbisch-bayerischen Bauten, so auf den Dom von Augsburg (994 bis 1006), auf Obermnster (1010 und 1020) und St. Emmeram in Regensburg (1002 und 1020), unter deren Einflu der Heinrichsbau des Bamberger Domes zweifelsohne stand, zu verweisen.[8] Das Schwergewicht bei der Anlage einer Kirche nach Westen zu verlegen, wurde, wenn nicht hnliche zwingende Grnde vorhanden waren, von jener Zeit ab vermieden. Um so aufflliger mu es erscheinen, da bei dem Bau einer Kirche wie St. Sebald, der von Grund aus einen Neubau bildet, zwar nicht das Hauptgewicht auf den Westchor verlegt, aber doch demselben eine dem Ostchor beinahe gleichkommende Bedeutung zuteil wird, ja da berhaupt ein Westchor noch Anklang findet. Denn sptere doppelchrige Anlagen sind nicht bekannt. [Illustration: Abb. 12. Romanisches Kapitl mit Knollenornament.] Wie schon erwhnt, stand zuvor an Stelle der Kirche St. Sebald eine Kapelle. Dieselbe war von Anfang an dem hl. Petrus geweiht und bewahrte Reliquien von ihm. Im letzten Viertel des 11. Jahrhunderts fand allmhlich auch der hl. Sebald Verehrung, er wurde bald zum Stadtpatron erhoben, ohne da auf die Verehrung des hl. Petrus verzichtet worden wre. Auch vom hl. Sebald waren Reliquien vorhanden. Es mute daher, als man eine Gemeindekirche grerer Ausdehnung als Ersatz fr die kleine Kapelle erbauen wollte, gleich von vornherein auf beide Heilige Rcksicht genommen werden. So blieb nichts anderes brig, als den Grundri einer doppelchrigen Kirche zu whlen, und hierzu bot der Bamberger Dom das geeignetste Vorbild. Man begngte sich aber nicht mit der bloen Kopie, sondern ging in einer Hinsicht sehr selbststndig vor. Beim Bamberger Dom liegt, weil die Plandisposition des Heinrichsbaues beibehalten wurde, das Querhaus im Westen. Vom 11. Jahrhundert an jedoch wurden berall nicht nur doppelchrige Anlagen soviel wie mglich vermieden, sondern auch die Kirchen regelmig nach Osten angelegt. Infolgedessen ist der Grundri von St. Sebald gegenber dem Bamberger Grundri in der Himmelsrichtung gerade umgekehrt. Und da im Laufe des 12. Jahrhunderts der hl. Sebald Stadtpatron geworden war, nach welchem auch die Kirche benannt werden sollte, so wurde seiner Verehrung der grere Ostchor eingerumt, whrend dem hl. Petrus der kleinere Westchor zufiel.[9] [Illustration: Abb. 13. Romanische Hornkonsole.] [Illustration: Abb. 14. Romanische Konsole.] Eine weitere Selbstndigkeit liegt in dem Mangel eines zweiten Turmpaares am Querschiffe von St. Sebald, welches dafr zwei Apsiden als Nebenchre hat. Dagegen spricht wieder deutlich fr die enge Verwandtschaft, da bei den stlichen Apsiden der Kirche St. Sebald genau wie bei der Ostapsis des Bamberger Domes die halbrunde Form gewhlt, whrend hier wie dort der Westchor polygon abgeschlossen wurde. Abgesehen von dieser hnlichkeit im Grundri haben die beiden Westchre auch fast den gleichen Aufbau, wenn wir die durch den Unterschied der Grenverhltnisse gegebenen Abweichungen auer acht lassen. Auen: Mangel an Strebepfeilern, Abtrennung eines oberen Stockwerkes mit Oberfenstern durch ein krftiges Gesims, an den Ecken Dienste, welche nicht bis zum Dachgesims reichen; ein Unterschied besteht in den hier runden, dort spitzbogigen Fenstern und darin, da bei St. Sebald auch das untere Stockwerk Oberfenster hat. Innen: sechsteilige Gewlbe in den Rechtecken, Dienste mit Schaftringen und Kleeblattblendarkaden an den Wnden der Apsis. Sowohl hier wie dort ist die Auenwand des Mittelschiffes so schlicht wie mglich behandelt. Wandgliederung fehlt. Die Anzahl der Fenster stimmt berein, es trifft auf jedes Joch ein Fenster. Die Fenster sind bei beiden Bauten rundbogig, mit glatten Wandungen, und sitzen unmittelbar auf dem Ansatz der Seitenschiffdcher auf. Ein ebenfalls bereinstimmender Rundbogenfries, welcher sich unter dem Dachgesims hinzieht, bildet den einzigen Schmuck der Hochwand. Ferner ist im Auenbau der Ansatz der Chornische, beziehungsweise des Chordaches an den Mittelschiffgiebel der gleiche (bei St. Sebald im Westen, beim Dom zu Bamberg im Osten), und ebenfalls belebt der eben erwhnte Rundbogenfries die Giebellinie. brigens hat aller Wahrscheinlichkeit nach beim Bamberger wie beim Nrnberger Westchor der Abschlu in einem Kranz von Giebeln mit Giebeldchern bestanden, wie die Endigungen der Eckdienste beweisen; zum mindesten war eine derartige Bekrnung bei beiden Apsiden geplant wie an rheinischen Bauten des bergangsstiles. Sonst fllt von den bereinstimmungen am Auenbau noch der an den beiden Westapsiden unter dem das untere vom oberen Stockwerk trennenden Gesims sich hinziehende Rundbogenfries auf, der auch auf die flankierenden Trme bergreift und dessen Bogenanstze von blattwerkgeschmckten Konsolen getragen werden. In allen brigen Punkten kommt beim Auenbau der Unterschied zwischen der reich ausgestatteten Bischofskirche und der einfachen, schlichten Pfarrkirche zum Ausdruck. Bezglich der Einzelglieder und der Dekoration im Innern der beiden Kirchen kann nur eine teilweise bereinstimmung festgestellt werden: die Kleeblattblendarkaden im Westchor (bei Bamberg auch an den Westchorschranken)[10] in der Anlage sowohl wie in der Detailbildung, Abschlu der Dienste in halber Hhe durch sttzende Konsolen, auch Hornkonsolen (bei Bamberg nur im Westchor, bei St. Sebald durchgehends) und Abrundung der Scheidbgenkanten in Wulste. Zum Schlusse sei noch betont, da smtliche Steinmetzzeichen von St. Sebald sich unter den zahlreichen Zeichen des Bamberger Domes vorfinden. Durch diese Nebeneinanderstellung wird die von der Kunstgeschichte ausgesprochene Vermutung, da die Kirche St. Sebald in ihrer ersten, durch sptere An- und Umbauten noch nicht erweiterten Gestalt durch den Bamberger Dom wesentlich beeinflut ist, vollauf besttigt. Es gilt dies in erster Linie von der Plandisposition, in zweiter Linie vom Auenbau. Was vom Dom zu Bamberg aus dessen erster Bauperiode vor und kurz nach 1200 auf die Kirche St. Sebald bertragen wurde, ist die doppelchrige Anlage und die Idee, die Chorapsis mit zwei Trmen zu flankieren. Beides wurde in selbstndiger und eigenartiger Weise vom Baumeister von St. Sebald verwertet. Alle brigen bereinstimmungen der beiden Bauten gehen auf die zweite Bauperiode des Bamberger Domes zurck, welche die Zeit vom Ende des zweiten Jahrzehnts bis 1237 umfat. Und da die Nrnberger Steinmetzzeichen nur am westlichen, der zweiten Bauperiode angehrenden Teil des Bamberger Domes vorkommen, so steht fest, da die zweite Bamberger Bauperiode und die erste Hlfte der Nrnberger Bauzeit durch keinen greren Zeitraum getrennt sein knnen. Es erbrigt nun beide Bauwerke auf ihre =Verschiedenheiten und Abweichungen= zu untersuchen. Technik und Konstruktion der Gewlbe ist bei beiden Kirchen so ziemlich die gleiche: Bruchsteingewlbe in reicher Mrtelbettung, spitzbogige Kreuzrippengewlbe mit schwacher Busung und nahezu horizontalem Scheitel. Allein die angewandten Systeme sind grundverschieden: beim Dom zu Bamberg das gebundene, bei St. Sebald das einfache System. Ferner ist bei St. Sebald an einigen Stellen der Versuch gemacht worden, durch Sttzwerk eine Verringerung der Mauerstrke herbeizufhren und so den Gliederbau mehr zu betonen: an den Trmen und am Querschiff durch Strebepfeiler, am Mittelschiff sogar durch Strebebgen. Am Dom zu Bamberg fehlt -- abgesehen von den beiden Sttzpfeilern an den Osttrmen aus dem Jahre 1274 -- jede Strebe; es entspricht fast durchwegs die Mauerstrke der Strke der alten Grundmauer, so da Strebepfeiler oder Strebebgen auch berflssig waren. Was die Maverhltnisse und die Raumwirkung anlangt, so macht sich am Bamberger Dom im Querschnitt ein Streben nach imposanter Breitenentwicklung geltend. Die Hhe des Mittelschiffes verhlt sich zu dessen lichter Weite wie 2 : 1. Anders bei St. Sebald. Hier ist bei einem Verhltnis von 3 : 1 eine ganz bedeutende Hhenentwicklung festzustellen.[11] Im engsten Zusammenhang mit den Unterschieden im Querschnitt stehen die in der Hochwandgliederung. Der breiten Anlage im Querschnitt beim Dom zu Bamberg entspricht im Mittelschiff die breite Wandflche eines Joches, welche sich ber zwei Arkadenbgen erhebt und um so breiter erscheint, weil sie vom Gesims bis zum Fenster vllig leer geblieben, d. h. weil jede Gliederung streng vermieden ist. Bei St. Sebald entspricht der Hhenentwicklung des Mittelschiffes die schmale Bildung einer Jochwand, die schon dadurch schlank erscheint, da sie sich bei enger Aneinanderreihung der Sttzen nur ber =einer= Arkade erhebt und auerdem durch Belebung mit einer Triforiengalerie und Gliederung des Lichtgadens kurzweiliger wirkt. Der Gesamteindruck des Auenbaues ist beim Bamberger Dom bedingt -- und zwar fr den in sptromanischer Zeit errichteten Hochbau nicht in der gnstigsten Weise -- durch die vom alten Heinrichsbau beibehaltene Anlage. Der ganze Bau ist langgestreckt und so scheinen gegenber der leeren Mittelschiffhochwand die mehr oder minder reich behandelte Ost- und Westpartie in einem losen Zusammenhang zu stehen. Grundverschieden hiervon ist der Gesamteindruck des Auenbaues von St. Sebald, oder besser gesagt, wird er gewesen sein. Starke Anklnge an Bamberg hat eigentlich nur die Westpartie. Das Gesamtbild jedoch bietet eine ganz andere Massenwirkung und Silhouette. Vor allen Dingen fehlt ein zweites Turmpaar. Die Ostpartie mit den drei Apsiden ist Bamberg gegenber ein neues, jedenfalls selbstndiges Motiv. Und dann, dies drfte wohl der Hauptunterschied sein, stellt St. Sebald von den Fundamenten an einen einheitlichen Bau dar, der auch nach auen hin die charakteristischen Merkmale des sptromanischen oder bergangsstiles zur Schau trgt: die Entfernung vom stlichen Querschiff zu den Westtrmen ist im Verhltnis zu Bamberg eine beraus kurze, was bei der gleichen Anzahl von Mittelschiffjochen in der Verschiedenheit der Systeme liegt, die Baumassen sind demnach eng zusammengruppiert, und diese Wirkung wird noch verstrkt durch Strebepfeiler und Strebebgen. Ein nicht gerade wesentlicher Unterschied ist an den Westchren zwischen den spitzbogigen Bamberger und rundbogigen Nrnberger Fenstern zu verzeichnen. Diese mannigfachen, teilweise schwerwiegenden Unterschiede der beiden Kirchen lehren, da St. Sebald in vielen Punkten noch auf andere Bauten zurckgehen mu. Die kunstgeschichtliche Bedeutung des Bamberger Domes liegt vor allen Dingen in der eigenartigen Verschmelzung fremder Einflsse, die nicht nur verschiedenen lokalen, sondern auch verschiedenen zeitlichen Ursprunges sind. Fllt die Anlage unter den Einflu Regensburgs im Anfang des 11. Jahrhunderts, so zhlt anderseits der Hochbau zu den bedeutendsten Schpfungen des deutschen bergangsstiles, wobei der Auenbau des Ostchores vom Ende des 12. Jahrhunderts stark an die Ostpartie des Mainzer Domes und an andere rheinische Bauten erinnert; und whrend einzelne Bauglieder des Westchores aus dem zweiten und dritten Zehnt des folgenden Jahrhunderts der Ebracher Schule angehren, weisen die Einwlbung des Westchores und der Ausbau der Westtrme aus den dreiiger Jahren desselben Jahrhunderts auf Nordfrankreich, speziell auf Laon. Es ist ganz klar, da von einem derartigen Bauwerk mit so vielen stilistischen Verschiedenheiten nur verhltnismig wenige Einzelheiten auf den Bau von St. Sebald bergehen konnten: ein Teil der Plandisposition, die Anlage des Westchores und Teile am Auenbau. Und dann war eben bei St. Sebald die Einfhrung zeitgemer Neuerungen mglich, weil nicht, wie beim Bamberger Dom, alte Grund- und Hochmauern einen Zwang auf die Gestaltung des neuen Hochbaues ausbten. Da nun bis zum damaligen Zeitpunkt eine Bauschule in Nrnberg nicht bestanden hat, so mssen jenen Neuerungen, welche St. Sebald gegenber Bamberg aufzuweisen hat, andere verwandtschaftliche Beziehungen zugrunde liegen. =St. Sebald und die Klosterkirche zu Ebrach.= Die Entwicklung der Baukunst in der romanischen Epoche wurde vorzugsweise in den groen Stdten gefrdert, welche Bischofssitze waren. Man braucht da nur an die Stdte Mainz, Speyer oder Kln zu erinnern und man kennt sofort die Bedeutung ihrer romanischen Bauwerke und den Einflu derselben auf die ganze Entwicklung. Daneben machte sich aber eine Bewegung geltend, deren Einflu nicht geringer als jener geschtzt werden darf. Es ist die Bewegung, welche durch die Bauschulen des Benediktiner- und des Zisterzienser-Ordens hervorgerufen wurde.[12] Ja, der Einflu derselben ist in gewisser Hinsicht von weit hherer Bedeutung fr die Kunstgeschichte als der der Dombauschulen; denn dieser war selten ber ein eng begrenztes Gebiet, meist nicht ber die Grenzen der Dizese hinausgegangen, der Einflu jener Ordensbauschulen war aber nie lokal beschrnkt, er erstreckte sich weithin nach allen Richtungen in die verschiedensten Lnder, er darf mitunter geradezu als international betrachtet werden. Und waren es dort die Kirchen und Dome, welche von ihrer Zentral- oder Metropolitankirche Neuerungen empfingen und mit grerer oder geringerer Modulation in sich aufnahmen, so waren es hier die Kirchen des Landes, gewhnlich die Klosterkirchen, denen -- natrlich ebenfalls in lokaler Anpassung -- das charakteristische Geprge der entsprechenden Ordensbauschule aufgedrckt wurde. Im 11. Jahrhundert hatte unter den Ordensbauschulen der Benediktinerorden die der Kluniazenser die Oberhand, im 12. Jahrhundert wurden dieselben von den Hirsauern abgelst, und im letzten Drittel des 12. und in der ersten Hlfte des 13. Jahrhunderts hatte der Orden der Zisterzienser, neben dem sich auch die Prmonstratenser geltend machten, die weiteste Verbreitung. Zwischen Wrzburg und Bamberg, nher bei letzterer Stadt, liegt mitten in den stattlichen Nadel- und Laubwaldungen des Steigerwaldes im Quellgebiet der mittleren Ebrach das nach diesem Bache benannte Zisterzienserkloster. Es liegt -- was die Zisterzienser bei neuen Klostergrndungen stets im Auge behielten -- in sich abgeschlossen, abseits von allen Verkehrswegen, gleichweit vom Main, von der Rednitz und von der Heerstrae Nrnberg-Wrzburg entfernt. Das Kloster wurde im Jahre 1126 gegrndet.[13] Der Besitz hatte bald bedeutenden Umfang gewonnen teils durch Schenkungen, teils durch Ankauf von Gtern, teils durch den Flei der Mnche in der Kultivierung der umliegenden Waldungen. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts mute bereits der Frage einer Erweiterung der konomiegebude wie der Kirche nher getreten werden. Was die Kirche anlangt, so entschlo man sich zu einem vollstndigen Neubau, und zwar zu einem Bau von betrchtlichen Dimensionen, der an und fr sich schon einen Rckschlu auf die damalige zahlreiche Besetzung und den Reichtum des Klosters zult. Bald nach 1200 wurde der Bau begonnen, eine dreischiffige Pfeilerbasilika mit dem nach Schema Cisteaux II gebildeten Chorabschlu, nmlich einer einfachen geradlinigen Kapellenreihe an der Ostseite des Querschiffes und einer doppelten um den ebenfalls geradlinig abschlieenden Chor. Die Wlbung besteht aus Kreuzrippengewlben in dem System des durchlaufenden Joches. Im 18. Jahrhundert wurde das Innere der Kirche im Stile der Zeit derartig umgestaltet, da die romanischen Details nicht mehr zu erkennen, ja grtenteils berhaupt nicht mehr sichtbar sind. Doch steht fest, da eine Triforiengalerie nicht vorhanden war. Die Hauptbauperiode fllt in das erste Drittel des 13. Jahrhunderts; die Vollendungsarbeiten zogen sich in die Lnge, erst 1285 fand die Einweihung der Kirche statt. Dagegen hat sich eine an die Nordseite des Querschiffes der Kirche angebaute Kapelle, die Michelskapelle, bis auf den heutigen Tag unverndert erhalten. Sie wurde ebenfalls zu Beginn des 13. Jahrhunderts in Angriff genommen, 1207 schon fand die Einweihung der Kapelle und dreier Altre statt. Dieser Epoche gehrt der grere Teil der Kapelle an, nmlich der mit sieben Stufen ber das Niveau der brigen Kapelle erhhte Chor einschlielich Querschiff mit vier Wlbungsquadraten und das anstoende Quadrat der unteren Kapelle. Die beiden westlichen Rechtecke mit den sechsteiligen Gewlben wurden erst im folgenden Jahrzehnt angefgt. Hier in dieser Kapelle haben Architekturglieder und Ornamente die reichste Verwendung gefunden, hier finden sich wieder Kleeblattblendbgen und Hornkonsolen, welche in der allgemeinen Form sowohl wie in der Detailbearbeitung stark an den Dom zu Bamberg und an St. Sebald in Nrnberg erinnern. Und wenn wir uns vergegenwrtigen, wie damals die Zisterzienser mit ihren Mnchen und Laienbrdern sich hufig auch an anderen Kirchenbauten, welche im Auftrage von Pfarrgemeinden oder weltlichen Geistlichen errichtet wurden, rege beteiligten, so liegt die Vermutung sehr nahe, da zwischen dem Bau der Klosterkirche in Ebrach und den zeitlich mit ihm bereinstimmenden Bauten in Bamberg und Nrnberg enge Beziehungen bestanden haben. Die Vermutung wird in erster Linie durch den Umstand besttigt, da smtliche Steinmetzzeichen am alten Bau von St. Sebald nicht nur am Dom zu Bamberg, sondern auch mit noch etlichen Zeichen dieses Baues wieder an der Klosterkirche in Ebrach angetroffen werden. Es steht somit fest, da eine Anzahl ein und derselben Steinmetzen an allen drei Kirchen ttig waren. War diese wandernde Kolonie an dem einen Bau fertig, so zog sie zum anderen Bau, um dort ihre Ttigkeit von neuem aufzunehmen. Der Anzahl der Zeichen nach zu schlieen waren von den Steinmetzen, die am Bau der Klosterkirche Ebrach arbeiteten, mehr am Dom zu Bamberg ttig als an der Kirche St. Sebald. Trotzdem war den Ebrachern an der Nrnberger Pfarrkirche ein greres Arbeitsfeld eingerumt als dort. Was am Bamberger Dom direkt auf Ebracher Einflu zurckgeht, ist der Westchor bis zum Dachgesims, beziehungsweise bis zu den Gewlbeanfngen im Innern und das Nordportal des Querhauses mit den Kleeblattblendbgen; ferner die Schranken des Westchores.[14] Der Dom war eben in seinen Hauptteilen: Ostchor mit Trmen, Langhaus und Querschiff, bereits vollendet oder wenigstens der Vollendung nahe, als man in Ebrach die Neubauten aufzufhren begann. Beim Weiterbau am Bamberger Dom mute die einmal gegebene Disposition beibehalten werden, und so hatten sich die Ebracher den Anordnungen der Dombauleitung unterzuordnen. Anders bei St. Sebald. Hier konnte sich die Ttigkeit der Ebracher viel einflureicher gestalten, weil man berhaupt erst zu bauen anfing, als die Ebracher kamen. Hier konnten also die von den Ebrachern in ihr Bauprogramm aufgenommenen Neuerungen volle Verwertung finden. Und so finden sich bei St. Sebald nicht nur dekorative Glieder, wie kleeblattfrmige Blendnischen oder Hornkonsolen vor, welche auf eine nahe Verwandtschaft mit Ebrach hinweisen, sondern auch Konstruktion und System, d. h. fast alles, worin St. Sebald mit Bamberg nicht bereinstimmt, bilden ein Produkt der engen Beziehungen. Wir sehen nmlich in Ebrach, und zwar zunchst in der Klosterkirche selbst, vor allem das einfache System mit durchlaufendem Joch wieder, die rechteckigen Gewlbefelder im Mittelschiff und infolgedessen im Lngsschnitt der Mittelschiffjoche eine bedeutende Hhenentwicklung (Bamberg 2 : 1, Ebrach 3 : 1); ferner eine im Gegensatz zu Bamberg groe Entfernung der Gewlbkmpferlinie von den Arkadenbgen, Vorlagen in den Arkadenbgen, von Sulen getragen, nicht vollstndige Herabfhrung der Mittelschiffdienste im Gegensatz zu den Seitenschiffdiensten und schlielich am Auenbau Strebepfeiler. Ebenfalls ist der Rundbogen in den Fenstern, der Spitzbogen in den Arkaden und im Gewlbe vertreten. In der Michelskapelle und zwar in deren jngerem Teil kehren das sechsteilige Gewlbe, Verringerung der Mauerstrke des Lichtgadens und Aufsitzen des Schildbogens auf kleinen Sulen, auerdem nahverwandte Formen an den Halbsulenkonsolen und an den Kapitlen wieder. [Illustration: Abb. 15. Portal am sdlichen Turm.] Die soeben festgestellten bereinstimmungen zwischen St. Sebald und der Ebracher Klosterkirche sind architektonische Elemente, welche dem Bamberger Dombau vllig fern liegen, und zum weitaus grten Teil konstruktiver Natur, in der Hauptsache: das Strebesystem und das System des einfachen Joches. Wir fragen uns nun: wie kamen bei Ebrach zu Anfang des 13. Jahrhunderts diese wesentlichen Elemente gotischen Stiles in die sptromanische Baukunst Ostfrankens? Bekanntlich war Frankreich das Kulturland des Mittelalters. Am meisten hatte Deutschland im 13. Jahrhundert den Einflu Frankreichs im gesamten Bereich der Kultur zu verspren und nicht zum mindesten in der Baukunst. Mit dem 13. Jahrhundert hatte die Gotik in ihrem Geburtslande Frankreich den Hhepunkt ihrer Entwicklung erreicht, und von dieser Zeit an datiert ihre Einfhrung nach Deutschland, und zwar in der zweiten Hlfte des 13. Jahrhunderts die Einfhrung der entwickelten Gotik, in der ersten Hlfte die Einfhrung einzelner Elemente dieses Stiles. Und die Einfhrung einzelner gotischer Elemente wurde von dem weit verbreiteten Orden der Zisterzienser besorgt. Gewi fand in Ebrach auch nach Vollendung des 1126 gegrndeten Klosters die Baukunst durch die Mnche und Laienbrder weiterhin Pflege. Erweiterungen der Klosteranlage, welche durch den rasch anwachsenden Reichtum bedingt wurden, und Auftrge in der Umgegend werden gengend Arbeit zugefhrt haben. Als jedoch das Kloster zu Beginn des 13. Jahrhunderts beschlo, einen bedeutenden Neubau dem Zeitcharakter entsprechend aufzufhren, da reichten die vorhandenen bau- und kunstverstndigen Mitglieder des Ordens nicht aus, man bedurfte eines bedeutenden Zuwachses neuer Krfte, insbesondere eines entsprechend geschulten Bauleiters. Es blieb daher nichts anderes brig, als sich an das Mutterkloster zu wenden und sich von dort eine Anzahl von Konversen samt Baumeister, Parlieren und Steinmetzen kommen zu lassen. Nur auf diese Weise erklrt sich das pltzliche Auftauchen franzsischer Bauweise in Ostfranken, zumal in Ebrach. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts waren fr die Zisterzienser nicht mehr die fnf burgundischen Hauptkirchen die allein ausschlaggebenden Bauten. Dieselben waren im wesentlichen nunmehr Vorbilder in der Anlage. In allen brigen Punkten kam jetzt die burgundische Schule berhaupt, also nicht nur die der Zisterzienser speziell, als Ausgangspunkt fr neuere Bestrebungen in Betracht, und hier nahmen den ersten Platz die beiden im stlichen oder Niederburgund gelegenen Bauten, die gegen 1200 vollendete Kathedrale von Langres und die um 1220 erbaute mchtige Vorhalle von Cluny ein. Von da aus scheinen die beiden Hauptelemente der franzsischen Frhgotik, das einfache Wlbungssystem und die Verstrebung, bis nach Ostfranken und nach Nrnberg vorgedrungen zu sein. Auffllig ist nur, da die dort einen Hauptteil der Hochwandgliederung bildende Triforiengalerie und der Strebebogen in Ebrach keinen Eingang fanden, um so mehr, als die Zisterzienser doch stets ein lebhaftes Streben nach Zweckmigkeit im Konstruktiven bekundeten. Nach dieser Richtung also kann Ebrach fr St. Sebald nur eine vermittelnde Rolle gespielt haben und nicht selbst Vorbild gewesen sein. [Illustration: Abb. 16.] [Illustration: Abb. 17.] [Illustration: Abb. 18. Romanisches Portal am sdlichen Turme.] Jedoch ist ein anderer Weg der Einfhrung nicht ausgeschlossen. Die Einwlbung des Bamberger Westchores ist ein Werk franzsischer Frhgotik aus den dreiiger Jahren des 13. Jahrhunderts und hat mit Ebracher Baukunst, als deren Werk oben der brige Teil des Westchores bezeichnet wurde, nicht das geringste gemein. Im Gegenteil weisen verschiedene Spuren darauf hin, da die Einwlbung von dem nmlichen Meister geleitet wurde, nach dessen Plnen auch die Westtrme ihre charakteristische Gestalt erhielten. Die beiden Westtrme wurden nach dem Muster der Trme der Kathedrale von Laon gebaut, und diese, das letzte bedeutendste Bauwerk der nordfranzsischen Frhgotik, dessen Vollendung in die Zeit vor 1226 fllt, scheint denselben Anteil an St. Sebald wie die Kathedrale von Langres und die Vorhalle von Cluny zu haben. Ein bestimmtes Ergebnis drfte natrlich erst durch eine eingehende, die erwhnten Punkte besonders bercksichtigende rtliche Untersuchung jener Bauten zu erzielen sein. Vorerst jedoch hat die Vermutung viel fr sich, es gingen die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zwischen Bamberg und Laon zuletzt auch auf eine Vermittlung von Ebrach zurck und liege so fr die Einfhrung franzsisch-frhgotischer Elemente in St. Sebald eine durch Ebrach bewirkte Verschmelzung von Einflssen der beiden angrenzenden Gegenden Burgund und Champagne zugrunde. -- Bamberg und Ebrach teilen sich in ihre Ansprche auf die Gestaltung der Kirche St. Sebald. Konstruktion und System fallen Ebrach, Plananlage und Auenbau Bamberg, Ornamentik und Dekoration beiden zu. Man sollte glauben, da die Wage sich dorthin, von wo Konstruktion und System entlehnt wurden, neigen msse. Keineswegs. Der Baumeister von St. Sebald hat nie vergessen, da er eine Pfarrkirche und nicht eine Klosterkirche zu bauen hatte. Das Programm der Zisterzienser lautete auf Verzicht von Krypten, St. Sebald birgt deren zwei, und eine reiche Verwendung plastisch-dekorativer Details wird noch durch die ebenfalls von den Zisterziensern verschmhte Polychromie besonders hervorgehoben. Durch die Kreuzung zweier so grundverschiedener Einflsse wie die von Bamberg und Ebrach zhlt St. Sebald nicht zu den gewhnlichen Durchschnittsbauten des deutschen bergangsstiles, sondern nimmt eine besondere Stellung ein. Freilich mute darunter der einheitliche Charakter des Baues leiden. Einheitlich ist das Innere, einheitlich scheint auch der Auenbau, wenn wir von den Strebebgen absehen, gewesen zu sein; aber nach Ansicht des Auenbaues vermutet man beim Eintritt in das Innere nie und nimmer franzsische Frhgotik. Auenbau und Innenbau decken sich nicht. Und eben weil der Baumeister eine organische Verschmelzung beider nicht oder vielmehr noch nicht erreicht hat, mu der Bau den sptromanischen Bauten und darf nicht den frhgotischen Bauten eingereiht werden. Es hat sich in Deutschland nirgends aus der Vereinigung des sptromanischen Stiles mit franzsischen frhgotischen Elementen eine eigene Gotik herausgebildet. Die Gotik mute als fertiges Ganzes von Frankreich herber gebracht werden; erst dann konnte man in Deutschland gotisch bauen. [Illustration: TAFEL IV. Das Brauttor.] II. Die gotische Bauperiode. 1. Die Erweiterung der Seitenschiffe und die Umbauten am Querschiff und Westchor. 1309-1361. Am 14. Februar des Jahres 1309 erschien Friedrich Holzschuher, Gotteshauspfleger von St. Sebald, vor dem Schultheien Siegfried von Kammerstein und den Schffen der Stadt, um im Auftrage des Rats den Verkauf eines zum Kirchenvermgen der Sebaldkirche gehrigen Hauses vor der badstuben bi dem fleischpenken an Herdegen Holzschuher und dessen Erben verbriefen zu lassen. In der vom Gericht ausgefertigten Kaufsurkunde ist der Zweck der Veruerung jenes Hauses bei den Fleischbnken ausdrcklich angegeben: sw[.a] daz wer durch des neuen poues wegen an sante Sebol[t]s kirchen, daz man den dest baz m[.o]cht volbringen an den apseiten.[IV] [IV] Siehe Beilage 18. In der Literatur ist gewhnlich als Grund fr diese Bauvernderung der schlechte Zustand der Seitenschiffe bezeichnet, ja es wird sogar eine gefahrdrohende Bauflligkeit als unmittelbarer Anla vermutet.[15] Es ist nicht ersichtlich, wie vom ganzen romanischen Bau gerade die Seitenschiffe htten schadhaft werden sollen, whrend alles brige vllig intakt geblieben wre. Noch immer war damals die Sebaldkirche wie zur Zeit ihrer Grndung die einzige Pfarrkirche von Nrnberg. Denn soweit auch der fr den sdlichen Sprengel der Stadt bestimmte, im letzten Drittel des 13. Jahrhunderts begonnene Bau von St. Lorenz gediehen sein mochte, er scheint zu Beginn des 14. Jahrhunderts noch nicht dem Gottesdienst bergeben worden zu sein. Zudem hatte sich Nrnberg im 13. Jahrhundert gewaltig entwickelt. Schon vor Mitte desselben wurde mit der zweiten Ummauerung begonnen, welche nicht nur das bisherige befestigte Gebiet zwischen Burg und Pegnitz westlich und stlich vergrerte, sondern auch einen betrchtlichen sdlich der Pegnitz gelegenen Teil mit in das Stadtbild hereinnahm. Die Mauerzge sind heute noch deutlich zu erkennen, der Weie Turm und der Laufer Schlagturm sind berreste dieser Befestigung.[16] Der Rckschlu auf den Zuwachs der Bevlkerung und Pfarrgemeinde lt die Notwendigkeit einer Erweiterung der Pfarrkirche deutlich erkennen. Der Wortlaut der Urkunde steht dieser Annahme nicht entgegen. Denn von dem Zweck des Umbaues ist gar nicht die Rede. Es heit schlechthin: wegen des neuen Baues bei St. Sebald ist der Hausverkauf notwendig geworden. Die Vermutung liegt nahe, da der Bau, als der Verkauf jenes Anwesens durchgefhrt wurde, schon seit einiger Zeit im Gange war und da die nun gewonnenen Geldmittel zu einer reicheren Ausstattung des Baues verwendet werden sollten: da man ihn desto besser mchte vollbringen. =Anlage.= Die um 1309 durchgefhrte Erweiterung der Seitenschiffe (Abb. 19) besteht vor allem darin, da die Mauer derselben bis auf die Breite des Querschiffes hinausgeschoben worden ist. Der Raumgewinn ist ein ganz bedeutender, denn die Bodenflche der jetzigen Seitenschiffe betrgt fast das Doppelte der alten. In vertikaler Richtung hat man ebenfalls an Raum gewonnen, denn durch die grere Breite ist naturgem ein hheres Gewlbe bedingt worden.[17] Eine besondere Schwierigkeit hat sich dem Neubau nicht in den Weg gestellt. Zu erwgen war nur, was mit den beiden Paaren von Strebebgen, welche die mittlere Gewlbepartie des Langhauses sttzten, anzufangen sei. Man hatte bei der krftigen Konstruktion des romanischen Mauerwerkes wahrscheinlich bald die Entbehrlichkeit dieser Bgen erkannt und sie ohne jeglichen Ersatz beseitigt. Bedenken machte ferner die Lsung der Dachfrage. Die Erhhung des Gewlbes brachte auch eine Erhhung des Daches mit sich, wollte man fr den Dachstuhl die fr den Wasserablauf gnstige und zur damaligen Zeit beliebte steile Form whlen. Allein man frchtete eine Einbue an Licht, weil die Fenster der Hochwand in ihrem unteren Drittel htten zugedeckt werden mssen, und entschied sich beim nrdlichen Seitenschiff fr Kapellen- oder Giebeldcher, von welchen jedes einem Gewlbe entsprach. Um eine Bentzung der romanischen Triforien whrend des Gottesdienstes auch weiterhin zu ermglichen, wurden Treppenlufe innerhalb der Gewlbetrichter angelegt. Der First der Kapellendcher lief wagerecht, berhrte also die Hochwandfenster nur an ihrer Sohle, und zwischen den Dchern lagen schrg nach auen dreieckfrmige Dachzwickel, deren Rinnen neben den neuen Strebepfeilern in Wasserspeier endeten. Beim sdlichen Seitenschiff sind die Kapellendcher nicht nachzuweisen. Hier scheint ein Pultdach, welches in die Mittelschiffenster einschnitt, vorhanden gewesen zu sein. =Gewlbe.= Das vierteilige Kreuzgewlbe ist auch bei dem Neubau beibehalten worden, ebenso die Hhe der ueren Kmpferlinie. Es ist ein Rippengewlbe ohne Stelzung und mit wagerechtem Scheitel. Die Strke der Gurte unterscheidet sich nicht von der Strke der Rippen; selbst in der Profilierung ist nur ein kleiner Unterschied bemerkbar: whrend dort auf Sockel und Hohlkehle eine ebenfalls gekehlte Rippe aufgesetzt ist, folgt hier ein herzfrmiger Stab. Die Schlusteine zeigen beraus reichen und anziehenden, teils figuralen, teils ornamentalen plastischen Schmuck. Die Wandpfeiler sind rund, gleichsam als Halbsulen gedacht. Die Kapitle gliedern sich in zwei Hlften: die untere hat zwei Krnze bereinander, die obere zwischen zwei polygonen Plinten einen Laubkranz. =Fassade.= Durch die zur Sttze der Gewlbe erforderlichen Strebepfeiler ist die Fassade der Seitenschiffe von selbst gegliedert. Vier Jochwnde sind mit Fenstern durchbrochen, eine, und zwar beiderseits die zweite von den Trmen an gerechnet, enthlt ein Portal, dessen Krper vor die Mauerflucht bis auf die Tiefe der Strebepfeiler heraustritt. ber dem Portalkrper ist in der Mauer ein kleineres Fenster. Ein belebendes Moment bilden beim nrdlichen Seitenschiff die Wimperge ber den Fenstern und die den horizontalen Mauerabschlu bekrnende Galerie, so da mit den Fialen der Streben ein abwechslungsreiches Bild entsteht. Im brigen hat die Mauer der Fassade die an gotischen Bauten bliche Gliederung. =Strebepfeiler.= Der zweifach abgestufte Mauersockel setzt sich auch um die Strebepfeiler fort. Ebenso das Kaffgesims. In halber Hhe beginnt die bis zum Schlu sich steigernde architektonische Belebung, welche zunchst darin besteht, da sich an den drei Seiten ebensoviele Giebelgesimse mit Krabben und Kreuzblumen anlehnen. ber denselben ein Zinnenkranz. Der obere Teil endigt mit je einem mit Kreuzblumen und Krabben geschmckten Giebel, darunter zweiteiliges Blendmawerk. Den Abschlu bildet eine krabbengezierte Pyramide mit Kreuzblume. [Illustration: Abb. 19. Querschnitt durch das Mittelschiff und die Seitenschiffe.] Bei den Strebepfeilern, welche die Portale flankieren, treten die oberen Teile zurck. Der dadurch ausgesparte Raum an der Vorderseite ist zur Aufnahme von Statuen bestimmt, wie die Baldachine andeuten. Es soll damit wahrscheinlich eine einheitliche Komposition dieser Wand als Portalwand betont sein. =Fenster.= Die Breite der Fenster ist ungleich. Das Fenster in der letzten an das Querhaus anstoenden Jochwand mute mit Rcksicht auf den in das neue Mauerwerk mit hereingenommenen romanischen Strebepfeiler schmler ausfallen als die brigen. Hingegen wurde das Fenster in der an die Trme anstoenden Jochwand mit Absicht breiter gestaltet, nmlich um mehr Licht in dem dunkeln Winkel bei den Trmen zu gewinnen. Da dieses Fenster erst spter seine jetzige Breite erhalten htte, ist bei der genauen bereinstimmung der Profilierung seiner Leibung nicht mglich. berall ist die Leibung durch zwei Hohlkehlen gegliedert, welche durch einen im Profil birnfrmigen Stab geschieden sind, whrend die uere Kante ein Rundstab begleitet. Auch die Maverhltnisse stimmen berein. Whrend die beiden stlichen Fenster Drei- und Vierteilung mit je drei Gruppierungen aufweisen, sind jedoch die Mawerke der westlichen Fenster mehrfach gruppiert bei teilweiser Verwendung von halbrunden Bgen anstatt der Spitzbgen (Abb. 21 und a, b, c). =Ornamente.= Beim nrdlichen Seitenschiff ist die Galerie des Daches eine Neuschpfung der letzten Restaurierung, zu der nur sprliche Anhaltspunkte vorhanden waren. Im Gegensatze hierzu bedurfte die Galerie des Portales nur einer Ergnzung; sie ist durch fnf freistehende und zwei Wandpfosten geteilt, welche schlichtes Mawerk einschlieen. Beim sdlichen Seitenschiff fehlen sowohl die Wimperge ber den Fenstern wie die abschlieende Galerie. =Portale.= Die beiden Portale sind bis auf die Galerie, welche am Portal des sdlichen Seitenschiffes (Abb. 20) fehlt, vollstndig gleich in der Anlage. Das Gewnde ist in je vier Abstufungen aufgelst, deren Kanten durch Stbe gegliedert sind und in deren Ecken ebensoviele Sulen stehen. Die Sulen bestehen aus je vier Einzelsulen, sind also gleichsam Sulenbndel. Dieselbe Gliederung setzt sich in Basis und Kapitl fort. Die Basen ruhen auf Wrfelsockeln und diese ihrerseits auf einem glatten Postament. Die trichterfrmig sich erweiternden Kapitle haben bald figrlichen, bald ornamentalen Schmuck; ihre Platten sind durch eine Hohlkehle gegliedert und bilden das Hauptgesims. Der Bogen hat eine dem Gewnde entsprechende Gliederung. =Mauerwerk.= Das Mauerwerk der Fassademauer besteht aus Werksteinen, das der Gewlbe aus Bruchsteinen in Mrtelbettung. Der eben in seinen Einzelheiten beschriebene Bau der Seitenschiffe von St. Sebald gehrt nach der stilistischen Seite noch in die Periode der Hochgotik. Er weist in der ganzen Anlage, in der Verteilung der Massen, in den Proportionen, in der Art der Ausschmckung, in der Ornamentik selbst alle Vorzge derselben auf. Der Meister, dessen Persnlichkeit festzustellen uns bis jetzt nicht gelungen ist, stammte zweifellos aus einer der ersten damaligen Schulen, und zwar aus einer Schule, in welcher die Gotik nicht mehr als franzsische Anleihe, sondern bereits als deutsches Eigentum behandelt wurde. Vielleicht kann ein in den ersten noch romanischen Strebepfeiler der ehemaligen nrdlichen Querschiffwand nachtrglich eingesetztes mnnliches Bildnis als Portrt dieses Meisters angesprochen werden. [Illustration: TAFEL V. Grundri der Sebalduskirche.] =Stilkritische Wrdigung.= Die bau- und kunstgeschichtlichen Beziehungen der Seitenschiffe zur allgemeinen Entwicklung nachzuweisen, ist nicht leicht. Da bei den gnstigen Maverhltnissen, bei dem Reichtum des Aufbaues und bei der knstlerischen Ausfhrung der belebenden Ornamente ein Zusammenhang mit einer einflureichen Bauschule Deutschlands bestanden hat, versteht sich ja von selbst. Allein die vermittelnden Bindeglieder fehlen, welche an den Ausgangspunkt fhren. Zweifellos wrden die Bauten der vier Bettelorden, die sich seit den zwanziger Jahren des 13. Jahrhunderts in Nrnberg ansiedelten, imstande sein, Aufschlu zu geben -- wenn sie noch bestnden. Erhalten ist nur die Barferkirche, aber durch den Umbau im 17. Jahrhundert so verndert, da ihr ursprngliches Aussehen vollstndig verschwunden ist. Auch mit den auf uns gekommenen Abbildungen der Bettelordenkirchen, meist Stichen des 17. und 18. Jahrhunderts, ist nichts anzufangen, sie sind in der Darstellungsweise zu sehr von dem Stilcharakter ihrer Zeit beeinflut, als da sie fr eine kunstgeschichtliche Untersuchung in dieser Hinsicht in Frage kommen knnten. Freilich hatten die Kirchen der Bettelorden der Ordensregel entsprechend nirgends eine reichere Ausfhrung aufzuweisen, soda sie fr eine direkte Beeinflussung stattlicher Pfarrkirchen berhaupt nicht von Belang sind. Nur indirekt knnen sie durch Grundrianlage und Konstruktion des Aufbaues Fingerzeige bei Vergleichung bedeutender Bauten geben, was aber in dem vorliegenden Falle aus dem angefhrten Grunde nicht mehr mglich ist. [Illustration: Abb. 20. Portal am sdlichen Seitenschiff.] Eine weitere Vermittlerrolle ist der Schwesterkirche St. Lorenz zugefallen, deren Erbauung in den siebziger Jahren des 13. Jahrhunderts begonnen hat. Auch sie hat wie St. Sebald spter mehrere durchgreifende Vernderungen erfahren: 1403 eine Erweiterung der Seitenschiffe, 1439-1477 den Bau des neuen Chores. Mit der Erweiterung der Seitenschiffe im Jahre 1403 fielen die alten Mauern und die neuen wurden in die Flucht der Querschiffmauern hinausgerckt. Was vom Mauerkrper der alten Seitenschiffe noch besteht, zeigt indessen eine so nahe Verwandtschaft mit den Seitenschiffen von St. Sebald, da der Gedanke, es sei der gleiche Meister an beiden Bauten ttig gewesen, sich unwillkrlich aufdrngt. War es doch wohl auch das Nchstliegende, zu den baulichen Vernderungen, die St. Sebald in dieser Epoche erfuhr, Werkleute der eben im Bau begriffenen neuen Pfarrkirche heranzuziehen. Der alte Bau von St. Lorenz seinerseits deutet in stilistischer Hinsicht auf die Schule von Freiburg. Die Bauzeit deckt sich ungefhr mit der des Langhauses vom Freiburger Mnster und dehnt sich noch ber dieselbe aus. Vor allem erinnert der ganze innere Aufbau an Freiburg, nur mit dem Unterschiede, da die bei beiden bereits vorhandenen Reduktionserscheinungen an der Kirche St. Lorenz noch um einen Grad strker eingegriffen haben: die Hochwand ist durch den Mangel des die vorausgegangene Epoche auszeichnenden Triforiums wieder eine wirkliche Mauer geworden, die Fensterffnungen sind verringert. Die Sulenbndeln hnlichen Pfeiler sind nahe verwandt. An den Kapitlen fehlt bei St. Lorenz fast durchgehends schon das Laubwerk. Die Raumwirkung ist hier gnstig, whrend bei Freiburg die Rcksichtnahme auf ltere Bauteile die Raumverhltnisse wesentlich beeintrchtigt hat. In der Anlage der Fassade geht St. Lorenz auf das Straburger Mnster zurck, wie berhaupt bei den Wechselbeziehungen zwischen Freiburg und Straburg die Einflsse einer dieser Schulen stets mit denen der anderen gemischt sind. Obwohl die Erweiterung der Seitenschiffe bei St. Sebald erst im Beginn des 14. Jahrhunderts in Angriff genommen wurde, sind hier die Reduktionserscheinungen relativ gering. So nehmen die Fenster die ganze Wandflche ein, der ornamentale Schmuck ist noch reich. Dieser, die Pfeilerbildung, insbesondere die fr Figuren bestimmten Nischen und Baldachine an den Pfeilern gemahnen an Freiburg. Dagegen wird die Frage der Herkunft der Fensterwimperge mit Freiburg nicht gelst. Die Schnheit, welche in der fortlaufenden Abwechslung der bekrnenden Strebepfeilerfialen, Wimperge und Galerien liegt, hatte man im 13. Jahrhundert zu wrdigen gewut. Von Frankreich ausgehend, verbreitete sich dieses Motiv rasch ber Deutschland. Alle bedeutenderen Bauten sind damit geziert. Zu den Reduktionserscheinungen im 14. Jahrhundert zhlt auch der Verzicht auf die Wimperge, nur die Galerien wurden neben den Fialen beibehalten. Es ist anzunehmen, da, wie bei St. Lorenz die ganze Anlage auf Freiburg und nur die Fassade auf Straburg zurckgeht, so bei St. Sebald die Wimperge ebenfalls mittelbar oder unmittelbar eine Entlehnung vom Straburger Mnster bedeuten, wo sich dieselben nicht nur ber Portalen und einzelnen Fenstern der Fassade, sondern im Verein mit Fialen und Galerien an den Seitenschiffen finden. Die Wlbung hinwiederum ist der im Freiburger Mnster eng verwandt, hier wie dort Gewlbe mit wagerechtem Scheitel, whrend bei den Gewlben des Straburger Mnsters Busung und konkave Scheitellinien anzutreffen sind. [Illustration: Abb. 21 a-d. Fenster-Mawerke der Seitenschiffe.] [Illustration: Abb. 22 und 22a. Brauttor.] Der romanische Bau von St. Sebald war, so viele gotische Elemente er auch in sich aufgenommen hatte, in seinem Kern nur wenig berhrt worden. Mit dem Umbau der Seitenschiffe dagegen hatte die Gotik in ihrer reifsten Form Ausdruck erhalten. Der gewaltige Umschwung, der sich whrend der zweiten Hlfte des 13. Jahrhunderts in der deutschen Baukunst vollzogen hatte, ist aus diesem Gegensatz deutlich zu erkennen: Anfangs- und Endstadium stehen nebeneinander. Dort der Ausgang einer Epoche mit deutlichen Anzeichen des neuen Stiles, hier bereits ein fertiges Produkt desselben; die Zwischenstufen fehlen. Allein so sehr beim romanischen Bau die importierten Elemente auf den Schauplatz hinweisen, auf welchem der gotische Stil zur Entwicklung gebracht worden ist, von franzsischer Gotik ist bei den Seitenschiffen nichts mehr zu finden. Hier gehrt die Epoche der Rezeption der franzsischen Gotik auf deutschem Boden schon zur Vergangenheit, hier hat die Gotik deutsches Brgerrecht erworben. Die Seitenschiffe stehen aber auch schon hart an der Grenze, jenseits welcher man zu reduzieren begonnen hat. Sie sind eine Schpfung der Hochgotik mit allen Vorzgen derselben. Sie sind das Beste, was die gotische Baukunst in Nrnberg geschaffen hat. =Die Fensterausbrche im Querschiff und Westchor.= Die der Kirche durch die breiten neuen Fenster der Seitenschiffe zugefhrte Lichtmenge war bedeutend und mute den Wunsch erwecken, auch an anderen Wnden der Kirche die romanischen Fenster durch Ausbrche zu verbreitern, um so mehr, als in bezug auf grere Lichtflle die in der Vollendung begriffene St. Lorenzkirche zur Nacheiferung aufforderte. So sehen wir denn weiterhin an Stelle der romanischen Kreisfenster in den Querschiffwnden breite vierteilige Mawerkfenster entstehen, von denen die Kmpferkapitle jetzt noch vorhanden sind und zeigen, da beim spteren Ostchorbau nur eine Verlngerung der schon vorhandenen Fenster stattgefunden hat. Aus dem gleichen Bedrfnisse erwuchs schlielich auch die Umwandlung der romanischen Fenster in den drei mittleren Feldern des Westchores, die bis dahin, wie die noch vorhandenen seitlichen Fenster ausweisen, aus je zwei ffnungen bestanden, in zweiteilige gotische Mawerkfenster. ber die genauere zeitliche Reihenfolge dieser Fensterausbrche lt sich vllig Sicheres nicht feststellen. Auf diese Weise hatte also der romanische Bau eine ganz vernderte Beleuchtung, nmlich die heute noch vorhandene, erhalten. Die ursprnglich gedmpfte und feierliche Lichtwirkung, die in den Schiffen und Chren der romanischen Kirche geherrscht hat, knnen wir uns nur mehr in der Vorstellung vergegenwrtigen. Einen eigentmlichen Reiz mu in dieser Zwischenperiode die ganze Erscheinung der Kirche, namentlich das romanische Querschiff mit seinen gotischen Mawerkfenstern, geboten haben. =Die neuen Portale am Querschiff.= Im Zusammenhang mit diesen baulichen Vernderungen ist hier schlielich noch die Anlage zweier neuer Portale an den ersten Querschiffjochen zu erwhnen, die offenbar bereits dieser Bauperiode der Kirche angehrt: das =Brautportal= (Taf. IV und Abb. 22 und 22a) im stlichen Joch des nrdlichen Querschiffarmes zwischen den romanischen Strebepfeilern, zeigt ein reich profiliertes Gewnde, innerhalb dessen die Statuen der klugen und trichten Jungfrauen auf Konsolen unter Baldachinen aufgestellt sind. Nach oben schliet das Portal mit einem Spitzbogen und darber horizontal in rechtwinkeliger Form ab. In der Spitze des Bogens ist das Brustbild des segnenden Heilands, zu beiden Seiten sind die Statuen Adam und Eva angebracht. Das jetzt leere Tympanonfeld kann ehemals eine Skulptur, vielleicht aber auch nur ein Mawerk enthalten haben. Eine wirkungsvolle Zutat, die aber einen Teil der frheren Anlage verdeckt, erhielt das Portal ein paar Dezennien spter durch den Vorbau eines reich ausgebildeten durchbrochenen Mawerkes, neben dem zwei Statuen -- rechts der hl. Sebald und links Maria mit dem Christuskinde -- auf Konsolen und unter Baldachinen ihren Platz fanden. Am sdlichen Querschiffarme, ebenfalls zwischen den romanischen Strebepfeilern des westlichen Joches, wurde das =Dreiknigsportal= angelegt. In einfacherer Weise als beim Brauttor zeigt das Portal ein reich profiliertes Gewnde und als Abschlu einen Spitzbogen, in dessen Tympanonfeld heute eine nach dem Innern der Kirche hin gerichtete Holzskulptur (Epitaphium der sel. Ebnerin) angebracht ist. Nach auen wurde zwischen den Strebepfeilern durch den Einbau eines Gewlbes mit profilierten Rippen eine Vorhalle geschaffen, an deren Wnden in Nischen auf vier Konsolen Maria mit dem Christuskinde und je einer der drei Weisen mit ihren Geschenken als Rundfiguren angebracht sind. 2. Der Ostchor. 1361-1379. Der im Jahre 1309 begonnene Umbau der Seitenschiffe konnte, wenn auch die Kirche ungefhr 100 qm an Flchenraum gewann, nicht als eigentlicher Erweiterungsbau gelten. Es waren eben nur die Seitenschiffe, welche bei dem Besuch der Kirche whrend des Hauptgottesdienstes wenig in Frage kommen, erweitert worden, Mittelschiff und Chor waren geblieben, wie sie in der ersten Hlfte des 13. Jahrhunderts angelegt waren. Auf die Dauer gengte demnach die Kirche St. Sebald ihrer immer mehr anwachsenden Gemeinde nicht. Wir wissen ja, da die Stadtgrenze in der zweiten Hlfte des 13. Jahrhunderts mit jenem Mauerzug bestimmt wurde, welcher im heutigen Stadtbild am Weien Turm und dem Laufer Schlagturm noch deutlich zu erkennen ist, und da noch vor der Mitte des folgenden Jahrhunderts diese Grenze auf den jetzigen Stadtgraben hinaus verlegt wurde, was doch in Anbetracht der kurzen Zeit zweifellos auf eine rasche Bevlkerungszunahme der Stadt und insbesondere der Pfarrei St. Sebald schlieen lt.[18][19] Angesichts dieses starken Bevlkerungszuwachses konnte auch die in den Jahren 1355-1361 auf dem Markt erbaute Kapelle zu Unserer Lieben Frau keine Entlastung fr die Kirche St. Sebald bedeuten. Mitbestimmend fr die notwendige Erweiterung der Kirche St. Sebald war wesentlich folgender Punkt. Mit der Zunahme der Bevlkerung war auch Nrnbergs politische und kulturelle Bedeutung gestiegen. [Illustration: TAFEL VI. Lngenschnitt der Sebalduskirche.] Die auerordentlich gnstige zentrale Lage des Ortes, seine Stellung als bevorzugte Reichsstadt, in der sich die deutschen Knige und Kaiser oft und lange aufhielten und die sie durch bedeutende Handels- und sonstige Privilegien auf alle Weise frderten, die groe Gunst und Liebe, die besonders die beiden Kaiser Ludwig der Bayer und Karl IV. der Stadt angedeihen lieen, dann aber, und das war nicht weniger wichtig, die unerschpfliche Arbeitskraft und Arbeitslust seiner Bevlkerung sowie die Intelligenz und der Unternehmungsgeist seiner Geschlechter und der brigen bedeutenden Kaufmannschaft, hatte das Wachstum und die Blte Nrnbergs so mchtig gefrdert, da es bereits um die Mitte des 14. Jahrhunderts in sonst kaum beobachteter rascher Entwicklung sich eine weltgeschichtliche Bedeutung errungen hatte. Es ist richtig, die Entwicklung Nrnbergs auf allen Gebieten, dem des Handels und der Gewerbe, der Kunst und der Wissenschaft, tritt zu keiner Zeit so deutlich und herrlich in die Erscheinung wie gegen Ende des 15. und im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, wo eine auserlesene Schar hervorragender, ja einziger Krfte auf dem Gebiete des Gewerbes, insbesondere des Kunstgewerbes in Nrnberg wirkten und, man mchte sagen, die Frsten im Reiche der Kunst und des Kunsthandwerkes dieser einzigen Stadt ihren Glanz durch Jahrhunderte verliehen. Aber einen ersten bedeutenden Hhepunkt erreichte das Kunstleben der Stadt, entsprechend der bedeutenden Entwicklung, die das Gemeinwesen sowohl als auch die handelspolitische Bedeutung der Stadt genommen hatte, schon in der glanzvollen Epoche der gotischen Kirchenbauten. Da kann es denn nicht wundernehmen, da man, als das Bedrfnis einer Erweiterung der Hauptpfarrkirche immer dringender hervortrat, an Stelle des Ostchors, fr dessen Stilcharakter man kein Verstndnis mehr hatte, und der auch den gesteigerten Ansprchen viel zu bescheiden, ja armselig erscheinen mochte, einen stattlichen, dem modernen Geschmack angepaten Neubau erstehen lie. Ende der fnfziger Jahre wurde bereits fr den Neubau zu sammeln begonnen, wie zwei Ablaurkunden vom 23. Februar und 21. September des Jahres 1358 beweisen.[20] 1360 wurde ein am Friedhof von St. Sebald gelegenes und dem Egidienkloster gehriges Haus gegen ein zum Kirchenvermgen von St. Sebald gehriges Anwesen umgetauscht, was wohl nur daraus verstndlich wird, da jenes Haus hart an der Friedhofmauer, in nchster Nhe des alten Ostchores lag und behufs Niederlegen von der Kirchenverwaltung von St. Sebald erworben werden mute.[21] Im Sommer 1361 nahm man den Neubau in Angriff.[22] Da Geld stets vonnten war, besagt unter anderem der 1362 zur Frderung des Neubaues erteilte Abla.[23] Im Frhjahr 1364 war der Bau bereits weit vorgeschritten; der Pfarrer Albrecht Krauter, der sich um den Neubau seiner Kirche sehr verdient gemacht hat, stellte der Stadt einen Revers ber die Nichterweiterung des Friedhofes aus, obwohl das Areal desselben durch den Neubau an Flchenraum erheblich eingebt hatte.[24] Eine Unterbrechung des Gottesdienstes scheint whrend des Baues nicht stattgefunden zu haben. So wurden bis zum Jahre 1365 Pfrnden gestiftet und besttigt, darunter 1364 eine Pfrnde fr den in der sdlichen Seitenapsis stehenden St. Stephansaltar.[25] Vom Oktober 1365[26] bis zum Juli 1370[27] allerdings schweigen die urkundlichen Nachrichten, und erst in den folgenden Jahren hren wir wieder von Stiftungen fr Altre und zwar in erster Linie fr Altre, die ihren Standort im neuen Ostchor erhielten. Schon 1370 scheint der Neubau den Anschlu an die alte Kirche erreicht zu haben und auch eingewlbt gewesen zu sein, so da die bisher in den drei Ostapsiden des romanischen Chores befindlichen Altre nun neue Aufstellung finden konnten.[28] In der Zwischenzeit von 1365-1370 wurde der Hauptgottesdienst wahrscheinlich im Mittelschiff oder im Westchor abgehalten. Von besonderem Interesse erscheinen zwei Urkunden, vom 3. Juli 1370 und vom 10. Juli 1379[29], nach deren Inhalt die Ostkrypta nicht, wie man annehmen knnte, beim Neubau eingefllt worden wre, sondern einstweilen noch fortbestanden htte. Beide Schriftstcke, von welchen das erste die Besttigung der Stiftung einer Pfrnde fr den Marienaltar enthlt, das andere von einem Abla des Kardinals Pileus fr den gleichen Altar handelt, bezeichnen ausdrcklich den Standort dieses Altares als in der Krypta befindlich. Diese Bezeichnung des Standortes mu indessen sehr auffllig erscheinen und ist nur schwer zu erklren, da ein Fortbestehen der Ostkrypta nach Vollendung des Neubaues technisch unmglich war. War schon im Jahre 1370 der Bau im Innern soweit vorgeschritten, da der Gottesdienst in demselben aufgenommen werden konnte, so ging auch das uere rasch seiner Vollendung entgegen. Wie aus zwei im Stadtarchiv Nrnberg aufbewahrten Urkunden vom 15. Oktober und 20. Dezember des Jahres 1372[30] ersichtlich ist, war nmlich um diese Zeit der Auenbau vollendet und aller Wahrscheinlichkeit nach auch das Gerst beseitigt, denn es wurden den ehemaligen Pchtern der Brotbnke am alten Ostchor nun neue Brotbnke an den Pfeilern des neuen Chores berlassen. Was den endgltigen Abschlu des ganzen Unternehmens noch hinausschob, wird wohl der Umstand gewesen sein, da entweder verschiedene auf die Ausstattung und Einrichtung der Kirche abzielende Auftrge noch nicht erfllt waren oder da es nach dieser Richtung berhaupt an Auftraggebern und Stiftern eine Zeitlang gefehlt hat. Noch am 5. Juni 1379 erteilte der Kardinal Pileus einen Abla, weil die vorhandenen Mittel zur Vollendung der Kirche nicht ausreichten.[31] Am Sonntag nach Bartholomus des Jahres 1379 endlich fand die feierliche Einweihung des neuen Ostchores statt, welcher im ganzen 24000 Goldgulden kostete.[32] So war in verhltnismig kurzer Zeit -- besonders wenn wir die Jahre 1361-1372 ins Auge fassen -- ein mchtiges und herrliches Bauwerk geschaffen worden. Es lt diese Tatsache wohl einen Rckschlu zu auf den Eifer, mit dem das Unternehmen begonnen und durchgefhrt worden war, aber auch auf die Wohlhabenheit der Brger, welche das Unternehmen nie hatte ins Stocken geraten lassen, was im Mittelalter, wo fast niemals ein greres Bauwerk nach dem ursprnglichen Plane in wenigen Jahren zur Vollendung gelangte, zu den Seltenheiten gehrte. * * * * * =Baubeschreibung.= Der Ostchor von St. Sebald ist ein dreischiffiger Hallenbau mit Chorumgang. Unregelmigkeiten und Verschiebungen in der Grundribildung (Taf. V), wovon eingehend bei dem Abschnitt ber Stilkritik die Rede sein wird, hatten zur Folge, da die Anlage mit drei ungefhr gleich breiten Schiffen, wie sie im westlichen Joch, wo der Chor an das Langhaus anstt, gegeben war, nicht genau durchgefhrt werden konnte. Gleichwohl ist die quadratische Form der Gewlbefelder im allgemeinen beibehalten worden, so da fast immer die Breite der Schiffe so ziemlich der Gre der Pfeilerabstnde entspricht. Der Abschlu des Binnenchores wird von drei Seiten des Achteckes gebildet. Im Chorumgang, dessen Auenwand aus sieben Seiten des Sechzehneckes besteht[33], wechseln vier dreieckige Felder mit drei rechteckigen Feldern ab. Das Gewlbe wird von zehn freistehenden Pfeilern getragen, dem Schub des Gewlbes nach auen begegnet die Wand mit 18 Strebepfeilern, an der Westwand entsprechen den Innenpfeilern zwei romanische Vierungspfeiler und an den Auenecken stehen zwei kleine Strebepfeiler. Das verwendete Baumaterial ist rtlichgrauer Sandstein von ziemlich weicher Beschaffenheit aus den westlichen Auslufern des Jura, fr Steinmetz- und Bildhauerarbeiten vorzglich geeignet, jedoch von geringer Widerstandskraft gegen die Unbilden der Witterung. Fr die Anlage des neuen Ostchores war die Breite des romanischen Querhauses magebend, von welchem verschiedene Teile mit in den Neubau aufgenommen wurden. Die Westwand und die beiden Seitenwnde wurden mit ihren Pfeilern, Strebepfeilern und Diensten beibehalten. Dagegen wurden die stlichen romanischen Vierungspfeiler durch neue freistehende Pfeiler und die entsprechenden Strebepfeiler mit ihren Diensten ebenfalls durch neue ersetzt. Zu den Anbauten und Nebenbauten gehren zwei Sakristeien: die grere an der Nordwand zwischen dem dritten und vierten Strebepfeiler, ein zweistckiger Bau in rechteckiger Grundriform, das untere Gescho mit zweiteiligem Gewlbe, und die kleinere gegenber an der Sdwand, ebensolang, aber nur halb so breit wie die andere Sakristei und nur eingeschossig. Die sdliche Sakristei war ursprnglich die Pankratiuskapelle. An die beiden Sakristeien schliet sich westlich je eine Kapelle an, zwischen zwei Pfeilern durch Einziehung derselben eingebaut; die nrdliche derselben, von der Nrnberger Patrizierfamilie der Pfinzing gestiftet, wurde spter durch Umbau in eine Empore verwandelt und fhrt jetzt den Namen Magistratschor, die sdliche ist die Pmerkapelle. [Illustration: Abb. 23. Ostchor. Innenansicht.] Zwischen den beiden ersten Strebepfeilern an der Nordwand wie an der Sdwand, also hart neben den beiden eben erwhnten Kapellen, fhren die zwei schon frher vorhandenen Portale in den Chor, nrdlich das Brautportal oder die Ehtr und sdlich das Dreiknigsportal. Die stlich der sdlichen Sakristei befindliche kleine Tre, die sogenannte Schautre, bestand damals noch nicht.[34] Die einzelnen Wandabteilungen werden von schlanken, gleich langen Fenstern durchbrochen; nur die Fenster in einigen westlichen Traveen, insbesondere das ber der nrdlichen Sakristei, haben eine Krzung erfahren mssen. =Querschnitt und Aufri= (Taf. VI). Das Prinzip der Hallenkirche erfordert, wenn es rein zum Ausdruck kommen soll, bei den drei parallelen Schiffen nicht nur gleiche Spannweite, sondern auch gleiche Hhe. Letzterem Erfordernis ist am Ostchor von St. Sebald durchweg Rechnung getragen, und es konnte dies, eben weil die Schiffe so ziemlich gleiche Spannung haben, leicht geschehen; es war demnach weder eine schlanke, noch eine gedrckte Bildung der Wlbungslinien notwendig, und so muten auch die Kmpfer, beziehungsweise Gewlbeanfnger gleiche Hhe erhalten. Ungleichheiten entstanden nur im stlichen Teile des Chores, wo zwar die Breiten der Wandabteilungen mit den Pfeilerabstnden ungefhr bereinstimmen, aber beide nicht mit der Spannweite des Umganges. Gleiche Scheitelhhe einerseits und gleiche Kmpferhhe andererseits ist jedoch auch hier beibehalten worden, weshalb die Wlbungslinien das einemal eine gedrcktere, das anderemal eine spitzere Form annehmen. Eine kleine Unregelmigkeit hat sich ferner noch beim Ansatz des Gewlbes an die stehengebliebenen Wnde, Pfeiler und Dienste des romanischen Querhauses ergeben. Es wurden nmlich die westlichen Vierungspfeiler mit ihren Diensten sowie die brigen Dienste vollstndig in den Neubau aufgenommen, also einschlielich der Kapitle, nur an den beiden Pfeilern wurden die vorkragenden Gesimse weggeschlagen, was aber konstruktiv ohne Belang ist. Erst von den romanischen Kapitlen an beginnen die gotischen Gurt-, Rippen- und Schildbgen, oder richtiger gesagt: =schon= von den romanischen Kapitlen an; denn da das neue Gewlbe -- nicht nur die Scheitel, sondern auch die Gewlbeanfnger -- etwa 150 m hher liegt als das alte, so muten die neuen Gewlbteile ber den romanischen Sttzen um diese Entfernung gestelzt werden. Dabei wurde fr den ersten nrdlichen Scheidbogen die Breite des romanischen Vierungspfeilers beibehalten, da dessen Breite der Strke der brigen Scheidbgen zuflliger Weise entsprach, die Breite des anderen Pfeilers dagegen mute, weil derselbe bedeutend strker, verkleinert werden. Die Wahl gleicher Hhe sowohl wie gleicher Spannweite der Schiffe brachte auerdem noch ein gnstiges Verhltnis fr die Stabilitt des Baues mit sich. Der Schub der mittleren Gewlbe wird auf diese Weise naturgem durch die seitlichen vllig aufgehoben, so da die Auenmauern und ihre Strebepfeiler nur dem Schub der Seitenschiffsgewlbe Widerstand zu leisten haben. Auenmauern und Strebepfeiler htten somit auf ihre geringste Strke reduziert werden knnen, ebenso die Innenpfeiler, welche ja nur unter senkrechter Belastung stehen. Allein eine solche Reduzierung htte fr den Bestand des Bauwerkes gefahrdrohend sein mssen. Man wollte den ganzen Chor mit seinen drei Schiffen und seinem Umgang, wie es damals bei Hallenbauten blich war, unter ein einziges Dach bringen, und ein solches Dach mute bei den riesigen Dimensionen schon durch sein eigenes Gewicht, dann aber vor allem durch den Winddruck, den es auszuhalten, und die Schneemasse, die es zu tragen hatte, den Gewlbebau ganz betrchtlich belasten. Und so unterblieb die theoretisch zulssige Reduzierung von Pfeiler- und Wandstrke auf das Mindestma. [Illustration: Abb. 24. Innenansicht vom Ostchor gegen Nordosten.] Die schlanken Innenpfeiler (Abb. 23) zeigen bereits ausgesprochenen sptgotischen Charakter: ihr Horizontalschnitt besteht aus einem regulren Achteck mit vier angelegten kreisrunden Diensten. Der Pfeilersockel hat die erweiterte Form des Pfeilers, mit dem Unterschied, da der achteckige Grundri an den Diagonalseiten zu einem rechteckigen ergnzt ist. Den bergang vom Sockel zum Pfeiler stellt eine einmalige wellenfrmige Abstufung mit zwei kleinen Hohlkehlringen, bei den Ecken eine pyramidenfrmige dreiteilige Abstufung her. Kapitle fehlen. Der bergang von der Sttze zur Last sollte unmittelbar sein. Doch wurde es unterlassen, den Grundri des Gewlbanfngers in bereinstimmung mit dem Pfeilergrundri zu bringen oder umgekehrt. Denn der Pfeiler htte, wenn Dienst mit Rippe oder Gurt, Scheidbogen mit einem Teile des Pfeilerkerns selbst sich htten decken sollen, eine achteckige Grundriform haben mssen, indem die beiden in der Querachse liegenden Seiten mit je drei Diensten fr je einen Gurt und zwei Rippen ausgerstet gewesen wren; die beiden in der Lngsachse liegenden Seiten wrden den Scheidbgen entsprochen haben. So aber -- bei einem achteckigen Pfeiler mit vier Diensten an den vier Hauptseiten -- muten die seitlich einmndenden drei Rippen, einschlielich eines Gurtes, enger zusammengefat werden und sich auf einen einzigen Dienst beschrnken, whrend die brigen zwei Dienste mit den anschlieenden Teilen des Pfeilers in die gnzlich anders profilierten Scheidbgen bergehen. Aber auch die Rippenprofile sind wesentlich verschieden von der runden Form der Dienste, so da das Gesamtbild des Gewlbanfngers keineswegs mit der Form des Pfeilers bereinstimmt. Gleichwohl wird dadurch, da sich die einzelnen Rippen und Bgen nur allmhlich im Pfeiler verlieren, im Beschauer die Meinung erweckt, als wenn sich der bergang vom Pfeiler zum Gewlbe in weitem, unmerklichem Flu vollziehen wrde. Das in Anwendung gebrachte Gewlbesystem ist das einfache Kreuzgewlbe ber quadratischem Grundri. Der Gewlbescheitel liegt nahezu horizontal, auch in den beiden ueren Gewlbevierteln der ersten Seitenschiffsjoche, welche wegen des vorhandenen romanischen Mitteldienstes geteilt wurden. Es steht demnach auch die Wandflche als solche nur unter senkrechter Belastung. Rippen, Gurte, Schildbgen sind unter sich gleich stark und in gleicher Weise profiliert, die Schlusteine sind kreisrund und fhren die Profilierung der Rippen fort. Das Profil der Scheidbgen zeigt zwischen zwei tief einschneidenden Hohlkehlen einen polygonalen Vorsprung. Bei der Einwlbung der rechteckigen und dreieckigen Felder des Chorumgangs hatten sich Besonderheiten nicht ergeben. Ebensowenig bei der Einwlbung des Binnenchorabschlusses, indem zu den drei gleich groen Achteckseiten die beiden anstoenden etwas greren Pfeilerabstnde hereingenommen wurden, so da die Lsung der Wlbungsfrage in der einfachsten Weise geschehen konnte. Das Material des Kappengemuers ist Bruchstein in Mrtelbettung. Dieselbe Einfachheit, mit der Grundri und Aufri, beziehungsweise Querschnitt durchgebildet sind, zeigt sich auch bei der Gliederung der Innenwand (Abb. 24). Die bereits gegebene Teilung wurde ohne eigentliche Zutat belassen. Die senkrechte Teilung in einzelne Wandflchen besorgen die Wandpfeiler, oder, besser gesagt, die Fortsetzungen der Wlbungsgurte, welche aber nicht besonders auffllig aus der Wand heraustreten, denn sie haben nicht nur die Profilierung der Rippen, sondern auch deren Strke behalten. Etwa 4 m ber dem Boden beginnen die Fensterffnungen und ziehen sich hoch hinauf bis an das Gewlbe. Diese starke Betonung des Vertikalen wird nur unterbrochen durch ein in der Nhe und in Verbindung mit den Fensterbnken horizontal um den Chor herumlaufendes Gesims, das jedoch an den Mauerdiensten absetzt. Als einziger Schmuck wurden zu beiden Seiten der Fenster fr noch zu stiftende Statuen Konsolen und reich gestaltete Baldachine angebracht (Abb. 25). [Illustration: Abb. 25. Baldachin im Ostchor.] In der Profilierung der Fensterleibungen wechseln mehrere Hohlkehlen, Rundstbe und Stege miteinander ab. Charakteristisch ist auer der Betonung einer greren Hohlkehle die Anfgung des Rundstabes, der mit einem Doppelpolster auf einem kanellierten stabfrmigen Sockel aufsitzt. Die Anwendung der Polychromie war nur sprlich. Trotzdem war der Eindruck des Innenraumes auf den Beschauer ein malerischer. Die Kirche war von Anfang an getncht, so da die scharfe Wirkung, welche die nackte Steinarchitektur ausgebt htte, wesentlich gemildert erschien. Ungemein wohltuend wirkten dann die einzelnen bemalten Stellen, gleichsam Farbflecke im Gesamtbilde der Architektur. Die Leibungen der Fenster waren mit roter Steinfarbe gestrichen, mit einfachem Strichmuster waren die Gewlbrippen belebt, bunte Fassung mit reichlicher Verwendung von Gold zeigten nur die Schlusteine. Die farbige Ausschmckung der Chorwnde unterhalb der Fensterbank und auch der Baldachine war dem Wohlttigkeitssinn der Patrizier und anderer reicher Familien berlassen, ebenso wie die Ausfllung der groen Fensterflchen mit Glasmalereien. Der Eindruck des Innenraumes an und fr sich, des Raumbildes selbst, ist ein beraus gnstiger. Schon in der Beleuchtung des Raumes liegt eine Reihe von Vorzgen. Dadurch, da smtliche Schiffe gleiche Hhe haben, verteilt sich das Licht gleichmig auf den ganzen Raum, es entsteht nirgends eine finstere Ecke. Gesteigert wird diese Wirkung noch durch den Umstand, da fast smtliche Fenster mit Glasmalereien bis zur halben Hhe ausgestattet sind, beziehungsweise bei der 1379 erfolgten Einweihung ausgestattet waren, so da die Beleuchtung den Gewlben zu verstrkt, nach unten gedmpft wird und da andererseits die tief herabgezogenen Seitenfenster weniger stren. Der Charakter des Hallenbaues kommt voll und ganz zum Ausdruck. Die Verzichtleistung auf ein Querschiff und somit auf die Kreuzform berhaupt, der in die Breite gehende Aufbau bei verhltnismig kurzer Lngenausdehnung des Ganzen haben zur Erreichung des Hallenprinzips den grten Teil beigetragen. Die breite Anlage, der khne Aufbau kommt erst recht zur Geltung, wenn man von dem romanischen Langhaus in den neuen Chor bertritt. Ein gewisses beengendes Gefhl, das einen in den fest geschlossenen Schiffen -- die gotischen Seitenschiffe nicht ausgenommen -- berkommt, schwindet mit einemmal, man atmet auf und glaubt in freier Luft zu sein. Welch gewaltiger Unterschied liegt da zwischen dem Bauwerk der ersten Hlfte des 13. Jahrhunderts und dem der zweiten Hlfte des 14. Jahrhunderts! Ruhen dort die Vorzge in der Darstellung und in der bis zu einem gewissen Grade konsequenten Durchfhrung des =Organischen=, so breitet hier die =Raumkunst= ihre gesamten Vorteile in mchtiger Entfaltung aus. So verhltnismig kurz der dazwischenliegende Zeitraum auch ist, aus dem lteren Bau kann der Neubau nicht erklrt werden; man glaubt vor einem Rtsel zu stehen. Denn der im Anfange des 14. Jahrhunderts erfolgte Umbau der Seitenschiffe des romanischen Langhauses gibt, obwohl er mit ein Glied in der Entwicklungskette bildet, keinen Aufschlu und kann auch keinen geben, da das basilikale System beibehalten worden ist und daher die Seitenschiffe wegen ihrer untergeordneten Bedeutung nicht in Frage kommen knnen. Das Innere des Ostchores zeichnet sich aber auch noch durch besondere Vornehmheit in der Gesamtwirkung aus, ganz im Gegensatz zu der Nchternheit der sptgotischen Hallenkirchen. Es ist dies vor allem einem beraus fein gestimmten Proportionsgefhl des Erbauers zuzuschreiben. Zudem zeigte sich derselbe auch frei von dem Streben nach der in der Sptzeit so beliebten Kontrastwirkung und hat kleinliche Details streng vermieden. Bei dem Gebrauch des dekorativen Elementes hat er sich eine weise Beschrnkung auferlegt. * * * * * Die Struktur des Auenbaues (Taf. VII, VIII, IX) ist analog der Gestaltung der Innenwand an sich wenig reich an Gliederung. Es wechseln die schlanken Strebepfeiler mit den fast ebensolangen Fenstern ab, also in der Hauptsache ebenfalls Betonung des Vertikalen. In Vereinigung mit den Fensterbnken zieht sich ein krftiges Gesims um den ganzen Chor herum, die Streben mitinbegriffen, und als zweite Horizontallinie kann die auf der Chormauer aufsitzende Galeriebrstung betrachtet werden. So einfach, ja man mchte sagen, so primitiv die Gliederung des durch die Hallenanlage bedingten Auenbaues ist, schwerfllig kann derselbe keineswegs genannt werden. Denn mit der Wahl von sieben Seiten des Sechzehnecks fr den Chorabschlu wurde eine enge Aneinanderreihung der Streben erzielt, so da die verhltnismig schmalen Fenster nahezu die ganze Zwischenwand einnehmen und somit das Mauerwerk wesentlich auf den konstruktiven Bedarf reduziert wird. Und auch Eintnigkeit und Einfrmigkeit, die eine natrliche Folge im Auenbau einer solchen Anlage htten sein mssen, sind durch Gliederung im einzelnen und durch reichen Aufwand an Dekoration gnzlich vermieden worden. Eine Gliederung des Mauerwerks unterhalb des in Fensterhhe sich herumziehenden Gesimses ist unterlassen worden; nur ein schlichter Sockel, wie am brigen Bau wellenfrmig mit der Mauer verbunden, ist zu erwhnen. Erst von dem Hauptgesims ab beginnt die Architektur lebendig zu werden. Die sich verjngenden Strebepfeiler sind in drei Stockwerke abgeteilt, wobei die markierenden feinen Gesimse auch auf die zwischen Pfeiler und Fenster als Rest verbliebenen Wandstreifen bergreifen. Die einzelnen Abstze nun sind mit einer Flle von Blendwerk, jedoch in klarer Disposition, ausgestattet. Die Blendnischen der unteren Stockwerke enthalten zur Aufnahme von Statuen Baldachine (Abb. 27 und a, b) und Konsolen, welch letztere, bald auf Sulen ruhend, bald nur in die Wand eingelassen, ornamentalen und figrlichen Schmuck zeigen; neben den Fenstern sind, entsprechend dem Pfeiler, zu demselben Zweck Postamente, auf dem Hauptgesims stehend, und hohe, bis an das nchste Pfeilerstockwerk hinaufragende Baldachine angebracht. Das Blendwerk des zweiten Stockwerkes setzt sich auch auf die Wand bis an die Fenster hin fort; dagegen fehlen hier Konsolen und Baldachine. Vorne ist dieses Stockwerk dreieckig gestaltet, die Nischen der beiden Dreiecksseiten enthalten wiederum kleine Postamente und Baldachine; ber dem Dreieck erhebt sich eine mit Krabben und Kreuzblume geschmckte Fiale bis ber die Hlfte des nchsten Stockwerkes, dessen Blendwerkgliederung infolge des geringeren Umfanges wesentlich vereinfacht ist. [Illustration: TAFEL VII. Grundrientwicklung der Strebepfeiler am Ostchor.] [Illustration: TAFEL VIII. Ansicht eines Ostchorjoches.] [Illustration: TAFEL IX. Seitenansicht und Schnitt eines Strebepfeilers am Ostchor.] Die Profilierung der Fensterleibungen ist hnlich der an der Innenwand und wird hauptschlich durch eine grere Hohlkehle bestimmt. Das Mawerk der Fenster hat noch keine komplizierten Formen und erinnert meist an die Zeit der Hochgotik. Die vier Teile, in welche die Fenster durch einen strkeren Mittel- und zwei schwchere Seitenpfosten geteilt sind, schlieen einzeln mit Spitzbgen ab, welche wiederum paarweise zusammengefat sind, und die Fllung in diesen beiden Spitzbgen bilden gewhnlich Dreipsse. Nur in den Fenstern des ehemals romanischen Querhauses, die durch Verlngerung der dort schon bestandenen gotischen Fenster entstanden sind, ist die Bildung der Mawerkfllung eine freiere, weniger zum Gesamtorganismus passende, es tritt sogar die Fischblase auf. ber den Fenstern ragen Wimperge, in Kreuzblumen endigend und mit Laubbossen auf den Kanten, empor; sie sitzen seitlich auf hohen, bis zur Fensterbank hinabreichenden Rundstben auf und berschneiden oben die zinnenbekrnte, an ihrem Fu mit Ranken und Blattwerkfries geschmckte Galerie. Ein weiteres, die Gesamtarchitektur belebendes Moment sind die mit Blendwerk, Krabben und Kreuzblumen ausgestatteten Fialen auf den Strebepfeilern. So ist es gelungen, durch Gliederung im einzelnen wie durch reiche, aber immer mavolle Entfaltung ornamentalen Schmuckes den Mangel an Gliederung des Ganzen zu ersetzen. Und auerdem ist mit dem von der Chorgalerie, den Fensterwimpergen und Fialen gebildeten prchtigen Kranz fr den Beschauer ein gut Teil des gewaltigen Daches verdeckt. Die Westwand des romanischen Querhauses, welche schon wegen der hheren Einwlbung des neuen Ostchores erhht werden mute, ist bis ber den First des romanischen Mittelschiffes weitergefhrt, jedoch nicht bis zum First des Chordaches, sondern, vielleicht um weniger Widerstand gegen Wind und Wetter zu bieten, vielleicht auch nur aus Sparsamkeitsrcksichten, abgewalmt.[35] Der Eindruck des Auenbaues auf den Beschauer ist ein mchtiger, um so mehr, als man beim Anblick unwillkrlich zum Vergleich mit den lteren, in kleineren Verhltnissen errichteten Bauteilen der Kirche gezwungen wird. Nur liegt hier die Sache anders als beim Innenbau. Dort wird der Hauptunterschied mehr in der Breitendimension gefunden, hier mehr in der Hhendimension. Ist auch das Mauerwerk des neuen Ostchors nicht bedeutend hher als die romanische Hochwand, so bt doch das Dach mit seiner mchtigen Ausdehnung eine geradezu erdrckende Wirkung auf den brigen Bau aus, und zwar deswegen, weil die drei Schiffe mit einem einzigen Sattel berzogen sind. Angenommen, es wre mglich gewesen, jedem einzelnen der Chorschiffe, wie es z. B. bei verschiedenen Bauten in Hessen fters der Fall ist, eine besondere Bedachung aufzusetzen, so wrden diese einzelnen Dcher ebenso wie das Mauerwerk das romanische Mittelschiff nur wenig berragt haben. So aber ist der neue Ostchor mitbestimmend fr das Stadtbild geworden, was hundert Jahre spter auch bei der Kirche St. Lorenz der Fall war. In der Silhouette der Stadt, welche mit der Burg und den beiden Turmpaaren von St. Sebald und St. Lorenz im wesentlichen gegeben ist, ragen auch die beiden Chorbauten empor; von Westen gesehen, blicken sie durch die Trme durch, von Sden gesehen gewhren sie den Anschein, als wre jede Verbindung zwischen ihnen und ihren Trmen aufgehoben. Ein Vergleich des Neubaues mit dem alten Bau drngt sich aber noch bezglich der Wirkung der Architektur selbst auf. Der Unterschied zwischen dem Ostchor und der romanischen Hochwand ist im Auenbau noch berraschender als im Innenbau. Denn hier fehlt beim romanischen Bau jegliche Struktur. Aus der glatten Wand mit den fnf rundbogigen Fenstern ist ein Rckschlu auf die Art der Innenkonstruktion, beziehungsweise der Einwlbung unmglich. Doch tritt fr den Beschauer der romanische Teil des Baues zu sehr in den Hintergrund zurck, als da er unbedingt zu einem Vergleich mit dem Chor herausfordern wrde. Anders verhlt es sich mit den Seitenschiffen. Im Innern werden dieselben trotz ihrer erheblichen Breite kaum beachtet. Ihr Auenbau jedoch fhrt eine beredte Sprache. Seit 1309 begonnen, zeigen sie in der Gliederung der Architektur wie in der Dekoration den Geist der Hochgotik, voll Feinheit und Geschmack. Und der Stilcharakter im Auenbau des Ostchores scheint bei der ber ein halbes Jahrhundert betragenden Zeitdifferenz nicht weit verschieden zu sein: dasselbe Prinzip der Gliederung und Dekoration hier wie dort, bestehend in Galeriebrstung und berschneidenden Fensterwimpergen und Pfeilerfialen. =Stilkritische Wrdigung.= Wir fragen uns nun, welche Stelle nimmt der Ostchor von St. Sebald in der Bau- und Kunstgeschichte seiner Zeit ein, in welchen Beziehungen steht dieser Bau zu anderen Hallenbauten und aus welchen Quellen hat sein Meister geschpft? Die Hallenkirche nimmt in der Baugeschichte der Sptgotik einen breiten Raum ein. Es hatte sich diese Bauart aus dem Grunde fast berall Eingang verschafft, weil sie dem Zeitgeist am besten entsprach und weil die in ihrem Wesen begrndet liegende Einfachheit im Raum sowohl wie in der Konstruktion und die daraus sich ergebende grere Sparsamkeit der Bauausfhrung ihr den Vorzug vor dem basilikalen Bausystem gaben. Am meisten wurde die neue Bauart in der deutschen Sptgotik in zwei ganz verschiedenen Gegenden kultiviert: in Hessen und in Westfalen einerseits, in Schwaben und in den bayerischen Lndern andererseits. Dabei hatten sich bald verschiedene Typen gebildet oder es wurden frhere Typen wieder aufgegriffen und so entstanden Hallenkirchen mit glattem Schlu der Schiffe, solche mit polygon geschlossenem, vorgeschobenem Chor und solche mit Chorumgang. Der letztere Typus hatte sich vornehmlich im nordstlichen Schwaben, in Bayern und sterreich eingebrgert, und so scheint auch unser Ostchor von St. Sebald mit in die Gruppe zu gehren. Der erste Bau dieser langen Reihe von unter sich mehr oder weniger verwandten Hallenkirchen war die Heiligkreuzkirche zu Schwbisch-Gmnd, erbaut von dem aus Kln gebrtigen Meister Heinrich Parler.[36] Die Bauzeit dieser Kirche umfat nahezu ein Jahrhundert: in den zwanziger Jahren des 14. Jahrhunderts wurde an Stelle einer romanischen Kirche mit dem Bau des Langhauses begonnen, 1351 wurde der Neubau des Chores in Angriff genommen und erst 1414 fand die Einweihung des ganzen Bauwerkes statt. Aus den letzten Jahren dieser Bauzeit wird die Einwlbung dieses Langhauses stammen. Das Gewlbe des Chores gehrt erst dem Ausgang des 15. Jahrhunderts an. In der Anlage nun ist die Heiligkreuzkirche in Gmnd eine dreischiffige Hallenkirche mit Chorumgang und Kapellenkranz. Die Seitenschiffe sind bedeutend schmler als das Mittelschiff, im Chor noch mehr als im Langhaus; die Gewlbfelder im Mittelschiff sind rechteckig, die in den Seitenschiffen haben fast quadratische Form. Der Abschlu des Binnenchors ist aus drei Seiten gebildet, welchen im Chorumgang sieben Seiten entsprechen, so da in der Mittelachse ein Chorfenster liegt. Die Strebepfeiler des Chores sind in ihrer unteren Hlfte zur Bildung von Kapellen eingezogen, welche geradlinig geschlossen sind. Von der ursprnglich geplanten Wlbung kann nicht viel gesagt werden, doch soviel scheint sicher, da die Scheitelhhe der Gewlbe auch damals schon in den drei Schiffen einander gleich gedacht war; daraus htte sich dann, ebenso wie es jetzt der Fall ist, fr das Mittelschiff eine gedrcktere, fr die Seitenschiffe eine schlankere Form der Gewlbe und eine ungleiche Verteilung der Drucklinien ergeben. Die Gewlbe ruhen auf Sulen. Der Bau des Ostchors von St. Sebald, in der Bauzeit mit der Gmnder Kirche teilweise sogar zusammenfallend, scheint unter dem Einflusse derselben zu stehen. Das Prinzip der Hallenkirche ist beim Ostchor von St. Sebald viel reiner zur Erscheinung gekommen als bei der Heiligkreuzkirche zu Schwbisch-Gmnd. Die langgestreckte Ausdehnung hier konnte bei St. Sebald leicht vermieden werden, da es sich in Wirklichkeit nur um einen Chor und nicht um eine ganze Kirche handelte, und auch das gleiche Ma der Schiffsbreiten, wenn auch nicht bei jedem Joch genau eingehalten, war mit dem Anschlu an die drei Quadrate des romanischen Querschiffes gegeben. Und infolge der gleichen Hhe der drei Schiffe wird der Schub der mittleren Gewlbe aufgehoben, die inneren Pfeiler sind nur senkrecht belastet und den Strebepfeilern auen obliegt lediglich die Aufgabe des Widerstandes gegen den Gewlbeschub der ueren Schiffe. Es hat somit eine in jeder Weise gleichmige Gestaltung des Baues bewirkt werden knnen, und so sieht der Beschauer im Innern des Chores nach jeder Richtung hin das gleiche System, wohl das Endziel des Hallenbaues, was bei der Heiligkreuzkirche in Schwbisch-Gmnd bei weitem nicht der Fall ist. Nun liegt allerdings zwischen der 1326 mit dem Schiffe und 1351 mit dem Chor begonnenen Heiligkreuzkirche zu Gmnd und dem 1361 begonnenen Ostchor von St. Sebald der Bau der Nrnberger Liebfrauenkirche. Man fragt sich unwillkrlich, ob nicht diese Kirche das Bindeglied zwischen den beiden verwandten Bauten darstellte, d. h. ob denn ohne den Vorgang der Liebfrauenkirche die Fortschritte am Bau von St. Sebald wohl denkbar gewesen wren. Innerhalb der schwbisch-bayerischen Gruppe, und nur diese kommt hier in Betracht, ist die Liebfrauenkirche der erste Hallenbau mit gleich weiten Jochen, in die Lnge wie in die Breite gemessen: der Grundri besteht aus neun groen Quadraten. Abgesehen von diesem besonderen Punkte besteht im brigen eine engere Verwandtschaft dieser Kirche mit der Heiligkreuzkirche in Gmnd. Es sei hier nur an die gleiche Bildung der Gewlbesttzen in Form zylindrischer Schfte oder runder Sulen mit Blattwerkkranz als Kapitl und vor allem an die Gestaltung der Fassade erinnert. Die Verschiedenheit im Verhltnis des Mittelschiffes zu den Seitenschiffen hat aber aller Wahrscheinlichkeit nach darin ihren Grund, da in Schwbisch-Gmnd zum Teil der Grundri der abgebrochenen romanischen Kirche, vielleicht auch deren Grundmauern mit in den Neubau aufgenommen wurden, und da dem Baumeister die Anlage mit schmleren Seitenschiffen gar nicht unwillkommen war wegen der einfachen Lsung der Frage der Umfhrung derselben um den Binnenchor, whrend an der Nrnberger Frauenkirche, als an einer Hallenkirche mit vorgeschobenem Chor, ohne Schwierigkeit das Prinzip des gleichen Maes bei Mittel- und Seitenschiff zur Durchfhrung gelangen konnte. Und dennoch wird man zugeben mssen, da in der Entwicklung von der Heiligkreuzkirche in Gmnd zur Sebaldkirche in Nrnberg die Frauenkirche ein Zwischenglied =nicht= bildet. Denn der einzige bereinstimmende Punkt bei den zwei Nrnberger Kirchen ist eben das bei Seitenschiffen und Mittelschiff gleiche Maverhltnis. Wie oben bereits angedeutet, hngt beim Ostchor von St. Sebald die Teilung in drei gleiche Schiffe mit dem Anschlu an das vorhandene, in den Neubau bernommene romanische Querschiff zusammen. Von dem romanischen Querschiff wurde beim Neubau verwertet die ganze Westwand und die beiden Schmalwnde. Auf das relativ hohe Gewlbe verzichtete man, da das neue Gewlbe im ganzen Chor durchweg noch um 15 m hher gelegt werden sollte. Dagegen lie man die Mitteldienste an den Seitenwnden bestehen und, um sie nicht ohne Bestimmungszweck zu lassen, teilte man wie beim romanischen Bau die beiden ueren Gewlbeviertel wiederum in je zwei Achtel. Da die stlichen Vierungspfeiler neuen Pfeilern weichen muten, erscheint selbstverstndlich. Jedoch steht, wenn auch bei Errichtung der neuen Pfeiler das Fundament der alten Pfeiler mitbenutzt wurde, die Achse des nrdlichen Pfeilers auerhalb der Achse des alten. Bei nherer Betrachtung des Grundrisses findet man zunchst, da sich der ganze Chor von Westen nach Osten fortschreitend verbreitert, sowie ferner, da seine Achse um einige Grade nach Norden verschoben ist. Was das Abbiegen der Lngsachse anlangt, die man auch bei anderen mittelalterlichen Kirchen, wenn auch nicht in so starkem Mae, beobachten kann, so gibt es dafr verschiedene Erklrungsversuche, die sich auf die Annahme schlechten Baugrundes oder von Mngeln in der Visierung sttzen. Einwandfrei ist jedoch diese Frage bis jetzt noch nicht gelst worden. Die andere Unregelmigkeit in der Anlage des neuen Chors mag vielleicht darin ihren Grund gehabt haben, da einer allzu groen Ungleichheit der Gewlbefelder bei dem sich verengernden Chorumgang dadurch vorgebeugt und zugleich fr die am Hochaltar vorzunehmende Kulthandlung Raum gewonnen wurde. Ebenso beabsichtigt erscheint die allmhliche Verringerung der Abstnde der Mittelpfeiler von Westen nach Osten, die es bewirkt, da sich die Zwischenrume zwischen den Abschlupfeilern des Binnenchors harmonisch dem Rhythmus der Pfeileranlage einpassen. Dabei wurden diese offenbaren Unregelmigkeiten vom Baumeister von St. Sebald in so unaufflliger Weise vorgenommen, da wir, im Innern der Kirche stehend, von den einzelnen Verschiebungen, Verkrzungen und sonstigen Unregelmigkeiten, ohne vorher darauf aufmerksam gemacht zu sein, gar nichts wahrnehmen. Zeigen schon diese Manahmen, die sich zum Teil aus der Notwendigkeit ergaben, eine Choranlage von fortentwickelten Raumabsichten mit der ganz anders gearteten Raumwirkung der lteren Kirche in Einklang zu bringen, den Baumeister von St. Sebald als berlegenen Geist, dem wir ohne Zweifel auch einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Baugedanken seiner Zeit zutrauen drfen, so wird diese Vermutung auch durch die Betrachtung der Durchbildung des Aufrisses besttigt. Wie bereits oben erwhnt, ist es uns bei der Gmnder Kirche nicht mehr mglich, die vom Meister Heinrich Parler ursprnglich geplante Wlbung mit Sicherheit zu rekonstruieren; wir wissen nicht, war ein komplizierteres oder ein einfacheres System gewhlt worden. Mit Bezug auf die, wenn auch in kleineren Verhltnissen gehaltene, aber mit der Gmnder Kirche noch verwandte Nrnberger Frauenkirche wre dort im allgemeinen das vierteilige Kreuzgewlbe, fr den Abschlu des Binnenchores die Verbindung von Kreuz- und Sterngewlbe anzunehmen. Was nun den Chorumgang anlangt, so wre die einfachste Lsung gewi die: anschlieend an die Seitenschiffe zunchst je ein vierteiliges Kreuzgewlbe mit ungleichen Seiten und Diagonalen, dann je zwei dreiteilige Gewlbe und zum Schlusse wieder ein vierteiliges Kreuzgewlbe. Die Sttzen der Gewlbe sind runde Sulenschfte, deren Kapitle meist aus zwei Blattwerkkrnzen mit polychromer Platte bestehen. Also von einer organisch-konstruktiven Verbindung von Gewlbe und Gewlbsttze keine Rede. Anders bei St. Sebald. Das Wlbungssystem stimmt mit dem an der Gmnder Kirche eben rekonstruierten so ziemlich berein, bis auf den Chorumgang, dessen Einwlbung sich hier infolge des fr den Binnenchorabschlu gewhlten Achtecks natrlicher gestalten mute: es wechseln vier dreieckige Felder mit drei rechteckigen ab. Der Hauptunterschied liegt jedoch darin, da hier das Gewlbe nicht auf runden, sondern auf polygonalen Sttzen ruht, d. h. nicht auf Sulen, sondern auf Pfeilern, und zwar haben diese Pfeiler achteckige Form mit vier vorgelegten Diensten. Ferner ist der Ansatz des Gewlbes nicht durch ein Kapitl markiert, sondern Scheidbgen, Gurtbgen und Rippen wachsen gleichsam unmittelbar aus den Diensten, zum Teil auch aus dem polygonalen Pfeiler selbst heraus. In Anbetracht der dem Wesen des Hallenbaues zugrunde liegenden Tendenz der Vereinfachung alles Konstruktiven bedeuten also die Pfeiler im Chor von St. Sebald gegenber den Sulen der Gmnder Kirche einen Fortschritt in der Entwicklung. Vorbildlich fr die Pfeilerbildung im Ostchor von St. Sebald mag die Frauenkirche in Elingen gewesen sein. Bekanntlich besteht die Schwbische Schule des 14. und 15. Jahrhunderts aus zwei Gruppen, von welchen der einen die Hallenbauten mit Chorumgang, der andern diejenigen mit vorgeschobenem Chor und einem in der Mitte der Fassade stehenden Turm angehren. Die erstere Gruppe wird vor allem vertreten durch die Heiligkreuzkirche in Schwbisch-Gmnd, die letztere wird reprsentiert durch Bauten wie die Frauenkirche in Elingen und das Ulmer Mnster. Wohl war die Gmnder Kirche zugleich auch der Ausgangspunkt fr die groe zumeist auf bayerischem Boden befindliche Gruppe von Hallenbauten, wie den Kirchen St. Georg in Nrdlingen und Dinkelsbhl, St. Lorenz in Nrnberg, St. Martin in Landshut, der Frauenkirche in Mnchen. Allein bei den engen baugeschichtlichen Beziehungen zwischen den beiden Schwbischen Schulen ist es ja ganz natrlich, da auch Elemente der zweiten Schule bei Bauten der bayerischen Gruppe Eingang gefunden haben. So ist z. B. die Fassade der Nrnberger Frauenkirche nicht nur, wie bereits oben erwhnt, von der Gmnder Kirche, sondern in viel hherem Grade von der Frauenkirche in Elingen beeinflut. Was nun die vorbildliche Bedeutung der letztgenannten Kirche fr den Ostchor von St. Sebald in Bezug auf die Pfeilerbildung anlangt, so sei zunchst darauf hingewiesen, da zwischen der Gmnder Kirche und der Elinger Frauenkirche trotz Verschiedenheit in der Anlage eine nahe Verwandtschaft besteht. In die Augen springend ist dieselbe -- abgesehen von der erwhnten Fassadenbildung -- ja nicht. Allein eine Reihe von gleichen Steinmetzzeichen an beiden Bauten geben einen unwiderleglichen Beweis hiefr, was man bei der geringen geographischen Entfernung der beiden Orte und bei dem Umstand, da das Langhaus der Gmnder Kirche zum Teil ebenso wie der stliche Teil der Elinger Frauenkirche dem zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts angehren[37], ganz selbstverstndlich findet. Die Elinger Kirche hat wie der Ostchor von St. Sebald polygone Pfeiler mit vorgelegten Diensten, welche, ohne von Kapitlen unterbrochen zu werden, unmittelbar in Gurte und Rippen bergehen, um vierteilige Gewlbe zu tragen. Also auch hier war der Baumeister bestrebt, gegenber dem bisher blichen eine wesentliche Vereinfachung eintreten zu lassen. Nur hat, mchten wir hinzufgen, der Elinger Meister eine schnere und auch konstruktiv richtigere Lsung in der Pfeilerbildung gefunden, whrend der Baumeister des Ostchores von St. Sebald, ohne besondere Rcksicht auf das Gewlbesystem, mehr auf eine gleichmige Gestaltung des Grundrisses gesehen hat. Denn dort gruppieren sich auf den beiden Schiffsseiten eines Pfeilers je drei Dienste, von welchen sich jeder einzelne als Rippe, beziehungsweise Gurt fortsetzt und die Arkadenbgen setzen am Pfeilerkern selbst an, hier dagegen wachsen die Arkadenbgen aus Diensten heraus und den drei Rippen (zwei Diagonalrippen und eine Gurtrippe) an einer Schiffsseite steht nur ein einziger Dienst zur Verfgung. Durch den Ansatz mehrerer mit Hohlkehlen profilierter Rippen an einem Dienst sind aber ganz neue Bildungen entstanden, wie sie hufig erst an spteren Bauten, wir erinnern nur an die St. Georgskirche in Dinkelsbhl, wiederkehren, allerdings dort infolge der im 15. Jahrhundert blichen reichen Sterngewlbe in komplizierterer Form. Allein trotz dieser Unterschiede der Pfeiler im Ostchor von St. Sebald von den Pfeilern der Elinger Frauenkirche erscheint doch die Annahme gerechtfertigt, da der Baumeister von St. Sebald die ganze Idee, polygone Pfeiler mit vorgelegten Diensten zu schaffen und dieselben ohne Kapitl gleich direkt ins Gewlbe berzufhren, der Elinger Frauenkirche entnommen hat. Noch in einem anderen Punkte des Aufrisses verrt der Ostchor von St. Sebald gegenber der Heiligkreuzkirche in Gmnd einen hohen Grad von Selbstndigkeit; es betrifft dies in der Hauptsache auch mit die Gestaltung des Auenbaues. Whrend an der Gmnder Kirche die Wnde des Schiffes lange, bis hinauf an die Wlbung reichende Fenster aufweisen, sind die Chorwnde in zwei Stockwerke geteilt. Es sind dort nmlich die Strebepfeiler in ihrer unteren Hlfte eingezogen, oder besser gesagt, die Chorwand ist in ihrer unteren Hlfte hinausgeschoben, so da sich um den Chorumgang eine Reihe von Kapellen gruppiert. Beim Ostchor von St. Sebald dagegen hat man auf den Kapellenkranz verzichtet und wie beim Langhaus der Gmnder Kirche -- auch hierin kann die Frauenkirche in Elingen anregend mitgewirkt haben -- hohe, die ganze Lnge der einzelnen Wandabteilungen einnehmende Fenster gewhlt. Dies hat zur Folge, da hier die Beleuchtung des ganzen Chors viel strker wird als im Chor der Gmnder Kirche und andererseits, da dort die Chorwand eine reichere Gliederung erhlt. Der Baumeister von St. Sebald hat nun unter gleichzeitiger Erhhung des gewonnenen Vorteils den entstandenen Nachteil dadurch gemindert, da er die Breite der Fenster fast bis an die Strebepfeiler hin ausdehnte und so die Mauerflche gleichsam in eine Reihe von Gewlbesttzen auflste. Und was die Auenansicht allein anlangt, so wurde der Mangel an Gliederung noch weiter durch eine reiche Ausstattung ersetzt. Von dem in der Hhe der Fensterbnke sich herumziehenden Gesims an weisen die in drei Stockwerken sich abstufenden Strebepfeiler, bergreifend auf den kleinen Rest von Wandflche, eine Flle von Schmuck auf, bestehend in vielem Blendenwerk, Konsolen, Baldachinen und Fialen. Um nun von den mchtigen, aber monoton wirkenden Chordach soviel wie mglich zu verdecken, hat der Meister einen bereits an der Gmnder Kirche zum Ausdruck gebrachten Gedanken wiederholt, indem er auf die Mauer eine Galerie aufsetzte, welche mit den die Fenster berragenden Wimpergen und den die Pfeiler bekrnenden Fialen dem Chor ein geradezu prchtiges Aussehen verleiht. Also auch nach dieser Seite hat es der Baumeister von St. Sebald, der seine Zugehrigkeit zur Schwbischen und speziell zur Gmnder Schule nicht verleugnen kann, aber vllig frei ist von sklavischer Abhngigkeit, verstanden, den im Wesen der Hallenkirche begrndet liegenden Anforderungen gerecht zu werden. Er hat durch Vereinfachung und Reduzierung aller konstruktiven Elemente, wodurch zunchst eine willkommene Sparsamkeit in der Bauausfhrung erzielt wurde, eine Vervollkommnung des Prinzips der Hallenkirche erreicht. =Der Baumeister.= Lebhaftes Interesse erregt nun die Frage: Wer mag wohl der Schpfer dieses herrlichen, kunstgeschichtlich so bedeutenden Bauwerkes gewesen sein? Wie heit er? Die Zugehrigkeit des Ostchores von St. Sebald zur Gmnder Schule wurde im Vorhergehenden sehr wahrscheinlich gemacht. Es hatte sich gezeigt, da beide Bauten in den engsten verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander stehen, ja, da der Hallenbau von St. Sebald ohne den Vorgang von Schwbisch-Gmnd vielleicht berhaupt nicht, jedenfalls nicht in seiner jetzigen Gestalt mglich gewesen wre. Denn der Ostchor von St. Sebald weist eine Summe von Erscheinungen auf, welche sich nur aus dem Bau der Heiligkreuzkirche oder durch Vermittlung desselben aus anderen Bauten erklren lassen. Dieses Abhngigkeitsverhltnis wird auch durch das Vorhandensein einer groen Anzahl von gleichen Steinmetzzeichen an beiden Kirchen besttigt, woraus mit Sicherheit folgt, da eine ganze Gruppe von Steinmetzen von Schwbisch-Gmnd nach Nrnberg gezogen ist, um hier an dem Bau von St. Sebald zu arbeiten. Es befinden sich sogar unter den gleichen Steinmetzzeichen hufig wiederkehrend solche, welche infolge ihrer gleichen Grundform einen engeren Zusammenschlu ihrer Trger erkennen lassen, d. h. welche beweisen, da ihre Inhaber bei einem und demselben Meister gelernt haben. Und jenes Meisterzeichen, von welchem diese Zeichen ihre Variation entlehnt haben, hat sich anscheinend tatschlich vorgefunden. Bei der letzten Restaurierung wurde hinter einem Baldachine eines Ostchorstrebepfeilers ein kleines Erzschild entdeckt, welches ursprnglich wohl an der Galerie ber dem Hauptgesimse befestigt war und beim Abbruch derselben (1561) heruntergefallen und an diesen verborgenen Platz gelangt ist. Das Schild (Abb. 26), welches heute im Ostchor an der sdlichen Wand angebracht ist, zeigt im Inneren einen nach unten offenen rechten Winkel mit darin befindlichem senkrecht gestelltem Kreuz und hat den Stilcharakter der Erbauungszeit des Chores. Dieses Zeichen kann nach den gegebenen Umstnden wohl als das Zeichen des Baumeisters angesprochen werden. [Illustration: Abb. 26. Meisterzeichen (Ostchor).] Trotz sorgfltiger, mhsamer Untersuchung des Baues der Gmnder Heiligkreuzkirche, soweit derselbe eben fr diesen Zweck zugnglich war, konnte das Meisterzeichen von St. Sebald dort nicht gefunden werden. Es ist auch dieser Umstand fr die weitere Beweisfhrung nicht von besonderem Belang, denn einerseits steht dadurch keineswegs fest, da das Zeichen dort berhaupt nicht vorkommt, und andererseits ist es doch mehr als selbstverstndlich, da an dem Bau, welcher die meisten Anregungen fr die Gestaltung des Ostchores von St. Sebald geboten hat, ja berhaupt die unerlliche Vorbedingung fr die Existenz des Nrnberger Hallenbaues war und an welchem die Schler des Erbauers des letzteren gearbeitet haben, auch der Meister selbst ttig gewesen sein mu. Es liegt somit nahe, in dem Baumeister von St. Sebald einen Angehrigen der Familie jenes Heinrich Parler, des Erbauers der Gmnder Kirche, zu vermuten. Soweit wir die Familie Parler zurckverfolgen knnen -- die Kunstwissenschaft hat sich seit lngeren Jahren viel mit ihr beschftigt --, wird die erste uns bekannte Generation durch Heinrich Parler vertreten, welcher, aus Kln gebrtig, etwa im dritten Jahrzehnt des 14. Jahrhunderts wahrscheinlich infolge einer Berufung nach Schwbisch-Gmnd eingewandert ist, um den Bau der dortigen Heiligkreuzkirche zu leiten.[38] Von seinen Shnen kommen fr uns zwei in Betracht, nmlich Peter und Heinrich. Peter Parler, 1330 geboren[39], erhielt 1353 als junger, erst 23jhriger Mann von Kaiser Karl IV. einen Ruf nach Prag zur bernahme der Vollendung des seit dem 1352 erfolgten Tode des Matthias von Arras unterbrochenen Dombaues. Peter Parler entfaltete in Prag nicht nur, sondern auch in ganz Bhmen eine umfassende Ttigkeit, baute die Barbarakirche in Kuttenberg, die Bartholomuskirche in Kolin u. a. m. Von seinem Bruder Heinrich Parler dagegen wissen wir nur aus den Wochenrechnungen des Prager Dombaues, da er im Jahre 1378 dort gearbeitet hat. Auerdem wird von verschiedenen Forschern mit ihm jener Heinrich von Gmnd als identisch bezeichnet, welcher in den Jahren 1381, 1384 und 1387 als Baumeister des Markgrafen Jodok von Mhren in Brnn ttig war, ja sogar ein Enrico da Gamodia, vom 11. Dezember 1391 bis zum 29. Mai 1392 in Mailand am Dombau beschftigt, wird auf Heinrich, den Bruder des Peter Parler, bezogen. Wir bemhen uns vorerst nicht, die Identitt des Heinrich Parler, der 1378 in Prag gearbeitet hat, mit den anderen, Heinrich von Gmnd genannten Personen nachzuweisen, sondern uns interessiert vielmehr zunchst zu wissen, worin denn die Ttigkeit des jngeren Heinrich Parler in den Jahren vor 1378 bestanden hat. Man wird natrlich annehmen, da Heinrich nicht nur im Jahre 1378, sondern auch in der Zeit vorher am Prager Dombau beschftigt war, zu welchem Zwecke er wahrscheinlich 1353 mit seinem Bruder oder doch bald nach der Berufung desselben Schwbisch-Gmnd verlassen hat. Allein warum werden in den Prager Dombaurechnungen, welche die Jahre 1372 bis 1378 umfassen, neben dem Meister Peter Parler alle Steinmetzen und sonstigen Handwerker, welche am Dom gearbeitet haben, aufgefhrt, nur, abgesehen vom Jahre 1378, dieser Heinrich Parler nicht? Weil er, wie wir vermuten, vor 1378 berhaupt nicht in Prag war, sondern -- in Nrnberg den Bau des Ostchores von St. Sebald geleitet hat. Und in der Tat, der Zufall hat es gewollt, da in den Verzeichnissen Nrnberger Knstler des 14. Jahrhunderts auch der Name eines Heinrich Parler aus Bhmen der Nachwelt berliefert ist. Im Jahre 1363 wurde einem Heinrich Beheim Balier zu Nrnberg das Brger- und Meisterrecht verliehen und in den folgenden Jahren wird er noch verschiedentlich genannt.[40] Es fragt sich nun, ob dieser Heinrich Beheim Balier wirklich kein anderer als der vor 1378 in Prag nicht auffindbare Heinrich Parler ist. Wir glauben, da daran kaum zu zweifeln ist. Zunchst jedoch wird man den Einwand erheben, da beide schon deswegen nicht identisch sein knnen, weil der Prager Heinrich Parler in den Dombaurechnungen bereits am 19. September und am 3. Oktober 1378 erwhnt wird, whrend die Einweihung des Ostchores von St. Sebald erst am Sonntag nach Bartholomi 1379 stattfand. Kann mit diesem Einwand an und fr sich gar nicht bestritten werden, da Heinrich Parler im Jahre 1379 wieder nach Nrnberg gezogen wre, um an der Einweihungsfeier teilzunehmen -- wir wissen, da im Mittelalter Baumeister sowohl wie Steinmetze ihre Arbeitssttten hufig wechselten --, so ist weiterhin zu betonen, da die Anwesenheit des Baumeisters bei der Einweihung seines Werkes keineswegs erforderlich war. Der Ostchor von St. Sebald war als Bauwerk, wie wir oben gesehen haben, bereits 1372 in der Hauptsache vollendet; was die Einweihung hinausschob, war jedenfalls nur die noch zu leistende Fertigstellung oder Stiftung von Glasmalereien, Paramenten, Kirchengerten usw. Der Baumeister hatte somit im Jahre 1372 oder bald nachher seinen Auftrag erledigt, er konnte jetzt andere Arbeiten bernehmen, und zwar, wie wir vermuten, in Schwbisch-Gmnd und Elingen, kam vor oder in dem Jahre 1378 wieder nach Nrnberg und wird dann noch in demselben Jahre wieder zu seinem Bruder nach Prag gewandert sein, um sich dort an der Weiterfhrung des Dombaues zu beteiligen. Man knnte weiterhin auffllig finden, da der urkundlich in den Prager Dombaurechnungen erwhnte Heinrich Parler hier Heinrich Beheim Balier genannt wird. Die verschiedene Form des Wortes oder Namens Parler darf indessen keinen Ansto erregen, denn es ist zur Genge bekannt, da im 14. Jahrhundert die Schreibweise der Familiennamen noch keineswegs fixiert, sondern ganz bedeutenden Schwankungen unterworfen war, so da der Name Parler ebensogut durch Parlier, Parlierer, Palier, Balier ersetzt werden konnte. Aber auffllig erscheint der Zusatz Beheim. Beheim heit nichts anderes als Bhmen und bezeichnet, als Beiname eines Personennamens gebraucht, die Herkunft der betreffenden Person. Unser Heinrich Balier wird demnach ausdrcklich als aus Bhmen kommend aufgefhrt. Doch werden diese lokalen Beinamen nicht immer angewendet, in vielen Fllen nur zur Unterscheidung von anderen Personen gleichen Namens oder zur besonderen Hervorhebung. Es kann also, da zur Fhrung eines solchen Beinamens fr den Trger von vornherein keine Verpflichtung bestand, dieselbe Person anderwrts ohne solche lokale Bezeichnung begegnen, und es drfte somit mehr als wahrscheinlich sein, da Heinrich Beheim Balier in Nrnberg so bezeichnet wurde, weil er zu der Zeit, als ihm der Bau des neuen Ostchores von St. Sebald bertragen wurde, aus Bhmen kam.[41] Heinrich Parler scheint nach der Mitte der fnfziger Jahre nach Prag gezogen zu sein, um bei seinem Bruder, Peter Parler, am Dombau und anderen Bauten Bhmens mitzuwirken. Und von Bhmen aus wird man ihn, vielleicht durch Vermittlung Kaiser Karls IV., unter dessen Protektion ja die Nrnberger Frauenkirche in den Jahren 1355-1361 erbaut wurde, nach Nrnberg berufen haben. Als Heinrich Parler in den siebziger Jahren wieder nach Bhmen und Prag zurckkehrte, war die Fhrung des Beinamens Beheim, welche in Nrnberg gerechtfertigt schien, gegenstandslos geworden, und so erscheint der Bruder des Prager Dombaumeisters in den dortigen Wochenrechnungen nur mehr als Henricus Parlerius. Die Identitt zwischen dem Nrnberger Heinrich Beheim Balier und dem Prager Heinrich Parler scheint keinem Zweifel mehr zu unterliegen, der Erbauer des Ostchores von St. Sebald ist somit ein Bruder des berhmten Prager Dombaumeisters Peter Parler und ein Sohn des Meisters der Heiligkreuzkirche in Gmnd, Heinrich Parler. Wohl aber mchten wir Bedenken tragen, jenen Meister Heinrich von Gmnd, welcher in den Jahren 1381, 1384 und 1387 urkundlich als Baumeister des Markgrafen Jodok von Mhren in Brnn erwhnt wird, mit unserem Heinrich Parler zu identifizieren. Ein Beweis fr stilistische bereinstimmung der Werke der beiden Meister ist in der Kunstwissenschaft nicht erbracht worden. Aber abgesehen hiervon, schon die Verschiedenheit der beiden Namen lt uns auf Verschiedenheit der Personen schlieen; niemals findet sich bei Heinrich Parler der Zusatz von Gmnd und niemals bei Heinrich von Gmnd der Name Parler. Der Zusatz von Gmnd wre ja an und fr sich erklrlich, ja wir wrden diese Bezeichnung, wenn sie dem Namen Heinrich Parler in den Dombaurechnungen beigegeben wre, verstndlich finden. Auffllig ist aber, da die Bezeichnung von Gemnd, whrend sie hier gnzlich fehlt, erst mit dem Jahre 1384 urkundlich auftritt. Kann somit also die Identitt =dieser= beiden jngeren Gmnder Meister Heinrich nicht als wahrscheinlich angesehen werden, so knnte man, zum Teil im Gegensatz zu den Vermutungen der mit dieser Frage beschftigten Kunsthistoriker, wohl geneigt sein, anzunehmen, da die beiden Heinrich von Gmnd, die zu wiederholten Malen und an verschiedenen Stellen erwhnt werden, ein und dieselbe Person bedeuten: der 1381, 1384 und 1387 als Heinrich von Gemunde oder Henricus de Gemunden lapicida in Brnn aufgefhrte Meister wird der nmliche sein wie der von 1391-1392 ein halbes Jahr lang in Mailand am Dombau ttige Heinrichus da Gamundia oder Enrico da Gamondia. Andererseits aber hat die Annahme viel fr sich, da unser Heinrich Parler, der Erbauer des Ostchores von St. Sebald, auch der Schpfer des Schnen Brunnens in Nrnberg gewesen sei, dessen Erbauung man wohl entgegen der neuerdings von Albert Gmbel aufgestellten Vermutung, wonach sie bereits in die sechziger Jahre des 14. Jahrhunderts fallen wrde, wieder in die Zeit von 1385 bis 1395 wird setzen mssen. Die nahe stilistische Verwandtschaft dieses Bauwerks mit dem Ostchore von St. Sebald, die auch trotz des spteren Formcharakters -- es liegen ungefhr zwei Jahrzehnte zwischen den beiden Bauten -- anerkannt werden mu, spricht deutlich genug dafr. Mit einem Meister Heinrich dem Parlier, dessen Ttigkeit in Nrnberg wir von 1397 bis zu seinem 1430 erfolgten Tode verfolgen knnen, ist der Baumeister des Ostchores von St. Sebald und, wie wir annehmen wollen, Erbauer des Schnen Brunnens nach den Forschungen Gmbels indessen nicht zu identifizieren. Unser Meister Heinrich war zwar in den achtziger und neunziger Jahren noch mannigfach fr den Rat ttig, starb aber bereits zu Anfang des 15. Jahrhunderts. Sein und seiner Familie Jahrtag wurde im Barferkloster zu Nrnberg am 23. Juni begangen, wie ein Eintrag im Totenkalender des genannten Klosters bezeugt: F. 9 Calend. (Julii) Obiit Heinricus Barlierer Lapicida et Kunigundis Uxor et Anna filia, quorum m(emoria) h(abeatur).[42] Wir haben noch ein Wort ber das Meisterzeichen unseres Heinrich Parler hinzuzufgen. Bekanntlich hat das Zeichen seines Bruders, des Prager Dombaumeisters, an dessen Portrtbste im Triforium des Prager Domes die Gestalt eines gebrochenen Balkens oder eines Doppelwinkelhakens, also eine vom Nrnberger Meisterzeichen grundverschiedene Form. War es nun damals zulssig, da zwei so nah verwandte Steinmetzmeister besondere, in gar keiner Beziehung zueinander stehende Zeichen fhren konnten? Gewi. Denn in der Form eines Steinmetzzeichens kommt nur das Verhltnis des Schlers zum Lehrer, aber nicht das Verhltnis von Verwandten zum Ausdruck. Hatte ein Steinmetz ausgelernt, so erhielt er von seinem Meister das Zeichen, das er dann unverndert beibehielt, ob er nun bei seinem ersten Meister blieb oder bei anderen Stellung fand oder selbst Meister wurde. Wir schlieen daraus, da die beiden Brder Parler bei ganz verschiedenen Meistern ihre Lehrzeit absolvierten. Wer von den beiden bei seinem Vater auslernte oder ob berhaupt einer von beiden seinen Vater zum Lehrmeister hatte, lt sich nicht mit Bestimmtheit nachweisen, da das Meisterzeichen des Vaters nicht bekannt ist. Hat einer von den beiden Brdern in Gmnd ausgelernt, so scheint es eher Peter Parler gewesen zu sein. Denn nicht nur die Heiligkreuzkirche in Gmnd deutet in vielen Punkten auf den Klner Dom, sondern auch in den Bauten des Peter Parler, im Prager Dom sowohl wie in den Kirchen von Kolin und Kuttenberg, spricht sich Klner und speziell franzsische Bauweise aus. Im Ostchor von St. Sebald verrt sich jedoch mehr eine Verwandtschaft mit der Schwbischen Schule im allgemeinen, insbesondere ber Gmnd hinaus auch mit Elingen. Ja, die feinen Verzweigungen lieen sich noch weiter verfolgen, sie scheinen ber Reutlingen hin nach Freiburg zu fhren, von wo aus eine Reihe von Anregungen schon frher, nmlich bei Anla des Erweiterungsbaues der Seitenschiffe von St. Sebald und vor allem beim Bau der um die Wende des 13. Jahrhunderts begonnenen basilikalen Lorenzkirche, ber deren Meister wir bisher gar nichts wissen, bezogen wurden. 3. Der Umbau der Trme. 1345, 1481-1484, 1489, 1490. Bereits zum Jahre 1345 berichten uns die Chroniken von baulichen Vernderungen, die damals an beiden Trmen (Abb. 28) vorgenommen worden seien. Item anno domini 1300 und 45 jar, so berichtet ein Chronist, da pauet man den oberen [d. h. nrdlichen] turen zu sant Sebolt, da kam zu dem dach 100 und 4 zentner und 79 lb zins und 37 zentner pleis[43] und ferner heit es: Auch ist damals der ander turn gegen der Pegnitz [also der sdliche Turm] verndert und dem andern gleich gemacht und zu dessen bedachung kommen 104 centner zinn und 87 centner blei.[44] [Illustration: Abb. 27 und 27a und b. Baldachin am Ostchor.] Aus diesen chronikalischen Nachrichten geht zweifelsohne hervor, da 1345 mindestens eine neue Eindeckung der Turmdcher stattgefunden hat. Ob und inwieweit aber die oberen Stockwerke eine Abnderung oder Erhhung schon 1345 erfuhren, ist mit Sicherheit aus diesen Notizen nicht zu entnehmen, und auch der Baubefund gibt dafr keinerlei Anhaltspunkte. Wohl wissen wir vom sdlichen Turm, da darin eine Wchterstube eingerichtet war[45], und ebenso vom nrdlichen, da in ihm von alters her die Glocken hingen, denn noch ist deutlich durch den Steinschnitt des Quaderbaues eine ehemals vorhandene breite ffnung nachzuweisen, die nur, mit zwei freistehenden Sulen, eine dreiteilige Arkatur gebildet haben kann. Und irgendwelche weitergehende Schlsse lt auch die offenbar ungenaue Ausdrucksweise der Quellen -- man kann doch nicht eigentlich von dem Bau des oberen Turmes sprechen, wenn ein solcher fnf Stockwerke hoch bereits bestand -- nicht zu. Auch aus der Erwhnung nur eines Turmes in urkundlichen Nachrichten vor 1345[46] mchten wir nicht ohne weiteres folgern, da einer der beiden Trme den andern das Stadtbild wesentlich mitbestimmend berragt habe, wenn man auch die Mglichkeit umfangreicherer Umbauten im Jahre 1345, wie gesagt, bestehen lassen mu. Die grere Wahrscheinlichkeit spricht auch hier meist fr ungenaue Ausdrucksweise. Von dem Abschlu und der Bedachung der Trme der romanischen Kirche bis zum Jahre 1345 wissen wir demnach so gut wie nichts. Dagegen besitzen wir ber das Aussehen der Helme, die eben im Jahre 1345 aufgesetzt worden waren, wenigstens ein leidlich zuverlssiges, allerdings nicht ganz zu deutendes Zeugnis in der Mitteilung des Nrnberger Patriziers Lazarus Holzschuher aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts, in welcher er die alten Turmdcher der Sebalduskirche, wie sie noch vor 30 Jahren bestanden htten, mit Zinn wei gedeckt sein lt und sie ihrer Form nach mit Pfifferlingen vergleicht.[47] Wahrscheinlich wollte Holzschuher mit letzterer Bezeichnung nur sagen, da die alten Turmhauben pilzfrmig gewesen seien. An die eigentliche botanische Bedeutung des Pfifferlings als des Eierschwammes (cantharellus cibarius) wird er dabei schwerlich gedacht haben. Da nun aber diese mglicherweise schon etwas erhhten Trme durch die gewaltige Masse des hohen Ostchores, seitdem dieser 1379 vollendet worden war, in ihrer bisher das ganze Kirchengebude beherrschenden Erscheinung stark beeintrchtigt wurden, ist wohl ohne weiteres klar. Das Miverhltnis mute um so mehr in die Augen fallen, als die Schwesterkirche von St. Lorenz mit ihren bereits in der ersten Hlfte des 14. Jahrhunderts vollendeten, in der Anlage nahe verwandten, 80 m hohen Trmen unwillkrlich zum Vergleich herausforderte.[V] [V] Dr. Hoffmann glaubte aus dem Wortlaute der Quellen und dem Befunde am Mauerwerk der Trme den Umfang der an den Trmen im Jahre 1345 vorgenommenen Bauarbeiten genauer bestimmen zu knnen und insbesondere schon fr jene Zeit eine erstmalige Erhhung des nrdlichen Turmes um zwei Stockwerke annehmen zu mssen. Die berarbeiter seines Manuskriptes vermochten den zur Sttze dieser Ansicht beigebrachten Grnden eine gengende Beweiskraft nicht zuzuerkennen. Allein bis zum Jahre 1481 hren wir hinsichtlich der Trme von St. Sebald lediglich zum Jahre 1361 von einer Neudeckung mit Zinn[48] und von Ausbesserungen an der Bedachung, die 1447 ntig wurden.[49] An eine weitere Erhhung der Trme wagte man sich erst im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts. Wir geben im nachstehenden zunchst die ausfhrlichen und gut in die Geschichte des Turmbaues einfhrenden Nachrichten Baaders (Beitrge 1, S. 54 ff.) im Wortlaute wieder: Diese (Trme) waren ursprnglich ziemlich nieder, der Rat beschlo daher im Jahre 1481 die Erhhung und den Umbau derselben. Die beiden Kirchenmeister Hans Haller und sein Nachfolger Sebald Schreier, unter welchem dieser Bau zu Ende gefhrt wurde, hatten die nchste Veranlassung dazu gegeben. Weil es aber an Mitteln fehlte, entlehnten sie fr die Kirche mit Bewilligung des Rates 11,853 Pfund 4 Schilling und 4 Haller aus der Losungsstube (Finanzkammer); die brigen Kosten sollten durch milde Beitrge gedeckt werden, die in der Tat auch reichlich flossen und von allen Stnden in Geld, Geschmeide, Gewand und unter gar verschiedenen Formen geleistet wurden. Nachdem die Stadtwerkmeister und andere Bauverstndige die Trme besichtigt, ihr Gutachten abgegeben und fr ihre Mhe Wein, Kse und Brod erhalten hatten, begann man sogleich mit dem Abbrechen des gegen die Stadtwage zu gelegenen Turmes [des sdlichen Turmes], dessen Stumpf einstweilen mit Schindeln gedeckt wurde.[50] Hierauf schrieb man dem Meister Heinrich Kugler, dem Steinmetzen von Nrdlingen, da er kommen solle, um mit ihm wegen Fhrung des Baues zu unterhandeln. Am 2. Dezember 1481 versammelten sich im Hause des Kirchenmeisters Hans Haller die Herren Ruprecht Haller, Pfleger der Kirche, Niklas Gro der ltere, Hans Tucher der ltere und Hans Volckamer, der Stadtbaumeister. Auch Meister Heinrich war erschienen; man kam mit ihm berein, da er den Bau fhre, wie ihm von den Herren frgegeben werde, und da er mit dem Lohne sich begnge, den sie ihm zuerkennen werden. Der Kontrakt wurde an demselben Tage noch abgeschlossen und dem Meister Heinrich 4 fl. Leikauf gegeben, wovon er die Hlfte seinem Weibe geben soll. [Illustration: Abb. 28. Westansicht.] Die Herstellung der ntigen Gerste und alles Zimmer- und Dachwerkes wurde dem Meister Eucharius, dem Stadtzimmermann, bertragen, der zu diesem Zwecke vom Rat eigens beurlaubt wurde. Im Januar 1482 schickte man ihn nach Ulm, um den Zug zu besichtigen und kennen zu lernen, den man am Bau Unser Lieben Frauenkirche dortselbst in Anwendung brachte. Den Meister Hanns Pinz, Zimmermann zu Ulm, der wahrscheinlich der Erfinder des Zuges war, nahm Meister Eucharius mit sich nach Nrnberg, um auch hier den Zug zu dem Bau der Trme anzugeben und einzurichten. Whrend der nchsten Jahre herrschte bei diesem Zuge lebhafte Ttigkeit; dirigiert wurde er von mehreren Zimmergesellen. =Turm der Stadtwage gegenber.= Am 11. Mrz 1482 fing Meister Heinrich Kugler mit dem Zuhauen und Herrichten der Steine an.[51] Er beschftigte 20 Steinmetzgesellen und darber, deren jeder einen Taglohn von 18-20 [Pfennig] und am Ende der Woche ein Badegeld erhielt.[52] Die Lehrgesellen erhielten des Tages nur 18 [Pfennig]. Der Wochenlohn des Meisters Heinrich betrug 5 Pfund alt. Am Freitag nach Kiliani (12. Juli) fing man an zu mauern; an diesem Tage wurden die ersten zwei Steine auf den Turm gelegt. Die groe Anzahl der Arbeiter und der rege Eifer, der bei dem ganzen Baue herrschte, machten es mglich, da man schon am 23. Oktober 1482 den letzten Stein legen konnte und Ende dieses Monates das Steinwerk des Turmes in der Hauptsache vollendet war. Der Steinmetzgeselle Hans von Langheim zeichnete sich bei dieser Arbeit besonders aus; dafr erhielt er aber auch ein besonderes Trinkgeld. Whrend die Steinmetzen an dem Steinwerk des Turmes arbeiteten, beschftigte sich Meister Eucharius mit seinen Zimmerleuten an der Herstellung des Zimmerwerkes und Daches. Am 26. Mai 1483 stellten sie die ersten Sparren zu der Dachung und Spitze des Turmes auf. Die Sparren waren 70 Stadtschuh hoch; die Hhe der Stange oder des Spiees oberhalb der Sparren betrug 20 Stadtschuhe; von dem Ende der Sparren bis an den Knopf waren 9 Stadtschuhe und 6 Zoll und von dem Knopf bis an die Fahne 5 Stadtschuhe und 4-1/2 Zoll. Die Zimmergesellen erhielten 20-24 [Pfennig] Taglohn und, wenn sie recht gefhrliche Arbeit in der Hhe verrichteten, noch 4 [Pfennig] Zulage. Am 10. Juni 1483 wurde dem Turm der Knopf aufgesetzt. Dieser war 2 Stadtschuh und 2-1/2 Zoll hoch und 8 Stadtschuh und 8 Zoll weit. Verfertigt wurde er durch Niklas Gnotzhamer und vergoldet durch den Goldschmied Erhard Hupfauf, der 80 Dukaten oder (3 Dukaten zu 4 Goldgulden gerechnet) 106 fl. 5 Pfund und 18 [Pfennig] neu oder 896 Pfund alt dazu verwendete. Ich vermute aber, diese Summe sei fr die Vergoldung beider Turmknpfe und nicht blo des einen verwendet worden. Am 7. Juli wurde die Fahne aufgesteckt; sie war von Kupferblech, 2 Stadtschuh und 11 Zoll hoch und 3 Stadtschuh und 11 Zoll breit und wog mit dem Eisenwerk 39 Pfund. Gemalt hatte sie der Meister Ulrich Pildschnitzer, Maler; fr das Malen derselben und fr das Anstreichen des Eisenwerkes und der Fenster bei der Schlagglocke erhielt er 40 Pfund Pfennig alt. Dann ging es an die Herstellung der Trmerstube, und da kamen die Kleibergesellen, die den Boden, den kupfernen Ofen und die Fenster mit Lehm verkleibten und verstrichen, und die Tnchergesellen, die da tnchten und Estrich schlugen; deren jeder erhielt 24 [Pfennig] Taglohn und am Ende der Woche ein Badgeld. Die Trmerstube erhielt 8 neue Rahmen. Das Paar kostete 1 Pfund 15 [Pfennig]. In den Rahmen waren 433 neue und 70 alte Fensterscheiben; hierfr erhielt der Glaser 28 Pfund alt. Der Turm war sohin fertig bis auf das Decken. =Der Turm St. Moritzen-Kapellen gegenber= (=nrdlicher Turm=). Nachdem der der Stadtwage gegenber gelegene Kirchturm im Steinwerk fertig war, kamen am 10. November 1482 Sebald Schreier, Kirchenmeister, Niklas Gro, Hans Tucher und Hans Volckamer in Ruprecht Hallers, des Kirchenpflegers, Haus abermals zusammen, um mit Meister Heinrich Kugler auch wegen Erbauung des anderen Turmes Moritzen-Kapellen gegenber zu unterhandeln. Die Bedingungen waren dieselben wie beim ersten Turm; sie wurden von Meister Heinrich auch ebenso angenommen. Bei dieser Gelegenheit wurde auch eine Irrung zwischen Meister Heinrich und seinem Parlierer Ulrich Speidel beigelegt und ausgesprochen, da Meister Heinrich Gewalt haben solle, die Steinmetzgesellen aufzunehmen und zu entlassen, und auch sogar dem Parlierer selbst den Abschied zu geben, letzteres jedoch nur mit Wissen eines Rates. Der Parlierer erhielt den Taglohn eines Gesellen, aber alle Quatember noch eine Liebung von 16 Pfund alt. Speidel erkrankte brigens am Montag nach St. Margareta; am Pfintztag (Donnerstag) danach war er schon eine Leiche. Er starb an der Pest, die damals regierte. An seiner Stelle nahm Meister Heinrich den Hans Karter als Parlierer auf. Am 7. April 1483 wurde mit dem Abbrechen des Turmes begonnen; neun Wochen spter, am 16. Juni, konnte man schon den ersten Stein auf das alte Gemuer setzen. Nach drei Monaten, am 24. September, war das Mauerwerk hergestellt. Mit dem Aufstellen des unterdessen hergerichteten Zimmerwerks begann man am 3. November 1483. Am 5. Dezember wurde sodann der Knopf und danach auch die Fahne aufgesteckt. Die Stiegen, Portale, Gelnder und Gnge an beiden Trmen wurden whrend der nchsten drei Jahre gemacht. =Das Decken beider Trme.= Um sie dauerhaft und gut decken zu lassen, lie man den Meister Stephan Kaschendorfer von Dresden kommen, damit er dem Meister Christoph Lilgenwei Unterricht im Decken erteile. Nachdem dies geschehen und Meister Stephan fr seine Mhe reichlich belohnt worden, bertrug man am 27. April 1483 das Decken des Turmes der Wage gegenber dem Meister Christoph Lilgenwei, der mit dem ntigen Zinn, womit die Trme gedeckt wurden, und mit allem Zeug von dem Kirchenmeister versehen wurde und fr das Gieen eines jeden Zentners Zinn 1 fl. erhielt. Als der Turm im Laufe des Jahres 1483 vollstndig gedeckt war, wurde ihm am 4. Mrz 1484 auch das Decken des mittlerweile fertig gewordenen Turmes St. Moritzen-Kapellen gegenber bertragen. Vor Ablauf des Jahres war auch dieser gedeckt. Man verwendete entweder Eberstorfer, Lwensteiner oder Seifenzinn; von den beiden ersteren kostete der Zentner 8 fl., von letzterem 10 fl. Auch englisches Zinn wurde verwendet. Aber die Arbeit war schlecht geraten und der Gu der Zinntafeln und Tonnen ungleich; sie zersprangen allenthalben und lieen den Regen eindringen. Man schrieb die Schuld teils dem Meister Stephan Kaschendorfer, der ber das Gieen und Decken nicht gehrig Aufschlu gegeben, insbesondere aber dem Meister Christoph Lilgenwei zu, der mit Unflei, Verwahrlosung und Untreue umgegangen, indem er Zinn beim Decken abgetragen und entwendet und dieses Material mit Blei vermischt und geringert und so den Eid verletzt habe, den er bei der bernahme der Arbeit geschworen. Der Wert des Zinnes, das er bei dem ersten Turm abhndig gemacht, betrug 142 fl., bei dem zweiten ber 278 fl. Er wurde deshalb im Jahre 1485 ins Lochgefngnis gelegt und mit ernstlicher Frag (Tortur) angegriffen. Er bekannte aber nur 56 fl. Als Frbitten von Bamberg und anderen Orten bei dem Rat fr ihn einkamen und sein Vater, der Lilgenwei von Bamberg, und seine Hausfrau Anna die Zahlung obiger 56 fl. verbrgten, lie man ihn los, weil man damals noch keine Kenntnis hatte von dem groen Schaden, den er der Kirche zugefgt und der erst spter sichtbar wurde. Als er aber vernahm, da die Trme wieder ab- und von neuem gedeckt werden sollen, ergriff er die Flucht, weil er die Entdeckung seiner groen Untreue befrchtete. Am 15. Juli 1489 wurde beschlossen, die Trme durch Meister Ulrich Hbner, Bchsenmeister von Bamberg, neu decken zu lassen. Zuerst deckte er den Turm der Wage gegenber. Das ntige Zinn und was er sonst ntig hatte, das Werkzeug ausgenommen, erhielt er von dem Kirchenmeister Sebald Schreier, der ihn fr das Gieen eines jeden Zentners und fr das Decken 2 Pfund neuer Haller bezahlte. Die Kosten fr das Decken dieses Turmes betrugen 1406 Pfund und 4 Schilling Haller neuer Whrung oder (den Gulden zu 2 Pfund 1 Schilling 8 Haller neu oder 8 Pfund 10 [Pfennig] alt gerechnet) 674 fl. rhein., 19 Schilling 6 Haller in Gold. An Zinn und Blei wurden 4907 Pfund verwendet. Da die Arbeit des Meisters Ulrich befriedigte, bertrug man ihm im Jahre 1490 auch das Decken des anderen Turmes, bei welchem sich die Kosten nur auf 310 Pfund 18 Schilling 8 h. oder 149 fl. 5 Schilling in Gold beliefen. Soweit Baaders Nachrichten, welche aus den Baurechnungen gezogen sind. Demnach war der 1481 oder richtiger im Frhjahr 1482 begonnene Neubau einschlielich Bedachung -- abgesehen von der Neudeckung 1489 und 1490 -- im Herbst 1484 vollendet. Kleinere Arbeiten, wie Einrichtung der Holztreppen, Fertigstellung der Tren, Gelnder und Gnge an beiden Trmen, nahmen noch die Jahre bis 1486, nach anderen bis 1485 in Anspruch.[53] 1496 sollen die beiden zierlich durchbrochenen Gnge, welche man aber 1577 wieder neu bauen mute, gemacht worden sein[54], wofr ein urkundlicher Beleg jedoch nicht bekannt ist. Mglich, da durch den 1494 erfolgten Aufzug der Viertelstundenglocke die Galerie beschdigt oder, um den Aufzug zu bewerkstelligen, absichtlich teilweise beseitigt wurde, was 1496 eine umfassende Reparatur erfordert htte.[55] Jedenfalls htte es sich dann nur um den sdlichen Turm, in dessen oberem Helmdurchbruch die Glocke aufgehngt wurde, handeln knnen. Die Erhhung der Trme bezog sich hauptschlich auf den Aufbau neuer Glockenstuben mit weiten Schallfenstern, die ohne Verjngung beiderseits auf die unteren Stockwerke aufgesetzt wurden. Die an jeder Seite der Trme angebrachten doppelten Schallfenster werden je durch ein weites und hohes Blendfenster mit drei senkrechten Stben zusammengefat. Die Spitzbgen der eigentlichen Schallfenster fllt einfaches Mawerk, Leibungen und Stbe der Blende sind in schlichter Weise profiliert. Die Wnde sind vollstndig glatt behandelt, es fehlen also auch die Lisenen, welche am nrdlichen Turm bis an das Gesims des sechsten Stockwerkes hinaufreichen. Unter dem oberen Abschlu dieses Stockwerkes zieht sich, ohne Abwechslung der Motive, ein Bogenfries hin, dessen Spitzen Knospenornamente zieren. Darber erhebt sich, durch eine aus zwei Hohlkehlen bestehende Profilierung wenig ber die Mauerflucht hervorragend, eine Kranzgalerie (Abb. 29), in Herzblattmuster durchbrochen gearbeitet. Das siebente, ebenfalls quadratische aber engere Stockwerk ber der Plattform, ist wiederum glatt behandelt und hat jeweils in der Westseite eine Tre, durch welche man auf den schmalen Gang gelangt, und auerdem auf jeder Seite zwei kleine viereckige Fenster. Der obere Teil dieses siebenten Stockwerkes wurde im sdlichen Turm als Wchterwohnung eingerichtet. Ein Fries, hnlich dem des sechsten Stockwerkes, schliet das Mauerwerk ab. Die schlanken Turmhelme setzen viereckig an und gehen durch Teilung der Kanten und Brechung derselben in ein gleichmiges Achteck ber; der sdliche Helm ist zweimal durchbrochen, zur Aufnahme der Stundenglocke unten und der Viertelstundenglocke oben. Knopf und Fahne bekrnen das Ganze. Einen Anspruch auf knstlerische Bedeutung knnen die Trme auch in ihren neuen Bauteilen nicht erheben. Gerade in den beiden Trmen mit ihrer einfachen, schlichten Behandlung kommt eben eigentlich so recht die Einfachheit und zugleich auch Nchternheit der Nrnberger Gegend zum Ausdruck. Hier unterscheidet sich die Kirche St. Sebald nur wenig von den Bauten der Nachbarorte, denn weder das nrdliche Bayern, noch das angrenzende stliche Franken hat Kirchtrme aufzuweisen, welche sich besonderer Schnheit erfreuen. Am nchsten verwandt mit den Trmen von St. Sebald ist der Turm der Stadtpfarrkirche in Schwabach. [Illustration: Abb. 29. Oberer Teil des nrdlichen Turms.] Der Baumeister der neuen Turmteile war Heinrich Kugler von Nrdlingen. Dort hatte er 1480 das Amt eines Kirchenbaumeisters bei St. Georg bernommen und in der Zeit bis 1494, wo er wegen Krankheit seine Stelle niederlegen mute, in der Hauptsache den oberen Teil des mchtigen Turmes und die Pfeiler im Chore gebaut; die kriegerischen Verwicklungen der Reichsstadt mit Herzog Georg von Niederbayern-Landshut und insbesondere die Beurlaubung nach Nrnberg zum Ausbau der Trme von St. Sebald[56] hinderten ihn, am Bau von St. Georg in dieser Zeit mehr auszufhren. brigens kme fr einen kunstkritischen Vergleich doch eigentlich nur der obere Teil des Nrdlinger Turmes in Betracht; allein aus dem kleinen von Kugler ausgefhrten Stck, dem achteckigen Teil ber der zweiten Galerie, lassen sich keine Schlsse auf die Trme von St. Sebald ziehen, um so weniger, als Kugler dort genau wie bei St. Sebald durch die Hhe der vorhandenen Trme fr den Weiterbau bereits gebunden war und auerdem die im Gutachten des frheren Baumeisters Ensinger gegebenen Direktiven einzuhalten hatte.[57] Endlich ist fr den Bau der Trme noch ein Aufri in sauberer Federzeichnung von Interesse, der sich im Archiv der Oberen Pfarrkirche zu Ingolstadt befindet. Er stellt im Mastab 1 : 20 den oberen Teil eines Turmes dar, der im wesentlichen mit den Glockenstuben von St. Sebald bereinstimmt und mit Wahrscheinlichkeit als ein Werkri des Meisters Heinrich Kugler betrachtet werden darf. Die groen Schallfenster mit ihrer Verblendung stimmen fast genau mit den ausgefhrten Fenstern berein, nur die Strebepfeiler an den Ecken sind weiter gefhrt und endigen etwa in der Mitte des sechsten Stockwerks mit Fialen und Kreuzblumen. Das siebente Stockwerk jedoch ist vollstndig anders geplant. Nur wenig schmler als das sechste steht es mit diesem durch ein krftig profiliertes Gesims in Verbindung und hat erst zu oberst eine Kranzgalerie, so da der Turmhelm ohne jede Vermittlung auf der Plattform aufsitzt, aber ebenfalls einen schmalen Gang freilassend. Das durchbrochene Motiv der Galerie sowie der Bogenfries unterhalb derselben, ferner Form, Gre und Anordnung der Fenster der Trmerwohnung sind die gleichen wie am ausgefhrten Bau. Wie dieser Aufri in das Archiv der Oberen Pfarrkirche (oder Frauenkirche) zu Ingolstadt gelangt ist, mu vorerst noch unaufgeklrt bleiben. Da er sich zwischen den Bauplnen des Ulrich Heydenreich, Baumeisters zu Unser Schnen Lieben Frauen in Ingolstadt, erhalten hat, kann man vermuten, da Heydenreich, als er gegen Ende des Jahrhunderts die schwbischen Stdte besuchte und ihre Kirchen und insbesondere Trme aufnahm, jenen Ri von seinem Kollegen Heinrich Kugler geschenkt bekommen und mit nach Ingolstadt gebracht habe. Uns aber kann ein Vergleich des Aufrisses mit dem vollendeten Bauwerk lehren, welche Umnderungen die ursprnglichen Bauabsichten noch whrend der Ausfhrung erfahren haben, ein Einblick in die Ttigkeit des Architekten, wie er uns, soweit es sich um die Zeiten des Mittelalters handelt, nur selten mglich ist. [Illustration: TAFEL X. Innenansicht vom Ostchor gegen das nrdliche Seitenschiff.] III. Die Restaurierungen der Kirche. 1. Die Restaurierungen der Kirche bis zur Neuzeit. Bei einem so umfangreichen Bauwerke wie die Kirche St. Sebald wurden natrlich im Laufe der Zeit eine Reihe von greren und kleineren Reparaturen, namentlich am Auenbau, erforderlich. Verschiedene Vernderungen sind auch ein Produkt der vernderten Bedrfnisse oder des vernderten Zeitgeschmackes. Die erste beglaubigte Restaurierung im Innern wurde 1493 vorgenommen: do wart die kirchen zu sant Sebolt geweist und verneut inwendig und wurd fertig auf sant Seboltz tag.[58] Nach der Strke und Beschaffenheit der Tnche zu schlieen, welche die Wnde bis zur letzten Restaurierung berzog, wurde die Ausweiung fter wiederholt, mglicherweise auch gelegentlich der Ende der fnfziger und Anfang der sechziger Jahre des 17. Jahrhunderts bettigten Barockausstattung. Im Jahre 1515 erlaubte der Rat dem Michel Beheim, der Cramer Kapellen in St. Sebalds Kirchen am Gewlb und an den Fenstern und Altartafeln restaurieren zu lassen. Doch durfte er sein Wappen nirgends anbringen und mute er die alten Wappen stehen lassen.[59] Gemeint ist wahrscheinlich die Pmerkapelle zwischen der sdlichen Sakristei und der Dreiknigstre. 1657 und in den folgenden Jahren wurde das Innere der Kirche von dem Tnchermeister Jakob Fuchs nach dem Muster des Bamberger Domes -- Tncher und Steinmetzen erhielten fr die Reise dorthin zusammen 6 fl. -- renoviert, und zwar einschlielich der damaligen Porkirchen (wahrscheinlich der Engelschor) und der beiden Sakristeien. Akkordiert war die Summe von 900 fl. ber die Art und Weise der Renovierung, soweit sie die Architektur betrifft, erhalten wir keinen Aufschlu, auch fhrt ein Vergleich mit dem Bamberger Dom zu keinem Ergebnis, da das Innere desselben unter Knig Ludwig I. von allen spteren Zutaten gereinigt wurde. Nur folgende Angaben aus der erhaltenen Rechnung sind von Interesse: im Jahre 1657 u. ff. wurde auerdem noch renoviert (von verschiedenen Meistern) innen in der Kirche ... unter der Kanzel gepflastert (fl. 140), Fledermuse ber dem Gewlbe weggeschafft, Gemlde oben an dem Gewlb des Chors (6 fl.) etc.[60] Aus dem letzteren Posten geht hervor, da die Gewlbe des Ostchores, denn nur dieser kann gemeint sein, mit Malereien wahrscheinlich aus der Zeit der Erbauung ausgestattet waren. Die letzte Restaurierung hat denn auch eine reiche Polychromie der Schlusteine und eine Bemalung der anstoenden Rippen aufgedeckt. Eine besonders umfangreiche Erneuerung erfuhr 1657 die Innenausstattung der Kirche (Abb. 30). Sie bezog sich vor allem auf die Neuherstellung von Altren und der Kanzel sowie der beiden Orgelemporen im Querschiff. Auerdem wurden damals im Mittelschiff in der Hhe der Triforien und im nrdlichen Seitenschiff hlzerne Emporen angebracht. Auf Einzelheiten dieser Erneuerung wird bei der Behandlung des Inventars zurckzukommen sein. Soweit die Nachrichten ber die Restaurierungen im Innern. Bei einigen von den zahlreichen Vernderungen am Auenbau wurde durch die letzte Restaurierung der ursprngliche Zustand, so gut es eben mglich war, wieder hergestellt. So muten in erster Linie die beiden Dachwerkanbauten auf den Seitenschiffen an der Westwand des Ostchores weichen, in welchen die Blasblge fr die beiden 1443 und 1447 errichteten Orgeln auf den Ostchoremporen untergebracht waren. Zur Zierde des Ganzen hatten diese Anbauten nicht gereicht. Die lteste Gestalt der gotischen Seitenschiffdcher war die, da an ein ziemlich flaches, bis an den unteren Rand der Hochschiffsfenster heranreichendes Pultdach von den Wimpergen der Seitenschiffe aus Giebeldcher anstieen. In spterer Zeit waren die Giebeldcher mitsamt den Wimpergspitzen und der Galerie beseitigt und das Pultdach steiler gelegt worden, so da die reiche Dachbildung, die im Verhltnis zu der mannigfaltigen Gliederung der Wnde der Seitenschiffe stand, verloren ging und die unteren Partien der Hochschiffsfenster zugemauert werden muten, was fr den Innenraum des Langhauses einen betrchtlichen Entgang an Licht bedeutete. Dieser belstand wurde durch die letzte Restaurierung infolge Tiefer- oder Flacherlegung des Pultdaches und Herausnahme der Fenstereinmauerungen behoben. Die Wimpergspitzen und die Galerie wurden erneuert, Giebel- oder Kapellendcher gelangten jedoch nicht zur Wiederherstellung. Nach der Vollendung des Ostchores zhlte die Kirche sechs Eingnge: die zwei romanischen Turmportale, im Westen, je zwei an der Nord- und an der Sdseite, die Anschreibtre und die Ehtre, diesen entsprechend die Schultre und die Dreiknigstre. Im Jahre 1480 wurde, aus welchem Bedrfnis ist nicht bekannt, in der Sdwand des Ostchores gegenber der Schau unter dem Behaimschen Fenster eine niedrige Tre mit flachem Bogen und ohne Profilierung des Rahmens, nur mit Abschrgung der Kanten, ausgebrochen. Drei Stufen fhren zu derselben hinauf. Wegen des gegenberliegenden ffentlichen Gebudes wurde sie Schautre genannt.[61] Am 20. November 1490 kam in frher Morgenstunde in der Wchterstube des sdlichen Turmes Feuer aus. Einen greren Umfang scheint dasselbe nicht angenommen zu haben, denn bauliche Vernderungen, die auf einen Brandschaden zurckzufhren wren, sind am Turm nicht wahrzunehmen. Es wird also nur ein Zimmerbrand gewesen sein.[62] Wie bereits hinlnglich bekannt, mute die Galerie des Ostchores 1561 wegen Bauflligkeit abgenommen werden. Am 27. Mai nahmen im Auftrag des Rates der stdtische Baumeister Joachim Tetzel und vier Handwerksmeister eine eingehende Besichtigung des Umganges vor und erstatteten hierber in einem ausfhrlichen Gutachten Bericht (vgl. Beilage 36). Danach sei die ganze Galerie durch die Einwirkung des Regen- und Schneewassers gleichsam zerfressen, insbesondere das die Galerie tragende Gesims, so da einzelne Stcke, vor allem die ebenfalls stark beschdigten Wasserspeier, herabzufallen drohten. Eine Ausbesserung, von der man sich aber nicht viel versprechen knne, wrde auf etwa 5000 fl. zu stehen kommen. Man halte die Abtragung der Galerie, die Deckung des Umganges mit Dachziegeln und die Anbringung kupferner Dachrinnen fr die geeignetsten Manahmen. Dem Antrag entsprechend wurde beschlossen und gehandelt. Und so verschwanden nach nicht ganz 200jhrigem Bestehen die Galerie, die Wimperge der Fenster, soweit sie den Dachrand berragten, die Fialen der Strebepfeiler und die vielen Wasserspeier, welche zusammen eine prchtige Bekrnung des Chores gebildet hatten, hinter der bei greren Festlichkeiten, vornehmlich bei Einzgen von Frsten, die Stadtpfeifer und -trompeter gar feierlich herabbliesen. Da es sich damals nur um die Galerie des Ostchores und nicht auch um die der Seitenschiffe handelte, ist aus einer Angabe des vorerwhnten gutachtlichen Berichtes zu schlieen, wonach die Lnge der Galerie 333 Stadtschuh, also genau dem Umfang des Ostchores entsprechend, abgesehen von der Westwand desselben, betragen hat.[63] [Illustration: Abb. 30. Inneres der Sebalduskirche. Ausschnitt aus dem Kupferstiche von J. A. Graff. 1694.] In den Jahren 1571 bis 1647 wurden eine Anzahl Reparaturen am sdlichen, dem sogenannten Schlagturm vorgenommen. 1571 fand eine Besichtigung der Kranzgalerie, die infolge Bauflligkeit das Schicksal der Ostchorgalerie teilen sollte, statt. Einige Jahre darauf, vielleicht 1577, wurde auf ein ausfhrliches fachmnnisches Gutachten hin, welches zugleich ein kurzes Projekt der Restaurierung enthielt und dem ein Plan der Galerie beigegeben war, dieselbe erneuert, und zwar genau im ursprnglichen Stilcharakter. Die beabsichtigte Aufsetzung von Kugeln auf den Ecken des Gelnders scheint unterblieben zu sein. Die brigen Renovierungen beziehen sich meist auf das ruins gewordene Zinndach. 1591 wurde der schlechte Zustand desselben zum ersten Mal festgestellt. 1609, 1613 und 1616 folgten weitere Besichtigungen und Ausbesserungen. Schlielich, 1647, blieb nichts anderes brig, als eine Neubedachung vorzunehmen, und da man mit dem Zinn so schlechte Erfahrungen gemacht hatte, wurde Kupfer gewhlt. Seitdem besteht an dem Turmpaar von St. Sebald ein fr das ganze Stadtbild charakteristisch gewordener Farbenkontrast, der nrdliche glatte Turmhelm zeigt sich in dem matten Grau des Zinnes, der sdliche durchbrochene in der grn schimmernden Patina des oxydierten Kupfers.[64] Samstag den 3. August 1754 schlug ein Donnerwetter in die Kirche St. Sebald, und zwar ein Feuer- und ein Wasserstrahl. Der erstere fuhr durch das Dach des Langhauses gegen den Milchmarkt ber auf das darunter befindliche Dach auf den Boden, wo man in die kleine Orgel gehet, und zndete einen Querbalken an. Der Brand wurde sofort bemerkt und gelscht. Der Wasserstrahl ging durch das Langhaus bei den Trmen, eine ziembliche Anzahl Ziegel erschlagend, auf das Dach direkt ber der Lffelholzkapelle, wo die Trmer Holz und Spne liegen hatten, und wo er mehrere Dachsparren vllig zerschmetterte. Die entstandenen Dachffnungen wurden aus eigener Initiative des Almosenamtes noch am selbigen Abend mit Ziegeln zugedeckt. Die erforderlichen Ausbesserungen waren fr den Bau selbst nicht von Belang.[65] Wie beim sdlichen Turm so mute man auch beim nrdlichen Turm die schdlichen Folgen einer schlechten Zinnbedachung erfahren. Hier bedurfte aber nicht allein die Bedachung, sondern der ganze Dachstuhl des spitzigen Helmes einer Erneuerung. Fr die neue Bedachung wurde nicht wie 1647 beim anderen Turm Kupfer, sondern wieder Zinn in starker Vermischung mit Blei gewhlt. Die Restaurierung nahm die Jahre 1768 und 1769 in Anspruch und erforderte einen Kostenaufwand von ber 5500 fl. Die Einzelheiten sind aus der Beilage 38 ersichtlich. 1805 wurde die Fahnenstange auf dem sdlichen Turm wiederholt ausgebessert. Die zur Vornahme der geringfgigen Ausbesserung notwendige Rstung des Helmes kostete 361 fl. 20 kr.[66] Die 1647 in Kupfer ausgefhrte Neubedachung des sdlichen Turmes wurde 1807 an mehreren Stellen ausgebessert, wobei die abgenommenen schadhaften Kupferplatten fr Reparatur eines Braukessels im Weizenbierbrauhaus Verwendung fanden.[67] Aus dem Vorausgehenden ist ersichtlich, da wesentliche Vernderungen am Bau von St. Sebald, wie ihn das Mittelalter der spteren oder neueren Zeit berliefert hat, nicht vorgenommen wurden, obwohl sich schon frh genug die Wahl weichen Steinmaterials fr ornamentale Teile oder architektonische Zierglieder gercht hatte. Es darf dieser Umstand vielleicht als ein Glck bezeichnet werden. Denn sptere Umbauten im Renaissance-, Barock- oder Rokokostil, wie sie sich so hufig in den katholisch gebliebenen Gegenden vorfinden, wrden, selbst wenn sie zu den hervorragendsten Leistungen zu zhlen wren, nur den Bau seiner ursprnglichen knstlerischen Feinheiten und einer Reihe kostbarer historischer Erinnerungen beraubt haben; das mittelalterliche Leben, das noch aus allen Ecken und Winkeln der Kirche atmet und ein mchtiger Zeuge der frheren politischen Hhe Nrnbergs ist, wre zerstrt. Der Gegenwart war es vorbehalten, das schadhaft gewordene Bauwerk durch eine grndliche Restaurierung in seinem alten Glanze wiederherzustellen. Wir lassen nun eine Wrdigung der 1906 beendeten Restaurierung folgen nebst den ausfhrlichen Berichten der Bauleitung. 2. Das Restaurierungswerk der Neuzeit. 1888-1906. Die im vorausgehenden Kapitel behandelten, in der Zeit vom 16. bis zum beginnenden 19. Jahrhundert an der Kirche vorgenommenen Ausbesserungen, amtlich Reparaturen genannt, waren in der Regel untergeordnete Instandsetzungsarbeiten an schadhaften Stellen des Baues. Die Architektur als solche blieb unangetastet, wenn sie auch noch so restaurierungsbedrftig erschien. So ist die Kirche St. Sebald, zwei kleine Anbauten an der Giebelseite des Ostchores und die Steilerlegung der Seitenschiffdcher ausgenommen, in ihrer ueren Erscheinung in der Gestalt der Sptzeit des 15. Jahrhunderts fast unverndert auf uns gekommen. Dagegen war der Erhaltungszustand des Baues der denkbar schlechteste. Bei dem weichen Steinmaterial, das man fr das ganze Mauerwerk und auch fr die feinen Zierglieder der Hoch- und Sptgotik verwendet hatte, konnte die Zeit bald und ausgiebig mit ihrer Zerstrungsarbeit beginnen, so da die Kirche zuletzt, verwildert und verstmmelt, den Anblick einer Ruine gewhrte (Abb. 31). Dazu kam, da die an dem ursprnglichen romanischen Baukrper nach und nach vorgenommenen Umbauten jedesmal einen empfindlichen Eingriff in den konstruktiven Organismus bedeuteten, der Verschiebungen und Schwchungen der einzelnen Mauerteile zur Folge haben mute. Der Zustand des Verfalls war allmhlich in ein bedenkliches Stadium getreten. Eine durchgreifende Wiederherstellung war nicht lnger aufzuschieben. Die Verwaltung des vereinigten protestantischen Kirchenvermgens, die Eigentmerin des Bauwerkes, erkannte diese Notwendigkeit und ging energisch zu Werke. Eine Menge langwieriger Vorarbeiten war zu erledigen, so da von dem ersten Entschlu bis zur Inangriffnahme der Wiederherstellung eine geraume Zeit verstrich. Man war auf das bereitwillige Entgegenkommen und die emsige Mitarbeit der verschiedensten Faktoren angewiesen. Denn weder der Umfang und die Zeitdauer der Restaurierung, noch die Hhe der entstehenden Kosten konnten trotz Untersuchungen, Gutachten und Voranschlgen genau bestimmt werden. Insofern aber sah die Kirchenverwaltung dem Zustandekommen des Unternehmens mit Zuversicht entgegen, als sie wute, da hinter ihr ein auf die Erhaltung seiner historischen Kunstschtze bedachtes Brgertum stand, welches dem Aufruf zur Instandsetzung des bedeutenden Baudenkmals und der dort aufgespeicherten Schtze opferwillig Folge leistete. [Illustration: Abb. 31. Ostchorpartie vor der Restaurierung.] Ein eigens fr die Restaurierung der Kirche gegrndeter Verein machte sich ausschlielich die Beschaffung der erforderlichen Geldmittel zur Aufgabe. Von allen Seiten flossen Zuschsse herbei, wenn auch in Anbetracht der enormen Ausgaben, welche das Unternehmen verursachte, zuweilen etwas langsam und in geringen Betrgen. Private Kreise, die Stadtbehrde, Frstlichkeiten, voran der Deutsche Kaiser und Bayerns Regent, und insbesondere die alteingesessenen Patriziergeschlechter der ehemaligen Reichsstadt hielten mit Untersttzungen nicht zurck. Das Unternehmen der Restaurierung war vom Schicksal begnstigt. Schon der Umstand war von unschtzbarem Vorteil, da man sich an die Wiederherstellung nicht frher gewagt hat, als es in der Tat geschehen ist, obwohl der Zustand des Baues von jeher Anla genug gewesen wre. Ein Menschenalter vorher beispielsweise htte bei den magebenden Faktoren und ebenso in Knstlerkreisen nicht das gleiche Verstndnis fr =alle= Stilperioden des Baues und noch weniger fr =alle= Gegenstnde der Inneneinrichtung bestanden. Es wren zweifellos viele Inventarstcke der Renaissance, des Barock und Rokoko dem damals noch vielfach angewendeten Purifikationssystem zum Opfer gefallen. Ein beraus glcklicher Griff wurde in der Wahl der Bauleitung getan. Die Kirchenverwaltung bestellte als Oberleiter den Professor =Georg von Hauberrisser= in Mnchen, der wiederum seinen Schler Professor =Joseph Schmitz= mit der rtlichen Leitung betraute. Beide sind Gotiker von anerkanntem Ruf. Whrend der Restaurierung des Auenbaues behielt Hauberrisser die Oberleitung bei, die Restaurierung des Innern und des Inventars leitete Schmitz allein. Die beiden Meister huldigten dem Grundsatz der gleichen Existenzberechtigung smtlicher Teile des Baues wie des Inventars, gleichviel ob knstlerische oder historische Interessen in Frage stnden, und dem anderen Grundsatz: besser zu wenig als zu viel restaurieren. Mit liebevoller Piett und peinlicher Sorgfalt wurden alle Einzelheiten behandelt, und waren Ergnzungen von grerer Ausdehnung vorzunehmen, so boten die knstlerischen Qualitten der Leiter Garantie fr zutreffende Form. Ein allgemein bindendes Programm oder bestimmte, fr jeden speziellen Fall gltige Satzungen wurden nicht aufgestellt. Die Restaurierung erfolgte in einzelnen Abschnitten und wanderte von Bauteil zu Bauteil (Abb. 32). Whrend der Vollendung eines Abschnittes wurde die Arbeit fr den nchstfolgenden vorbereitet. Setzte die folgende Wiederherstellungsarbeit eine andere Art der Behandlung voraus, so wurden von der Bauleitung die geeigneten Manahmen beraten, die beschlossenen Absichten dem Bauausschu der Kirchenverwaltung vorgelegt und nach den entworfenen Plnen die Ausfhrung in Angriff genommen. Mit der Auenrestaurierung des Ostchores wurde der Anfang gemacht; es folgten die Nordseite, der Westchor und das sdliche Seitenschiff. Die Trme bildeten den Schlu. Um whrend der Innenrestaurierung den Gottesdienst nicht auf lngere Zeit unterbrechen zu mssen, teilte man die Kirche in zwei Hlften, welche nacheinander in Arbeit gegeben wurden. Zugleich mit der Innenrestaurierung des Baues wurde auch die Renovierung der Inventargegenstnde bettigt. Die uerliche Schadhaftigkeit der sptromanischen Bauteile war bei dem Mangel feiner dekorativer Glieder am Auenbau naturgem geringer als die Schadhaftigkeit der gotischen Teile. Der Verwitterung am meisten ausgesetzt waren hier hauptschlich die Bogenfriese und ornamentierten Kapitle, welche durch getreue Kopien ersetzt wurden. An den ausgedehnten gotischen Partien fehlten nicht nur Krabben und Kreuzblumen, sondern auch Wimpergspitzen, Mawerke, ja ganze Galerien waren dem Zerstrungswerk zum Opfer gefallen. Sprlich, doch ausreichend waren die aufgefundenen berreste zur Ermglichung zuverlssiger Rekonstruktion und Ergnzung. Von besonderem Interesse sind in dieser Beziehung die innerhalb der Mauerkrone des Ostchores aufgefundenen Reste der frheren Galerie. Die Restaurierung des Baues wurde daher durchgehends im Stilcharakter der einzelnen Bauteile durchgefhrt. Die wiederholte Aufnahme des alten Baustiles und die Auerachtlassung neuzeitlicher Ausdrucksformen war ohne weiteres gerechtfertigt. Auf leergebliebenen Konsolen des Ostchors und nrdlichen Seitenschiffes fanden zahlreiche vom Bildhauer Georg Leistner in Nrnberg gearbeitete Statuen von Aposteln, Propheten und Kirchenvtern, dazu auch Luthers und Melanchthons Aufstellung. Sie erfllen wesentlich einen dekorativen Zweck und fgen sich in ihrer gotischen Formengebung im allgemeinen gut der reichen architektonischen Umgebung ein. Hauptarbeiten am Auenbau waren: Auswechslung der schadhaften Steine, Ergnzung, beziehungsweise Rekonstruktion der ruinsen oder abgefallenen Galerien, Pfeilerendigungen und sonstigen Zierglieder, Kopierung der verwitterten Bildwerke, Neubedachung der beiden Turmhelme und Flacherlegung der Seitenschiffdcher. ber diese Punkte, wie ber alle Einzelheiten bei der Auen- und Innenrestaurierung, gibt der nachfolgende ausfhrliche Bericht der Bauleitung genauen Aufschlu.[68] Bezglich der letzterwhnten Arbeit am Auenbau ist hinzuzufgen, da von den verschiedenen Gestaltungen, welche den Seitenschiffdchern im Laufe der Jahrhunderte gegeben worden sind und deren jede fr uns historische Berechtigung hatte: Kapellendach, flaches Pultdach, steiles Pultdach -- das flache Pultdach als diejenige Form gewhlt wurde, welche sich praktisch als die vorteilhafteste erwies. Das Steinmaterial des alten Baues besteht beim romanischen Teil aus grauem, bei den gotischen Bauteilen aus rtlichem Sandstein der Nrnberger Umgebung von ziemlich grobem Korn. Die Bestndigkeit dieses Materials insbesondere bei Verwendung fr dekorative Glieder und figrliche Darstellungen ist eine sehr geringe, dazu kommen die schdlichen Einwirkungen des Rues der modernen Fabrikstadt, die den Fortschritt der Verwitterung bei einem schon angegriffenen Stein auerordentlich beschleunigen. Um derartigen belstnden fr die Zukunft vorzubeugen, wurde bei allen Ergnzungen und Kopien auer verschiedenen oberfrnkischen Hartsandsteinen meistens der sehr harte wetterbestndige und quarzitreiche Stein aus den Wendelsteiner Brchen bei Nrnberg verwendet. [Illustration: Abb. 32. Westansicht, mit den Gerstbauten.] An der Auenarchitektur hatten die spteren Jahrhunderte keine wesentlichen Neuerungen hinzugefgt. Anders verhielt es sich bei der Innenarchitektur. Fast jede Epoche hatte ihre Spuren hinterlassen, bestehend in einer oder mehrmaligen bertnchung der Gewlbe und Wnde. Es war sofort klar, da der knstlerische Wert dieser Ausweiungen nicht auf der gleichen Stufe mit der vornehmen Wirkung des ursprnglichen Zustandes stehen konnte. Untersuchungen und Proben besttigten diese Anschauung. Hiemit war die Grundlage fr die Innenrestaurierung gegeben: auch im Innern war dem Bauwerk sein ehemaliges, dann durch unverstndige Behandlung beeintrchtigtes Aussehen wiederzugeben. Nur wurde der Zweck durch gerade entgegengesetzte Manahmen erreicht: dort hie es aufbauen, hier abnehmen. Nach Entfernung des weien Kleides der dicken Tnchkruste kamen eine, wenn auch nicht reiche, so doch beraus geschickt verteilte Polychromie sowohl beim romanischen Bau wie beim Ostchor und mehrere wertvolle Wandmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts zum Vorschein. Im Westchor wurden zwei romanische Doppelfenster, welche einst die Turmhallen vom Chor aus beleuchteten, freigelegt. Zu den erfreulichen Entdeckungen kam aber zum Schlu eine hchst unangenehme berraschung, welche die Innenrestaurierung sehr in die Lnge zog. Gelegentlich der Beseitigung der Farbschichten an den beiden dem Ostchor zunchst stehenden Pfeilern des Langhauses, welche zu den ehemaligen Vierungspfeilern zhlten, mute die schlechte Beschaffenheit dieser Hauptsttzen und somit ihre geringe Haltbarkeit festgestellt werden. Bei der auerordentlichen Belastung dieser konstruktiven Glieder war ihre Auswechslung unter Anwendung uerster Vorsicht mit den grten Schwierigkeiten verbunden. Als nicht minder bedeutend ergaben sich die konstruktiven Arbeiten, welche an der unteren Ostwand des nrdlichen Turmes, in dessen Mauern ursprnglich Treppenlufe angebracht waren, erforderlich wurden. Mit der Aufdeckung der alten Polychromie und der Wandmalereien allein war die Aufgabe der Innenrestaurierung noch nicht gelst. Es handelte sich um einen seinem Zweck nicht entfremdeten Bau, um eine noch als Gotteshaus dienende Kirche, und daraus ergab sich, da das Innere, d. h. die blogelegten Malereien, Fenster usw. nicht nur durch Konservierung in einen haltbaren, sondern auch in einen das Auge der Kirchenbesucher nicht verletzenden Zustand versetzt werde. Die erforderlichen Instandsetzungen wurden jedoch mit der uersten Zurckhaltung und der grten Vorsicht vorgenommen. Bei alten Inventarstcken wurde unterschieden, ob es sich um Ersatz abgebrochener kleiner Details oder um Hinzufgung von selbstndigen Teilen, z. B. von Trflgeln u. dgl. handelte. Im ersteren Falle wurde von Ergnzungen oft ganz abgesehen. Waren die Defekte gar zu strend und war die Ergnzung nach Vorbildern im Charakter des Originales einwandfrei herzustellen, so wurde sie dementsprechend vorgenommen. Bei selbstndigen neuen Teilen aber, wie z. B. Trflgeln an Wandnischen oder vor Gemlden, Stuhlwerk, Anlage eines Wandbrunnens, Vertfelungen der Sakristei, wurden primitive Formen ohne Zugehrigkeit zu einem besonderen Stile angewendet, die sich in die Umgebung ohne Miklang einfgten, indem sie sich dem wertvollen historischen Bestande bescheiden unterordneten. Die Erhaltung des gegenwrtigen Gesamtbestandes galt als Grundprinzip. Nicht das Verhltnis eines Gegenstandes in seinem Stilcharakter zur Wirkung der nchsten architektonischen Umgebung, auch nicht der Umstand, ob der Gegenstand heute noch den ihm zukommenden Zweck erfllt, war fr seine Erhaltung magebend, sondern einzig und allein die Tatsache seines Vorhandenseins. Bei den scheinbar unbedeutenden Gegenstnden fiel das kirchen- und lokalgeschichtliche Interesse ins Gewicht. Eine besondere Beachtung wurde auch dem Standort der Gegenstnde zugewendet. Gerade bei denjenigen Inventarstcken, welche ihrem ursprnglichen Zweck entfremdet sind, ist die Beibehaltung des alten Standortes von groer Wichtigkeit. Die historische Beziehung zur Kirche, welche meist nur aus dem Standorte zu erkennen ist, erhebt den Gegenstand ber die Bedeutung eines bloen Museumsobjektes. Hervorzuheben ist, da die Restaurierung der Statuen durch Abnahme der starken Tnchkruste mit dem Gewinn bunter Fassung und feiner Modellierung belohnt wurde, und da bei vielen Werken Feststellungen bezglich der Enstehungszeit und Autorschaft gemacht werden konnten. Die Ergnzungen der Bildhauerarbeiten, die Wiederherstellung der Famalereien und die Renovierung der Wand- und Tafelgemlde wurden vorgebildeten Krften anvertraut. Nur zwei Gruppen von Inventarstcken muten aus finanziellen Grnden vorerst zurckgestellt werden, die Wandteppiche und die Glasgemlde. Den Bestand des Inventars hatte Heideloff wesentlich geschmlert. Die Mittelschiffemporen, die Kanzel und der Hauptaltar, aus der Barockzeit stammend, muten seinen auf Stilreinheit gerichteten Wiederherstellungsabsichten weichen. Kanzel und Altar wurden durch Neuschpfungen im Stile der Sptgotik ersetzt. Mit der Entfernung des neuen Altars erklrte sich der Bauauschu einverstanden; man begngte sich damit, anstatt des Altaraufsatzes einen der wertvollen Gobelins hinter der Mensa anzubringen und darber die Kreuzigungsgruppe von Veit Sto aufzustellen. Die reich geschnitzte Kanzel wurde belassen. Das Fehlen der langen Mittelschiffemporen wird man nicht zu beklagen brauchen. Denn nach Kupferstichen zu schlieen, hatten sie keine knstlerischen Vorzge aufzuweisen und standen der von ihnen verdeckten kunstgeschichtlich interessanten Triforiengalerie jedenfalls bedeutend nach. Das Restaurierungswerk im ganzen betrachtet mu eine hervorragende, in Anbetracht der Qualitt eine vorbildliche Tat genannt werden. Mit weiser, freiwillig auferlegter Zurckhaltung, dem vornehmsten Gebot der Denkmalpflege, hat die Bauleitung bei Lsung der gestellten Aufgaben verfahren. Die hier in der Praxis verwirklichten Anschauungen wird selbst der eifrigste Gegner, wenn er im konkreten Fall Restaurierungsbedrftigkeit und vollendete Ausfhrung gegenberstellt, als richtig anerkennen mssen. Die Anhnger der absoluten Stilreinheit sind zwar bis auf einige Unheilbare, die erfreulicherweise auf die heutige Entwicklung der Restaurierungsmethode ohne Einflu sind, ausgestorben. Aber schon machen sich ernsthafte Bestrebungen geltend, welche unter Hinweis auf das Verhalten frherer Jahrhunderte gegenber restaurierungsbedrftigen Denkmlern einer Ergnzung im Stilcharakter der Gegenwart auch bei der Auenarchitektur unter allen Umstnden das Wort reden. Es erscheint unverstndlich, wie hier das Vorgehen frherer Epochen als mustergltiges Beispiel empfohlen werden kann. So sehr auch den Alten gedankt werden mu, da sie bei dem geringen Verstndnis fr vorausgegangene Stilperioden keine Lust versprten, gegebenen Falls in der ihnen fremd gewordenen Formensprache Ergnzungen vorzunehmen -- solche Flle finden sich zwar auch in der Kunstgeschichte, jedoch nur vereinzelt --, so wenig wird begriffen, warum nun mit einem Male all die vielen Erfahrungen und grndlichen Kenntnisse, die man sich im Laufe des vorigen Jahrhunderts auf dem weiten Gebiete des Restaurierungswesens durch grndliches Studium der eigenartigen mittelalterlichen Konstruktionsmethoden besonders in der Steinmetztechnik verschafft hat, beiseite zu legen sind. Man sollte sich vielmehr darber freuen, da solche Erfolge erzielt wurden, und durch Grndung von Schulen fr Fortpflanzung, Vermehrung und weitere Verbreitung der erworbenen Fhigkeiten Sorge tragen. Angenommen, unsere Zeit wre in der zweifellos glcklichen Lage, ber eigene Ausdrucksformen in der Kunst zu verfgen, welche auf gleicher Hhe mit den historisch gewordenen frheren Stilarten stnden: was wre mit der Anwendung dieses Stiles z. B. bei der Restaurierung des Ostchores erreicht worden? Es htte zunchst auf die mancherlei aufgefundenen berreste, welche eine Restauration der alten Mauerkrone leicht ermglichten, verzichtet und, um den sthetisch unbedingt notwendigen Abschlu herzustellen, eine Bekrnung oder ein Dachgesims geschaffen werden mssen, welche keineswegs in den gnstigen organischen Zusammenhang mit der Architektur des vorhandenen Mauerwerkes zu bringen gewesen wre wie die rekonstruierte Galerie. Anders freilich wrde die Sache liegen, wenn es sich um die Neuschpfung eines selbstndigen Bauteiles, etwa einer Sakristei, oder um Anschaffung eines neuen Inventarstckes, eines Altares, gehandelt htte. Hier mte individuelle knstlerische Eigenart zum Ausdruck kommen.[69] Man vergit anscheinend auch, da das Vorgehen frherer Zeiten bei reparaturbedrftigen Denkmlern groe Nachteile hatte. Wurden Bauten in jeweils modernem Stil ergnzt oder umgebaut, dann lie man nicht immer die gebhrende Rcksicht walten und entfernte oft mehr, als der Billigkeit entsprach. Defekte Statuen vollends, auch solche in gutem Zustande, wurden dem Zeitgeschmack gem abgendert, meist verstmmelt oder, wenn sie nicht mehr gefallen wollten, vernichtet, defekte Gemlde wanderten im gnstigsten Fall auf den Speicher, gewhnlich wurden sie verschleudert oder bermalt, so da sie in dem einen wie in dem anderen Fall unrettbar verloren waren. Gewi keine empfehlenswerten Manahmen! Die Bedeutung als nachahmenswerte Leistung gebhrt dem nunmehr fertigen Werke der Wiederherstellung der Sebalduskirche auch deswegen, weil sich die Restaurierung nicht nur auf den Bau und die wenigen vom protestantischen Kultus bentigten Inventargegenstnde, sondern auf die gesamte ungemein reichhaltige Ausstattung erstreckt hat. Wohl selten wird Gelegenheit geboten, einen Bau von der Stellung der Sebalduskirche und zugleich eine solche Flle von Meisterwerken nach piettvollen Prinzipien unter berufener Leitung zu restaurieren und unter so gnstigen Umstnden die Arbeit zu vollenden. Ein ganz besonderes Verdienst gebhrt hiebei dem kunstsinnigen Pfarrer von St. Sebald, Kirchenrat Friedrich Michahelles, der die Vollendung des Werkes nicht mehr erleben sollte. Einen wesentlichen Beitrag zu dem Werke lieferte im brigen die Untersttzung des Nrnberger Patriziats. Ist es ihm schon zu danken, da in den spteren Jahrhunderten, als der stets wechselnde Zeitgeschmack, namentlich in den Gegenden des Protestantismus, zu ungunsten der Kunsterzeugnisse des Mittelalters sich uerte, in Nrnberg soviel wie mglich von den Werken der Vter gerettet wurde, so war es diesmal ebenfalls Lokalpatriotismus im besten Sinne des Wortes, welcher es, ohne groe Opfer zu scheuen, zustande brachte, die prchtigen Familienstiftungen in ihrer Gesamtheit in altem Glanze erstehen zu lassen. Zur Erhaltung der ruinsen Originale, Statuen, Reliefs und der kleineren Bauglieder, welche durch Kopien ersetzt werden muten, wurde von der Bauleitung ein kleines Museum gegrndet, welches in der Westkrypta als Lapidarium und im oberen Stockwerke der groen Sakristei Unterkunft gefunden hat. Ein anderer Teil der Statuen ist in der Kirche selbst untergebracht. Im oberen Stockwerke der Sakristei wurden als weitere Sammlungsgegenstnde Modelle, zeichnerische und photographische Aufnahmen der Kirche in ihrem vorgefundenen Zustand beigefgt. Das angehufte und systematisch geordnete Anschauungsmaterial gestattet einen vortrefflichen Einblick in die Ttigkeit der Bauleitung und die von ihr angewendeten Grundstze und Methoden.[70] ber dieses kleine Museum der Denkmalsplage, wie man es nennen knnte, wird etwas ausfhrlicher noch weiter unten zu handeln sein. Wir lassen nunmehr die Berichte der Bauleitung ber die Wiederherstellungsarbeiten in ihrem Wortlaute folgen. 3. Bericht der Bauleitung ber die Wiederherstellung des ueren. 1888-1904. =1888-1889.= Die seit dem Jahre 1882 im Gange befindlichen umfangreichen Vorarbeiten zur Wiederherstellung der Sebalduskirche waren im Jahre 1888 so weit gediehen, da die Verwaltung des Vereinigten protestantischen Kirchenvermgens die Inangriffnahme des Werkes beschlieen konnte. Professor =von Hauberisser= in Mnchen sandte daher im Juli dieses Jahres den Unterzeichneten nach Nrnberg, um die Leitung der baulichen Arbeiten an Ort und Stelle zu bernehmen. Professor von Hauberisser selbst traf alle knstlerischen und technischen Dispositionen whrend periodischer Besuche in Nrnberg. Die Kirchenverwaltung whlte aus ihrer Mitte einen =Ausschu=, der ber alle vorzunehmenden Bauarbeiten beraten und Beschlu fassen sollte. Es gehrten ihm unter dem Vorsitze des ersten Pfarrers von St. Sebald Friedr. =Michahelles= folgende Herren an: Fabrikbesitzer von Forster, Baumeister Goll, Justizrat Hilpert, Schlossermeister Leibold, Ingenieur Rupprecht und Magistratsrat Tauber. Fr die groe, auf lange Jahre hinaus projektierte Unternehmung erwies sich die Errichtung einer =Bauhtte= als erforderlich, die als zweistckiges Fachwerkgebude neben dem sdlichen Turm errichtet wurde und die Zeichenzimmer enthielt, whrend ein stlicher Flgelbau die Steinmetzwerksttte und Schmiede aufnahm. Ursprnglich hatte die Absicht bestanden, mit der Wiederherstellung eines Strebepfeilers am Ostchor zu beginnen. Allein die fortschreitende Verwitterung der Pfeilerendigungen dort und die Rcksicht auf eine grere Einheitlichkeit des Betriebes empfahlen, als ersten Bauabschnitt die Wiederherstellung der =Chorgalerie= und ihrer Pfeilerspitzen in Arbeit zu nehmen. Es wurde daher zunchst in der Hhe des Hauptgesimses an den vier ersten Jochen bei der Brauttre ein Gerst und auf der Nordseite der Sakristei ein gezimmerter Treppenturm aufgestellt. Aus verschiedenen alten Nachrichten war bekannt, da die Galerie im Jahre 1561 wegen Bauflligkeit abgebrochen worden war; an ihrer Stelle hatte man damals ein schweres steinernes Karniesgesims aufgesetzt und mittelst einer Aufschiftung das Dach darber gezogen. Nun wurde diese Aufschiftung und das Gesims entfernt und letzteres zur Anlage einer Umfassungsmauer um die Bauhtte benutzt. Beim Aufbrechen der frei liegenden Mauerkrone fanden sich erfreulicherweise am 7. November kleine =Reste der ursprnglichen Galerie=, aus deren Zusammenstellung sowohl die frhere Form der Mawerkfllungen wie des mit Zinnen besetzten Abdeckungsgesimses erkennbar waren (Abb. 33 und 139). In der Hoffnung auf weitere Funde wurde jetzt das bisher nur bei vier Jochen angebrachte Gerst um den ganzen Chor gefhrt, und es konnten in der Tat auch die verschiedenen Formen, welche im Mawerk bei den einzelnen Jochen abwechselten, genau festgestellt werden. Nach Beendigung der ntigen Aufnahmen und Vermessungen sowie der Herstellung der Werkzeichnungen fr die neuen Bauteile wurde mit der Steinmetzarbeit begonnen, die fr den Umfang der Galerie der Firma Gschel & Alt, von welcher Joh. Gschel durch seine Arbeiten an der Frauenkirche und dem Germanischen Nationalmuseum schon viele Erfahrungen gesammelt hatte, in Akkord gegeben wurde. Es zeigte sich aber, da fr solche Arbeiten der Regiebetrieb unter Verrechnung der Selbstkosten seitens des ausfhrenden Meisters und mit prozentualem Zuschlage einer Meistergebhr geeigneter ist; daher wurde in der Folge die Akkordarbeit wieder aufgegeben. Die Werkhtte, die Gerste und die hauptschlichsten Arbeitsgerte waren ohnehin von der Kirchenverwaltung gestellt worden. Auch die =Werksteine= wurden von der Bauleitung direkt bezogen. Da der Stein aus der nheren Umgebung wegen seiner geringen Wetterbestndigkeit und der Schwierigkeit, guten Kernfelsen zu erhalten, nicht in Frage kommen konnte, wurde auf Grund einer von Professor Hauberrisser und einigen Sachverstndigen der Kirchenverwaltung ausgefhrten Inspektionsreise ein gelblicher Sandstein von Bayreuth (Buntsandstein der Triasperiode) und ein rtlicher aus der Kulmbacher Gegend verwendet. [Illustration: Abb. 33. Die aufgefundenen Reste der ehemaligen Galerie am Ostchor.] Hauptgewicht wurde darauf gelegt, da der Stein rauhes Korn habe, damit er in der zu erwartenden Patina sich den alten Steinen einfge und nicht wie dies z. B. beim Mainsandstein (siehe Frauenkirche) der Fall ist, durch Beibehaltung seiner Naturfarbe einen zu groen Gegensatz zu seiner Umgebung bilde. Fr die der Verwitterung sehr ausgesetzten Werkstcke, z. B. die Mawerke der Galerie, fand der harte und wetterbestndige =Quarzit= aus Wendelstein Verwendung. Mit der Herstellung der Modelle zu den ornamentalen Skulpturen, die in einer der Bauhtte angefgten Modellkammer zur Ausfhrung kamen, wurde der Bildhauer und Lehrer an der Kunstgewerbeschule G. Leistner betraut. Die Untersuchung der oberen Chormauer fhrte auch zu einer unliebsamen Entdeckung. Aus den Balken, welche, auf der Mauerkrone aufliegend, den Dachstuhl tragen, waren zu irgend einer Zeit in der Mitte grere Stcke herausgeschnitten worden, so da der gewaltige Dachstuhl durch den radialen Schub die Mauern hinausgedrckt hatte. Schon zeigten sich bei den Gewlben klaffende Risse. Es war daher notwendig, die Balken wieder zu ergnzen und mit ihnen bei jedem Joch eiserne Verschlauderungen in Verbindung zu bringen. Auch den groen Westgiebel entlang wurden die auf beiden Seiten ausgewichenen Strebepfeiler durch eine starke Verschlauderung wieder verbunden. In der Werkhtte nahmen die Steinmetzarbeiten Winter und Sommer ber einen guten Fortgang, so da am 14. Oktober 1889 der =erste Stein= zur Galerie bei der Ecke ber dem Brauttor versetzt werden konnte. Die brigen Versetzarbeiten wurden bis zum Ende des Jahres fortgesetzt. =1890.= Die Versetzarbeiten an der =Chorgalerie= wurden durch die Witterungsverhltnisse so begnstigt, da selbst den Winter hindurch keine Unterbrechung stattfand. Im Februar konnten schon an den ersten Jochen die neuhergestellten Arbeiten von den Gersten befreit werden. Der fahrbare Aufzugskran wurde jeweilig zu den neuen Arbeitstellen weiter geschoben. Die Rinnenanlage hinter der Galerie war in solidester Weise unter Verwendung von starkem Kupfer herzustellen und wurde zum Schutze mit Holzrosten belegt. Auch die Wasserspeier erhielten eine Kupferausftterung. Entsprechend den ueren Arbeiten mute auch der Betrieb in der Htte gefrdert werden. Dazu erwies sich eine Erweiterung der Bauhtte als erforderlich, die als ein seitlicher Anbau an der Ostseite der Bauhtte zur Ausfhrung kam, so da etwa 46 Steinmetzen untergebracht werden konnten. Da unter den bezogenen Werksteinen viele vorhandener Stiche und grberer Toneinsprengungen wegen ausgeschossen werden muten, wurden verschiedene Versuche mit neuen Bezugsquellen aus der Gegend von Aschaffenburg und von Lahr in Baden, und zwar mit wechselndem Erfolg gemacht. Am besten bewhrte sich immer der Wendelsteiner Quarzit, dessen Bearbeitung jedoch wegen seiner Hrte groe Kosten verursachte. Im Juni war die Chorgalerie schon zur Hlfte fertiggestellt. Professor Hauberrisser war wiederholt zur Besprechung aller baulichen Dispositionen anwesend; auch fanden zu gleichem Zwecke verschiedene Sitzungen des Bauausschusses statt. Im November besichtigte Kultusminister von Mller die Bauarbeiten. Am 4. Dezember konnte in feierlicher Weise die Aufsetzung des letzten Steines der Galerie beim westlichen Pfeiler an der Sdseite stattfinden. Stadtpfarrer Lotholz legte als Vorstand der Kirchenverwaltung bei dieser Gelegenheit eine Urkunde ber dem nunmehr vollendeten ersten Bauabschnitt der Wiederherstellung in den Schlustein ein. Die Bauleitung, welche mit ihren zeichnerischen und Projektierungsarbeiten naturgem den Ausfhrungsarbeiten stets voraus sein mute, hatte unterdessen die Aufnahmen der Strebepfeiler am Ostchor hergestellt und fr diese Abwechslungsarbeiten die erforderlichen Vorarbeiten eingeleitet. Zimmermeister Steger, der die Gerstarbeiten bisher ausgefhrt hatte, war in diesem Jahre gestorben. An seiner Stelle wurde Zimmermeister F. Birkmann mit den weiteren Zimmerarbeiten beauftragt. =1891.= Bezglich der Wiederherstellung der =Strebepfeiler am Ostchor= war ursprnglich geplant, nur einzelne schadhafte Stellen durch Einsetzen von mehr oder weniger groen Vierungen auszubessern. Es stellte sich jedoch bei nherer Untersuchung eine so starke Verwitterung aller Profilierungen und Skulpturen heraus, da bei jedem Pfeiler ungefhr fnfzig Werkstcke ganz neu ersetzt werden muten (Abb. 34), wobei jedesmal 2-1/2-3 m hohe Teile des Pfeilers bis in die eigentliche Umfassungsmauer hinein auszubrechen waren. [Illustration: Abb. 34. Ostchorpartie nach der Restaurierung.] Da hierdurch der Strebepfeiler, der die Gewlbe sttzen sollte, jeden Halt verloren haben wrde, so war die Anbringung einer eisernen Sttzkonstruktion erforderlich, zu welcher Direktor Rieppel einen Entwurf herstellte. Derselbe gedachte zuerst mit einer 10 m hohen eisernen Sttze vom Straenniveau aus den oberen Pfeiler abzufangen, hielt aber dann den Gedanken Professor Hauberrissers fest, den oberen Pfeiler auf den unteren mittels einer Eisenkonstruktion abzusttzen, welche jedesmal nur die Hhe des erforderlichen Ausbruches hatte. Die Htte hatte schon im Anfang des Jahres mit der Bearbeitung der Werkstcke zu den Pfeilern, und zwar zunchst der groen Kreuzblumen und Riesen begonnen. Im Oktober waren alle Vorbereitungen so weit gediehen, da auf der Nordseite die Absttzung zum ersten Male aufgestellt werden und die Auswechslung vor sich gehen konnte. Im Inneren sollte ein Zeiger, der sich mittels Hebelbersetzung einer Millimeterteilung entlang bewegte, jede kleinste Vernderung des Mauerwerkes anzeigen. Mit Steinmetzmeister Gschel war schon im Jahre 1890 ein Vertrag ber die Wiederherstellung eines Pfeilers abgeschlossen, welcher im April auf vier weitere und im Oktober auf smtliche Pfeiler ausgedehnt wurde. Die vielen Abweichungen in den architektonischen Formen sowohl wie in den Maverhltnissen der Strebepfeiler wurden bei der Erneuerung sorfltig festgehalten, wobei auf charakteristische Wiedergabe der Profilierungen wie der Ornamentation groer Wert gelegt wurde. Professor Hauberrisser lud den Verein fr Geschichte der Stadt Nrnberg im April zu einer Besichtigung der Arbeiten in der Bauhtte ein, und im August stattete die in Nrnberg tagende Hauptversammlung der deutschen Architekten der Sebalduskirche einen Besuch ab. [Illustration: Abb. 35. Neuer Verkndigungsengel am Ostchor.] =1892.= Die Wiederherstellungsarbeiten an den =Ostchorpfeilern= wurden in diesem Jahre in der Weise fortgefhrt, da zu gleicher Zeit an den Pfeilern selbst die fertigen Werkstcke unter jedesmaliger Verwendung der Sttzkonstruktion versetzt und in der Htte fr die weiteren Pfeiler die neuen Werksteine bearbeitet wurden. Daneben wurden auch die vielen auerordentlich reich durchgebildeten =Baldachine=, von welchen jeder Pfeiler sieben Stck aufweist, und die nachtrglich leicht versetzt werden konnten, in Arbeit genommen. Als Steinmaterial kam hiezu der in Obernkirchen bei Bckeburg gebrochene harte und wetterbestndige, dabei ziemlich feinkrnige Sandstein zur Verwendung. An =Statuen= fanden sich unter den Baldachinen im ganzen nur vier vor. Nmlich auf der Vorderseite zwei Propheten, die stark verwittert waren und nach erfolgter Ergnzung kopiert wurden, sowie im Osten =Maria= und =Sebaldus= an einem Joche, welches ursprnglich durch eine vor dem Fenster angebrachte plastische Darstellung ausgezeichnet gewesen zu sein scheint. Diese beiden Statuen, welche in Anbetracht ihres guten Erhaltungszustandes unverndert blieben, zeigen =farbigen Hintergrund= mit aufgemalten Engelfiguren. Fr die unter den brigen Baldachinen fehlenden Statuen fertigte Stadtpfarrer Michahelles ein Verzeichnis an, nach welchem in der unteren Reihe die Hauptpersonen des Alten und in der oberen Reihe die des Neuen Testamentes zur Darstellung kommen sollten. Als im November der Kultusminister die Kirche wieder besuchte, waren auf der Nordseite die Auswechslungsarbeiten an sechs Pfeilern bereits vorgenommen, jedoch fehlten noch die neuen Baldachine, die sehr viele Arbeit erforderten. Da eine Reihe von Familien und Privatpersonen die Stiftung je eines Pfeilers bernahm, so wurde an jedem Pfeiler eine diesbezgliche Inschrift oder ein Wappen angebracht, whrend die wertvollsten =alten Steinreste= in der Westkrypta zu einem =Lapidarium= vereinigt wurden (Abb. 139). Beim Abbruch eines der groen Baldachine auf der Nordostseite fand sich eingeklemmt in der zwischen Baldachin und Wand befindlichen Spalte ein kleines Erzguwappen mit Steinmetzzeichen (Abb. 26). Allem Anscheine nach ist das Wappen durch Zufall in diese Vertiefung hineingefallen, nachdem es zuvor an der 1561 abgebrochenen Galerie befestigt war. Bei dem dargestellten Steinmetzzeichen kann es sich nur um den =Meister des Ostchores= handeln. =1893.= Auch das Jahr 1893 wurde durch die umfangreichen Arbeiten an den Ostchorstrebepfeilern ausgefllt, ohne da sie ganz beendigt werden konnten. Doch ging alles in bester Weise ohne Strung und Unfall von statten. Zu den =Statuen= an den Pfeilern fertigte, nachdem Stadtpfarrer Michahelles sein Verzeichnis auf eine Anregung des Vereins fr Geschichte der Stadt Nrnberg einer nderung unterzogen hatte, Bildhauer Leistner die Modelle. Die Ausfhrung geschah in der Htte in Kelheimer und Offenstettener Kalkstein (Abb. 35). [Illustration: Abb. 36 Konsole mit Ritter an einem nrdlichen Pfeiler des Ostchors.] [Illustration: Abb. 37. Konsole mit Ritterfrulein an einem nrdlichen Pfeiler des Ostchors.] Am Ende des Jahres waren bis auf die aus dem nrdlichen Sakristeidach herausragenden Pfeiler die Hauptauswechslungsarbeiten an den Ostchorstrebepfeilern fertiggestellt. Nur fehlten noch die meisten Baldachine. Die Bauleitung hatte sich unterdessen schon seit einiger Zeit mit den Aufnahmen und Plnen fr die Wiederherstellung des =nrdlichen Seitenschiffes= beschftigt (Abb. 38, 39). Die Untersuchungen ergaben ber die frhere Gestalt interessante Aufschlsse.[17] Das Seitenschiff war nmlich ursprnglich mit einer durchbrochenen =Galerie= bekrnt und mit =Kapellendchern= versehen, d. h. hinter den die einzelnen Joche abschlieenden Giebeln waren Satteldcher angebracht, die an ein das ganze Seitenschiff berdeckendes Pultdach anstieen. Es wurden sowohl die Form dieser Dcher wie auch ihre eigenartigen =Entwsserungsanlagen= nach Entfernung der Backsteinmauerungen aufgefunden. Leider waren diese Abwsserungen, besonders dem Schnee gegenber, nicht praktisch. Die Dcher wurden nach den vorhandenen Spuren bald, wahrscheinlich im 16. Jahrhundert, abgetragen, und an ihre Stelle trat ein einziges groes =Pultdach=, das jedoch die Fenster des Mittelschiffes zu drei Vierteln verdeckte und den inneren Raum stark verdunkelte. Zu jener Zeit werden wohl auch die Galerie- und Giebelspitzen hnlich wie beim Ostchor wegen der auf das mangelhafte Material zurckzufhrenden Bauflligkeit abgetragen worden sein. ber die Form der Galerie gaben nur mehr Kalkspuren an der stlichen und westlichen Abbruchstelle Auskunft. Aber ein Hauptgesimsstck, das den Ansto an das Wimperggesims zeigte, war neben dem Brauttor glcklicherweise erhalten geblieben und bildete fr die Neuherstellung wertvolle Anhaltspunkte. Unterhalb des abgetragenen Daches fanden sich auch bei den beiden mittleren Mittelschiffpfeilern die Anstze von ehemaligen romanischen Strebebgen, die vom Seitenschiff aus das Mittelschiff sttzten. Auerdem beschftigte die Bauleitung die Anfertigung der Plne fr die Wiederherstellung des groen =Giebels= und der =Galerie= am Ostchor. In einer im Dezember stattgehabten Sitzung des Bauausschusses legte Professor Hauberrisser die Vorschlge fr Wiederherstellung der Galerie des nrdlichen Seitenschiffes und Flachlegung des Daches sowie fr die Arbeiten am Westgiebel vor. Eine im Mrz stattgehabte Untersuchung der =Trme= hatte auch die Bauflligkeit der dortigen Galerie und groe andere Schden des Mauerwerks wie der Dachsthle dargetan. =1894.= Whrend des Winters 1893 auf 1894 und selbst das ganze Frhjahr hindurch bis in den Sommer hinein war die Htte mit der Herstellung der vielen reichen =Baldachine= und =Konsolen= (Abb. 27, 36, 37) am Ostchor beschftigt. Sobald die sieben Baldachine je eines Pfeilers fertiggestellt und versetzt waren, konnten die Gerste entfernt werden, und so fiel von Norden nach Sden nach und nach die Hlle von Gersten, die den Ostchor vier Jahre hindurch verdeckt hatte. Ende Juli wurden die Baldachine und Figuren am letzten Strebepfeiler bei der Schautre versetzt. Auch wurden die Abfallrohre bei jedem Pfeiler in Kupfer neu hergestellt. In den Monaten April und Mai wurden die zwei aus der nrdlichen Sakristei herausragenden Strebepfeiler ausgewechselt. Hierbei wurden auch die Giebelabdeckungen erneuert und das Dach, welches die Mauern bisher berdeckt hatte, tiefer gelegt, so da die an den alten Abdeckungen schon vorhandenen inneren Gesimsprofile nun sichtbar sind. Auch die Rinne und das Abfallrohr wurden in Kupfer neu hergestellt. [Illustration: Abb. 38. Nrdliches Seitenschiff vor der Restaurierung.] Die weitere Arbeit der Htte bestand zunchst in der teilweisen Neuherstellung und Ausbesserung der Wandflchen unterhalb des Kaffgesimses bis zum Sockel des Ostchores, die durch die frher eingebauten Kramlden erheblich gelitten hatten. Hiermit fanden die Arbeiten am Ostchor, da die Restaurierung der =Portale= auf spterhin verschoben wurde, ihren vorlufigen Abschlu, und die Htte begann mit der Anfertigung der Werkstcke fr die Wiederherstellung des =Westgiebels=, und zwar zunchst des nrdlichen Teiles desselben. Diese Arbeit fllte den Sommer und Herbst aus; es gelang, die Neuherstellung der =Galerie= (an Stelle der frher vorhandenen Ziegelbedachung) sowie des =Eingangstrmchens= und die brigen Ausbesserungen dortselbst bis auf das Verfugen noch vor Winter zu Ende zu fhren. Nunmehr nahm die Htte die Werkstcke fr die Galerie sowie die Giebel und Pfeilerendigungen des nrdlichen Seitenschiffes in Arbeit als Aufgabe fr den Winter 1894/95. [Illustration: Abb. 39. Nordansicht.] Der =Fachwerkaufbau= fr den Sngerchor am nrdlichen Seitenschiff war anfangs des Jahres abgebrochen worden. Die Bauleitung war whrend des ganzen Jahres mit den Vorbereitungen fr die vorbeschriebenen Arbeiten der Htte beschftigt. Auerdem wurden, nachdem im August am =nrdlichen Turm= in der Hhe der Glockenstube feste Gerste aufgeschlagen waren, die nun zugnglich gewordenen Teile des Turmes, deren groe Schadhaftigkeit frher schon festgestellt worden war, vermessen und zeichnerisch dargestellt. Mit Steinmetzmeister Gschel war ein neuer Vertrag fr die weiteren Wiederherstellungsarbeiten im Mrz abgeschlossen worden. Das Steinmaterial wurde seit dem Frhjahr ausschlielich aus den Brchen von Wendelstein bezogen. Im August beschlo der Bauausschu, sowohl die Lattung wie die Ziegeldeckung des groen =Ostchordaches= auszubessern und eine Anzahl neuer Dachfenster anzubringen. Im Innern des Dachbodens wurden auf allen Balkenlagen bequeme Laufgnge hergerichtet und der Boden selbst oberhalb der Gewlbe mit einer neuen Bretterung versehen. Die beiden =Dachendigungen= waren bei dieser Gelegenheit genau nach den vorhandenen Resten zum Teil erneuert worden. Am =Schreyerschen Grabmale= (Abb. 69) wurden im Herbst zwei neue Baldachine an Stelle der alten verwitterten eingesetzt; auch die Holzdecke dieses Vorbaues und das Kupferdach wurden neu hergestellt. Im April nahm der Kultusminister von den Arbeiten Einsicht. Um einen berblick ber die Art der Wiederherstellung in spterer Zeit zu ermglichen, richtete die Bauleitung im Laufe des Jahres in dem unbenutzten Raume oberhalb der nrdlichen Sakristei (der alten Schatzkammer) eine =Sammlung von Modellen, Zeichnungen und Photographien= ein, welche eine Ergnzung der bereits im Lapidarium bestehenden Sammlung bildet. =1895.= Nachdem die Htte im Winter 1894/1895 einen groen Teil der fr den Ausbau des =nrdlichen Seitenschiffes= ntigen Werkstcke hergestellt hatte, konnte im Frhjahr mit dem Versetzen, und zwar bei der =Galerie= zunchst dem Brauttor, begonnen werden (Abb. 39). Von Joch zu Joch wurden Galerie und Pfeiler neu aufgestellt und jedesmal dahinter der neue Dachstuhl aufgerichtet. Bei dem letzteren war eine etwas umstndliche Konstruktion erforderlich, weil trotz des nunmehr viel niedrigeren Daches unterhalb desselben der =Durchgang= vom Turm zur Sngerbhne erhalten werden mute. Mit dem =Niedrigerlegen= des Daches wurden endlich die romanischen =Fenster= des Mittelschiffes wieder frei, wodurch das letztere volles Licht erhielt und die schne romanische Architektur im Innern zur Geltung gelangte. Ein kleiner Aufenthalt ergab sich im Juli bei der Anschreibtr, weil die dort erforderliche besonders eingreifende Abbrucharbeit der beiden Portalpfeiler groe Vorsicht bezglich des Gewlbeschubes erheischte. Es wurde aller Gefahr durch eine vom Straenboden aus aufgestellte eiserne Sttzkonstruktion vorgebeugt. ber die ehemalige Form der Galerie dieses Portales hatten glcklicherweise ein erhaltenes Gesimsstck und der Mawerkanschlu Aufklrung gegeben. Bis zum Eintritt des Winters wurden von den fnf Jochen vier fertiggestellt. Zugleich mit den Arbeiten an der Galerie waren auch die =Mawerke der Fenster= (Abb. 21) einer grndlichen Ausbesserung zu unterziehen. Die Gerste konnten nun bis zur halben Fensterhhe fallen. Der Deckung des Daches wurde besondere Sorgfalt zugewendet. Die so charakteristische =Ziegeldeckung= sollte beibehalten werden, aber bei der flachen Neigung erwies sich noch ein besonderer Schutz gegen eindringendes Wasser notwendig. Daher wurde das Dach zuerst mit verbleitem Eisenblech und hierauf erst mit Ziegeln gedeckt. Die Rinne wurde hnlich wie am Ostchor gestaltet und aus Kupfer hergestellt. Die Anfertigung der am nrdlichen Seitenschiff zu erneuernden =Statuen=, welche nach den alten verwitterten und ergnzten Vorbildern genau kopiert wurden, bertrug der Bauausschu zum Teil dem Bildhauer Leistner, zum Teil dem Steinmetzmeister Gschel. Der Kultusminister besuchte die Kirche im Januar. Am 18. Mai erhielt sie den Besuch des Prinzen Ludwig von Bayern und am 30. Juli der beiden ltesten Shne des Deutschen Kaisers. Unterdessen hatte sich die Bauleitung mit den Plnen befat, welche zur Umgestaltung, beziehungsweise zum Aufbau des =Treppentrmchens= am nrdlichen Turm erforderlich waren. Daneben wurde die =sdliche Sakristei= in ihrem ueren Mauerwerk restauriert, der Kamin derselben verndert und das Dach niedriger gelegt. In den Bauausschusitzungen war wiederholt die Frage der Beheizung der Kirche, zunchst allerdings ohne Ergebnis, besprochen worden. Als die Versetzarbeiten des Frostes wegen eingestellt werden muten, war die Htte in die Winterarbeit -- Wiederherstellung des letzten Joches des nrdlichen Seitenschiffes, der Wimpergkrnze, der beiden Pfeiler dortselbst und der Baldachine und Konsolen des Seitenschiffes -- eingetreten. Auch fr den nrdlichen Turm wurden schon eine Anzahl Steine bearbeitet. Fr das nchste Jahr wurden auer der Beendigung des nrdlichen Seitenschiffes die Arbeiten am =nrdlichen Turm= (Abb. 28) und am =sdlichen Westgiebel= in Aussicht genommen. =1896.= Da in diesem Jahre in Nrnberg die zweite bayerische =Landesausstellung= stattfand, wurden die Arbeiten am westlichen Joch sowie die Auswechslung von zwei Mittelteilen der Strebepfeiler zwischen Brauttor und Anschreibtr und schlielich die Wiederherstellung der Galerie ber der letzteren so beschleunigt, da beim Besuche des Prinzregenten =Luitpold= am 13. Mai das nrdliche Seitenschiff bis auf den Magistratschor und das Treppentrmchen am nrdlichen Turm von Gersten ganz befreit war. Nun wurde zunchst das Treppentrmchen ausgebessert und um ein Stockwerk erhht zur Ermglichung eines Austrittes in die Dachrinne des Seitenschiffes. An Stelle der alten Backsteinpyramide trat ein steinerner Dachhelm mit Kreuzblume (Abb. 39). Zugleich wurde im nrdlichen Turm der Zugang zum Seitenschiff durch Anlage neuer Treppen und Fubden verbessert und der Gang zur Sngerbhne durch eine Rabitzwand gegen den Dachraum abgeschlossen. Die Triforien erhielten neue Zugangstreppen. Unterdessen hatte sich herausgestellt, da die Gerste am Treppentrmchen eine genaue Untersuchung ermglicht hatten, da der =Turm= zu beiden Seiten seiner nordwestlichen Strebepfeiler 4-6 m lange und bis zu 5 cm breite =Risse= aufwies. Hier befanden sich zwei vermauerte, mit Rundbgen berdeckte ehemalige =ffnungen=, welche in nordwestlicher Richtung einen Schub ausbten. Die den letzteren verursachende Belastung mag vergrert worden sein durch die Erhhung des Turmes in der gotischen Zeit, durch Glockengelute und Winddruck. Obschon die offenbar schon alten Risse keine augenblickliche Gefahr mit sich brachten, war dringend ntig, weiteren Bewegungen Einhalt zu tun. Es wurde daher eine doppelte =eiserne Verschlauderung= hergestellt, die das ausgewichene Turmeck umfate und im Innern die stliche und sdliche Turmwand als Rckhalt benutzte. Unterdessen war der sehr ruinse =Magistratschor= (Abb. 40, 41) bis auf den Grund abgetragen worden und wurde ganz neu wieder hergestellt mit neuen Fenstermawerken -- die alten fehlten vollstndig -- und einer nach gegebenen Anhaltspunkten erneuerten =Galerie=. Das Dach hinter der letzteren wurde mit Kupfer gedeckt. Die Hauptarbeit der Htte fr den Herbst und Winter bildeten die Friese, Gesimse und Mawerke der =nrdlichen Turmgalerie= (Abb. 29). Diese Werkstcke waren meist sehr umfangreich, so da die durch die Kndigung des Lagerplatzes an der Moritzkapelle hervorgerufene Beengung des Werkplatzes sehr unangenehm empfunden wurde. Die =Gerste= des Turmes waren wiederholt geprft und zu grerer Sicherheit mglichst bequem eingerichtet, auch mit Sprachrohr und elektrischer Glocke versehen worden. Gegen Ende November wurde mit der Abnahme der alten Galeriemawerke begonnen. Diese sowie die Reste des Magistratschores wurden der Stadt berlassen und fanden an der Stadtmauer beim Walchtor Aufstellung. Die meisten =Statuen= am nrdlichen Seitenschiff und Brauttor sowie die berlebensgroe =Thomaschristusstatue= an der nrdlichen Sakristei waren im Laufe des Jahres erneuert worden. Die Anbringung neuer Statuen =Luthers= und =Melanchthons= an der Anschreibtre wurde beschlossen, ihre Herstellung jedoch auf das nchste Jahr verschoben. Auch sollten die =Epitaphien= und sonstigen =Reliefs= an der Kirchenwand teils ausgebessert, teils erneuert werden. Beim Eintritt des Winters waren die Htte mit Herstellung der noch fehlenden Werkstcke fr die Turmgalerie und die Modelleure mit Ergnzung der Reliefs beschftigt. Durch eine neue Kanalisation der Abfallrohre zum Hauptkanal auf der Nordseite wurde eine Verbesserung des Wasserablaufes hergestellt. =1897.= Im Frhjahr konnte mit dem Versetzen an der nrdlichen Turmgalerie begonnen werden. Ein Hindernis erwuchs durch eine vorhandene starke Verschlauderung der alten Gesimsstcke, welche whrend der Bauarbeiten in Funktion erhalten werden mute, anderseits aber die Auswechselungsarbeiten sehr erschwerte. Es gelang durch eine besondere Art des Zusammengreifens der neuen Werkstcke die Schwierigkeit zu berwinden. Ende Mai konnte schon mit Herstellung der breiten Kupferrinne begonnen werden. Dann wurden die durchbrochenen Brstungen versetzt und die oberen Blattkonsolen der Bogenfriese teilweise erneuert. Im Juli begann die Abrstung. Zugleich mit dem Abrsten fand eine umfangreiche Auswechselung von Werkstcken auf den vier Seiten des Turmes von der Galerie abwrts statt, so da abgesehen vom Dachhelm der Turm Ende November frei von Gersten war. Die Restauration des Portals wurde, wie die der Portale berhaupt, auf spter verschoben. Die Bauhtte hatte schon seit dem Frhjahr Werkstcke zum Ausbau der Sdseite des =Querschiffsgiebels= in Arbeit genommen. Es handelte sich hier um Neuherstellung der Giebelabdeckung, eines Fensters, der Mawerkgalerie und der Endigung des romanischen Strebepfeilers. Im Juli konnte mit dem Versetzen begonnen werden; im November war der ganze sdliche Westgiebel wieder abgerstet. Zur Instandsetzung des mit Zinn gedeckten =Dachhelmes des nrdlichen Turmes= wurde bereits im Sommer ein leichtes Gerst gebaut, da ohne Gerst ber den Umfang der Ausbesserung kein Urteil gewonnen werden konnte. Der Zustand erwies sich als so mangelhaft, da der Bauausschu beschlo, die Deckung ganz zu erneuern. Zugleich sprach er sich aus historischen Grnden fr Beibehaltung von =Zinn= als Deckungsmaterial aus. Dieser Beschlu wurde jedoch nochmals schwankend, als sich herausstellte, da eine groe Anzahl von Lchern im Zinn auf eine eigentmliche Art von Korrosion zurckzufhren war, die nach Ansicht von Sachverstndigen durch den Einflu groer Klte entsteht und sich wie eine Infektion auf andere Zinnteile bertrgt. Die Entscheidung der Materialfrage wurde daher bis zum nchsten Frhjahre verschoben. Im Oktober wurden die =Glocken= im nrdlichen Turme, deren Gelute whrend der dortigen Bauarbeiten unterblieb, untersucht und ebenso wie die Glockensthle ausgebessert. Um beim Gerstabbruch am nrdlichen Turm das Holzwerk zur Wiederverwendung am sdlichen Turm leicht transportieren zu knnen und fr den Arbeitsbetrieb eine bequemere Verbindung zu erhalten, wurden im Sommer beide Trme durch eine hlzerne Brcke verbunden. ber die Anlage einer Heizung der Kirche wurde im Bauausschu im Laufe des Jahres wiederholt, jedoch ohne Erfolg beraten. Eine weitere Frage bildete die Restaurierung der wertvollen =Glasmalereien=. Vorderhand waren jedoch keine Mittel da, um dieser Aufgabe nher zu treten. Unterdessen hatte die Bauleitung alle Vorarbeiten gefertigt, damit die Htte whrend des Winters die Werkstcke zur Restaurierung des =sdlichen Seitenschiffes= herstellen konnte. Am sdlichen Turm und am Lffelholzchor wurden Gerste aufgeschlagen (Abb. 32). =1898.= Bei den Wiederherstellungsarbeiten am sdlichen Seitenschiff handelte es sich zunchst um die Tieferlegung des Daches und die Instandsetzung der halbvermauerten Mittelschiffenster, ferner um die Neuherstellung der nur als Reste vorhandenen Strebepfeilerendungen, um Ersatz des unfrmlichen den Blasbalg der Orgel enthaltenden Fachwerkaufbaues durch einen kleinen steinernen Aufbau sowie um einen neuen Steinhelm auf dem Treppentrmchen am Sdturm, schlielich um Restaurierung der Fenstermawerke und des Portales. Der grte Teil dieser Arbeiten konnte im Laufe des Jahres vollendet werden. Im Frhjahre wurden die Mittelschiffenster ausgebrochen, im Juli mit dem Aufschlagen des neuen Dachstuhles beim Orgelaufbau begonnen. Eine Verzgerung trat jedoch ein, als sich herausstellte, da in frherer Zeit der Querschiffgiebel der Orgel wegen durch Ausbrche so geschwcht worden war, da mehrere handbreite Risse entstanden waren. Auch war der Steinverband in bedrohlicher Weise gelockert. Die dem Absturz nahen Werksteine wurden durch eine Zementbacksteinwand unterfangen und der ganze Giebel durch zwei miteinander verbundene horizontale Schlaudern, die vom Mittelschiff bis zur Auenwand reichten, zusammengehalten. Im August wurde der Blasbalg in dem neuerrichteten Dachaufbau wieder hergestellt. Auch das Versetzen der neuen Pfeilerendigungen, Fialen und Riesen war vor Eintritt des Winters beendet. In einer Ecke des Sdturmes innerhalb des Mauerwerkes fand sich eine mit Schutt angefllte =Treppe=, die vom Turm in die Gewlbezwickel des Mittelschiffes fhrte. Zur Neuherstellung der =Dachdeckung= am =nrdlichen Turm= hatte der Bauausschu sich unterdessen fr die Verwendung von reinem Zinn ausgesprochen. Bei der im Mai begonnenen Abdeckung des alten Zinns zeigte sich, da mehrere Hlzer des Dachstuhles angefault waren und ausgewechselt werden muten. Im Juni konnte die neue Holzverschalung aufgebracht werden. Die Neudeckung des Helmes, welche Flaschnermeister =Orelli= ausfhrte, war bis zum Herbst vollendet. Auch die Wetterfahne hat derselbe nach dem Muster der alten, die verrostet war, neu hergestellt. [Illustration: Abb. 40. Pfinzingkapelle vor der Restaurierung.] [Illustration: Abb. 41. Pfinzingkapelle nach der Restaurierung.] Das alte Zinn wurde um den Preis von 3700 Mk. verkauft. Die =nrdliche Sakristei= bot, feucht, halbfinster und vielfach vergittert, einen sehr unangenehmen Aufenthalt. Es wurden daher im Mrz und April die Fenster verbreitert, die Gitter teilweise entfernt und der Fuboden ausgehoben und betoniert. Die Modellkammer war mit der Herstellung von ornamentalen Modellen auch in diesem Jahre beschftigt. Daneben wurden in derselben die Statuen der Jungfrauen vom Brauttor, welche sich bei dieser Gelegenheit als ehemals =polychromiert= erwiesen, instand gesetzt und eine derselben an Stelle eines vorhandenen alten Gipsabgusses neu gefertigt. Dem Bildhauer Leistner wurden die Statuen =Luthers= und =Melanchthons=, welche das Portal am nrdlichen Seitenschiff zieren sollten, in Auftrag gegeben. Die Rstung des Sdturmes wurde bis zur Galerie beendet, so da die Bauleitung noch vor Jahresschlu mit den Aufnahmen dortselbst beginnen konnte. Schlielich sei noch erwhnt, da innerhalb des Nordturmes grtenteils neue hlzerne Treppenlufe und unterhalb der Glocken eine Holzabdachung hergestellt wurde. Im sdlichen Seitenschiff erhielten die Triforien hnlich wie auf der Nordseite Verbindungstreppen zum Dachraum. Beim Eintritt des Winters war die Werkhtte, deren Bestand infolge der mangelnden Mittel verringert worden war, mit den Werksteinen fr den Helm des sdlichen =Treppenturmes= beschftigt. =1899.= Die vorhandene kleine Anzahl von Steinmetzen fertigte den Winter ber neben den fr das =sdliche Seitenschiff= noch fehlenden Werkstcken die Werksteine zur Restaurierung des =Brauttores= (Taf. IV). [Illustration: Abb. 42. Erneuerte Madonnenstatue am Brautportal.] Bei letzterem handelte es sich nicht nur um Auswechselung der beiderseitigen Postamentprofilierungen unter den Jungfrauenstatuen, sondern auch um Neuherstellung fast aller Baldachine. Auch das durchbrochene zierliche Mawerk mute in seinem Hauptteile erneuert werden. Die Statuen =Maria= (Abb. 42) und =Sebaldus= waren schon frher in Kalkstein erneuert worden und standen zum Versetzen bereit. Bei der in Verbindung mit der Restaurierung stattfindenden Reinigung stellte sich heraus, da der grte Teil des Portales ursprnglich =polychromiert= war. Auer an den Jungfrauenstatuen sind die Spuren hauptschlich an der Christusfigur und an den Wappen noch sichtbar. Das steinerne Dach wurde mit Kupferplatten berdeckt, und Ende Juli wurde nach Entfernung der Gerste das restaurierte Portal dem Verkehr wieder bergeben. Die noch ausstehenden Auswechselungsarbeiten am =sdlichen Seitenschiff=, an den Mittelteilen der Pfeiler, den Fensterbgen und den Fenstermawerken sowie dem Portale nahmen die Arbeit einiger Steinmetzen bis in den Herbst in Anspruch. Bei der Reinigung des sdlichen Seitenschiffportales fand sich auch hier eine gut erkennbare, ehemals gewi glnzende =Polychromie= vor. Selbst die Sulen waren mit einem bewegten Linienornament geschmckt. Das Portal erhielt ein neues Kupferdach. Auch die kupfernen Dachrinnen und der Kehlanschlu am Sdturme wurden vervollstndigt, so da im Herbst das sdliche Seitenschiff bis auf die Erneuerung des westlichen modernen Fenstermawerkes und der Kaff- und Sockelgesimse fertiggestellt war. Im Mrz konnten schon nach den bis dahin fertiggestellten Zeichnungen die Steine fr die =Galerie des Sdturmes= bestellt werden; allein die Lieferung aus den in einen neuen Besitz bergegangenen Wendelsteiner Brchen ging nur sehr langsam von statten. Die Zahl der Steinmetzen war im Juli auf 25 Mann erhht worden. Ihre Arbeit bildeten die 78 groen Werkstcke der 3 Gesimsschichten an der sdlichen Turmgalerie, die bis zum Ende des Jahres nahezu vollendet wurden. Im Juli wurde das im Nordturm unterhalb der Glocken hergestellte Holzdach mit Zinn verkleidet. Auf Veranlassung und mit den Mitteln des Vereins fr Geschichte der Stadt Nrnberg wurde im November durch die Bauhtte im Ostchor eine =Nachgrabung= nach den =Fundamenten= der stlichen Hlfte der alten romanischen Kirchenanlage vorgenommen. Vor der Tre der sdlichen Sakristei gezogene Grben legten bald die Grundmauer der sdlichen =Querschiffapsis= blo. Bei der Aufgrabung zwischen Sebaldusgrab und Hochaltar fanden sich Grundmauern der =Hauptapsis=, welche die Reste einer Mensa enthielt und den kleeblattfrmigen Abschlu einer zweischiffigen =Krypta= bildete. Um bei der durch Zeit und Mittel beschrnkten Aufgrabung ein mglichst vollkommenes Ergebnis zu erzielen, wurden die Grben auf die Sdseite beschrnkt, hier aber um so grndlicher hergestellt. Auf diese Weise konnte die ganze Lngsmauer der sich bis zu den Vierungspfeilern hinziehenden Krypta aufgedeckt werden, wobei auch die aus den Schiffen hinabfhrenden =Treppen= sichtbar wurden. Von den Ergebnissen dieser Aufdeckungen wurden durch die Bauleitung Vermessungen, =Aufzeichnungen= und ein plastisches Modell hergestellt, welch letzteres in der Modellsammlung der Kirche seinen Platz fand (Taf. II u. III, Abb. 1). Die aufgedeckten Mauerteile waren vor dem Zuschtten auf Einladung des Vereins fr Geschichte der Stadt Nrnberg von einer groen Zahl von Sachverstndigen und Interessenten besichtigt worden. Gegen Ende des Jahres begann die Htte mit der Herstellung der durchbrochenen Brstungsstcke der Galerie fr den =Sdturm=. =1900.= Im Frhjahr 1900 konnte mit dem Versetzen der Gesimsstcke und der Galerie am sdlichen Turm begonnen werden. Die Arbeit lie sich nur auswechslungsweise vornehmen, wobei die in der Mauer liegenden vier Schlaudern, die brigens unter sich nicht verbunden waren, eine Erschwerung bildeten. Am Turmaufbau oberhalb der Galerie muten auf allen vier Seiten eine groe Anzahl von Werkstcken, Bogenfriese, Gesimsstcke, Fenstergewnde und auch glatte Quadern wegen der vorhandenen groen Verwitterung erneuert werden. Beim kupfernen =Dachhelm=, dessen Blechtafeln von sehr ungleicher Strke waren, fand sich der Verband gelockert, das Blech durchlchert und sehr beschdigt vor, so da eine grndliche Reparatur unter Verwendung einer greren Anzahl neuer Platten erforderlich wurde; auch der Blitzableiter und die Wetterfahne kamen zur Ausbesserung. Am =sdlichen Seitenschiff= wurde in das westliche groe Fenster ein neues Mawerk eingesetzt. Das alte war erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Verbindung mit dem Abbruch der damals im Innern der Kirche befindlichen =Mesnerwohnung= zur Ausfhrung gelangt, aber in den unverstandenen Formen der damaligen Zeit. Auerdem wurden in der zweiten Jahreshlfte nach den unterdessen ausgearbeiteten Plnen die fr die Erneuerung des =Dreiknigschores= erforderlichen Werkstcke in Arbeit genommen und im Laufe des Jahres zum grten Teil fertig gestellt. Die Instandsetzung des Kaffgesimses und der Sockelpartien am sdlichen Seitenschiff mute jedoch, weil diese Wnde mit Schuppen, Werksteinen und Gersthlzern verstellt waren, auf sptere Zeit verschoben werden. Nachforschungen nach einem ehemaligen inneren =Eingang= zur =Westchorkrypta= hatten keinen Erfolg. =1901.= Die nchste Aufgabe des Jahres bestand in der Weiterfhrung der Arbeiten am =sdlichen Turm=. Es stellten sich -- wie so oft -- die Schden an den Fenstern der Glockenstube als viel schlimmer heraus, als bisher angenommen war. Die freistehenden =Mittelpfeiler der Fensterffnungen= zeigten sich auf der Nord- und Westseite vollstndig zerrissen, so da ein Herausnehmen derselben und ein Ersatz durch neue Pfeiler unabweislich war. Die Wegnahme einer solchen Sttze in einer Hhe von 40 m ber der Erde und bei den in einem vielhundertjhrigen Mauerwerk nicht mit absoluter Sicherheit festzustellenden Druck- und Schubverhltnissen erforderte natrlich groe Vorsicht. Nach eingehenden Beratungen auch im Bauausschu wurde beschlossen, vor der Herausnahme der Pfeiler die Fensterffnungen provisorisch zu vermauern. Mit Hilfe dieses zwar nicht billigen, jedoch in Hinsicht auf den Zweck verhltnismig einfachen und dabei sicheren Mittels ging die =Auswechslung= ohne Strung vonstatten, so da Mitte Juli der letzte Stein der provisorischen Ausmauerung wieder entfernt werden konnte. Das nordstliche =Turmeck=, welches in der Kmpferhhe des Mittelschiffes durch die schon frher aufgefundene Treppe in seinem Querschnitt bedenklich reduziert war, hatte vor diesen Arbeiten an der Glockenstube durch Ausmauerung die ntige Verstrkung erfahren. Danach handelte es sich um die Wiederherstellung des oberen Teiles der beiden =Strebepfeiler= auf der Sdseite des Turmes. Bei dem westlichen dieser Pfeiler befand sich unter einem tief in die Mauer einbindenden und den oberen Teil des Pfeilers tragenden Baldachine ein berlebensgroer =Kruzifixus=, der ebenso wie die Skulpturen an den Wimpergen der Pfeiler fast bis zur Unkenntlichkeit verwittert war. Der Kruzifixus wurde daher schon Anfang Mrz heruntergenommen und in der Htte erneuert. Da der Baldachinstein aber unmglich ohne Gefahr fr den oberen Pfeiler in seiner ganzen Gre herausgebrochen werden konnte, so mute er in einzelnen Stcken zum Teil in schwalbenschwanzfrmigem Verbande ausgewechselt werden. Auch der stliche Pfeiler erwies sich als so schlecht, da er auf eine Hhe von 11 m vollstndig abzubrechen und zu erneuern war, was besondere Rcksicht auf guten Verband mit dem Turmmauerwerk erforderte. Im Oktober waren diese Arbeiten am Turme beendet, so da die Gerste, die auf mehreren durch die Fenster der Glockenstube laufenden Balken aufruhten, entfernt werden konnten. Jetzt wurde auch das bisher eingestellte Gelute wieder in Ttigkeit gesetzt und die feststehende Feuerglocke, die als solche nicht mehr benutzt wurde, wieder lutbar gemacht. Unterhalb der Glocken war ebenso wie auf dem Nordturm ein mit Zinn gedecktes Schutzdach zur Wasserabfhrung anzubringen. Die hlzernen Treppenaufgnge im Innern des Turmes wurden verbessert. Daneben hatte die Htte anfangs Juni mit den Versetzarbeiten an dem ganz zu erneuernden =Dreiknigschore= begonnen. Er wurde mit einem neuen Kupferdach versehen und konnte nach Aufstellung der gleichfalls erneuerten =Statuen= im August abgerstet und dem Gebrauch wieder bergeben werden. Auch wurde den Sommer ber das groe Mittelschiffdach nach vorhergegangener Erneuerung der Lattung unter Ersatz vieler verwitterter Dachziegel umgedeckt. Hieran schlo sich die Umdeckung des Daches auf dem Lffelholzchor, wobei durch eine Umnderung des Dachstuhles zwischen den beiden Trmen die dortigen Dachanschnitte verbessert wurden. Bei dieser Gelegenheit fand sich innerhalb des Dachraumes der Giebel zwischen Chor und Mittelschiff mit einem Bogenfries geschmckt vor, so da anzunehmen ist, da das Chordach frher unterhalb des Giebels anschlo. Rinne, Abfallrohre und Blitzableiter wurden auf diesen Dchern in Kupfer wieder erneuert. Im Mittelschiff wurde auch der Dachstuhl selbst ausgebessert, der Schutt aus dem Gewlbezwickeln entfernt und der Boden gebrettert. Eine im April angestellte Untersuchung des =Lffelholzchores= hatte ergeben, da im Innern einzelne Steinstcke herunterzufallen drohten, so da eine Absperrung fr ntig gehalten wurde. Als im November mit unterdessen aufgestellten Gersten genauer untersucht werden konnte, ergab sich als Ursache eine Anzahl von Bewegungen, die in den fnf Seiten des Chorabschlusses stattgefunden hatten. Nach Wegnahme des auf den Gewlben lastenden Schuttes lieen sich vom Hauptgesims bis zum Erdboden laufende Risse verfolgen, deren Breite bis zu 10 cm betrug. Eine alte hlzerne Verschlauderung fand sich denn auch auf dem Engelschor, hatte sich aber als ganz unzureichend erwiesen. Daher beschlo der Bauausschu, im Innern eine neue radiale und im uern zwei Ringschlaudern von Eisen anzubringen, jedoch so, da dieselben uerlich nicht sichtbar sein sollten. Im brigen waren fr die Instandsetzung des Lffelholzchores bereits eine Anzahl von Werkstcken fertiggestellt. Die Versetzarbeiten sollten aber erst im nchsten Jahre beginnen. Von den an der Kirche befindlichen Grabdenkmlern wurden im laufenden Jahre mehrere erneuert. Dem Stadtmagistrat wurden eine Anzahl interessanter Steinstcke vom Dreiknigschor und der sdlichen Turmgalerie zur Aufstellung an der Stadtmauer berlassen. =1902.= Das neue Jahr wurde in der Hauptsache durch die Wiederherstellung des =Lffelholzchores= in Anspruch genommen. Im Innern wurden die Risse gereinigt und ausgemauert sowie eine groe Zahl zersprengter Werkstcke erneuert. Im Frhjahr konnten die Gerste wieder entfernt werden, doch blieb die Instandsetzung der unteren Wandflchen, an denen des Gesthles wegen viele Gesimse abgeschlagen waren, ebenso wie die des =Engelchores= der spteren Innenrestauration vorbehalten. Auch im =uern= begannen im Frhjahr die Versetzarbeiten. Trotzdem viele Werkstcke schon im Winter fertiggestellt waren, konnte die bentigte Anzahl nicht mehr in diesem Jahre bearbeitet werden. Whrend der Versetzarbeiten fand auch die Verlegung der Schlaudern statt. Zunchst wurden die beiden Ringschlaudern oberhalb und unterhalb der Engelschorfenster, welche aus einzelnen mit Bolzen verbundenen Eisengliedern bestanden, in die Mauer eingelegt und mit Steinplatten verkleidet. Auf der Nord- wie auf der Sdseite fanden die Schlaudern ihren Halt in den starken Turmmauern. Danach wurde die Radialschlauder in der Fubodenhhe des Engelschores verlegt. Diese, welche aus einzelnen Gabelschlaudern bestand, die die Ecken des Chores faten und sich in der Mitte vereinigten, fand ebenfalls ihren Halt in den Turmmauern. Die uere Wiederherstellung des Westchores nahm dann ihren Fortgang und war bis zum Ende des Jahres bis zur Hhe des ehernen Kruzifixus fortgeschritten. Am sdlichen Seitenschiff waren noch die Arbeiten vom Kaffgesims ab zu vollenden. Die Schuppen und Gerste, welche dies bisher verhindert hatten, wurden im Juni abgebrochen, so da auch diese Arbeiten und daneben die Herstellung neuer kupferner Abfallrohre und einer neuen Kanalisation zu Ende gefhrt werden konnten. In Verbindung damit wurde auch der untere Teil der =Sdseite des sdlichen Turmes= in Stand gesetzt. Doch zeigten sich hier wieder bedenkliche Risse, welche die Anbringung einer greren (brigens zum Teil im ueren sichtbaren) Schlauder erforderlich machten; grte Vorsicht war bei den Auswechslungsarbeiten geboten. Diese Arbeit whrte bis in den Dezember hinein. Das Relief Mari Verkndigung, bisher am Nordturme, wurde an die nrdliche Sakristei versetzt. Da nun bald mit der Wiederherstellung des =Innern der Sebalduskirche= begonnen werden sollte, nahm Professor =von Hauberrisser= mit Rcksicht auf die hierbei erforderliche ununterbrochene Anwesenheit des leitenden Architekten Veranlassung, der Kirchenverwaltung vorzuschlagen, den mit ihm bestehenden Vertrag zu lsen und denselben vom 1. Januar 1903 ab fr alle weiteren Arbeiten mit dem Unterzeichneten abzuschlieen, was geschah. =1903.= In diesem Jahre fand zunchst die Beendigung der Auswechslungsarbeiten am unteren Teile des =Westchores= statt, die von der Hhe des Kaffgesimses an bisher noch zurckgeblieben waren. Der bestehende =Eingang= in die =Krypta=, dessen reich profilierte Umrahmung aus dem 19. Jahrhundert stammte, wurde durch Wegmeieln der stillosen Profile vereinfacht. Das Gleiche geschah mit der Tre, die reiche pseudoromanische Bnder aus dnnem Blech zeigte. Am sdlichen sowohl wie am nrdlichen Turm harrten noch die =romanischen Portale= der Restaurierung (Abb. 15, 16, 17, 18). Bei beiden Portalen, die ohne organische Verbindung mit dem eigentlichen Baukrper der Kirche sind, waren die Bogensteine nicht eigentlich verwittert, aber an den Kanten bei den Stofugen stark verletzt, die Kapitle teils schlecht erneuert, teils fast ganz unkenntlich geworden und auch die Sulenschfte in schlechtem Zustand. Wegen der unterdessen bei der Innenrestaurierung aufgedeckten Schden am nrdlichen Turm mute jedoch die Restaurierung des dortigen Portales, damit der Turm nicht gleichzeitig an mehreren Stellen durch Ausbrche geschwcht wrde, vorlufig zurckgestellt werden. Im April wurde mit den Versetzarbeiten am =sdlichen Portal= begonnen. Im November war dasselbe erst vollendet. Die Htte war hauptschlich mit der Innenrestaurierung beschftigt, daher waren fr die ueren Arbeiten weniger Steinmetzen ttig als bisher. =1904.= Die Aufgabe, welche fr das letzte Baujahr der ueren Wiederherstellung noch verblieb, bestand in der Restaurierung des =nrdlichen Turmportals= und des unteren rings um die Kirche laufenden Sockels, der viele Schden zeigte und in frheren Jahren wohl oft, aber niemals grndlich ausgebessert worden war. Die Restaurierung am nrdlichen Turmportale wurde im Mrz begonnen und fand in der gleichen Weise wie am Sdturm statt. Sie war im Juni vollendet. Dann begannen die Ausbesserungen des Sockels, der besonders am Ostchor eine groe Anzahl neuer Quadern und sorgfltiges Ausstopfen der vielen ohne Mrtel vorgefundenen Lagerfugen erforderte. Mit dem Ende des Jahres war auch diese Arbeit beendet und die =Restaurierung= konnte als abgeschlossen gelten. Die Htte wurde nunmehr im ganzen Umfange fr die Zwecke der Innenrestaurierung verwendet. Daher mute auch die Regulierung der Umgebung der Kirche auf der West- und Sdseite, die besonders einer Verbesserung bedrfte, vorlufig zurckbleiben. Die =Bausammlung= der Kirche, zu welcher der Anfang schon im Jahre 1889 durch Aufbewahrung der aufgefundenen Reste der Ostchorgalerie gemacht worden war, hat im Laufe der Jahre einen ziemlichen Umfang angenommen; sie enthlt nicht nur von fast allen Teilen der Auenfassaden in einzelnen Stcken die hauptschlichsten Originalreste, welche fr die Wiederherstellung magebend gewesen sind, sondern auch eine groe Anzahl von Modellen und mancherlei Fundstcke. Die =Hauptplne= der Restaurierung berwies Professor von Hauberrisser dem =stdtischen Archiv=. Die groe Zahl der gefertigten =Detail- und Werkplne= sind jedoch gleichfalls der =Sammlung= einverleibt. Diese selbst ist an zwei getrennten Orten untergebracht: zum Teil in der Westchorkrypta (Abb. 139), zum anderen Teil im Obergescho der nrdlichen Sakristei. Von den Mitgliedern des =Bauauschusses= war im Laufe der Jahre Magistratsrat Tauber gestorben und Fabrikbesitzer von Forster und Ingenieur Rupprecht wegen Wohnungswechsels ausgetreten. Die Lcken wurden ergnzt durch Kommerzienrat Liebel, an dessen Stelle spter Magistratsrat Hberlein trat, ferner durch Grohndler und kgl. Handelsrichter Heerdegen und Fabrikbesitzer Thter. In der Vorstandschaft der =Kirchenverwaltung= war Stadtpfarrer und Dekan =Heller= durch Stadtpfarrer =Lotholz= abgelst worden. Seit dessen Erkrankung fhrt Stadtpfarrer =Schiller= den Vorsitz. Stadtpfarrer Lotholz ist unterdessen gestorben, Kirchenrat Heller [[gestorben] 1907] steht heute der Restaurierung der Schwesterkirche St. Lorenz vor. Fr die Beschaffung der =Mittel=, welche abgesehen von drei Lotterien aus den namhaften Untersttzungen seitens deutscher Frsten, dann der Stadt und vieler kunstsinniger Familien und anderer Personen flossen, war der =Verein fr die Restaurierung der Sebalduskirche= ttig, in dessen Vorstandschaft Justizrat Freiherr von Kre, Justizrat Vollhardt und Kommerzienrat Schwanhuer die Verwaltung fhrten unter dem Vorsitze des Kirchenrates =Michahelles=, =des eifrigsten Freundes und Frderers des ganzen Wiederherstellungswerkes=. =Nrnberg=, den 31. Dezember 1904. Prof. J. =Schmitz=, Architekt. 4. Bericht der Bauleitung ber die Instandsetzung des Innern. 1903-1906. Bei einem Besuche der Sebalduskirche wird sogleich die Verschiedenartigkeit der baulichen Anlage ins Auge fallen. Denn die noch bestehenden Teile der engen =romanischen Basilika= bilden einen groen Gegensatz zum weiten =gotischen Hallenchor=: es mangelt daher die Einheitlichkeit der Raumwirkung. Auch in der formalen Detailausbildung kommt jede der beiden Hauptbauperioden charakteristisch zur Erscheinung, doch verleiht dies der Kirche neben dem kunstgeschichtlichen Interesse einen auerordentlichen malerischen Reiz. Erhht wurde dieser noch durch die Flle von wertvollen Kunstwerken, mit denen die folgenden Jahrhunderte die Kirche schmckten. Schon die =Gotik= hat ein Dekorationsmotiv ihrer Art in den romanischen Bau hineingetragen, indem sie, abgesehen von anderem statuarischem Schmuck, an den Pfeilern des Mittelschiffes unter Baldachinen zwlf Apostelstatuen anbrachte. Daneben wurde, wie sich im Laufe der Restauration erwiesen hat, in jener Zeit fast die ganze Kirche an Wnden und Gewlben mit einer einheitlichen Polychromie versehen, die an verschiedenen Stellen durch figrliche Darstellungen eine Steigerung erfuhr. Das =15. und 16. Jahrhundert= haben sodann eine Reihe weiterer Schmuckstcke an kostbaren Bildwerken, Epitaphien und Einrichtungsgegenstnden hinzugefgt, welche der Verehrung des Kirchenpatrons, den gottesdienstlichen Zwecken und dem Gedchtnisse der Patrizierfamilien, die hier ihre Grabsttten besaen, ihre Entstehung verdanken. [Illustration: TAFEL XI. Romanisches Dienstkapitl des Mittelschiffes mit spter angesetztem gotischem Baldachin. Gewlbeschlustein im Ostchor.] In der =Barockzeit= ging freilich von der mittelalterlichen Erscheinung vieles -- unter anderm durch bertnchung die farbige Wirkung des Innern -- verloren. Auch die hauptschlichsten Mobiliarstcke wurden entfernt. Es entstand ein anderes Bild durch die Errichtung eines neuen mchtigen Hauptaltares, neuer Seitenaltre, einer neuen Kanzel und hlzerner Emporen, welch letztere, zum Teil an den Wnden des Mittelschiffes angebracht und von den Triforien aus zugnglich, das Mittelschiff noch mehr einengten und verfinsterten. [Illustration: TAFEL XII. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff.] Engelsstatue von der Volckamerschen Verkndigung mit Baldachin und Konsole.] C. =Heideloff=, einem Hauptvertreter mittelalterlicher Romantik in der Architektur des 19. =Jahrhunderts=, blieb es vorbehalten, die Kirche von barocken Zutaten zu purifizieren, den Hauptaltar und einen Teil der Emporen zu entfernen und an Stelle des ersteren ein Werk eigener Erfindung aufzustellen. Bei der Orgel und beim Stuhlwerk schienen ihm nderungen unerllich. Auch sonst wurde den noch vorhandenen nachmittelalterlichen Kunstwerken in dieser Zeit eine besondere Wertschtzung nicht zuteil. Die neugotische Kanzel entstand an Stelle der barocken als ein gemeinsames Werk von Heideloff und A. Kreling. Nunmehr sollte im Anschlusse an die 1888-1902 stattgehabte =Restauration des ueren=, die bereits durch Freilegung der Mittelschiffenster der Kirche eine grere Lichtzufuhr gebracht hatte, auch eine =Instandsetzung des Innern= der Sebalduskirche erfolgen. Mit der Leitung derselben betraute die Verwaltung des Vereinigten Protestantischen Kirchenvermgens auf Empfehlung Prof. von Hauberrissers den Unterzeichneten und schlo einen diesbezglichen Vertrag am 12. Dezember 1902 mit ihm. Niemand war darber im Zweifel, da es sich um eine umfangreiche und mehrjhrige Arbeit handle, denn der Zustand der Kirche war ein sehr bedauernswerter. Die in den letzten Jahrhunderten ganz vernachlssigten Altre, Statuen und sonstigen wertvollen Bildwerke waren zum guten Teil zerbrochen und ihres Schmuckes beraubt. Die Vergoldungen und die farbigen Gewnder der Statuen fanden sich dick mit weier lfarbe berstrichen. Wertvolle Holzornamente sowie zierliche Eisenteile des 15. Jahrhunderts lagen mit Unrat vermengt in offenen Schrnken und Ksten; dazwischen Stoffteile von alten gewebten und gestickten Paramenten. Schon vor einigen Jahren hatte Kirchenrat Michahelles, dem die Abstellung solcher Mngel sehr am Herzen lag, durch Prof. von Hauberrisser einen 4 m breiten neuen Schrank herstellen lassen und in diesem die vorhandenen kostbaren =Gobelins=, nachdem ein Verzeichnis derselben angefertigt worden war, unter sicheren Verschlu gebracht. Zur gleichen Zeit gelang es dem Unterzeichneten noch eben, aus einem zur Abfuhr bestimmten Schutthaufen ein steinernes =Relief=, die Auferweckung des Lazarus, dem Anschein nach von Veit Sto, zu retten. Die Wnde der ganzen Kirche zeigten eine gleichmige Tnchung in zwei Tnen: gelblich und violett. Die Hunderte von =Totenschildern=, welche die Kirche ehemals schmckten, waren bei einer beim bergang Nrnbergs an Bayern stattgehabten Suberung hinausgeschafft und zum Teil den betreffenden Familien zurckgegeben worden. Da unter der geschmacklosen =Tnchung= mittelalterliche Malereien verborgen seien, die der Auferstehung harrten, mute jedem mit der mittelalterlichen Kunst Vertrauten zweifellos scheinen. So wurde denn am 1. Januar 1903 mit den Arbeiten begonnen und zunchst, um whrend der Restaurierung den Gottesdienst mglichst wenig zu beeintrchtigen, die basilikale westliche Kirchenhlfte vom Ostchor, in welchem der Gottesdienst stattfinden sollte, durch eine Holzwand getrennt. Durch das Baugeschft von G. Goll & Shne erfolgte sodann die Einrstung der Kirche, und zwar des Mittelschiffes und der Seitenschiffe des Lffelholzchores und der Turmhallen vom Boden bis zum Gewlbe. Von den =Gemlden= wurden die nachfolgenden zur kgl. Gemldegalerie nach Augsburg gesendet, um dort von Konservator A. =Mayer= teils gereinigt und aufgefrischt, teils restauriert zu werden: Die Flgeltafeln des =Lffelholzaltares= (des Schreines und der Predella) (Abb. 43), die drei =Tafelbilder= im Lffelholzchor, die Tafel =Mari Krnung=, der =Hallersche Altar=, die =Geburt Christi= (von 1478) und die =Auferweckung des Lazarus= von Ruprecht oberhalb der Nordtre. Die brigen kleineren Bildwerke und Skulpturen wurden in die Arbeitsrume der Bauhtte gebracht, whrend die greren an Ort und Stelle vorlufig durch Einpackungen vor dem zu erwartenden Baustaub zu schtzen waren. Nunmehr wurde vorsichtig mit dem Abschaben und Abklopfen der Tnche begonnen. Schon bald zeigten sich an den Gewlben, und zwar an den Rippen und Schlusteinen, Spuren von =Polychromie=, und es dauerte nicht lange, bis das System der ehemaligen Bemalung des Kircheninnern klar gestellt werden konnte. Zwei verschiedene Arten der letzteren waren zu unterscheiden. Eine einfache Quaderbemalung in zwei Tnen (grau und rot) im Lffelholzchore, dessen Gewlbefelder auerdem einen gemalten Steinverband aufweisen, sowie die vorgefundene schwrzliche Tnung einzelner Gesimse und besonders der Sulenschfte -- ein Anklang an die Verwendung von Schiefer bei den rheinischen Bauten -- drfte als noch zur romanischen Bauperiode gehrig anzusprechen sein. Andererseits mu die in schwarz, rot, gelb und blau hergestellte Bemalung der Rippen im Mittel- und Seitenschiff (Taf. IX) und die Polychromie der Statuen und ihre teppichartigen Hintergrnde (Taf. XII) dem 14. und 15. Jahrhundert zugewiesen werden. Fr die vorgefundene Bemalung erscheint der Umstand bemerkenswert, da ein einheitliches starres System nicht aufdringlich zutage tritt; vielmehr bietet eine je nach Gelegenheit und Veranlassung stattgehabte farbige Ausschmckung einzelner Teile der Kirche ein ungemein abwechslungsreiches und malerisches Bild. Erhht wurde dieser Reiz durch die =figrlichen Wandmalereien=, welche an verschiedenen Stellen aufgedeckt wurden. Von diesen sei zunchst eine Figur des =Christophorus= erwhnt, welche in Riesengre fast die ganze Wandflche des sdlichen Turmes innerhalb des dortigen Seitenschiffes bedeckt. Oberhalb derselben zeigen sich =Reste= einer noch frher vorhanden gewesenen und gut erkennbaren Christophorusdarstellung, vermischt mit Fragmenten eines ebenfalls an der gleichen Stelle bestandenen =Veronikatuches= mit dem Christuskopf, welches von Engeln gehalten wird. An einem sdlichen Pfeiler des Mittelschiffes fand sich ein Gemlde, den =Tod Mari= darstellend, das ehemals die Rckwand eines Altares dortselbst gebildet haben drfte. Darber Reste von kleineren Gemlden. An einem anderen Pfeiler beim Dreiknigsportal wurde ein weiteres Gemlde, die sogenannte =Gregoriusmesse=, aufgedeckt. An den Brstungen der Empore im nrdlichen Seitenschiff konnten nach Entfernung einer braunen Farbschicht hbsch gemalte Mawerke und reiche =Wappen= der Patrizierfamilien, welche dort heute noch ihren Sitz haben, blogelegt werden. Mute auf der einen Seite als Vandalismus empfunden werden, wie frhere Zeiten einer so kunst- und geschmackvollen Bemalung gegenber durch rcksichtslose bertnchungen verfahren waren, so erforderte andererseits die Stellung, welche dem nunmehrigen Befunde gegenber einzunehmen war, berlegung und Vorsicht. Das farbenfreudige Mittelalter hat diese Bemalungen offenbar in frischer lebhafter Wirkung hergestellt und an dieser keinen Ansto genommen, whrend unser heutiges Farbenempfinden dem gegenber ein ganz verndertes ist. Gerade die zarte Wirkung, welche die durch Tnchung und Wiederaufschabung in ihrer Kraft gedmpften Bemalungen aufwiesen, bot einen auerordentlichen Reiz, und die Gesamtwirkung war trotz der verschiedenen Zeiten, aus denen diese stammten, von durchaus harmonischer Einheitlichkeit. Der Respekt vor der Kunst der Alten machte auerdem grte =Zurckhaltung= bezglich etwaiger Erneuerungen und gleichmige Frsorge fr alle alten Funde -- ob sie nun aus dem Mittelalter oder der Rokokozeit stammten -- zur Pflicht. Unter diesen Umstnden trachtete der Unterzeichnete darnach, die Malereien in ihren vorhandenen Resten und Spuren auf das gewissenhafteste festzustellen und die Restaurierung in der alten Technik lediglich auf die Ergnzung der fehlenden, mit Sicherheit zu bestimmenden Teile zu =beschrnken=, wobei auf die Erhaltung der beschriebenen allgemeinen malerischen Stimmung sorgfltig Rcksicht genommen werden sollte. [Illustration: Abb. 43. Lffelholzaltar.] Zur Ausfhrung solcher eigenartiger Arbeiten waren geeignete Krfte in Nrnberg nicht vorhanden. Es wurde daher der als trefflicher Meister in seinem Fach bekannte Vergolder und Famaler =Franz Ruedorfer=, beziehungsweise die Firma Barth & Cie. in Mnchen, welcher er angehrt, mit diesen Arbeiten betraut. Ruedorfer, der wiederholt selbst anwesend war, sandte eine Anzahl Gehilfen, die seine Schule genossen hatten und die sich, teils in Bemalung, teils in Modellieren, Formen und Gieen geschickt, im Laufe der ganzen Restaurierung als willige Hlfskrfte erwiesen. Die Abschabung der Tnche und die an einzelnen Stellen erforderliche Wegnahme des Verputzes hatte aber auer der Feststellung der alten Bemalung leider eine im hchsten Grade bedauerliche Entdeckung zur Folge. Es zeigten sich nmlich bauliche, den Kern des Mauerwerkes betreffende =Schden=, welche von niemand bei der Inangriffnahme der Restaurierung erwartet worden waren. Zunchst war dies beim =nrdlichen Turm= der Fall. Da, wo an der Ostseite des Turmes die spter hinausgerckte Auenwand des nrdlichen Seitenschiffes frher angebaut war, trat das innere Brockenmauerwerk ohne schtzende Quaderverblendung zutage. Die romanischen Mauern bestehen an St. Sebald durchweg aus einer beiderseitigen Quaderverblendung; deren innerer Zwischenraum mit zum Teil sehr mangelhaftem Brockenmauerwerk ausgefllt ist. Es zeigte sich ferner in dieser Ostmauer des Turmes oberhalb des Spitzbogens der vermauerte Zugang zu einem =Treppenhause=, welches sich in seiner ungefhren Lage aus dem Vorhandensein eines kleinen Fensters und eigenartiger vermauerter ffnungen im linken Gaden des Turmes annhernd bestimmen lie. Da dieses Treppenhaus innerhalb der Mauer lag, so war diese infolge des mangelnden Verbandes selbst bei einer nachtrglichen Ausmauerung geschwcht und hatte der Belastung nicht standhalten knnen. Daher waren zahlreiche bis zu 12 cm breit klaffende Risse entstanden. Schleuniges Eingreifen tat not, war aber um so schwieriger, als vorerst keine sichere Kenntnis darber bestand, ob das Treppenhaus ausgemauert oder noch hohl war. Einbrche vorzunehmen, um hierber Auskunft zu erhalten, erschien wegen der damit verbundenen Gefahr unmglich. So konnte nur mit vorsichtigen Bohrungen und mit in diese eingefhrter knstlicher Beleuchtung des 150 m starken =Mauerinnern= festgestellt werden, da der Treppenraum mit schlechtem Brockenmauerwerk teils ausgemauert, teils nur zugeschttet worden war. Bei den vorhandenen auerordentlich groen Belastungen ein wenig trstliches Ergebnis. Der Arbeitsplan wurde nun, wie folgt, entworfen. Zunchst war der Spitzbogen zwischen Turm und Seitenschiff mit starken Rundholzstmmen auszubolzen und darber eine eiserne Verschlauderung anzubringen, sodann wurde in die nur mangelhaft zusammenhngende Turmmauer eine ffnung von der Gre weniger Backsteine eingebrochen und mit harten Backsteinen in Zementmrtel wieder vermauert. Durch Wiederholung dieser Arbeit gelang es, einen horizontalen, etwa 50 cm hohen Streifen von Backsteinmauerwerk einzubringen, der innerhalb der Mauer etwa wie ein eingesetzter fester Balken wirken mute. Solche Streifen wurden in Abstnden von 50 cm sechs untereinander eingebracht, und sodann die noch bestehenden Zwischenteile durch Quadermauerwerk -- natrlich kam jedesmal nur ein Quader zur Vermauerung -- ausgewechselt. Hernach gelang es durch vorsichtige Einbrche in das Treppenhaus selbst auch hier den grten Teil des schlechten Mauerwerkes nach und nach durch gutes tragfhiges Zementmauerwerk zu ersetzen. Auch in der sdlichen Wand des nrdlichen Turmes zeigten sich in der Hhe des Engelchores verschiedene =Treppenlufe= innerhalb der Mauer, welche nicht vermauert, sondern vollstndig hohl waren. Daneben fanden sich andere, vielleicht zur Aufnahme von Holzbalken bestimmte verborgene =Hhlungen=, welche den Querschnitt der Mauern verringerten. Es erwies sich somit, da die romanischen Trme viele Treppenaufgnge innerhalb der Mauer besaen, und da man beim Aufbau des 75 m hohen nrdlichen Turmes in der gotischen Zeit auf die durch die Hohlrume geschwchten Mauern unbedenklich weiter gebaut hatte. Den infolgedessen aufgetretenen Verschiebungen des Mauerwerkes war zum Teil schon bei der Auenrestaurierung durch starke Verschlauderungen entgegengearbeitet worden, ohne da damals jedoch die Ursache schon in ihrem ganzen Umfang bekannt gewesen wre. Beim =sdlichen Turm= haben die angestellten Untersuchungen eine beim gotischen Aufbau vorgenommene Verbesserung des romanischen Unterbaues ergeben. So bedauerlich es nun im archologischen Interesse auch war, so mute doch der bestehenden Schden wegen eine Einmauerung von Pfeilern und teilweise eine ganze Ausmauerung bei den hohlen Treppenrumen ausgefhrt werden. brigens hat in jedem Falle eine genaue geometrische und, wo dies mglich war, auch photographische Aufnahme des Befundes stattgefunden. Als noch ernster erwies sich die Lage bei den beiden =romanischen Vierungspfeilern=, auf denen die Hauptlasten der Kirchenmauern ruhen. Whrend der Abnahme des Verputzes schon fiel ein auf der Westseite des =nrdlichen Pfeilers= angebrachter, aber von der Mauer abgerissener und nur noch lose anhaftender steinerner Baldachin herab. Es ist als ein Glck zu betrachten, da er nicht whrend des Gottesdienstes auf die Kirchenbesucher herabgestrzt war. Dieser Pfeiler war im brigen auf allen vier Seiten durch und durch zerrissen. Da im Innern nur schlechtes Brockenmauerwerk zu erwarten war und die groen Mauerlasten (etwa 620.000 kg) lediglich auf den zerborstenen Auenquadern ruhten, so mute schleunige Abhilfe getroffen werden, wenn man nicht mit einer Katastrophe rechnen wollte, denn der Zusammenbruch des Pfeilers mute den Einsturz der nrdlichen Hlfte der ganzen Mauerwand und des Giebels zwischen Ostchor und Basilika sowie der anstoenden Gewlbe zur Folge haben. Die Ursachen, aus denen ein so bedrohlicher Zustand erwachsen war, sind verschiedener Art. Zunchst ist zu bedenken, da die Vierungspfeiler ursprglich Tragpfeiler einer romanischen Gewlbeanlage waren, die beim Umbau der Kirche in der gotischen Zeit zum Teil abgebrochen wurde, so da sich in der Beanspruchung der Pfeiler eine Verschiebung ergeben mute. Damals sind vielleicht schon die ersten Deformationen entstanden. Der Anbau des Ostchores und des groen Westgiebels desselben brachte sodann den Pfeilern neue Belastungen, whrend andererseits durch die Verbreiterung des Seitenschiffbogens und in der Barockzeit durch Einbrche fr Balken, Emporen und Stuhlwerk der Querschnitt der Pfeiler an verschiedenen Stellen weit ber das zulssige Ma geschwcht und der Verband aufgehoben wurde. Ist aber einmal der Zusammenhang eines Mauerkrpers gelockert, so wird jede weitere Schdigung von um so schlimmeren Folgen sein. Man kann daher nur staunen ber die sorglose Art, in der besonders die letzten Jahrhunderte das Bauwerk, welches schon durch die mittelalterlichen Umbauten die Einheitlichkeit der Konstruktion eingebt hatte, vernachlssigt haben. Der =sdliche Pfeiler= erwies sich dem ueren Anschein nach als in besserer Verfassung, doch lieen bereits vorhandene Backsteinmauerungen und Verschlauderungen nichts Gutes vermuten. Immerhin war am meisten der nrdliche Pfeiler gefhrdet; auch die Behrden forderten aus Sicherheitsgrnden eine Erneuerung des Pfeilers. So hatten sich neben den knstlerischen Aufgaben noch Arbeiten ergeben, die in konstruktiver und technischer Beziehung groe Anforderungen stellten und zudem auerordentliche Geldmittel erheischten. Als ein schtzbarer Berater der Bauleitung erwies sich bei diesen Arbeiten der Ingenieur =Otto Weber=, welcher bei der Lsung der mannigfaltigen technischen Fragen groen Anteil hatte. Aber auch Steinmetzmeister =Johann Gschel=, stets gewissenhaft und unermdlich, hat sich den ihm gestellten Aufgaben auf das beste gewidmet. Wie sollte der nrdliche Pfeiler ausgewechselt werden? Von den wenigen Beispielen einer solchen =Auswechslung= in der neueren Geschichte der Technik schien die Auswechslung im Bremer Dom von Interesse. Allein eine Absttzung aller in Betracht kommenden Gewlbe- und Mauerlasten, wie sie dort stattgefunden hatte, war hier sowohl wegen der groen Hhe und Unsicherheit eines Holzgerstes als auch wegen der Feuersgefahr und Kosten nicht zu empfehlen, denn die profilierten Bgen boten fr die Absttzungen nur mangelhafte Angriffsflchen und bei einem Holzgerst waren Setzungen nicht zu vermeiden. Wurden die Lasten aber etwa durch Eisensttzen wirklich abgefangen, so ergaben sich fr die Fundierung der letzteren in dem von romanischen Grundmauern durchzogenen, aufgefllten Chorboden neue Schwierigkeiten. Aus den Beratungen erwuchs schlielich der Plan, den ganzen geborstenen Pfeiler mit einer =Armierung= aus eisernen Trgern ringfrmig zu umgeben (Abb. 44 und 45) und innerhalb dieser Ringe unter Beobachtung der grten Vorsicht einen Quaderstein nach dem anderen auszuwechseln; dabei sollte auch in den Mauerkern mglichst tief eingedrungen und dieser durch Ausmauern und Einspritzen von Zementmrtel verbessert werden. Der =Bauausschu=, der von allen Vorgngen unterrichtet war, beschlo, die Sicherung des Pfeilers durch die beabsichtigte Armierung sofort vornehmen zu lassen, die Erneuerung selbst aber erst in Verbindung mit der Restaurierung des Ostchores zu bewirken. Die baulichen Arbeiten in der Westhlfte der Kirche waren damit noch nicht erschpft. Die =Triforien= (Abb. 4) des Mittelschiffes zeigten sich ursprnglich konstruktiv korrekt zwischen den Tragpfeilern der Joche angelegt. Sie schwchten zwar die Schildmauern, jedoch an einer Stelle, wo dies ohne Nachteil geschehen konnte. Die eigentlichen Tragpfeiler waren massiv und wurden zum Teil durch uere Strebebgen gesttzt. Bei der im Anfang des 14. Jahrhunderts stattgehabten Erweiterung der Seitenschiffe wurden die Strebebgen aber abgebrochen, und als durch die Erhhung der Gewlbe die Triforien vom Dachboden aus nicht mehr zugnglich waren, wurden die Tragpfeiler durchlchert, um eine Verbindung der einzelnen Triforien untereinander sowohl wie mit den Gewlbetrichtern zu schaffen. Denn letztere ermglichten durch hlzerne Treppen wieder einen schmalen Zugang zu dem hher gelegten Dachboden. Infolge dieser Durchbrche war aber die Sicherheit der Konstruktion des Mittelschiffes wesentlich beeintrchtigt. Noch schlimmer wurde die Sachlage, als in der Barockzeit hlzerne =Emporen=, deren Balken groe Lcher im Mauerwerk erforderten, aus den Triforien herausgebaut und aus den letzteren selbst zur Erzielung eines bequemen Zuganges viele Sulen und Bgen entfernt wurden. Bei dem im 19. Jahrhundert erfolgten Abbruch dieser Emporen hatte zwar ein Wiedereinsetzen dieser Sulen, aber ohne jedes Verstndnis fr die bestehenden Schden in der sorglosesten Weise stattgefunden, so da diese Restaurierung nichts als eine oberflchliche Kaschierung war. [Illustration: Abb. 44. Modell eines zum Teil armierten Vitrumspfeilers.] Hier mute berall in gewissenhafter und grndlicher Art Abhilfe geschaffen werden. Da auerdem an verschiedenen anderen Stellen der Kirche, z. B. an der zu einem Schrank mit Fchern aus steinernen Platten umgewandelten Arkade zwischen Lffelholzchor und nrdlichem Turm, Vernderungen und Ergnzungen am Mauerkrper stattzufinden hatten, so kann nicht Wunder nehmen, da ber 2000 Werksteine aus Wendelsteiner Quarzit im Laufe des Jahres eingewechselt oder neu eingesetzt werden muten. An den reizvollen romanischen =Skulpturen=, Konsolen, Kapitlen und sonstigem Laubwerk wurden die vielfach fehlenden Teile durch freie Anmodellierung in Masse mit Hilfe von Dbeln wieder neu hergestellt. Eine Anzahl von rechteckigen Vertiefungen an den Pfeilern des nrdlichen Seitenschiffes, welche ehemals wohl =Bronzetafeln= enthielten und auf das Vorhandensein von Grbern dortselbst schlieen lassen, wurden in dem aufgedeckten Zustande belassen. Auch die Reste eines im Lffelholzchor aufgefundenen romanischen =Steinfubodens= wurden zu beiden Seiten des Altares dortselbst wieder verwendet. Die bis jetzt beschriebenen Arbeiten fllten fast das ganze Jahre 1903 aus; Mitte Oktober waren die Hauptgerste gefallen und auch der in seiner Architektur so reich und reizvoll ausgestattete =Engelschor=, dessen Gewlbekappen wegen der Jahrhunderte lang stattgehabten Durchfeuchtung grtenteils erneuert werden muten, fertiggestellt. Bis auf den tdlichen Sturz eines Tnchergesellen war alles glcklich vonstatten gegangen. Nun konnten die Gerste immer weiter entfernt und mit den Arbeiten an den =Holzgalerien=, =Altren= und =Votivbildern= begonnen werden. Hier sind besonders zu nennen die steinerne =Kreuztragung= von Adam Kraft (Abb. 87) sowie die prchtigen Stammtafeln der Patriziergeschlechter =Lffelholz=, =Ebner= (Abb. 113) und =Pmer=. An diesen Kunstwerken fanden Ergnzungen vieler abgeschlagener Teile, Abschaben der weien bermalung und die Wiederherstellung der Vergoldung und Polychromie unter mglichster Schonung des alten Bestandes statt. [Illustration: Abb. 45. Armierter Vitrumspfeiler whrend der Restaurierung.] Den Hauptteil der figrlichen Plastik in der Westhlfte der Kirche bilden die an den Mittelschiffpfeilern angebrachten elf =Apostelstatuen= (Abb. 77 bis 81), welche im ganzen gut erhalten waren. Die Attribute, die bei einigen fehlten, waren leicht festzustellen und wurden erneuert. Im Mittelschiff fanden sich ferner auf der Sdseite die Statue =Johannes des Tufers= und auf der Nordseite ein =Thomaschristus=, beide gut erhalten, im nrdlichen Seitenschiff zunchst das Kaiserpaar =Heinrich und Kunigunde= (Abb. 82 und 83); der Kaiserfigur war das Szepter neu beizugeben. Ohne Ergnzung konnten sodann die vortreffliche Statue =Bischof Erhards= (Abb. 84) sowie ein =Thomaschristus= bleiben. Im sdlichen Seitenschiff waren eine =Katharina=, eine =Helena= (Abb. 85) und eine =Antoniusstatue= vorhanden, bei denen teils Ergnzungen, teils Erneuerungen der Attribute erforderlich wurden. Fr eine =Marienstatue= mit dem Christuskind, die sich in der sdlichen Turmhalle zur Seite gestellt vorfand, konnte am ersten sdwestlichen Mittelschiffpfeiler der alte Standplatz festgestellt werden. Sie wurde an demselben wieder aufgestellt und erhielt ein neues Szepter, das Kind einen neuen Arm. Ein kleiner =Thomaschristus= mit dem Ebnerwappen, der unter der Flle von Statuen an diesem Pfeiler erdrckt erschien, wurde in den Lffelholzchor versetzt. Die =ursprngliche Polychromie= lie sich bei allen Statuen leicht ermitteln und wurde sorgltig wiederhergestellt. In vielen Fllen, besonders auch bei den teppichartigen, farbigen Hintergrnden konnte sich diese Arbeit auf eine Restaurierung der im ganzen noch gut erhaltenen Bemalung beschrnken. Auf diese Weise erhielt die bisher wei getnchte Kirche an Pfeilern und Wnden einen reichen farbigen Schmuck, zu dem der lichte, etwas ungleichmige Mauerton einen glcklichen Hintergrund bildete. Noch fehlten jedoch den Pfeilern die ehemals dort angebrachten zahlreichen und prchtigen =Totenschilde= der Patrizier, welche in den alten Kupferstichen gewissenhaft dargestellt sind. Kirchenrat Michahelles richtete eine Anfrage und Bitte an die in Frage kommenden Familien um Wiederherausgabe dieser Schilde. Der Erfolg war hocherfreulich. Von der =von Lffelholz=schen Familie wurden 21 Schilde (Abb. 115) berlassen, von den Familien =von Haller= 12 (Abb. 117 und 118), =von Kre= 7 (Abb. 116), =von Ebner= 4 (Abb. 119) und =von Harsdorf= 11 Schilde. Die Wiederherstellungsarbeiten wurden in der Bauhtte ausgefhrt und die Schilde in der Kirche an Pfeilern und Wnden in Gruppierungen, wie sie mglichst dem frheren Bestande entsprachen, aufgehngt. Die Wandmalereien: =Christophorus= (Abb. 46), =Tod Mari= und =Gregoriusmesse=, welche aufgedeckt worden waren, wurden durch Kunstmaler Pfleiderer unter Mithilfe des Konservators Professor Haggenmiller restauriert und die beiden letzteren mit hlzernen Schutztrchen versehen. In der sdlichen Turmhalle fand ein neues brunnenartiges Becken mit Wasserleitung seinen Platz. Der Fuboden aus Wendelsteiner Quarzitplatten war fast ganz zu erneuern; und auch die =Glasmalereien= erforderten zwar nicht wesentliche Restaurationen, jedoch kleinere Ausbesserungen und neue Bleifassungen. In den Fenstern des Lffelholzchores gelangten sechs neue =Bildtafeln=, von Zettler in Mnchen nach Professor Wanderers Entwurf gefertigt, zur Aufstellung. Daneben wurden teils alte, teils neue Wappen angebracht. Stifter dieser Fenster sind die Familien von Lffelholz, von Haller, von Kre, von Scheurl und von Tucher. Strend wirkten bis jetzt die =Kirchenbnke=, deren Seitenteile mit pseudogotischen Verzierungen aus der Mitte des 19. Jahrhunderts versehen waren. Die heutige Denkmalpflege verlangt da, wo nicht etwa an einem alten Objekt kleine Teile zu ergnzen, sondern wo neue Objekte zu schafren sind, =neuzeitliche= Formen. Eine gefhrliche Aufgabe in einer so ehrwrdigen Umgebung. Dem Unterzeichneten schien es am zweckmigsten, in solchen Fllen mglichst =indifferente, einfache Formen= anzuwenden, welche gegenber den vorhandenen Kunstwerken in den Hintergrund treten sollten. In dieser Art war schon die Gestaltung des Wasserbeckens im sdlichen Turm und der Holzlden vor der Gregoriusmesse erfolgt; sie sollte auch fr die spteren Arbeiten im Ostchor (Sakristeivertfelung und verschiedene Eisenbeschlge) beibehalten werden. Daher entstanden nun auch an den Bnken neue Seitenteile mit einem einfachen, schlichten Schneckenabschlu. Andererseits fand da, wo vorhandene alte Teile dazu Veranlassung gaben, z. B. bei den mannigfachen eisernen Schranktren, die Ergnzung im alten Stil und Charakter statt. Das geschilderte Prinzip wurde nach besten Krften durchgefhrt; wo eine kleine Abweichung stattfand und eine Neuschpfung den Archologen zu einem Irrtum verleiten knnte, wurde die Jahreszahl beigefgt. Ende Mrz konnten die von Konservator Mayer geschickt restaurierten Gemlde wieder zur Aufstellung gelangen. Bei den =Predellabildern= des Lffelholzaltares hatte sich unter einer wertlosen bermalung die mittelalterliche Darstellung der alten Stifter gefunden. Auch bei den anderen Bildern war hie und da eine unverstndige sptere bermalung entfernt worden. Namentlich die alte Vergoldung kam unter einer berdeckenden stumpfen Farbschicht, z. B. bei den Hintergrnden des Halleraltares, und zwar meist gut erhalten, wieder zum Vorschein. Die alte barocke =Orgel= auf dem Engelchor erhielt ein neues Orgelwerk, das eine Erweiterung des Gehuses nach den beiden Seiten zur Folge hatte und von Orgelbaumeister Strebel gebaut wurde. Alle Kunstschreinerarbeiten und die hiebei erforderlichen Schnitzereien wurden in den Werksttten der Bauhtte gefertigt. Schlielich ist zu erwhnen, da im ersten westlichen Joche des nrdlichen Seitenschiffes eine Reihe von steinernen =Originalstatuen= vom ueren der Kirche, welche im Laufe der Jahre erneuert worden waren, zur Aufstellung gelangten. So konnte Ostern 1904 die Restaurierung der =Westhlfte= von St. Sebald nach 15monatlicher Bauzeit beendet werden; und nachdem der Bauausschu die dargelegten Grundzge fr die Wiederherstellung des =Ostchores= genehmigt hatte, wurde sogleich mit den Arbeiten in diesem begonnen. * * * * * [Illustration: Abb. 46. Der heil. Christophorus. Wandgemlde im sdlichen Seitenschiff.] Zunchst waren auch hier die beweglichen Kunstgegenstnde in der Bauhtte, wo sie restauriert werden sollten, in sichere Verwahrung zu bringen. Sodann wurden die Bildtafeln: =Maria mit Heiligen= von Hans von Kulmbach 1513 (Taf. XV), =Ecce homo= aus dem Tucheraltar von Merian 1659, die =Kreuztragung= von 1485, die =Auferstehung= aus dem Muffelaltar, das =Paradies= von Kreuzfelder 1603, die Flgel des =Petrusaltares= mit zwlf Bildern und schlielich die Flgel des =Annaaltrchens= in die knigl. Gemldegalerie nach Augsburg zur Restaurierung durch Konservator Mayer gesendet. Zu gleichem Zwecke wurde eine kleinere Anzahl von Tafelbildern an Kunstmaler Br bergeben. Dann war der ganze Ostchor im Innern einzursten, um alle Wnde, Pfeiler und Gewlbe zu gleicher Zeit in Angriff nehmen zu knnen; hernach begann das Abschaben der Tnche. Das Ergebnis war im allgemeinen das gleiche wie in der Westhlfte. Es trat ein gelblicher Grundton der Wnde zutage. Die Gewlbekappen, mit schwarzen Strichen versehen, waren etwas heller. An den =Schlusteinen= fand sich die von der Westhlfte her bekannte Polychromie der brigens auerordentlich reizvollen Skulpturen und eine ornamentale Bemalung der =Rippen= in der Nhe des Gewlbeschlusses. Ferner eine rtliche Tnung der Fensterleibungen. Auerdem waren aber =einzelne Partien= der plastischen Wanddekoration, z. B. Statuen mit zugehrigen Baldachinen und Rckwandflchen (Abb. 47), farbig behandelt, je nachdem wohl von den Patrizierfamilien, welche in den entsprechenden Jochen ihre Grber und Totentafeln besaen, eine Stiftung dazu stattgefunden hatte. Daher erwiesen sich einzelne Baldachine =reich polychromiert= und vergoldet, whrend ihre Nachbarn den =schlichten Steinton= zeigten. An =Wandmalereien= wurde zunchst eine an die Restaurierung von 1657 erinnernde =Tafel= ber dem Kaiserchrlein und ein =Veronikatuch= dortselbst aufgedeckt, bei welch letzterem die ursprnglich wohl vorhandenen Engel in die Apostel Petrus und Paulus umgewandelt waren, ferner figrliche =Fragmente= an der nrdlichen und sdlichen Sakristei, im Dreiknigschor und hinter dem Muffelaltar sowie Teppichmuster beim Tucheraltar und dem sdwestlichen Chorpfeiler. Die Restaurierung all dieser Bildreste beschrnkte sich auf das Notwendigste. Es wurde der archologische Bestand mglichst erhalten und ber ein vorsichtiges Austupfen der weien Flecke innerhalb der farbigen Flchen nicht hinausgegangen. Die Fragmente behielten ihren Charakter als solche bei. Weitere grere =Wandmalereien= zeigten sich bei den Tucherschen Chorsthlen. ber dem ersten westlichen Stuhl kam nach Wegnahme des Kulmbachschen Bildes eine =Kreuzschleppung= von 1473 (Gedchtnis der Frau Barbara Steinlinger) zutage, von welcher, so schlecht sie auch erhalten war, ein grerer Teil, eine isometrische Darstellung der Stadt Jerusalem, von der Wand auf Leinwand abgezogen werden konnte. Merkwrdigerweise fand sich darunter eine =zweite= frhere =Kreuzschleppung=, ebenfalls ein Steinlingersches Gedchtnis, allerdings in noch schlechterem Zustande vor; es gelang jedoch auch hier einige Teile, hauptschlich Kpfe, abzuziehen und so zu erhalten. Als in besserem Zustande erwiesen sich die Wandbilder beim Tucheraltar, nmlich eine =Pilgersttte= und mehrere =Heiligenfiguren=. Den interessantesten Fund bildeten aber die in der Farbe auffallend gut erhaltenen =Malereien aus der Apostelgeschichte= (Abb. 106), welche hinter dem Petrusaltar zum Vorschein kamen. Da dieser Altar mit seiner alten Mensa nicht versetzt werden konnte, so muten auch hier die Bilder von der Wand abgezogen werden. Sie wurden auf eine Mrtelschicht gebracht und hinter dem Muffelaltar aufgestellt. Das gleiche geschah mit dem erwhnten in l gemalten Pilgerbild. Die Restaurierung fast aller Wandmalereien fhrte Kunstmaler Pfleiderer aus. Die Abendmahl- und lbergdarstellung hinter dem Tucheraltar, ein lgemlde aus dem Jahre 1423 wurde unter Preisgabe einer schlechten bermalung vom Jahre 1627 durch Konservator =Mayer= restauriert. Neben so erfreulichen Funden frderte das Abschaben der Tnche aber auch wieder manche =bauliche Schden= zutage. Namentlich im romanischen Mauerwerk, sowohl beim Brauttor wie beim Dreiknigschor, fanden sich grere =Hohlrume=, die die Tragfhigkeit der Mauer schwchten und geschlossen werden muten. Offene Lagerfugen waren an vielen Stellen zu verdichten. Immerhin waren im Ostchor lange nicht so eingreifende Schden vorhanden wie in der Westhlfte, aus welcher eine Hauptaufgabe, die Erneuerung der jetzt zur Ostchorrestaurierung zugezogenen =Vierungspfeiler=, noch zu lsen war. Eine Untersuchung der Fundamente dieser Pfeiler sowie des Baugrundes fhrte nicht zu Bedenken. Die Bodenuntersuchung ergab mittelgroben trockenen Sand am Dreiknigsportal auf 9 m Tiefe, zwischen den Vierungspfeilern auf 4 m und am sdlichen Turm auf 57 m, so da sich fr die nach der Tradition stattgehabte Fundierung des letzteren auf Pfhlen keine Besttigung ergeben hatte. Es konnte somit die Auswechselung am =nrdlichen Pfeiler= nach dem frher beschriebenen Plane innerhalb der Eisenarmierung beginnen, nachdem vorher die benachbarten Bden abgebolzt und die auf denselben lastenden durch Balkenlcher, groe Risse und offene Fugen geschwchten Mauern instand gesetzt worden waren. Bei den Auswechselungen war grte Vorsicht erforderlich. Durch Hebelbertragung vergrernde Zeigertafeln sollten jede Bewegung anzeigen. Auf Steinmaterial und Mrtelmischung wurde alle Sorgfalt verwendet und von den notwendigen neuen etwa 300 Quadern, die der Mrtelerhrtung wegen in mglichst groen Abstnden eingesetzt wurden, kam tglich nur ein Stck zur Auswechselung. Trotzdem trat eines Tages eine Bewegung in der Mittelschiffmauer ein, welche durch weitere Abbolzungen und Ausmauerungen zur Ruhe gebracht wurde. Der Zustand des =Pfeilerkernes=, welcher jetzt vollstndig erkannt werden konnte, erwies sich noch schlechter als man vermutet hatte, soda keine der angewendeten Vorsichtsmaregeln htte entbehrt werden knnen. Im Juli 1905 waren die Arbeiten am nrdlichen Pfeiler beendet.[VI] [VI] Unterdessen ist ber diese baulichen Arbeiten in der Zeitschrift fr Bauwesen 1908, S. 529 ff. eine mit ausfhrlichen Zeichnungen versehene Abhandlung des Architekten Professor =Otto Schulz= erschienen. Nach den gewonnenen Erfahrungen und dem Ergebnis der unterdessen stattgehabten weiteren Untersuchungen am =sdlichen Vierungspfeiler= lie sich die vollstndige Erneuerung auch dieses Pfeilers, der bereits im Sommer armiert worden war, nicht umgehen. Es wurde daher ungesumt nach der Abnahme der Kanzel und der Herstellung der ntigen Abbolzungen mit der Auswechselung begonnen, deren Fertigstellung erst im Juni 1906 zu erwarten war. Zugleich fand eine Instandsetzung der ganz zerrissenen und durch mehrfache Erweiterungen der Orgel in ihrer Strke verringerten Westwand statt, welche schon vor einigen Jahren mehrfach verschlaudert worden war. Von archologischem Interesse ist es, da die beschriebenen baulichen Ausbesserungen nebenbei zur Entdeckung der Reste von romanischen =Rundfenstern= im nrdlichen Querschiff und von vielen romanischen =Profil=- und =Zahnschnittsteinen= fhrten, welch letztere beim gotischen Umbau in der Giebelwand, auch an einer Stelle in einem freistehenden Pfeiler, verwendet worden waren. Soweit es mglich war, wurden solche Steine nicht mehr verputzt, sondern sichtbar belassen. Unterhalb des Pfinzingchrleins fand sich eine Begrbnissttte. Neben diesen eigentlichen Bauarbeiten, deren Tempo aus Sicherheitsgrnden bei den Vierungspfeilern nicht beschleunigt werden konnte und die infolgedessen zwei Jahre beanspruchten, nahmen die brigen Instandsetzungsarbeiten an den dekorativen und Mobiliargegenstnden einen ungestrten Fortgang. Viele Arbeit verursachten die rings an den Chorwnden angebrachten steinernen =Baldachine= und =Konsolen=, deren zierliche Einzelheiten vielfach zertrmmert waren (Abb. 47). Es fehlten grtenteils die Riesenspitzen, viele Ornamente und die Strebepfeiler. Die zu den Baldachinen gehrenden Postamente zeigten an den Ecken genau so, wie dies bei den Postamenten der zweiten Figurenreihe der ueren Strebepfeiler der Fall ist, Sulenbasen. Da die Baldachinenden nun unterhalb eine glatte Flche ohne abschlieendes Glied (Rosette oder Profil) hatten, so lag bei oberflchlicher Betrachtung der Gedanke nahe, da ursprnglich freistehende Sulenschfte Basis und Baldachin verbanden, wie dies besonders in der franzsischen Gotik vorkommt. Diese auch von Kunsthistorikern ausgesprochene Annahme erwies sich jedoch als irrig. Denn abgesehen davon, da in vielen Fllen schmale, oft dreieckige oder viereckige Postamente zu breiten, vieleckigen Baldachinen gehren, trifft da, wo Baldachin und Postament in der Grundform bereinzustimmen scheint, die vom Baldachin aus gefllte Senkrechte fast nie auf die Basis. Da die Basen gewissermaen als Rckbleibsel des hier vermuteten Entwicklungsganges anzusehen sind, war nicht zweifelhaft. Schlechte Ergnzungen in Holz aus der Barockzeit wurden bei der Restaurierung der Baldachine beseitigt, jedoch in der Sammlung aufbewahrt. Sodann kam die Restaurierung der groen Anzahl von =Statuen= aus Holz, Stein und Ton an die Reihe, welche an den Pfeilern und Wnden des Ostchores angebracht sind. Die =Kreuzigungsgruppe von Veit Sto= (Abb. 55, 56, 57), die den bisherigen Heideloffschen Hauptaltar schmckte, wurde, da dieser nicht mehr aufgestellt werden sollte, allein oberhalb des Altares angebracht. Bei ihrer Restaurierung kam unter der Heideloffschen Bronzierung und einer dicken Farbkruste die alte Polychromie, zum Teil sogar noch sehr gut erhalten, zum Vorschein. Sehr erfreulich war es auch, als innerhalb des Christuskrpers eine Papierurkunde gefunden wurde, durch welche die Autorschaft des Veit Sto bei dem 1526 geschaffenen Kunstwerke besttigt wird. Diese Urkunde befindet sich nach stattgehabter photographischer Aufnahme auch heute noch an ihrer alten Stelle. [Illustration: Abb. 47. Statue des Apostels Paulus mit Baldachin und Konsole im Ostchor.] Die brigen =Statuen= im Ostchore sind teilweise von den Patrizierfamilien an ihren Platz gestiftet und stehen zu den Stiftern als Patrone in nherer Beziehung; zum anderen Teil sind sie aber ganz zufllig an ihren Standort gelangt und waren ursprnglich an anderer Stelle, ja in anderen Kirchen angebracht. Da man dabei mit den manchmal vorzglichen Kunstwerken nicht glimpflich umgegangen ist, zeigte der ruinse Zustand der meisten Statuen, denen Hnde, Arme und Fe sowie die beigegebenen Attribute oft abgeschlagen, auch hie und da willkrlich abgendert waren. Wenn man, wie es in einer Rechnung des 17. Jahrhunderts heit, bei der stattfindenden Restauration dem Hafner Auftrag erteilte, die Gtzen mit neuen leimenen (aus gebranntem Ton) Hnden zu versehen, so konnte dies den Wert der Kunstwerke nicht erhhen; es waren oft rohe Naturabgsse, welche weder in der Gre, noch in der Bewegung zu dem geschndeten Kunstwerk paten. Bei der gegenwrtigen Restaurierung wurde der Grundsatz befolgt, da, wo nach Abnahme spterer Zutaten bei einer wertvollen Figur, ber deren dargestellte Person kein Zweifel bestand, eine knstlerische Ergnzung einwandfrei erschien, den sthetischen Genu durch die letztere wieder zu ermglichen. Bei minderwertigen Statuen oder da, wo durch eine nderung archologische Zweifel htten hervorgerufen werden knnen, wurde davon abgesehen. An allen Statuen kamen die ursprngliche Polychromie, dazu die Damastmuster der Gewnder zum Vorschein und fanden sorgfltige Restaurierung, wobei allerdings auch sptere farbige bermalungen, welche zum Teil mit alten Nachrichten belegt waren, beachtet wurden. Am ersten freistehenden Pfeiler gegen Norden befindet sich eine auerordentlich schne =Madonnenstatue=, aus Birnbaumholz geschnitten (Abb. 97), innerhalb eines Gehuses, dessen steinerne Konsole und Baldachin noch vorhanden sind, whrend die =1519= von Hans von Kulmbach gemalten Flgel fehlen. Ihre Entdeckung scheint in den Nummern 254 und 255 (Joseph und Zacharias) der alten Pinakothek in Mnchen gelungen zu sein. Die Madonna, unter deren Fen zwei kleine Engel eine Mondsichel halten, whrend zwei andere ihr eine Krone aufs Haupt setzen, trgt auf beiden Hnden das Jesuskind. Diese Statue, welche selbst die spteren Zeiten von der bertnchung ausschlossen, zeigte noch die ursprngliche Polychromie; die Ergnzung konnte sich auf einen fehlenden Fu des Christuskindes beschrnken. Als grber in der Ausfhrung erweist sich die am gegenberstehenden rechten Pfeiler befindliche allerdings frhere steinerne =Madonna=, deren hlzernes Christuskind nachtrglich, und zwar viel spter, aufgesetzt worden ist. Der bekrnende Baldachin, unten von Stein, im oberen Aufsatz von Holz, zeigt sehr zierliche Ornamentformen. Der Befund und die Restaurierung der brigen Statuen an der Innenseite der Ostchorwand unter den wiederhergestellten Baldachinen soll nachstehend, an der Nordseite bei der groen Sakristei beginnend, beschrieben werden. Unter dem ersten Baldachine findet sich eine Statue aus Stein, offenbar der Apostel =Jakobus= der ltere mit der Pilgertasche. Schon auf einer Zeichnung des 18. Jahrhunderts ist jedoch auf seiner linken Hand ein nachtrglich aufgesetztes Kirchenmodell zu sehen. Vielleicht wollte man einen Sebaldus daraus machen. Die heutige Restaurierung beschrnkte sich auf die Ergnzung des Pilgerstabes. Die hlzerne Statue des =Salvator= mit bewegtem Faltenwurf und ausdrucksvollem Gesichte erforderte ebenfalls, abgesehen von einer sorgfltigen Reinigung und Auffrischung der Polychromie, nur geringe Restaurierung. Die Statue wurde 1657 nach den Tucherschen Rechnungen mit einem steinernen Jakobus aus dem Werkhaus in der Carthausen nach St. Sebald geschafft. Der in Kupfer getriebene Heiligenschein stammt aus jener Zeit. hnlich im Charakter, aber noch viel ausdrucksvoller und gewaltiger auch in dem lebhaft flatternden Faltenwurf, ist die ebenfalls hlzerne Statue des =Andreas= von =Veit Sto= (Abb. 89). Ihre Detailbehandlung erwies sich nach der Abnahme der Tnche sowohl in den realistisch behandelten faltenreichen Fleischteilen des Greises wie bei den Haaren als so fein, da von jeder bermalung abgesehen und nur eine zarte Lasierung, wie sie auch ursprnglich vorhanden gewesen zu sein schien, angewendet wurde, welche der Statue im allgemeinen den Holzcharakter wahrte. Einige Teile der Fe und Hnde waren zu erneuern. Die nunmehr folgende =Johannisstatue= (Abb. 90) ist von gebranntem Ton und aus mehreren Stcken mit horizontalen Fugen zusammengesetzt. Sie stellt den Apostel mit dem Giftkelch in der linken Hand dar, whrend die Rechte eine segnende Stellung einnimmt. Beide Hnde sowie Teile der Gewandung waren zu erneuern, wobei vorhandene Reste und eine alte Aufzeichnung ber die ehemalige Stellung Aufschlsse geben konnten. Gegenber steht die derb ausgefallene steinerne Statue =Johannes des Tufers=. Sie war in mehrere Teile zerbrochen, welche sich jedoch, ohne da bedeutende Ergnzungen ntig waren, wieder zusammensetzen lieen. Diese beiden Johannes zu beiden Seiten des Tucherfensters scheinen den ersten plastischen Schmuck der Tucherschen Begrbnissttte gebildet zu haben, welchem sich dann 1657 die vorbeschriebenen drei Statuen anschlossen. Die folgende steinerne kleinere =Apostelstatue=, welche in Gre und Charakter zu den Aposteln im Mittelschiff pat, hatte nur eine linke Hand, die ein Buch trgt. In der rechten Hand trug sie im 17. Jahrhundert ein mchtiges hlzernes Kreuz, doch war diese willkrliche Zutat nicht mehr vorhanden. Die Hand wurde ergnzt, ohne da etwa durch Zugabe eines Attributs eine bestimmte Person gekennzeichnet worden wre. Vermutlich ist die schne Figur eine Petrusstatue. Die hinter dem Tucherschen Altar befindliche dritte =Johannesstatue= (der Apostel) ist von Holz und ohne Zusammenhang mit ihrer Umgebung. Sie lt sich auf den ersten Blick als zu einer Kreuzigungsgruppe gehrig erkennen. Beide Hnde fehlten und waren zu erneuern. Die nchsten beiden Statuen bilden eine Gruppe: =Verkndigung=. Am Sockel des Engels befindet sich das Starksche, an dem der knienden Maria das Imhoffsche Wappen. Die Ausbesserung der Polychromie hat sich nur auf Kleinigkeiten beschrnkt, so da z. B. die Bemalung der Gesichter als durchaus ursprnglich anzusehen ist. Das Zepter des Engels ist erneuert. Die beiden kleinen Statuen oberhalb des Sakramentshuschens sind von Stein. Die rechts befindliche stand bis jetzt in einer Nische in der Ecke hinter dem Muffelaltar, whrend beim Sakramentshuschen sich die nicht besonders schne Tonfigur befand, welche jetzt an der Wand vor dem Muffelaltar aufgestellt ist. Der Grund fr die vorgenommene Umstellung liegt in der schon bei oberflchlicher Betrachtung erkennbaren bereinstimmung der beiden offenbar ein Ehepaar darstellenden Statuen. Bei der weiblichen Statue waren die Hnde verletzt, bei der mnnlichen waren die Unterarme vom Hafner ergnzt. Beide machten einen jmmerlichen Eindruck. Auf ihren Huptern fanden sich die Spuren ehemals vorhandener Kronen. Beide Figuren waren an ihrem unteren Ende in Stuck um 25 cm verlngert. Beim Abnehmen der Stuckmasse traten die alten steinernen Fe zutage. Die Frage nach den dargestellten Persnlichkeiten schien sich unter Beachtung aller Umstnde (Vorhandensein hnlicher Statuen in St. Sebald und St. Lorenz) mit =Heinrich und Kunigunde= beantworten zu lassen. Daher hat sich der Unterzeichnete bei der Instandsetzung fr eine Ergnzung in diesem Sinne entschlossen. Whrend die Kaiserin in die rechte Hand das Zepter erhielt, wurde dem Kaiser das Modell des Bamberger Doms gegeben (Abb. 48, 49). [Illustration: Abb. 48. Statue des Kaisers Heinrich vor der Restaurierung.] [Illustration: Abb. 49. Statue des Kaisers Heinrich nach der Restaurierung.] Das nchste Joch in der Mittelachse der Kirche weist die steinernen Statuen des =Petrus= und =Paulus= auf, welche geringe Ergnzungen an den Attributen erforderten. Unterhalb des Paulus ist das Wappen der Nrnberger Familie Usmer angebracht. Daneben stehen zwei groe hlzerne Statuen, ein =Thomaschristus= und eine klagende =Maria= (Abb. 91, 92). Unterhalb des ersteren fand sich auf der Konsole unter dem Verputz das Zeichen des =Veit Sto=; auf der Konsole der Maria die Jahreszahl 1495. Die Statuen bilden offenbar mit den darunter befindlichen Vesperbildern von Veit Sto (Abb. 95) eine gemeinsame Gruppe. Beim Thomaschristus fehlte die linke Hand und die Hlfte eines Fues, auch bei der Maria waren Ergnzungen erforderlich. Beide bertncht vorgefundenen Statuen haben ihren Holzcharakter wieder erhalten. Bemerkenswert erscheint, da bei der Maria der ber den linken Arm hngende Gewandzipfel nachtrglich angesetzt ist. Nimmt man denselben weg, so weist die Komposition des Faltenwurfs an dieser Stelle eine groe Leere auf. Die nun folgenden kleinen Statuen sind ebenfalls von Holz, stammen aber sowohl wegen ihrer Gre als wegen ihrer flachen Ausdehnung aus einem der vielen ehemaligen Altre der Kirche. Sie stellen einen =Papst= und einen =Bischof= dar; eine genaue Feststellung konnte mangels weiterer Attribute nicht erfolgen. Erneuerungen bei den Hnden und an den Gewndern waren erforderlich; auch die Pontifikatstbe wurden neu beigegeben. Die folgende Statue hinter dem Muffelaltar zeigt ebenfalls einen nicht nher feststellbaren =Bischof= und ist von Stein. Sie befand sich bis jetzt rechts vom Hallerschen Fenster, und an ihrer Stelle war, wie oben erwhnt, der sogenannte Kaiser Heinrich aufgestellt. Auch bei der nchsten =Statue aus Ton= (bis jetzt am Sakramentshuschen an Stelle Kaiser Heinrichs) lt sich die dargestellte Persnlichkeit nicht feststellen. In Haltung und Ausfhrung macht die Figur keinen glcklichen Eindruck, jedoch drfte dies hauptschlich auf die in frherer Zeit ergnzten leimenen Hnde zurckzufhren sein, von deren Entfernung abgesehen wurde. Um so interessanter sind die beiden folgenden, wohl auf einen und denselben Meister zurckzufhrenden Statuen =Erasmus= (Abb. 93) und =Sebaldus=. Der erstere ein Bischof, trgt in der rechten Hand einen Haspel, das Werkzeug seines Martyriums, und in der linken ein Buch. Sebaldus, als Pilger dargestellt, trgt ein eigentmliches Kirchenmodell mit einem Dachreiter. Nachtrglich und unorganisch war demselben ein Turm beigefgt, der bei der Restaurierung weggelassen wurde. Der abgeschlagene Pilgerstock wurde ergnzt. Erwhnenswert scheint, da das Wappen unter dem Erasmus, ursprnglich Haller-Tetzel, durch bermalung und Aufsetzen eines Lmmchens zu einem Schrstab-Groischen Wappen umgendert ist. Die nchsten Statuen von Stein, =Maria= (Abb. 94) und =Elisabeth=, bilden wieder eine Gruppe: die Behaimsche =Heimsuchung=. Bei der Elisabeth waren beide Hnde zu erneuern, im brigen waren nur einige Ergnzungen an den Gewndern und bei der Maria Ergnzungen an den Hnden herzustellen. Hieran schliet sich die Volckamersche =Verkndigung=, zwei groe Statuen von Stein; der Engel, der die fehlenden Hnde erhielt, von denen die linke Hand das Zepter trgt, und Maria, bei welcher ebenfalls einige, jedoch geringe Ergnzungen vorgenommen werden muten. Ferner befinden sich unterhalb des Gesimses noch zwei kleinere Statuen von Stein: ein Behaimscher =Thomaschristus= und eine =Matrone=, letztere mit dem Volckamerschen Wappen. Neben derselben konnten betende Stifterportrts aufgedeckt werden. Auch die steinernen =Vesperbilder= von =Veit Sto= (Abb. 95) machten eine Reihe von Ausbesserungen bei verstmmelten Hnden, Gewandteilen und Schwertern erforderlich. Bei der =Sebaldusstatue= (Abb. 86) am nrdlichen Vierungspfeiler konnte sich die Restaurierung auf eine Ergnzung des Pilgerstabes beschrnken. Im brigen ist noch zu erwhnen ein hlzerner kleiner =Thomaschristus=, der seinen Platz, weil er sich an keiner anderen Stelle geeigneter anbringen lie, von jeher auf dem Petrusaltar gefunden hat. Bei dieser Figur, ebenso wie bei der schnen =Erzstatue Marias= von =Stephan Godl= (Abb. 98), beschrnkte sich die Restauration auf eine Reinigung. Das =Sakramentshuschen=, eine Stiftung von Muffel und Groland (Abb. 50), ist in seiner architektonischen Gliederung auerordentlich zierlich und reich ausgestattet. Leider waren viele Skulpturteile verloren gegangen oder zertrmmert und daher mannigfache Ergnzungen erforderlich. Die vollstndige Polychromie fand sich nach Entfernung eines lfarbanstriches vor und wurde aufgefrischt. In der Nische, welche mit dem Standort des Thomaschristus korrespondiert, fehlt die wohl eine klagende Maria darstellende Statue. Beim Schrein des =Petrusaltares= (Abb. 53, 54) waren sowohl die Skulpturen innerhalb des Schreines und die Predella wie auch die nach Augsburg zur Restauration gesendeten zwlf schnen Flgelbilder mit brauner lfarbe gleichmig berstrichen. Beim Abnehmen der letzteren kam an den Skulpturen die Polychromie in guter Erhaltung zum Vorschein, so da z. B. das Glanzgold nur ganz weniger Ausbesserungen bedurfte. Die Mitra, die von zwei Engeln getragen wurde, fehlt. Leider fanden sich auch die sicherlich mit wertvollen Malereien geschmckten Predellatren nicht mehr vor. Im Herbst 1905 wurde auch die =nrdliche Sakristei= instand gesetzt. Unter der Tnche zeigte sich bald die alte Polychromie, welche aufgefrischt wurde. Leider hat die Sakristei, die mit ihrem durch eine durchbrochene Treppe zugnglichen Obergescho und dem =Kaiserchrlein= eine eigenartige reizvolle Bauanlage bildet, frher viele strende Umnderungen erfahren. Die ffnungen der Treppenwand waren wegen baulicher Mngel vermauert und htten ohne anderweitige Sttzkonstruktionen nicht geffnet werden knnen. Eine Tr fhrt jetzt von der Strae in den ehemals abgeschlossenen intimen Raum. Die =Piscina=, frher von der Sakristei und vom Chor aus benutzbar, ist mit ihrem Abzugsgraben noch vorhanden, dient aber jetzt, zum Teil vermauert, als Nische fr einen Gasofen. Die alte ehemalige Ofennische wurde an der Ostwand entdeckt und als Bcherschrank verwendet. [Illustration: Abb. 50. Sakramentshuschen im Ostchor.] An Stelle der kleinen alten Fenster fanden sich auf der Nordseite groe Fenster vor; eine weitere in die stliche =Altarnische= gebrochene Fensterffnung nimmt jener alle Stimmung. Andererseits aber hatte die Sakristei zu diesen nderungen durch ihre Feuchtigkeit und dumpfe Luft Veranlassung gegeben. Rekonstruktionen waren also nicht veranlat und die neueren Arbeiten beschrnkten sich daher, abgesehen von einigen ntigen Auswechslungen am Mauerwerk und dem Verdichten vieler offener Lagerfugen, auf die Herstellung einer Vertfelung und eine Verbesserung der Ofenanlage. Im Chor fanden sich die =Sthle= Hans Tuchers, Sebald Schreyers und mehrere andere alte Sthle, welche noch in der Mitte des vorigen Jahrhunderts vorhanden waren, leider nicht mehr vor. Die alten =Handwerkersthle= (Abb. 125) erfuhren ebenso wie die =Tucherschen Renaissancesthle= eine grndliche Reparatur, wobei die an den letzteren angebrachten zwei kleinen Schnitzereien, =St. Sebald= vom ehemaligen Schreyer-Stuhl (Abbildung auf dem Titelblatt) und ein =Wappen= vom Grundherrnstuhl, abgenommen und neben den Hauptaltar versetzt wurden. Heideloffsche Seitenwangen an verschiedenen alten Sthlen wurden entfernt und durch einfache, mglichst indifferente Formen ersetzt. Besonders schwierig gestalteten sich die Arbeiten an den =gotischen Chorsthlen= (Abb. 121, 122, 123), die sehr reich geschnitzt waren und jetzt noch Reste von auerordentlich wertvoller figrlicher Plastik aufweisen. Kein Mobiliargegenstand hatte sich aber, von einzelnen Statuen abgesehen, in einem so zertrmmerten, zusammengeflickten und wieder vernachlssigten Zustand gefunden wie diese Sthle. Zunchst muten die Originalteile festgestellt werden, dann wurde eine Instandsetzung vorgenommen, bei der die fehlenden Teile in ihren Hauptformen in Eichenholz ergnzt, aber nicht im Detail ausgeschnitzt wurden. Es sollte sich die Restaurierung innerhalb des wiedergewonnenen, wrdigen allgemeinen Eindruckes vom alten Original absondern, so da besonders bei den Figuren keinerlei Vermischung mit neueren Zutaten auftrat. Das =Sebaldusgrab= wurde, abgesehen von einigen kleinen Ausbesserungen (Ergnzung von fehlenden silbernen Rosetten), einer sorgfltigen Reinigung unterzogen. Die beiden barocken =Seitenaltre= wurden grndlich instandgesetzt und ausgebessert, wobei auch die Malereien auf der Rckseite wieder zur Geltung kamen. War doch sogar das Lorbeerlaub aus Zinn an den Sulen des Tucheraltares (Abb. 51) in frheren Zeiten in Verlust geraten. Die in der Augsburger Galerie stattgehabte Restaurierung der wertvollen =Tafelbilder=, welche im Mai 1906 wieder an ihrem alten Platze aufgestellt werden konnten, war vom schnsten Erfolge begleitet. Auer einer sachverstndigen Reinigung hat durch die berufene Hand des Konservators =Mayer= eine Abnahme vieler strender bermalungen zum Teil in ziemlichem Umfange stattgefunden, so da die ursprngliche Farbenwirkung in berraschender Weise wieder zur Geltung gelangt ist (Taf. XV). Eine der hauptschlichsten Arbeiten im Ostchor wurde zu Anfang des Jahres 1906 begonnen: der Umbau der =Hauptorgel=. Die bisherige Hauptorgel von St. Sebald (Abb. 126) ist eine der ltesten und wohl auch interessantesten Bayerns. Sie wurde im Jahre 1444 von Heinrich Traxdorf erbaut und war im Ostchor ber dem Trennungsbogen gegen das sdliche Seitenschiff angebracht. Sie bestand auer aus einem Podium, welches auf einem hlzernen vorgekragten Gewlbe ruhte und in der Mitte einen kleinen Pfeifenprospekt (sogenanntes Positiv) trug, aus dem eigentlichen Orgelwerk, das fast die ganze Giebelwand bedeckte und von einem zierlichen Gehuse umschlossen war. Der Blasebalgraum befindet sich hinter der Giebelmauer. Die Verbindung zwischen diesem Raume und dem Orgelpodium bildet eine schmale Tr in der Giebelwand. Vermutlich hatte die alte Orgel schon bemalte Flgel, die zum Schutze der Pfeifen dienten und geffnet werden konnten. Die =Konsole=, welche die mittlere Endigung des Holzgewlbes unterhalb der Orgel bildet, hat die Form einer Teufelsfratze mit beweglichem Kiefer, der whrend des Orgelspieles in Bewegung gesetzt werden konnte. Die beiden seitlichen Konsolen zeigen ein dnisches und ein franzsisches =Wappen=, die wiederholt in Verbindung mit dem Kirchenpatron in St. Sebald angewendet worden sind. Rings um das Orgelpodium fanden sich zwischen den herabhngenden Mawerken reizvolle in Holz geschnitzte =Figuren=, darunter zwei Herolde mit den beiden Nrnberger Wappen. Die brigen stellen Ritter, Frauen und Bauern dar und sind zum Teil sehr humorvoll gehalten. Die ganze Orgel ist aus Eichenholz hergestellt. Zu beiden Seiten waren auf der Wand teppichartig grozgige =Ornamente= in grnem Ton aufgemalt und innerhalb derselben =musizierende Engel= dargestellt. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Orgel freilich mannigfache Vernderungen erfahren und zwar in den Jahren 1572, 1658, 1691 und 1827. Im Jahre 1658 erhielt sie neue Malereien von Daniel Preiler auf den wohl schon vorhandenen Flgeln, und zwar eine Reihe Portrts der Pfarrer und Kirchenpfleger, aber auch von Stadtmusikern und ihren Dirigenten. Die gesteigerten musikalischen Ansprche hatten wiederholt Verbesserungen und Erweiterungen des Orgelwerkes zur Folge, so da allmhlich auch das Gehuse eingreifenden Vernderungen unterworfen worden war, wodurch die ursprngliche Form desselben sehr beeintrchtigt wurde. Unter Heideloff wurde das Podium nach vorn sowohl wie nach beiden Seiten bedeutend erweitert, um fr einen greren Sngerchor Platz zu gewinnen. Die schnen Wandmalereien waren bertncht und durch Balkenwerk verbaut worden. [Illustration: Abb. 51. Partie aus dem Ostchor mit Tucheraltar, Sakramentshuschen und Petrusaltar.] Beim Abbruch der Orgel ergab sich glcklicherweise aus der genauen Aufnahme und dem Vergleich der einzelnen Teile die Mglichkeit, das =ursprngliche Orgelgehuse= von 1444 mit vlliger Sicherheit wieder herzustellen. Da aber das vielfach ausgebesserte Orgelwerk den heutigen Ansprchen nicht mehr gengte, erscheint begreiflich. Die Kirchenverwaltung entschied sich daher fr Beschaffung eines neuen Orgelwerkes und billigte auf Grund eines Gutachtens von Hauptprediger Dr. Geyer den Vorschlag des Unterzeichneten, das alte Gehuse, von allen spteren Zutaten befreit, zu verwenden und in Verbindung mit den Wandmalereien wieder vollstndig instandzusetzen. Die Aufgabe, 26 neue Register in dem engen Raum unterzubringen, war nicht leicht, und ein Hinausschieben des ganzen Gehuses um 15 cm zur Erlangung einer greren Tiefe konnte nicht umgangen werden. Das Orgelwerk selbst wurde durch Orgelbaumeister =Strebel= gebaut, whrend smtliche Instandsetzungsarbeiten des Gehuses und das neue Positiv mit den seitlichen Brstungen in der Werksttte der Bauhtte hergestellt wurden. Auch die =Wandmalereien= zu beiden Seiten der Orgel, die in berraschender Weise zum Vorschein gekommen waren, erfuhren wieder eine Erneuerung. Bei den Vernderungen, sowohl bei den Statuen wie an Reliefs und sonstigen Skulpturen, welche notwendigerweise vorgenommen werden muten, hat in den meisten Fllen vorher eine photographische Aufnahme stattgefunden, so da jederzeit Rechenschaft ber den frheren Zustand gegeben werden kann. Die abgenommenen Ergnzungen selbst finden sich in der =Bausammlung= der Kirche aufbewahrt, die auch die gefertigten Hilfsmodelle und Plne enthlt. =Sepulkren= fanden sich in den Mensen der Altre an verschiedenen Stellen, jedoch in bereits erffnetem Zustande; zunchst im Hauptaltar mit einer Konsekrationsurkunde von 1379, ferner in der Mensa des Halleraltares und der sdlichen Sakristei. Hier waren die Urkunden nur mehr als Reste vorhanden. Noch schlechter war der Zustand eines Holzkstchens mit vermoderter Einlage im Petrusaltar; im Tucheraltar fanden sich nur geringe Fragmente. Nach Feststellung der Urkunden und photographischer Aufnahme der Funde lie das Pfarramt die letzteren wieder in ihre Hhlungen einschlieen. Bis zum Juli 1905 war die gefhrliche Auswechslung auch des =sdlichen Vierungspfeilers= glcklich beendet, und es konnte nach Entfernung der Zwischenwnde die ganze Kirche dem Gottesdienste wieder bergeben werden. Bei den mannigfaltigen und auf verschiedenen Gebieten gelegenen Aufgaben, welche die 3-1/2jhrige Wiederherstellung mit sich brachte, konnte sich der Unterzeichnete der Untersttzung der schon genannten tchtigen Mitarbeiter wie auch anderer Fachleute erfreuen. Das Verhltnis der Bauleitung zur protestantischen =Kirchenverwaltung=, unter der Vorstandschaft von Stadtpfarrer J. =Schiller=, als der Bauherrin, und zum Bauausschu, als deren Vertretung, war ein durchaus glckliches. Der =Bauausschu=, welcher in vielfachen Sitzungen die Berichte und Vorschlge des Bauleiters entgegennahm, hatte leider mitten in der Arbeit am 2. Juni 1905 seinen Vorsitzenden, den Hauptfrderer der Wiederherstellung, Kirchenrat F. =Michahelles=, 1. Pfarrer an St. Sebald, verloren. Um ihn, den allverehrten und liebenswrdigen Mann, dem die Durchfhrung des groen Werkes sowohl durch die unermdliche Beschaffung der Geldmittel wie durch die sachkundige, geschickte Leitung =in erster Reihe= zu danken ist, zu ehren, wurde im sdlichen Seitenschiff seine wohlgetroffene Marmorbste von F. Zadow (eine Stiftung von Justizrat Hilpert) aufgestellt. Mitglieder des Bauausschusses waren die Herren Baumeister und Privatier G. Goll, Magistratsrat H. Hberlein, Grohndler A. Heerdegen, Justizrat D. Hilpert, Kunstschlosser und Privatier A. Leibold und Fabriksbesitzer J. Thter. Nach einer kurzen Verwesung des Vorsitzes durch Pfarrer Wunderer hatte die Leitung des Bauausschusses Stadtpfarrer Dr. Hagen, 1. Pfarrer an St. Sebald, bernommen und die Arbeiten nach Krften gefrdert und zu Ende gefhrt. [Illustration: Abb. 52. Ostchor. Ansicht gegen Westen.] Bei der Beschaffung der Geldmittel stand dem Kirchenrat Michahelles der =Verein fr die Restaurierung der Sebalduskirche= zur Seite, in dessen Ausschu als stellvertretender Vorsitzender Justizrat C. Freiherr von Kre, als Schriftfhrer Justizrat O. Vollhardt und als Schatzmeister Kommerzienrat C. Schwanhuer ttig waren. Die =Mittel= (Taf. XIII) flossen fast vollstndig aus freiwilligen Beitrgen, bei welchen die Patrizierfamilien an erster Stelle standen. Auch die Kirchenverwaltung untersttzte die Wiederherstellung, teils durch grere Beitrge, die sie zur Abstellung der Bauschden genehmigte, teils zu Zeiten, in denen ein niedriger Kassenstand vorhanden war, durch Vorschsse. Allerdings sind die bei der Inangriffnahme der Restaurierung gestellten Aufgaben an St. Sebald noch nicht alle gelst. Die kostbaren =Gobelins= (Abb. 132 bis 136) befinden sich auch heute noch in einem traurigen Zustande. Wohl hat die Restaurierung eines kleinen Stckes gewissermaen als Probestck durch Frau Irmisch in Mnchen stattgefunden und berechtigt zu der Annahme, da auch die weiteren Ausbesserungen nicht wie bisher nur in Paris oder Italien, sondern in Deutschland gemacht werden knnen. Allein fr diese knstlerische und kostspielige Arbeit fehlen vollstndig die Mittel. Man mute sich bei der gegenwrtigen Restaurierung darauf beschrnken, die zerrissenen und zerschnittenen Stcke notdrftig wieder zu verbinden und mit Borten und Futterstoff neu zu versehen. Das gleiche gilt bezglich der wertvollen und prchtigen =Glasmalereien= im Ostchor (Abb. 107 bis 109), bei denen an vielen Stellen sich von auen durch die Einwirkungen der Atmosphre eine dicke undurchsichtige Kruste gebildet hat, whrend die Schwarzlotaufmalung im Innern sich so abgelst hat, da sie sich mit dem Finger, wie der Kreidestrich auf einer Schiefertafel, wegwischen lt. Baldige Hilfe tut not, wenn diese unschtzbaren Kunstwerke nicht zugrunde gehen sollen. Andererseits mu mit grter Vorsicht dabei zu Werke gegangen werden. Vielleicht verspricht ein neues Verfahren, welches die Hofglasmalerei Zettler in Mnchen gerade mit Rcksicht auf die Glasmalereien von St. Sebald erprobt hat und das in einer durchsichtigen leichten berglasung der einzelnen Glasstcke besteht, zur Konservierung der Malereien gute Dienste zu leisten. Die Frage einer Beleuchtung und Beheizung der Kirche ist wiederholt beraten, jedoch noch keiner Entscheidung entgegengefhrt worden. =Nrnberg=, den 15. Juli 1906. Prof. J. =Schmitz=, Architekt. 5. Nachtrag vom 15. Januar 1912. Jedes Gebude, auch wenn es noch so solid konstruiert ist, verlangt eine =Instandhaltung= zur Abwehr der regelmigen Schden, die durch Wind und Wetter sowie durch andere uere und innere Einflsse hervorgerufen werden. Je zierlicher die Formen und je eleganter die Konstruktionen sind, desto grer ist auch die Gefahr einer Beeintrchtigung. Dazu kommt die bedauerliche Tatsache, da infolge der heute den zahlreichen Kaminen entstrmenden schwefeligen Gase besonders die Sandsteine in oft erschreckender Weise angegriffen werden und verwittern, wovon man sich in Nrnberg allenthalben berzeugen kann. Die Verwaltung des Vereinigten protestantischen Kirchenvermgens hat sich denn auch der Einsicht nicht verschlossen, da auch zur Instandhaltung der Sebalduskirche mit einem regelmigen Baubetrag gerechnet werden mu, und bringt mit demselben eine Reihe von kleineren Reparaturen zur Ausfhrung. Auf diese Weise wird es hoffentlich gelingen, nach und nach auch verschiedene Epitaphien am ueren der Kirche, an denen Arbeiten bislang noch nicht vordringlich schienen, die aber allmhlich doch zugrunde gehen werden, vor Verfall zu retten. Unterdessen ist ein langgehegter Wunsch der Gemeinde in Erfllung gegangen: die Kirche hat eine =Heizung= erhalten. Diese, die erste elektrische Kirchenheizung in Deutschland, hat in weiten Kreisen groes Interesse hervorgerufen (Zentralblatt der Bauverwaltung, Berlin, 1912, S. 58 f.). Aus Rcksicht auf die zahlreichen Kunstschtze der Kirche, bei denen eine Schdigung durch periodische Erwrmung des ganzen Luftraumes befrchtet wurde, entschlo man sich zu einer Fuschemelheizung, die allgemeine Befriedigung gefunden hat. Als ganz besonders erfreulich mu dabei hervorgehoben werden, da die Erscheinung des Kircheninnern, abgesehen von einigen kleinen nicht strenden Holzkstchen, nicht die geringste nderung oder Beeintrchtigung erfuhr. Sind die Betriebskosten auch vorlufig noch etwas hoch, so besteht doch die Hoffnung, da mit einer Verbilligung der elektrischen Kraft in absehbarer Zeit gerechnet werden kann. [Illustration: TAFEL XIII. Baukosten der Wiederherstellung der Sebalduskirche. 1885-1906. Zusammenstellung der einzelnen Arbeiten. Zusammenstellung der Einnahmen und Ausgaben. Zusammengestellt bis zum Jahre 1905 von Kirchenrat Michahelles.] Schwieriger scheint die Frage der =Beleuchtung= der Kirche sich lsen zu lassen und zwar besonders deshalb, weil die Beschaffung entsprechender, wrdiger Beleuchtungskrper groe Mittel erfordert. Auch die Instandsetzung der kostbaren Glasmalereien ist bis zum Erscheinen dieses Buches aus dem gleichen Grunde zurckgestellt geblieben. [Illustration: TAFEL XIV. Sebaldusgrab von Peter Vischer.] IV. Das Inventar der Kirche. 1. Altre und Kanzel. Ausstattungs- und Einrichtungsgegenstnde der Kirche St. Sebald sind so zahlreich, da man ihr die nun bald 400 Jahre whrende Zugehrigkeit zum Protestantismus kaum anmerkt. Wesentlich dem konservativen Sinn der Nrnberger Patrizierfamilien ist es zu danken, da die Kirche noch heute eine stattliche Reihe ansehnlicher Werke birgt. Selbstverstndlich gab es auch Zeiten, wo das Interesse an der Vergangenheit und ihren Zeugen erlahmte und manches kostbare Stck verloren ging. Die Kirchenreformation im 16. Jahrhundert hatte die Beseitigung einer groen Anzahl von Altren verlangt und die nach der Mitte des 17. Jahrhunderts durchgefhrte Neuausstattung im Barockstil kostete ebenfalls mehreren historisch und vielleicht auch knstlerisch bedeutenden Gegenstnden die Existenz. Die Vernderung des Inventars wird jeweils bei den einzelnen Gruppen geschildert. * * * * * Die Kirche hatte vor der Reformation =13 Altre=. Eine Reihe von geeigneten Pltzen fr Altre war durch die Anlage des Baues gegeben. 3 Ostchornischen, 1 Westchor, 2 Krypten nahmen schon im romanischen Bau 6 Altre auf, ferner der Platz vor dem Ostchor einen, dann noch einen die Ostkrypta, zusammmen acht. Dazu kamen im Laufe des 14. Jahrhunderts noch 4 Altre an den Pfeilern des Schiffes und 1 Altar, welcher den Hochaltar des Westchores verdrngte. Die Altre am Ende des 15. Jahrhunderts waren: =Sebaldsaltar.= Er war der Hochaltar und befand sich im Ostchor des romanischen Baues, von 1372 an im neuen Ostchor an Stelle des jetzigen Hauptaltares. 1379 erneuert und geweiht. Die hierber ausgestellte Urkunde wurde bei der letzten Wiederherstellung im Sepulkrum der Mensa aufgefunden und nebst den gleichfalls vorgefundenen Reliquien wieder in den Altar eingeschlossen.[VII] Die wohl erhaltene Urkunde hat unter Auflsung der Abkrzungen folgenden Wortlaut (vgl. Abb. 144 auf S. 212): Anno domini millesimo trecentesimo septuagesimo nono dedicatum est hoc altare in honore sancti Sewaldi, Fabiani et Sebastiani et quatuor doctorum et sancti Eloy et sancti Seuerij per venerabilem dominum dominum Lampertum episcopum Bambergensem, qui reliquias dictorum sanctorum in dicto altari reclusit indictione secunda quinto kalen. septembris eiusdem anni, in quorum testimonium sigillum dicti domini praesentibus est appensum. [VII] Ebenso wurden im Petrusaltar und im Sakristeialtar nicht mehr mit Sicherheit zu entziffernde Urkunden samt Reliquien vorgefunden und mit diesen wieder in die betreffenden Altre eingeschlossen. Schopperpfrnde, gestiftet am 5. Mai 1337 von Albert Schopper, 1360 neu dotiert durch Friedrich Schopper. Vorchtelpfrnde, gestiftet 1371 von Heinrich Vorchtel, 1425 neu dotiert. 1613 wurde der Altar vom Maler Leonhard Prechtel restauriert. Aus den Schriftstcken hierber (im Stadtarchiv Nrnberg) geht hervor, da der Altar ein Flgelaltar war, und da sich auf den Flgeln Malereien auf Goldgrund befanden. Auf die Predella, die ganz zu erneuern war, malte Prechtel zwei Historien. Siehe den Hauptaltar, S. 134. [Illustration: Abb. 53. Petrusaltar (geffnet).] =Nikolausaltar.= Er stand in der nrdlichen Apsis des romanischen Ostchores, dann im neuen Ostchor im nrdlichen Umgang als linker Seitenaltar. An seiner Stelle erhebt sich jetzt der 1659 im Barockstil errichtete Nikolaus- oder Tucheraltar (siehe S. 134). Kandelgieerpfrnde, 1406 von Hartmann Kandelgieer gestiftet. =Stephansaltar.= Er stand in der sdlichen Seitenapsis des romanischen Ostchores. Seit 1372 im sdlichen Umgang des neuen Ostchores. An seiner Stelle erhebt sich jetzt der 1663 errichtete Altar (siehe S. 135). 1255 eingeweiht. Ablsse 1448, 1452, 1460, 1479, 1481 und 1487. Drei Pfrnden, die des Heinrich von Tuttenstetten, Pfarrer 1300-1307, welche 1364 besttigt wurde, die des Paul Muffel, deren Stiftungsjahr unbekannt ist, und die Pfrnde des Ambrosius Stromer von 1509. [Illustration: Abb. 54. Petrusaltar (geschlossen).] Der Altar hatte ein auf Holz gemaltes Bild, welches Nikolaus Muffel zwischen 1436 und 1439 fr 200 fl. angeschafft hatte. Er kam, als 1663 der Barockaltar errichtet wurde, in die Lorenzkirche. =Petersaltar.= Ein Petersaltar stand schon in der alten Peterskapelle. Wahrscheinlich wurde dieser in die romanische Kirche, und zwar in den Westchor transferiert. 1274 wurde er durch einen neuen Altar ersetzt. 1303 Abla, 1475 Ablabesttigung. 1372 wanderte der Altar in den neuen Ostchor hinter den Hochaltar, an dieselbe Stelle, an welcher jetzt der Ende des 15. Jahrhunderts errichtete Altar steht. ber diesen siehe S. 135. 1378 wird jedoch der Westchor noch Peterschor (neben Katharinenchor) genannt. 1340 stiftet Otto Kramer von Koburg eine Pfrnde, dieselbe wird 1360 besttigt; 1356 stiftet Adelheid Lhneisen eine Pfrnde, 1372 Berthold Pfinzing. Das Jahr der Stiftung der Movendelpfrnde der Dorothea Dschin ist nicht bekannt. =Katharinenaltar.= Er stand anfangs in der Westkrypta, von der Mitte des 14. Jahrhunderts an schon im Westchor zusammen mit dem Petersaltar. Ablabesttigung 1298. Ablsse 1341, 1342. Pfrnden: Schatzpfrnde, gestiftet von Konrad Schatz, besttigt 1360; Kandelgieerpfrnde, gestiftet 1386. Siehe den Lffelholzaltar. =Johannisaltar.= Dem hl. Johannes dem Evangelisten geweiht. Er stand im Mittelschiff zwischen den zum Chor fhrenden Stufen (_sub pulpito_ oder _quae [ara] in medio ecclesiae sancti Sebaldi locata est_). Abla: 1289. Pfrnden: Pmerpfrnde, gestiftet 1348 von Heinrich Pmer, und die Fleischmannpfrnde, gestiftet von Albert Fleischmann, Pfarrer von 1397 bis 1444. Der Johannisaltar scheint 1542 mit den beiden Frauenaltren und dem Zwlfbotenaltar beseitigt worden zu sein. =Zwlfbotenaltar.= Den zwlf Aposteln geweiht. Er stand an einem Schiffspfeiler. Ablsse 1352 und 1370. Meintaler-Pfrnde, 1352 von Konrad Meintaler gestiftet, 1359 von der Witwe des Stifters neu dotiert. Er stand zu Beginn des 16. Jahrhunderts an einem der beiden ersten Ostchorpfeiler und hatte 1542 dasselbe Schicksal wie die beiden Frauenaltre. =Erhardaltar.= Er stand im Schiff in der nrdlichen Pfeilerreihe. Es ist der jetzige Halleraltar, der zwar noch in der nrdlichen Pfeilerreihe steht, aber nicht mehr am alten Pfeiler, wo bis heute eine Erhardstatue verblieben ist (vgl. S. 154). Noch im 17. Jahrhundert stand der Erhardaltar um einen Pfeiler weiter stlich als jetzt. 1336 gestiftet (siehe Urkunde S. 235). Abla: 1360. Pfrnden: Ntzelpfrnde, Stiftungsjahr unbekannt; Hallerpfrnde, 1358 von Ulrich Haller gestiftet; Dietleinpfrnde, 1363 von Hans Dietlein gestiftet. Siehe den Halleraltar, S. 138. =Kunigundenaltar.= Den Heiligen Heinrich, Kunigunde und Otto geweiht. Er stand an einem der Schiffspfeiler. Dietlerpfrnde, 1347 gestiftet von der Hensel Dietler; Tesauruspfrnde, 1354 oder vor 1354 gestiftet von Konrad Tesaurus [Schatz]; Hallerpfrnde, vor 1383 gestiftet von Ulrich Haller, und die Ntzelpfrnde, 1389 gestiftet von Elisabeth Haller. =Bartholomusaltar.= Den Heiligen Bartholomus und Pankratius geweiht. Er stand an einem der Schiffspfeiler. Ablsse 1460, 1476 und 1477. Pfinzingpfrnde, 1435 von Berthold Pfinzing gestiftet. =Marien- und Dreiknigsaltar=, gewhnlich =Frauenaltar= genannt. Ad honorem beatae Mariae virginis et trium regum. In der romanischen und gotischen Zeit in der Krypta, d. h. in der Ostkrypta, und zwar in der mittleren Apsis. In der spteren gotischen Zeit ist stets von zwei Frauenaltren die Rede. Ablsse 1283, 1284, 1289, 1341 (Wandelkerzen), 1370 und 1379. Vier Pfrnden: Bretheimpfrnde, gestiftet von Konrad Bretheim 1358, besttigt 1359; die Teufelpfrnde, gestiftet von Konrad Teufel 1359, besttigt 1370, neu dotiert von Hans Teufel 1440; die Movendelpfrnde des Paul Volckamer, deren Stiftungsjahr unbekannt ist, und Kolerpfrnde, gestiftet von Elisabeth Koler 1402. Die beiden Frauenaltre standen zu Beginn des 16. Jahrhunderts an den beiden ersten Sulen des Ostchores, an denen heute noch Marienstatuen angebracht sind. Sie wurden mit dem gegenberstehenden Zwlfbotenaltar und dem dazwischen befindlichen Altar, wahrscheinlich dem Johannesaltar, auf Beschlu des Rates 1542 beseitigt, weil die Kirchenbesucher den Geistlichen auf der Kanzel nicht sehen konnten. =Jakobsaltar.= Den Heiligen Jakobus, Jodokus, Martinus und Christophorus geweiht. In der Ostkrypta, dem Frauenaltar gegenber. 1343 gestiftet von Jakob Kramer. Ablsse 1353, 1355 und 1365. Kramerpfrnde, 1381 von Bernhard Kramer gestiftet. [Illustration: Abb. 55. Abb. 56. Abb. 57. Kreuzigungsgruppe von Veit Sto. ber dem Hauptaltar im Ostchor.] =Allerseelen-Altar.= In der Westkrypta. Ablabrief vom 3. Mai 1360, in dem die Krypta als ergastulum (also etwa: Verlie, unterirdischer Raum) bezeichnet wird. Vgl. Beilage 28. Im Liber privilegiorum A des Frstbischofs Lambrecht von Bamberg (Kreisarchiv Bamberg) findet sich die Abschrift einer Urkunde, nach welcher 1401 am 23. Mai eine Pfrnde auf dem =Georgsaltar= in der Kirche des hl. Theobald in Nrnberg gestiftet worden ist. Jedenfalls ist Theobald verschrieben fr Sebald, allein ein Georgsaltar in der Kirche Sankt Sebald ist sonst nirgends belegt. Die =jetzigen Altre= der Kirche sind: Der =Hauptaltar=. Im Ostchor. An seiner Stelle stand der zur Barockaustattung der Kirche gehrige, 1663 von Georg Wirsching, Schreiner von Neumarkt i. O., errichtete Hauptaltar als Nachfolger des gotischen, 1379 dem hl. Sebald geweihten Hochaltares (Abb. 30). Der Barockaltar war 1660 fr 1000 fl. in Arbeit gegeben worden. Nach der Aufstellung wurden 200 fl. nachbezahlt. An die Stelle dieses Altars trat 1823 ein nach Zeichnungen Karl Alexander Heideloffs in neugotischem Stil von dem Schreiner Heil und dem Bildhauer Rotermundt ausgefhrter Altarbau, an dem die schon am Barockaltar angebrachte Gruppe, Christus am Kreuz mit Maria und Johannes (Abb. 55, 56, 57), lebensgroe, in Holz geschnitzte und farbig gefate Figuren des Veit Sto und seiner Schule, wieder zur Verwendung kam. Der Altar ist abgebildet im Sammler fr Kunst und Altertum in Nrnberg, 1. Heft (1824), Tafel zu S. 51. Bei der letzten Wiederherstellung wurde dieser Heideloffsche Altar entfernt und zwischen den mittleren Schiffpfeilern auf einem Tragbalken die Kreuzigungsgruppe wieder angebracht. Bei dieser Gelegenheit wurde die Gruppe von dem ihr anhaftenden dicken lfarbenberzug befreit, die ansehnlichen Reste alter Polychromierung ergnzt und im Innern des Christuskrpers folgende, nur noch zum Teil leserliche, aber die Autorschaft des Veit Sto bezeugende Urkunde gefunden: Ihs Maria Adi 27 Julii 1520 jar ist diser got auff gericht durch Nicklos Wickel zw Nurnberg mit hilff Aug[ustin] -- -- -- -- -- und ist gemacht von Veit Stoss zw Nurnberg kostet -- -- -- -- --. Die von Sto herrhrende Hauptfigur der Gruppe vom Jahre 1520 soll sich ursprnglich auf einem zwischen zwei Pfeilern eingespannten Bogen ber dem Sebaldusgrabe befunden haben. Die Provenienz der Seitenfiguren ist unbekannt. Heideloff lie durch Bronzierung die alte Fassung der Figuren zudecken. Nach M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus (Nrnberg 1831), S. 34, bot der Kurfrst von Mainz 1652 durch den Bildhauer Georg Schweigger dem Rate von Nrnberg 1000 Dukaten fr die Gruppe. Vgl. ber dieselbe ferner: Denkmalpflege. 1904, S. 96 und 131. Die Mensa des Altars ist noch die ursprngliche mittelalterliche und enthlt die S. 129 (vgl. Abb. 144) erwhnte Urkunde samt den darin aufgezhlten Reliquien. Der =Tucher=sche oder =Nikolausaltar= (Abb. 51). Im Ostchor, und zwar im nrdlichen Umgang an Stelle des als linker Seitenaltar verwendeten alten Nikolausaltars (siehe S. 130). 1659 von der Familie Tucher gestiftet. Der Aufbau besteht aus Rckwand mit Gemlde, zwei flankierenden Sulen und einem von denselben getragenen Giebel. Architektur wie Bildhauerarbeit, von welch letzterer hauptschlich der Christusknabe auf dem Giebel Erwhnung verdient, stammen von Georg Schweigger. Der Altar gehrte zur ehemaligen Barockausstattung der Kirche. Altarblatt mit einem =Ecce homo=, lgemlde auf Leinwand von Matthus Merian dem Jngeren. Unter dem Bilde die Inschrift: Er ist umb unser Snde willen zerschlagen Esa. 53. Oben das Wappen der Tucher. [Illustration: Abb. 58. Geburt Christi. Von einem der Flgel des Lffelholzaltars.] [Illustration: Abb. 59. Legende des heil. Georg. Von einem der Flgel des Lffelholzaltars.] Der =Muffel=sche oder =Stephansaltar=. Im Ostchor, und zwar im sdlichen Umgang an Stelle des als rechter Seitenaltar verwendeten alten Stephansaltares (siehe S. 131). 1663 von der Familie Muffel gestiftet, nachdem sein Vorgnger in die Lorenzkirche transferiert worden. Gegenstck zu dem Tucherschen Altar und mit diesem der hauptschlichste berrest der Barockausstattung der Kirche. Altarblatt mit der Auferstehung Christi, lgemlde auf Leinwand von Johann Franziskus Ermel. Unter dem Bild die Inschrift: Er ist umb unser Gerechtigkeit willen wieder auferweckt. Rom. 4. Oben das Wappen der Muffel. Der =Petrusaltar=. Im Ostchor an der Wand hinter dem Hauptaltar. Flgelaltar aus dem letzten Viertel des 15. Jahrhunderts (Abb. 53, 54). Im Schrein fnf Holzfiguren, nmlich die lebensgroe Gestalt des thronenden Petrus, zu beiden Seiten zwei Engel und ber seinem Haupte zwei schwebende Engel, welche wahrscheinlich die Tiara trugen. Farbig gefat. Ein durchbrochenes reiches Stabwerk als Baldachin schliet den Schrein oben ab. An dem feststehenden und an dem beweglichen Flgelpaar zusammen in Tempera zwlf Szenen aus dem Leben des hl. Petrus, Gemlde aus der Schule des Wolgemut. Die Tren der Predella, ursprnglich wohl mit Gemlden geschmckt, fehlen und sind durch einfache Brettertren ersetzt. Schon 1572 fand eine Restaurierung des Altares statt. In seinem jetzigen Zustande geht er auf die Restaurierung durch Konservator Andreas Mayer in Augsburg zurck. [Illustration: Abb. 60. Halleraltar (geschlossen).] Ein Gemlde auf Holz mit den Donatoren, dabei die Wappen der Topler, Haller u. a., frher an der Vorderseite der Mensa, ist jetzt an der Wand des nrdlichen Seitenschiffes neben dem Turm angebracht. Eine an der rechten Seite der steinernen Mensa mit Eisen beschlagene alte Holztre und der Raum, zu dem sie fhrt, lt auf eine frhere Aufbewahrung von greren Reliquien, eines Heiligenschreines oder dergleichen schlieen. Ein =Wandgemlde mit Darstellungen aus der Apostelgeschichte=, um 1400 (Abb. 106), fand sich bei der letzten Wiederherstellung der Kirche hinter dem Petrusaltar und lie sich an eine Wand des sdlichen Chorumganges bertragen. Vergleiche ber das Bild Gebhardt, Die Anfnge der Tafelmalerei in Nrnberg, S. 14 und 20. Der =Katharinen=- oder =Lffelholzaltar= (Abb. 43, 58, 59). Im Westchor. Schrein und Predella um 1453, das brige des Aufbaues im Empirestil vom Ende des 18. Jahrhunderts. [Illustration: Abb. 61. Halleraltar (geffnet).] Im Schrein zwei in Holz geschnitzte und farbig gefate Figurengruppen, links wird die hl. Katharina gerdert, rechts wird sie enthauptet. Auf den beiden beweglichen Flgeln vier Gemlde auf Goldgrund, weitere Darstellungen aus dem Leben der hl. Katharina, innen links die Disputation mit den Philosophen, rechts die Verbrennung derselben, auen links die heiligen drei Knige, rechts der hl. Georg. Die Predellanische, ursprnglich mit Holzskulpturen belebt, ist jetzt leer. Auf den Tren der Predella innen, ebenfalls auf Goldgrund gemalt, sechs Halbfiguren, links die Heiligen Heinrich, Kunigunde und Otto, rechts Christus mit Johannes und Thomas, auen die Familienglieder des Stifters und zwar links die mnnlichen mit den Wappen der Lffelholz, Lffelholz-Dietner und Lffelholz-Stromer-Sachs, rechts die der weiblichen mit den Wappen der Lffelholz-Zngel, Lffelholz-Kre und Lffelholz-Stromer. Unten an der Predella die Inschrift: Anno domini m cccc liii an s. Thomas tag de Aqiin verschied frav Kunigund Wilhelm Loffelholtzin, der got gnadt. In dem Innenraum der Mensa fanden sich einige Knochenreste, eine Gewandspange (?) und kleine ornamentale Bauteile, jetzt im Lapidarium der Kirche. Am Empireaufsatz das Lffelholzsche Wappen. Bezglich der Gemlde siehe Thode, Die Malerschule von Nrnberg, S. 118 ff. Gebhardt, S. 145 ff. Der =Halleraltar= (Abb. 60, 61). Im Schiff am zweiten Pfeiler der nrdlichen Arkadenreihe. Es ist der in den Urkunden des Mittelalters genannte Erhardaltar und stand noch im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts am dritten Pfeiler derselben Reihe (siehe S. 132). Flgelaltar von etwa 1440-1450. Mittelbild und Innenseiten des beweglichen Flgelpaares: auf gemustertem Goldgrund Christus am Kreuz mit Maria und Johannes, links die hl. Barbara, rechts die hl. Katharina. Der holzgeschnitzte ornamentale obere Abschlu stammt aus der Zeit der letzten Wiederherstellung. Auf den Auenseiten des beweglichen Flgelpaares Christus am lberg mit den schlafenden Jngern, unten die Stifter mit den Wappen der Haller und Valzner und den Wappen der Haller, Koler und Seckendorf. Auf den feststehenden Flgeln zwei heilige Bischfe, bezeichnet als Erhard (links) und Gori (rechts), vielleicht jedoch Erasmus und Blasius. Vgl. Thode, Die Malerschule von Nrnberg, Frankfurt 1891; Gebhardt, a. a. O., S. 90 ff., hlt den Meister des Halleraltars fr einen Vorlufer des Meisters des Tucherschen Altars in der Frauenkirche. Auf dem Altar die minderwertigen holzgeschnitzten Statuetten einer Verkndigung, 1470-1480. Am zweiten sdlichen Chorpfeiler noch ein kleiner =Altarschrein= mit holzgeschnitzter Gruppe der heiligen Sippe. Auen die Verkndigung. Auf den Innenseiten der Flgel zur Darstellung des Mittelschreines gehrige Sippenbilder. Der Altar wurde bei der letzten Instandsetzung der Kirche durch Konservator Andreas Mayer in Augsburg wiederhergestellt. In den beiden Sakristeien sind noch die mittealterlichen =Mensen= vorhanden. * * * * * Die =Kanzel= am sdlichen Eckpfeiler von Ostchor und Mittelschiff. 1859 nach Krelings Entwurf von Bildhauer Lorenz Rotermundt im gotischen Stil ausgefhrt. Reiche Schnitzereien an Stiege, Korpus und Baldachin. Braun gebeizt, mit reicher Vergoldung der Ornamente. Auf dem Schalldeckel hohe, bis an das Gewlbe reichende Pyramide; an den fnf Seiten des im Grundri achtseitigen Kanzelmantels die Brustbilder Christi und von vier Aposteln. In einer Urkunde vom Jahre 1293 wird ein pulpitum erwhnt, das zwischen den westlichen Vierungspfeilern in der Lngsachse seinen Platz hatte und sich somit auf dem durch die Ostkrypta bedingten, bis an das Mittelschiff reichenden Hochchor befand. Vor ihm war der Johannesaltar angebracht. Von der gotischen Kanzel ist nichts bekannt. 1659 wurde im Zusammenhang mit der Barockausstattung der Kirche eine neue Kanzel errichtet, welche der Leipziger Brger Benedikt Winkler stiftete und der Schreiner Leonhard Ackermann und der Bildhauer Georg Schweigger ausfhrten. Von dieser Kanzel hat sich nur die Figur eines auferstandenen Christus erhalten, die ehemals ber dem Treppenaufgang angebracht war, auf dem Boden der Nrnberger Kniglichen Kunstgewerbeschule wieder aufgefunden wurde und jetzt in einer Nische des Lffelholzchors aufgestellt ist. 2. Plastik. =Einleitung.= Der in den vierziger Jahren des 13. Jahrhunderts vollendete sptromanische Bau der Kirche ist aufflligerweise, abgesehen von der ornamentalen Behandlung der Kapitle und einiger Konsolen, ohne plastischen Schmuck geblieben. Statuen und Reliefs werden nicht nur aus der Zeit der Erbauung, sondern auch aus der nachfolgenden Zeit bis zum beginnenden 14. Jahrhundert berall vermit. Nirgends eine Spur ehemaliger Befestigung figrlicher Darstellungen und nicht ein einziger Fund, welcher vom alten Bau herzurhren scheint. Die zum Zweck der Feststellung des ersten Grundrisses 1899 vorgenommenen Ausgrabungen waren nach dieser Hinsicht erfolglos. Eine zuverlssige Erklrung des sonderbaren Umstandes ist nicht mglich. Erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts, im engen Anschlu an die Erweiterungsbauten der beiden Seitenschiffe von St. Sebald, entfaltete sich in Nrnberg eine Bildhauerschule und zwar gleich mit emsiger Ttigkeit, denn eine Menge von Auftrgen wurden ihr zuteil. Zunchst waren die beiden Seitenschiffportale mit Bogenfeldern und das sdliche mit den Statuen Katharina und Petrus auszustatten, ferner einige Statuen an den Strebepfeilern des nrdlichen Seitenschiffes, die Figuren der Jungfrauen an der Brauttre und schlielich im Innern die Statuen der zwlf Apostel, des Kaisers Heinrich und der Kaiserin Kunigunde und einige andere Figuren anzubringen. Gewi ein weites Arbeitsfeld, welches der Schule Gelegenheit bot, ihr ganzes Knnen zu zeigen. Die wirtschaftlichen Verhltnisse der Stadt hatten sich ebenso wie die politischen sehr zu ihrem Vorteil gendert, und so hielten es die Patriziergeschlechter der Pfarrgemeinde fr eine Ehrenpflicht, zur reichen Ausstattung der Kirche ausgiebige Beitrge zu leisten. Was die Qualitt der Werke anlangt, so geht die grere Anzahl ber die Mittelmigkeit hinaus. Eine Arbeit, die Statue der hl. Katharina (Abb. 137, 138), ist zum Teil von hervorragender Schnheit. berhaupt ist ein Streben nach Formenschnheit charakteristisch fr die Gestaltung fast smtlicher Bildwerke. Gesichtszge, Haarlocken, Haltung, Draperie, alles will gefllig erscheinen. Mit jener hl. Katharina zeigt insbesondere ein Kopf am nrdlichen Querschiff, mglicherweise das Bildnis des Meisters, sowie das Wappen mit dem sogenannten Jungfrauenadler am gegenberliegenden Bestelmeyerschen Hause nahe Verwandtschaft. Die Arbeiten gehren stilistisch noch in die Epoche der Hochgotik und zeigen ebenso wie der Neubau der Seitenschiffe verwandtschaftliche Beziehungen zur Freiburger Schule. Die Lebensfhigkeit der ersten Nrnberger Bildhauerschule whrte etwa ein Menschenalter. Vom Ende der dreiiger Jahre an ging die Fhrung in der Plastik von St. Sebald auf die andere Pfarrkirche St. Lorenz ber, es folgten die Frauenkirche und der Schne Brunnen. An plastischen Arbeiten aus dieser Zeit hat die Kirche St. Sebald nur zwei, die Statuen der Heiligen Helena und Antonius im sdlichen Seitenschiff, aufzuweisen, welche mit den Figuren an der Vorhalle der Frauenkirche nahe verwandt erscheinen. Mit dem Neubau des Ostchores regte sich in der Plastik von St. Sebald wieder neues Leben. Nur war der Umfang der Auftrge diesmal verhltnismig gering. Es scheint, da die unmittelbar vorausgegangenen Bauten und insbesondere der Ostchorbau selbst an den Opfersinn der Brgerschaft zu hohe Anforderungen gestellt hatten. Und dann machte ein anderes frher in Nrnberg nicht gekanntes Kunstgebiet, das der Glasmalerei, welches zur Ausstattung der hohen Chorfenster Anla gab, der Plastik bedeutende Konkurrenz. So kam es, da von den zahlreichen zur Aufstellung von berlebensgroen Statuen geschaffenen Stellen an der Innenseite der Ostchorwand mit ihren originellen Konsolen und Baldachinen nur zwei mit Statuen, den Aposteln Petrus und Paulus, besetzt wurden, den einzigen bedeutenderen Vertretern der figrlichen Plastik dieser Schule. Dagegen fand jetzt das Relief mehr Ausbreitung dadurch, da auen an jedem Ostchorstrebepfeiler Tafeln mit Passionsdarstellungen angebracht werden sollten. Die neue Schule hat die ihr gestellten Aufgaben mit groem Geschick gelst. Sie hat es verstanden, einer derb-krftigen Art in der Charakteristik der einzelnen Gestalten beredten Ausdruck zu verleihen und die Begebenheiten durch klare Disposition anschaulich zu erzhlen, und steht damit in innerster Beziehung zur Nrnberger Bildhauerschule um die Wende des 15. Jahrhunderts, die sich ebenfalls hauptschlich auf dem Gebiete der Reliefkunst bettigt hat und diesen beiden Vorzgen mit ihren Weltruf verdankt. Zur Schule der Skulpturen am Ostchor zhlt auch das beraus eigenartige Gehuse des Wandtabernakels im Innern. Polychrom sind fast alle Schpfungen der ersten Schule: bei den Statuen im Innern auch Konsolen und Baldachine, selbst der Hintergrund ist zuweilen farbig behandelt; die Bogenfelder auen an den Seitenschiffportalen zeigen Spuren von Farbe und Gold. Bunt behandelt ist bei den Werken der zweiten Schule nur das Sakramentshuschen. Die Bildhauerschulen von St. Sebald in der Frhzeit und aus den siebziger Jahren des 14. Jahrhunderts reprsentieren die Hauptentwicklungsstufen der Steinplastik Nrnbergs whrend des ganzen Jahrhunderts, in dessen letzten Jahrzehnten nur noch die Tonplastik eine besondere Blte erlebt zu haben scheint. Von den Hervorbringungen dieser Kunst bietet der Ostchor von St. Sebald gleichfalls einige bemerkenswerte Proben. Es ist von Interesse zu beobachten, wie jene hauptschlichsten beiden Schulen, als Anfangs- und Endpunkt einer fortlaufenden Entwicklung, sich trotz aller hnlichkeit diametral entgegenstehen. Bei der ersten Schule muten eben eine Reihe von Anleihen bei einer anderen Schule gemacht werden, welche auf eine groe Vergangenheit zurckblicken konnte. Die Abhngigkeit der Nrnberger Schule uerte sich infolgedessen in der Aufnahme eines ihr fremden Elementes, welches sich nicht einleben wollte. Bei der zweiten Schule ist von fremdartigen Einflssen keine Spur mehr, die charakteristischen Eigenschaften der Nrnberger Bildhauerkunst bis Adam Kraft, vornehmlich drastische ausdrucksvolle Darstellung, sind hier bereits in die Erscheinung getreten. Als Arbeiten der Plastik des 15. Jahrhunderts hat die Kirche mehrere gefate Holzfiguren aufzuweisen, welche ursprnglich die Seitenaltre zierten und nach Beseitigung derselben auf die immer noch leeren Konsolen der Ostchorwand gestellt wurden, und dann eine stattliche Anzahl von Epitaphien, welche an der Auenseite in der Nhe der Begrbnissttten der Stifter eingelassen wurden. Den Hhepunkt in der Ausstattung des Baues mit Bildwerken bezeichnet das zu Ende gehende 15. und das beginnende 16. Jahrhundert, zu welcher Zeit von den ersten Meistern der Nrnberger Plastik Werke Aufnahme fanden, die an dem Ruhm der Kirche mindestens den gleichen Anteil haben wie der Bau selbst. Eine zusammenfassende Wrdigung dieser Werke unterbleibt hier, da dieselben nicht in Beziehung zur Geschichte des Baues stehen. Bei dem nun folgenden =Inventar der plastischen Werke=, das sich auf eine Aufzhlung und kurze Erluterung der einzelnen Skulpturen beschrnkt, werden zunchst die Arbeiten am ueren der Kirche und alsdann die im Innern derselben in fortlaufender Reihenfolge behandelt werden. A. Die Plastik am Auenbau. Am Mittelfenster des Westchors die berlebensgroe Erzstatue des =Christus am Kreuz= (Abb. 62). 1625 gegossen von Johann Wurzelbauer, dem Sohn des Meisters vom Tugendbrunnen. Ersatz fr das von den Gebrdern Johann und Georg Starck 1482 gestiftete hlzerne Kruzifix, welches zuerst an dem Schwibbogen zwischen Sebalder Pfarrhaus und Moritzkapelle hing und 1543 nach Abbruch des Bogens an den Westchor von St. Sebald verbracht wurde. Der Ersatz war wahrscheinlich infolge starker Verwitterung dieses Kreuzes notwendig. Unten am Kreuz befindet sich eine Messingtafel mit den Anfangsbuchstaben der Stifter: H S G S und eine zweite Messingtafel mit der Inschrift: Adspicite, o homines! miseranda in imagine Christum, Adspicite immiti trajectum pectora ferro, Pectora foedatasque manus perfusaque tabe Ora cruentatumque caput crinesque revulsos. Cernite liventes atro squalore lacertos, Cernite eheu! plenos lacrimarum fundite rivos! Monumentum hoc, quod prisca Starckiadum pietas dicavit per Johannem et Georgium Starckium, fratres, renovatum est MDCXXV. Bezglich der Sage von den Herrgottschwrzern siehe M. M. Mayer a. a. O., S. 7. [Illustration: Abb. 62. Erzkruzifix am Westchor.] =Epitaph der Ketzel= von 1453. Steinrelief an der Nordseite des Westchors. Oben bildliche Darstellung: Rettung der Seelen aus dem Fegefeuer. Darunter Inschrift: Anno domini Mccccxxxiii iar an sontag nach Maria geburt starb der erber elter Heinrich Ketzell, dem got genad. Darunter das Wappen der Ketzel und die Zeichen ihrer Wrde als Ritter des Heiligen Grabes (Kreuz von vier kleinen Kreuzen umgeben), als Ritter des Ordens von der Lilie oder vom Blumentopf des Ordens der Equitum ensiferorum Cypri (Schwert, von einem S umschlungen) und als Ritter der hl. Katharina auf dem Berge Sinai (das halbe Rad der hl. Katharina). Darunter die Inschrift: Dar nach starb sein sun Heinrich Ketzell am montag nach der heiligen drei kunig dag M cccc liii iar, dem got genad. Dieser Heinrich Ketzel war der erste aus seiner Familie, der zum Heiligen Grabe zog. =Epitaph der Pfinzing= von etwa 1480. Steinrelief an der Nordseite des Westchors. Rechts das Wappen Pfinzing-Kre, links Pfinzing-Lauffenholz, zwischen beiden die kleinen Wappen der Pfinzing und der von Plauen. ber den Wappen Inschrift, welche dahin noch entziffert werden kann, da ein Berthold Pfinzing 1357, ein anderer Berthold Pfinzing 1479, ferner ein Otto und ein Sebald Pfinzing sowie des letzteren Frau Elisabeth, geb. Mendel, hier begraben wurden. Stark verwittert. =Epitaph der Maurer= von etwa 1458. Steinrelief an der Nordseite des Westchors. Christus am Kreuz mit Maria und Johannes nebst den Stiftern. Darunter das Wappen der Maurer und folgende Inschrift: Von xps gepurt xiii^c und lviii iar an sant Ambrosius tag wart Herman Maurer vnd sein wirtin hie pegraben, des Sebolt Grabners anher. Anno domini xiiii^c lviii iar starb Sebolt Grabner. Kopie. Das Original im Lapidarium der Kirche. Vgl. Redslob in den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1907, S. 54 (doch mit unrichtiger Jahreszahl 1448). Am ersten Pfeiler des nrdlichen Seitenschiffes ein Steinrelief mit =Christus am Kreuz, Maria und Johannes=. Darber die Inschrift: Anno M cccclxjjj jar an sant Barbara tag verschied Burckhart Semler, dem got genedig sey. Mit den Wappen der Semler und Tetzel. Kopie. Original im Lapidarium. An demselben Pfeiler die lebensgroe Statue der hl. =Maria= mit dem Christuskind und die Statuette des hl. =Christophorus=, Kopien der Neuzeit. Ebenfalls Kopien sind die drei Konsolen mit den Baldachinen (eine Konsole war von jeher leer). 1330-1335. Originale der Figuren im Lapidarium. Am nrdlichen Seitenschiffe zwischen Turm und Portal das =Fuggersche Epitaph= von 1497. Steinrelief mit dem =Schutzmantelbild Mari=. Unter dem Mantel Mari die Familienglieder des Stifters. Darunter ein kreisrundes Medaillon mit dem Wappen der Fugger und der Inschrift: A. D. 1497 am sontag nach Bartholomei tag starb Peter Fugger von Augsburg, der hier begraben liegt, dem gott gndig sey. Amen. Siehe Edwin Redslob, a. a. O., S. 57. Links davon das Hallersche Epitaph. Steinrelief mit =Christus am Kreuz=, =Maria= und =Johannes=. Links das Wappen der Haller, rechts das der Paumgartner. Unten knieende Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Haller, Paumgartner und anderer Geschlechter. Um 1420. Stark verwittert. [Illustration: Abb. 63. Bogenfeld im Portal des nrdlichen Seitenschiffs mit Darstellungen aus dem Marienleben.] =Nordportal=, beziehungsweise nrdliches Eingangsportal des nrdlichen Seitenschiffes, die sogenannte Anschreibtre. Bogenfeld mit den Reliefdarstellungen des =Todes=, =Leichenbegngnisses= und der =Krnung Mari= (Abb. 63), durch eine Querleiste getrennt: unten die beiden erstgenannten, oben die letztgenannte Darstellung. Farbig gefat. Um 1310. Von derselben Werksttte wie das Bogenfeld des Sdportales. Von den =Kapitlen= der acht flankierenden Sulen an der Portalgewandung sind zwei ornamental bearbeitet. An den brigen befinden sich kleine menschliche Gestalten, meist in kniender und betender Stellung gegen das Bogenfeld gerichtet. Von der gleichen Hand, jedoch ohne Spuren farbiger Behandlung. [Illustration: Abb. 64. Statue der Eitelkeit der Welt am nrdl. Seitenschiff. Vorderseite.] [Illustration: Abb. 65. Statue der Eitelkeit der Welt am nrdlichen Seitenschiff. Rckseite.] Die zwei Figuren der =Verkndigung= zu beiden Seiten des Portales stammen aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Dagegen waren die ursprnglichen Konsolen und die Baldachine, jetzt durch Kopien ersetzt, aus der Zeit des Portales. Am nchsten Strebepfeiler die lebensgroe Statue eines Jnglings, die =Eitelkeit der Welt= darstellend (Abb. 64, 65). Der Rcken ist entblt und von Wrmern zerfressen; Krten und Schlangen kriechen daran. Die Figur wird von der Seite gesehen. Aus der Schule der Seitenschiffe. Konsole und Baldachin sind Kopien. Etwa 1310-1315. Die gleiche Vorstellung in einem Liede Walthers von der Vogelweide und dem greren Gedichte Der Welt Lohn von Konrad von Wrzburg ([gestorben] 1287). Unter den Werken der Plastik ist unsere Darstellung mit denen am Sdportal des Domes zu Worms nah verwandt und auch mit denen an den Mnsterkirchen zu Freiburg i. B., Straburg und Basel zu vergleichen. Zeitlich stellt sie die letztentstandene dieser Figuren dar (vgl. das Referat eines Vortrages ber diesen Gegenstand von K. Schaefer im Jahresbericht ber das 19. Vereinsjahr des Vereins fr Geschichte der Stadt Nrnberg, 1896, S. 9 ff.). [Illustration: Abb. 66. Eine der klugen Jungfrauen am Brautportal.] An der Mauer oberhalb des Kaffgesimses ein kleines =Kreuzigungsrelief=: Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes zu seinen beiden Seiten. Inschrift nicht mehr festzustellen. 14. Jahrhundert. Kopie. Das Original nicht mehr vorhanden. Am ersten Ostchorpfeiler neben der Brauttre ein Relief mit =Christus am Kreuz=, =Maria= und =Johannes=. Um 1320. Darunter auf einer Steinleiste =drei Wappen=: zwischen zwei Wappen der Stromer das Wappen der Haller. Kopie. An dem gleichen Pfeiler hoch ber diesem Kreuzigungsrelief der S. 42 erwhnte =Kopf= (Meisterkopf?). Die =Brauttre= oder Ehetr. In den Leibungen des Portales und unmittelbar neben demselben auf Sockeln und Konsolen die halblebensgroen =Figuren der fnf klugen= (links) =und der fnf trichten Jungfrauen= (rechts) (Abb. 66) mit Spuren alter Bemalung. Die letzte der linksstehenden Figuren stammt aus der Neuzeit. Die Statuen gehren der Schule des Meisters vom sdlichen Portal an, ebenso die Tierfiguren an den vier Konsolen. Es zeigt sich noch die Feinheit und der weiche Flu in der Gewandbehandlung, dagegen bereits Eintnigkeit in Haltung und Kpfen. Mit Konsolen und Baldachinen aus der Zeit des Portales, etwa 1315 bis etwa 1320. Derselben Zeit gehren an zu beiden Seiten des Trbogens die halblebensgroen Figuren des Adam und der Eva, die ersten nackten Gestalten in der Nrnberger statuarischen Plastik, mit den Wappen der Muffel und Vorchtel und am Scheitel des Bogens das Brustbild des segnenden =Christus=. In den Zwickelfeldern =Prophetengestalten= in Relief. Erst gegen Ende der vierziger Jahre des 14. Jahrhunderts wurde die Brauttre durch ein zwischen die beiden Strebepfeiler eingespanntes =Mawerk= zu einer Portalhalle umgestaltet. [Illustration: Abb. 67. Geielung Christi. Stationsrelief am Ostchor.] [Illustration: Abb. 68. Kreuztragung. Stationsrelief am Ostchor.] Die Hauptteile desselben bilden ein Spitzbogen und ein demselben eingefgter Halbkreisbogen, die ueren Zwickel des Spitzbogens sind rechteckig eingerahmt. Die leeren Flchen sind mit zierlichen, durchbrochen gearbeiteten Ornamenten ausgefllt und der Halbkreisbogen unten mit einem ebenfalls zierlichen, durchbrochen gearbeiteten Bogenfries besetzt. Das Gesims des Spitzbogens ist mit Krabben besetzt. Weibliche Figuren tragen die Konsolen, auf welchen das Ganze zu ruhen scheint. Zu beiden Seiten des Mawerks zwei dreiviertellebensgroe Figuren, neue Kopien von Statuen aus der Zeit um 1430: links die hl. =Maria= mit dem Christuskind, unten das Wappen der Topler, rechts der hl. =Sebald= mit dem Wappen der Schnden. Die Originale befinden sich im Innern der Kirche. An der Westwand der groen Sakristei die berlebensgroe Statue eines =Christus mit den Wundmalen=. Christus hlt mit der Linken die Mantelenden und weist mit der Rechten auf die Seitenwunde. An der Konsole halten zwei menschliche Gestalten das Wappenschild der Rieter. Mit Konsole und Baldachin aus der Zeit um 1400. Die Figur ist eine Kopie; das Original befindet sich in der Kirche. An der Nordseite der Sakristei Darstellung der =Gregoriusmesse=, daneben ein Relief der =Verkndigung Mari= mit dem Helmschmuck der Muffel. Beide Reliefs, von denen das erstere heute durch eine Kopie ersetzt ist (Original im Lapidarium), befanden sich bis zur letzten Wiederherstellung der Kirche in der Nhe des Treppentrmchens am nrdlichen Turm. [Illustration: Abb. 69. Passionsszenen von Adam Kraft. Schreyersches Begrbnis am Ostchor.] Links von der Brauttre um die ganze Sakristei herum die meisten der sogenannten =Wetzrillen=, ber deren Bedeutung sich die Wissenschaft bisher nicht klar ist. Sie finden sich auch sonst an der Kirche, namentlich an den Portalen.[VIII] [VIII] ber die Wetzrillen an der Sebalduskirche vgl. Otto Schulz in der Denkmalspflege. III (1901), S. 651. An den Pfeilern des Ostchores von der nrdlichen bis zur sdlichen Sakristei zehn Reliefdarstellungen aus der =Passion=. Die Enstehungszeit fllt zusammen mit der Erbauungszeit des Chores, demnach in die Jahre 1372-1379. Die Reliefs sind -- bis auf eines -- aus gleicher Schule, aber nicht von gleicher Hand. Rechteckiges Format und gleiche Gre. Jedes Relief hat einen anderen Patrizier zum Stifter, wie die beigefgten Wappen erkennen lassen. Die Darstellungen sind: 1. Einzug in Jerusalem (Kopie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts). -- Wappen der Welser. 2. Abendmahl. Kopie. -- Wappen der Groland. 3. lberg. -- Wappen der Geuder. Vom Anfang des 15. Jahrhunderts. 4. Gefangennahme. -- Wappen der Pfinzing. 5. Christus vor Pilatus. -- Wappen der Geuschmid. 6. Geielung (Abb. 67). -- Wappen der Beheim. 7. Dornenkrnung. -- Wappen der Sachs. 8. Kreuztragung (Abb. 68). -- Wappen der Grundherr. 9. Christus am Kreuz. -- Wappen der Behaim. 10. Auferstehung. -- Unbekanntes Wappen. Am Ostchor zwischen den beiden Pfeilern mit dem Pfinzingschen und dem Geuschmidschen Passionsrelief das =Schreyersche Grabmal= (Abb. 69). Steinrelief von Adam Kraft, vollendet 1492. Das Relief ist dem Raum zwischen den zwei Strebepfeilern angepat, so da sich das grere Mittelstck an die Wand und die beiden kleineren Seitenflgel an die Pfeiler anlehnen. Es fllt die Mauerflche vom Sockel bis zum Gesims der Fensterbank und mit in der Hhe ber 250 m, in der Lnge beinahe 6 m. In der Mitte vor dem Relief eine eiserne, durchbrochen gearbeitete Laterne als Ewiglichtlampe mit der Jahrzahl 1492. Eine neue kassettierte Holzdecke mit Kupferbedachung schtzt das Ganze vor den Unbilden der Witterung, ein eisernes Gitter schliet nach auen ab. Von den Baldachinen, die zu beiden Seiten den Abschlu des Grabmales bilden, ist derjenige rechts erneuert. Original im Lapidarium. [Illustration: Abb. 70. Konsole mit Mnchen an einem sdlichen Pfeiler des Ostchors.] Das Relief enthlt vier Darstellungen aus der Passion: auf dem rechten Flgel die Kreuztragung, auf der rechten Hlfte des Mittelteiles die Heimkehr des Volkes vom Richtplatz, auf der linken Hlfte die Grablegung und auf dem linken Flgel die Auferstehung. Die einzelnen Szenen sind nicht streng und auch nicht uerlich voneinander geschieden, sie gehen mittels eines reichen landschaftlichen Hintergrundes unter Anwendung der Perspektive ineinander ber. Die Landschaft steigt fast bis an den oberen Rand empor. Die Hauptfiguren sind dreiviertellebensgro. Im Vordergrund unten sind die Familien der Stifter in verkleinertem Mastab mit ihren Wappen abgebildet; die Wappen sind links Schreyer-Kammermeister, Schreyer-Link, Schreyer, Schreyer-Oertel, Schreyer-Landauer, Schreyer-Marstall, Eyb, Fuchs, Schreyer und Kammermeister, rechts Landauer-Rothenhahn, Landauer, ..?.., Schlsselfelder-Landauer, Starck-Landauer, Landauer, wiederum Landauer und Rothenhahn. Das ganze Relief zeigt Spuren von Bemalung. Am 11. September 1490 schlo Adam Kraft mit dem Kirchenmeister Sebald Schreyer und dessen Neffen Matthus Landauer in Gegenwart zweier Zeugen behufs bernahme und Ausfhrung der Bildhauerarbeit einen detaillierten Vertrag ab. Siehe Neudrfer, Nachrichten, herausgegeben von Lochner, 1875, S. 16 ff. und A. Gmbel im Repertorium fr Kunstwissenschaft. XXV (1902), S. 360 ff. Es wurde unter anderem die Bestimmung getroffen, da nur ein guter, ganzer und unwetteressiger Stein, bei Vach (1 Stunde nrdlich von Frth) oder anderswo gebrochen, zur Verwendung gelangen und da die Kosten fr die Ausfhrung 160 fl. nicht bersteigen solllen. Als Zehrgeld whrend der Arbeit wurden 50 bis 60 fl. ausgemacht. Am 7. Mai 1492 war das Werk vollendet. [Illustration: Abb. 71. Darstellung des Jngsten Gerichtes. Schedelsches Relief ber der Schautre.] Das Kraftsche Relief ist von eminent malerisch-dramatischer Wirkung, die figurenreichste und umfassendste Komposition Krafts (vgl. Lbke, Geschichte der Plastik. 1880, II, 722). Nach Lochner htte Kraft nach einem Gemlde gearbeitet, mglicherweise nach einem Gemlde Wolgemuts, des Freundes von Sebald Schreyer. Die Behauptung scheint der Wahrheit zu entsprechen, da die Kraftschen Schpfungen sonst nicht in solchem Mae auf malerische Wirkung berechnet sind. Allein der Entwurf fr die Komposition selbst scheint Krafts geistiges Eigentum zu sein. In der Ausfhrung ist den Schlern mitunter manches berlassen worden. Ausfhrliches bei Daun, Adam Kraft und die Knstler seiner Zeit. Berlin 1897, S. 19 bis 27 und 64. [Illustration: Abb. 72. Grabrelief der Holzschuher am sdlichen Seitenschiff (Kopie aus der Barockzeit).] Schon vor 1453 hatten die miteinander verwandten und befreundeten Familien Schreyer und Landauer ihr Begrbnis an der Stelle des Kraftschen Denkmals. Unten ber dem Grabgewlbe liegen noch zwei Grabsteine: links der Grabstein des Hans Schreyer ([gestorben] 1437) mit seinem und den Wappen der Eyb und Fuchs, rechts ein Grabstein mit dem Wappen der Landauer. Fr das von Sebald Schreyer gestiftete Ewige Licht und fr das Sakramentshuschen wurde 1493 ein Abla gewhrt. 1508 wurde der Abla besttigt. An den Strebepfeilern des Ostchores waren zwei bereinander liegende Reihen von =Konsolen und Postamenten= zur Aufnahme zahlreicher Figuren bestimmt, von denen jedoch nur wenige zur Ausfhrung gekommen sind. Der oberen Reihe gehren zwei =Prophetenfiguren= an, die sich in sehr vergittertem Zustande an einem Strebepfeiler der Nordseite vorfanden und von denen die eine sich jetzt im Germanischen Museum, die andere im Lapidarium der Kirche befindet. Die untere Reihe von Konsolen ist mit allerlei satirischen und anderen Profandarstellungen, auch naturwahren Tiergestalten usw. in trefflicher Ausfhrung geschmckt (Abb. 70). Ein Teil derselben ist erneuert (Originale im Lapidarium). Dieser unteren Reihe gehrt am siebenten Pfeiler des Ostchores, d. h. an dem Pfeiler, an welchem unten das Relief der Dornenkrnung angebracht ist, oberhalb des Kaffgesimses auf einem Sockel die lebensgroe Statue des hl. =Sebald= an sowie am folgenden Pfeiler die der hl. =Maria=, beide aus der gleichen Zeit wie die Passionsdarstellungen. Die Figuren sind durch besonders reich gebildete Baldachine hervorgehoben; ihre Hintergrnde zeigen deutliche Spuren alter Bemalung, von der sich noch Engelsgestalten erkennen lassen. Ein Sockelstck auf dem Fenstergesims zwischen diesen beiden Figuren lt darauf schlieen, da sie ehemals mit einer Mittelfigur zu einer wirkungsvollen, durch reichen Farbenschmuck ausgezeichneten Gruppe verreinigt waren. Die neueste Wiederherstellung der Kirche hat die meisten der leergebliebenen Postamente mit Propheten, Aposteln und anderen Heiligengestalten belebt (siehe das Kapitel ber die jngste Restauration S. 90). ber der Schautre das eingerahmte Steinrelief des =Jngsten Gerichtes= (Abb. 71). Die Komposition zerfllt in eine obere und untere Hlfte. Oben thront in der Mitte Christus, zu beiden Seiten sitzen in einem Bogen auf Wolken die zwlf Apostel. Die ausgesparten Zwickel ber denselben fllen vier schwebende Engel aus, die ursprnglich mit Posaunen ausgerstet waren. Zu Fen Christi knien die frbittenden Maria und Johannes, in die untere Hlfte der Komposition reichend. Diese wird durch eine Inschrifttafel in eine linke und rechte Hlfte zerlegt: hier werden die Auferstandenen von einem Engel in die Himmelspforte, welche Petrus htet, geleitet, dort von einem Ungeheuer in den Hllenrachen befrdert. ber der Inschrifttafel zwischen Maria und Johannes erheben sich die Toten. Links und rechts von der Tafel der betende Donator und das Wappen seiner Familie, nmlich das der Schedel. Die Inschrift lautet: Anno domini MCCCCLXXXV die quarta mensis Decembris obiit peritissimvs artivm et medicine doctor Hermannvs Schedel, physicvs Norinbergensis, qui cvm sva familia hic in pace qviescit. Die Gedenktafel ist jedenfalls eine Stiftung des Hartmann Schedel, des berhmten Herausgebers der nach ihm benannten 1493 erschienenen Weltchronik, zu Ehren seines Sohnes. Die Entstehung drfte in die nchsten Jahre nach 1485 fallen. Auf einem der Grabsteine befindet sich ein Steinmetzzeichen. Die Komposition ist noch ganz mittelalterlich. Die profilierte Umrahmung ist erneuert (vgl. Redslob a. a. O. S. 58 ff.). Nach M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus (1831), S. 15, befand sich frher rechts von diesem Relief eine weitere =Gedenktafel der Familie Schedel=, nmlich ein eingerahmtes Holztafelgemlde mit der =Geburt Christi=, darber in drei Abteilungen die Inschrift: Hartmannus Schedel, artium ac utriusque medicine doctor, obiit anno domini m. d. xiiii die xxviiii mensis Nouembris. Magdalena Schedlin, filia Antony Haller, obiit Anno domini m. d. v. die xiiii mensis Julii. Anne Schedlin, filia Alberti Heugeli, obiit anno domini M. cccc xi mensis Septe[mb]ris. Das schon zu Mayers Zeit sehr verwaschene Bild war 1888 nicht mehr vorhanden; der Rahmen befindet sich im Lapidarium. [Illustration: Abb. 73. Bogenfeld im Portal des sdlichen Seitenschiffes.] An der Kapelle neben der sdlichen Sakristei =Kruzifixus zwischen Maria und Johannes=. Rundfiguren des 14. Jahrhunderts. An der Konsole des Johannes das Wappen der Groland, unter der Maria das Wappen der Zollner. Kopien. Die Originale der Maria und des Johannes befinden sich in der Kirche. An dem nun folgenden =Dreiknigsportal= die Rundfiguren der heiligen drei Knige und der Maria mit dem Kinde auf Konsolen. An letzteren die Wappen der Holzschuher, Muffel und Frey (?). Die Figuren stammen aus der Zeit des Portales. Die Tympanonfllung wird durch die Rckseite des holzgeschnitzten und polychrom behandelten Ebnerschen Reliefs gebildet, das bei der Beschreibung der Denkmler des Innern nher behandelt wird. Es ist nicht unwahrscheinlich, da das Relief, um es vor den Unbilden der Witterung zu schtzen, umgekehrt worden ist, frher indessen einen Schmuck des ueren Portals, das in gleicher Weise polychrom behandelt ist, bildete. [Illustration: Abb. 74. Grabrelief der Pmer am sdlichen Treppenturme.] Links vom Dreiknigsportal ein =Ecce homo= mit dem Wappen der Geuschmid. Zu beiden Seiten des Portals zwei =Bischfe=. Kopien. Die Originale in der Kirche. Am ersten Fenster des Seitenschiffes Doppelrelief: oben =Krnung Mari=, unten der =unglubige Thomas=. Das obere Relief ist alt, das untere Kopie (Original im Lapidarium). An der anderen Seite des Fensters ein =Epitaph= der =Holzschuher=, ursprnglich vielleicht aus der Zeit um 1430. Steinrelief mit dem thronenden Gott Vater, den Gekreuzigten haltend, in der Mitte, mit den hl. Johannes dem Tufer, Sebald und Paulus auf der linken und Petrus, Thomas und Christophorus auf der rechten Seite; vor den Heiligen die Stifter mit den Wappen der Holzschuher und Pmer links und den Wappen der Holzschuher und Pfinzing rechts; auf dem steinernen Tragbalken des Reliefs die Wappen der Holzschuher und Kre, Holzschuher und Hummel, Holzschuher und Groland und Holzschuher und Haller. Offenbar Kopie der Barockzeit (Abb. 72). An der Wand des nchsten Joches Relief der =Auferweckung des Lazarus=, durch zwei Sulen dreigeteilt. Nach M. M. Mayer, a. a. O., S. 17, trug der obere, spter in Verlust geratene Teil die Jahreszahl 1520 und das Wappen der Pmer. Kopie, deren oberer Teil frei ergnzt wurde; Original des unteren Teiles im Lapidarium (Abb. 140). Vermutlich ein Werk des Veit Sto. An der Stirnseite des nchsten Strebepfeilers ein kleines Relief: =Christus am lberg=. Kopie. ber die lbergreliefs an St. Sebald und die daran erkennbare Stilentwicklung handelt im Zusammenhang E. Redslob in den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum 1907, S. 14 ff. Das von M. M. Mayer S. 17 erwhnte schon damals fast ganz verwitterte Relief mit dem hl. Sebaldus und zwei anderen Heiligen ist der Zeit zum Opfer gefallen. [Illustration: Abb. 75. Grabrelief der Haller am sdlichen Turm.] =Sdportal=, beziehungsweise das sdliche Eingangsportal des sdlichen Seitenschiffes: Bogenfeld mit der Reliefdarstellung des =Jngsten Gerichtes= (Abb. 73). Aus der mit der Erweiterung der Seitenschiffe begrndeten Bildhauerschule. Um 1310. Der Darstellung liegt die in der gotischen Zeit bliche Komposition zugrunde, sie unterscheidet sich jedoch von den brigen Darstellungen des 14. Jahrhunderts noch durch den Mangel einer sichtlichen Hervorhebung der Horizontalteilung sowie durch das Vorhandensein des Erzengels Michael als einer stehenden Figur. Das Relief zeigt ebenso wie die sulenartige Profilierung der Leibungen Reste alter Bemalung. Bei dem fr die Komposition zur Verfgung stehenden engen Raum konnten die sonst nirgends fehlenden =Engel mit den Leidenswerkzeugen= nicht untergebracht werden oder wurden vergessen. Sie erhielten nachtrglich in Gestalt von Statuetten ihren Platz zu beiden Seiten in der Bogenleibung auf dem Gesims der Kapitle. Auerdem steht noch links auf demselben Gesims die Figur des =Abraham mit den Seligen im Scho=. Dem Bildhauer schwebte wahrscheinlich die Komposition des Nordportales am Bamberger Dom, der sogenannten Frstenpforte, vor Augen. Seitlich des Portales die nahezu lebensgroen Statuen der hl. =Katharina= (Abb. 137) und des hl. =Petrus=. Beide stammen aus derselben Schule wie die brigen Figuren und das Relief des Portales. Die Statue der hl. Katharina erinnert in ihrem Kostm und mehr noch in ihrer vornehmen Haltung und in der Behandlung der Draperie an die Statuen des 13. Jahrhunderts. Der Kopf der Statue (Abb. 138) mu ein Meisterwerk des 14. Jahrhunderts genannt werden. Der Schpfer dieser Leistung war vielleicht der Begrnder der ersten Bildhauerschule von St. Sebald. Kopien. Die Originale in der Kirche. Konsolen und Baldachine gehren der gleichen Zeit an, die figrlichen Darstellungen an den =Kapitlen= der Portalleibungen der gleichen Schule. Am Treppentrmchen des sdlichen Turmes ein Hochrelief mit zwei Darstellungen, oben: =Christus am lberg= (vgl. Redslob, a. a. O., S. 15 ff. und daselbst Tafel I), unten: =Christus als Schmerzensmann=, zu beiden Seiten knien fnf Familienglieder des Stifters, unter diesen sechs Pmersche Allianzwappen (Abb. 74). Die ganze Tafel, die Spuren alter Polychromie zeigt und leider stark verwittert ist, ist von einem krftig profilierten steinernen Rahmen eingefat. Pmersche Stiftung vom Jahre 1396. [Illustration: Abb. 76. Trklopfer vom Brauttor.] Darunter die Inschrift: Heinrich Pmer der erste alhier starb an St. Anna tag anno domini m ccc xxxj. Konrat Pmer starb an dem nehsten tag nach Kunigundis in der fasten anno domini m ccc lxj. Friedereich Pmer starb an der eilf tavsent meyd obent anno domini m ccc lxxvjj. Fraw Elspet Jorg Pmerin, her Gotfrid Schoppers tochter, starb am pfinztag nach Kungundis in der fasten anno domini m ccc lxxxxjjj. Ferner die Inschrift: Steffan Pmer starb am fritag vor Martini anno domini m ccc lxxxxv. Jorg Pemer starb am pfinstag nach obersten im ccc lxvj iar. Nach Mayer, a. a. O., S. 18, sollen Tafel und Inschriften 1797 restauriert worden sein. Die jetzigen Inschriften sind Kopien. Daneben eine eingerahmte Tafel mit vier Wappenpaaren bereinander. Links vier Wappen der =Pmer=, rechts von oben nach unten die Wappen der Rummel, Haller, Schmittmaier-Imhoff und Zollner. Um 1400. Unter dieser Tafel das Wappenschild der Pmer-Eisvogel. Um 1400. Am sdlichen Turm eine Tafel mit zwei Reliefdarstellungen in einem mit Rosetten besetzten Rahmen. Die Tafel wird von einem Zinnenkranz bekrnt (Abb. 75). Oben: =Christus am lberg=, dabei die knienden Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Ftterer und Haller. Unten: Die =Dreifaltigkeit= mit den Heiligen Philipp und Simon, dabei die knienden Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Ftterer, Haller und Derrer auf der linken und den Wappen der Eglofstein und Grundherr auf der rechten Seite. Stiftung der Ftterer, und zwar von zwei verschiedenen Familien dieses Geschlechts. Um 1430. Im Bogenfeld des sdlichen Turmportales das Steinrelief der =Kreuzauffindung= und Kreuzprobe der =Kaiserin Helena=. Die Heilige steht in der Mitte der beiden figurenreichen Szenen. Rechts wird das gefundene Kreuz weggetragen, links wird durch das Kreuz eine totkranke Frau geheilt. Unten knien rechts und links die Stifter mit ihren Familien; von den Wappen derselben sind noch die der Gro und Oertel zu erkennen. Vorzgliche Arbeit um 1510. Am sdlichen Turm neben dem Portal die berlebensgroe Statue des hl. =Christophorus=. Der Mrtyrer, ein Riese von Gestalt, trgt gesenkten Hauptes auf den Schultern das Christuskind, welches sich am Kopfe des Heiligen und an dessen baumhnlichen Wanderstab festhlt, und schreitet langsam durch das Wasser. An der Konsole halten zwei Engel das Schlsselfeldersche Wappen; dabei die Inschrift: Heinrich Schlsselfelder anno domini M CCCC Xlii. Das Werk pflegt man vermutungsweise dem Bildhauer Hans Decker, der 1449 in den Nrnberger Brgerbchern erscheint, zuzuschreiben. Es zeigt frh entwickelten Naturalismus. Ein mit Kupfer gedecktes Dach schtzt die Statue vor den Unbilden der Witterung. An der Sdwestecke des sdlichen Turmes in der Hhe der Glockenstube ein ziemlich roher, etwa lebensgroer =Kruzifixus= aus der Zeit um 1400. Am Lffelholzchor ein kleines =lbergrelief=. 14. Jahrhundert. Auer dieser Steinplastik wre am ueren der Kirche noch einiger bronzener =Trklopfer= Erwhnung zu tun, dreier prchtiger, den Ring haltender Lwenkpfe des romanischen Stils an der Brauttre (Abb. 76), der Tre des Dreiknigsportales und der des sdlichen Seitenschiffes, eines Trklopfers der Sptrenaissance mit stilisiertem Frauenkopf an der Tr des nrdlichen Seitenschiffes. [Illustration: Abb. 77. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff.] [Illustration: Abb. 78. Statue des Apostels Philippus im Mittelschiff.] [Illustration: Abb. 79. Statue des Apostels Petrus im Mittelschiff.] [Illustration: Abb. 80. Statue des Apostels Simon im Mittelschiff.] B. Die Plastik im Inneren. 1. Die Plastik der Westhlfte. Die =Apostelstatuen im Mittelschiff= (Abb. 77 bis 81). Dieselben sind Auslufer der mit dem Umbau der Seitenschiffe begrndeten Bildhauerschule und zeigen teils noch die Vorteile derselben durch glckliche bersetzung der charakteristischen Merkmale ins Monumentale, teils auch schon deutlich den Verfall der Schule. Sie gehren der Zeit von etwa 1315 bis 1335 an. Bei der gegenwrtigen Restaurierung wurden sie smtlich von der dicken Tnchkruste, mit der eine frhere Zeit nicht nur die Wnde der Kirche, sondern auch die Statuen berzogen hatte, befreit. Die alte Polychromierung mit reicher Verwendung von Gold und auch die teppichhnlichen Hintergrnde kamen hierbei wieder zum Vorschein und wurden von kundiger Hand renoviert. Die Konsolen, welche die Wappen der Nrnberger Familien Ebner, Schreyer, Tucher, Kre, Muffel, Knebel, Baumgartner, Neumarkter, Rieter tragen, haben die Gestalt von Kapitlen teils in schlichter Profilierung, teils mit reicher Ornamentik. Nur bei einer Konsole an der sdlichen Pfeilerreihe findet sich figrlicher Schmuck: zwei zierliche Engelsfiguren flankieren einen mit Draperie umrahmten weiblichen Kopf. An einem der Pfeiler des Mittelschiffes anstatt einer Apostelfigur die Statue =Johannes des Tufers= aus der gleichen Werksttte wie die Apostel. Ebenfalls als Auslufer der gleichen Schule sind zu betrachten die beiden Statuen der heilige =Kaiser Heinrich= und =Kaiserin Kunigunde= (Abb. 82, 83) im nrdlichen Seitenschiff. Um 1330; mit den Wappen der Stromer aus der ersten Hlfte des 15. Jahrhunderts. Das Zepter der Kaiserfigur ist neu. Desgleichen gehrt dieser Schule die Statue des hl. Bischofs =Erhard= an einem Pfeiler der nrdlichen Reihe an (Abb 84) (vgl. S. 132). Um 1335. Hierher sind auch zu zhlen als letzte und weniger gute Vertreter dieser Schule vier Statuen im Ostchor an der Nordwand desselben, nmlich ein hl. Bischof, ein Jacobus d. . (spter abgendert in Sebald) und ein Apostel (siehe S. 157-159). [Illustration: Abb. 81. Statue des Apostels Bartholomus im Mittelschiff.] [Illustration: Abb. 82. Statue der hl. Kunigunde im nrdlichen Seitenschiff.] Nicht in die Schule der Seitenschiffportale gehrt die berlebensgroe Statue eines =Christus= mit den =Wundmalen= am ersten nrdlichen Pfeiler des Mittelschiffes. Die Behandlung des Nackten ist ziemlich flach, die der Draperie dagegen erinnert in ihrer Vornehmheit an die klassizistische Richtung der romanischen Epoche. Mit Konsole und Baldachin aus der Zeit um 1335. An der Konsole das Wappenschild der Holzschuher. =Christus als Schmerzensmann.= berlebensgroe Steinfigur mit Konsole und Baldachin. Im nrdlichen Seitenschiff am ersten Pfeiler. Nachbildung des vorigen aus der Zeit um 1380. Mit dem Wappen der Pmer. =Christus als Schmerzensmann.= Halblebensgroe Steinfigur, frher am westlichen Pfeiler der sdlichen Reihe, jetzt an der Nordwand des Lffelholzchores, aus der Zeit um 1400. Ohne Sockel und Baldachin. Mit dem Wappen der Ebner. Die hl. =Helena= (Abb. 85). Lebensgroe Steinfigur im sdlichen Seitenschiff am ersten Pfeiler. Mit Baldachin aus der Zeit um 1350. Konsole mit dem Wappenschild der Ebner, welches zwei Knappen halten, aus der Zeit um 1320. Ebenda =Maria mit dem Kinde=, durch Krone und Zepter als Himmelsknigin charakterisiert. Lebensgroe Steinfigur aus dem 14. Jahrhundert. Das Zepter ist neu. Daneben die ebenfalls steinerne Statue der hl. =Katharina=, in der Gesamtkomposition der frher erwhnten hnlich, doch roher und von lterem Typus. 14. Jahrhundert. Der hl. =Antonius=. Dreiviertellebensgroe Steinfigur im sdlichen Seitenschiff am Turmpfeiler, aus der Zeit um 1350. Baldachin fehlt. Konsole mit dem Wappenschild der Ebner, gehalten von zwei Knappen, aus der Zeit um 1320. An dem letzten nrdlichen Pfeiler des Mittelschiffes (zugleich ehemaliger Vierungspfeiler) gegenber der Kanzel die Statue des hl. =Sebald= aus der Zeit um 1390 (Abb. 86). Sebald fat mit der Rechten den Pilgerstab und hlt mit der Linken das Modell eines gotischen, aus zwei Stockwerken bestehenden Chores. Stein in farbiger Fassung. Mit Konsole und Baldachin aus Stein. Die Konsole wird von einem Engel gebildet, welcher die auf einem Wappenschilde vereinigten, mit der Legende des Heiligen verknpften Wappen von Dnemark und Frankreich samt den Wappen der Mendel, Volckamer und Haller trgt. [Illustration: Abb. 83. Statue des hl. Kaisers Heinrich im nrdl. Seitenschiff.] [Illustration: Abb. 84. Statue des hl. Erhard im Mittelschiff.] [Illustration: Abb. 85. Statue der hl. Helena im sdlichen Seitenschiff.] [Illustration: Abb. 86. Statue des hl. Sebaldus im Mittelschiff.] [Illustration: Abb. 87. Kreuzschleppung von Adam Kraft.] Am zweiten sdlichen Pfeiler des Mittelschiffes ein Steinrelief mit der =Kreuztragung von Adam Kraft= (Abb. 87) aus dem Jahre 1496.[IX] Das Relief war frher an der Stadtgrabenmauer am Steig beim Zeug- oder Kornhaus eingemauert und wurde nach Auflassung des Grabens zu Beginn des 19. Jahrhunderts in die Kirche St. Sebald verbracht, wo es an der bezeichneten Stelle als Altaraufsatz dient. [IX] Das bei Daun, Adam Kraft und die Knstler seiner Zeit, Berlin 1897, S. 79, erwhnte Entstehungsjahr 1506 findet sich nirgends belegt. Nach 1500 knnte das Relief auch stilistich gar nicht mehr entstanden sein. Es ist mit den Stationen und namentlich, was den Hintergrund anlangt, zu nahe mit dem Schreyerschen Grabmal verwandt, als da es zeitlich so weit von denselben abgerckt werden drfte. Auch nach der kostmlichen Seite gehrt die Darstellung in die neunziger Jahre des 15. Jahrhunderts. Es ist somit kein Grund vorhanden, an der Richtigkeit der berlieferten Jahrzahl 1496 zu zweifeln. Komposition wie Ausfhrung erinnern stark an die Kraftschen Stationen in der Burgschmietgasse und an das Schreyersche Grabmal am Ostchor der Kirche. Der obere Teil des Rahmens ist ornamental behandelt. Hhe 230, Breite 110 m. In der Mitte des Westchores ein eherner =Taufkessel= (Abb. 88), etwa um 1410 entstanden. Um den Hals sowohl wie um den Kessel laufen in Reliefs Arkadenbgen, dort 12, hier 21, mit ebensovielen Figuren: Christus am Kreuz, Maria, Johannes, Apostel, Propheten und andere Heilige. Die brigen Teile sind durch Ringe mehrfach profiliert und mit Weinranken verziert. Vor dem Hals stehen auf Postamenten, welche mit dem Fu des Kessels organisch verbunden sind, in gleichen Zwischenrumen vier mnnliche Figuren, mit ihrem Huptern gleichsam den Kessel sttzend, von denen drei aus einer und derselben Guform gegossen zu sein scheinen. Der Innenraum des Halses, der an der Nordseite mit einer Tr versehen ist, war fr Heizung eingerichtet, um das fr die Taufe bestimmte Wasser an Ort und Stelle wrmen zu knnen. [Illustration: Abb. 88. Eherner Taufkessel im Lffelholzchor.] Der Taufkessel hatte dadurch historische Berhmtheit erlangt, da in ihm am 11. April 1361 der nachmalige Knig Wenzel getauft worden sein und das Taufwasser besudelt haben soll. Dabei kursierte die andere Erzhlung, da man beim Wrmen des Taufwassers im Pfarrhof bei St. Sebald mit dem Feuer unvorsichtig umging, so da der Pfarrhof abbrannte. Da der Pfarrhof 1361 abbrannte, ist urkundlich nachweisbar. Beruht auch jene erste Anekdote auf Wahrheit, so hat es sich damals um den jetzt nicht mehr vorhandenen =Taufstein= gehandelt, womit dann auch bereinstimmt, da das Wasser im Pfarrhof vorgewrmt wurde. Der Taufkessel verdient weniger wegen der Ausfhrung des einzelnen als vielmehr wegen seiner originellen Gesamterscheinung Beachtung. Er ist das lteste bekannte Denkmal Nrnberger Giekunst. Sein ursprnglicher Standort war wie der seines aus Stein gefertigten Vorgngers im Schiff der Kirche. 1572 wurde der Kessel gereinigt und unter den Fu eine Steinplatte gelegt. Der einfach profilierte Holzdeckel stammt aus der Zeit der Sptrenaissance. Im stlichen Joch des sdlichen Seitenschiffes in einer Nische die Bste des Pfarrers an St. Sebald Friedrich Michahelles ([gestorben] 1903), von Fritz Zadow in griechischem Marmor ausgefhrt. 2. Die Plastik im Ostchor. Es folgt zunchst die Beschreibung der Statuen an der Ostchorwand, und zwar derjenigen neben den Fenstern auf den vom Chorbau herrhrenden Konsolen in fortlaufender Reihe von der Brauttre an. [Illustration: Abb. 89. Der Apostel Andreas. Holzstatue von Veit Sto.] Rechts ber der nrdlichen Sakristeitre der Apostel =Jacobus= d. . mit Pilgerhut, Tasche und Stab, lebensgroe Steinfigur. Um 1335. Einer der letzten Auslufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegrndeten Schule. Die Renovierung der Barockzeit hat den Jacobus durch Beigabe eines Kirchenmodells in einen hl. Sebald verwandelt. Links vom Mendelschen Fenster =Christus als Weltheiland=, die Weltkugel in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroe Holzfigur in der Art des Veit Sto. 1657 wurde die Statue aus dem Werkhaus in der Karthausen an den jetzigen Ort verbracht (Rechnungen im Freiherrlich von Tucherschen Familienarchiv). Aus dieser Zeit stammt der in Kupfer getriebene Heiligenschein. An der Konsole das Wappen der Tucher. [Illustration: Abb. 90. Statue Johannes des Evangelisten im Ostchor.] Rechts vom Mendelschen Fenster der hl. =Andreas= mit Kreuz und Buch (Abb. 89). berlebensgroe Holzfigur, ohne Zweifel von =Veit Sto=, in der Naturfarbe mit leichter Andeutung der Farbe von Lippen und Augen. Um 1495. An der Konsole das Wappen der Tucher. Links vom Tucherschen Fenster der Apostel =Johannes= (Abb. 90), den Giftkelch in der Linken, mit der Rechten segnend. Lebensgroe Figur von gebranntem Ton. Um 1410. Hnde und ein Teil der Gewandung sind neu. An der Konsole das Wappen der Tucher. Rechts vom Tucherschen Fenster der hl. =Johannes der Tufer= mit Buch und Lamm in der Linken. berlebensgroe Steinfigur. Um 1430. An der Konsole das Wappen der Tucher. Links vom Frerschen Fenster ein hl. =Apostel= mit einem Buch in der Linken. Lebensgroe Steinfigur. Um 1335. Einer der letzten Auslufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegrndeten Schule. Die rechte Hand ist ergnzt. Rechts vom Frerschen Fenster der Apostel =Johannes=. Lebensgroe Holzfigur. Jedenfalls von einer Kreuzigungsgruppe stammend. Um 1460. [Illustration: Abb. 91. Thomaschristus von Veit Sto im Ostchor.] [Illustration: Abb. 92. Schmerzensmutter von Veit Sto im Ostchor.] Links und rechts vom Stromerschen Fenster die beiden Holzfiguren einer =Verkndigung=, links der =Engel= und rechts =Maria=, knieend. Um 1460. Das Zepter des Engels ist erneuert. Am linken Sockel das Wappen der Starck, am rechten das der Imhoff. Zu beiden Seiten des Bambergischen Fensters die fast lebensgroen Steinfiguren der Heiligen =Heinrich= (Abb. 48, 49) und =Kunigunde=. Um 1335. Wiederum letzte Auslufer der mit der Erweiterung der Seitenschiffe gegrndeten Schule. Die beiden Statuen waren vor der letzten Restaurierung bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Die gefundenen Spuren berechtigten zur Ergnzung der Figuren als Dizesanheilige. Bei Heinrich ist das Modell des Bamberger Domes, bei Kunigunde das Zepter neu. Zu beiden Seiten des Maximilianfensters die berlebensgroen Steinfiguren der Apostel =Paulus= und =Petrus=. Um 1375, aus der Zeit der Vollendung des Ostchorbaues die einzigen Statuen der langen Konsolen- und Baldachinreihe. Schule des Meisters des Sakramentshuschens. Beide Apostel mit ihren Attributen. Gut erhalten. An der Konsole der Paulusstatue das Wappen der Usmer. [Illustration: Abb. 93. Statue des hl. Erasmus im Ostchor.] [Illustration: Abb. 94. Statue der Maria von der Behaimschen Heimsuchung.] Zu beiden Seiten des Markgrafenfensters zwei berlebensgroe Holzfiguren von =Veit Sto= aus dem Jahre 1495 (an den Konsolen bezeichnet und datiert). =Christus als Schmerzensmann= und =Maria als Schmerzensmutter= (Abb. 91, 92). Die Holzfarbe ist beibehalten. An den Plinten wurden bei der letzten Wiederherstellung der Kirche das Zeichen des Meisters und die Jahrzahl aufgedeckt. An der Christusstatue sind eine Hand und ein Fu ergnzt. An der Statue der Maria ist der ber den rechten Arm geschlagene Gewandzipfel nachtrglich, vermutlich von Sto selbst, angefgt. Nach den Wappen an den Konsolen stellen sich beide Statuen mit den spter behandelten drei Passionsszenen darunter als eine Stiftung der Familie Volckamer dar. Zu beiden Seiten des Pfinzingschen Fensters die unterlebensgroen Holzfiguren eines hl. =Papstes= und eines hl. =Bischofs= aus der Zeit um 1470. Besondere Attribute fehlen. Die Statuen stammen vermutlich von einem der frheren Altre der Kirche. Hallersche Stiftungen. Links vom Hallerschen Fenster die lebensgroe Steinfigur eines hl. =Bischofs=. Attribut zur nheren Bestimmung fehlt. Um 1335. Wiederum einer der letzten Auslufer der mit Erweiterung der Seitenschiffe gegrndeten Schule. Rechte Hand ergnzt. Am Sockel Wappen der Haller. Rechts vom Hallerschen Fenster die lebensgroe Terrakottafigur eines =Apostels=. Attribut zur nheren Bestimmung fehlt. Um 1390. Aus der Schule des Meisters der Tonbildwerke in der Jakobskirche. Ursprnglich fr einen anderen Ort bestimmt. Zuletzt neben dem Bamberger Fenster. Rechter Fu und linke Hand in der Barockzeit mangelhaft ergnzt. Zu beiden Seiten des Schrstabschen Fensters die berlebensgroen Holzfiguren des hl. =Erasmus= (Abb. 93) und des hl. =Sebald=. Um 1450. Gegenstcke, vermutlich von dem gleichen Meister. Attribute zum Teile ergnzt. Zu den Fen beider je ein kleines Lamm, auerdem beim hl. Sebaldus das Wappen der Schrstab-Gro; am Sockel der Erasmusstatue das Wappen der Haller-Tetzel, umgendert in ein Wappen der Schrstab-Gro. Zu beiden Seiten des Behaimschen Fensters die berlebensgroen Steinfiguren einer =Heimsuchung=, die Heiligen =Maria= (Abb. 94) und =Elisabeth=. Um 1420. Ergnzungen an den Hnden der Maria und am Gewand der Elisabeth; die Hnde der Elisabeth sind neu. An jeder Konsole das Wappen der Behaim. Zu beiden Seiten des Volckamerschen Fensters die berlebensgroen Statuen einer =Verkndigung=, links der =Engel=, rechts =Maria=. Wie die beiden eben aufgefhrten Statuen aus der Zeit um 1420 und aus der gleichen Schule. Am Engel sind Hnde und Zepter neu, an der Maria nur weniges ergnzt. An jedem Sockel das Wappen der Volckamer. Verschiedene der erwhnten Konsolen zeigen als figrliche Darstellungen Fratzen, groteske Tiergestalten usf., die von einem freien Spiel der Phantasie zeugen. An der Wand des Bambergischen Fensters ein =Wandtabernakel= (Abb. 50) aus der Zeit zwischen 1372 und 1379.[X] Der in die Mauer eingelassene Schrein ist von einem in Relief dargestellten architektonischen Aufbau umgeben, welcher sich aus Strebewerk und Baldachinen zusammensetzt und durch eine Reihe von Figuren belebt ist. Der Aufbau ist symmetrisch, die Figuren korrespondieren. Der Gegenstand der Darstellung ist nicht historischer, sondern reprsentativer Natur. Unterhalb des Schreines die Einbalsamierung der Leiche Christi durch Joseph von Arimathia im Beisein von sechs Jngern. Zu beiden Seiten dieser Darstellung unter einem Strebebogen je ein kniender leuchterhaltender Engel; darber links der hl. Petrus, rechts der hl. Sebald; ber diesen in Baldachingehusen sitzend zwei Propheten mit Spruchbndern; in den Zwickeln zwischen der unteren und mittleren Etage ein Pelikan und eine Lwin mit Jungen. In den beiden ueren niedrigeren Bgen unter Mawerk oben zwei betende Stifter; ber denselben, jedoch ohne organische Verbindung mit ihnen, zwei Baldachine und von hockenden Gestalten gebildete Konsolen mit Engeln, welche die Leidenswerkzeuge halten; unmittelbar unterhalb der Konsolen die Wappen der Stifter, links das der Groland, rechts das der Muffel. Oberhalb des Schreines die Dreifaltigkeit mit Maria und Johannes dem Evangelisten; ber dieser Gruppe, bereits auf der Fensterbank, geschtzt durch einen dachartigen, von einer Turmspitze gekrnten Baldachin Christus als Weltrichter mit Maria und Johannes dem Tufer als Frbittern. Zu beiden Seiten dieser Komposition rechts Christus als Schmerzensmann auf einer Konsole mit einer hockenden Prophetengestalt und unter einem Baldachin, welcher Figur wohl links eine Maria als Schmerzensmutter entsprach, die jedoch nicht mehr vorhanden ist. Erhalten haben sich hier nur die hnlich gebildete Konsole samt Baldachin. [X] Re (Nrnberg, Berhmte Kunststtten, Nr. 5, 3. Aufl., S. 43, vgl. auch S. 61) datiert das Sakramentshuschen annhernd richtig. Daun, a. a. O., S. 10, setzt es an den Anfang des 15. Jahrhunderts ohne nhere Begrndung, Pckler (Die Nrnberger Bildnerkunst) gar erst in die Zeit von 1430 bis 1442. Er erklrt diese Zeitangabe nicht nur mit stilistischen Grnden, sondern auch damit, da in den beiden Stiftern Peter Groland und Jakob Muffel dargestellt sind, welch letzterer 1442 anscheinend schon als lterer Mann verschied. Pckler hlt nmlich die Heiligenfigur auf der Seite mit dem Muffelschen Wappen fr Jacobus den lteren, whrend dieselbe doch als Sebald genau zu erkennen ist. Es sind eben die beiden Hauptheiligen der Kirche Petrus und Sebald dargestellt ohne weitere Bezugnahme auf die Vornamen der Stifter. -- brigens ist der Stil der Figuren um 1440 gar nicht mehr mglich. [Illustration: Abb. 95. Passionsszenen von Veit Sto im Ostchor.] [Illustration: Abb. 96. Ebnerrelief am Dreiknigsportal im Ostchor.] Das ganze Gehuse ist farbig gefat. Das Eisenbeschlge der Schreintre ist ornamental behandelt. Das Ganze ist, wenn auch in der Ausfhrung kein hervorragendes Kunstwerk, in der Komposition eigenartig. Es ist aus derselben Bildhauerwerkstatt hervorgegangen, wie die Passionsdarstellungen auen an den Ostchorpfeilern. Stiftung der Familien Groland und Muffel. 1514 hatte sich Propst Melchior Pfinzing vergeblich bemht, das Sakramentshuschen aus der Kirche zu entfernen. In dem Jahre, in welchem ihm der Rat erlaubte, die Quermauer zwischen der Pfarrkirche und St. Moritz abzubrechen, wollte er ein neues und greres Sakramentshuschen ber dem St. Nikolaus-Altar errichten und hatte schon Mittel hierfr gesammelt. Allein Jakob Muffel, Jakob und Leonhard Groland als Nachfolger der Stifter des bisherigen Tabernakels widersprachen mit Erfolg und lieen das alte herrichten. Drei Stufen fhren zu dem Wandtabernakel empor; ein fnfteiliges schlichtes Eisengitter schliet das Ganze ab. Auf dem Petrusaltar steht jetzt die Holzfigur eines =Christus als Schmerzensmann= aus dem 17. Jahrhundert. [Illustration: Abb. 97. Madonna in der Glorie. Statue (Birnbaumholz) im Ostchor.] Hinter dem Hauptaltar an der Wand des Markgrafenfensters, die ganze Breite derselben einnehmend, ein Steinrelief mit =drei Passionsszenen= (Abb. 95) in ebenso vielen gleich groen Feldern von =Veit Sto= aus dem Jahre 1499. Von links nach rechts das Abendmahl, der lberg und die Gefangennahme. Christus und die zwlf Jnger in der Darstellung des Abendmahls sollen zufolge einer schlecht beglaubigten Tradition Bildnisse der Nrnberger Ratsherren von 1499 sein. Auf der Sbelscheide des Trken oder Polen in der Darstellung der Gefangennahme das Monogramm des Veit Sto und die Jahreszahl, die in ihrer Verschnrkelung erst 1863 von einem Maler Alexander Lesser aus Krakau hier entdeckt wurden. Im ersten Feld ist unten links der Stifter Paul Volckamer mit seinen beiden Shnen und dem Familienwappen, im dritten Felde unten rechts seine beiden Frauen und seine drei Tchter mit den Wappen der Mendel und Haller in kleinem Mastab angebracht. Das Relief ist eine der wenigen Steinarbeiten des Veit Sto. Im Ostchor an der Wand zu beiden Seiten der Schautre zwei Steinfiguren in Dreiviertellebensgre mit Konsole und Baldachin. Die Statue links: =Christus als Schmerzensmann= aus der Zeit der Vollendung des Chorbaues mit dem Wappen der Behaim, die Statue rechts, eine =weibliche Heilige= mit Buch, aus der Zeit um 1400 mit dem Wappen der Volckamer. Im Bogenfeld ber der Schultre (Dreiknigsportal, vgl. oben) ein farbig gefates Holzrelief, das die von zwei Engeln gekrnte, das Christuskind sugende =Madonna= (Abb. 96) darstellt. =Ebnersche Stiftung= vom Jahre 1429. Rechts das Bildnis der Nonne Christine Ebner, btissin des Klosters Engelthal, und die Inschrift: Die selig Cristina Ebnerin wart geborn anno domini M cc lxxvii jar vnd wart lxxix jar alt vnd starb anno domini mccc lvi an sant Johanes tag zv weinachtn vnd lebet seliglich im orden zv Engeltal do liegt sie begraben bitte gott fr das geschlecht der Ebner. [Illustration: Abb. 98. Bronzestatuette der Maria von Stephan Godl.] Darunter die Bildnisse von fnf Familiengliedern der Ebner mit den Jahrzahlen 1384 bis 1490 und die Inschrift: Anno domini M cccc xxix Am Erichtag nach St. Paulitag do Starb Albrecht Ebner den gott genad. Anno domini Mcccc xxix Am Lorentzentag Starb Agnes Pmerin Sein Hausfraw der gott genad. Dabei die eine Renovierung des Reliefs bezeichnende Jahreszahl 1656. Das Relief ist eine der besten Bildhauerarbeiten der damaligen Zeit (vgl. ber dasselbe Redslob, a. a. O., S. 57.) Am ersten sdlichen Chorpfeiler die berlebensgroe Steinfigur einer =Madonna= aus der Zeit um 1380; das aus Holz geschnitzte Christuskind ist nachtrglich angefgt. Mit Konsole und Baldachin. Maria ist als Himmelsknigin mit Krone und Zepter dargestellt. Die Behandlung des nackten Christuskindes, welches einen Granatapfel hlt und die Beine bereinander schlgt, weist auf eine etwa 100 Jahre sptere Entstehung. An dem ersten nrdlichen Chorpfeiler die aus Birnbaumholz geschnitzte und farbig gefate lebensgroe Statue einer =Madonna= mit dem Christuskind aus der Zeit um 1410 (Abb. 97). Maria hlt mit beiden Armen das nackte Kind, das die Beine bereinander schlgt und mit einem Apfel spielt. Zwei kleine Engel tragen die Krone und zwei Engel schweben um die schalenfrmige Mondsichel, auf welcher die Himmelsknigin steht. Eine sternenbeste Tafel mit groem Strahlenkranze bildet den Hintergrund. Konsole und Baldachin, in Stein gearbeitet, schlieen das Ganze nach unten und oben ab. Die Statue zhlt zu den besten Arbeiten Nrnbergs im beginnenden 15. Jahrhundert. Das Bildwerk war ursprnglich als Schrein gedacht, der durch zwei Flgel geschlossen werden konnte. Es wird vermutet, da die in der Pinakothek zu Mnchen befindlichen Tafelgemlde des Hans von Kulmbach mit den Heiligen Joseph und Zacharias die abhanden gekommenen Flgel sind. Am dritten nrdlichen Chorpfeiler die halblebensgroe Erzfigur einer =Madonna= (Abb. 98), die als ein Werk von =Stephan Godl= erkannt worden ist. Um 1515. An der hbschen Holzkonsole, die gleichfalls der Frhrenaissance angehrt, das verschrnkte Wappen der Eseler und der Propstei von St. Sebald. Mitten im Ostchor das =Sebaldusgrab=[XI] (Taf. XIV; Abb. 99). Es besteht aus zwei Hauptteilen: 1. dem zur Aufnahme der Reliquien des hl. Sebald bestimmten Schrein vom Jahre 1397 und 2. aus dem von Peter Vischer dem lteren und seinen fnf Shnen in den Jahren 1508-1519 in Erz gegossenen Gehuse. [XI] ber dasselbe vergleiche insbesondere Bergau in Dohme, Kunst und Knstler. Bd. II, 2, Leipzig 1858; Lbke, Geschichte der Plastik. 1880, II; Bode, Geschichte der deutschen Plastik. 1885; Autenrieth, Das Sebaldusgrab Peter Vischers, historisch und knstlerisch betrachtet. Ansbach 1887; Re, Nrnberg. S. 102 ff.; Daun, Adam Kraft und die Knstler seiner Zeit. S. 115 ff. Zusammenstellung der Literatur ber Peter Vischer und auch ber das Sebaldusgrab findet sich bei Th. Hampe, Nrnberger Ratsverlsse. 1904, Bd. I, S. 50 ff. Ganz neuerdings erschien: Alexander Mayer, Die Genreplastik an Peter Vischers Sebaldusgrab. 1911. 2. 1. =Der Reliquienschrein vom Jahre 1397.= Die Form des Schreines ist hnlich der eines lnglichen Hauses. Eichenholz, verkleidet mit Silberblech, welches abwechselnd mit dem reichsstdtischen Wappen und dem des Schultheien von Nrnberg in Treibarbeit gemustert ist.[XII] Auf dem First ein durchbrochen gearbeiteter ornamentaler Fries, welcher zwei Kreuzblumen auf den Giebeln verbindet. [XII] P. J. Re, a. a. O., S. 65, will das Silberblech des Sarges erst 1506 hergestellt sein lassen, und zwar nach dem Vorbilde des mit Silberplatten belegten Schreines des 15. Jahrhunderts, in welchem in der Spitalkirche zum Heiligen Geist die Reichskleinodien aufbewahrt wurden und welcher sich jetzt im Germanischen Nationalmuseum befindet. Daran ist gar nicht zu denken. Das Verhltnis ist umgekehrt. 1379 wurde der Sebaldusaltar durch einen neuen ersetzt. Auch dieser wird in der Mensa die Gebeine des Heiligen bewahrt haben. 1397 wurde fr dieselben ein eigener Schrein, eine Art Sarg, beschafft und in der Mitte des Chores aufgestellt. Anscheinend war auch ein Sockel fr denselben vorhanden. Alle Jahre am Tage des Heiligen (19. August) wurde der Sarg in feierlicher Prozession in der Kirche herumgetragen. In solcher Prozession trugen die Alten Herren des Rates St. Sebaldi Sarg um, welcher mit Pappenrosen besteckt war, unter demselben schloff das Volk hin und wieder, dann sie glaubten: es wrde ihnen hernach weder Kopf noch Rcken wehe tun (Vgl. M. M. Mayer, a. a. O., S. 31). In zwei Legaten von 1412 und 1415 hatte Klara Geuder zwei Lampen beim Sebaldusgrab gestiftet. 1461 wurde an dem Sarg ein Einbruch verbt. Seitdem fanden periodische Besichtigungen der darin enthaltenen Reliquien statt. So 1463, 1482, 1503. ber die 1503 vorgenommene Besichtigung findet sich in einer Chronik vom Ausgange des 16. Jahrhunderts (Kreisarchiv Nrnberg, Msc. XIV-1/2, 106) folgender Bericht: Nachdem auch in gebrauch gewest, St. Sebalds hailthumb oder gebein biweilen zu erffnen und zu besichtigen, als ist solches a^o 1503, den 22. tag julii auch geschehen; solcher erfnung haben beigewohnet die herren lteren des rats, der baumeister, der probst und kirchenpfleger Sebaldi; die zween loungschreiber haben dabei knieen und ein jeder ein brennende wachskerzen halten mssen; die kirchen ist unterdessen verspert gehalten und ausen mit einer wacht beleget worden; es ist auch der krchenmeister auer der kirchen herumgegangen, ob sich etwan ein unruhe erregen wolt; so groe sorg hat man fr St. Sebalds toden-gebain getragen, das ihnen nichts wiederwrtiges wiederfre, zu dem man doch damahls die zuversicht getragen, da er jederman helfen knnte. Im sarg sein zwo hlzerne laden gestanden und in jeder zween bndel mit roten zendel eingewickelt gelegen, die man heraus auf eine darzu bereitete tafel gehebt; in deren einer sein 18 stck groer, in der andern 91 stck mittelmsiger und kleiner gebein, das haupt aber in einen sonderbaren silbern kstlein, in der gestalt eines brustbilds, verspert gewest, welches man zu hohen festtgen hat pflegen auf dem altar zu setzen, wigt an silber 35 mark, ist gemacht worden a^o 1425. Auch ist eine ganze bildnu St. Sebalds vorhanden, die man an festtagen an dem sarg aufgerichtet, wigt 21-1/2 mark. Diese besichtigung di heiligtums ist damals nicht geschehen gewest seit dem jahr 1482 und derowegen damals fr gut angesehen und decretirt worden, hinfro diese besichtigung alleweg nach verfliesung zwanzig jahren frzunehmen, das heilthumb zu saubern und mit bisam in neuen zendel einzuwickeln, das ist aber zeit hero gar verblieben, dieweil mit ausgang der 20 jahr die nderung der religion eingefallen. [Illustration: Abb. 99. Detail vom Sebaldusgrab.] Trotz aller Vorsicht wurde 1506 wieder eingebrochen und gestohlen. Der Einbruch hatte Reparaturen zur Folge. Vermutlich auf diese Renovierung bezieht sich die eine der beiden Inschriften, die sich auf der westlichen Schmalseite am Sockel finden. Sie lautet: 1506 IAR IST DISER SARCH FERNEIT VOR... Die andere Inschrift berichtet von einer Erneuerung im Jahre 1628: ANNO DNI MDCXXIIX IST DIESER SARCH VERNEVRT WORDEN. 2. =Das Gehuse aus den Jahren= 1508-1519. Hhe 430, Lnge 250 und Breite 140 m. Es setzt sich zusammen aus dem fr den Sarg bestimmten Sockel und der Sockel und Sarg umschlieenden Halle. Die Halle besteht aus drei nebeneinander stehenden Jochen mit ebensovielen Kuppelgewlben auf acht freistehenden Pfeilern. Halle und Sockel ruhen auf einer oblongen Fuplatte, welche von 16 Schnecken und an den Ecken von 4 Delphinen getragen wird. Die Kuppelgewlbe werden von pyramidenartigen, aus Architekturmotiven komponierten Aufstzen berhht. Dem Sockel des Schreines sind zwischen den Pfeilern Kandelaber vorgelegt, von welchen schlanke Sulchen bis zu den Scheiteln der Gewlbebgen reichen. Das Ganze ist mit figrlichem und ornamentalem Schmuck belebt. An den vier Ecken der Fuplatte vor den Sulen sitzen griechische und biblische Helden: Herakles und Theseus, Nimrod und Simson, an der Mitte jeder Seite die Kardinaltugenden Migkeit, Klugheit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Die vier Seiten des Sockels lsen sich in Hallen auf, welche an den beiden Schmalseiten die Statuetten des Meisters und die des hl. Sebald, an den beiden Langseiten vier Reliefs mit Darstellungen aus dem Leben des Heiligen, die wunderbare Fllung des Weinkruges, die Bestrafung eines Sptters, Sebald an brennenden Eiszapfen sich wrmend und die Heilung eines Blinden, enthalten. Vor den Eckpfeilern der Halle sind vier Sirenen, auf Sulchen sitzend, als Leuchterhalter angebracht. In halber Hhe vor den acht Pfeilern der Halle stehen ebenfalls auf vorgelegten, mit Postamenten und Kapitlen versehenen Stben die Statuetten der zwlf Apostel, der Hauptfigurenschmuck des Sebaldusgrabes; an den strkeren Eckpfeilern je zwei, an den brigen Pfeilern, je ein Apostel, und zwar an der Ostseite Andreas und Petrus, an der Sdseite Johannes, Jakobus der ltere, Philipp und Paulus, an der Westseite Judas Thaddus und Matthias, an der Nordseite Simon, Bartholomus, Jakobus der Jngere und Thomas. Baldachine beschtzen die Apostel. Die Pfeiler setzen sich ber dem Gewlbeansatz fort und tragen die kleinen Statuetten von Propheten und Kirchenlehrern. Oben auf der mittleren Kuppel steht das Christuskind mit der Weltkugel, eine Nachbildung des gestohlenen Vischerschen Originales vom Ausgang des 18. Jahrhunderts. Im brigen ist das ganze Denkmal reich mit kleinen figrlichen und ornamentalen Reliefs, mit Putten und allerlei Tierfiguren ausgestattet. Nach der stilistischen Seite ist das Sebaldusgrab eine Mischung von Gotik und Renaissance. Gotisch ist nicht nur die Gesamtanlage, sondern auch eine Reihe von Architekturteilen, ausgesprochene Renaissance fast die ganze Detailbehandlung und der figrliche Schmuck. Nach der gegenstndlichen Seite zeigt sich in der Verwertung antiker mythologischer Gestalten der Einflu des Humanismus. In der knstlerischen Behandlung, besonders bei den Reliefs am Sockel und vor allem bei den Apostelstatuen, ist der italienische, hauptschlich der oberitalienische Einflu unverkennbar. Echt deutsch ist der Phantasiereichtum. Seiner Originalitt verdankt das Denkmal seinen Weltruf. Es ist die bedeutendste Schpfung der Renaissance auf dem Gebiete des Erzgusses. Das schlichte sptgotische Gitter ist eine Arbeit des Schlossers Jorg Hames aus der Zeit der Vollendung des Vischerschen Grabmales. [Illustration: Abb. 100. Gewlbeschlustein mit der Geburt Christi. Im nrdlichen Seitenschiff.] [Illustration: Abb. 101. Gewlbeschlustein mit dem hl. Sebald. In der nrdlichen Sakristei.] Die Idee, um den Sarg des hl. Sebald eine Halle zu errichten, hatte bereits der Kirchenpfleger Ruprecht Haller (1474-1489). Er wandte sich an Peter Vischer und dieser lieferte 1488 einen noch rein gotischen, jetzt in Wien befindlichen Entwurf, welcher nur in der Gesamtanlage mit dem spter ausgefhrten Werke bereinstimmt. Der Plan scheiterte, wahrscheinlich an Geldmangel. Hallers Nachfolger Paul Volckamer (1489-1505) und der rhrige Sebald Schreyer, Kirchenmeister von 1482-1503, lieen den Plan nicht fallen. Allein erst unter Anton Tucher und Lazarus Holzschuher im Verein mit Peter Imhoff und Sigmund Frer kam endlich die Idee zur Verwirklichung. Im Mai 1507 wurde der Beschlu gefat, Peter Vischer ging sogleich an die Vorarbeiten. Das Messing wurde von Hans und Andreas Rosner und Sebald Behaim bezogen. Nach Vollendung des Fundamentes kam 1508 die stliche Hlfte der unteren Partie, 1509 die westliche Hlfte zur Ausfhrung. Die entsprechenden Inschriften lauten: Ein anfang dvrch mich Peter Vischer 1508 und Gemacht von Peter Vischer 1509. 1512 war die Halle vollendet, wie aus einer Stelle bei Cochlus, Cosmographia des Pomponius Mela, erschienen 1512, hervorgeht, wo bereits von dem ganzen Kapellenbau die Rede ist. Die Ausfhrung des figrlichen Schmuckes zog sich bis Frhjahr 1519 hin. Allein jetzt fehlten die Geldmittel, um Peter Vischer bezahlen zu knnen. In kurzer Zeit waren dieselben aufgetrieben, nachdem Anton Tucher am 17. Mrz einen Aufruf an die leistungsfhigen Brger erlassen hatte (abgedruckt bei M. M. Mayer, a. a. O., S. 31 f.). Am 19. Juli wurde das Grabmal aufgerichtet. Die Inschrift am Rande der Fuplatte lautet: Petter Vischer pvrger zv Nurmberg machet das werck mit sein sunne. vn wurd folbacht im jar 1519 vnd ist allein Got dem Allmechtigen zu lob vnd Sanct Sebolt dem Himelfrste zv Eren mit hilff frumer leut vn dem allmossen bezalt. Das Grabmal hatte ein Gewicht von 157 Ztr. 29 lb. Peter Vischer erhielt als Bezahlung 3145 fl. 16 Schilling, also fr den Zentner 20 fl. Von den angesehenen Brgerfamilien hatten Beitrge geleistet Sebald Schreyer und Gesellschaft 117 fl. 12 Heller, Hans Starck 100 fl., Imhoff und Gesellschaft 60 fl., Sigmund Frer und Gesellschaft 80 fl., Hans Tucher der ltere fr sich und seine Brder 20 fl. und fr seine Gattin und deren Verwandtschaft 20-1/2 fl. usw. Siehe Baader, Beitrge. 1, 53. Von den Shnen Peter Vischers des lteren war Peter der Jngere am meisten an der Arbeit beteiligt, der mglicherweise auch der hauptschlichste Vermittler des oberitalienischen Einflusses war, whrend man eine Beeinflussung durch Vorbilder der rmischen Renaissance wohl auf Peters des jngeren Bruder, Hermann Vischer, hat zurckfhren wollen. Siehe Seeger, Peter Vischer der Jngere. Leipzig 1897, S. 73-121. 1520 wurden an dem Sarg Reparaturen vorgenommen. 1628 fand eine umfassende Renovierung des ganzen Grabmales statt, welche 644 fl. 19 [Schilling] 8 Heller kostete. 1523 wurde St. Sebaldsfest das letztemal gehalten, und hat zwar der rat wegen St. Sebaldsfest befohlen, den sarch sambt St. Sebalds gepainen allein zum weihbrunnen aus dem chor, in der kirchen herumb vnd wider in den chor zu tragen vnd die andern ceremonien zur vesper mit dem herab und hinauftragen mit den stadtpfeiffern einzustellen. 1524 hat man wohl St. Sebaldsfest in der kirche gefeiert, aber den sarch nit mer wie zuuor vmbgetragen. Die Einstellung der Prozession hing jedenfalls mit der Einfhrung der Reformation zusammen. Besondere Beachtung verdienen endlich unter den Werken der Plastik noch die =Gewlbeschlusteine= in den Seitenschiffen und im Ostchor. Auer einer Anzahl rein ornamental behandelter Schlusteine finden wir mehrere, die groteskenartig ein von stilisiertem Blattwerk umrahmtes Menschenantlitz aufweisen; in den westlichen Jochen des sdlichen Seitenschiffes ferner eine Darstellung der Kreuzigung mit Maria und Johannes, darber zwei schwebende Engel und die Symbole der vier Evangelisten, beim Engel des Matthus auf den Stirnseiten des Schlusteines noch die Lwin und den Pelikan; sodann im nrdlichen Seitenschiff von Osten nach Westen einen bogenschieenden Zentaur, eine reizvolle als Hochrelief behandelte Geburt Christi (Abb. 100) und den Agnus Dei; im Mittelschiff des Ostchores St. Sebaldus, eine Gruppe von vier Wappen (Nrnberger Jungfrauenadler, Reichsschultheienwappen, einkpfiger und doppelkpfiger schwarzer Adler) und einen brtigen Kopf mit Heiligenschein (Gottvater?); im Chorumgang nrdlich wiederum einen Agnus Dei, sdlich eine Madonna in der Glorie und einen Christuskopf. In der nrdlichen Sakristei ist die kleine Statue des hl. Sebaldus als Schlustein bemerkenswert (Abb. 101). Die gesamte Plastik erwies sich gelegentlich der letzten Instandsetzung der Kirche nach Entfernung mehrfach aufgetragener dicker Tnche als polychrom behandelt. Von dieser ursprnglichen Polychromierung waren berall noch so bedeutende Reste erhalten, da eine Ergnzung derselben, ein Wiederaufleben der Bildwerke in ihren alten Farben mglich wurde. Beim Tympanonrelief des nrdlichen Seitenschiffportales wurde aus archologischen Grnden von jeder Ergnzung der aufgedeckten alten Polychromie abgesehen; bei einzelnen Skulpturen innerhalb der Kirche, insbesondere der Verkndigungsgruppe an der Nordseite des Ostchores und den plastischen Arbeiten des Petrusaltares, erforderten nur unbedeutende Teile eine geringe Ergnzung. 3. Die Gemlde. Die Tafelmalerei des Mittelaltares ist in der Kirche nicht durch erstklassige Werke vertreten. Auf diesem Gebiete ist die Sebalduskirche gegenber ihrer Nebenbuhlerin, der Kirche St. Lorenz, zu kurz gekommen. Was sie aufzuweisen hat, sind nur Ableger der in Nrnberg blhenden Schulen des 15. Jahrhunderts. Um so mehr war die Kirche mit Wandmalereien, und zwar nicht nur mit Malereien von rein dekorativem Charakter, sondern mit einer groen Anzahl von in sich abgeschlossenen figrlichen Darstellungen ausgestattet. Dieselben gehren ebenfalls meist dem 15. Jahrhundert an und sind, was besonders hervorgehoben zu werden verdient, hufig in l gemalt. [Illustration: Abb. 102. Verkndigung. Holztafelgemlde im Lffelholzchor.] Die Tafelmalerei des 16. Jahrhunderts wird durch eine vorzgliche Arbeit der Frhrenaissance und die des beginnenden 17. Jahrhunderts durch eine nicht unbedeutende Leistung reprsentiert. Im Westchor an der Sdwand hngen drei gleichgroe Gemlde: die =Dornenkrnung= mit den Wappen der Lffelholz und Mnzmeister (um 1433), die =Geielung= mit den Wappen der Lffelholz und Hummel (um 1435) und die =Verkndigung= (Abb. 102) mit den Wappen der Lffelholz und Zollner (um 1448). Die Darstellungen sind auf Goldgrund gemalt. Auf den Bildern unten die Familienglieder des oder der Stifter. Die angefhrten Datierungen beruhen auf den Forschungen Karl Gebhardts (a. a. O. S. 86-88), der die Verkndigung dem gleichen Meister wie das Imhoff-Volckamersche Epitaph mit der Geburt Christi (sieh unten) zuschreibt und geneigt ist, auch die beiden anderen Stcke, Dornenkrnung und Geielung, diesem Meister der Sebalder Epitaphien, wie er ihn nennt, zu geben. Am ersten nrdlichen Mittelschiffpfeiler ein Holztafelgemlde mit der =Krnung Mari= nach dem Holzschnitte des Marienlebens Drers von einem seiner Nachahmer (Abb. 103). Unten am Bild die Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Imhoff, Tetzel, Holzschuher, Tucher, Lffelholz und Pmer. Um 1525. Imhoffsche Stiftung. An der entgegengesetzten Seite desselben Pfeilers ein Holztafelgemlde vom Jahre 1478, eine =Allegorie auf die Geburt Christi= darstellend. In der Mitte die Anbetung des Christkindes durch Maria, in den Ecken Moses am feurigen Busch, Aaron mit dem blhenden Stab, Gideon mit dem Vlie und die Porta clausa des Ezechiel, ferner in den Zwischenrumen der Pelikan, das Einhorn, der Phnix und der Lwe sowie die vier Evangelistensymbole. Es ist eine Wiederholung der zum Andenken des Professors Friedrich Schon ([gestorben] 1464) gestifteten Darstellung vom Meister des Wolfgangaltares in der Lorenzkirche (Thode, S. 53; Gebhardt, S. 80 ff.; Redslob in den: Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum. 1907, S. 24 ff., mit Abb.), nur mit deutschen statt mit lateinischen Inschriften. Oben am Bild folgende Schrift: Anno domini milesimo CCCC vnd in dem lxxviij jare am freitag nach sant Valentins tag verschied der erbar mann Vlrich Starck der elter dem got gnedig vnd barmhertzig sei Amen. Vorneurt 1591. 1658. Starcksche Stiftung vom Jahre 1478. Infolge der inschriftlich beglaubigten Restaurierungen schlecht erhalten. Unten auf dem Bild die Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Starck-Pirckheimer und Starck-Neudung. Am zweiten nrdlichen Mittelschiffpfeiler ein Holztafelgemlde mit der =Verkndigung=. Von einem Meister des berganges, Anfang des 16. Jahrhunderts. Unten auf dem Bild der Stifter mit seinen Familiengliedern und die Wappen der lhafen und Pfinzing. Stiftung der lhafen. Am zweiten sdlichen Mittelschiffpfeiler Holztafelgemlde mit der =Taufe Christi= und anderen Szenen aus dem Leben Johannes des Tufers. Unten kniende Angehrige der rtelschen Familie, dazu rechts das Wappen der Gro, links das der rtel, in der Mitte die Inschrift: Anno 1525 den 21. Julii Starb der Erbar Sigmund Orttell. Verneut An. 74. Murr wollte eben dieses Gemlde dem nach dem Zeugnis Neudrfers von Drer mit Anerkennung genannten Maler Sebald Baumhauer, der in seinem Alter Kirchner an St. Sebald war, zuschreiben, doch, wie es scheint, ohne triftigen Grund. An der Ostseite des sdlichen Vierungspfeilers ein Holztafelgemlde mit der =Beweinung Christi=. Genaue Kopie nach dem Drerschen Original in der Alten Pinakothek zu Mnchen, vielleicht von Georg Grtner dem Jngeren ([gestorben] 1654). Wie das Original =Holzschuhersche Stiftung=. In den unteren Ecken des Bildes ist der Stifter mit seiner Familie abgebildet: links das Wappen der Holzschuher-Groland-Mntzer-Gruber(?), rechts das Wappen der Gruber. Siehe Thausing, Drer. II. Aufl., I. Bd., S. 180 ff. An der Ostseite des nrdlichen Vierungspfeilers gegenber der Kanzel ein lgemlde auf Holz, das =Jngste Gericht=, freie Kopie nach dem sogenannten Kleinen Jngsten Gericht von Rubens vom Jahre 1628. Mit Rahmen und einem Aufsatz. =Imhoffsche Stiftung.= Auf dem Rahmensockel sind auf Holz gemalt die Bildnisse des Stifters, seiner Ahnherren vterlicherseits mit den Jahrzahlen 1580 und 1628, Willibald Pirckheimers und seiner Gemahlin und Albrecht Drers mit der Inschrift: Effigies Alberti Dreri A^o 1509; der Stifter hlt eine Tafel mit einem Spruch ber die Vergnglichkeit des Lebens. Diesen gegenber Kreszentia, die Gattin Willibald Pirckheimers, kniend, hinter ihr ihr Gemahl und Albrecht Drer stehend, letzterer mit einer Tafel, worauf die Inschrift, der zufolge die Gedenktafel Herrn Willibald Imhoff dem lteren und dessen in Gott ruhenden lieben Voreltern von seinem Sohne Hans Imhoff zu Ehren aufgerichtet worden ist anno salutis 1. Januarii 1628. -- Auf dem Rahmen ber dem Gemlde des Jngsten Gerichts die Inschrift: Das Gedechtnu des Gerechten bleibt im Segen, auf dem Rahmen unten zwischen diesem Gemlde und der Votivtafel: Hans Imhoff Fundator. Der ebenfalls eingerahmte Aufsatz enthlt ein Gemlde auf Leinwand: =Allegorie auf die Vergnglichkeit= (Tod und zwei krftige Knaben in der Art des Rubens). Auf dem Rahmen oben: Memento mori, unten MDCXXVIII. Zur Seite des Aufsatzes zwei Pyramiden in Holz geschnitzt, oben das Wappen der Imhoff. Die Gemlde sind wahrscheinlich Arbeiten des =Jrg Grtner des lteren= ([gestorben] 1640). ber das Verhltnis dieser Stiftungstafel zu der in der Rochuskapelle von 1624 Ausfhrliches bei Stegmann, Rochuskapelle. 1885, S. 43 ff. Im Bogenfelde des nrdlichen Seitenschiffportales eine =Auferweckung des Lazarus=, Holztafelgemlde von =Christian Ruprecht= aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Unten rechts das Wappen der von Wimpfen. Stifter des Bildes war Johann Friedrich von Wimpfen (hingerichtet zu Nrnberg am 29. August 1668). [Illustration: Abb. 103. Krnung der Maria. Holztafelgemlde im Mittelschiff.] Am dritten nrdlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemlde mit der hl. =Anna selbdritt= zwischen den Heiligen Nikolaus und Katharina vom Meister des Imhoffschen Altares in der Lorenzkirche. Unten auf dem Bild die Stifterfiguren mit den Wappen der Imhoff und Rothflasch. Von Christian Baer restauriert. Stiftung Konrad Imhoffs aus dem 2. oder dem Beginn des 3. Jahrzehnts des 15. Jahrhunderts. Vgl. Gebhardt, Die Anfnge der Tafelmalerei in Nrnberg, S. 40 ff., wo wesentlich aus diesem Gemlde die Beeinflussung des Meisters des Imhoffschen Altares durch die Kunst des Gentile da Fabriano nachzuweisen versucht wird (vgl. ber das Bild auch Redslob, a. a. O. S. 28). Am zweiten nrdlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemlde mit der =Kreuztragung= in der Art des Wolgemut. Figurenreiche Darstellung mit dem an die Altenburg bei Bamberg erinnernden Kalvarienberg nach dem Stiche der Kreuztragung von Martin Schongauer (Thode, a. a. O. S. 193). Unten auf dem Bild die Familienglieder des Stifters mit den Wappen der Ebner, Tucher-Harsdrffer und Tucher-Rieter auf der linken und dem Wappen der Tucher nebst den Insignien des hl. Grabes auf der rechten Seite. Stiftung des Hans Tucher ([gestorben] 1491) vom Jahre 1485. Am dritten sdlichen Chorpfeiler ein Holztafelgemlde mit der =Geburt Christi=. Maria betet vor dem Christuskinde, ber welches sich ein Engel beugt; links kniet Joseph, und von rechts kommen zwei Hirten herbei. Stark bermalt. Auf der Predella der Stifter mit seinen Familiengliedern (Frau, vier Shnen und fnf Tchtern) und die Wappen der Imhoff und Volckamer. Stiftung Konrad Imhoffs wohl aus dem Jahre 1438, dem Todesjahre seiner Frau Klara, einer geborenen Volckamer (vgl. Gebhardt, a. a. O. S. 84 ff.). An der Wand unterhalb des Mendelfensters, die ganze Breite zwischen den beiden Pfeilern einnehmend, ein Gemlde auf Holz von Hans Sue, genannt =Hans von Kulmbach=, die =Madonna mit Heiligen=. Zum Andenken an Lorenz Tucher, Propst von St. Lorenz, gestiftet von dessen Stiefbruder Martin im Jahre 1513 (Tafel XV). Das Gemlde ist dreiteilig nach Art der gotischen Flgelaltre, jedoch als Votivgemlde gestiftet. Im Mittelbild thronend die Madonna mit dem Christuskind, zwei ber ihrem Haupte schwebende Engel halten die Krone, zu ihren Fen fnf musizierende Engel, seitlich des Thrones links die hl. Katharina und rechts die hl. Barbara, hinter derselben ein Schriftband mit dem Monogramm des Meisters und der Jahrzahl 1513. Auf dem rechten Feld die Heiligen Johannes der Tufer und Hieronymus, auf dem linken Feld die Heiligen Petrus und Lorenz, vor letzterem das Bildnis Lorenz Tuchers, dabei das Wappen der Tucher und eine Tafel mit folgender Inschrift: D O M ET SS V M Lavrencivs Tuchervs, ivr doc d lav ren prepo ratisp cano cvstos et vicem tenens vir bonvs ervditvs integer anima deo reddita ossa in sepvl chro gentilicio sita bene valeas et vigila viator qvisqvis es : bulla es vixit virtvose ann LV mens VII di XV mori ann M D III octavo calend april sola salvs servire deo : svnt cetera fravdes Die Komposition stammt von einem jetzt in Berlin befindlichen Entwurfe Drers vom Jahre 1511; der Entwurf ist ziemlich genau, wahrscheinlich auf Wunsch des Bestellers, eingehalten, nur statt des einen musizierenden Engels wurden fnf angebracht. Die venezianische Renaissancestimmung jedoch, die sich hauptschlich im Kolorit ausspricht, ist auf Kulmbachs Lehrer Jacopo de Barbari zurckzufhren. Das Gemlde gilt in der Kunstgeschichte als eines der besten des Kulmbach. (Siehe Janitschek, Geschichte der deutschen Malerei. 1890, S. 375; Koelitz, Hans Sue von Kulmbach und seine Werke. 1891, S. 54.). 1572 wurde das Bild von Nikolaus Juvenel restauriert, neuerdings im Auftrage der Freiherrlich von Tucherschen Familie trefflich wiederhergestellt durch den Konservator Andreas Mayer in Augsburg. ber der Schautre ein Holztafelgemlde des =Johann Kreuzfelder=, eines Schlers des Nikolaus Juvenel, vom Jahre 1603 mit Szenen aus dem =Leben der ersten Menschen= (Abb. 104). Das Gemlde nimmt die ganze Breite der Wand mit dem Behaimschen Fenster und den Behaimschen Statuen der Heimsuchung ein. Die eigentliche Bildflche ist seitlich abgerundet, die seitlichen Raumflchen enthalten, ebenfalls in Tafelmalerei, Stammbume der Familie Behaim mit Wappen derselben. Am oberen Teil des Rahmens drei runde Medaillons mit Bildnissen dreier mnnlicher Mitglieder der Familie Behaim. Das Bild selbst zeigt in reicher von allerlei Tieren belebter Landschaft ohne uerliche Abgrenzung die Erschaffung der Eva, Adam und Eva im Paradies und die Vertreibung aus demselben. Der niederlndische durch Juvenel vermittelte Einflu ist unverkennbar; vorzglich sind die Akte. Behaimsche Stiftung. Auf dem unteren Teil des Rahmens: Gleichwie vor disem Thrlein klein / Das Endt der Welt in Stain gar fein / Ist abgebild als ist nit geringer / Der Welt Anfang durch Malers Finger / Hie frgestelt das du Mensch dein Leben / Von Anfang mogst betrachten eben / Wie das du nur seist Staub und Erden / Zu der du auch mut wider werden / Drum leb, auch stirb hie seliglich / So bleibst bei Gott dort ewiglich. Renov. Anno 1774. Mit dem Endt der Welt in Stain gar fein vor der Schautre ist das Relief mit dem Jngsten Gericht gemeint (siehe S. 148). Die 1774 vorgenommene Renovierung war nicht umfassender Natur. Auf den anderen Teilen des Rahmens: Paulus, Christophorus, et Fridericus cognomine Behaim, Fratres, Pauli Fridericique filii et nepotes, ob praeclaram in successiuo et duodeno ordine maiorum suorum memoriam, picturam hanc fieri et ceteris familiae suae monumentis affigi curarunt anno reparatae per Christum salutis humanae M. D. C. III. Patriam beat prudentia. Auf dem Rahmen in Holz geschnitzt ein Totenkopf mit einem Schriftband: Talis terrenae vitae solet exitus esse. [Illustration: Abb. 104. Darstellung des Paradieses. Holztaf.-Gem. von J. Kreuzfelder.] [Illustration: Abb. 105. Abendmahl und lberg. Wandgemlde im Ostchor.] Die ganze Gedenktafel wurde 1904 durch Andreas Mayer restauriert. Rechts vom Eingang zur sdlichen Sakristei ein Holztafelgemlde mit der =Himmelfahrt Mari= von einem mittelmigen Maler der Drerschen Gefolgschaft. Im Vordergrunde ein geistlicher Donator mit dem Wappen der lhafen. Um die Mitte des 16. Jahrhunderts. An der Westwand der kleinen Kapelle neben dem Dreiknigsportal ein Holztafelgemlde mit figurenreicher =Kreuzigung=. Erste Hlfte des 16. Jahrhunderts. Gegenber am Chorpfeiler ein kleines ehemals zu einem Almosenstock gehriges lgemlde auf Holz, eine =Brotausteilung= unter Krppel und Arme darstellend. Die Unterschrift lautet: Lege[t] ewer heillig almssen jn dissen stock zu enthaltung der armen leydt so burger jn disser stat werd vnd gostenhof (d. h. in dieser Stadt, Whrd und Gostenhof) sind durch gots willen. 16. Jahrhundert. Auch an alten =Wandmalereien= besitzt die Kirche noch eine ansehnliche Zahl. Die meisten derselben wurden erst bei der letzten groen Wiederherstellung unter der Tnche aufgefunden und freigelegt. Einige von ihnen mgen wohl whrend des 14. und beginnenden 15. Jahrhunderts in Verbindung mit Mensen Altre gebildet haben. Im sdlichen Seitenschiff an der Westwand neben dem Bogen zur Turmhalle die Riesengestalt des hl. =Christophorus=, dazu Angehrige und Wappen der Familie Ebner-Vetter(?). Die Fe des Heiligen sowie die Baumwurzel wurden bei der letzten Restaurierung durch Professor Haggenmiller ergnzt. Dieser Christophorus des 15. Jahrhunderts verdeckt zum grten Teil die noch gewaltigere Darstellung desselben Heiligen aus dem 14. Jahrhundert, die ohne Zweifel knstlerisch weit bedeutender war, wie die oberhalb des spteren Bildes erhaltenen beiden Kpfe noch gut erkennen lassen. Darber Spuren einer spteren Darstellung des Veronikatuches. Beim Dreiknigsportal die =Gregoriusmesse= mit Maria und Johannes dem Evangelisten. 15. Jahrhundert. Am dritten sdlichen Mittelschiffpfeiler der =Tod Mari=, frhes 15. Jahrhundert, dazu Reste dreier lterer Darstellungen aus der Passions- oder Heiligengeschichte, von denen nur der obere Teil einer =Kreuzigung= genauer zu erkennen ist. Im nrdlichen Seitenschiffe an der aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts stammenden hlzernen Empore im Steinton gehaltene =Mawerkmalereien=, zwischen denen sich die =Wappen= der Haller, Holzschuher und Stromer einfgen. An Wandmalereien sind im Ostchor noch vorhanden: ber dem Pfinzingchrlein zwei =Prophetengestalten= mit Spruchbndern, aus dem ausgehenden 14. Jahrhundert. Die =Deckenmalereien= im =Pfinzingchrlein=, Darstellungen des Weltheilands und der vier Evangelistensymbole, gehren wohl erst dem Ende des 16. Jahrhunderts an. Am Kaiserchrlein oben eine =Inschrifttafel= mit der auf die Barockausstattung der Kirche bezglichen Jahreszahl 1657 und ein =Veronikatuch=, gehalten von den Aposteln Petrus und Paulus, unter denen sich die ursprnglichen Engel befinden, aus dem 15. Jahrhundert. Als die Kulmbachsche Tafel zum Zweck ihrer Wiederherstellung von der Wand entfernt wurde, fand sich an dieser, die ganze Lnge einnehmend, ein lgemlde, die =Kreuztragung Christi= mit der Figur des Herrn in der Mitte und einem figurenreichen Zuge von Gewappneten und Volk sowie den klagenden Frauen, der sich aus einem Tore der links beinahe aus der Vogelschau dargestellten trmereichen Stadt Jerusalem herausbewegt. Daneben war ganz links die Inschrift zu lesen: Anno dni M.CCCC.lxxiij [1473] An vnser lieben frawen abent wrtzweyh verschid frawe barbara karl steilngers [Steinlingers] haufrawe der got gnedig.... Darnach Anno dni... an sant valenti... [versch]id karl steinlinger dem... nad. [Illustration: Abb. 106. Darstellungen aus der Apostellegende. Wandgemlde im Ostchor.] Die Versuche, die stark abgebltterte und nur noch lose anhaftende lmalerei von der Wand abzuziehen, milangen leider bei den Resten der eigentlichen Darstellung der Kreuzschleppung ganz. Dagegen konnte die =Darstellung der Stadt Jerusalem= leidlich gut und vollstndig erhalten werden. Vorsichtig auf Leinwand bertragen hat sie jetzt ihren Platz in der nrdlichen Turmhalle gefunden. Unter den abgenommenen Resten dieses ganzen lgemldes wurden endlich noch die zum Teil wohlerhaltenen Reste eines knstlerisch bedeutsamen Freskogemldes entdeckt, das gleichfalls die =Kreuztragung= zum Gegenstande hatte und von dem die besterhaltenen Teile abgezogen und auf eine Mrteltafel gebracht werden konnten. Vllig unrestauriert sind sie auf dieser in der Bausammlung der Sebalduskirche, wo auch Photographien der beiden Kreuzschleppungen aufbewahrt werden, noch zu sehen. Die Wappen Steinlinger-Muffel, die sich darunter befinden, lassen erkennen, da auch diese ltere Kreuztragung (1. Hlfte des 15. Jahrhunderts) eine Steinlingersche Stiftung war. Unter den brigen Wappen lt sich noch ein Groisches und eine weiteres Steinlingersches erkennen. An der Wand vor dem Tucheraltar wurde die landschaftliche Darstellung eines =Wallfahrtsortes= mit reicher Staffage an Pilgern und Kranken aufgefunden, die in der Mitte einen unbemalten Raum als Hintergrund fr eine Heiligenstatue aufweist. Dieses dem 15. Jahrhundert entstammende Wandgemlde wurde von der Wand abgezogen und auf eine Mrtelplatte gebracht. Es befindet sich jetzt im Chorumgang an der rechten Seite des Petrusaltars. An der Wand bei dem Tucheraltar, zum Teil von diesem verdeckt, die wirkungsvollen Gestalten der hl. =Elisabeth= und des hl. =Martin=, 15. Jahrhundert. Hinter dem Tucheraltar unter dem Stromerfenster ein Wandgemlde in ltechnik mit zwei Kompositionen (Abb. 105). Links =Abendmahl= und =Fuwaschung=; auf diesem Bilde links der kniende Stifter mit seinem Familienwappen, darber die Inschrift: Anno dm Mcccclxxlll Jar starb han starck vlrich starcken pruder am Donrstag vor dem heilighen Kristag dem got gnedig sei. amen. Anno 1627 durch Han Starken wieder verneurt worden, seines Aldters 79 Jahr.[XIII] Rechts Christus am =lberg=; unten auf dem Gemlde in der Mitte die Wappen der Starck und Voit. Starcksche Stiftung von 1423. [XIII] Hans Starck, der 1627 dieses Gemlde restaurieren lie, ist derselbe, der 1625 das hlzerne Kruzifix am Westchor durch einen Bronzegu ersetzte. Seit 1627 bis zur Unkenntlichkeit bermalt, wurden die Bilder bei der letzten Wiederherstellung der Kirche durch Konservator A. Mayer wieder instandgesetzt. An der Wand hinter dem Petrusaltar aufgefunden gut erhaltene, knstlerisch wie kunsthistorisch gleich wertvolle Freskodarstellungen aus der =Apostellegende= (Abb. 106), die dem Anfange des 15. Jahrhunderts angehren (siehe oben). Das Gemlde wurde von der Wand abgezogen, auf eine Mrtelplatte bertragen und im Chorumgang an der Wand rechts vom Petrusaltar angebracht. Die Restaurierung des Bildes besorgte Kunstmaler Pfleiderer in Mnchen. Eine Photographie von dem Zustande vor der Restaurierung befindet sich in der Bausammlung. Rechts von diesem Bilde die Reste eines Wandgemldes mit der =Kreuzschleppung=. Links vom Eingang zur sdlichen Sakristei und vermutlich mit Bezug auf die Volckamersche Matronenstatue zwei =Stifterfiguren= mit den Wappen der Behaim und Ortlieb auf gemustertem Hintergrunde, in lmalerei ausgefhrt. In der Kapelle neben dem Dreiknigsportal zeigt die Ostwand rechts einen =Johannes Evangelista= unter Architektur, links eine =weibliche Heilige=, von der jedoch nur noch der Oberkrper erhalten ist. An der Hochwand ber dem Trennungsbogen zum sdlichen Seitenschiff zu beiden Seiten der Orgel reiches grnes =Rankenornament, dazwischen musizierende Engel=, aus der Zeit der Erbauung des alten Orgelgehuses. An verschiedenen Wnden und Pfeilern, zum Teil hinter Statuen, zum Teil hinter den Standorten ehemals vorhandener Statuen, =gemalte Wandbehnge= mit Granatapfel- und anderen Musterungen. In der farbigen Behandlung der Wnde und Gewlbe lassen sich drei verschiedene Arten feststellen. Eine noch romanische Polychromie zeigt der Lffelholzchor. Die Wnde haben Steinton, die Gurten und Rippen sind in Quader geteilt, hauptschlich in roter und grauer Farbe. Die Kappenflchen sind durch schwarze Linien so geteilt, da ein Mauerwerk aus Steinen in Ziegelgre vorgetuscht wird. Die Schfte der Zwergsulchen sind schwarz getnt. Diese letztere Tnung ist auch im Mittelschiff noch sichtbar. Im brigen haben aber hier und in dem Seitenschiffe wohl in der ersten Hlfte des 14. Jahrhunderts die Gurten und Rippen hauptschlich in der Nhe der Schlusteine farbige Linienornamente in abwechselnder Form und manchmal flammender Bewegung erhalten. Die Schlusteine selbst sind polychrom und zum Teil vergoldet. Diese Art der farbigen Behandlung scheint nach Fertigstellung des Ostchores auch fr den letzteren vorbildlich gewesen zu sein. Schlusteine und Rippen sind -- es handelt sich hier um die dritte Art der Bemalung -- hnlich behandelt. Bei den Fenstern ist jedoch eine gemalte rote Steinumrahmung dazu getreten und auf den Kappen ist an den Rippen und Gurten eine schwarze Begleitlinie gezogen; auch die Kappenscheitel sind durch eine solche Linie betont. 4. Die Glasgemlde. hnlich dem Entwicklungsgang der Plastik scheint auch auf dem Gebiete der Glasmalerei anfangs nichts oder wenigstens nicht viel geleistet worden zu sein. Kein einziges Stck Glasgemlde aus der Zeit des romanischen Baues ist erhalten. Erst seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts, als die gotischen Seitenschiffe gebaut und im romanischen Querhaus die schmalen Fenster in breitere Mawerkfenster umgewandelt wurden, lt sich eine Glasmalerschule in noch erhaltenen Denkmlern nachweisen. Diese breitete sich weiter aus, als mit dem Neubau des Ostchores (1361-1379) wiederum Gelegenheit zur Anbringung von Glasgemlden gegeben wurde. Eine Reihe von Patrizierfamilien hatte die Schmckung der einzelnen Wandabteilungen bernommen, besonders diejenigen Familien, die ihre Grabgrfte am Chor, sei es innerhalb, sei es auerhalb desselben, hatten. ber die Hlfte der Ostchorfenster sind Erzeugnisse dieser um 1380 ttigen Schule. Von 1380 an trat eine Pause von ber 100 Jahren ein. Die spteren Glasgemlde sind vereinzelte Stiftungen und hngen nicht mit einer baulichen Vernderung zusammen. In die Erzeugnisse dieser neuen von 1490 bis 1520 whrenden Bltezeit teilen sich jetzt mehrere Kirchen; insbesondere St. Lorenz mit seinem eben vollendeten Chor hat die Hauptleistungen der ersten Zeit an sich genommen. Das Bambergische und das Volckamersche Fenster (datiert 1488) in St. Sebald reprsentieren die erste noch den sptgotischen Stilcharakter tragende Epoche des Aufschwungs. Wolfgang Katzheimer ist der Meister. Eine weitere Entwicklungsphase in der Geschichte der Glasmalerei Nrnbergs bezeichnen die drei Fenster des berhmten Veit Hirschvogel: das Maximilians-, Markgrafen- und Pfinzingsche Fenster mit ihren prchtigen Gestalten der Frhrenaissance und mit ihrer den Drerschen und Kulmbachschen Werken nahe verwandten Formensprache. Sie zhlen unstreitig zu den kostbarsten Kunstwerken, die die Kirche birgt. Einen Beleg fr die Existenz und knstlerische Bedeutung der Nrnberger Glasmalerschule noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts bildet das in seiner Architekturzeichnung an die Sptrenaissanceformen des Pellerhauses erinnernde Imhoffsche Fenster. Die brigen Fenster der Kirche sind meist nur mit Wappenschilden von Geschlechtern zum Andenken an verstorbene Angehrige geschmckt. Der Zweck der Stiftung deckte sich ungefhr mit dem bei den Totentafeln von Holz. _Westchor._ Im =ersten Fenster= links =Christus am Kreuz= mit Maria und Johannes. Darunter die Schrift: Fr uns Er trug vnser Krankheit vnd lude auf sich unsere schmertzen. Esaiae am LIII Cap. Ferner Rundscheibe mit dem Allianzwappen der Stockamer und Groland. Im =zweiten Fenster= im Mawerk Wappen der Ayrer, unten zwei Allianzwappen der Stockamer und Dietherr. -- Die Glasgemlde mit den Heiligen =Jakobus= und =Bartholomus= und die beiden Rundscheiben mit Evangelistensymbolen wurden 1903 nach Entwrfen von Friedrich Wanderer von Zettler in Mnchen ausgefhrt. Im =dritten Fenster St. Lorenz und St. Sebald= sowie drei Lffelholzische Wappen, alles von Wanderer-Zettler, 1903. Im =vierten Fenster= Wappen der Unterholzer(?) sowie zwei Allianzwappen der Dietherr. Dazu =St. Johannes Ev. und St. Egidius= sowie die Rundscheiben mit Evangelistensymbolen von Wanderer-Zettler, 1903. Die Heiligen in dem 2., 3. und 4. Fenster stellen die Patrone der Nrnberger Kirchen dar und wurden von den freiherrlichen Familien der Kre und Tucher (2. Fenster), Lffelholz (3. Fenster), Haller und Scheurl (4. Fenster) gestiftet. Im =fnften Fenster= Wappen der Lffelholz und zwei Gammersfeldersche Allianzwappen. Im =Fenster der sdlichen Turmhalle= Wappen der Paumgrtner-Haller. _Nrdliches Seitenchor._ Im =ersten Fenster= oben sechs Allianzwappen der Ntzel. Im =zweiten Fenster=, dem kleinen Fenster ber der Anschreibtre, die Wappenschilde der Schlsselfelder und Allianzwappen der Held. Im =dritten Fenster= ein hl. =Bischof= und =St. Blasius= mit Konrad und Wolf Haller von Hallerstein als Donatoren und zwei zugehrigen sowie zwei weiteren Wappenschilden der Haller. Im =vierten Fenster= die Heiligen =Sebald und Petrus=, dazwischen zwei Wappenschilde der Holzschuher. Im Mawerk eine =Verkndigung Mari= und darber ein Engel mit dem Holzschuherschen Wappen. Alle diese Glasgemlde wohl aus der gleichen Zeit, eines derselben von 1503 datiert. Im =fnften Fenster= unten die hl. =Barbara=, darber das Wappenschild der Ntzel mit der Inschrift: H. Carl Ntzel Ritter R. Kay. May. Rath Starb den 18. Novem 1614. Oben vier lhafensche Allianzwappen. In dem =Treppenfenster= neben der Querschiff- bzw. Ostchormauer drei kleine Wappen der Ntzel. Es folgt die Beschreibung der Fenster im Ostchor in fortlaufender Reihe vom ersten Fenster der Nordwand neben der alten Querschiffmauer an: _Ostchor._ 1. Das =erste Fenster im Ostchor=. Um 1360. Zweifellos noch vor Beginn des Ostchorumbaues vollendet. Die Gemlde umfassen die fnf unteren Reihen. Die Gliederung der architektonischen Umrahmung, noch mehr der Zusammenhang der einzelnen Darstellungen sind unklar. Von den letzteren sind nur drei der Sockelreihe ihrem Inhalte nach zu erkennen, nmlich Christus in der Vorhlle, Grablegung und die Ausgieung des heiligen Geistes. [Illustration: Abb. 107. Detail vom Bamberger Fenster.] Die obere Reihe zeigt unter Baldachinarchitektur links einen Verkndigungsengel, im zweiten Felde dem Engel zugewendet einen brtigen Mann (Verkndigung Johannis?), im dritten Felde einen hackenden Mann, im vierten eine spinnende Frau, vor ihr eine Wiege mit Kind (Adam und Eva nach dem Sndenfall?). In der mittleren Reihe links eine gekrnte Heilige und zwei andere nicht genauer zu deutende Figuren; im zweiten Feld zwei weibliche Heilige mit dicken Bchern in den Hnden; im dritten und vierten Felde vornehme Gesellschaft im Zeitkostm, von fraglicher Bedeutung. Am ganzen Gemlde ist im Laufe der Zeit viel verndert worden. Im oberen freien Teil des Fensters zwei runde Medaillons mit Wappen der Geuder. 2. Das =Grundherrsche Fenster=. 1372-1379. Das Gemlde umfat die sechs unteren Reihen. Durch Versetzung mehrerer Felder in der Gesamtkomposition entstellt. Das Fenster mu sich ursprnglich an anderer Stelle befunden haben und wurde hierher versetzt, als man das Imhoffsche Fenster, dessen Mawerkmalereien an ihrer alten Stelle verblieben, von hier auf die gegenberliegende sdliche Seite des Ostchors berfhrte. Die Stifterfiguren der ueren Felder der unteren Reihe gehren der sptmittelalterlichen Zeit an. Im brigen enthalten die zwei mittleren Felderreihen in achtpafrmigen Kartuschen Darstellungen aus der Marienlegende, unten, jetzt in der zweiten Reihe, die Donatoren, in den ueren Bahnen Heilige mit Attributen oder Schriftbndern. In den freien Teilen des Fensters acht runde Medaillons mit drei Grundherrschen Wappen und den Wappen der Kre, Ebner und? (Baumstamm mit roten Lindenblttern auf silbernem Grunde). Im Mawerk, eigentlich zu dem Imhoffschen Fenster gehrend, zwei Engel mit Blasinstrumenten in Wolken, darber das Imhoffsche Wappen. 17. Jahrhundert. In den beiden =Fenstern der Pfinzingempore= 2 grere und 30 kleinere Rundscheiben mit Pfinzingwappen. Im Mawerk des Fensters ber der groen Sakristei zwei groe Schreyersche Allianzwappen. 3. Das =Mendelsche Fenster=. 1372-1379. Das Glasgemlde umfat die unteren sechs Reihen und enthlt neun =Darstellungen aus dem Marienleben=. Die dritte und sechste Reihe und die mittleren Felder der fnften Reihe sind mit Architektur ausgefllt, die Sockelfelder weisen viermal das Wappen der Mendel auf. Im oberen freien Teil des Fensters zwei runde bekrnzte Wappen der Tucher aus dem 16. Jahrhundert. 4. Das =Tuchersche Fenster=. 1372-1379. Es umfat sieben Querreihen mit Darstellungen aus der Passion: 1. Reihe (von unten): Tuchersches Wappen von etwa 1550, der Stifter, dessen Frau, dann ein Pfinzingsches Wappen von etwa 1550. 2. Reihe: =Christus vor Pilatus= (4. Feld), =Dornenkrnung= (1., 2. und 3. Feld). 3. Reihe: =Kreuztragung= (4 Felder). 4. Reihe: =Christus wird ans Kreuz genagelt= (4 Felder, die, offenbar bei einer spteren Reparatur, unrichtig angeordnet wurden). 5. und 6. Reihe: =Kreuzigung= (8 Felder). 7. Reihe: =Architekturaufsatz=. 5. Das =Frersche Fenster=. 1372-1379. Ursprnglich das Fenster der Geuschmid. Die beiden Frerschen Allianzwappen in den mittleren Feldern der zweiten Reihe stammen erst aus dem 16. Jahrhundert. Sie tragen die Unterschriften Sigmund [Ferer der] Ellter... und Christann Ferer Anno dm 1325. [Illustration: Abb. 108. Detail vom Maximiliansfenster.] Das Glasgemlde umfat sechs Reihen und greift mit der Bekrnung in die siebente Reihe ber. Die Sockelreihe enthlt die Wappen der Eysvogel, Geuschmid, Gruber und Ebner, die brigen Reihen, abgesehen von den zwei erwhnten Feldern, 14 =Heilige= und =legendarische Darstellungen=. Darber, innerhalb der Butzenverglasung, ein Scheurl-Tuchersches Allianzwappen mit der Jahreszahl 1480. 6. Das =Stromersche Fenster=. 1372-1379, mit spteren Zutaten aus verschiedenen Zeiten. Das alte Glasgemlde umfat die Reihen 4 bis 9 und enthlt in der untersten Reihe in den beiden mittleren Feldern zwei Stromersche Allianzwappen, dazu links ein Pfinzingsches, rechts ein Kolersches Wappen; in den nchsten vier Reihen 16 Figuren, nmlich zehn =Apostel= und sechs =Propheten=, alle mit Schriftbndern in den Hnden, in der obersten Reihe einen schlichten architektonischen Abschlu, innerhalb desselben zwei kleine Engelsfiguren. Die Reihe 3 wurde um 1500 mit 2 Pfinzingschen Wappen sowie 4 Stromerschen und 2 Kolerschen Allianzwappen in reicher sptgotischer Ornamentik ausgestattet. In der 2. Reihe auer 3 kleinen Pfinzingschen Allianzwappenscheiben eine groe rechteckige Scheibe mit Kolerschen Allianzwappen von 1568, von denen die grten von einer um die Mitte des 19. Jahrhunderts schlecht erneuerten Engelsfigur gehalten werden. Innerhalb des Rahmens einer Schrifttafel finden sich an Stelle derselben zwei kleine, feine, offenbar profane Kabinettmalereien roh eingesetzt: =Begegnung zweier Mnner= und eine =allegorische Frauenfigur= (die Hoffart?). In der untersten Reihe wiederum 3 kleine Pfinzingsche Allianzwappen (6 Rundscheibchen), ein Wappen des Baumeisters Wolf Jakob Stromer von 1589 und ein Wappen seiner Frau Sabina W. J. Stromerin (einer geb. Scheurl) von 1582 sowie ein Kolersches Allianzwappen mit der Unterschrift: Hieronimus Koler anno 1592. 7. Das =Bambergische Fenster=. 1501 gemalt von Wolf Katzheimer (Abb. 107). Die Glasmalerei bedeckt vier Querreihen: 1. Reihe (von oben): Vier Bekrnungen nach Art der ornamentalen Schnitzereien bei Altaraufstzen. 2. Reihe: =Bischof Lambert von Bamberg= 1374, hl. =Kaiser Heinrich=, hl. =Kunigunde= und =Bischof Philipp von Bamberg= 1475. 3. Reihe: Hl. =Bischof= (?), hl. =Petrus=, hl. =Paulus= und hl. =Georg=. 4. Reihe: =Bischof Heinrich von Bamberg= 1487, zwei Wappen von Bamberg und =Bischof Veit von Bamberg= 1501. Im linken Feld der Sockelreihe: Albrecht Drer in ganzer Figur von C. A. Heideloff. 8. Das =Maximiliansfenster= (Abb. 108). 1514 von Veit Hirschvogel gemalt. Von Heideloff restauriert. Es befindet sich in der Mitte des Ostchores, d. h. an der vornehmsten Stelle desselben, sichtbar durch das Mittelschiff bis zum Westchor. Das Glasgemlde nimmt, vom Fenstersockel an gerechnet, zehn Reihen ein und reicht mit dem halbkreisfrmigen Aufbau, nach welchem das Ganze scheinbar als Nische gedacht ist, noch in die elfte Reihe hinber. In den beiden unteren Reihen Butzenverglasung zwischen drei Sulen, in der dritten Reihe eine Rolle mit Inschrift. Die Reihen 4 bis 9 zeigen abwechselnd zwlf Wappen der Lnder des Hauses Habsburg in Deutschland und Spanien, zwei =frstliche Ehepaare= und =vier Heilige=, und zwar: 9. Reihe: Wappen des Knigreichs Kroatien, des Erzherzogtums sterreich, des Herzogtums Steier und des Herzogtums Brabant. 8. Reihe: Die Heiligen Jakobus d. ., Andreas, Kaiser Heinrich und Georg. 7. Reihe: Wappen des Knigreichs Ungarn[XIV], Dalmatiens, Tirols und des Herzogtums Krnten. 6. Reihe: Wappen des Hauses Habsburg, Kaiser Maximilians I., dessen Gemahlin Maria von Burgund[XV] und das Wappen von Burgund. 5. Reihe: Das vereinigte Wappen von Kastilien, sterreich, Leon, Bourbon, Granada und Burgund mit Grafenkrone[XVI], Philipp I. der Schne, Knig von Spanien, dessen Gemahlin Johanna die Wahnsinnige[XVII] und das vereinigte Wappen von Kastilien, Leon, Neapel, Sizilien und Granada mit der Knigskrone. 4. Reihe: Wappen des Knigreichs Leon, der Grafschaft Granada[XVIII], des Knigreichs Neapel und des Knigreichs Sizilien. 3. Reihe mit der Inschrifttafel: Maximilianvs cristianorvm imperator ac septem regnorvm rex heresque archidvx avstriae plvrivm evropae provinciarvm princeps potentissimvs. f. f. Darber die Jahrzahl MCCCCCXIIII. [XIV] Ungarn war 1514 noch nicht im Besitze des Hauses Habsburg, erst seit 1526. [XV] Maria von Burgund war bereits 1482 gestorben. Allein die sptgotische Tracht (die Kopfbedeckung der Maria ist der Hennin) und das daneben befindliche Wappen von Burgund-sterreich lassen es als ausgeschlossen erscheinen, da mit der Dargestellten die zweite Gemahlin Maximilians, Bianca Maria Sforza von Mailand, gemeint ist. Die Darstellung der ersten Gemahlin, der Mutter des in der nchsten Reihe dargestellten Knigs Philipp, geschah jedenfalls auf besonderen Wunsch des Kaisers. [XVI] Die Grafenkrone ist nicht verstndlich. Kastilien war damals schon lange Knigreich. brigens trgt das andere vereinigte Wappen derselben Reihe, bei welchem Kastilien mit Leon die bevorzugte Stelle im linken oberen Feld einnimmt, die Knigskrone. [XVII] Es kann nur der Sohn Maximilians, wenn auch schon seit 1506 verstorben, und seine Gattin in Frage kommen. Hierfr sprechen in erster Linie die beigefgten Wappen, in zweiter Linie der Umstand, da Maximilians Enkel, Philipps Sohn, der nachmalige Kaiser Karl V., damals erst 14 Jahre alt und natrlich auch nicht verheiratet war. In der Literatur werden die beiden frstlichen Personen gewhnlich als Karl V. und Isabella von Portugal bezeichnet, bei M. M. Mayer sogar als Kaiser Maximilian und Gemahlin, whrend das darber stehende Paar Karl V. und Gemahlin genannt wird. [XVIII] Granada war damals Knigreich. Stilistisch interessant durch den Wechsel von Sptgotik und Frhrenaissance: Renaissancekostm fast bei allen Figuren, gotisches Kostm bei der Maria von Burgund, ausgesprochene Renaissance in der Architektur und in der Majuskelinschrift, dagegen noch vollstndig gotisch der gemusterte Hintergrund bei Wappen und Figuren. Das Glasgemlde wurde hergestellt im Auftrage des Kaisers Maximilian I. fr den Preis von 200 fl. [Illustration: Abb. 109. Detail vom Markgrafenfenster.] 9. Das =Markgrafenfenster=[XIX] (Abb. 109). 1515 von Veit Hirschvogel d. . wahrscheinlich nach einem Entwurf des Hans von Kulmbach gemalt. [XIX] Vgl. ber das Fenster namentlich Friedrich H. Hofmann, Das Markgrafenfenster in St. Sebald zu Nrnberg. Im Hohenzollern-Jahrbuch. 1905, S. 67 ff. Das Gemlde nimmt vom Sockel an neun Fensterreihen ein. Das Ganze ist als ein architektonischer Aufbau gedacht. Der Sockel in den beiden untersten Reihen ist durch Fenster und Nische belebt und zeigt eine Inschrifttafel. Darber erheben sich sechs Etagen mit durchlaufenden Wandpfeilern in den ueren Bahnen; in der obersten Etage ist den Wandpfeilern je eine Sule vorgelagert, welche zugleich als Sttze fr den reich ornamentierten bekrnenden Giebel und dessen seitliche, Engel tragende Aufstze in der letzten Reihe dient. Die mittleren Bahnen der Reihen 3 bis 8 enthalten 12 figrliche Darstellungen, in den ueren Bahnen der Reihen 3 bis 7 sind 10 Wappen angebracht. Figuren und Wappen sind: 8. Reihe: Die =Heiligen Maria und Johannes der Tufer=, die Schutzpatrone des Hauses Hohenzollern. 7. Reihe: Wappen von Brandenburg, =Friedrich der ltere, Markgraf von Brandenburg-Ansbach und -Kulmbach, dessen Gemahlin Sophie von Polen=, Wappen von Polen. 6. Reihe: Wappen des Landes der Kassuben und Wenden, =Markgraf Kasimir=, =Markgraf Johann=, nachmals Vizeknig von Valencia, Wappen des Landes der Kassuben und Wenden. 5. Reihe: Wappen von Pommern, =Markgraf Albrecht=, Hochmeister des Deutschen Ordens, nachmals Herzog in Preuen, =Markgraf Georg der Fromme=, Wappen von Pommern. 4. Reihe: Wappen des Burggrafen von Nrnberg, =Markgraf Friedrich=, Domprobst zu Wrzburg, =Markgraf Wilhelm=, nachmals Erzbischof von Riga, Wappen von Rgen. 3. Reihe: Wappen von Hohenzollern, =Markgraf Johann Albrecht=, nachmals Erzbischof zu Magdeburg und Bischof von Halberstadt, =Markgraf Gumbert=, unkenntliches Wappen. 2. Reihe mit der Inschrifttafel: Friderich von gottes gnaden marggraff zu Brandenburg zu Stetin Pomern der Cassuben vnd Wenden herczog burggraff zu Nrnberg und frst zu Rgen 1. 5. 15. Die acht Markgrafen in den Reihen 6 bis 3 sind die acht Shne Friedrichs und seiner Gemahlin Sophie in der Reihenfolge ihres Alters. In den ueren Feldern der Sockelreihe befanden sich ursprnglich zwei Engel, hnlich den oberen Engeln auf der Bekrnung. 1817 muten dieselben zwei schlechten Medaillons mit den Bildnissen Melanchthons und Luthers weichen. 10. Das =Pfinzingsche Fenster=. 1515 gemalt von Veit Hirschvogel d. . Es umfat acht Querreihen: Architektur mit zwei Stockwerken. Im oberen Stockwerk =die Heiligen Christoph, Sebald, Maria mit dem Christuskind und Anna selbdritt=. Im unteren Stockwerk der =Stifter und seine Gemahlin= mit den Wappen der Pfinzing und Grundherr, darunter knieend acht Familienangehrige beiderlei Geschlechts mit ebensovielen Pfinzingschen Wappen. In der untersten Reihe Inschrifttafel: Siegfridus Pfinzing sibi suisque MDXV. Darunter zwei Wappen (Pfinzing-Harsdorf). Einzelne Stellen, hier und da sogar mit Schriftscheiben, ziemlich barbarisch geflickt. 11. Das =Hallersche Fenster=. 1372-1379. Es umfat 6 Querreihen: 1. Reihe (von unten): 4 Hallersche Wappen. 2. Reihe: =Legende des hl. Georg=. 3. Reihe: Ein =heiliger Mnch= mit Buch und zangenartigem Gert, =St. Leonhard=, =St. Sebastian= und ein =heiliger Frst= (Hermelinberwurf) mit Palmwedel und Reichsapfel. 4. Reihe: Die =Heiligen Katharina=, =Anna selbdritt=, =Ursula= und =Elisabeth=. 5. =Herodes und der betlehemitische Kindermord.= 6. Reihe: schlichter Architekturaufsatz. In der 7. Reihe zwei Hallersche Wappen (im 1. und 4. Feld) vom Jahre 1494. [Illustration: Abb. 110. Fenster ber dem sdlichen Seitenschiffportal.] 12. Das =Schrstabsche Fenster=. 1372-1379. Es umfat 7 Querreihen: 1. Reihe (von unten): Lamm Gottes, zum Schrstabschen Wappen gehrig, und drei Schrstabsche Allianzwappen. 2. Reihe: Hl. =Sebald=, ein kniender, den Heiligen verehrender =Ritter= mit dem Schrstabwappen und zwei kniende =Frauen= mit Stromerschen Wappen und Wappen der Graser (?). 3. Reihe: =Christus in der Vorhlle= (2 Felder), =der Auferstandene erscheint den heiligen Frauen= (2 Felder). 4. Reihe: Kreuzabnahme oder richtiger =Piet=; =Grablegung= (je 2 Felder). 5. Reihe: =Himmelfahrt=, =Tod Mari= (je 2 Felder). 6. und 7. Reihe: Architektur. In der 8. Reihe (1. und 4. Feld) zwei Schrstabsche Wappen von 1493, ber jedem das Lamm Gottes. 13. Das =Behaimsche Fenster=. 1372-1379. Das Glasgemlde umfat die sechs unteren Reihen und greift mit der Bekrnung in die siebente Reihe ber. Die mittleren Felder der Sockelreihe enthalten zwei Behaimsche Allianzwappen, in den Feldern daneben kniende Familienangehrige mit Behaimschen Allianzwappen. Die mittleren Bahnen sind kompositionell zusammengefat, und zwar sind die Reihen 2 bis 7 in drei Etagen gegliedert, welche von unten nach oben die =Verkndigung= (eine starke gelbe Rhre vermittelt den hl. Geist, eine Taube, vom Munde Gott Vaters dem Ohr der Maria), =Geburt Christi= und die =Krnung Mari= zeigen. In den brigen seitlichen Feldern, abgesehen von den erwhnten Wappenfeldern, neben der Verkndigung zwei weitere Anbetende, eine mnnliche und eine weibliche Figur mit Allianzwappen, zu den beiden Seiten der Geburt und Krnung vier musizierende Engel. Im Mawerk Medaillons mit dem zwei Behaimsche Allianzwappen, je von einem Engel gehalten, aus dem 16. Jahrhundert. 14. Das =Volckamersche Fenster=. Etwa 1490-1500. Es umfat 6 Querreihen: 1. Reihe (von oben): Reiche gotische Baldachinarchitektur als Bekrnung. 2. Reihe: Von den Darstellungen, die diese Reihe enthielt, der =Verkndigung= und =Geburt=, ist nur mehr je eine Hlfte vorhanden, nmlich die Maria von der Verkndigung und der hl. Joseph von der Geburt. Sie nehmen die beiden mittleren Felder ein. An die Stelle der abhanden gekommenen anderen Hlften wurden ein Volckamersches und ein Grtner-Schrstabsches Wappen in die Butzenverglasung der beiden seitlichen Felder eingefgt. 3. Reihe: =Anbetung der heiligen drei Knige=. 4. Reihe: =Beschneidung= und =Darstellung im Tempel=. 5. Reihe: Kniende mnnliche und weibliche Familienangehrige mit Volckamerschen Allianzwappen. 6. Reihe: In den mittleren Feldern zwei Wappen der Volckamer mit der Inschrift: Anno domini 1488, zu den Seiten mnnliche und weibliche Anbeterfiguren mit Spruchbndern und den Wappen der Stromer, Volckamer (2), Ebner und Schrstab. 15. Das =Imhoffsche Fenster=. Vom Jahre 1601 (links unten in der zweiten Reihe datiert), die beiden untersten Wappenpaare vom Jahre 1641. Von Jakob Sprngli oder Christoph Maurer (1558-1614), ebenfalls einem geborenen Schweizer. Das Glasgemlde umfat das ganze Fenster. Wirkungsvoller architektonischer Aufbau in krftigen Renaissanceformen mit reichen Zutaten von Puttenfiguren, Festons usw. in den beiden ueren Bahnen, oben die allegorischen Figuren Glaube und Liebe; in den beiden mittleren Bahnen 20 Einzelwappen und Allianzwappen der Imhoff, teils mit Wappenzier, teils von Krnzen umrahmt. Die zu diesem Fenster gehrigen Glasmalereien des Mawerks sind bei der Versetzung des Fensters an dessen ursprnglichem Ort, nmlich in dem an der Nordseite des Ostchores gerade gegenberliegenden Fenster zurckgeblieben (siehe oben). 16. Das =letzte Fenster im Ostchor=. Um 1360. Das Glasgemlde war wie das im gegenberstehenden Fenster befindliche wahrscheinlich schon vor Beginn des Ostchorneubaues vorhanden. Das Fenster ist entweder eine Paumgrtnersche Stiftung oder eine Stiftung der Familien Pirckheimer, Paumgrtner und Grabner, deren Wappen die Sockelreihe aufweist. Was die Komposition anlangt, so sind die beiden mittleren Bahnen zusammengefat und in drei Etagen mit je drei Feldern abgeteilt, wobei in den jeweiligen Bekrnungen zwei Giebel mit einem Rundbogen abwechseln; unten die =Anbetung der heiligen drei Knige=, in der Mitte die =Darbringung im Tempel=, zu beiden Seiten weibliche Figuren mit Tauben, darber Propheten, oben der zwlfjhrige =Jesus bei den Schriftgelehrten=, zu beiden Seiten Engel. _Sdliches Seitenschiff._ Im =ersten Fenster= von der alten Querhausmauer an ein greres Welsersches Wappen und vier kleinere runde Welsersche Allianzwappen, bei deren einem das heraldisch rechte Wappen durch buntes Glas ersetzt ist. Im =zweiten Fenster= ein greres Behaimsches, drei kleinere runde Welsersche und ein ebensolches lhafensches Allianzwappen. Im =dritten Fenster Christus am Kreuz mit Maria und Johannes=, darber prchtig stilisiert Helm, Helmdecke und Zimier zu einem jetzt fehlenden lhafenschen Wappen, auerdem vier kleine Rundscheiben mit dem Wappen der Gutschneider, Koler-Kre, lhafen-Volckamer und Welser-Ntzel. Im =vierten Fenster=, dem kleinen Fenster ber dem Sdportal, das Wappenschild der Pmer und ein Spruchband, auf dem M. M. Mayer noch die jetzt fast verschwundene Inschrift las: Heinrich Pmer Starb Anno 1331, darunter zwei Donatoren (bezeichnet als Friedrich und Konrad Pmer) mit zwei Pmerschen Allianzwappen (Abb. 110). Im =fnften Fenster= befinden sich jetzt sechs kleine Rundscheiben mit Allianzwappen der Familien Dietherr, Kre, Harsdorf, lhafen und Rohleder sowie einem Pmerschen Wappen. 5. Gedenktafeln, Totenschilder, Stuhlwerk, Orgeln und Glocken. =Gedenktafeln.= Diejenigen Geschlechter, deren Begrbnissttten in der Kirche lagen oder welche sich durch hervorragende Stiftungen ausgezeichnet hatten, besaen das Recht, groe Tafeln mit Verzeichnissen der Vorfahren zum Andenken an dieselben in der Nhe der gestifteten Gegenstnde aufzuhngen. Die Sitte kam zwar schon zur Zeit der Sptgotik auf, allein erst mit der um die Mitte des 17. Jahrhunderts durchgefhrten Barockausstattung wurde vielfach Gebrauch davon gemacht. Die uns erhaltenen Gedenktafeln gehren den Patrizierfamilien Ebner, Frer, Holzschuher, Kre, Lffelholz, Pfinzing, Pmer, Scheurl, Tucher und Volckamer an. Der Inhalt der Tafeln hat lediglich familiengeschichtliches Interesse. Von knstlerischem Wert sind nur einige Tafeln durch reichere Gestaltung der holzgeschnitzten Rahmen, insbesondere der die Tafeln bekrnenden Aufstze und Wappenschilder. Von den der Mitte des 17. Jahrhunderts angehrigen Gedenktafeln verdienen hervorgehoben zu werden die der =Lffelholz= im Westchor, die der =Kre= mit dem Holztafelgemlde des segnenden Weltheilandes und dem Wappenschilde aus der Rokokozeit (Abb. 111) und die der =Volckamer= im Ostchor vor dem Muffelschen Altar (Abb. 112); von den ein Jahrhundert jngeren Tafeln im ausgesprochenen Rokokostil die der =Ebner= beim nrdlichen Turm (Abb. 113), die der =Holzschuher= im sdlichen Seitenschiff und die der =Frer= im Ostchor beim Muffelschen Altar. In die Renaissancezeit fllt eine der vielen =Tucherschen Tafeln=, welche im Ostchor an der Wand des Tucherfensters hngt (Abb. 114). Sie zeichnet sich dadurch aus, da in ihrer Mitte ein aus dem Beginn des 16. Jahrhunderts stammendes lgemlde aus Holz eingelassen ist, darstellend den Tod vor offenem Grabe mit Schriftband: Was ir seit, das was ich, vnd was ich bin, das wert ir. Auf einer anderen Tucherschen Gedchtnistafel im nrdlichen Chorumgang hinter dem Hochaltar =Christus als Weltenrichter=, auf dem Regenbogen thronend. 17. Jahrhundert. =Totenschilder.= Zum Inventar der Kirche zhlen nunmehr auch eine groe Anzahl von alten Totenschildern verschiedener Patrizierfamilien. Die frher in der Kirche aufgehngten Schilder wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis auf das unten erwhnte Stromersche, das auf seinem alten Platz oberhalb der Stromerschen Empore im nrdlichen Seitenschiff verblieb, den Stiftern zurckgegeben. Wie weit die jetzigen Schilder mit den frheren identisch sind, drfte sich schwerlich feststellen lassen. Von den Totenschildern, von denen manche, insbesondere ein Hallersches, sowohl nach der knstlerischen wie nach der technischen Seite von Interesse sind und bei deren Herstellung teilweise mit den einfachsten Mitteln (Rohaare, vergoldete Hanfstricke usw.) gearbeitet worden ist, gehren 21 der =Lffelholz=schen (Abb. 115), 7 der =Kressi=schen (Abb. 116), 12 der =Haller=schen (Abb. 117, 118), 11 der =Harsdrfer=schen, 4 der =Ebner=schen (Abb. 119) (hievon 2 neu) und 1 (siehe oben) der =Stromer=schen Familie (Abb. 120) an. Sie stammen aus der Zeit vom 14. bis zum 18. Jahrhundert und hngen im Westchor, im Mittelschiff und im nrdlichen Seitenschiff in der Nhe der Grabsttten der Stifterfamilien. =Kirchensthle und anderes Mobiliar.= Das in Eichenholz ziemlich derb geschnitzte =Chorgesthl= im Mittelschiff des Ostchores zwischen den Pfeilern stammt aus der Zeit der Vollendung des Chorneubaues zwischen den Jahren 1372 und 1379 (Abb. 121, 122 und 123). Die Seitenteile der Sthle sind mit ornamentalen, durchbrochen gearbeiteten und mit figrlichen Schnitzereien, Propheten, Apostel sowie andere Heilige und phantastische Tiergestalten darstellend, ausgestattet. An den Rckwnden der Chorsthle zu beiden Seiten des Altares sind jetzt zwei runde holzgeschnitzte Medaillons angebracht: links der heilige Sebald in einem Renaissanceraum, zu seinen beiden Seiten die Wappen von Dnemark und Frankreich, zu seinen Fen das Schreyersche Wappen (vgl. Titelvignette), auf der anderen (rechten) Seite in Hochoval das Grundherrsche Wappen. Beide Medaillons rhren vermutlich von frheren Kirchensthlen (einem Schreyerschen und einem Grundherrschen?) her. Im sdlichen Seitenschiff an der Westwand neben der Turmhalle ein zweisitziger =Kirchenstuhl= ohne besondere Dekoration, ebenfalls aus Eichenholz mit zwei eingeschnittenen Wappen der =Haller= (Abb. 124). Im Lffelholz- oder Westchor ein im frhen Barockstil reichgeschnitzter =Stuhl= vom Jahre 1627 (Abb. 125). Ihm gegenber einfach geschnitzter =Stuhl des Handwerks der Holz- und Beindrechsler= mit deren Wappen auf vergoldetem Kupfer von 1738. Im nrdlichen Seitenschiff an der Turmwand hbsch ornamentierter =Stuhl= aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Neben dem Eingange des nrdlichen Seitenschiffes einfach geschnitzter =Stuhl des Handwerks der Bcker=. 17. Jahrhundert. Auerdem noch zwei ganz einfache =Kirchensthle= in der nrdlichen Turmhalle und beim Eingange des sdlichen Seitenschiffes; letzterer mit reicherem barockem Aufsatz mit den Emblemen des =Schuhmacherhandwerks=. Ferner mancherlei krftig geschnitztes Stuhlwerk an den Wnden der Kirche aus verschiedenen Epochen: an der Sdwand des Ostchors einfaches =gotisches Chorgesthl=, gegenber an der Nordwand die =Tucherschen Chorsthle= unter den Gedenktafeln des Tucherschen Geschlechts aus der Zeit der Sptrenaissance. Der gleichen Zeit gehren auch die beiden =Tucherschen Paramentenschrnke= an, die sich jetzt hinter dem Altare befinden. Weitere =Chor- und Handwerkersthle= mit einfach ausgeschnittenen Stuhlwangen in verschiedenen Teilen der Kirche. Hinter dem Hochaltar zwei mit Schnitzerei verzierte =Sngerpulte= aus dem 17. Jahrhundert mit drehbaren Aufstzen. Die einfachen =Chorschranken= rhren vermutlich von der Restaurierung um die Mitte des 17. Jahrhunderts her. Neben dem Eingange zur sdlichen Sakristei und in der Pmerkapelle =je ein gotisches Wandschrnkchen= mit hbscher holzgeschnitzter Tr und den alten Eisenbeschlgen. Die =Laiensthle= der Kirche aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden bei der letzten Restaurierung derart umgendert, da die in plumpen pseudogotischen Formen gehaltenen Wangen durch einfach ausgeschnittene Bretter ersetzt und so dem vorhandenen alten Gesthl angepat wurden. [Illustration: Abb. 111. Detail vom Rahmen der Kressischen Totentafel im Ostchor.] [Illustration: Abb. 112. Detail vom Rahmen der Volckamerschen Totentafel im Ostchor.] [Illustration: Abb. 113. Rahmen der Ebnerschen Totentafel im nrdlichen Seitenschiff.] Schlielich sei noch ein =neuer Paramentenschrank= in einfachen gotischen Formen erwhnt, der von Hauberrisser entworfen wurde und neben der sdlichen Turmwand seinen Platz gefunden hat. Beim Muffelaltar ist in die Wand eine =Steinplatte= eingelassen, in der oben in einer kleinen Nische das Erzschildchen eingemauert ist, das 1882 hinter einem Baldachin des Ostchors gefunden wurde. Wie die 1906 angebrachte Inschrifttafel besagt, handelt es sich bei dem Zeichen auf diesem alten Schildchen offenbar um das Meisterzeichen des bisher noch unbekannten Erbauers des Ostchors. Vgl. Abb. 26. Die =eisernen Tren= neben dieser Steinplatte, die als Verschlu von Wandschrnken dienen, sind alt (15. Jahrhundert) und zeichnen sich durch schn ornamentierte Schloschilde und geschmackvoll geformte Griffe aus. Die Wandschrnke beim Petrus- und Tucheraltar wurden nach diesem Muster mit neuen eisernen Tren versehen. Ebenfalls eine Arbeit der Neuzeit ist der eiserne =Opferstock= im Mittelschiff vor dem Lffelholz-Chor. [Illustration: Abb. 114. Details vom Rahmen der Tucherschen Totentafeln.] [Illustration: Abb. 115. Lffelholzische Totenschilder.] [Illustration: Abb. 116. Kressisches Totenschild (des Stifters der Kirche in Kraftshof).] =Orgeln.= Die =groe Orgel= im Ostchor (Abb. 126) wurde 1444 von Heinrich Traxdorf fr 1150 fl. erbaut. Von dem Pfeifenwerke dieser gotischen Orgel sowie von den im Laufe der Jahrhunderte hinzugekommenen Registern hat sich nichts erhalten. Bei der letzten Restaurierung (1905) wurde ein der modernen Orgeltechnik entsprechendes Werk aufgestellt und zum Teil dem alten Gehuse eingefgt. Aber auch mit diesem waren im Laufe der Zeiten bereits verschiedene Vernderungen vorgenommen worden. Whrend eine Anzahl urkundlich bezeugter Verbesserungen (1480/81, um 1520, 1572 usw.) sich wesentlich auf das Werk bezogen zu haben scheinen, das 1691 von Georg Siegmund Leyser, Orgelbauer in Rothenburg o. T., erneuert wurde, hatten die Umbauten und Reparaturen von 1658 und 1827 auch bedeutende Umformungen des Gehuses zur Folge. 1658 wurde die Orgel der barocken Kirchenausstattung angepat, wobei Daniel Preiler die Flgel mit den Bildnissen der Scholarchen und Geistlichen an der Kirche und der damaligen Stadtmusiker schmckte. Diese Flgel haben sich indessen nicht erhalten. Bei der Ausbesserung des Werkes durch den Orgelbauer Augustin Ferdinand Bittner im Jahre 1827 wurden jene barocken Teile durch gotisch stilisierte, nach Plnen Heideloffs ausgefhrte Teile ersetzt. Hiebei wurde nicht nur ein neues Positiv angebracht, sondern auch die Galerie fr den Sngerchor nach beiden Seiten hin erweitert und mit einer hlzernen, mit gotischen Mawerken versehenen Brstung abgeschlossen. [Illustration: Abb. 117. Hallersche Totenschilder.] [Illustration: Abb. 118. Hallersches Totenschild.] Bei der letzten Wiederherstellung der Kirche lie sich das ursprngliche Gehuse der Orgel noch zum grten Teil aus den spteren Zutaten wieder herausschlen und bietet sich jetzt wesentlich in seiner alten Gestalt dem Auge dar. Das in Eichenholz krftig und wirkungsvoll geschnitzte alte Gehuse zeichnet sich durch reichen ornamentalen und figrlichen Schmuck aus. Es sei dabei einerseits auf die reizvolle und eigenartige Bildung der Wimperge mit ihren trefflich geschnitzten Krabben und Kreuzblumen, andererseits auf die figuralen Darstellungen, die sich in das abschlieende Mawerk der vorkragenden Sngerbhne einfgen, besonders hingewiesen: nicht nur Adam und Eva, sondern auch Wappenhalter mit den Nrnberger Wappen und allerlei Gestalten aus dem Volke, Ritter, Knechte, Bauern usw., finden sich hier in bunter Reihe angebracht. Die beiden unteren Konsolen tragen wiederum die beiden in Verbindung mit dem heiligen Sebaldus so oft wiederkehrenden Wappen; am Scheitel des Gewlbes, gewissermaen als Schlustein eine Teufelsfratze mit einer Zunge aus Leder, einem Bart aus Rohaaren und einem Unterkiefer, der heute noch, wie ehedem, durch das Orgelwerk in Bewegung gesetzt wird. Die Ergnzungen, die bei der letzten Restaurierung ntig wurden, beschrnken sich in der Hauptsache auf die Bretterbrstung zu beiden Seiten des gleichfalls neuen Positivs, bei dem indessen einzelne alte Teile zur Verwendung kommen konnten, und auf die schmalen Mawerkfllungen unterhalb der groen seitlichen Register. ber die Wandmalerei zu beiden Seiten der Orgel, die mit dieser inhaltlich in Beziehung steht, ist oben bereits gehandelt worden. Die =kleine Orgel= im Westchor ist 1732 am 13. Oktober gestiftet von Konrad Nikolaus Overdik und dessen Gattin Ursula, geb. Ebermayr, als Haus Orgel zu Unterhaltung der Andacht bey der heil. Comunion in dem Chor nach St. Sebald. Die Geschichte der Orgel ist brigens bisher nicht vllig klargestellt. Heute wird sie von einem Muffelschen Wappen bekrnt, zu dessen beiden Seiten man die Jahreszahl 1776 liest. Auch die beiden vergoldeten Monogramme auf der Rckseite der Orgel scheinen auf die Patrizierfamilie Muffel hinzudeuten. [Illustration: Abb. 119. Ebnersches Totenschild.] [Illustration: Abb. 120. Stromersches Totenschild.] [Illustration: Abb. 121. Details von den Chorsthlen im Ostchor.] [Illustration: Abb. 122. Details von den Chorsthlen im Ostchor.] Sonst ist von Orgeln nur bekannt, da 1447 eine kleinere Orgel gestiftet, 1570 aber wieder entfernt wurde. Auch zum Jahre 1517 wird von der Stiftung einer kleineren Orgel durch Hans Stauber berichtet.[XX] Von den Silberdrahtziehern soll 1657 eine kleine Orgel gestiftet worden sein. [XX] Vgl. Hampe, Nrnberger Ratsverlsse. Bd. 1. Nr. 1101. 1108, 1109. =Glocken. Im nrdlichen Turm:= 1. =Die Betglocke.= Von Johann Weienburger in Nrnberg 1391 gegossen. Halsinschrift: O REX GLORIE VENI CVM PACE LVCAS MARCVS MATHEVS JOHANNES AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINVS TECVM BENEDICTA TV IN MVLIERIBVS ET BENEDICTVS FRVCTVS VENTRIS TVI AMEN VITA + INTER NATOS MVLIERVM NON SVRREXIT MAIOR IOHANNE BAPTISTA QVI VIAM DOMINO PREPARAVIT IN HEREMO FVIT HOMO MISSVS A DEO CVI NOMEN IOHANNES ERAT ORA [P=] NOBIS BTE AG. Fuinschrift: ANNO DOMINI MCCCLXXXXI HEC CAMPANA EST CXXXXVIII CENTENARIIS ACTA PER IOHANNEM WYSSENBVRGER IN N[.V]RBERG IN VIGILIA S[=T]I LAVRENCII M[=R]IS A DOMINO HEINRICO PREPOSITO DE VESTENBERG GENITO CONPARATA REX KASPAR REX BALTHEZAR REX MELCHIOR DEVS [PPI=]CIVS ESTO [P=]INTCESSIONEM B[=T]I AVGVSTI +. [Illustration: Abb. 123. Details von den Chorsthlen im Ostchor.] [Illustration: Abb. 124. Hallerscher Kirchenstuhl.] [Illustration: Abb. 125. Kirchenstuhl im Lffelholzchor.] Hhe (ohne Krone) 130 m. Die Betglocke heit in den Chroniken wie ihre Vorgngerin auch Benedicta. Im Jahre 1600 sollte die jetzige Betglocke durch eine neue ersetzt werden. Eine Ausbesserung war jedoch noch mglich. Im Laufe des 18. Jahrhunderts fanden mehrere Reparaturen statt. Nach Stdtechroniken I, 357 wre die alte Glocke erst 1392 an unsers herrn leichnames abent [12. Juni] geweiht worden. 2. Eine =Glocke= aus dem zweiten Drittel des 14. Jahrhunderts. Halsinschrift: AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINVS TECVM BENEDI. +. Hhe (ohne Krone): 088 m. 3. Eine =Glocke= vom Jahre 1418. Halsinschrift: Anno domini mccccxviii anno gloria patri et filio et spiritvi sancto et Mariae +. Hhe (ohne Krone) 065 m. 4. Eine =Glocke= aus dem ersten Drittel des 14. Jahrhunderts. Halsinschrift: MATHEVS MARCVS LVCAS IOHANNES MARIA +. Hhe (ohne Krone): 056 m. Die an zweiter Stelle angefhrte Glocke des nrdlichen Turmes, deren Inschrift den Englischen Gru enthlt, drfte identisch sein mit der in den Chroniken genannten Garausglocke, eine von den beiden kleinen Glocken desselben Turmes mit dem Vesperlein. [Illustration: Abb. 126. Orgel im Ostchor.] Im =sdlichen Turm=: 1. Die =Chorglocke=. 1324 gegossen. Halsinschrift: ANNO DNI MCCCXXIIII VOX EGO SVM VITE VOCO VOS ORARE VENITE XPO REGNAT +. Hhe (ohne Krone): etwa 120 m. 2. Die =Sturmglocke=. Aus dem 14. Jahrhundert. Halsinschrift: TITVLVS TRIVMPHALIS NRI SALVATORIS IHC NAZARENVS REX JVDEORVM +. Hhe (ohne Krone): etwa 120 m. 3. Die =Stundenglocke=, auch =Schlag- oder Uhrglocke= genannt. Im unteren Durchbruch des Helms. 1482 von Konrad Glockengieer gegossen. Halsinschrift: sant sebolcz schlach glock pin ich hern ruprecht haller hern niclas grosen vnd hern gabriel nvczel den obersten haubtlevten gebart ich maister cvnrat glockengisser gos mich anno domini 1482 +. Hhe (ohne Krone): 160 m. Gotteshauspfleger Ruprecht Haller der ltere, Hans Tucher der ltere und Kirchenmeister Sebald Schreyer hatten mit Meister Konrad dem Glockengieer vereinbart, da er fr den Zentner der Glocke 10-1/2 fl. rhein. erhalten und den Zentner der alten gesprungenen Uhrglocke fr 8 fl. nehmen solle. Er erhielt 1055 fl. rhein., nach Baader, Beitrge, I, 61 im ganzen 1380 Pfund 5 Schilling 8 Haller. Die Glocke wurde am 20. Juni 1483 gewogen und hatte ein Gewicht von 100 Zentnern 56 lb. Nheres bei Baader, ferner in den Stdtechroniken, V, 480 ff. und in dem Manuskript XL, 3 im Stadtarchiv Nrnberg. [Illustration: Abb. 127. Eisenbeschlag vom Brauttor.] [Illustration: Abb. 128. Eisenbeschlag vom Brauttor.] Die Uhrglocke hatte zwei Vorgngerinnen. Die ltere wurde 1383, als der Turm oberhalb der Sturmglocke einer Ausbesserung bedurfte, ausgebessert und ist 1396 gesprungen. Die jngere wurde von Meister Heinrich Grnwalt noch in dem gleichen Jahre gegossen und hatte ein Gewicht von 64 Zentner 66 lb; sie zersprang am 4. Mai 1482 ebenfalls. Ihre Inschrift lautete: Ich Orglogck pin des Rats zu Nrmberg eigen hat mich erzeugt als man zalt nach Christj geburt M^{o}CCC^o vnd in dem lxxxxvj Jar in dem Mayen hat mich begabt Heinrich grnwalt herr got hilff mir zu Dir +. 4. Die =Viertelstundenglocke=. Im oberen Durchbruch des Helmes. Laut Inschrift, welche nur bruchstckweise entziffert werden konnte, 1494 in Landshut gegossen.[XXI] [XXI] ber die Einfhrung des Viertelstundenschlagwerkes durch Ulrich Grundherr vgl. Vereinsmitteilungen. VII, S. 224. -- Zu dem Schieen des Jahres 1493 in Landshut, so erfahren wir daselbst aus Kunz Has' Gedicht, hatte der Rat Herzog Georg zu Ehren die freiwilligen Nrnberger Schtzen mit einem roten Kleid bedacht. Sie zogen aus unter der Fhrung des Schtzenhauptmanns Ulrich Grundherr, eines der sieben lteren Herren, der das Schlagwerk, wahrscheinlich als Preis, mit heimbrachte. Wie aus einem Ratsverla vom 8. Oktober 1493 hervorgeht, beschlo der Rat ein neues slahglcklein, das zu einer jeden stund viermaln slahe, gieen und bei St. Sebald aufrichten zu lassen, dann beschlo er am 19. Oktober, ein zimeln [kleine Glocke] 5 oder 6 zentnern swer... machen ze lassen und oben in sant Sebolts turn uber die slagglocken ze henken und zu dem slahen der vierteil einer hore zu gebrauchen... und endlich am 29. Januar 1494 ein gut hell slahglocklein von gutem zeug zu bestellen und in den turn zu s. Sebald zu henken. Es wurde demnach 1494 das neue Viertelschlagwerk, wohl nach Muster des in Landshut erschossenen, errichtet. Hhe (ohne Krone) etwa 050 m. Unter dem Zeigerlein der Chroniken wird diese kleine Uhrglocke zu verstehen sein. Hier mgen schlielich die schnen Kunstschmiedearbeiten an den barocken Holzportalen Erwhnung finden (Abb. 127 und 128). 6. Altargerte, Wandteppiche, Paramente. Die mit Einfhrung der Reformation vernderten liturgischen Verhltnisse lieen einen groen Teil des alten Kirchenschatzes berflssig erscheinen. Bei dieser Gelegenheit verschwanden wohl eine Reihe von kostbaren Paramenten und Altargerten. Denn da solche in Menge vorhanden waren, wird man bei dem auf allen Gebieten der Kunst und des Kunstgewerbes bettigten Stiftersinn der Nrnberger Geschlechter ohne weiteres annehmen drfen. Indessen blieb der gesamte Kirchenornat, d. h. die Megewnder -- also das berflssigste bei Ausbung der neugestalteten Gottesdienste -- ungeteilt erhalten. Erst 1810 hat in Nrnberg die protestantische Geistlichkeit den aus der vorreformatorischen Zeit herbergenommenen Kirchenornat mit dem schwarzen Talare vertauscht. Eine weitere Reduzierung des Kirchenschatzes wurde schon 1552 vorgenommen; es bezeugt dies ein im Kreisarchiv Nrnberg aufbewahrter Bericht wegen derer silberner vnd guldener clainodien, so in S. Sebalts, Laurenzen vnd vnser frauen kirchen gewesen a^o 1552 verschmelczt vnd dann das gold vnd silber verkauft worden. Auch diesmal blieb der Ornat noch verschont. Dagegen wurde zu Ende des 18. Jahrhunderts, sei es aus Mangel an Interesse, sei es aus Geldverlegenheit, grndlich mit dem Kirchenschatz aufgerumt und nur das Allernotwendigste behalten. Selbst der vorgesetzten Behrde ging dieses Vorgehen zu weit. Das Ende langwieriger, fast fnfmonatlicher Verhandlungen vom 12. Oktober 1797 bis zum 3. Februar 1798, welche die Aufsichtsbehrde mit den fr die Veruerungen verantwortlichen Stellen fhrte, war eine Rge, die sich Losungsamt und Rat gefallen lassen muten. Damals waren auch die Megewnder abhanden gekommen.[XXII] [Illustration: Abb. 129. Silbervergoldeter gotischer Kelch mit durchbrochenen Ornamenten.] [XXII] In den Akten ber diese Verhandlungen ist ein interessantes Schriftstck enthalten, eine Copia Commissions-Decrets an das Lbl. Losungsamt d. d. 12. Dez. 1797. Das Dekret lautet: Commissioni subdelegatae ist zu wissen erforderlich, welche Objecta seit dem unterm 10^ten Decbr. 1790 ergangenen hchst erforderlichen Reichshofraths-Concluso veruert, welcher modus bei der Veruerung beobachtet, ob der Erl noch vorhanden oder wozu derselbe verwendet worden, auch ob -- und welche annoch weiteres zu veruern rthlich und thunlich sein mgte? Worber ein lbl. Losung-Amt den ungesumten Bericht zu erstatten, auch, wie sich nunmehr von selbst verstehet, ohne Anfrage bei der Kaiserl. Commission und deren ausdrckliche Erlaubnis eine weitere Veruerung nicht vorzunehmen hat! =Nrnberg=, den 12. Dezbr. 1797. Von Kaiserl. Subdelegations-Commissions wegen. =Schrodt= Kaiserl. Subdel. Kommiss. Secretair. Von den auf uns gelangten =Altargerten= sind hervorzuheben: =Mekelch= mit =Patene= (Abb. 129). Kelchhhe = 22 cm, Patenendurchmesser = 165 cm. Silber, vergoldet. Um 1500. Fu sechspafrmig mit abgestuftem Rand. Bis herauf zur Mitte der Cuppa mit durchbrochen gearbeiteten gegossenen Blattwerkornamenten berzogen und mit Steinen besetzt. An den schmalen freigebliebenen Teilen des Halses oberhalb und unterhalb des Nodus gravierte Ornamente. Kostbare Arbeit. =Mekelch= mit =Patene=. Kelchhhe = 195 cm, Patenendurchmesser = 155 cm. Silber, vergoldet. Tuchersche Stiftung vom Jahre 1522. Nodus mit getriebenen und eingravierten Ornamenten. Fu sechsblattfrmig mit Horizontalprofilierung. Am Hals oberhalb und unterhalb des Nodus die Inschriften graviert: JHESUS und MARIA. An der Innenseite des Fues das Wappen der Tucher mit der Jahrzahl 1522 graviert. Mit dem Beschauzeichen Nrnberg, ohne Marke. Siehe Marc Rosenberg, Der Goldschmiede Merkzeichen, 2. Aufl. 1911. Nr. 3059 o. =Zwei Kannen.= Hhe je 16 cm. Silber, vergoldet. 1643. Datierung an den kleinen Wappen am Ende des Griffes. Auf dem Deckel das Nrnberger und Grundherrsche Wappen. Beschauzeichen Nrnberg und Marke. Siehe Rosenberg a. a. O. Nr. 3226 a und b. =Zwei Kannen.= Hhe je 33 cm. Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1658 zum Abendmahlsgebrauch gestiftet von Wolfgang Endter dem lteren. Die betreffende Inschrift hat folgenden Wortlaut: Wolfgang Endter der Elter, Buchhndler alhier bergiebt diese Zwo kannen sampt einem Kelch Paten, und oblaten schchtelein Zum Gebrauch des Heiligen Abendmahls, der jngst verneerten Kirchen zu S. Sebald mit Herzlichem wunsch das Gott die reine seligmachende Religion bei uns, bis an der welt ende unverflscht erhalten wolle. Gott! Deine Gnad hat mir beschert Was ist zu Danckbarkeit verehrt. Am Palmsonntag im Jahr Christi 1658. Beschauzeichen Nrnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3226 e und f. =Abendmahlskelch= mit =Patene=. Kelchhhe 255 cm, Patenendurchmesser 175 cm. Silber, vergoldet. Gestiftet von Wolfgang Endter dem lteren 1658 (siehe oben). Fu sechsblattfrmig mit Horizontalprofilierungen. Am Nodus und am Fu Gravierungen: am Nodus Blumenornamente, am Fu Engelskpfe, auerdem Blattfriese und Fruchtkrnze. Auf dem Boden des Kelches eingraviert die Wappen des Stifters und seiner Ehegattin, gehalten von einem Engel, darber die Jahrzahl 1658. Mit dem Beschauzeichen Nrnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3226 g. Auf der Rckseite der Patene ist, von einem Kranz umrahmt, das Wappen des Stifters graviert, auf dem Rande ein Kreuz. [Illustration: Abb. 130. Sanduhr (ehemals an der Kanzel).] =Krankenkelch= mit =Patene=. Kelchhhe 17 cm, Patenendurchmesser 10 cm. Silber vergoldet. Gestiftet von Joachim Kern und dessen Ehefrau 1675. Fu sechsblattfrmig. An der Rckseite des Furandes die eingravierte Inschrift: Joachim Kern und dessen Ehewrthin Catharina 1675. Beschauzeichen Augsburg und Marke JV (oder M?). =Etui= mit =Lffel=. Etuilnge 17 cm, Breite 45 cm. Beides Silber, teilweise vergoldet. Um 1700. An der Seite und am Deckel des Etuis gepunzte Darstellungen der Leidenswerkzeuge, ferner auf dem Deckel getriebenes Kruzifix, wovon der rechte Arm fehlt. Darber in Gravierug der Hahn. Beschauzeichen Nrnberg und eine Meistermarke, die sich aus einem I, V und N zusammenzusetzen scheint. =Klingelbeutel.= An der Vorderseite die Gruppe Christus am Kreuz mit Maria Magdalena aus gegossenem und ziseliertem Silber. An der Rckseite rundes Schild von Silberblech, darauf das Monogramm AMM (ineinandergestellt) und die Jahrzahl 1723 graviert. Durchmesser des Schildes 6 cm. Beutel von neuem rotem Samt. =Hostienbchse=, rund. Durchmesser 135 cm, Hhe 95 cm. Silber, vergoldet. Auf dem Deckel eingraviert das Bild des hl. Sebald und: 'M. M. W. 1744.' Beschauzeichen Nrnberg und undeutliche Marke. =Zwei Abendmahlskelche= mit =Patenen=. Kelchhhe 28 cm, Patenendurchmesser 18 cm. Silber, vergoldet. Rokoko. Getriebene wellenfrmige Ornamente an Cuppa, Nodus und Fu. Furand mit Horizontalprofilierungen. Um 1755. Beschauzeichen Nrnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3275 b und c. [Illustration: Abb. 131. Leuchterengel (Hauptaltar).] =Taufbecken= mit =Kanne=. Taufbecken oval 465 345 cm, Kannenhhe 21 cm. Silber. Um 1755. Mit getriebenem Wellenornament. Beschauzeichen Nrnberg und Marke. Siehe Rosenberg, a. a. O. Nr. 3204. =Sanduhr.= (Abb. 130.) Viereckiger Behlter mit vier Uhren: 1/4, 2/4, 3/4 und 4/4. Gehuse 32 26 cm. Silber. Mit zwei Holzschuherschen Wappen. Oben und unten: 17 Fr. M. M. M. H. v. H. 81 und 17 Fr R. H. H. v. H. 81. Die Ornamente gegossen und ziseliert, das brige getrieben. 1906 auf der Historischen Ausstellung der Stadt Nrnberg, vgl. Katalog Nr. 166. =Kanne=, den beiden 1658 von W. Endter gestifteten Kannen nachgebildet. H. 34 cm. Silber, vergoldet. Laut Inschrift 1838 gestiftet von Therese Rohrmann, Witwe des Kaufmanns und Marktadjunkten Georg Peter Rohrmann. Vorne Spruch Joh. XV, 5. Beschauzeichen Nrnberg und Marke G (?). Ferner befinden sich in der sdlichen Sakristei noch zwei kleine alte =Messingleuchter= ohne knstlerische Bedeutung. =In der nrdlichen Sakristei=: =Zwei Altarleuchter.= H. 765 cm. Silber. Modern gotisch um 1830. Basis sechseckig, auf sechs Drachen ruhend. Schutzteller mit Zinnen, von Krabben getragen. =Auf dem Hauptaltar=: =Altarkruzifix.= H. 128 m. Der Kruzifixus aus Silber gegossen und ziseliert, Kreuz und Sockel Holz. Um 1700. Vorzgliche Arbeit. =Zwei Altarleuchter in Gestalt von Kerzen haltenden Engeln= (Abb. 131). Hhe der Figuren ohne Leuchter und Flgel 390 und 395 cm. Gegossen, massives Silber, vergoldet. Auf jedem das Volckamersche Wappen. Kostbare Arbeiten aus der Zeit um 1490. Zwei Paare gedrechselter und ein Paar zum Teil gedrechselter, zum Teil gegossener =Messingleuchter=; das letztere Paar aus der Barockzeit. =Auf den Rckwnden zu den Seiten des Hauptaltares= zwei holzgeschnitzte und bemalte, insbesondere reich vergoldete knieende =leuchtertragende Engel= auf Postamenten, der eine eine vortreffliche Arbeit aus der Zeit um 1500, der andere (rechts vom Hochaltar) eine moderne Kopie von jenem im Gegensinne. =Auf dem Lffelholzaltar=: =Altarkruzifix.= H. 131 m. Der Kruzifixus aus gegossenem und ziseliertem Silber, Kreuz und Sockel Holz mit reichem Silberbeschlag, an der Vorderseite ein sich aus M und W zusammensetzendes Monogramm. Gute Arbeit aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. =Vier messinggedrehte Leuchter=, darunter zwei gleiche mit Lffelholzischen Allianzwappen und der Jahreszahl 1696 (auf einem querovalen Schildchen am Fue). =Auf dem Muffelaltar= ein Paar krftige gedrehte =Messingleuchter=, je mit dem Muffelschen Wappen am Fue. =Auf dem Petrusaltar= ein Paar einfache gedrechselte =Messingleuchter=. =Auf dem Tucheraltar= ein Paar gedrungene messinggedrechselte =Leuchter= mit dem Wappen der Schnecken (2 gekreuzte Lanzenspitzen) je an ihrem Fue. =Auf dem Halleraltar= und gegenber vor der Adam Kraftschen Kreuzschleppung vier gleiche einfach gedrechselte =Messingleuchter=. Besonders hervorzuheben ist hier sodann noch die ber der Tucherschen Begrbnissttte, vor den Gedenktafeln dieses Geschlechtes aufgehngte =Ewiglichtlampe= aus Messing, deren Krper durchbrochen gearbeitet und mit schn stilisiertem Blattwerk und drei Tucherschen Wappen reich graviert ist. Drei groteskenartige weibliche Halbfiguren, ebenfalls aus Messing gegossen, stellen die Verbindung zwischen dem Krper der Lampe und dem Gehnge her. 16. Jahrhundert. Einige hlzerne =Barockkruzifixe und sonstige Altargerte= sind von keiner knstlerischen Bedeutung. =Im Germanischen Nationalmuseum= endlich wird heute aufbewahrt: Der =Dilherrsche= =Pokal=. Vom Jahre 1635 (?). Silber, vergoldet. H. mit Deckel 475 cm. Am Fu, an der Cuppa und am Deckel getriebene Blumen- und Rankenornamente, an der Cuppa auerdem noch Engelskpfe und in Medaillons drei figrliche Darstellungen des Sndenfalles. Den Hals bildet die gegossene und ziselierte Figur eines Engels, welcher einen Totenkopf hlt. Auf dem Deckel die Erdkugel mit Schlange, darauf der auferstandene Christus. Inschriften sind ber den ganzen Pokal verteilt. Der Pokal soll ein Geschenk des Rates der Stadt Nrnberg an den Pfarrer J. M. Dilherr von St. Sebald sein. Ausfhrliche Beschreibung bei Essenwein, Einige Gold- und Silbergefe aus dem Schatze im Germanischen Museum. In den Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum. II, 1887, S. 45. Vgl. auch Rosenberg, a. a. O. Nr. 3188 d. Wandteppiche. Ein weitaus besseres Schicksal als die Paramente erfuhren die Wandteppiche, mit denen die Kirche reich ausgestattet war. Auer den vorhandenen zehn Gobelins existiert noch einer vom Jahre 1477 aus dem ehemaligen Kirchenbesitz, der auf Umwegen wieder in die Hnde der Stifterfamilien gelangt ist[XXIII]; und noch zwei weitere Stcke drften sich im 15. Jahrhundert den brigen angereiht haben: eine Fortsetzung der Katharinenlegende und ein Gegenstck zum Sebaldusgobelin. [XXIII] Von einem der Teppiche, welche zur Schmckung der Grber vorhanden waren, erzhlt Baron Christoph v. Tucher a. a. O. S. 55: Die Grabteppiche anlangend findet sich im Salbuch Hans VI. Tuchers de A^o 1477, welches in seinem vierten Teil sich ebenfalls ber die von dem ltesten Tucher auszurichtenden Stiftungen verbreitet, am Schlu eine eigenhndige Notiz des Besitzers von folgendem Wortlaut: Anno MCCCCLXXVII ad XXVI matzo so haben wir Pertold und Hans Tucher senior geprder und Anthony und Langhans Tucher von unser geselschaft gekauft ein grabtebich mit dem englischen grus, der kost hott 14 guld. rh. und fr das Tucher wappen darauf und zu fttern kost 2 gulden. Den thebich soll frpa albeg der eltist Tucher, der die jartag ausricht, pei seinen handen gehalden zu denselben jahrtagen. Dieser Teppich kam im Jahre 1884 in den Besitz der Antiquittenhndler Rsch und Zimmermann dahier, wo ich ihn sah und fr meinen Bruder Heinrich [Heinrich Freiherr v. Tucher Exzellenz, jetzt K. Bayer. Gesandter in Wien] um 4000 M kaufte. Dieser lie ihn in den Werksttten (fabbrica degli arrazzi) des Vatikans unter Cavaliere Centili fr 1250 Lire renovieren und hat mit dem ehrwrdigen Familienmonument von wunderbarer Schnheit eine Wand seines Arbeitszimmers verkleidet. Heute ist der Teppich unter Kennern gewi 20.000 M. wert. [Illustration: Abb. 132. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald.] [Illustration: Abb. 133. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald.] Die Darstellungen sind meist dem Marienleben und den Legenden der beliebtesten Heiligen der Kirchengemeinde Sebald, Katharina und Helena, entnommen; ein Wandteppich erzhlt vom Verlorenen Sohn, einer vom alten Testament. Der Entstehungszeit nach zerfallen die Teppiche bis auf einen 1497 gestifteten Gobelin in zwei Hauptgruppen. Zur ersten Gruppe aus dem Beginne des 15. Jahrhunderts, fr welche auer der charakteristischen Formensprache in der Regel eine strkere Belebung des Hintergrundes mit Architektur und Landschaft bezeichnend ist, zhlt auch als spter Auslufer der um 1450 entstandene Mariengobelin. Der zweiten Gruppe nach der Mitte des 15. Jahrhunderts ist bei klarer Disposition der Figuren dunkelfarbiger Hintergrund mit ornamental stilisierten Blumen und Pflanzen eigen. ber den Entstehungsort ist nichts Bestimmtes bekannt. Er ist jedenfalls in Nrnberg zu suchen, vermutlich in einem der beiden Frauenklster St. Klara und St. Katharina. Auffllig ist, da nachweisbar drei Teppiche der zweiten Gruppe allein von den Tuchern gestiftet worden sind. =Wandteppich mit sieben Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald= (Abb. 132, 133). Um 1410. Mit Inschrift ber den Darstellungen: der Leichnam des hl. Sebald schlgt einem Mnch, der ihn verhhnt, ein Auge aus: hi... ein mnch sant sebolt tod leichna slug [=i] [=e] aug aus[XXIV]; einer Frau, welche eine abgebrochene Kerze an der Bahre des hl. Sebald wieder aufrichtet, springt der zur Bue um den Arm getragene Ring: hie pring [=e] fraw sant sebolt kertz[=e] die eise... fiell[=e] ir ab; die Leiche des hl. Sebald wird von Ochsen gefahren: hi zich[=e] ochs[=e] S sebolt leichn[=a] von popp[=e]reut g[=e] nurberg; der vertauschte Kse, welchen eine Frau am Grabe des hl. Sebald opfert, wird in einen Stein verwandelt: hie verwexelt fraw [=e] kes der wardt zu [=e] stain; Pilger nehmen die sie berfallenden Ruber gefangen mit nach Rom: hie fieng[=e] pilger[=e] die rauber und prochtens mit in gen rom; die Ruber berfallen die Pilger wiederholt, aber St. Sebald lhmt sie: hie wollen sie die pilger beraubt haben do erkrumpt sie; St. Sebald erscheint Schiffbrchigen: hie wollten leut ertrincken do kam in S sebolt zu hilf. Die Reihe der Darstellungen hat sich ursprnglich noch fortgesetzt. L. 728 m, H. 101 m. Als Hintergrund Architektur und Landschaft. Die Darstellungen sind uerlich nicht getrennt. Mig gut erhalten, doch, insbesondere die braunen Fden, durch Insekten zum Teil herausgefressen. Zu diesem Gobelin hat wahrscheinlich einer mit Darstellungen der Wunder des hl. Sebald vor seinem Tode als Gegenstck existiert. [XXIV] Siehe Cod. lat. 901, f. 118-135 und Cod. lat. 23.877, f. 182 ff. der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek in Mnchen. =Wandteppich mit sechs Darstellungen aus dem Alten Testament.= Um 1410. Darstellungen: Adam und Eva im Paradies, Vertreibung aus dem Paradies, Samson bezwingt den Lwen, Samson wird von Delila berlistet, Bathseba und David, David und Michal(?). Ohne uerliche Trennung. L. 430 m, H. 063 m. Hintergrund blau mit Architektur und Landschaft. =Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Legende der hl. Katharina.= Um 1420. Die Schrift ber den Darstellungen teilweise erhalten. 1. =Acht Darstellungen=: Wunderbare Erscheinung des Kreuzes: hi sahen die heinischen (!) meister ein czeichen am himel; Opferung von Weihgeschenken: dez heiligen creuz daz erten si mit gter; Geburt der Katharina: hi wart sancta katterina geporn; religise Erziehung: hi bart si gelert daz si dem kreuczigten got solt din; Unterricht durch den Einsiedler: hie lert si der einsidel daz si xpm...; Maria mit dem Jesuskind (Fragment); Taufe der Katharina; mystische Verlobung mit dem Jesuskind. Die erste Darstellung ist mglicherweise nicht der Anfang des Ganzen, denn vor der Schrift jener Darstellung finden sich die Worte: [St. Cath]erina leb[=e]. L. 743 m, H. (mit Schrift) 092 m. 2. =Vier Darstellungen=: Katharina vor dem Kaiser Maxentius, Disputation mit den Philosophen, Katharina trstet die wegen ihrer Bekehrung zum Feuertode verurteilten Weisen, Katharina wird gegeielt. Fragment. Schrift fehlt. L. 495 m, H. 082 m. Hintergrund blau mit Architektur und Blumen. Die Darstellungen sind uerlich getrennt. Gut erhalten, doch das Braun wiederum zum Teil herausgefressen. [Illustration: Abb. 134. Gobelin mit Darstellungen aus dem Marienleben.] =Wandteppich mit zwei Darstellungen der Kreuzauffindung durch die hl. Helena.= Rummelsche Stiftung. Um 1420. Darstellungen: Die hl. Helena in Gegenwart des Kaisers Konstantin und des Gefolges bezeichnet den Platz, wo gegraben werden soll; von den drei gehobenen Kreuzen wird das Kreuz Christi an der Wunderwirkung der Auferstehung eines Toten erkannt. Unten links das Wappen der Rummel, rechts das Wappen der Haller. L. 180 m, H. 085 m. Hintergrund dunkelblau, mit ornamentierten Zweigen belebt; im Vordergrund Blumen. Die beiden Szenen sind uerlich nicht getrennt. =Wandteppich mit drei Darstellungen aus dem Marienleben= (Abb. 134). Um 1450. Hallersche Stiftung. Links Verkndigung, in der Mitte Heimsuchung, rechts Geburt Christi. uerlich abgeteilt. L. 181 m, H. 088 m. Architektur und Landschaft als Hintergrund. Das Allianzwappen der Haller mit dem der Pfinzing und Schrstab in der mittleren Darstellung. Weniger gute Arbeit. =Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Parabel des Verlorenen Sohnes.= Tuchersche Stiftung. Um 1460. 1. =Fnf Darstellungen=: Der Jngling auf schlechtem Lebenswandel (?), er wird von Weibern fortgejagt, weibliche allegorische Figur mit den Wappen der Tucher und Stromer, der Jngling htet Schweine, er kehrt zurck. L. 385 m, H. 063 m. 2. =Vier Darstellungen=: Zu Ehren des Wiedergefundenen wird ein Kalb geschlachtet und ein Festmahl gehalten, der vom Feld heimkehrende ltere Bruder erkundigt sich bei Zimmerleuten nach dem Vorfall und weigert sich, an dem Festmahl teilzunehmen. Auf der letzten Darstellung rechts oben das Tuchersche und unten das Stromersche Wappen. L. 314 m, H. 063 m. Hintergrund dunkelblau mit Bumen und anderen stilisierten Pflanzen, im Vordergrunde Blumen. Die Darstellungen sind durch Sulen getrennt. Vorzgliche Arbeit. [Illustration: Abb. 135. Gobelin mit Darstellung der Geburt Christi, 1495.] [Illustration: Abb. 136. Mittelstck des Gobelins von 1495.] =Wandteppich mit zwei Darstellungen der Grablegung einer Heiligen= (Katharina?). Um 1460. Tuchersche Stiftung. Links: der Leichnam wird von schwebenden Engeln gebracht; rechts: der Leichnam wird von den Engeln ins Grab gesenkt. Ohne uerliche Trennung. L. 172 m, H. 078 m. Hintergrund blau mit Blumen und Bumen. Unten in der Mitte die Wappen der Tucher und Stromer. =Wandteppich mit der Darstellung der Geburt Christi und vier Heiligen= (Abb. 135, 136) ber dem Hauptaltar. Laut Inschrift vom Jahre 1497. Die Darstellung der Geburt Christi mit Anbetung der Hirten und Engel in der Mitte, seitlich abgeschlossen durch je eine Sule, links die Heiligen Barbara und Johannes der Tufer, rechts ein heiliger Mnch mit Stock und Buch und die hl. Katharina. L. 304 m, H. 085. Als Hintergrund reiche Landschaft. Starke Verwendung von Gold. Oben rechts die Buchstaben D. S. Vorzgliche Arbeit. Der Gobelin soll ursprnglich beim Muffelschen Altar an der Wand gehangen haben. [Illustration: Abb. 137. Katharinenstatue. Vom Portal des sdlichen Seitenschiffes.] =Kanzelbekleidung=: L. 347 m, H. 113 m. Seide. Karmoisin, klein gemustert. Unten Ornamentstreifen (H. 17 cm) und in der Mitte Wappenschild (H. 485 cm, Br. 455 cm) mit Auferstehung Christi. Applikationsstickerei. Vom Jahre 1643. Auf der Rckseite Pergament aufgenht: Achatius Hilling von Elnbogn Burger vnd Handelsmann in Nrnberg vnd Sabina deen Ehew: eine geborne Waldmannin, verehrten au Gottseel: Eifer in die Pfarrkirch S: Sebaldi diee Cantzeldeck, d. 21. Dec: Ao. 1643. Mit zugehrigem berhangstreifen aus dem gleichen Seidenstoff. 350 m lang, 030 m hoch. =Kanzelbekleidung=: L. 340 m, H. 1 m. Grner, klein gemusterter Seidendamast mit grnen Seidenfransen. In der Mitte ein Kruzifixus in reicher farbiger, zum Teil in Gold gehaltener, sehr erhabener Applikationsstickerei. 17. Jahrhundert. Hierzu ein berhangstreifen aus dem gleichen Seidenstoff, ebenfalls mit Fransen. 375 m lang, 030 m hoch. =Antependium= zum Tucheraltar: L. 2 m, H. 080 m. Groes rotes Rankenornament auf orangefarbenem, klein gemustertem Seidenstoff. 18. Jahrhundert; wohl italienische Arbeit. Unten rechts ist ein kleines, altes gesticktes Tucherwappen aufgenht. Stiftung des Freiherrn Heinrich von Tucher. =Antependium= zum Hauptaltar: L. 430 m, H. 095 m. Roter Seidendamast mit groem Granatapfelmuster und rotem Fransenbesatz. Italienisch, 19. Jahrhundert. Links unten das Tuchersche Wappen zwischen den Buchstaben C und T und die Jahreszahl 1897 in Stickerei. Stiftung des Freiherrn Christoph von Tucher. =Antependium= vom Muffelaltar: L. 240 m, H. 075 m. Schwerer roter Seidendamast mit Blumenmuster und rotseidenem Fransenbesatz. Italienisch, 17.-18. Jahrhundert. In der Mitte unten ist ein auf Pergament gemaltes Muffelsches Allianzwappen mit der Jahreszahl 1704 aufgeklebt. =Zwei Stcke eines Altarbehanges=: Je 250 m lang und 080 m hoch. Buntfarbige Seidenstickerei mit in Wellenlinien angeordneter Musterung und breiter Borte, die durch stilisiertes Blumen- und Rankenwerk gemustert ist. Bunte Seidenfransen. 18. Jahrhundert. Hierzu noch ein Stck der gleichen Borte. 185 m lang; 030 m breit. =Antependium am Lffelholzaltar=: L. 290 m, H. 080 m. Roter Sammet mit Goldborte. In der Mitte unten ein Lffelholzisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1772 in Stickerei. =Antependium am Halleraltar=: L. 2 m, H. 090 m. Roter verschossener Seidendamast mit groen Blumen gemustert. In der Mitte unten ein Allianzwappen und die Jahreszahl 1746 in Stickerei. =Antependium= an der Mensa unterhalb der Kraftschen Kreuztragung: L. 190 m, H. 090 m. hnlicher verschossener roter Seidendamast mit Blumengirlanden als Muster. In der Mitte unten die gleichen Wappen, doch umgestellt, und die Jahreszahl 1743 in Stickerei. =Antependium am Tucheraltar=: L. 230 m, H. 085 m. Roter Sammet mit Goldborte. In der Mitte unten ein Wappen der Tucher in Stickerei. Stoff und Borte 18. Jahrhundert. [Illustration: Abb. 138. Kopf der Katharinenstatue vom Portal des sdlichen Seitenschiffes.] [Illustration: Abb. 139. Lapidarium in der westlichen Krypta.] =Antependium am Petrusaltar=: L. 360 m, H. 105 m. Grngelber, klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten Endter-Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei. =Antependium am Muffelaltar=: L. 230 m, H. 085 m. Bordeauxfarbiger, klein gemusterter Seidendamast mit Fransenbesatz. In der Mitte unten ein Kressisches Allianzwappen und die Jahreszahl 1753 in Stickerei. Auer diesen Paramenten werden in der Kirche noch einige Reste von lteren Damaststoffen und Sammeten sowie Borten aufbewahrt. Zur Bekleidung des Hauptaltares und der Kanzel auerhalb der Festzeiten dienen neuere Behnge aus rotem Sammet. 7. Sammlung alter Skulpturen und Baureste. -- Bchersammlung. Die Sebalduskirche besitzt eine =Sammlung von alten Skulpturen, Bauresten und technischen Modellen=, die whrend der letzten Wiederherstellung von Prof. Schmitz angelegt wurde und zu ihr in Beziehung steht. Die Gegenstnde sind an drei verschiedenen Orten untergebracht. Zunchst beanspruchen unsere Aufmerksamkeit mehrere zum Teil berlebensgroe Steinfiguren im nrdlichen Seitenschiff neben der Turmhalle. Es befinden sich darunter Sebaldus und Maria vom Brauttor, Petrus und Katharina (Abb. 137, 138) vom sdlichen Seitenschiffportal sowie andere Statuen aus Stein, die teils wegen ihrer fortgeschrittenen Verwitterung, teils, weil ihre Verwitterung in Blde zu befrchten war, an diesen geschtzten Ort verbracht und am Gebude selbst durch Kopien ersetzt wurden. Das Lapidarium in der westlichen Krypta (Abb. 139) enthlt sodann eine groe Anzahl originaler Steinreste, welche ebenfalls fr die whrend der Wiederherstellung erneuerten Bauteile als Vorbilder und Anhaltspunkte dienten. Aus der romanischen Zeit finden sich Kapitle, Bogenfriese, Sulen und andere zum Teil reich skulptierte Werkstcke, aus der gotischen Zeit eine Reihe von sehr wertvollen Konsolen, Kapitlen, Baldachinen und anderen architektonischen Details. Daneben sind die Originale verschiedener erneuerter Epitaphien (darunter die Auferweckung des Lazarus von Veit Sto) sowie mehrerer kleinerer Steinfiguren aufgestellt, auch andere interessante alte Bauteile, als Dachendigungen, Dachdeckungsmaterialien, der Rest eines romanischen Fubodens sowie merkwrdige Probestcke mittelalterlicher Bautechnik wie spterer Restaurationen. [Illustration: Abb. 140. Auferweckung des Lazarus. Relief vom sdlichen Seitenschiff (jetzt in der Bausammlung).] [Illustration: Abb. 141. bermalter Holzschnitt in einem der Exemplare des Liber missalis, Bamberg 1490.] [Illustration: Abb. 142. Randverzierung in Miniaturmalerei in einem der Exemplare des Liber missalis, Bamberg 1490.] Eine Fortsetzung findet diese Sammlung in den im Obergescho der nrdlichen Sakristei in Schrnken und Vitrinen aufgestellten Gegenstnden. Hier sehen wir zunchst kleinere Fundstcke, u. a. einen in der Trmerstube aufgefundenen Frauenschuh des 15. Jahrhunderts (Duplikate desselben besitzen das Germanische Museum und das Bayrische Nationalmuseum in Mnchen), altes Steinwerkzeug sowie sehr wertvolle Reste von mittelalterlichen Freskomalereien, welche ehemals die Wand hinter dem Marienbilde Hans von Kulmbachs oberhalb der Tucherschen Chorsthle schmckten (s. o., S. 176). Handelt es sich bisher um Originalstcke, so reiht sich diesen nunmehr im gleichen Raume neben einer Anzahl von Plnen und Photographien eine Sammlung von knstlerischen und technischen Modellen der letzten Wiederherstellung an. Die 1899 erfolgte Ausgrabung der Ostchorkrypta ist in einem Modell anschaulich dargestellt. Von den ausgefhrten schwierigen konstruktiven Arbeiten dieser Zeit geben diese in kleinem Mastabe als Studienmodelle sehr sorgfltig gefertigten Darstellungen ein interessantes und bersichtliches Bild. Da sie fr eine Reihe von Detailfragen der Denkmalpflege die seitens der wiederherstellenden Architekten gewhlte Methode zeigen, so bilden sie gewissermaen ein kleines, aber eigenartiges Denkmalpflegemuseum, in dem fr andere Flle schtzenswerte Erfahrungen aufgehoben sind. Gelegentlich des Denkmalpflegetages 1905 war die Sammlung in der Moritzkapelle, die sie ganz ausfllte, vereinigt und erfreute sich eines regen Interesses der sachverstndigen Teilnehmer. Ein erluterndes Schriftchen dazu verfate Dr. E. Reicke, Kustos an der Stadtbibliothek und am stdtischen Archiv zu Nrnberg. Druck von J. L. Stich. [Illustration: Abb. 143. Miniaturmalerei in einem der Exemplare des Liber horarum, Bamberg 1501.] Erscheint es durchaus veranlat, da sowohl die alten wie die neuen Teile der beschriebenen Sammlung in der Kirche selbst -- zu der sie in engster Beziehung stehen -- verbleiben, so mu doch bedauert werden, da es an einer Pflege der Sammlung, welche vor allem katalogisiert werden sollte, fehlt. Es ist zu frchten, da die in der Krypta und Sakristei untergebrachten Gegenstnde ber kurz oder lang in Verlust geraten oder verkommen. * * * * * Auerdem befindet sich im Besitz der Kirche noch eine $Bchersammlung$ von einigen hundert Bnden, die an vier verschiedenen Orten: im Pfarrhaus (der grte und wichtigste Teil der eigentlichen Kirchenbcher), im Muffelschen Altar (auch im wesentlichen Kirchenbcher, darunter auch einige Bnde Verkndigungen und Kindertchlein-Bcher), in der nrdlichen Sakristei und in einem Schrank des kleinen Museums ber dieser Sakristei (Sebald Schreyersche Manuskripte, alte Drucke usw.) aufbewahrt werden. Die Ehebcher beginnen bei St. Sebald mit dem Jahre 1524, die Taufbcher 1533, die Totenbcher 1547. Die letzteren liegen etwa vom Ende des 17. Jahrhunderts an grtenteils in zwei Niederschriften vor und ihr Inhalt wiederholt sich auerdem noch einmal in den Totenbchern des Kniglichen Kreisarchivs. Unter den brigen Handschriften sind von erheblichem historischem Interesse namentlich noch die Rechnungsbcher, die Sebald Schreyer als Kirchenmeister von St. Sebald gefhrt hat. Zwei derselben betiteln sich: Einnemen S. Schreyers der zins vnd glt; das eine reicht von 1482 bis 1491, das andere von 1491 bis 1503. Ein drittes inhaltlich besonders interessantes Manuskript ist berschrieben: Rechnung einnemens und ausgebens S. Schreyers von 1482 jar untz in das 1494 jar. Es ist ein Folioband, whrend jene Schmalfoliobnde sind. Alle drei Bcher sind in Schweinsleder gebunden, mit Granatapfelmusterpressung verziert und mit Messingecken und hbschen Messingschlieen versehen. Ein Perpamentmanuskript, das die Legende des hl. Sebald enthlt, gepreter Schweinslederband in 2 mit zwei Ketten, auf der ersten Seite eine gute, doch etwas verdorbene Miniatur (St. Sebald darstellend), Ende des 15. Jahrhunderts, sowie ein Buch mit Gebeten und Hymnen, 1534 geschrieben, Klein-2, sind von geringerer Bedeutung. Auch unter den Drucken sind die auf Sebald Schreyer zurckgehenden, d. h. durch eine Stiftung dieses bedeutenden Kunstfreundes an die Kirche gekommenen die wertvollsten. Es sind ausweislich der kalligraphisch eingeschriebenen Widmungen: Liber missalis. Bamberg, Johann Sensenschmidt und Heinrich Petzensteiner, 1490, 2. Drei auf Pergament gedruckte und mit Initialen (auf Goldgrund) in Handmalerei (Abb. 141, 142) auf das reichste geschmckte vortrefflich erhaltene Exemplare. Gleichzeitige geprete braune Ledereinbnde mit Messingbeschlgen. Liber horarum (Pars maioris breviarii hyemalis). Bamberg, Joh. Pfeyl, 1501, 2. Drei ebensolche Exemplare (Pergamentdrucke) mit reichem handgemaltem Initialenschmuck (Abb. 143), deren jedes berdies auf dem Widmungsblatte noch eine treffliche, etwa dreiviertel der Seite einnehmende Miniaturmalerei aufweist, zweimal Paul Volckamer als Mitstifter und Sebald Schreyer zu den Seiten des heiligen Sebald, im dritten Exemplar Sebald Schreyer und seine Frau im Gebet vor einem geffneten Flgelaltar knieend, der die Madonna zwischen den Heiligen Rochus und Sebald einerseits, Lorenz und Sebastian andererseits und in der Bekrnung den Evangelisten Johannes zeigt. Gleichzeitige Pergamenteinbnde mit gepreten Mustern und ornamentierten Messingbeschlgen. Von den brigen Drucken seien noch folgende zum groen Teil mit Holzschnitten geschmckte kurz angefhrt: Psalterium Romanorum mit dem Wappen des Kardinals Albrecht von Brandenburg in Holzschnitt von 1520. O. O., J. (1520) und Dr. Pergamentdruck in Imperial-2 von prchtigster Erhaltung. Der Einband von 1655 mit den drei nrnbergischen und dem Imhoffschen Wappen sowie der Bezeichnung Bib. Nor. in Goldpressung und mit Messingbeschlgen. Die Propheten alle Deutsch. D. Mar. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1532, 2. Dasselbe in der Ausgabe 1536. Desgleichen in der Ausgabe von 1571. Biblia. Doct. Mart. Luth. Wittenberg, Hans Lufft, 1571, 2. Psalterium Davidis. Noribergae. In officina typographica Valentini Neuberi. 1583, Klein-8 (drei Exemplare). Veit Dieterich, Summaria ber die ganze Bibel. Nrnberg, Paul Kauffmann, 1597, 2. Biblia. Frankfurt a. M., Johann Saur, 1606, 2. Biblia. Wittenberg, Zacharias Schrer, 1621, 2. Biblia. Lneburg, Johann und Heinrich Stern, 1656, 2. u. s. w. [Illustration: Abb. 144. Konsekrationsurkunde des Hochaltares von 1379.] [Illustration: TAFEL XV. Thronende Maria mit Heiligen.] Urkundliche Beilagen. Die folgenden Urkunden und Urkundenauszge sind bei der besonderen Wichtigkeit, die sie vom Standpunkte der historischen und kunsthistorischen Forschung fr die Geschichte der St. Sebaldkirche beanspruchen drfen, ausgewhlt worden. Je nach Bedeutung und Bedrfnis sind die einzelnen Stcke entweder in ihrem ganzen Umfange oder im Auszuge wiedergegeben oder ihr Inhalt nur in aller Krze hervorgehoben worden. Die Originale der Urkunden bis zum Jahre 1401 sind smtlich im Kniglichen Allgemeinen Reichsarchiv zu Mnchen aufbewahrt.[XXV] Von einer ganzen Reihe weiterer Urkunden sind kurze Regesten in der chronologischen bersicht (siehe S. 234) gegeben. [XXV] Siehe im brigen den Schlu der Vorrede. 1. _Nrnberg 1255, Juli 29._ _Bischof H[einricus] von Samland verleiht_ ... omnibus cum debita devotione venientibus ad dedicationem altaris sancti Stephani siti in parrochia[XXVI] sancti Sebaldi in Nurenberc penitentibus et confessis _40 Tage Abla der schweren, ein Jahr der llichen Snden und eine halbe Carina[XXVII] von der ihnen auferlegten Bue._ Datum Nurenberc anno domini 1255 in festo prenotato [sancte Margarete]. _Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._ [XXVI] Statt: in parrochiali ecclesia. [XXVII] Carina, carena, quadragena, Bue durch 40tgiges Fasten. 2. _Nrnberg 1256, Oktober 1._ _Bischof Heinrich von Bamberg verleiht allen Christglubigen, welche die Pfarrkirche zu St. Sebald in Nrnberg_ in die dedicacionis -- _am Kirchweihtage -- und an den Festtagen der Apostel Petrus und Paulus und des hl. Sebald besuchen und ihre Almosen darreichten, einen Abla von 40 Tagen und einer Carrina._ Datum Nurenberc 1256 in die sancti Remigii. _Original-Pergament. -- Siegel abgefallen._ 3. _Bamberg 1273, August 8._ _Bischof Berthold von Bamberg ermahnt alle Christglubigen_ -- cum igitur ecclesia sancti Sebaldi in Nurenberch in vitris et in quibusdam allis ad suum ornamentum et decorem necessariis defectum paciatur --, _zum Nachla ihrer Snden fr die Herstellung jener Bedrfnisse ihre hilfreiche Hand darzubieten, und erlt allen wahrhaft Reumtigen nach abgelegter Beichte und Darreichung ihres Almosens 40 Tage Abla von den schweren und ein Jahr von den llichen Snden und verleiht den Pfarrkindern, welche den Gottesdienst daselbst fleiig besuchen, denselben Abla._ Datum apud Babenberch anno domini millesimo ducentesimo septuagesimo tercio in die beate Afre. Original-Pergament mit an rotweier Seidenschnur anhangendem kleinem Fragment des bischflichen Siegels. 4. _1274, August 17._ _Bischof Berthold von Bamberg verleiht, nachdem er am 10. September 1273_ -- hinc est, quod ob dilectionem et precum instanciam honorabilium virorum Chunradi buttugelarii, Marquardi sculteti et universitatis civium in Nurenberg in dominico die post nativitatem gloriosissime virginis Marie consecravimus chorum et altare parrochialis ecclesie sancti Seboldi -- _Chor und Altar der Pfarrkirche St. Sebald eingeweiht, allen wahrhaft Reumtigen, welche gebeichtet haben und dort ihre Almosen am Jahrtage der Einweihung des Chores und des Altares und in den einzelnen Monaten des Jahres spenden, je 40 Tage Abla von den schweren und ein Jahr von den leichten Snden und ermahnt die Vorgenannten, von ihren Gtern_ ad monasterium sancti Sebaldi, _wo ein solcher Abla in jedem Jahre und zu den verschiedenen Zeiten gefunden werde, ihre Almosen darzureichen._ Datum et actum anno domini 1274 16. kal. sept. _Original-Pergament mit an gelbvioletter Seidenschnur anhangendem beschdigtem bischflichem Siegel._ 5. _Nrnberg 1274, November 22._ _Bischof Leo von Regensburg verleiht allen Christglubigen, welche die Kirche St. Sebald in Nrnberg an den Festen der Reinigung, der Verkndigung, der Himmelfahrt und der Geburt Mariens, am Feste des hl. Sebald und am Jahrestag der Einweihung_ -- ac in anniversario ipsius ecclesie -- _in Andacht besuchen und zur Kirchenfabrik mit zerknirschtem Herzen und nach abgelegter Beichte Beitrge spenden, einen Abla von 40 Tagen von den schweren und von 80 Tagen von den llichen Snden nach vorausgegangenem Konsens des Dizesanbischofs._ Datum Nu^erenberch anno 1274 10. kalend. decembr. _Original-Pergament mit anhangendem Fragment des bischflichen Siegels._ 6. _Nrnberg 1275, Mai 24._ _Bischof Heinrich von Trient, kaiserlicher Protonotar, ermahnt, da die ehrbaren Brger und das Volk zu Nrnberg die schne Kirche daselbst bauen_ -- cum igitur honorabiles viri burgenses et populares opidi Nurenbergensis ecclesiam ibidem pulchram construant, sicut fide didicimus oculata -- _alle Christglubigen, von ihren Gtern zu dem genannten Werke fromme Almosen zu spenden, und verleiht allen, welche zerknirschten Herzens und nach abgelegter Beichte zur Kirchenfabrik Almosen geben, einen Abla von 40 Tagen nach Zustimmung des Dizesans._ Datum Nu^orenberg anno domini 1275 in crastino ascensionis domini. _Original-Pergament mit anhangendem bischflichem Siegel._ 7. _Bamberg 1283, November 17._ _Bruder Inzilerius vom Orden des hl. Augustinus, Bischof zu Budua, verleiht_ omnibus corde contritis et confessis, qui cum candelis accensis in criptam Nurenberg ad altare beate virginis iter suum direxerint, cum sacerdotes, clerici et scolares constituti ibidem pernunctiant laudem siue antyphonam de canticis cantant eiusdem gloriose virginis, _Ablsse von 40 Tagen von den tdlichen und einem Jahr von den llichen Snden nach erfolgter Zustimmung des Bischofs Berthold von Bamberg._ Datum in Babenberg anno domini 1283 15. kal. decembr. _Original-Pergament mit an gelber Wollenschnur anhangendem Siegel._ 8. _Nrnberg 1284._ _Bischof Gottfried von Passau verleiht allen Christglubigen_, requirentibus siue visitantibus aut recipientibus qualibet noctium ad laudem beate virginis seu mane ad missam, _wenn sie reumtig sind und gebeichtet haben, Ablsse von 40 Tagen von den tdlichen und von einem Jahr von den llichen Snden, insbesondere aber denen_, qui veniunt prenotalis temporibus in criptam gloriose virginis Marie ecclesie sancti Seboldi Nurenbergensis. Datum ibidem anno domini 1284. _Original-Pergament. Siegel abgefallen. Nur noch die weiroten Fden vorhanden._ 9. _Heilsbronn 1284, April 26._ _Bischof Reinboto von Eichsttt verleiht allen wahrhaft Reumtigen, die nach abgelegter Beichte an den Marienfesten den Marienaltar_ in cripta monasterii sancti Sebaldi in Nu^erenberch _in Andacht besuchen, Ablsse von 40 Tagen von den tdlichen und von 100 von den llichen Snden, die Zustimmung des Dizesans vorausgesetzt._ Datum apud Halsbrvnne anno domini 1284 6. kaln. maji. _Original-Pergament mit an grnweigelber Wollenschnur anhangendem bischflichem Siegel._ 10. _Rom 1290._ _Die Erzbischfe_ Bonaventura Ragusinus _[Ragusa] und_ Petrus Arborensis [_Arborea_], _die Bischfe_ Petronus Larinensis [_Larino_], Guilhelmus Dignensis [_Digne_], Petrus Tirasonensis [_Tarazona_], Jacobus Treventinus [_Trivento_], Theobaldus Canensis [_Canossa_], Guillelmus Callensis [_Cagli_], Marcellinus Turtibulensis [_Tortiboli_], Waldebrunus Avellonensis [_Avellino_], Egidius Urbinas [_Urbino_], Romanus Crohensis [_Croja_], Bonus Johannes Esculanus [_Ascoli_] _verleihen allen Christglubigen, welche wahrhaft reumtig sind, gebeichtet haben und an einem der vielen namentlich genannten Festtage der Kirche St. Sebald_ causa devocionis seu peregrinacionis accesserint aut qui ad fabricam seu reparationem, luminaria, ornamenta uel ad alia necessaria dicte ecclesie manus porrexerint adiutrices _oder in der letzten Not der Kirche von ihrem Vermgen etwas vermachen, Ablsse von 40 Tagen, die Zustimmung des Dizesans vorausgesetzt_. Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape quarti anno tertio. _Original-Pergament. Von den ursprnglich zwlf anhangenden Siegeln das zweite abgefallen._ 11. _Rom 1290._ _Dieselben Erzbischfe und Bischfe ohne Guillelmus Callensis verleihen allen wahrhaft Reumtigen und Beichtenden, welche den Altar der h. Jungfrau Maria in der Krypta und den des h. Evangelisten Johannes unter dem Lettner_ (sub pulpito) _in Andacht besuchen und die Messen an diesen Altren hren und diese an deren Patronatsfesten in Andacht oder auf der Wallfahrt besuchen usw_. _(wie in der vorhergehenden Urkunde) den gleichen Abla._ Datum Rome anno domini 1289[XXVIII] pontificatus domini Nicolai pape quarti anno tertio indictione 3^a. _Original-Pergament mit 13 an rotgelben Seidenschnren anhangenden, zum Teil nur mehr fragmentarisch erhaltenen Siegeln._ [XXVIII] Das dritte Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. reicht vom 15. Februar 1290 bis zum 15. Februar 1291. Auf das Jahr 1290 weist auch dasselbe Regierungsjahr Papst Nikolaus' IV. in Verbindung mit der Rechnung nach der dritten Indiktion hin. 12. _Ulm 1290._ _Bischof Incelerius von Budua besttigt in Vertretung des Bischofs von Bamberg einen von sechs Bischfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nrnberg erteilten Abla und gewhrt weitere 40 Tage Abla von den schweren und ein Jahr von den llichen Snden allen Christglubigen, welche reumtig und nach abgelegter Beichte ihre Almosen spenden._ Ad ampliorem huius rei certitudinum sigillum nostrum presentibus est appensum. _Datum fehlt._ _Original-Pergament mit abhangendem Siegel._ 13. _Bamberg 1291 Dezember 13._ _Bischof Arnold von Bamberg besttigt smtliche von katholischen Bischfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nrnberg erteilten und zu erwartenden Ablsse._ Datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo primo in die beate Lucie. _Original-Pergament mit abhangendem Siegel._ 14. _Bamberg 1298, Juli 3._ _Bischof Leopold von Bamberg besttigt alle von Erzbischfen und Bischfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nrnberg und des Altares der hl. Katharina in derselben erteilten Ablsse._ Presens scriptum super eo dedimus sigilli nostri robore conmunitum. Actum et datum Babenberch anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo V[.I]I quinto non. julii, pontificatus nostri anno secundo. _Original-Pergament mit anhangendem beschdigtem Siegel._ 15. _Anagni 1299, Oktober._ _Die Bischfe Landulphus von Brixen, Stephanus von Oppido, Nicolaus von Capri, Nicolaus von Turibia und Romanus von Croja verleihen allen wahrhaft Reumtigen, welche nach abgelegter Beichte die Kirche des hl. Sebald jhrlich an namentlich genannten Festtagen in Andacht besuchen und Almosen spenden_ uel quomodolibet de bonis ipsorum pro fabrica, luminariis et aliis dicte ecclesie ornamentis dederint uel miserint seu in extremis legaverint, ac omnibus, qui ter orationem dominicam siue pater noster supra dicte ecclesie cimiterium et pro animabus mortuorum Christi fidelium in eo sepultorum devote dixerint, _einen 40tgigen Abla_. In cuius rei testimonium nostra sigilla duximus presentibus apponenda. Datum Anagnie anno domini millesimo ducentesimo nonagesimo nono mense octobris, pontificatus domini Bonifacii pape octaui anno quinto. _Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln der sechs Aussteller._ 16. _1303, Juli 25._ _Bischof Petrus von Basel verleiht allen wahrhaft Reumtigen, die nach abgelegter Beichte an namentlich genannten Festtagen am St. Petersaltar im Chor der St. Sebaldkirche das hl. Amt der Messe in Andacht hren_ -- ad altare sancti Petri in choro ecclesie sancti Sebaldi missarum officia deuote audierint -- _einen 40tgigen Abla_. Datum anno domini 1303 octauo kalendis augusti. _Original-Pergament mit an rotweier Seidenschnur anhangendem Siegel des Ausstellers._ 17. _Nrnberg 1307, November 19._ _Bischof Wulfing von Bamberg besttigt smtliche von katholischen Vtern, Patriarchen, Erzbischfen und Bischfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nrnberg erteilten Ablsse._ Datum Nu^eremberch anno domini 1307. XIII. kalen. decembr. _Original-Pergament mit anhangendem Siegel des Ausstellers._ 18. _Nrnberg 1309, Februar 14._ _Vor dem Schultheien Sigfrid vom Kammerstein und den Schffen zu Nrnberg verkauft Friedrich Holzschuher, Gotteshauspfleger bei St. Sebald, ein in Nrnberg bei den Fleischbnken gelegenes, der Kirche St. Sebald gehriges Haus an Herdegen Holzschuher._ Ich Sifrit vom Kammerstein, der schultheiz, vnd wir di schepphen der stat zu Nu^eremberg veriehen vnd tun kunt offenlich an disen briefe, daz fu^er vns chom in gericht der ersam man her Friederich Holtschuher, des gotshovs ze sente Sebolt phleger, vnd derzevget, als recht was, daz er geheizen wer von den purgern, von dem rate vnd von den schepphen, daz er verkovfen scholt des selben gotshovs gut, sw[a^e] daz wer, durch des newen powes wegen an sente Sebol[t]s kirchen, daz man den dest baz m[o^e]cht volbringen an den apseiten. Vnd do er daz also wol derzevget, do gie dar der selbe her Friederich Holschuher mit gewaltiger hant, als er geheizen was, vnd gab hern Herdegen dem Holschuher vnd sinen erben recht vnd redelich ze kovfen daz aigen, daz des gotschovs ze sente Sebolde was, das da ligt vor der batstuben bi dem fleischpenken an dem ecke, ze rechtem aigen ze habenne ewichlich. Vnd des kovfes sind geladen gezevg her Levpolt Holschuher vnd her Albrecht Ebener. Vnd di sagten auch vf ir ait fu^er vns in gericht, daz her Friedrich Holschuher hern Herdegen dem Holschuher daz vorgenant aigen also ze kovfen hete geben im vnd sinen erben ze rechtem aigen ze habenne ewichlich. Vnd des ze eynem vrkunde, daz sin nicht vergezzen werde vnd auch also furbaz stete blibe, so ist geben mit vrteil von gericht dirre brief versigelt mit des schultheizen insigel vnd mit der stat insigel ze Nu^eremberg, di bede dar an hangent. Des sind gezevg di ersam levte her Otte Muffel, her Heinrich Eisfogel, her Heinrich Holschuher, her Heinrich Wigel vnd ander genvg. Der brief ist geben, do man zalt von gots geburt drevzehenhundert iar vnd in dem nev[n]ten iare an sente Valentins tag. _Original-Pergament mit dem Schultheiensiegel und dem Nrnberger Stadtsiegel._ 19. _Mainz 1310, Januar 4._ _Erzbischof P[etrus] von Mainz verleiht allen wahrhaft Reumtigen, welche nach abgelegter Beichte an namentlich genannten Festtagen die Kirche St. Sebald zu Nrnberg in Andacht besuchen und Almosen spenden, einen 40tgigen Abla._ Datum Nurenberg anno domini MCCC decimo pridie non. januarii. _Original-Pergament mit anhangendem Siegel des Ausstellers._ 20. _Avignon 1324._ _Die Erzbischfe_ Guillermus Soltaniensis [_Saltania_] _und_ Andreas Antisbarensis [_Antivari_], _die Bischfe_ Robertus Connerensis [_Connor_], Guillermus Sagonensis [_Sagona_], Gregorius Feltrensis [_Feltre_] et Bellonensis [_Belluna_], Thomas Ythmarensis [_Imeria?_], Venutus Cathacensis [_Catanzaro_], Johannes Rosquillensis [_Roeskilde_], Nicolaus Dirivascensis [_?_], Stephanus Lubucensis [_Lebus_], Franciscus Cenetensis [_Ceneda_], Franciscus Ravellensis [_Ravello_], Domnius Cathavensis [_Catharensis = Cattaro?_] _verleihen allen wahrhaft Reumtigen, welche die Kirche St. Sebald an namentlich genannten Festtagen besuchen oder den Leib Christi und das hl_. _l, wenn es zu den Kranken getragen wird, begleiten oder bei den Exequien und Leichenbegngnissen in der Kirche oder auf dem Kirchhofe zugegen sind oder auf dem Sterbebette von ihrem Vermgen der Kirche etwas vermachen oder beim Abendluten kniefllig dreimal ein Ave Maria beten_, necnon qui ad fabricam, luminaria, ornamenta et alia dicte ecclesie necessaria manus porrexerint adjutrices, _fr jedes Mal einen 40tgigen Abla_. In cuius rei testimonium presentes litteras sigillorum nostrorum iussimus appensione muniri. Datum et actum Auinione anno a nativitate domini millesimo trecentesimo vicesimo quarto indictione septima, die [_Lcke_] mensis [_Lcke_] sanctissimi patris et domini nostri Johannis, diuina prouidencia pape XXij. amen. _Original-Pergament. Von den 13 Siegeln nur noch 8 an Seidenschnren anhangend._ 21. _Rom 1333, Mrz 26._ _Die Bischfe Jacobus von Metz, Jacobus von Castro_, Benedictus sancte Prisce _und_ Thomas Lauerienis [_Lavaur?_] _verleihen den gleichen Abla unter denselben Voraussetzungen_. Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo trecentesimo tricesimo tertio pontificatus domini Johannis, pape 22., mensis martii die 26., indiccione prima. _Original-Pergament. Von den an weiblauen oder weibraunen Seidenschnren anhangenden Siegeln die beiden ersten zerbrochen, die andern abgefallen._ 22a. _Rom 1336, Mrz 21._ _Die Bischfe Johannes von Anagni, Jacobus von Castro, Franciscus von Castellana und_ Thomas Laueriensis [_Lavaur?_] _verleihen auf Bitten des Konrad_ Cres [_Kre_] _von Nrnberg den gleichen Abla_. Datum Rome in palaciis nostris anno domini millesimo 36, mense martii, indictione quarta, pontificatus domini Benedicti 12. pape anno secundo, mensis martii die 21. _Mit den anhangenden Siegeln der vier Bischfe._ 22b. _1338, Mrz 3._ _Bischof Leopold von Bamberg besttigt unten an der Urkunde den von den vier Bischfen erteilten Abla._ Datum anno domini 1338, feria secunda ante Kunegundis, beate virginis, in quadragesima. _Original-Pergament mit den anhangenden Siegeln des Bischofs Leopold von Bamberg und der vier ausstellenden Bischfe, ersteres an einem Pergamentstreifen, die brigen drei an blaubraunweien Seidenlitzen. Die drei letzteren stark beschdigt._ 23. _1337, Mai 26._ _Die Bischfe_ Alamannus Luanensis, Petrus Calliensis [_Cagli_], Johannes Bregerensis [_ob Bracharensis = Braga in Spanien?_], Andreas Coronensis [_Coron_], Petrus Montismaranus [_Montemarano_], Nicholaus Nazariensis [_Nazareth_], Vincencius Perensis [_Perri_], Raymundus Cathaniensis [_Catania_], Sergius Pollensis [_Pola_], Jacobus de Vallona [_Valanea_], Bernardus Ganensis [_Ganos in Thracien_] _und_ Paulus Fulginensis [_Foligno_] _verleihen den gleichen Abla unter den fast gleichen Voraussetzungen. Es heit nach der Anfhrung der zum Abla berechtigenden Feiertage_: causa deuocionis, oracionis aut peregrinacionis accesserint, seu qui missis, predicacionibus, matutinis, vesperis aut aliis quibuscumque diuinis officiis ibidem interfuerint aut corpus Christi etc. Datum Avinione 26. die mensis maii anno domini 1337 et pontificatus domini Benedicti, pape XII., anno tertio. _Original-Pergament mit an grnen Seidenschnren anhangenden Siegeln, ursprnglich 12, von denen das erste abgefallen und die brigen mehr oder weniger beschdigt sind. Durch Randmalereien verziert. Oben in der Mitte Christus mit erhobenen Fingern, links davon Petrus, rechts Paulus, weiter links der hl. Laurentius, Maria mit dem Christuskinde auf dem Arme, neben ihr ein Betender knieend. Die drei letzten Personen in ganzer Figur. Unter den Betenden am Rande links ein Bischof (Nikolaus?), ebenso rechts ein Heiliger mit aufgerafftem Gewande [Johannes Baptista]. Das Ganze in Deckfarben gemalt._ 24. _Rom 1343, April 9._ _Die Bischfe Raymundus von Rieti, Angelus von Viterbo und Toscanella, Jacobus von Castellacio und Jacobus von Nepi verleihen auf Bitten des Nrnberger Brgers Konrad Cresse den gleichen Abla unter den gleichen Voraussetzungen und Bischof Leopold von Bamberg besttigt denselben._ Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo 343, indictione 11., mensis aprilis die 9., pontificatus domini Clementis pape VI. anno eius primo. _Original-Pergament mit fnf anhangenden Siegeln. Die der ausstellenden Bischfe an weibraunen blaugernderten Seidenborten, das nachtrglich angehngte Siegel des Bischofs Leopold von Bamberg an einem Pergamentstreifen._ 25a. _Rom 1350._ _Die Bischfe Johannes von Bagnorea, Mannus von Amelia und Nicolaus von Orti verleihen auf Bitten des Nrnberger Brgers Sifrid Schrstab den gleichen Abla wie in der Urkunde vom 26. Mrz 1336._ Datum Rome in palatiis nostris anno domini millesimo 350, pontificatus domini Clementis pape sexti, indictione tertia, mensis [Lcke], anno eius octavo. 25b. _1353, August 24._ _Bischof Leopold von Bamberg besttigt unter obiger Urkunde diesen Abla._ Datum anno domini millesimo 353 in die sancti Bartholomei apostoli. _Original-Pergament mit den an weibraunen (ursprnglich weiroten) Seidenborten anhangenden Siegeln des Bischofs von Bamberg und der drei italienisnen Bischfe, von denen das zweite und vierte beschdigt sind._ 26. _Altenburg 1356, Juni 10._ _Bischof Leopold von Bamberg besttigt alle von Erzbischfen und Bischfen zugunsten der Kirche St. Sebald in Nrnberg und des Katharinenaltares in derselben erteilten Ablsse._ Actum et datum castro nostro Altenburg anno domini millesimo trecentesimo quinquagesimo sexto feria sexta proxima ante festum penthecostes. _Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Ausstellers._ 27. _Altenburg 1358, Februar 23._ _Bischof Leopold von Bamberg verleiht allen wahrhaft Reumtigen, die nach abgelegter Beichte der Pfarrkirche St. Sebald in Nrnberg_, que reformacione seu reedificacione indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates, nisi deuotorum hominum piis subsidiis adiuuetur, _ihre Almosen spenden, Liebesgaben darreichen und ihre hilfreiche Hand bieten, 40 Tage Abla der schweren und ein Jahr der llichen Snden und verzeiht_ vota fracta, si ad ea redierint, peccata oblita, si memores fuerint, confiteantur, offensas patrum et matrum, si absque enormi fuerint lesione, juramenta non corporaliter, sed ex animi leuitate prestita. _Er befiehlt den Rektoren der Kirchen und Kapellen, da sie den Boten von St. Sebald, der in den Kirchen, Kapellen und den ihnen zustehenden Orten Almosen heischt, treulich bei ihren Untergebenen frdern und nicht einen Teil der Almosen von ihm erpressen._ Datum Altenburch anno domini millesimo trecentesimo quinquagesimo octavo, feria sexta proxima post dominicum inuocavit. _Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Ausstellers._ 28. _Avignon 1360, Mai 3._ _Die Bischfe_ Raphahel Archadiensis [_Arkadi_], Francisus Lapsacensis [_Lampsacus_], Girardus Arrigensis [_ob Ariensis, Ario?_], Albertinus Surmanensis [_Sirmium_], Lazarus Botrociensis [_Butrinto, Vucindro_], Johannes Veglegensis [_Veglia_], Johannes Agitonensis [_Agadonensis = Ardferten (Kerry) in Irland_], Andreas Balazensis [_Balezo_], Petrus Calligencis [_Cagliari_], Intardus Tartopolensis [_Tortiboli_], Avancius Sanxensis [_?_], Johannes Tarmopolensis [_ob Termolensis, Termulanus (Termoli)?_], Franciscus Huroensis [_?_], Johannes Curoensis [_?_], Johannes Carminensis [_Carmium_], Bertoldus Cisopolensis [_Sizebolu_], Augustinus Salubrensis [_Soliwri_], Philippus Lauadensis [_?_], Ricardus Naturensis [_Athyra in Thrazien_] _verleihen allen wahrhaft Reumtigen, die nach abgelegter Beichte an namentlich angefhrten Tagen_ ergastulum uel altare ibidem, quod est consecratum in honore omnium animarum sub turri in ecclesia sancti Seboldi in Nurenberch _in Andacht besuchen oder an anderen angefhrten Gottesdiensten teilnehmen und besondere Gebete und fromme Werke verrichten_, necnon, qui ad fabricam dicti ergastuli seu altaris luminaria, libros, calices seu queuis alia ornamenta manus porrexerint adiutrices ac qui eidem ergastulo seu altari aurum, argentum uel aliquid suarum facultatum in suis testamentis uel extra donauerint seu donari procurauerint et qui pro salubro statu domini episcopi Babenbergensis et pro Seyfrido Mavrer, ciuis in Nvrenberch, impetratoris seu prouisoris dicti ergastuli, et qui pro animabus vxoris legitime et liberum suorum et qui pro Vlrico Weylerio presbytero uel qui missam huius uel horas canonicas audierit, qui hanc litteram portauerit et ordinauerit Auinione, _einen 40tgigen Abla von den schweren Snden_. Datum Avinione anno domini millesimo trecentesimo sexagesima, tertia die mensis maii, pontificatus domini nostri innocencii, pape sexti anno octavo. _Original-Pergament mit 20 anhangenden Siegeln, smtlich stark beschdigt. Die Urkunde ist auf den Seiten und oben links und unten rechts von Weinlaub mit Trauben umrahmt, eine etwas unbeholfene aber doch charakteristische Malerei. Die erste Zeile_: Uniuersis sancte matris ecclesie _in verlngerter Schrift, der Buchstabe N in Uniuersis und die Anfangsbuchstaben S, M, E in roter Farbe ausgefhrt, die Initiale U aber durch eine Maria-Schutz mit den armen Seelen unter ihrem Mantel ausgefllt. Zwischen den Worten_ Uniuersis _und_ sancte: _der hl. Sebald, nach_ sancte: _der hl. Petrus und nach_ matris: _der hl. Leonhard._ 29. _Altenburg 1360, Mai 6._ _Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch eines Hauses am Friedhof von St. Sebald im Eigenbesitz des Egidienklosters gegen ein Haus des Kirchenvermgens St. Sebald bei den Fleischbnken._ Datum Altenburch feria quarta proxima post Walpurgis anno domini millesimo tricentesimo sexagesimo. _Original-Pergament mit anhangendem Siegel._ 30. _1360, Dezember 15._ _Papst Innozenz VI. verleiht zugunsten der Pfarrkirche St. Sebald_, quam venerabilis frater noster Lupoldus, episcopus Bambergensis, et nonnulli comites, barones et nobiles illarum parcium ac delecti filii magistri ciuium, consules totaque communitas dicte ville ad honorem dei et eiusdem confessoris de bonis propriis sollenniter construxisse et competenter dotasse..... dicuntur, _einen jhrlichen Abla von einem Jahr und 40 Tagen an namentlich genannten Festtagen_. Datum Avinione XVIII. kalendas januarii, pontificatus nostri anno octauo. _Original-Pergament mit an gelbroten Seidenfden anhangender ppstlicher Bulle._ 31. _Altenburg 1362._ _Bischof Leopold von Bamberg verleiht den wahrhaft Reumtigen und Beichtenden_, qui ad novam structuram parrochialis ecclesie sancti Sebaldi in N[.u]renberg suas largiti fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum porrexerint adiutricem quique eciam personaliter laboraverint in eadem, _einen Abla von 40 Tagen der schweren und von einem Jahre der llichen Snden_. Datum Altenburg anno domini 1360 secundo. _Original-Pergament mit anhangendem Siegel._ 32. _Nrnberg 1364, April 30._ _Revers des Pfarrers Albert Krauter, den Friedhof von St. Sebald nicht gegen das Rathaus zu erweitern._ Nouerint vniuersi presencium inspectores, quod ego Albertus dictus Kravter, plebanus ecclesie parrochialis sancti Sebaldi opidi in Nuremberg Bambergensis dyocesis. Licet gracia dei ac erogacione elemosine a piis fidelibus et precipue parrochianorum meorum ac aliorum incolarum dicti opidi ecclesia mea prefata aucta sit secundum longitudinem per edificacionem noui kori, inter quem korum et domum olim Chunradi dicti Zenner, nunc vero Johannis Ebner, est quoddam spacium siue planicies empta de bonis ecclesie mee predicte et eidem debita excepto vno spacio vie publice, que ab antiquo in medio predicte planiciei solita et debita erat esse, et in eadem planicie cimiterium reuerendi in Christo patris ac domini mei domini... episcopi Bambergensis ac opidanorum sepedicti opidi consensibus accedentibus posset augeri. Tamen quod predicta planicies est satis modica, in quantum pertinet ecclesie mee, et ex opposito est pretorium et domus multe, in quibus continue sunt habitatores honesti et nonnunquam principes, duces, barones et nobiles aduene, quibus horror posset insurgere, si in sepedicta planicie eis tam vicina corpora mortuorum sepelirentur, nomine mei ac ecclesie mee prefate annui et volui ac presentibus ordino et volo, vt eadem planicies ad cimiterium non conuertatur nec dedicetur, sed antiquum cimiterium, quo ad istum respectum in suis finibus sit et maneat, donec ego vel alter meus successor et consules opidi antedicti aliter duxerint simul ordinandum. Volo tamen, quod sepedicta planicies via publica, que per eam transire ad cimiterium debet, excepta, quo ad proprietatem et omnem vsum ac comodum, si quod exinde euenire posset, pertineat, prout de iure debet, ad ecclesiam meam supradictam. Et hec omnia per reuerendum in Christo patrem ac dominum meum dominum Fridericum, dei gracia dignum episcopum ecclesie Bambergensis, desidero et exopto confirmari. In quorum testimonium presentes sigilli mei munimine consignaui. Datum Nuremberg anno domini millesimo trecentesimo sexagesimo quarto in vigilia apostolorum beatorum Phylippi et Jacobi. _Unten oberhalb des Bugs von anderer Hand, aber ziemlich gleichzeitig_: Consimilem litteram habent ciues sub sigillis pendentibus domini episcopi et plebani. _Original-Pergament mit dem anhangenden Siegel des Pfarrers Albert von St. Sebold [Pfarrsiegel]._ _Stadtarchiv Nrnberg. Abgedr. Stdtechroniken. I, 422 ff._ 33. _Bamberg 1370, Juli 3._ _Bischof Ludwig von Bamberg besttigt auf Bitte des Berthold Teufel die von dessen Vater Konrad, Brger zu Nrnberg, gestiftete Pfrnde auf dem Marienaltar in der Krypta von St. Sebald zu Nrnberg_ -- quoddam altaris seu prebende beneficium in altari eiusdem beatissime Marie virginis sito in cripta parrochialis ecclesie sancti Sebaldi -- _und befreit sie von aller Last weltlicher Gewalt_. Datum et actum Bamberge anno domini 1370 feria quarta post diem beatorum Petri et Pauli apostolorum. _Original-Pergament. Siegel abgefallen._ 34. _Nrnberg 1379, Juni 5._ _Kardinal Pileus verleiht_ -- cum igitur dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi Nurembergensis Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant deuocionem et affeccionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus, intendant, ad cuius perfeccionem eiusdem ecclesie non suppetunt facultates sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria et eciam oportuna -- _allen wahrhaft Reumtigen und Beichtenden, welche die Kirde St. Sebald an besonders genannten Festtagen besuchen und hilfreiche Hand bieten, Ablsse von einem Jahr beziehungsweise von 100 Tagen_. Datum Noremberg dicte diocesis nonis junii pontificatus sanctissimi in Christo patris et domini nostri domini Vrbani, divina providencia pape VI., anno secundo. _Original-Pergament mit an verblichener (ursprnglich roter) Kordel anhangendem Siegel._ 35. Pau der trn zu sand Sebolt de anno 1481 in annum 1490.[XXIX] Erhhung beder trn Sebaldi. Kirchenmaister Sebolt Schreyer, angefangen anno domini 1481, volbracht anno domini 1499.[XXX] [XXIX] Auf dem Einbanddeckel. [XXX] Auf dem Vorsetzblatt. 1481. Item nach dem als man zalt von Cristi unseres lieben herren geburt vierzehenhundert und im ainundachzigisten jar, in ainem erbern rat verlassen ist, beide trn des gotzhau der pfarrkirchen zu sand Sebolt zuerhhen vnd zuverneuen, also und daruff sind dieselben mit gepeuen frgenommen worden, und wie wol die vor und ee dann Sewolt Schreyer zu kirchenmaister gesetzt ist und nemlichen bei Hansen Haller, dazumalen kirchenmaister, zupauen angefengt sind, so ist doch solicher bau durch und bei dem gemelten Schreyer volbracht und verrechet worden. Demnach hat er zu jngst den ganzen pau, als der zu ende kummen ist, zu allen seinem einnemen und ausgeben in ain rechnung gebracht und gezogen, alles, wie hernach begriffen ist. Und zu denselben zeiten sind oberst hauptleut diser stat Nurmberg gewesen her Ruprecht Haller, der alt, zu der zeit auch oberster pfleger des gemelten goczhaus, her Niclas Gro, der alt, und her Gabriel Nczel. Item demnach und erstlich ist beschriben und verrechnet das einnemen soliches paus in mainung, so hernach volgt: Bl. 10': Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als davor geschriben stat. Item aus der losungstuben entlehnet novilb 10.187 [Schilling] 4 hlr. -- Item aus allerlei zeg gelst " 1.057 " 14 " 8 Item von geschicken und almusen " 184 " 14 " 2 Item von der kirchen gelt dar zu eingenommen " 774 " 12 " 1 Summa alles einnemens " 12.204 " 4 " 11 Bl. 122': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor beschriben stet. Item maister Ekarius, zimmerman novilb 52 [Schilling] 10 hlr. -- Item den zimmergesellen ausgeben " 816 " 16 " -- Item maister Hainreichen Kugler, steinmeczen " 145 " 18 " -- Item den parlieren hab ich ausgeben " 39 " 10 " -- Item steinmeczengesellen " 1.584 " 10 " 2 Item hantlangern oder taglonern " 346 " 1 " -- Item deckern und iren gesellen " 47 " 4 " 8 Item klaibern und iren gesellen " 11 " 4 " 10 Item tunchern und iren gesellen " 6 " 8 " 6 Item dem kirchner hab ich ausgeben " 34 " 10 " -- Item schreinern " 16 " 6 " 2 Item glasern " 7 " 9 " 2 Item fur den ofen von kupfer " 60 " 6 " -- Item fur den schlot von kupfer " 34 " 18 " 10 Item fur die rinnen von kupfer " 42 " 18 " -- Item kandelgiessern " 4 " 15 " 10 Item rotschmiden " 17 " 16 " -- Item trechslern " 1 " 14 " 8 Item wagnern " 4 " 1 " -- Item putnern " 3 " 10 " -- Item segern " 15 " 10 " 4 Item sailern ausgeben " 187 " 5 " 10 Item maister Erharten, schmid " 138 " 19 " 2 Item maister Niclasen Greiner, schlosser " 113 " 19 " 6 Item maister Lienharten Ochsen, schlosser " 11 " 17 " 10 Item maister Matenckhofer, schlosser " 43 " 18 " -- Item maister Peteter, statschmid " 17 " 16 " 8 Item Hansen Pulman, hammerschmid " 69 " 6 " 8 Item Wilbolten Plancken, eisenmann " 70 " 15 " 4 Item Gorgen Kppel, eisenmann " 36 " 12 " -- Item fr allerlei ander eisenwerk " 30 " 1 " 8 Item schleifern ausgeben " 2 " 3 " 2 Item fur pretter " 134 " 14 " 2 Item fur thillen " 9 " 12 " 4 Item fur allerlei holzwerk " 360 " 2 " 6 Item fur reuhelbergstein [Reuhelberg im Lorenzerwald bei Steinbrchlein] " 1012 " 5 " 2 Item fur kornpergstein [bei Kornburg] " 14 " 14 " 8 Item fur ziegelstein " 54 " 1 " 10 Item fur kalk ausgeben " 57 " 8 " 8 Item fur parstein [Gips] ausgeben " -- " 13 " 8 Item fur harz ausgeben " -- " 8 " 10 Item fur l ausgeben " 6 " 7 " -- Item fur unslit, schmer und schmir " 2 " 6 " 3 Item kernern von kot, sand und ziegel zu frn " 86 " 14 " -- Item fur allerlei uncost " 32 " 8 " 4 Item fur voraus und trinkgelt " 17 " 11 " 10 Item von turndeckers arbeit zuwegen tragen und zufrn " 12 " 18 " 10 Item des turndeckers belonung von beiden trn " 490 " 4 " -- Item fur plei ausgeben " 12 " 16 " 4 Item fur zin ausgeben " 3.157 " 6 " 10 Item fur die eisine spie oder spicz ausgeben " 25 " 10 " 10 Item fur die kupferin knpf " 55 " 12 " 8 Item dem goldschmid die knpf zu vergulden " 252 " 6 " -- Item fur die fannen " 12 " 7 " -- Item den malern " 10 " 11 " 2 Item fur di orglogken [Schlaguhr] " 2.221 " 7 " -- Item von der orglogken zu frn und zu heben " 9 " 19 " -- Item fur das schlahwerk ausgeben " 131 " 4 " -- Item fur den wecker der turner ausgeben " 5 " 17 " -- Summa alles ausgebens " 12.204 " 4 " 11 S. 124: Item die vorgemelt summa ist ausgeben und verpaut worden in sechs jaren und in jedem derselben jar ausgeben, wie hernach: Item im 81. jar ausgeben novilb 72 [Schilling] 15 hlr. -- Item im 82. jar ausgeben " 2.537 " 10 " 10 Item im 83. jar ausgeben " 5.680 " 19 " 7 Item im 84. jar ausgeben " 3.778 " 15 " 4 Item im 85. jar ausgeben " 98 " 17 " 6 Item im 86. jar ist ausgeben " 35 " 6 " 8 Summa " 12.204 " 4 " 11 Item zuwissen, das die obgemelt verpaut summa der 12.204 lb. novi 4 [Schilling] 11 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novilb 2 [Schilling], das ist 8 lb. alt 12 [Schilling] fur 1 guldin reinisch landswerung, inmassen der guldin rinisch zu den selben zeiten golten hat, gerechet, bringt oder tut 5811 gulden rinisch landswerung und 11 [Schilling] in gold. _1489 wird der sdliche Turm neu mit Zinn und Blei gedeckt._ Bl. 126': Losungstuben und sunst. Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben steet, tut novilb 1406 [Schilling] 4 hlr. --. Bl. 135': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor geschriben steet. Item zu abdecken des zins und pleis novilb 13 [Schilling] -- hlr. -- Item gewicht und brob des abgedeck[t]en zins " 2 " 1 " 2 Item gewicht des abgedeck[t]en pleis " -- " 12 " 8 Item zimergesellen zu rsten " 28 " 1 " 4 Item zimergesellen abzurusten " 13 " 14 " 8 Item holzwerk zu dem gerst " 24 " 19 " -- Item fur mit rustholz und prettern " 1 " 3 " -- Item allerlei uncost " 10 " 1 " 10 Item neuerkauft zin " 963 " 6 " 4 Item neuerkauft plei " 51 " 15 " 6 Item maister Ulrichs arbait mit giessen des zins " 7 " 13 " 10 Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des pleis " 2 " 4 " 8 Item belonung maister Ulrichs " 262 " 10 " -- Item fr ngel ausgeben " 25 " -- " -- Summa alles ausgebens " 1.406 " 4 " -- Item zu wissen, das die obgemelt verpaut summa der 1406 lb. novi 4 hlr. zu gold angeschlagen und 2 lb. novi 1 [Schilling] 8 hlr., das ist 8 lb. alt 10 [Pfennig] fur 1 guldin r. landswerung, inmassen der guldin zu denselben zeiten golten hat, gerechet, bringt und tut 674 guldin rinisch landswerung 19 [Schilling] 6 hlr. in gold. _1490 Eindecken des nrdlichen Turmes._ Bl. 136': Losungstuben und sunst: Summa summarum, das ich uberal eingenommen hab, als obgeschriben stet, tut novilb 312 [Schilling] 10 hlr. --. Bl. 144': Summa summarum, das ich uberal ausgeben hab, als davor geschriben stet. Item zu abdecken des zins novilb 12 [Schilling] 10 hlr. -- Item gewicht und brob des abgedeckten zins " -- " 9 " 2 Item zimmergesellen zu rsten " 34 " 4 " 8 Item zimmergesellen abzurusten " 13 " 2 " -- Item holzwerk zum gerst und andern " 3 " 5 " -- Item fur mit rstholz und andern " 2 " -- " -- Item fr ngel ausgeben " 18 " 7 " 6 Item schlossern ausgeben " 3 " 12 " 2 Item sailern und schreinern ausgeben " 8 " 6 " 10 Item allerlei uncost " 9 " 10 " 6 Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des zins " 7 " 19 " 6 Item maister Ulrichs arbeit mit giessen des plei " -- " 1 " 4 Item belonung maister Ulrichs " 197 " 10 " -- Summa alles ausgebens " 310 " 18 " 8 _umgewandelt in fl. rhein._: 149 fl. 5 [Schilling] in gold [2 lb. n. 1 [Schilling] 8 hlr (8 lb. alt 10 d) = 1 fl. rh. Landeswhr.]. 145^b: Item so die rechnung mit dem tecken beder turn erschaut werden, so erfindet sich, das Cristof Lilgenweis dem goczhaus am giessen des zins und tecken der trn mit seiner untreu schaden zugefgt hat, nemlich am ersten turn am zin bei oder ob 142 guld. rh. und am plei ob 12 fl. r., ut fo. 128 hievor begriffen. Wer an dem andern turn ob 278 fl., ut fo. 138 hievor begriffen. Summa 432 fl. rh. ausserhalb des schadens, so auf die gemelten turn gangen ist, die anderwaid zu decken. _Obwohl ihn der Rat im Loch gefangen setzte und mit ernstlicher Frage angriff, benannte er doch nicht mehr als 56 fl. rh. Da man damals von dem groen Schaden keine Kenntnis hatte, wurde er auf Frbitte von Bamberg und anderen Enden ausgelassen, doch sollte er solchen bekannten Schaden an St. Sebald und 10 fl. an St. Lorenz ausrichten, wofr sein Vater und Weib Brge wurden, laut Gerichtsbuch Cons. D. fol. 285 (auch an dieser Stelle eingetragen). Sabbato post Francisci anno 86._ Item und als aber der obgemelt Lilgenweis gehort und vermerkt hat, da der erst turn anderwaid zudecken maister Ulrichen Hubner von Bamberg verlassen und im entwert worden was, hat er sich vor und ee man den abgedeckt hat, von hinnen getan, villeicht aus ursachen, das er sich besorgt hat, so man sein untreu derma und so gro erfinden wurd, er mochte wider angenommen und nach seinem verdienen gefertigt werden. 146^b: Suma was der ganz pau cost hat. _Die Seiten 146^b-149^b enthalten nur Zusammenstellungen der vorerwhnten Einnahmen und Ausgaben._ _Kgl. Kreisarchiv Nrnberg._ 36. Bedenken, welcher gestalt der chor und umbgang uf sant Sebalds kirchen mcht zu pessern sein. Actum den 27. maij 1561. _Kgl. Kreisarchiv Nrnberg. Abgedruckt in den Mitteilungen des Vereines fr Geschichte der Stadt Nrnberg, VIII, 246 ff., wo auch noch zwei einschlgige Ratsverlsse und der kurze Bericht aus den Annalen des Ratschreibers Johannes Mllner wiedergegeben sind._ 37. =Acta die Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur betr. Von a=: 1769 in 1770. 25. Mrz 1768: Relation ber den Befund des schadhafften Thurns an der St. Sebalds Kirch. _Besichtigung des Turmes am 23. Mrz 1768 durch Scholarch Paul Karl Welser mit dem Stadtalmosenamtspfleger Volckamer, Bauinspektor Stettner und Almosenamtszimmermeister Schwammbach. Der Dachstuhl des Helmes war, sowohl Geschwlle wie Legsparren zum groen Teil zusammengefault._ _Das Waldamt Laurentii und das Sebaldi werden vom Stadtalmosenamt ersucht um_ 1. _21. Mrz 1768_ _20 Stmme [Laurentii]_ 2. _7. April 1768_ _8 Eichen [Laurentii]_ 3. _2. August 1768_ _3 Eichen je 24 Schuh lang [Sebaldi]_ 4. _5. Mai 1769_ _4 fichtene Baumstmme 80 Schuh lang Gratsparren_ _4 fichtene Baumstmme je 50 Schuh lang, 10 Zoll im Quadrat zu Schiftsssparren [Laurentii]._ 1769 Mai 24.: _Das Stadtalmosenamt ersucht_: Das lbl: Rugs Amt wird hiemit hfl. requirirt, denen Geschwornen der Flaschnerprofession zu intimiren, da von denen auf der Herberg ankommenden und Arbeit suchenden Gesellen dem Flaschner Grbel Meldung getan werde, um einen tchtigen Pursch, der zu der Sebalder-Kirch-Thurn-Reparatur zu gebrauchen ist, aussuchen zu knnen. _1769 Juli 19. schiet das Landalmosenamt 1000 fl. vor._ _1769 November 7. schiet das Landalmosenamt 1500 fl. vor._ _Vom Dezemzer 1769 liegt eine Liste vor, enthaltend die Berechnung der bisherigen Kosten und ein Verzeichnis des verwendeten Baumaterials:_ Berechnung des Sebalder Kirchthurmsbaues vom 24. Octobris 1768 bi 2. Dec. 1769, sowohl was an Taglohn und Meisterconti, als auch an Baumaterialien ausgeleget und verbraucht worden ist. Denen Zimmerleuten vom 24. October bis 19. November 1768 fr Taglohn fl. 37 23 -- Vom 3. April 1769 bis 2. Decber 1769 fr Taglohn denen Zimmerleuten, Flaschner- und Tnchersgesellen samt Meistergebhr bezahlt " 1477 11 -- Dem Meister Schwambach Douceur " 11 -- -- Denen Zimmergesellen und Tnchern Trankgeld " 10 -- -- Fr 29 Fuhren 24 kr. dem Krner " 11 36 -- Dem Wagner fr 2 Leitern " 3 -- -- Dem Seiler fr das Seil und Stangen " 183 53 -- Dem Nagler Ruf und He fr Ngel " 168 39 -- Dem Schlosser Bauer fr Arbeit " 88 48 -- Den beeden Waldmtern Laurenzii et Sebaldi fr 8 Eichen und 20 Stmm, Holzpfandung, Fuhrlohn, Anweis und Trankgeld " 67 44 2 Dem Waldamt Laurenzii fr 8 Fiechten zu denen 4 Grad- und 4 Schiftsparren Fuhrlon " 38 30 -- Dem Schmid Klpfel fr Arbeit " 36 25 -- Dem Flaschner Griebel fr minge Haften und Blei zum Lten " 103 47 -- Dem Orgelmacher Kttelmann fr 284 Blatten zu gieen 20 kr " 94 40 -- An erkauften Zinn, nemlich 3 Centner 50 fl., 2-1/2 Centner 49 und 14 Centner 47-1/2 lb. 48 fl.= 19 Ct. 97 lb. u. an Geld " 1167 32 2 An erkauften Blei, nemlich 2 Centner 13 und 4 Centner 85 lb. 12-1/2 = 6 Cent. 85 lb. und an Geld " 86 37 2 ---------------- fl. 3586 46 2 Auf zweimal empfangen " 2500 -- -- ---------------- Mehreres ausgegeben fl. 1086 46 2 Verzeichnus derjenigen Baumaterialien, welche zum Sebalder Kirchturn verbraucht worden vom 3. April bis 9. December 1769, als An Eichen-Holz 8 Fenster-Benke, 3 dreizllige Stollen, 3 vierzllige Stollen, 4 Gesims-Hlzer, 176 Bretten zum zu schallen An weichen Holz 16 Stmm Brettenholz, 16 Stmm Riegelholz, 3 zweizllige Dillen, 1 zweizllige Dille, 9 Schu lang, 4 Gradsparrn von 69 Schu, 4 Schiftsparrn von 50 Schuh, 226 Bretter zum Rsten, 109 Latten zum Rsten, 4 vierzllige Stollen. An Eisen und Ngeln 122 Klammern von unterschiedlicher Lnge, 42 Rund- und halbkpfige Ngel, 128 Ngel zweierlei Sorten, 25 groe Ngel, 20 groe Ngel anderer Gattung, 1200 Bodngel, 500 Bienngel, 700 Rinneneisen, 6400 Schollenngel, 3600 kleine und groe Blattenngel, 30 Stck andere, 172 Lut-Strng, das Gerst anzubinden. _In diesem Verzeichnis sind die Preise nicht eingesetzt._ _Die vorhandenen Mittel von 2500 fl. reichten so nicht aus. Allein das Stadtalmosenamt hatte selbst nichts, und so wandte es sich durch das Losungsamt an_ derer Herren Aeltern Hochwohlgebornen Herrlichkeiten _am 27. Dezember 1769 und legte die oben stehende Liste bei_. _An dem langsamen Gange der Arbeit sei die Witterung und die_ viele Zeit erforderliche schwere und vierfache Zusammenfgung der Blatten _schuld_. _Die_ gnzliche Blattenzuschlagung _mte bis knftiges Frhjahr hinausgeschoben werden. Bis jetzt mten noch 1086 fl. 46 kr. 2 [Schilling] nachbezahlt werden und fr die Vollendung der Arbeit einschlielich von etwa 10 bis 11 Zentner erforderlichen Zinnes wre noch ein Kapital von 2000 fl. ntig. Dieser Vorschu knnte vielleicht dem_ Land Almosamt oder denen smtlich geistlichen Aemtern per repartitionem abgereichet werden. _Die vorgeschlagene Repartition wurde durch Ratsverla vom 9. Januar 1770 genehmigt._ Repartitio bezahlt den 17. Februar 1770 Lbl. Spital- und Kloster St. Catharina fl. 1200- bezahlt den 24. Januar 1770 " Closter Amt St. Clara " 900- bezahlt den 3. Februar 1770 " Landalmoamt " 1000- " Stadtalmoamt " 400- den 3. Februar 1770 bezahlt " Marthaspital " 25- den 24. Januar 1770 bezahlt " Mendel XII-Brderstiftung " 400- bezahlt den 26. Januar " Geistl. Gter auf dem Land " 500- d. 24. Jan. 1770 Jobst-Stiftung zalt d. 25. D. 1770 St. Peter u. Paul Stift zalt d. 25. Jan. z. St. Leonh Vier Siechkbel und do. St. Joh. u. Sonder Siechen-St. Sondersiechen 30 fl. " 150- 1770 d. 24. Jan. zalt Heil Kreuzstiftung " 25- ----------------- Summe fl. 4600- Losungamt den 18. Januar 1770 _Stdt. Archiv Nrnbeg._ Anmerkungen. [1] Urkunde Kaiser Heinrichs IV. vom 19. Juli 1062, wodurch er den Kanonikern zu Bamberg den von seinem Vater an Nrnberg bertragenen Markt mit dem Zoll und der Mnze an Frth zurckgibt. Mon. Boic. XXIX, Nr. 406. [2] Die zuerst von Baader in seinen Beitrgen zur Kunstgeschichte Nrnbergs, I (Nrdlingen 1860), S. 49, aufgestellte, dann von der kunsthistorischen Lokalforschung aufgenommene und von dieser in die allgemeine Kunstgeschichte bergegangene Behauptung, die Kirche St. Sebald sei 1256 in ihrem Hauptteile fertiggestellt und geweiht worden, erweist sich als nicht stichhaltig, da dies aus der Ablaurkunde des Bischofs Heinrich von Bamberg vom 1. Oktober 1256 nicht geschlossen werden darf. Vgl. hierber auer Baader insbesondere noch Sighart, Geschichte der bildenden Knste im Knigreich Bayern, Mnchen 1862, S. 235, ferner Schnaase, Geschichte der bildenden Knste im Mittelalter, Dsseldorf 1872, Bd. III, S. 348, B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen in Bayern etc., Mnchen und Leipzig 1888, S. 154 und Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, 1, S. 500. Beim Dom zu Bamberg, mit welchem St. Sebald in engem baugeschichtlichem Zusammenhang steht, hat man in der Datierung einen hnlichen Fehler begangen und eine Ablaurkunde von 1274 dahin gedeutet, als sei zu dieser Zeit noch an der Vollendung des Domes gearbeitet worden. Bezglich der Einweihungsurkunde vom 17. August 1274 siehe das folgende Kapitel sowie Beilage 4. Den Inhalt der Urkunde vom 1. Oktober 1256 gibt Lang, Reg. B. III, 83, kurz wieder mit: Henrici episcopi Babenbergensis indulgentiae pro ecclesia parochiali sancti Sebaldi in Nuremberg. Dat. die sancti Remigii (1. Oktober), spricht demnach nicht von einer Einweihung. [3] ber die Kapelle St. Peter wurde urkundliches Material nicht gefunden. Nur sptere Chroniken berichten von ihr in der bekannten sagenhaften Art und abweichend voneinander. ber die ehemalige Existenz der Kapelle jedoch -- darin stimmen alle Chroniken berein -- besteht kein Zweifel. Mglicherweise hat sie an Stelle des jetzigen Peters- oder Westchores gestanden. [4] Vgl. Otto Schulz, Die romanischen Bauteile von St. Sebald und ihre Instandsetzung, in der Zeitschrift fr Bauwesen, Berlin 1908, S. 529 f., sowie bezglich der whrend der letzten Restaurierung gemachten baugeschichtlichen Feststellungen: Derselbe, Die Wiederherstellung der St. Sebaldkirche in Nrnberg 1888-1905 in den Mitteilungen des Vereins fr Geschichte der Stadt Nrnberg. 1905. [5] Anderweitiger Schmuck war nur sprlich vertreten. Im Mauerwerk des jetzigen Ostchors befinden sich Steine, welche vom romanischen Bau stammen. Dieselben zeigen den Zahnschnitt. Ein auf dem Dachboden gefundener, jetzt im Lapidarium (ehem. Westkrypta) aufbewahrter Stein hat Flechtwerk. [6] Fr den nachtrglichen Anbau der beiden Portale an die Turmhallen hat Prof. Schmitz nachfolgende Grnde geltend gemacht: 1. Das Mauerwerk der Portale hat einen auffallend weiten Vorsprung vor die Mauerflucht der Trme. 2. Der Steinverband zeigt, da ein organischer Zusammenhang zwischen dem Mauerwerk der Portale und dem der Trme nicht besteht. 3. Das sdliche Portal steht nicht in der Achse des alten Seitenschiffes. 4. Die Segmentbgen ber den Trffnungen im Innern haben dieselbe Form wie die der Portale an den gotischen Seitenschiffen. 5. Die Steinquadern der Dachschrgen der Portale haben sich bei der Abnahme anllich der jetzigen Restaurierung als auf allen Seiten sauber behauen erwiesen, was nur damit erklrt werden kann, da sie von einem anderen Bau herrhren. 6. Die Bogenquadern zeigen an den Fugenkanten Beschdigungen, welche nicht auf Verwitterung, sondern auf einen stattgehabten Abbruch oder Transport deuten. 7. Die Profilierung des Dachgesimses ist gotisch. 8. Die Risse im Mauerwerk ber den Segmentbgen weisen auf ein spteres Einsetzen der Portale hin. [7] Weese, Die Bamberger Domskulpturen, Straburg i. E. 1897, S. 3 ff., und derselbe in der geschichtlichen Einleitung zu Aufleger, Der Dom zu Bamberg, Mnchen 1898, hat das einschlgige Urkundenmaterial in der Hauptsache zusammengestellt. [8] Nheres bei B. Riehl, Kunsthistorische Wanderungen durch Bayern, Bayerisch-Schwaben, Franken und die Pfalz, Mnchen und Leipzig 1888, S. 50 ff., S. 65 ff. und S. 147 f., und bei Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, Stuttgart 1892, Bd. I, S. 176 ff. [9] Bei den doppelchrigen Anlagen mit westlichem Querschiff, wie sie den vorhin erwhnten Bauten, den Domen von Mainz und Worms einerseits, dem Augsburger Dom, St. Emmeram und Obermnster zu Regensburg und dem Dom zu Bamberg andererseits, eigen sind, war der Westchor fast regelmig dem hl. Petrus geweiht. Bezglich der Sage des hl. Sebald siehe die ausfhrliche Wiedergabe der Legende bei Reicke, Geschichte der Reichsstadt Nrnberg, Nrnberg 1896, S. 20 ff. [10] Die Kleeblattblendbgen unter den Ostchorfenstern und an den Ostchorschranken des Bamberger Domes bleiben hier auer Betracht, da sie einer viel frheren Zeit, nmlich dem Bau von 1186-1201, angehren. [11] Die Mae sind selbstverstndlich abgerundet. Genau betragen dieselben in Metern ausgedrckt bei Bamberg 24,8 : 12,6 und bei Nrnberg 19,75 : 7. [12] Dehio und Bezold, a. a. O. 1, 517 ff. [13] Siehe Stdtechroniken: Nrnberg, Bd. I, S. 320. Verschiedene Angaben ber die Geschichte des Klosters Ebrach beruhen auf freundlicher Mitteilung seitens des kgl. protestantischen Pfarrers am Zuchthause Ebrach, Herrn Dr. Jger, welcher inzwischen seine Forschungen ber das Kloster in einer umfassenden Arbeit niedergelegt hat: Die Klosterkirche zu Ebrach. Ein kunst- und kulturgeschichtliches Denkmal aus der Bltezeit des Zisterzienserordens. Von Dr. Johannes Jger. Wrzburg 1903, Stahelsche Verlagsanstalt. [14] Hier mu wiederholt betont werden, da die Blendarkaden im Bamberger Ost- oder Georgenchor nichts mit denen in Ebrach zu tun haben, da sie einer frheren Zeit angehren. Es ist somit irrig, wenn Weese, Bamberger Domskulpturen, S. 10, sagt, das Innere des Georgenchores bilde mit der Michaelskapelle eine Gruppe, in der durchgehende Zge nicht zu verkennen seien. Es soll damit nicht bestritten werden, da die ersten Kleeblattblendbgen in Bamberg von Zisterziensern vermittelt wurden, nur war eben nicht das Ebracher Kloster der Ausgangspunkt. [15] So M. M. Mayer, a. a. O. S. 5. Nach ihm htte Friedrich Holzschuher etliche Zinse, von der Kirche an seinen Vater Herdegen Holzschuher verkauft, um die baufllige Kirche -- die eine (vielleicht nrdliche) Seite war baufllig geworden -- mit dem Erls wieder herstellen zu lassen. Auch Baader, Beitrge, I, 50, sagt, 1309 htte eine der beiden Abseiten einzufallen gedroht, allein ein edler Brger, Friedrich Holzschuher, htte sich mehrerer Gter entuert und mit dem gelsten Geld den Baufall gewendet. Baader wei also nicht einmal, da Friedrich Holzschuher Pfleger bei St. Sebald war und da er ein Haus, dessen Besitzerin die Kirche war, als Gotteshauspfleger verkaufte. Baader und Mayer scheinen auf die gleiche Quelle, etwa auf eine Chronik, zurckzugehen, da beide von der Bauflllgkeit nur =eines= Seitenschiffes wissen. Re, Nrnberg (in den Berhmten Kunststtten, Nr. 5), 3. Aufl. 1907, S. 39 ff. gibt bereits richtig die engen Raumverhltnisse als Grund fr den Umbau an. [16] Siehe Mummenhoff, Altnrnberg (Bayerische Bibliothek, Bd. 22). Bamberg 1890. S. 71 ff. [17] Vgl. M. von Kramer, Die Umbauten am nrdlichen Seitenschiff der Sebalduskirche zu Nrnberg. In der Zeitschrift fr Geschichte der Architektur, III. Jahrgang (1909), S. 35 ff. [18] Stdtechroniken, Bd. I, Einleitung; auch fr das Folgende. [19] Mummenhoff, Altnrnberg, Bamberg 1890. [20] Ablaurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 23. Februar 1358 (nicht 16. Februar, wie in den Stdtechroniken, Bd. I, Beil. II, zitiert wird) im K. Bayer. Allgem. Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 79: ... (ecclesia) que reformacione seu reedificacione indiget necnon in libris, calicibus ceterisque ecclesiarum ornamentis defectus manifestos patitur nec ipsi ecclesie pro restauracione predictorum sufficiunt proprie facultates... -- Ablaurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom 21. September 1358 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 82: ... Cum igitur, sicut accepimus, parrochialis ecclesia sancti Sebaldi predicta in edificiis et aliis ornamentis ecclesiasticis defectus notabiles patiatur nec eidem pro restauracione predictorum proprie sufficiunt facultates ... [21] Bischof Leopold von Bamberg gestattet den Umtausch. Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 96 vom 6. Mai 1360. [22] Stdtechroniken, I, 353: Item in derselben jarzal des kunigs gepurt (1361) in demselben sumer da ward sant Seboltz chor angefangen (Chronik bis 1434) und III, 155: Auch krzlich darnach (nach dem Ausbau und der Bemalung des Rathauses unter Ludwig dem Bayern) wart sant Sebolts kor angefangen und etlich grunft [=Gruft] abgetan und geebnet, da nun alter steent (Meisterlin). Ferner Stdtechroniken IV, 126: In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen (Jahrbcher des 15. Jahrhunderts). Vgl. auch Stdtechroniken, IV, 61, Anm. 3. [23] Ablaurkunde des Bischofs Leopold von Bamberg vom Jahre 1362 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 100: ... qui ad novam structuram parochialis ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg suas largiti fuerint elemosinas necnon eidem caritativa subsidia et manum porrexerint adiutricem quique etiam personaliter laboraverint in eadem ... [24] Stdtechroniken, I, Beil. II, wo die Urkunde, Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 107, abgedruckt ist. Siehe auch Mummenhoff, Das Rathaus in Nrnberg, Nrnberg 1891, S. 12, wo fr im Osten des Rathauses im Westen des Rathauses zu lesen ist. [25] Urkunde vom 17. Dezember 1364 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 109. [26] Urkunde vom 23. Oktober 1365 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 115: Bischof Friedrich von Bamberg besttigt den fr den Jakobsaltar prsentierten Vikar Priester Ulrich Kemnater. [27] Urkunde vom 3. Juli 1370 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 124, laut welcher Bischof Ludwig von Bamberg die Stiftung einer Pfrnde in altari eiusdem beatissime Marie virginis =sito in cripta= parrochialis ecclesie sancti Sebaldi besttigt. [28] Siehe die Urkunden im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 125 vom 4. Juli 1370 (Besttigung einer Pfrnde auf den Zwlfbotenaltar), Nr. 128 vom 11. Dezember 1371 (Consens vnd ordinacion der Vrchtelpfrund auf Sant Sebalds altar), Nr. 129 vom 11. Dezember 1371. [29] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 152, laut welcher Kardinal Pileus einen Abla fr die Messe des Marienaltares erteilt. [30] Urkunde im Stadtarchiv Nrnberg, St. Sebald Nr. 39, 132 vom 20. Dezember 1372: Die Witwe Margareta Has erhlt fr ihre abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des St. Sebaldchores unter der Bedingung, den jhrlichen Zins wie zuvor an die Deutschherren zu entrichten und fr den Fall, da die Kirchenverwaltung von St. Sebald oder der Rat die Brotbank erwirbt, ihre Rechte fr 80 fl. abzutreten. Urkunde ebenda, Nr. 40, 134, vom 15. Oktober 1372: Die Kirchenpfleger von St. Sebald, Michael Grundherr und Heinrich Semler, verpflichten sich, die Brotbnke, welche die Pchter fr die abgebrochenen Bnke an den Pfeilern des Sebalduschores erhielten, wenn notwendig, einzulsen. [31] Urkunde im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 146: Cum igitur dilectus in Christo magister fabrice ecclesie sancti Sebaldi in Nurenberg Bambergensis diocesis totaque communitas ibidem ad ipsam ecclesiam Nurembergensem specialem gerant devocionem et affectionem ipsamque reparare et sustentare, sicut accepimus, intendant, ad cuius perfectionem eiusdem ecclesie non suppetunt facultates, sintque ad hoc Christi fidelium suffragia necessaria et etiam oportuna ... Siehe auch Stdtechroniken I, Beil. II. Ferner Urkunde vom 18. Juni 1379 im Reichsarchiv, St. Sebald Nr. 149, laut welcher Kardinal Pileus mehrere Ablsse besttigt. [32] Stdtechroniken, I, 354: Item in derselben jarzal (1379) am suntag nach Bartholomei des selben jars da weihet man sant Seboltz chor (Chronik bis 1434), III, 290: darnach am suntag noch Bartolomei (1379) ward der neu kor an sant Sebolts kirchen zu Nuremberg geweihet (Meisterlein). Siehe auch Stdtechroniken, I, Beil. II. Bezglich der Baukosten: Stdtechroniken, IV, 126: Der (sant Seboltz kor) kostet 24.000 gulden on die suppen (Jahrbcher des 15. Jahrhunderts). Es knnen natrlich nur Goldgulden gemeint sein. [33] In verschiedenen Baubeschreibungen der Kirche heit es: 7 Seiten des Vierzehnecks. Infolge der Unregelmigkeiten im Chor fhrt eine Nachmessung nicht zu einem bestimmten Ergebnis; jedoch spricht die Konstruktion mehr fr das Sechzehneck, und dem regulren Achteck des Binnenchores kann auch nur dieses entsprechen. [34] Die Schautre wurde erst 1480 ausgebrochen: Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtr zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch. Stdtechron. IV, 361 (Jahrbcher des 15. Jahrhunderts). [35] Hinter der Chorgalerie befand sich rings um das Dach herum ein Gang, von dem aus die Stadtpfeifer bei festlichen Gelegenheiten spielten: Und unser pfeifer 3 und 1 pusauner gingen auf sant Sebald kor und pfiffen auf 2 ort zu freuden oben umb den gank (1433). Stdtechron. II, 24 (Endres Tucher). Ferner: der stat pfeuffer waren auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag -- zur Feier des Krnung Sigmunds (in Rom) 1433, Stdtechron. IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386 bis 1454). -- Ob sich die Chorgalerie an der Westwand fortgesetzt hat, ist zweifelhaft. Wenigstens wurden von der alten Galerie, wenn eine solche hier wirklich vorhanden war, Reste nicht aufgefunden. Dagegen ist ein Mauerabsatz vorhanden. Es ist noch zu bemerken, da die aufgesetzte gotische Giebelwand bedeutend geringere Strke hat als die alte romanische Querschiffwand. [36] Dehio und Bezold, Die kirchliche Baukunst des Abendlandes, II, 333 f. Max Bach im Repertorium fr Kunstwissenschaft, XXIII, S. 377 ff. -- Bei Dehio und Bezold wird der Bau der ganzen Kirche in die Zeit von 1351-1414 gesetzt. Die Inschrift am nrdlichen Chorportal spricht aber ausdrcklich von der im Jahre 1351 erfolgten Inangriffnahme des Chorbaues; andererseits besteht ber die frhere Entstehungszeit des Langhauses kein Zweifel, dessen Westportal auf Vergleiche mit Elingen, Reutlingen und Freiburg hin bestimmt in die zwanziger Jahre des 14. Jahrhunderts zu setzen ist. Die Angabe Bachs, da in den Jahren 1326 und 1327 Altre in der Kirche bestanden htten, beweist fr die Entstehungszeit des Langhauses nichts, da dieselben auch in dem damals noch vorhandenen romanischen Chor gestanden haben knnen, wie ja auch die romanischen Trme an den beiden Langseiten bis zu dem 1497 erfolgten Einsturz beibehalten worden sind. [37] Das Inventarwerk des Knigreichs Wrttemberg nimmt drei Bauperioden an (Band Neckarkreis, S. 183 f.): 1324-1332 der Chor, 1350-1360 die drei stlichen Schiffjoche und 1400-1420 die drei westlichen und der Turmunterbau. [38] Vgl. fr das Folgende: Neuwirth, Die Wochenrechnungen und der Betrieb des Prager Dombaues in den Jahren 1372-1378, Prag 1890, und Neuwirth, Peter Parler von Gmnd, Dombaumeister in Prag, und seine Familie. Prag 1891. [39] Neuwirth gibt in seinen Wochenrechnungen (S. 401) noch das Jahr 1333 als Geburtsjahr des Peter Parler an, entscheidet sich aber in seiner spteren Publikation (Peter Parler und seine Familie) fr 1330. [40] Vgl. vor allem die ausfhrliche Abhandlung von Albert Gmbel, Meister Heinrich der Parlier der ltere und der Schne Brunnen, im 53. Jahresbericht des Historischen Vereins von Mittelfranken (1906). Von besonderem Interesse sind in dieser Abhandlung auch die Ausfhrungen und Nachweise ber das Parlieramt, das Amt des stdtischen Parliers (der stat parlirer) im 14. und zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Nrnberg. [41] Es mu hier der Aufsatz von Karstanjen, Zur Verwandtschaft der Gmnder und Prager Meister, Repertorium fr Kunstwissenssenschaft XVI, S. 344 ff., erwhnt werden. Karstanjen selbst sagt, da Heinrich Parler als Angehriger der Familie Parler auf seinen Familiennamen nicht wohl verzichten konnte, und bestreitet daher die von Neuwirth behauptete Identitt des Heinrich Parler mit Heinrich von Gmnd, andererseits aber bezeichnet er ganz gegen diese Auffassung einen Johannes von Gmnd und einen Michael von Freiburg als Mitglieder der Parlerfamilie. Bezglich des Heinrich Parler, von dem er nicht wei, wo sein Wirkungskreis vor 1378 lag, kommt er zu dem Schlu, derselbe gehre der dritten Generation der Parlerfamilie an. [42] Vgl. Gmbel, a. a. O. S. 77. Thieme und Beckers Allgemeines Knstler-Lexikon, III. [43] Chronik bis 1434 (1441). In den Stdtechroniken, I, 349. Ferner in der Chronik, XIV-1/2 106, Manuskripte 52 des Kreisarchives Nrnberg: Der andere turn an St. Sebalds kirch gegen der vesten oder dem pfarrhof ist gebauet worden anno 1345. Ist zu desselben bedachung gebraucht worden 104 zentner und 79 lb. zinn und 47 centner blei... Die beiden Angaben differieren also nur in der Anzahl der verwendeten Zentner Blei. [44] Chronik, XIV-1/2, 106, Manuskripte 52 im Kreisarchiv Nrnberg. [45] Belege dafr, da der sdliche, also der der Stadt zu gelegene Turm, eine Wchterstube hatte, sind u. a.: Octbr. (1377): lt. ded. 1/2 lb. hl. von einem stbel und einem ofen zu pessern uff sand Seboldsturn [= 2 Fl. 50 Kr, in G. oder 2 Fl. in S.] (Ulman Stromer in Beilage XI B der Stdtechron. I, 261). It. ded. (1388) dem trner uff sant Sebolts turne 2-1/2 [Schilling] hl. von dem glokhause zu pezzern, do die orglok in hangt. lt. ded. ei iterum 8-1/2 [Schilling] hl. von der orgloken zu pezzern. (Ebenda, I, 268/269). Vgl. auch die Urkunde vom 23. Dezember 1474, Kreisarchiv Nrnberg, S I, L 113, N 17, in welcher der Bischof von Bamberg Absolution fr die Sebalder Kirche erteilt wegen auf dem Turm zwischen den Wchtern verbten Totschlags. [46] So heit es beispielsweise in der Ablaurkunde vom 3. Mai 1360: ... ad ergastulum vel ad altare ibidem, quod est consecratum in honore omnium animarum =sub turri= in ecclesia sancti Seboldi in Nurenberch ... Es ist also hier, wie auch anderwrts, nur von =einem= Turm die Rede. [47] Wer sant Sebolcz zben tren gesehen hat, ee sie hoher gepat sein worden, das noch nit dreisig jar lang ist, der hat wol gesehen, das sie haben weis gedegt waren mit zin wie ein pfifferling, das ein gute anzeigng gab ires groen alters Originalhandschrift des Lazarus Holzschuher im Besitze der Freiherrl. von Holzschuherschen Familie, Blatt 113^b, in den Stdtechroniken, I, 349. [48] In demselben jar (1361) wart sant Seboltz kor angefangen. Der kostet 24.000 gulden on die suppen. und so ist auf dem untern turn 100 und vier zentner zins und 69 lb. und 18 lb. bleis. Jahrbcher des 15. Jahrhunderts in den Stdtechroniken, IV, 126/7. Nach der Chronik bis 1434 (1441) in den Stdtechroniken, I, 349 soll es der nrdliche Turm gewesen sein. [49] Desselben jahrs (1447) 24 september decket man sant Sebolts turn mit zin und machet den vergulten knopf darauf. Jahrbcher des 15. Jahrhunderts in den Stdtechroniken, IV, 168. [50] Die Angabe ist insofern unrichtig, als der sdliche Turm erst im kommenden Frhjahr abgebrochen wurde: Item 1482 nach den osterfeirtagen da prach man den untern turn sant Seboltz unterm dach ab und prach 12 wochen daran ab. Jahrbcher des 15. Jahrhunderts in den Stdtechroniken, IV, 367. Ferner: Item adi 27. abrill (1482) prach man den turn gegen der wag ab, als man die alten stain noch sieht. Tuchersche Fortsetzung zu den Jahrbchern in den Stdtechroniken, V, 476. [51] Des jars (1482) da ward der unter turn zu sant Sebolt oben erhht und gemaurt umb Martini und darnach umb pfingsten unten das alt herab gepikt in zwaien krben. Jahrbcher des 15. Jahrhunderts in den Stdtechroniken, IV, 368. Item 1482 jar warn die zwen trn zu sant Sebolt angefangen zu pauen und am 13. tag monats marci hub man an zu fahen stain zu hauen und wart von rats wegen darzu geben die ped herrn die losunger her Ruprecht Haller und her Niclas Gro und Hanns Tucher der elter am Milchmarckt mit sampt dem kirchenmaister Sebolt Schreier. Aus der Tucherschen Fortsetzung zu den Jahrbchern in den Stdtechroniken, V, 475. [52] Baader folgt, wie bereits Stdtechroniken, IV, 475, Anm. 1, ausfhrlich nachgewiesen, den Aufzeichnungen des Kirchenmeisters Sebald Schreyer (Kirchenmeister seit 24. September 1482). [53] Nach Baader bis 1486, Tuchersche Fortsetzung und Chronik im Nrnberger Kreisarchiv XIV-1/2 106, Manuskripte, 1485. [54] M. M. Mayer, Die Kirche des hl. Sebaldus, Nrnberg 1831, S. 6. [55] Item 1400 und 95 jar da machet man am ersten die virtailorglock auf sant Sebolt turn an sant Francien obent. Heinrich Deichslers Chronik in den Stdtechroniken, V, 584, dagegen: Anno 1493, hat man auf diesen (untern) thurn ein viertel-stund-glocken gehangen,... Chronik im Nrnberger Kreisarchiv, XIV-1/2, 106: Manuskripte 52. Weder die eine noch die andere Jahreszahl ist brigens richtig, es ist vielmehr 1494 zu setzen, wie es auf der Glocke selbst steht und durch die Ratsverlsse besttigt wird. Vgl. S. 174, Text und Anmerkung. -- Auch die 1577 erfolgte Erneuerung der Gnge bezog sich nach jener Chronik im Kreisarchiv nur auf den sdlichen Turm. [56] S. Christian Mayer, Die Stadt Nrdlingen, ihr Leben und ihre Kunst im Lichte der Vorzeit, Nrdlingen 1876 und 1877, 2, S. 132 ff. Jedoch mit der Berufung Kuglers nach Nrnberg zum Zweck der Vollendung des Augustinerklosters hat Mayer, wie es scheint, unrecht. Denn Mayer berichtet ausdrcklich, da Kugler anfangs der achtziger Jahre nach Nrnberg ging und aus dieser Zeit ist von einer Vollendung oder sonstigen wichtigeren Bauvornahmen am Augustinerkloster nichts bekannt. Die Nachricht drfte demnach auf einem Irrtum, beziehungsweise auf einer Verwechslung beruhen. [57] Chr. Mayer, a. a. O. 2, S. 131 f. [58] Tuchersche Fortsetzung der Jahrbcher bis 1469 in den Stdtechroniken, V, 505. Die dort beigefgte Anmerkung lautet: In den Band III, 339 ff. angefhrten Schreyerschen Handschriften der Nrnberger Stadtbibliothek Will. II, 1353, finden sich Blatt 83-97 nach Geschlechtern geordnet verzeichnet: Etlich gedechtnu und totten oder leichschilt, so im 1493. jar zu sant Sebolt, al man den core und kirchen hat weien wollen, gehangen sind, die dann Sebolt Schreyer, dazumaln kirchenmeister, hat wegen des weiens abnemen lassen und nach dem weien wider aufzuhohen verordnet. [59] Baader, Beitrge, 2, 27. [60] Einnahmen und Ausgaben bei der Renovierung der Kirche St. Sebald in den Jahren 1657-1664. Ambergersammlung 270 im Stadtarchiv Nrnberg. Die meisten Angaben beziehen sich auf das Inventar der Kirche. [61] Item in dem jar (1480) da macht man die neu kirchtr zu sant Sebolt gegen dem rathaus und hieb pei 14 tagen hindurch. Jahrbcher des 15. Jahrhunderts in den Stdtechroniken, IV, 361. Die Lage ist hier ungenau angegeben. Hierzu die Anmerkung 3. Die Lage ist genauer bezeichnet im Ratsmanual (1480, Mrz 23): Item ein neue tr zu prechen aus dem chor zu s. Sebolt neben sant Pangratzen cappell unter der Beheim venster. Her Karl Holtschuher, H. Im Hof daz bestellen zu beschehen. Die kleine, noch jetzt vorhandene Pforte (spter Schautre geheien) ist schmucklos. Unverletzt sind die prchtigen Glasmalereien der (an den Wappen kenntlichen) Behaimschen Fenster erhalten, whrend die St. Pankratiuskapelle in eine Sakristei verwandelt wurde. [62] Des jars Marie opferung abent smorgens unter der laudas metten, da pran es zu sant Sebolt hinten pei den glocken: kom aus in der menerknecht stublein, im slot. Heinrich Deichslers Chronik in den Stdtechroniken, V, 554. [63] Ob eine Galerie, wie sie anllich der gegenwrtigen Restaurierung am Westgiebel des Ostchores angebracht wurde, ursprnglich vorhanden war, lt sich nicht feststellen. Das in Beilage 36 zitierte Gutachten vom 27. Mai 1561 wurde schon mehrmals in der Literatur und sonst verffentlicht oder behandelt, so in den Mitteilungen des Vereines fr Geschichte der Stadt Nrnberg, 8. Heft, 1889, S. 246 ff. Mummenhoff, Die 1561 abgebrochene Galerie an der St. Sebalduskirche, in dem von Hauberrisser und Essenwein unterzeichneten Gutachten ber den gegenwrtigen Zustand der St. Sebalduskirche zu Nrnberg und die daraus sich ergebenden Arbeiten, Nrnberg 1882, Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums in Nrnberg, G. 8001, 4, usw. -- Bezglich der Stadtpfeifer siehe u. a. Stdtechron., I, 449 (Chronik bis 1434): lt. ded. 8 lb. 8 [Schilling] hl, das der freuden tanz gekost hat und daz man gab umb wein und den pfeifern und mesnern und den turnern Sebaldi, als man alle glocken hie in der stat leutet und die pfeifer und trometer auf sant Sebalds kirchen pfiffen und man freudenfeur machet allumbundumb in der stat... (Kaiserkrnung Sigmunds, 29. Juni 1433) und Stdtechroniken, IV, 19 (Tuchersches Memorialbuch 1386-1454): Item 1433 jar am pfingsttag ward kunig Sigmund gekrnt zu kaiser zu Rom und man tanzt auf dem markt umb das freuden feuer und der stat pfeufer warn auf dem chor sant Sebolt an sant Peter und Paulus tag, und des andern tags tanzt man auf dem haus (Rathaus). [64] Das einschlgige Material im Stadtarchiv Nrnberg, XL, 19: Sebalder Schlag-Thurn. Varia de variis annis, den Sebalder Schlagthurn betr. etwa 1550-1616 und XL, 20: Sebalder Schlag Thurn, die Reparation des Sebalder Schlagthurns A^o 1647 betr. Um 1560: =Den gang auf s. Sebalds turn belangend=: Erbar weiser und gonstiger lieber herr paumeister. So der gangk zu s. Sewolt widerumb von stainwerk, in massen wie er itzo vor augen (und dann der ander auch also ist) gemacht werden, so mu man darzu haben 16 stuck von guttem stain, ein 6-1/2 statschuh reichlich lang und 3-1/2 statschuh reichlich hoch und 14 stat zol dieck, mer 1 st. 2-1/2 statschuh reichlich lang und in gemelter hoch und diecke, mer 1 st. 2 statschuh lang auch in erst gemelter hoch und diecken. Dieser letzten zweier stuck dorft man nicht besteln, sint meines bedunken vor verhanden, und so solicher ganng ye von stainwerk, wie obgemelt, gemacht solte werden und mit plei augegoen und versetzt wurde, so achte ich gentzlich, ime solt der schwank nichts mehr than vom leten, wann ime ist eben, als wann ir einen stain one plei auf ein puxen schrauft, so pricht er oder zerspringt paldt, also do auch, wann der morther oder zeug (wie dann geschehen) au den fugen kumbt, so mu das steinwerck auch prechen, wie dann solichs am andern thurn auch schein ist. E. E. W. W. diener. Jorg Ungr. Ohne Zweifel 1561 oder kurz vorher. Auf vorstehendes Schriftstck beziehen sich offenbar die beiden in dem Akt befindlichen und mit den Nummern 4 und 5 versehenen Zeichnungen. Nr. 4: Gang auf s. Sebald schlag turn; etwa 1 : 10; Zeichnung einer halben Seite des Ganges. Nr. 5: Durchschnitt des Ganges mit Maangabe; etwa 1 : 20; in entsprechender Gre liegt dieser Zeichnung die eines Gelnderquadrates mit Ornament bei. Unter der groen Zeichnung: Item die zwo seiten des gangs auf sant Sebalts schlag durn ein jede gegen aufgang und nidergang ist die leng 26 stadtschuh weniger 3 zoll. Item die andern zwo seiten gegem mittag und miternacht ist ein jede 25 stadtschuh lang weniger 3 zoll. Bei beiden groen Zeichnungen ist auf jedes Eck des Gelnders eine Kugel von dem Durchmesser der Gelnderstrke (= 10") gezeichnet. 1571: Unvollendetes Schriftstck. Cuntz Helzner, Parlier und Steinmetz, besichtigt am 5. Januar das gelen[der] des Schlagturms. 1591, 4. Sept. Besichtigung des Schlagturmes. Dach ber den Schlagglocken schlecht infolge des Hereinregnens ist das Geblk angefault. Der Schlot ebenfalls buwirdig. M. Mathes Herdegen schlgt das Rsten und die Ausbesserung des Schlotes (abgesehen vom Dach und Geblk) auf etwa 20 fl. an. 1609, 13. Mai: Besichtigung des Sebalder Schlagturmes: Die Dachbleche oberhalb der Schlagglocke waren sehr lcherich und buwrdig, soda durch den eingedrungenen Regen das Geblk angefault war. Auch die drei Sonnenuhren an den drei Seiten wurden fr schlecht befunden, sie waren sehr abgewaschen und verdunkelt, da die zal und stunden nicht wol mehr daran zue sehen; es wurde vorgeschlagen, die Uhren mit lfarben zu verneuern. Durch Ratsverla vom 18. Mai wurde die Ausbesserung des Dachstuhles und die Verneuerung der Sonnenuhren mit lfarbe befohlen. 1613, 8. Jan.: Ratsverla: Uff das mndlich frbringen, da ein nagel, damit die knopffstangen an dem einen turn gegen der wag zue s. Sebalds kirchen angehefftet gewest, durch die groe bewegung des winds herab gefallen und zu besorgen, das vielleicht gefahr dabei sein mchte, ist bevohlen, dieweil albereit der augenschein eingenommen worden, solches mit geringen uncosten ins werk zuerichten. Actum freitags den 8. januarii anno 1613. Herrn paumeister. Auerdem steht noch am Rand, offenbar auf den Turm bezglich: welchen der baumeister ampts halber zue underhalten schuldig. Ferner: 1613. Wegen des gersts uffm Sebalter schlagturn: Verzeichnus, was fr personen vergangenen 11. januarii bis uff 16 dito wegen der zweier in der helmstangen ausgefallener keil halber uffm Sebalter schlagturn rsten und dasselb wider abbrechen helfen. M. Georg Harsch, dachdecker, hat das gerst gemacht, Michel Schwob } deckersgesellen, haben auswendig rsten helfen, Cunz Scheffer } Melchior Schuler } zimmergeselln, haben auch auswendig hierzu } geholfen, Hainrich Rdl } M. Wolf Seyfert, dncher, Hann Zehenter } dnchersgesellen, haben sampt iren maister } inwendig hinaus zugelangt. Georg Haidenreich } E. E. und H. underteniger David Rupprecht anschicker. Schlielich Bericht einer Besichtigung des Daches und Dachstuhles des Schlagturmes durch den Baumeister Wolf Jakob Stromer, den Anschicker David Rupprecht und 3 Stadtmeister vom 15. Januar. Die seuln bei der Viertelglocke seien vor der Zeit auch mit zin und plei under einander vermengt gewesen. In dem langen Bericht wird hauptschlich der schlechte Zustand der Bedachung und des Geblks hervorgehoben und die elende besserung gergt. 1616, 28. Mai: Ratsverla: Das abgerissene zihen [Zinn] vom Sebalder turn widerumb bessern zu lassen. Hansen Hegel, Friderich Schwarzpecken und Nicodemum Kraun, alle drei turner auf s. Sebalds turn, soll man ungeachtet ihrer entschuldigung ins loch gehen lassen, mit dem eltisten einen anfang machen und nachmals auch die andern hinab schaffen und auf das abgerissene zihn vom turn zu red halten, sonsten aber, was schadhaft worden, frderlich wider bessern lassen und hinfro monatlich eine besichtigung der trn frnemen, damit dergleichen schad nit mehr geschehe; weil auch die turner so gar geringe besoldung haben, soll man bedacht sein, wie inen dieselbe zu bessern. Actum erichtags den 28. mai a^o 1616. Die herren schpffen herrn paumeister. Dazu Ratsverla vom 30. Mai: Hansen Hegel, turner auf s Sebalds turn, auslassen, wie auf seiner sag verzeichnet, und dieselbe dem herrn paumeister und anschicker frhalten, auch den augenschein einnemen und, was an den fenstern und sonsten zu bessern ist, bessern, auch ihnen ein sail, ihr speis und trank daran hinauf zu zihen, geben lassen. Actum donnerstags den 30. mai anno 1616. Herrn { H. J. Pmer { paumeister. 1647. Ausfhrlicher Akt betreffs Restauration des Sebalder Schlagturmes. Es handelt sich um Bedachung mit Kupfer, da das Zinn 1593, 1613 und 1616 habe ausgebessert werden mssen und nun schon wieder der Reparatur bedrfe. Die Verhandlungen beginnen mit dem 20. Mai. Ein berschlag ber die Bedachung mit Kupfer wurde gefertigt und alles in allem mit 914 fl. 50 kr. berechnet, whrend bei Bedachung mit Zinn 60 Ztr. ntig wren, welche allein schon eine Summe von 1380 fl. geben wrden (an Kupfer seien hchstens 20 Ztr. erforderlich). Dem Akt liegt eine Zeichnung des Turmdaches (etwa 1 : 80) bei, auf welcher angegeben ist, wie und mit welchem Metall die einzelnen Teile bedacht, wie hoch dieselben sind und was nun damit zu geschehen hat. Ferner liegen Wagzettel ber verkauftes Zinn und angekauftes Kupfer bei. Das Jahr 1577, in welchem die Erneuerung der Kranzgalerie vorgenommen worden sein soll, findet sich unbeglaubigt bei M. M. Mayer, Die Kirche des heiligen Sebaldus, Nrnberg 1831, S. 6: 1496 wurden die beiden zierlich durchbrochenen Gnge gemacht, welche man aber 1577 wieder neu bauen mute. -- Bezglich des Jahres 1591 siehe auch Stadtarchiv Nrnberg, LXXVIII, 267^b, den Ratsverla vom 4. Oktober, durch welchen die Ausbesserung der Mngel auf St. Sebalds Schlagturm anbefohlen wird. Von den darin enthaltenen vier Anordnungen kommt hier die zweite in Betracht: Die frgebrachten mengel auf s. Sebalds schlagturn, soll man mit ehestem bessern und renofieren lassen, ehe grosserer schaden geschicht per herr baumeister montags 4. octobris 1591. [65] Aus der Untertnigen Anzeige des Almosenamtes an das Bauamt, welches die Baupflicht von solchen Gebuden hat und das Weitere zu verfgen ersucht wird, vom 4. August 1754. Stadtarchiv Nrnberg, Sebalder Kirche: Acta, die Reparatur der Beschdigung durch Einschlagen des Blitzes 1754. Ferner Stadtarchiv Nrnberg, XL, 18: Sebalder Kirch. Die Reparatur des durch das Wetter Einschlagens allda verursachten Schadens 1754 betr. Auerdem siehe ebenda den Ratsverla vom 5. August an das Bau- und das Stadtalmosenamt, welche aufgefordert werden, die Reparatur sobald wie mglich vorzunehmen, und den anderen Ratsverla vom 5. August hnlichen Inhalts an das Bauamt. [66] Kreisarchiv Nrnberg, IV, 12/I, 248. Rentkammer-Akten 45: Akta, die Reparatur der Helmstange auf dem Sebalder Kirchturm betr. 1804 und 1805, enthaltend die amtlichen Vorverhandlungen und den auf 299 fl. 20 kr. berechneten Kostenvoranschlag des Tnchermeisters Ott. Ferner: Acta, Reparatur des Sebalder Kirchturms betr. 1805, mit der Rechnung Otts und XL, 35: Acta, die Sebalds Kirche betr. 1805-1807. Im stdtischen Archiv unter Stadtalmosenamt Nr. 1972 noch ein weiterer Akt dieses Betreffs vom Jahre 1805, worin die Rstung des Turms auf 299 fl. 20 x. und die Baumaterialien auf 142 fl. 40 x. veranschlagt werden. [67] Kreisarchiv Nrnberg, IV, 12/I, 255. Rentkammer-Akten 45, enthaltend: Akta, die Reparatur-Kosten des Sebaldus-Kirchen-Daches und eines Braukessels im Waizenbierbrauhause betr. vom Jahre 1807. [68] Siehe auch Otto Schulz, Die Wiederherstellung der Sebalduskirche in Nrnberg 1888-1905. Herausgegeben vom Vereine fr Geschichte der Stadt Nrnberg. Nrnberg 1905. [69] Siehe die Artikel im Frnkischen Kurier ber die Restauration der St. Sebalduskirche von Gustav von Bezold. 1904, Nr. 183 und 1906, Nr. 355. [70] Siehe Emil Reicke, Die Sammlung technischer Modelle und Plne zu den Wiederherstellungsarbeiten an der Sebaldus- und Lorenzkirche in der Moritzkapelle. Nrnberg 1905. Chronologische bersicht. Um 1230-1273: Erbauung der doppeltrmigen Sebalduskirche. 1255, 12. Juli: Abla fr den Stephansaltar. M. R. A.[XXXI] 1256, 1. Oktober: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1273, 7. August: Abla fr die Ausstattung der Kirche. M. R. A. 1274, 17. August: Abla fr die Ausstattung der Kirche. M. R. A. 1274, 9. September: Einweihung des Westchores und des Altares in derselben zu Ehren des hl. Petrus. M. R. A. 1274, 22. November: Abla fr die Ausstattung der Kirche. M. R. A. 1275, 24(?). Mrz: Abla fr die Ausstattung der Kirche. M. R. A. 1283, 17. November: Abla fr den Marienaltar in der Krypta. M. R. A. 1284, 26 April: Abla fr den Marienaltar in der Krypta. 1284 [26. April?]: Abla fr den Marienaltar in der Krypta. M. R. A. 1290: Abla fr den Marienaltar in der Krypta und fr den Johannesaltar unter der Kanzel. M. R. A. 1290: Abla fr das Vermgen, die Reparaturen, den Schmuck und andere Bedrfnisse der Kirche. M. R. A. Um 1290: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1291, 13. Dezember: Ablabesttigung fr die Kirche. M. R. A. 1293 soll die Kirche ausgeweit worden sein. N. K. A.[XXXII] 1297, 30. Mai: Die Brotbank des Hermann von Stein an der Kirche wird dem Kloster Engelthal vermacht. N. St. A.[XXXIII] 1298, 3. Juli: Ablabesttigung fr den Katharinenaltar. M. R. A. 1299, Oktober: Abla fr das Vermgen und die Ausstattung der Kirche. M. R. A. 1300-1307: Stiftung einer Pfrnde fr den Stephansaltar durch Pfarrer Heinrich von Tuttenstetten. N. K. A. 1303, 25. Juli: Abla fr den Petersaltar. M. R. A. 1307, 17. November: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1309, 14. Februar: Gotteshauspfleger Friedrich Holzschuher verkauft ein der Kirche gehriges Haus, dessen Erls fr den Neubau der Seitenschiffe verwendet wird. M. R. A. Von 1309 an: Erweiterung der Seitenschiffe. 1310, 4. Januar: Abla fr den Bau der Kirche. Etwa 1310-1315: Die Steinfigur der Eitelkeit am nrdlichen Seitenschiff. Etwa 1315-1320: Brauttre, Gewnde mit den Figuren der Jungfrauen. Um 1320: Steinrelief mit der Kreuzigungsgruppe neben der Brauttre. Um 1320: Die Konsole mit dem Wappen der Ebner, welche die Steinfigur des hl. Antonius trgt, im sdlichen Seitenschiff. Um 1320: Die Konsole mit dem Wappen der Ebner, welche die Steinfigur der hl. Helena trgt, im sdlichen Seitenschiff. 1324: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1324 wird die Chorglocke gegossen. N. St. A. Etwa 1315-1335: Die Steinfigur Johannis des Tufers im Mittelschiff. Etwa 1315-1335: Die steinernen Apostelstatuen im Mittelschiff. Um 1330: Die Steinfiguren des Kaisers Heinrich und der Kaiserin Kunigunde im nrdlichen Seitenschiff (Stromersche Stiftung). Etwa 1330-1335: Steinfiguren der Madonna und des hl. Christophorus am ersten Pfeiler des nrdlichen Seitenschiffes. Kopien der Neuzeit. 1331 (?): Wappen der Pmer mit Inschrift im Fenster ber dem sdlichen Portal des sdlichen Seitenschiffes. 1332-1340 wird das Rathaus bei der Kirche erbaut. Mummenhoff, Rathaus. 1333, 26. Mrz: Abla fr die Kirche. M. R. A. Um 1335: Die Steinfiguren im Ostchor: Jakobus der ltere neben der Brauttre, ein anderer Apostel neben dem Frerschen Fenster, Kaiser Heinrich und Kaiserin Kunigunde neben dem Bambergischen Fenster und ein Bischof neben dem Hallerschen Fenster. Um 1335: Steinfigur des Christus mit den Wundmalen (Holzschuhersche Stiftung) im Mittelschiff. Um 1335: Die Steinfigur des hl. Erhard im Mittelschiff. 1336: Stiftung des Erhardaltars. N. K. A. 1336, 21. Mrz: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1336, 26. September: Berthold Pfinzing der Alte verleiht Fr. Vorchheimer die Brotbank unter dem Brothaus bei der Kirche. N. St. A. 1337 wird die Schule bei St. Sebald erbaut. B. N. M.[XXXIV] 1337, 5. Mai: Stiftung einer Pfrnde fr den Sebaldusaltar durch Albrecht Schopper. M. R. A. 1337, 26. Mai: Abla fr die Kirche und den Marienaltar. M. R. A. 1338, 4. Oktober: Ditel Hornlein verkauft an Berthold Tucher sein Erbe an der Brotbank bei S. Sebalds Kirchhof zwischen der Deutschherren und des Hallers Bnken. N. St. A. 1339, 9. Juni: P. Pinzberger verkauft seine Bank, gelegen zwischen seiner Mutter und der Deutschherren Bank, an Frau Gayseln. N. St. A. 1340: Stiftung einer Pfrnde fr den Petersaltar durch Otto Kramer von Koburg. N. K. A. Um 1340: Brauttre, Mawerkbogen. 1341: Abla fr den Katharinenaltar. N. K. A. 1341, 11. Dezember: Stiftung, betreffend Beleuchtung des Frauenaltars in der Gruft. M. R. A. 1342 werden neue Brotlden an der Kirche errichtet. N. St. A. 1342: Abla fr den Katharinenaltar. M. R. A. 1342, 23. April: Stiftung eines Jahrtages bei den Augustinern. Wird der Jahrtag nicht gehalten, so fllt der gestiftete Betrag der Kirche St. Sebald fr ihren Bau zu. M. R. A. 1342, 13. Dezember: Stiftung einer Wandelkerze fr den Frauenaltar. M. R. A. 1343, 9. April: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1343, 12. Juli: Jakob Kramer stiftet den Jakobsaltar in der Ecke gegenber dem Frauenaltar. M. R. A. 1344, 18. Januar: Otto von Heydeck vertauscht an den Pfleger der S. Sebaldkirche die Krme am Kirchhof, welche Pfinzingsches Erbe sind, und den Gaden unter den Kchen am Kirchhof, welcher das Erbe Ulrich Kundorfers ist, gegen vier Huser an der Schmidgasse. N. St. A. 1347, 6. Februar: Stiftung einer Pfrnde fr den Kunigundenaltar durch Hensel Dietlerin. M. R. A. 1347, 18. Juli: Das Klarakloster vertauscht an Sankt Sebald einen Gaden bei St. Sebalds Kirchhof gegen ein Haus in der Ledergasse. N. St. A. 1348, 19. Februar: Thomas Kchel verkauft sein Erbe an einem Gaden unter den Kchen an den Brotbnken an die Pfleger von St. Sebald. N. St. A. 1348, 25. Juni: Stiftung einer Pfrnde fr den Johannesaltar durch Heinrich Pmer. M. R. A. 1350, 24. August: Abla fr die Kirche. M. R. A. Um 1350: Die Steinfigur des hl. Antonius im sdlichen Seitenschiff (Ebnersche Stiftung). Um 1350: Die Steinfigur der hl. Helena im sdlichen Seitenschiff (Ebnersche Stiftung). 1352: Abla fr den Zwlfbotenaltar. M. R. A. 1352, 12. Juli: Gottfried Grafe verkauft seine am Kirchhof von St. Sebald gelegene Brotbank, die der Quetrerin und ihrer Erben Erbe ist, an Kunrad Pretheim. N. St. A. 1352, 21. Dezember: Einrichtung der von Konrad Meyrntaler fr den Zwlfbotenaltar gestifteten Pfrnde. M. R. A. 1353: Abla fr den Jakobsaltar. N. K. A. 1354, November: In einem Testament dieses Datums ist die von Konrad Tesaurus fr den Katharinenaltar gestiftete Pfrnde erwhnt. M. R. A. 1355, 2. Januar: Abla fr den Jakobsaltar in der Kirche. M. R. A. 1355, 6. Mrz: Merkel Rotensteiner gibt das Erbe, das seine Frau an der Bank hat, die unter der oberen Brotlaube zunchst dem Huter liegt, auf und verleiht dieselbe an Erhard von Heydeck. N. St. A. 1355, 5. Juli: Abla fr den Jakobsaltar in der Kirche. M. R. A. 1355, 20. November: Heinrich Grabner stiftet ein Licht in die Kirche vor unsers Herrn Leichnam. M. R. A. 1356, 10. Juni: Besttigung der fr die Kirche und den Katharinenaltar von auswrtigen Bischfen gewhrten Ablsse. M. R. A. 1356: Stiftung einer Pfrnde fr den Petersaltar durch Adelhaid Lhneisen. N. K. A. 1357, 2. (21?) Juni: Dietrich Pftzinger von Rothenburg und seine Frau verkaufen an die Pfleger von St. Sebald ihre Rechte an der Kammer beim Kirchhof von St. Sebald. M. R. A. 1357, 3. Juni: Kunigund, Witwe des Otto von Forchheim, stiftet ein Ewiges Licht vor unseres Herrn Leichnam im Katharinenchor der Kirche. M. R. A. 1358, 23. Februar: Abla fr die Kirche, weil sie eines Neubaues bedarf. M. R. A. 1358, 28. Mai: Konrad Ktzler begibt sich aller Ansprche auf den Kram, den Konrad Praun erkauft. N. St. A. 1358, 21. September: Abla fr den Bau und die Zier der Kirche. M. R. A. 1358: Stiftung einer Pfrnde fr den Marienaltar durch Konrad Bretheim und seine Ehefrau. N. K. A. 1358: Stiftung einer Pfrnde fr den Erhardaltar durch Ulrich Haller. N. K. A. 1359: Stiftung einer Pfrnde fr den Marienaltar durch Konrad Teufel. N. K. A. 1359, 29. Juni: Bernhard von Neumarkt stiftet u. a. ein Ewiges Licht auf das Grab seiner Ahnen vor dem Katharinenchor der Kirche. M. R. A. 1359, 15. Juli: Erneute Dotation der von Konrad Mayentaler fr den Zwlfbotenaltar gestifteten Pfrnde durch die Witwe des Stifters. M. R. A. 1359, 23. August: Kunigunde Kudorferin und ihre Shne verkaufen ihr Erbe unter den Kchen, zunchst an Hermann des Grundherrn Gaden gelegen, den Pflegern Heinrich Vrchtel und Seitz Maurer. N. St. A. 1359, 22. Oktober: Besttigung der von Konrad Bretheim und seiner Ehefrau fr den Frauenaltar gestifteten Pfrnde. M. R. A. N. K. A. 1359, 31. Oktober: Hermann Koburger verkauft an St. Sebald zwei Leibgedinge, die er auf seinen und seines Sohnes Leib, an der Brotbank auf St. Sebalds Kirchhof unter der Stiege gelegen, hatte. N. St. A. 1360: Abla fr den Allerseelenaltar in der Westkrypta. N. K. A. 1360 wird die fr den Sebaldusaltar gestiftete Schopperpfrnde durch Friedrich Schopper neu dotiert. N. K. A. 1360: Besttigung der fr den Katharinenaltar durch Konrad Schatz gestifteten Pfrnde. N. K. A. 1360 wird St. Sebalds Pfarrhof erbaut. N. K. A. 1360: Abla fr den Erhardsaltar. N. K. A. 1360, 12. Mrz: Besttigung der von dem Nrnberger Brger Otto Kramer von Koburg fr den Petersaltar gestifteten Pfrnde. M. R. A. 1360, 3. Mai: Abla fr die Allerseelengruft und ihren Altar in der Kirche. M. R. A. 1360, 6. Mai: Der Bischof von Bamberg gestattet den Umtausch eines Hauses am Kirchhof von St. Sebald im Besitz des Egidienklosters gegen ein Haus in Besitz der Sebalduskirche. M. R. A. 1360, 15. Dezember: Abla fr die Kirche. M. R. A. Um 1360: Die Glasgemlde in den beiden ersten Fenstern des Ostchors nchst den Seitenschiffen. 1360 wird der alte Chor abgebrochen. N. K. A. 1361, 25. Mai: Das Egidienkloster vertauscht die Eigenschaft zweier Huser, bei dem Rathaus gelegen, gegen ein dieser Kirche gehriges Haus bei den Fleischbnken. N. St. A. 1362: Abla fr den Bau der Kirche. M. R. A. 1362, 1. Februar: Der von Jakob Haslacher besessene Kram, bei dem Kram des Mellwers gelegen, wird dem Konrad Szzel, dessen Frau Agnes und ihren Erben zu Erbrecht bergeben. N. St. A. 1362, 24. September: Dem Hans Ebner fllt des Seitz Weigels Eigen neben des Eisvogels Haus am Kirchhof zu St. Sebald zu. N. St. A. 1363: Stiftung einer Pfrnde fr den Erhardsaltar durch Hans Dietlein. N. K. A. 1364: Besttigung der Tuttenstetterpfrnde des Stephansaltars. N. K. A. 1364, 10. Mrz: Abla fr die Kirche. M. R. A. 1364, 13. Mai: Der Revers des Pfarrers Albrecht Krauter, den Friedhof von St. Sebald nicht zu erweitern, wird durch den Bischof von Bamberg besttigt. N. St. A. 1365: Abla fr den Jakobsaltar. N. K. A. 1365, 17. April: Aus einem Kaufbrief dieses Datums geht hervor, da der Besitzer des dem Verkaufe unterstellten Hauses und Gartens am Sand eine Lampe im Katharinenchor der Kirche vor dem Leichnam Christi zu beleuchten hatte. M. R. A. 1369, 10. Februar: Dem Prant Gro wird das Erbrecht an seiner eigenen Brotbank, zunchst am Schurstab, bertragen, welches er an Konrad den Wolfen und dessen Ehefrau Mechtild und deren Erben verleiht. N. St. A. 1369, 29. September: Pfarrer Albrecht Krauter verzichtet auf alle Ansprche und Forderungen auf den Hof, die Huser, Stadel und Garten vor dem Neuen Tor gelegen, das alles Friedrich Derrers Erbe ist. N. St. A. 1370, 5. Dezember: Die Pfleger Michel Grundherr und Heinrich Semmler verleihen das Erbe an einem Haus und Garten an Konrad Eberspeck und dessen Frau Gertraud, wofr diese auf St. Kathrein Chor vor unsers Herrn Leichnam das Ewige Licht zu unterhalten haben. N. St. A. 1370: Besttigung der von Konrad Teufel fr den Marienaltar gestifteten Pfrnde. N. K. A. 1370: Abla fr den Marienaltar. N. K. A. 1371, 18. Dezember: Stiftung der Heinrich Vrchtelpfrnde fr den Sebaldusaltar. M. R. A. 1372 wird der Petersaltar vom Westchor in den Umgang des neuen Ostchores an seine jetzige Stelle verbracht. N. K. A. 1372 wird der Sebaldusaltar aus dem Ostchor des romanischen Baues im neuen Ostchor an der Stelle des jetzigen Hauptaltars errichtet. N. K. A. 1372: Stiftung einer Pfrnde fr den Petersaltar durch Berthold Pfinzing. N. K. A. 1372, 15. Oktober: Die Pfleger Grundherr und Semler erklren sich bereit, die Brotbnke, welche den Leuten zwischen den Pfeilern fr andere abgebrochene gegeben worden waren, einzulsen, wenn es erforderlich oder geraten sein wrde. N. St. A. 1372, 20. Dezember: Margaret, des Eberhart Hasen sel. Witwe, erhlt fr ihre abgebrochene Brotbank eine andere an einem Pfeiler des Chores. N. St. A. Etwa 1372-1379: Acht Fenster mit Glasgemlden im Ostchor, und zwar die Fenster der Grundherr, der Mendel, der Tucher, der Frer, der Stromer, der Haller, der Schrstab und der Behaim. Um 1375: Wandtabernakel im Ostchor unter dem Bambergischen Fenster, Groland-Muffelsche Stiftung. Um 1375: Die Steinfiguren der Madonna und des hl. Sebald auf der Ostseite des Ostchores. Um 1375: Die Steinreliefs mit Passionsdarstellungen an den Ostchorpfeilern, gestiftet von verschiedenen Familien. Um 1375: Die Steinfigur des Thomas-Christus im Ostchor neben der Schautre, Behaimsche Stiftung. Um 1375: Die Steinfiguren der Apostel Petrus und Paulus im Ostchor neben dem Maximiliansfenster. Um 1375: Das Chorgesthl im Ostchor zwischen den Pfeilern. Um 1375: Kirchenstuhl der Haller im sdlichen Seitenschiff an der Westwand. 1379 wird der Sebaldusaltar erneuert und geweiht. 1379, 5. Juni: Abla fr die Vollendung des Baues der Kirche. M. R. A. 1379, 18. Juni: Besttigung von Ablssen. M. R. A. 1379, 10. Juli: Abla fr den Marienaltar. M. R. A. 1379 wird der Sebaldusaltar durch einen neuen Altar ersetzt. N. K. A. 1380, 1. Februar: Abla fr die Kirche. M. R. A. Um 1380: Die Steinfigur der Madonna im Ostchor am ersten sdlichen Pfeiler. Um 1380: Die Steinfigur des Thomas-Christus im nrdlichen Seitenschiff, Pmersche Stiftung. Um 1380: Die Steinfigur des Christus mit den Wundmalen im nrdlichen Seitenschiff. Pmersche Stiftung; Nachbildung des Holzschuherschen Christus. 1381: Stiftung einer Pfrnde fr den Jakobsaltar durch Bernhard Kramer. N. K. A. 1383: Stiftung einer Pfrnde fr den Kunigundenaltar durch Ulrich Haller. N. K. A. 1385, 29. Mrz: Das der Pfrnde des Zwlfbotenaltars gehrige Gut zu Steinbach wird der Pfrnde des Stephansaltars berwiesen. M. R. A. Um 1385: Die Steinfigur eines Thomas-Christus am Wandtabernakel im Ostchor. 1386: Stiftung der Kandelgieerpfrnde des Katharinenaltars. N. K. A. 1389, 10. Dezember: Stiftung der Ntzelpfrnde fr den Kunigundenaltar durch Elisabeth, Witwe des Heinrich Haller, Schwester des Peter Ntzel. N. St. A. Um 1390: Steinfigur des hl. Sebald im Mittelschiff mit mehreren Wappen. Um 1390: Die Tonfigur eines Apostels im Ostchor neben dem Hallerschen Fenster. 1391 wird die alte Betglocke gegossen. M. R. A. 1391, 11. April: Abla fr die Kirche. N. St. A. 1392 wird die groe Glocke Benedicta geweiht. N. K. A. 1396: Epitaphium der Pmer, Steinrelief am Treppentrmchen des sdlichen Turms. 1396 wird die alte Schlagglocke gegossen. N. K. A. 1397 wird der silberne Ring des hl. Sebald gefertigt. N. K. A. Zwischen 1397 und 1444: Stiftung einer Pfrnde fr den Johannisaltar durch Pfarrer Albrecht Fleischmann. N. K. A. Um 1400: Wappen der Pmer, Steinreliefs am Treppentrmchen des sdlichen Turmes. Um 1400: Die Steinfigur einer weiblichen Heiligen im Ostchor neben der Schautre, Volckamersche Stiftung. Um 1400: Steinfigur des Christus mit den Wundmalen im nrdlichen Seitenschiff, Ebnersche Stiftung. Um 1400: Steinfigur des Christus mit den Wundmalen an der nrdlichen Sakristei. Kopie der Neuzeit. Rietersche Stiftung. 1402: Stiftung einer Pfrnde fr den Marienaltar durch Elisabeth Koler. N. K. A. 1406: Stiftung einer Pfrnde fr den Nikolaus- (spteren Tucher-)Altar durch Hartmann Kandelgieer. N. K. A. Um 1410: Eherner Taufkessel im Westchor. Um 1410: Die Holzfigur der Madonna im Ostchor am ersten nrdlichen Pfeiler. Um 1410: Die Tonfigur des Apostels Johannes im Ostchor neben dem Tucherschen Fenster. Tuchersche Stiftung. Um 1410: Wandteppich mit Darstellungen aus dem Alten Testament. Um 1410: Wandteppich mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald. 1412: Einrichtung von heimlichen Gemachen. N. K. A. 1412: Legat der Klara Geuder fr die Stiftung einer Lampe am Sebaldusgrab. N. K. A. 1414: Die Huser am Weinmarkt unter dem Kirchhof drfen nicht hher gebaut werden. N. K. A. 1415: Zweites Legat der Klara Geuder fr die Stiftung einer zweiten Lampe beim Sebaldusgrab. N. K. A. Um 1420: Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Legende der hl. Katharina. Um 1420: Wandteppich mit zwei Darstellungen der Kreuzauffindung durch die hl. Helena, Rummelsche Stiftung. Um 1420: Zwei Steinfiguren einer Verkndigung im Ostchor neben dem Volckamerschen Fenster, Volckamersche Stiftungen. Um 1420: Zwei Steinfiguren einer Heimsuchung im Ostchor, neben dem Behaimschen Fenster, Behaimsche Stiftungen. Um 1420: Epitaph der Haller, Steinrelief am nrdlichen Seitenschiff. 1423: Das Wandgemlde mit dem Abendmahl, der Fuwaschung und dem lberg im Ostchor hinter dem Tucheraltar, Stiftung des Hans Starck. 1424: Stiftung fr den Stephansaltar. N. K. A. 1425 wird die fr den Sebaldusaltar gestiftete Vrchtelpfrnde neu dotiert. N. K. A. 1429: Holzrelief der Madonna im Ostchor ber der Schultre, Ebnersche Stiftung. Um 1430: Epitaph der Ftterer, Steinrelief am sdlichen Turm. Um 1430: Die Steinfigur des hl. Johannes des Tufers im Ostchor neben dem Tucherschen Fenster, Tuchersche Stiftung. Um 1430: Die Steinfiguren der Madonna und des hl. Sebald an der Brauttre. Kopien der Neuzeit. Um 1430: Epitaph der Holzschuher, Steinrelief am sdlichen Seitenschiff. Um 1433: Holztafelgemlde mit der Dornenkrnung im Westchor. Lffelholzische Stiftung. 1435: Stiftung einer Pfrnde fr den Bartholomusaltar durch Berthold Pfinzing. N. K. A. Um 1435: Das Holztafelgemlde der Anna selbdritt im Ostchor, Stiftung der Familie Imhoff. Um 1435: Holztafelgemlde mit der Geielung Christi im Westchor. Lffelholzische Stiftung. Zwischen 1436 und 1439: Stiftung eines Holztafelgemldes fr den Stephansaltar durch Nikolaus Muffel. N. K. A. 1440: Die von Konrad Teufel 1359 fr den Marienaltar gestiftete Pfrnde wird durch Hans Teufel neu dotiert. N. K. A. Etwa 1440-1450: Halleraltar. 1442: Steinfigur des hl. Christophorus am sdlichen Turm, vielleicht von Hans Decker. 1444 wird die groe Orgel im Ostchor von Heinrich Traxdorf gebaut und die Wand daneben mit Malereien ausgestattet. N. K. A. 1444: Stiftung fr den Petersaltar. N. K. A. 1445: Stiftung fr den Zwlfbotenaltar. N. K. A. 1447 wird eine kleinere Orgel gebaut. 1570 wird dieselbe wieder entfernt. N. K. A. 1448: Abla fr den Stephansaltar. N. K. A. Um 1448: Holztafelgemlde mit der Verkndigung im Westchor. Lffelholzische Stiftung. 1450: Stiftung des Ewigen Lichts ber dem Volckamerschen Grab. N. K. A. Um 1450: Wandteppich mit Darstellungen aus dem Marienleben, Hallersche Stiftung. Um 1450: Die Holzfiguren des hl. Sebald und des hl. Erasmus im Ostchor neben dem Schrstabschen Fenster, Hallersche und Schrstabsche Stiftungen. Um 1450: Das Holztafelgemlde der Geburt Christi im Ostchor, Stiftung der Familie Imhoff. 1452: Abla fr den Stephansaltar. N. K. A. 1452: Stiftung fr den Erhardsaltar. N. K. A. 1453: Epitaph der Ketzel, Steinrelief an der Nordseite des Westchors. 1453: Errichtung von Schrein und Predella des Katharinen- oder Lffelholzaltars. Um 1455: Die Holzfigur eines leuchtertragenden Engels neben dem Hauptaltar im Ostchor. 1458: Epitaph der Maurer, Steinrelief an der Nordseite des Westchors. 1460: Abla fr den Stephansaltar. N. K. A. 1460: Abla fr den Bartholomusaltar. N. K. A. Um 1460: Wandteppich mit Darstellungen der Grablegung einer Heiligen, Tuchersche Stiftung. Um 1460: Zwei Wandteppiche mit Darstellungen aus der Parabel vom verlorenen Sohn, Tuchersche Stiftung. Um 1460: Zwei Holzfiguren einer Verkndigung im Ostchor neben dem Stromerschen Fenster, Stiftungen der Familien Starck und Imhoff. Um 1460: Die Holzfigur des Apostels Johannes im Ostchor neben dem Frerschen Fenster. 1461: Diebstahl aus dem Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. 1463: Epitaph der Semler, Steinrelief am ersten Pfeiler des nrdlichen Seitenschiffes. 1463: Visitation des Bestandes im Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. 1464-1466: Mehrere Ablsse fr die St. Pankratiuskapelle in der Kirche. N. K. A. 1468: Errichtung von Kasten in der Kirche zur Geldsammlung gegen die Hussiten. Um 1470: Die Holzfiguren eines hl. Papstes und eines hl. Bischofs im Ostchor neben dem Pfinzingschen Fenster, Hallersche Stiftungen. 1473: Das Wandgemlde mit Kreuzschleppung im Ostchor unter dem Gemlde des Hans von Kulmbach, Steinlingersche Stiftung. 1475: Ablabesttigung fr den Petersaltar. N. K. A. 1476: Abla fr den Bartholomusaltar. N. K. A. 1477: Abla fr den Bartholomusaltar. N. K. A. 1477 kaufen Berthold, Hans, Anton und Langhans Tucher einen Grabteppich mit der Darstellung des englischen Grues. Tucher-Archiv. 1478: Das Holztafelgemlde der Allegorie auf die Geburt Christi im nrdlichen Seitenschiff; Stiftung der Familie Starck. 1479: Abla fr den Stephansaltar. N. K. A. 1480: Ausbruch der Schautre im Ostchor. Um 1480 wird die Holzfigur des Christuskindes der Madonnenstatue im Ostchor am ersten sdlichen Pfeiler angefgt. Um 1480: Epitaph der Pfinzing, Steinrelief an der Nordseite des Westchors. 1481: Abla fr den Stephansaltar. N. K. A. 1481-1490: Erhhung der Trme. N. K. A. 1482: Die Brder Johann und Georg Starck stiften ein hlzernes Kruzifix an dem Schwibbogen zwischen dem Sebalder Pfarrhaus und der Moritzkapelle. 1482: Wiederholte Visitation des Bestandes im Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. 1482 wird die Uhr- oder Schlagglocke gegossen. N. St. A. 1483 wird die Uhr- oder Schlagglocke aufgehngt. N. St. A. 1483: Stiftung fr den Erhardsaltar. N. K. A. 1485: Das Holztafelgemlde der Kreuzigung im Ostchor, Stiftung des Hans Tucher. Um 1485: Petersaltar im Ostchor. Nach 1485: Epitaph der Schedel, Steinrelief des Jngsten Gerichts am Ostchor ber der Schautre. Vor 1487 wird der Petersaltar im Ostchor auf Veranlassung des Nikolaus Topler restauriert. 1487: Abla fr den Stephansaltar. N. K. A. 1488: Erster Entwurf des Peter Vischer fr das Sebaldusgrab. N. K. A. 1490, 20. November: Morgens bricht in der Wchterstube des sdlichen Turmes Feuer aus. Um 1490: Zwei Altarleuchter in Gestalt von kerzentragenden Engeln, massives Silber. Um 1490: Die Holzfigur des Christus als Weltheilandes in der Art des Veit Sto im Ostchor neben dem Mendelschen Fenster, Tuchersche Stiftung. 1492 vollendet Adam Kraft das Schreyersche Grabmal am Ostchor. 1493 werden in das Schrstabsche Fenster im Ostchor zwei Wappen der Schrstab eingesetzt. 1493 wird die Viertelstundenglocke aufgehngt. N. K. A. 1493: Abla betreffend das von Sebald Schreyel gestiftete Ewige Licht und Sakramentshuslein. N. K. A. 1493, 19. August wird die erste beglaubigte Restaurierung der Kirche (geweist und verneut inwendig) vollendet. 1495: Die Holzfiguren des Thomas-Christus und der Maria als Schmerzensmutter von Veit Sto im Ostchor neben dem Markgrafenfenster Volckamersche Stiftungen. Um 1495: Die Holzfigur des Apostels Andreas, wohl von Veit Sto, am Ostchor neben dem Mendelschen Fenster, Tuchersche Stiftung. 1496: Steinrelief der Kreuztragung von Adam Kraft im Mittelschiff. 1497: Epitaph des Peter Fugger von Augsburg, Steinrelief am nrdlichen Seitenschiff. 1497: Wandteppich mit der Darstellung der Geburt Christi mit vier Heiligen. 1499: Steinrelief mit drei Passionsszenen von Veit Sto im Ostchor unter dem Markgrafenfenster. Um 1500: sptgotischer Prachtkelch mit Patene von vergoldetem Silber. 1501: Das Bambergische Fenster im Ostchor, gemalt von Wolf Katzheimer. 1501: Erste Renovierung des von der Familie Starck 1578 gestifteten Holztafelgemldes, Allegorie auf die Geburt Christi, im nrdlichen Seitenschiff. 1502: Titelbltter, gemalt zu den von Paul Volckamer und Sebald Schreyer 1501 gestifteten Exemplaren des Liber horarum (Bamberg, Joh. Pfeyl, 1501). 1503: Wiederholte Visitation des Bestandes im Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. Um 1505: Das Holztafelgemlde der Verkndigung im sdlichen Seitenschiff, Stiftung der Familie Oelhafen. 1506: Zweiter Einbruch in den Schrein des Sebaldusgrabes. N. K. A. 1508: Besttigung des 1493 fr das Schreyersche Ewige Licht und Sakramentshuschen gewhrten Ablasses. N. K. A. 1508-1519: Herstellung des Sebaldusgrabes durch Peter Vischer und seine Shne. 1509: Stiftung einer Pfrnde fr den Stephansaltar durch Ambrosius Stromer. N. K. A. Um 1510: Steinrelief der Kreuzauffindung und Kreuzprobe der Kaiserin Helena im sdlichen Turmportal. 1512: Vollendung des Sebaldusgrabes ohne den figrlichen Schmuck durch Peter Vischer. 1513: Das Holztafelgemlde der Madonna mit Heiligen von Hans von Kulmbach im Ostchor, Stiftung des Martin Tucher. Um 1513: Stiftung der Tucherschen Familientafel mit dem Bild des Todes im Ostchor. 1514: Das Maximiliansfenster im Ostchor, gemalt von Veit Hirschvogel. N. K. A. 1514 will Probst Melchior Pfinzing das Wandtabernakel im Ostchor durch ein greres Sakramentshuschen ber dem Nikolausaltar ersetzen. Um 1515: Die Erzfigur der Madonna von Stephan Godl im Ostchor am dritten nrdlichen Pfeiler. 1515 erlaubt der Rat dem Michael Behaim, die Kramerkapelle in der Kirche am Gewlbe und an den Fenstern und Altartafeln restaurieren zu lassen. 1515: Das Markgrafenfenster im Ostchor, nach einem Entwurf des Hans von Kulmbach gemalt von Veit Hirschvogel. 1515: Das Pfinzingsche Fenster im Ostchor, gemalt von Veit Hirschvogel. 1520: Reparaturen am Sarg des Sebaldusgrabes. N. K. A. 1522: Mekelch mit Patene von vergoldetem Silber, Tuchersche Stiftung. 1523: Letzte Prozession am Sebaldusfest. N. K. A. Um 1525: Das Holztafelgemlde der Krnung Mari im Mittelschiff, Stiftung der Familie Imhoff. 1526: Die Kreuzigungsgruppe aus Holz von Veit Sto im Ostchor. 1542 werden auf Beschlu des Rates die beiden Frauenaltre, der gegenberstehende Zwlfbotenaltar und der dazwischen befindliche Altar, wahrscheinlich der Johannisaltar, beseitigt, weil die Kirchenbesucher den Geistlichen auf der Kanzel nicht sehen konnten. N. K. A. 1543: Das von den Gebrdern Starck an dem Schwibbogen beim Sebalder Pfarrhaus 1482 gestiftete hlzerne Kruzifix wird nach Abbruch des Bogens an den Westchor der Kirche verbracht. Um 1550: Erneuerung des untersten Teiles des Tucherschen Fensters im Ostchor. 1552 werden Gold- und Silbergerte des Kirchenschatzes eingeschmolzen. N. K. A. 1561: Ausbesserung des Ostchores und Abnahme seiner schadhaften Galerie. N. K. A. 1570 wird die 1447 gestiftete kleine Orgel entfernt. N. K. A. 1571 wird die Beseitigung der bauflligen Kranzgalerie des sdlichen Turmes geplant. N. St. A. 1571: Reparaturen an den Trmen. N. St. A. 1572 wird die groe, 1444 von Heinrich Traxdorf erbaute Orgel renoviert. N. K. A. 1572: Renovierung des von Martin Tucher 1513 gestifteten Hans von Kulmbachschen Holztafelgemldes der Madonna mit Heiligen im Ostchor durch Nikolaus Juvenel. 1572 wird der Petersaltar im Ostchor renoviert. N. K. A. 1574 werden acht verschiedene Wappen in das Grundherrsche Fenster im Ostchor eingesetzt. 1591: Reparaturen an den Trmen. N. K. A. 1591 wird zum ersten Mal der schlechte Zustand des Zinndaches am sdlichen Turm festgestellt. N. St. A. 1591: 4. Oktober. Durch Ratsverla wird die Ausbesserung auf St. Sebalds Schlagturm befohlen. N. St. A. 1593: Ausbesserung des Zinnes am Schlagturm. N. St. A. 1600 wird die neue Betglocke gegossen. N. St. A. 1601: Das Imhoffsche Fenster im Ostchor, gemalt von Jakob Sprngli oder Christoph Maurer. 1603: Das Holztafelgemlde mit Szenen aus dem Leben der ersten Menschen von Johann Kreuzfelder im Ostchor, Stiftung der Familie Behaim. 1609: Zweite Besichtigung und Ausbesserung des schadhaften Zinndaches am sdlichen Turm. N. St. A. 1613: Ausbesserung des Zinns am Schlagturm. N. St. A. 1613: Erneute Besichtigung und Ausbesserung des schadhaften Zinndaches am sdlichen Turm. N. St. A. 1613 wird der Sebaldusaltar durch Maler Leonhard Prechtel restauriert. N. K. A. 1614: Wappen der Ntzel mit Inschrift, im fnften Fenster des nrdlichen Seitenschiffes eingesetzt. 1614: Reparaturen am Sebaldusaltar durch Maler Leonhard Prechtel. N. St. A. 1616: Erneute Besichtigung und Ausbesserung des schadhaften Zinndaches am sdlichen Turm. N. St. A. 1616: Ausbesserung des Zinns am Schlagturm. N. St. A. 1625 wird auf Veranlassung des Hans Starck das eherne Kruzifix am Westchor von Johann Wurzelbauer, dem Sohne des Meisters vom Tugendbrunnen, gegossen als Ersatz fr das Starcksche hlzerne Kruzifix vom Jahre 1482, welches 1543 an die jetzige Stelle transferiert worden war. 1627: Renovierung der drei von Hans Starck 1423 gestifteten Wandgemlde des Abendmahles, der Fuwaschung und des lberges im Ostchor auf Veranlassung des jngeren Hans Starck. 1628: Umfassende Renovierung des ganzen Sebaldusgrabes. N. K. A. 1628: Das Holztafelgemlde des Jngsten Gerichtes im Ostchor, freie Kopie nach Rubens, wahrscheinlich von Jrg Grtner dem lteren ([gestorben] 1648), Stiftung der Familie Imhoff. 1629: Kirchenstuhl mit reichen Schnitzereien im Westchor. 1641 werden in das Imhoffsche Fenster im Ostchor zwei Wappenpaare eingesetzt. 1643: Zwei Abendmahlskannen von vergoldetem Silber, Grundherrsche Stiftung. 1643: Seidene Kanzelbekleidung mit Applikationsstickerei, gestiftet von Achaz Hilling von Elnbogen und seiner Ehefrau. 1647: Neubedachung des mit Zinn gedeckten sdlichen Turmes mit Kupferplatten. N. St. A. 1647: Restaurierung des Schlagturmes. N. St. A. 1652 lt der Kurfrst von Mainz durch Bildhauer Georg Schweigger dem Rat von Nrnberg 1000 Dukaten fr die Kreuzigungsgruppe von Veit Sto im Ostchor bieten. Vor 1654: Das Holztafelgemlde mit der Beweinung Christi im Ostchor, Kopie nach Drer, wahrscheinlich von Georg Grtner dem Jngeren ([gestorben] 1654), Stiftung der Familie Holzschuher. 1656 wird das von der Familie Ebner 1429 gestiftete Madonnenrelief im Ostchore ber der Schultre renoviert. 1656 und 1657: Unbedeutende Renovierung des Inneren der Kirche und Abnderung der Emporkirche (Engelschor). N. St. A. 1657 wird von den Silberdrahtziehern eine kleine Orgel im Ostchor gestiftet. 1657 und folgende Jahre wird die Kirche nach dem Muster des Bamberger Domes von Tnchermeister Jakob Fuchs renoviert. N. St. A. 1657: Das Wandgemlde einer Inschrifttafel im Ostchor ber dem Kaiserchrlein. 1657: Erffnung der Geheimen Versperr. N. K. A. 1657-1664: Renovierung und Barockausstattung der Kirche. N. St. A. 1658 wird die groe, 1444 von Heinrich Traxdorf erbaute, 1572 renovierte Orgel im Barockstil umgebaut. N. K. A. 1658: Zweite Renovierung des von der Familie Starck 1478 gestifteten Holztafelgemldes einer Allegorie auf die Geburt Christi im nrdlichen Seitenschiff. 1658: Abendmahlskelch mit Patene und zwei Abendmahlskannen von vergoldetem Silber, gestiftet von Buchhndler Wolfgang Endter dem lteren. 1659: Errichtung des neuen Nikolaus- oder Tucheraltars mit dem Ecce-Homo-Bild von Merian. N. K. A. 1659 wird im Zusammenhang mit der Barockausstattung der Kirche die neue Kanzel errichtet. N. K. A. Um 1660: Die Geschlechtertafeln der Lffelholz im Westchor, der Kre und der Volckamer im Ostchor beim Muffelschen Altar. Um 1660: Altarkruzifix von massivem Silber mit dem Monogramm M. W. 1660-1663 erbaut Georg Wirsching den Hauptaltar an Stelle des gotischen Hochaltars. N. K. A. 1663: Errichtung des neuen Stephans- oder Muffelschen Altares. Das Bild des alten Altares wird in die Lorenzkirche verbracht. N. St. A. 1675: Abendmahlskelch mit Patene von vergoldetem Silber, gestiftet von Joachim Kern und dessen Ehefrau. 1691 wird das Werk der groen Orgel vom Jahre 1444 im Ostchor von Georg Sigmund Leyser, Orgelbauer in Rothenburg a. T., erneuert. N. K. A. 1700-1759. Unbedeutende Reparaturen an der Betglocke, dem Vesperlein, dem Zeigerlein und der Garausglocke. N. St. A. Um 1700: Etui mit Lffel von vergoldetem Silber, Altargert. Um 1700: Altarkruzifix von massivem Silber. 1712: Aus Anla der Anwesenheit Karls VI. in Nrnberg wird die kaiserliche Kche vor der Kirche aufgeschlagen. N. St. A. 1723: Klingelbeutel mit der Gruppe Christus am Kreuz und Maria von massivem Silber und mit dem Monogramm M. M. 1732, 13. Oktober wird die Overdiksche Orgel im Ostchor gestiftet. Sie wird spter auf den sogenannten Engelschor verbracht. N. K. A. 1744: Hostienbchse von vergoldetem Silber, gestiftet von M. M. W. 1754, 3. August entsteht durch Blitzschlag auf dem Dachboden ber dem Westchor Brand. N. St. A. 1754, 16. September: Ratsverla, die der Reparatur bedrftigen Bckerlden bei St. Sebald betreffend. N. St. A. Um 1755: Taufbecken mit Kanne von Silber. Um 1755: Zwei Abendmahlskelche mit Patenen von vergoldetem Silber. Um 1755: Die Geschlechtertafeln der Ebner im nrdlichen, der Holzschuher im sdlichen Seitenschiff und der Frer im Ostchor beim Muffelschen Altar. 1768-1769: Ausbesserung des Dachstuhles des nrdlichen Turmes und Neubedachung mit Zinnplatten. N. St. A. 1769-1770: Reparaturen an den Trmen. N. St. A. 1774: Renovierung des von der Familie Behaim 1603 gestifteten Kreuzfelderschen Holztafelgemldes mit Szenen aus dem Leben der ersten Menschen im Ostchor. 1781: Sanduhr mit Gehuse von Silber, Holzschuhersche Stiftung. 1784-1785: Verhandlungen ber Auffhrung eines neuen Stockwerks im Sebalder Pfarrhof. N. St. A. 1790: Ausbesserung eines Fensterpfeilers in der Kirche. N. K. A. Um 1790: Umbau des Katharinen- oder Lffelholzaltares. 1797, 12. Oktober bis 1798, 3. Februar: Verhandlungen, die unberechtigte Veruerung von Kirchengerten und Megewndern betreffend. N. K. A. 1797 soll das 1396 gestiftete Pmersche Epitaph am sdlichen Treppenturm restauriert worden sein. 1798: Reparatur der Bet- und Chorglocke. N. St. A. 1798: Reparatur in der Senioratswohnung. N. St. A. 1798: Ofenreparatur in der groen Sakristei. N. St. A. 1800: Reparaturen an den Wappenschilden der Kirche. N. St. A. 1800-1806 wird der Musikchor aus der Frauenkirche in die Sebalduskirche transferiert. N. K. A. 1802: Reparatur in der Diakonatswohnung. N. K. A. 1804 und 1805: Reparatur der Helmstangen auf den Kirchtrmen. N. K. A. 1805: Wiederholte Reparatur an der Fahnenstange auf dem sdlichen Turm. N. St. A. 1807: Ausbesserung des 1647 gedeckten Kupferdaches am sdlichen Turm. N. St. A. 1807: Reparatur des Kirchendaches. N. K. A. 1817 werden in das Markgrafenfenster im Ostchor zwei Medaillons mit den Bildnissen Luthers und Melanchthons eingesetzt. 1823 wird nach den Plnen K. A. Heideloffs ein neuer Hauptaltar an Stelle des Barockaltares vom Jahre 1663 errichtet. 1827 wird das Werk der groen Orgel vom Jahre 1444 im Ostchor wiederum repariert durch den Orgelbauer Augustin Ferdinand Bittner und das Gehuse nach den Plnen Heideloffs umgebaut. Um 1830: Zwei groe Altarleuchter von Silber. 1838: Abendmahlskanne von vergoldetem Silber, gestiftet von der Kaufmannswitwe Therese Rohrmann. 1859 baut Bildhauer Lorenz Rotermundt nach Krelings Entwurf die Kanzel. 1888-1906: Umfassende Restaurierung der Kirche und ihres Inventars unter Leitung der Architekten G. v. Hauberrisser und J. Schmitz. [XXXI] M. R. A. = Mnchener Reichsarchiv. [XXXII] N. K. A. = Nrnberger Kreisarchiv. [XXXIII] N. St. A. = Nrnberger Stadtarchiv. [XXXIV] B. N. M. = Bayrisches Nationalmuseum. Verzeichnis der Abbildungen. Tafeln. I. Ansicht des Ostchors gegenber dem Titelblatt II. Grundrisse und Details des romanischen Baues nach S. 12 III. Ansicht und Schnitt des romanischen Baues " " 20 IV. Das Brauttor " " 38 V. Grundri der Sebalduskirche " " 42 VI. Lngenschnitt der Sebalduskirche " " 48 VII. Grundrientwicklung der Strebepfeiler am Ostchor " " 56 VIII. Ansicht eines Ostchorjoches " " 56 IX. Seitenansicht und Schnitt eines Strebepfeilers am Ostchor " " 56 X. Innenansicht vom Ostchor gegen das nrdliche Seitenschiff " " 74 XI. (Farbige Tafel). Romanisches Dienstkapitl des Mittelschiffes mit spter angesetztem gotischem Baldachin. -- Gewlbeschlustein im Ostchor " " 104 XII. (Farbige Tafel). Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff. -- Engelsstatue von der Volckamerschen Verkndigung mit Baldachin und Konsole " " 104 XIII. Baukosten der Wiederherstellung der Sebalduskirche 1885-1906 " " 128 XIV. Sebaldusgrab von Peter Vischer " " 128 XV. Thronende Maria mit Heiligentafelgemlde von Hans von Kulmbach (Tuchersche Stiftung) " " 212 Textabbildungen. Seite 1. Modell (von oben gesehen) der ausgegrabenen Ostchorkrypta 17 2. Innenansicht gegen Osten 18 3. Innenansicht gegen den Westchor 21 4. Triforien im Mittelschiff 22 5. Partie aus dem Engelschor 23 6. Westansicht vor der Restaurierung 25 7. Ansicht vom sdlichen Seitenschiff gegen Norden 27 8. Kapitl der Dienste im Mittelschiff 28 9. Romanisches Kapitl mit Blatt- und Bandornament 29 10. Desgleichen 29 11. Gotisches Kapitl im Seitenschiff 29 12. Romanisches Kapitl mit Knollenornament 29 13. Romanische Hornkonsole 30 14. Romanische Konsole 30 15. Portal am sdlichen Turm 35 16., 17., 18. Romanisches Portal am sdlichen Turm 37 19. Querschnitt durch das Mittelschiff und die Seitenschiffe 41 20. Portal am sdlichen Seitenschiff 43 21 _a-d_. Fenstermawerke der Seitenschiffe 45 22., 22 _a_. Brauttor 46 23. Ostchor. Innenansicht 51 24. Innenansicht vom Ostchor gegen Nordosten 53 25. Baldachin im Ostchor 55 26. Meisterzeichen im Ostchor 63 27., 27 _a_, 27 _b_. Baldachin am Ostchor 67 28. Westansicht 69 29. Oberer Teil des nrdlichen Turms 73 30. Inneres der Sebalduskirche. Ausschnitt aus dem Kupferstiche von J. A. Graff 1694 77 31. Ostchorpartie vor der Restaurierung 80 32. Westansicht mit den Gerstbauten 82 33. Die aufgefundenen Reste der ehemaligen Galerie am Ostchor 87 34. Ostchorpartie nach der Restaurierung 89 35. Neuer Verkndungsengel am Ostchor 90 36. Konsole mit Ritter an einem nrdlichen Pfeiler des Ostchors 91 37. Konsole mit Ritterfrulein an einem nrdlichen Pfeiler des Ostchors 91 38. Nrdliches Seitenschiff vor der Restaurierung 92 39. Nordansicht 93 40. Pfinzingkapelle vor der Restaurierung 98 41. Pfinzingkapelle nach der Restaurierung 98 42. Erneuerte Madonnenstatue am Brautportal 99 43. Lffelholzaltar 107 44. Modell eines zum Teil armierten Vitrumspfeilers 111 45. Armierter Vitrumspfeiler whrend der Restaurierung 112 46. Der heil. Christophorus. Wandgemlde im sdlichen Seitenschiff 114 47. Statue des Apostels Paulus mit Baldachin und Konsole im Ostchor 117 48. Statue des Kaisers Heinrich vor der Restaurierung 119 49. Statue des Kaisers Heinrich nach der Restaurierung 119 50. Sakramentshuschen im Ostchor 121 51. Partie aus dem Ostchor mit Tucheraltar, Sakramentshuschen und Petrusaltar 123 52. Ostchor. Ansicht gegen Westen 125 53. Petrusaltar (geffnet) 130 54. Petrusaltar (geschlossen) 131 55., 56., 57. Kreuzigungsgruppe von Veit Sto. ber dem Hauptaltar im Ostchor 133 58. Geburt Christi. Von einem der Flgel des Lffelholzaltars 135 59. Legende des heil. Georg. Von einem der Flgel des Lffelholzaltars 135 60. Halleraltar (geschlossen) 136 61. Halleraltar (geffnet) 137 62. Erzkruzifix am Westchor 141 63. Bogenfeld im Portal des nrdlichen Seitenschiffs mit Darstellungen aus dem Marienleben 142 64. Statue der Eitelkeit der Welt am nrdlichen Seitenschiff. Vorderseite 143 65. Desgleichen. Rckseite 143 66. Eine der klugen Jungfrauen am Brautportal 143 67. Geielung Christi. Stationsrelief am Ostchor 144 68. Kreuztragung, Stationsrelief am Ostchor 144 69. Passionsszenen von Adam Kraft. Schreyersches Begrbnis am Ostchor 145 70. Konsole mit Mnchen an einem sdlichen Pfeiler des Ostchors 147 71. Darstellung des Jngsten Gerichts. Schedelsches Relief ber der Schautre 147 72. Grabrelief der Holzschuher am sdlichen Seitenschiff (Kopie aus der Barockzeit) 148 73. Bogenfeld im Portal des sdlichen Seitenschiffes 149 74. Grabrelief der Pmer am sdlichen Treppenturm 150 75. Grabrelief der Haller am sdlichen Turm 151 76. Trklopfer vom Brauttor 152 77. Statue des Apostels Johannes im Mittelschiff 153 78. Statue des Apostels Philippus im Mittelschiff 153 79. Statue des Apostels Petrus im Mittelschiff 153 80. Statue des Apostels Simon im Mittelschiff 153 81. Statue des Apostels Bartholomus im Mittelschiff 154 82. Statue der hl. Kunigunde im nrdlichen Seitenschiff 154 83. Statue des hl. Kaisers Heinrich im nrdlichen Seitenschiff 155 84. Statue des hl. Erhard im Mittelschiff 155 85. Statue der hl. Helena im sdlichen Seitenschiff 155 86. Statue des hl. Sebaldus im Mittelschiff 155 87. Kreuzschleppung von Adam Kraft 156 88. Eherner Taufkessel im Lffelholzchor 157 89. Der Apostel Andreas. Holzstatue von Veit Sto 157 90. Statue Johannes des Evangelisten im Ostchor 158 91. Thomaschristus von Veit Sto im Ostchor 158 92. Schmerzensmutter von Veit Sto im Ostchor 158 93. Statue des hl. Erasmus im Ostchor 159 94. Statue der Maria von der Behaimschen Heimsuchung 159 95. Passionsszenen von Veit Sto im Ostchor 161 96. Ebnerrelief am Dreiknigsportal im Ostchor 161 97. Madonna in der Glorie. Statue (Birnbaumholz) im Ostchor 162 98. Bronzestatuette der Maria von Stephan Godl 163 99. Detail vom Sebaldusgrab 165 100. Gewlbeschlustein mit der Geburt Christi. Im nrdlichen Seitenschiff 167 101. Gewlbeschlustein mit dem hl. Sebald. In der nrdlichen Sakristei 167 102. Verkndigung. Holztafelgemlde im Lffelholzchor 169 103. Krnung der Maria. Holztafelgemlde im Mittelschiff 171 104. Darstellung des Paradieses. Holztafelgemlde von Johann Kreuzfelder 1603 173 105. Abendmahl und lberg. Wandgemlde im Ostchor 173 106. Darstellungen aus der Apostellegende. Wandgemlde im Ostchor 175 107. Detail vom Bamberger Fenster 179 108. Detail vom Maximiliansfenster 181 109. Detail vom Markgrafenfenster 183 110. Fenster ber dem sdlichen Seitenschiffportal 186 111. Detail vom Rahmen der Kressischen Totentafel im Ostchor 189 112. Detail vom Rahmen der Volckamerschen Totentafel im Ostchor 190 113. Rahmen der Ebnerschen Totentafel im nrdlichen Seitenschiff 190 114. Details vom Rahmen der Tucherschen Totentafeln 191 115. Lffelholzische Totenschilder 191 116. Kressisches Totenschild (des Stifters der Kirche in Kraftshof) 191 117. Hallersche Totenschilder 192 118. Hallersches Totenschild 192 119. Ebnersches Totenschild 193 120. Stromersches Totenschild 193 121., 122. Details von den Chorsthlen im Ostchor 193 123. Desgleichen 194 124. Hallerscher Kirchenstuhl 194 125. Kirchenstuhl im Lffelholzchor 194 126. Orgel im Ostchor 195 127., 128. Eisenbeschlag vom Brauttor 196 129. Silbervergoldeter gotischer Kelch mit durchbrochenen Ornamenten 197 130. Sanduhr (ehemals an der Kanzel) 198 131. Leuchterengel (Hauptaltar) 199 132., 133. Gobelin mit Darstellungen aus der Legende des hl. Sebald 201 134. Gobelin mit Darstellungen aus dem Marienleben 203 135. Gobelin mit Darstellung der Geburt Christi, 1495 204 136. Mittelstck des Gobelins von 1495 204 137. Katharinenstatue vom Portal des sdlichen Seitenschiffs 205 138. Kopf der Katharinenstatue vom Portal des sdlichen Seitenschiffs 207 139. Lapidarium in der westlichen Krypta 208 140. Auferweckung des Lazarus. Relief vom sdlichen Seitenschiff (jetzt in der Bausammlung) 209 141. bermalter Holzschnitt in einem der Exemplare des Liber missalis, Bamberg 1490 209 142. Randverzierung in Miniaturmalerei in einem der Exemplare des Liber missalis, Bamberg 1490 210 143. Miniaturmalerei in einem der Exemplare des Liber horarum, Bamberg 1501 211 144. Konsekrationsurkunde des Hochaltars von 1379 212 Verzeichnis der Personen, Orte und wichtigsten Sachen. Verfat von $Dr. Alfred Graf$. A. Abendmahl (Darstellung) 115, 146, 162, 176, 238, 241. Abendmahlskelche 198, 241. Abraham (Darstellung) 151. Ackermann, Leonhard 138. Adam und Eva (Darstellung) 48, 144, 172, 179, 192. Alamannus Luanensis, Bischof 217. Albertus, Bischof von Sirmium 218. Albrecht, Markgraf von Brandenburg 185, 212. Allerseelenaltar 134, 236. Almosenamt, siehe Landalmosenamt. Altarbehnge 206. Altargerte 196 ff., 241. Altarleuchter 199, 239, 242. Altenburg 171, 218, 219. Amelia 218. Anagni (Bischof Johannes) 217. Andreas, hl. 118, 158, 166, 184, 239. -- Bischof von Balezo 218. -- -- -- Coron 217. -- Erzbischof von Antivari 216. Angelus, Bischof von Viterbo und Toscanella 217. Anlage, siehe Plandispositionen und Grundrisse. Anna, hl. 171, 185, 238. Annaaltar 114. Anschreibtre 76, 94, 95, 142, 143. Antependien 206, 208. Antivari (Bischof Andreas) 216. Antonius, hl. 112, 139, 154, 234, 235. Apostel (siehe auch ihre einzelnen Namen sowie Apostelgeschichte) 81, 104, 111, 114, 117, 118, 132, 138, 139, 148, 153, 158, 159, 166, 182, 188, 234, 235, 237. Apostelgeschichte (Darstellung aus der) 115, 136, 137, 176. Apsiden 19, 20, 23, 30, 31, 32, 49, 99, 130, 131, 132. Arbeitslhne (siehe auch Baukosten) 70, 71, 72, 75. Arborea (Erzbischof Petrus) 215. Ardferten in Irland (Bischof Johannes) 218. Avignon 219. Avio (Bischof Girardus) 218. Arkadi (Bischof Raphael) 218. Arnold, Bischof von Bamberg 215. Aschaffenburg 88. Ascoli (Bischof Bonus Johannes) 215. Athyra in Thrazien (Bischof Ricardus) 218. Auferstehung (Darstellung) 114, 135, 146, 206. Auferweckung des Lazarus (Darstellung) 105, 106, 150, 170, 210. Augsburg, 11, 29, 105, 114, 120, 122, 136, 138, 142, 172, 198, 227, 239. Augustinerkloster 230. Augustinus, Bischof von Soliwri 218. Ausgieung des hl. Geistes (Darstellung) 179. Avancius Sannensis, Bischof 218. Avellino (Bischof Waldebrunus) 215. Ayrer (Familie) 178. B. Baden 88. Bagnorea (Bischof Johannes) 218. Balezo (Bischof Andreas) 218. Balier, siehe Behaim, Balier. Bamberg 11, 13, 14, 15, 28 ff., 33, 34, 36, 37, 38, 71, 72, 75, 129, 134, 151, 159, 160, 177, 182, 212 ff., 223, 226, 227, 228, 236, 239, 241. Bambergisches Fenster 182, 239. Br, Christian 114, 171. Barbara, hl. 138, 171, 178, 206. Barferkloster 42, 66. Barth & Cie. 108. Bartholomus, hl. 132, 166, 178. Bartholomusaltar 132, 238, 239. Basel 143, 216. Bathseba und David (Darstellung) 202. Bauamt 233. Bauausschu 86, 88, 94 ff., 100, 102, 104, 110, 113, 124, 126. Bauer, Schlosser 224. Bauhtte 86, 88. Baukosten (siehe auch Arbeiterlhne) 120 ff., 228, 230, 233. Baumaterial, 50, 54, 71, 72, 78, 79, 81, 83, 87, 88, 90, 94, 95, 96, 97, 98, 108, 111, 113, 122, 147, 222, 224, 230, 233. Baumeister (siehe auch Parler) 42, 44, 62, 64, 90. Baumgartner, siehe Paumgartner. Baumhauer, Sebald 170. Bausammlung 85, 90, 94, 100, 103, 104, 116, 124, 137, 141, 142, 144, 146, 148, 149, 150, 176, 208 ff., 226. Bauschulen 28, 32, 33, 36, 42, 61. Bayern 11, 58, 61, 74, 105, 122. Bayreuth 87. Begegnung zweier Mnner (Darstellung) 182. Behaim, Heinrich, Balier 64, 65. -- Familie 120, 146, 160, 162, 172, 177, 186, 187, 234, 242. -- Christoph 172. -- Friedrich 172. -- Michael 75, 240. -- Paulus 172. -- Sebald 167. Behaimsches Fenster 186, 231, 237. Beheizung 95, 97, 121, 126, 242. Beleuchtung 126. Belluna (Bischof Gregorius) 210. Benedicta, siehe Betglocke. Benedictus, Bischof 217. Benediktinerorden 33. Bernardus, Bischof von Ganus 217. Bernhard von Neumarkt 236. Berthold, Bischof von Bamberg 15, 213, 214. Bertoldus, Bischof von Sizebolu 218. Beschneidung (Darstellung) 186. Betglocke (siehe auch Chorglocke) 193, 194, 237, 240, 241, 242. Beweinung Christi (Darstellung) 170, 241. Bezold, Dr. von 5. Bibeldrucke 212. Birkmann, F., Zimmermeister 88. Bischfe (Darstellungen von unbekannten) 119, 150, 154, 159, 178, 182, 235, 239. Bittner, Augustin Ferdinand 191, 242. Blasblge 76, 97, 122. Blasius, hl. 138, 178. Bhmen 63, 64, 65. Bonaventura, Erzbischof von Ragusa 215. Bonus Johannes, Bischof von Ascoli 215. Bourbon 184. Brabant 184. Braga (Bischof Johannes) 217. Brandenburg 185. Brautportal (Ehetr) 24, 47, 48, 52, 76, 86, 88, 91, 94, 95, 96, 98, 99, 115, 139, 143, 144, 146, 153, 157, 208, 234, 235, 238. Bremen 110. Bretheim, Konrad 132, 236. Brixen (Bischof Landulphus) 215. Brotausteilung (Darstellung) 174. Brotbnke 228, 234 ff. Brothaus 235. Brotlden 235. Brnn 63, 65. Bchersammlung 208, 211 ff. Bckeburg 90. Budua 214, 215. Burg 12, 15, 39, 57. Burggrafen von Nrnberg 185. Burgkapelle 26, 28. Burgschmietgasse 156. Burgund 36, 38, 184. Butrinto (Bischof Lazarus) 218. C. Cagli (Bischof Guillelmus) 215. -- (Bischof Petrus) 217. Cagliari (Bischof Petrus) 218. Canosa (Bischof Theobaldus) 215. Capri (Bischof Nikolaus) 215. Carmium (Bischof Johannes) 218. Castellana (Bischof Franciscus) 217. Castro (Bischof Jacobus) 217. Catania (Bischof Raymundus) 217. Catanzaro (Bischof Venutus) 216. Cattaro (Bischof Domnius) 217. Ceneda (Bischof Franciscus) 216, 217. Champagne 38. Chor, siehe Ost- und Westchor. Chorgalerie 86, 88, 228, 229. Chorglocke (siehe auch Betglocke) 195, 234. Chorschranken 189. Christophorus hl., 106, 112, 132, 142, 152, 174, 185, 234, 238. Christus, siehe Heiland. -- erscheint den Frauen (Darstellung) 186. -- in der Vorhlle (Darstellung) 179, 186. -- vor Pilatus (Darstellung), 146 180. Chunradus, buttugelarius 213. Cluny 36, 38. Connor (Bischof Robertus) 216. Coron (Bischof Andreas) 217. Cramerkapelle 75. Croja (Bischof Romanus) 215. Crucifixus, 101, 102, 134, 138, 140, 141, 142, 143, 146, 149, 152, 168, 178, 187, 190, 198, 200, 206, 239, 240, 241. D. Dalmatien 184. Dnemark 156, 188. Darbringung im Tempel (Darstellung) 186, 187. Dschin, Dorothea 131. David und Bathseba (Darstellung) 202. -- Michal (Darstellung) 202. Decker, Hans 152, 238. Deichsler, Heinrich 230, 231. Derrer, Familie 152, 236. Deutschherren 228. Deutschland 36, 38, 42, 44, 47, 126, 182. Dieterich, Veit 212. Dietherr, Familie 178, 187. Dietlein, Hans 132, 236. Dietler, Hensel 132, 235. Dietner, Familie 137. Digne (Bischof Guilhelmus) 215. Dilherr, J. U. 200. Dilherrscher Pokal 200. Dinkelsbhl 61, 62. Domnius Cathavensis, Bischof 217. Dornenkrnung (Darstellung) 146, 148, 169, 180, 238. Dreifaltigkeit (Darstellung) 152, 160. Drei Knige, hl. 40, 137, 149, 186, 187, 194. Dreiknigsaltar 132. Dreiknigschor 100, 101, 102, 114, 115. Dreiknigsportal 24, 48, 52, 76, 115, 149, 150, 153, 162, 174, 177. Dresden 71. Drer, Albrecht 169, 170, 172, 174, 178, 182, 241. E. Ebermayr, Ursula 192. Eberspeck, Familie 236. Ebner, Familie 48, 111, 112, 149, 153, 154, 162, 163, 171, 174, 180, 182, 187, 188, 216, 234, 235, 237, 241. -- Albrecht 163, 216. -- Christine 162. -- Johannes (Hans) 219, 236. Ebrach 32, 33, 34, 36, 37, 38, 227. Ecce homo (Darstellung) 113, 135, 150, 241. Egidienkirche 26, 28. Egidienkloster 28, 49, 219, 236. Egidius, St. 178. -- Bischof von Urbino 215. Eglofstein, Familie 152. Ehebcher 211. Ehetr, siehe Brautportal. Eichsttt 28, 214. Einbalsamierung (Darstellung) 160. Einweihung 13, 226. Einzug in Jerusalem (Darstellung) 146. Eisvogel, Familie 152, 182, 216, 236. Eitel Fritz, Prinz von Preuen 95. Eitelkeit der Welt (Darstellung) 143, 234. Ekarius 221. Elisabeth, hl. 120, 160, 176, 185. Endler, Familie 197, 198, 208, 241. Engel (Darstellungen) 151, 153, 160, 174, 177, 179, 180, 182, 185, 186, 238, 239. Engelschor 23, 25, 75, 102, 109, 111, 113, 241. Engelthal 162, 163, 234. Englischer Gru (Darstellung) 239. Enrico da Gamodia 63, 65. Ensinger, Baumeister 74. Erasmus 119, 120, 138, 160, 238. Erhard Bischof 111, 138, 235. Erhardaltar, siehe Hallerscher Altar. Erhardstatue 132, 154. Erhard, Schmiedemeister 221. Ermel, Joh. Franciscus 135. Eseler, Familie 163. Essenwein, 200 231. Elingen 61, 62, 64, 66, 229. Etui mit Lffel 198. Eucharius, Stadtzimmermann 70. Euchariuskapelle 26, 28. Ewiglichtlampe 146, 148. Eyb, Familie 146, 148. F. Fabianus 129. Feltre (Bischof Gregorius) 216. Fenstergitter 98. Feuersbrnste 76, 78, 231, 239. Fleischbnke 219. Fleischmann, Familie 132, 237. Foligno (Bischof Paulus) 217. v. Forster, Fabriksbesitzer 86, 104. Franciscus, Bischof von Castellana 217. -- -- -- Ceneda 216. -- -- -- Ravello 219. -- -- -- Lampsacus 218. -- Hurvensis, Bischof 218. Franken 74. Frankfurt a. M. 212. Frnkischer Kurier 233. Frankreich 32, 36, 38, 44, 156, 188. Frauenaltar 132, 235, 236, 240. Frauenschuh aus dem 15. Jahrhundert 210. Freiburg i. B. 44, 66, 139, 143, 229. Frey, Familie 149. Friedhof von St. Sebald 49, 219, 235, 236. Friedrich, Bischof von Bamberg 220, 228. -- d. ., Markgraf von Brandenburg 185. -- Wilhelm, Kronprinz des Deutschen Reiches 207. Fuchs, Familie 75, 146, 148, 241. Fugger, Familie 142, 234. Frer, Familie 158, 188, 237, 241. -- Christian 180. Frer, Sigmund, 167 168, 180. Frersches Fenster 180, 237. Frth 11, 28, 226. Fubden 95, 98, 111, 113, 210. Fuwaschung (Darstellung) 176, 238, 241. Ftterer, Familie 152, 238. G. Gammersfelder, Familie 178. Ganos in Thracien (Bischof Bernardus) 217. Garausglocke 195, 241. Grtner, Familie 186. -- Georg d. J. 170. -- Georg d. . 170, 241. Gayselin 235. Geburt Christi (Darstellung) 106, 149, 168, 169, 171, 186, 203, 204, 238, 239, 241. Gefangennahme Christi (Darstellung) 146, 162. Geielung Christi (Darstellung) 146, 169, 238. Gentili, Cavaliere 200. Georg, hl. 11, 137, 182, 185. -- Herzog van Niederbayern-Landshut 74, 196. -- der Fromme, Markgraf 185. Georgsaltar 134. Germanisches Nationalmuseum 86, 148, 150, 164, 200, 210, 231. Geuder, Familie 146, 180. -- Klara 164, 238. Geuschmid, Familie 146, 150, 180, 182. Geyer, Dr., Hauptprediger 124. Girardus Arrigensis, Bischof 218. Glasmalereien 24, 55, 64, 84, 97, 113, 126, 139, 177 ff., 231, 236, 237. Glasmalerschule 177, 178. Glocke, elektrische 96. Glocken und Glockenstube 66, 70, 72, 94, 97, 100, 101, 193 ff., 237, 240, 241, 242. Glockengieer, Konrad 195. Gnotzhamer, Niklas 70. Gobelins 84, 105, 126, 200, 202, 203 ff. Godl, Stephan 120, 163, 240. Goll, Baumeister (G. Goll und Shne) 86, 105, 126. Gori, Bischof 138. Gschel, Johann 86, 89, 94, 95, 110. Gschel & Alt 86. Gostenhof 174. Gottesdienst 49, 50, 81, 105, 124. Gottfried, Bischof von Passau 214. Guilhelmus, Bischof von Digne 215. -- -- -- Cagli 215. Guillermus, Bischof von Sagono 216. -- Erzbischof von Saltania 216. Grablegung (Darstellung) 179, 186, 204. Grabner, Familie 187. -- Heinrich 235. -- Sebolt 141. Grafe, Gottfried 235. Granada 184. Graser, Familie, 186. Gregorius, Bischof von Feltre und Belluno 216. Gregoriusmesse (Darstellung) 106, 112, 113, 144, 174. Greiner, Niclas 221. Griebel (Grbel), Flaschner 224. Groland, Familie 120, 146, 149, 150, 161, 170, 178, 237. -- Jakob 162. -- Leonhard 162. -- Peter 160. Gro, Familie 120, 152, 160, 170, 176. -- Niclas 68, 71, 195, 220, 230. -- Franz 236. Gruber, Familie 170, 182. Grbel (Griebel), Flaschner 224. Grundherr, Familie 121, 146, 152, 180, 185, 188, 197, 237, 240, 241. -- Michael 228, 236. Grundherrsches Fenster 180, 237, 240. Grundrisse 29, 30, 50, 54, 60, 61. Grnwalt, Heinrich 196. Gumbert, Markgraf 185. Gutschneider, Familie 187. H. Hberlein, Hans, Magistratsrat 104, 126. Habsburg, Haus 182, 184. Hagen, Dr., Stadtpfarrer 126. Haggenmiller, Professor 112, 174. Haidenreich, Georg 232. Halberstadt 185. Haller, Familie 106, 112, 113, 119, 120, 124, 132, 136, 138, 142, 143, 150, 152, 156, 159, 160, 162, 174, 178, 185, 188, 189, 200, 203, 206, 235, 236, 237, 238, 239. -- Anton 149. -- Elisabeth 132. -- Hans 68, 220. -- Rupprecht 68, 71, 167, 220, 230. -- Ulrich 132, 236. Halleraltar (Erhardaltar) 106, 113, 124, 132, 138, 200, 206, 235, 236, 238, 239. Hallersches Fenster 113, 185, 237. Handschriften 211. Hans von Kulmbach (Hans Sue) 113, 114, 117, 163, 171, 172, 174, 178, 184, 210, 239 240. Harsch, Georg 232. Harsdrffer (Harsdorf) Familie, 112, 171, 185, 187, 188. Has, Kunz 196. -- Margareta 228, 237. Haslacher, Jakob 236. Hauberrisser, Georg von, Professor 7, 80, 86, 87, 88, 89, 91, 103, 104, 105, 190, 231, 242. Hauptaltar 134, 162, 199, 206, 208, 237, 241, 242. Hauptversammlung der deutschen Architekten 90. Heerdegen, R., Handelsrichter 104, 126. Hegel, Hans 232. Heideloff, Karl Alexander 84, 105, 116, 121, 124, 134, 182, 191, 242. Heil, Schreiner 134. Heiland (Darstellung) 48, 99, 137, 138, 144, 148, 151, 154, 157, 159, 160, 162, 174, 188, 217, 237, 239. Heilige (Darstellung) 177, 180, 237. Heiliggeistkirche 164. Heiliggrabkapelle 28. Heilsbronn 214. Heimsuchung (Darstellung) 120, 160, 203, 238. Heinrich, Bischof von Bamberg 13, 14, 182, 213, 226. -- Trient 214. Heinrich II., Kaiser 11, 28, 111, 119, 132, 137, 139, 154, 159, 182, 184, 234, 235. Heinrich III., Kaiser 11. Heinrich IV., Kaiser 226. Heinrich von Gmnd 63, 65, 229. Held, Familie 178. Helena, hl. 112, 139, 152, 202, 203, 234, 235, 238, 240. Heller, Karl, Kirchenrat 104. Helzner, Cuntz 231. Herakles (Darstellung) 166. Herdegen, Mathes 231. Herodes 185. Hess, Nagler 224. Hessen 58. Heugel, Albert 149. Heydeck, Erhard von 235. -- Otto von 235. Heydenreich, Ulrich 74. Hieronymnus, hl. 171. Hilling von Elnbogen, Achatius 206, 241. Himmelfahrt Christi (Darstellung) 186. Himmelfahrt Mariae (Darstellung) 174. Hilpert, Justizrat 86, 126. Hirsauer Bauschule 33. Hirschvogel, Veit 178, 182, 184, 185, 240. Hoffart (Darstellung) 182. Hoffmann, Dr. 6, 14, 68. Hohenzollern, Haus 185. Holzschuher, Familie 149, 150, 154, 169, 170, 174, 178, 188, 199, 235, 237, 238, 241, 242. -- Friedrich 39, 216, 227, 234. -- Herdegen 39, 216, 227. -- Karl 231. -- Lazarus, 68 167, 230. -- Leopold 216. Hornlein, Ditel 235. Hostienbchse, 198 241. Hubner (Hbner), Ulrich 72, 223. Hupfauf, Erhard 70. Hussiten 239. I (J). Jacobus, Bischof von Castelazio 217. -- -- -- Castro 217. -- -- -- Metz 217. -- -- -- Nepi 217. -- -- -- Trivento 215. -- -- -- Valanea 217. Jacopo de Barbari 172. Jakobsaltar 132, 228, 235, 236, 237. Jakobskirche, 160. Jakobus d. . 117, 118, 132, 157, 160, 166, 178, 184, 235. Jakobus d. J. 166, 178. Jerusalem 115, 176. Jesus, siehe Heiland. Jesus im Tempel 187. Imeria (Erzbischof Thomas) 216. Imhoff, Familie 118, 152, 159, 168, 169, 170, 171, 180, 187, 212, 231, 238, 240, 241. -- Hans 170. -- Klara 171. -- Konrad 171. -- Peter,167. -- Wilibalt 170. Imhoffsches Fenster 180, 187, 240, 241. Ingolstadt 74. Initialen 212. Innozenz VI., Papst 219. Intardus, Bischof von Tortiboli 218. Inzilerius, Bischof von Budua 214, 215. Jodok von Mhren, Markgraf 63, 65. Jodokus, hl. 132. Johann, Markgraf 185. Johann Albrecht, Markgraf 185. Johanna die Wahnsinnige 184. Johannes, Evangelist 118, 132, 134, 137, 138, 141, 142, 143, 148, 149, 158, 166, 168, 174, 177, 178, 179, 187, 212, 215, 237, 238. -- Agitonensis, Bischof 218. -- Bischof von Anagni 217. -- -- -- Bagnorea 218. -- -- -- Carmium 218. -- -- -- Roeskilde 216. -- -- -- Veglia 218. -- Carvensis, Bischof 218. -- Bregivensis, Bischof 217. -- Tarmopolensis, Bischof 218. Johannes d. Tufer 111, 118, 153, 158, 164, 170, 171, 185, 206, 217, 234, 238. Johannesaltar 132, 138, 234, 235, 237, 240. Johannes von Gmnd 229. Joseph, hl. 117, 163, 186. Irland 218. Irmisch 126. Isabella von Portugal 184. Italien 126. Judas Thaddus 166. Jungfrauen, die klugen und trichten (Darstellung) 47, 98, 99, 139, 143, 234. Jungfrauenadler 139. Jngstes Gericht (Darstellung) 148, 149, 151, 170, 172, 239. Juvenel, Nikolaus 172, 240. K. Kaiserchor 114, 120, 174, 241. Kaiserkapelle 26. Kamin 95. Kammermeister, Familie 146. Kammerstein, Siegfried von 39, 216. Kandelgieer, Hartmann 130, 237. Kannen 197, 198, 199, 241, 242. Kanzel 19, 75, 84, 105, 116, 129, 132, 138, 206, 208, 241, 242. Kanzelbekleidung 206, 208, 241. Karl IV., Kaiser 48, 63, 65. Karl V., Kaiser 184. Karl VI., Kaiser 241. Krnten 184. Karter, Hans 71. Kaschendorfer Stephan, 71. Kasimir, Markgraf 185. Kassuben 185. Kastilien 184. Katharina, hl. 112, 137, 138, 139, 141, 151, 154, 171, 185, 202, 203, 204, 206, 208, 215, 238. Katharinenaltar (Lffelholzaltar) 105, 113, 131, 137, 199, 206, 215, 218, 234, 235, 236, 237, 238, 242. Katharinenchor 131, 236. Katharinenkloster 202, 225. Katzheimer, Wolfgang 178, 182, 239. Kauffmann, Familie 212. Kauper, Magistratsrat 86. Kelheim 90. Kemnater, Ulrich 228. Kern, Joachim 198, 241. -- Katharina 198, 241. Kerny in Irland (Bischof Johannes) 218. Ketzel, Familie 238. -- Heinrich 141. Kindermord, Bethlehemitischer (Darstellung) 185. Kindertchleinbcher 211. Kirchenbcher 211. Kirchengerte 64, 242. Kirchenvter 81. Kirchweih, siehe Einweihung. Klarakloster 15, 202, 235. Klingelbeutel 198, 241. Klpfel, Schmied 224. Kluniazenser 33. Knebel, Familie 153. Koburg 131, 235. Koburger, Hermann 236. Kchel, Thomas 235. Koler, Familie 138, 182, 187. -- Elisabeth 132, 237. Kolin 63, 66. Kln 33, 58, 66. Konrad von Wrzburg 143. Konstantin, Kaiser 203. Kppel, Georg 221. Kornhaus 156. Ktzler, Konrad 236. Kraft, Adam 111, 140, 146, 147, 148, 156, 164, 206, 239. Krakau 162. Kramer Bernhard, 132, 237. -- Jakob 132, 235. -- Otto 131, 235, 236. Kramerkapelle 240. Krankenkelch 198. Krau, Nikodemus 232. Krauter, Albert (Albrecht) 49, 219, 220, 236. Kreisarchiv Nrnberg 164, 196, 211, 223, 229, 230, 233, 234 ff. Kreling, A. 105, 138, 242. Kre, Familie 112, 113, 137, 141, 150, 153, 178, 180, 187, 188, 208, 241. -- Konrad 217. -- Georg von, Dr., Justizrat 7, 104, 126. Kreuzabnahme (Darstellung) 186. Kreuzauffindung (Darstellung) 152, 203, 238, 240. Kreuzfelder, Johann 114, 172, 240, 242. Kreuzigung (Darstellung, siehe auch Crucifixus) 84, 116, 134, 174, 180, 234, 239, 240, 241. Kreuztragung (Darstellung) 111, 114, 115, 146, 156, 171, 174, 176, 180, 206, 239. Kroatien 184. Krnung Mari (Darstellung) 106, 150, 169, 186, 240. Kugler, Heinrich 68, 70, 71, 74, 221, 230. Kulmbach 87. Kundorfer, Ulrich 235. Ku(n?)dorferin, Kunigunda 236. Kunigunda, hl. 111, 119, 132, 137, 139, 154, 159, 182, 234, 235. Kunigundenaltar 132, 235, 237. Kunstgewerbeschule 138. Kttelmann, Orgelmacher 224. Kuttenberg 63, 66. L. Lahr i. B. 88. Lamprecht, Frstbischof von Bamberg 134. Lampsacus (Bischof Franciscus) 218. Landalmosenamt 78, 225. Landauer, Familie 146, 147, 148. -- Matthus 147. Landesausstellung, Zweite bayrische 95. Landshut 61, 196. Landulphus, Bischof von Brixen 215. Langheim, Hans von 70. Langres 36, 38. Laon 32, 38. Lapidarium, siehe Bausammlung. Larino (Bischof Petronus) 215. Laufer Schlagturm 39, 48. Lauffenholz, Familie 141. Lavaur (Bischof Thomas) 217. Lazarus, Bischof von Butrinto (Vucindro) 218. Lebus (Bischof Stephanus) 216. Ledergasse 235. Leibold, A. 86, 126. Leipzig 138. Leistner, Georg 81, 87, 90, 95, 98. Leo, Bischof von Regensburg 214. Leon 184. Leonhard, hl. 185, 219. Leonhard, St. (Siechkobel) 225. Leopold, Bischof von Bamberg 215, 217, 218, 219, 227, 228. Lesser, Alexander 162. Leuchterengel 199. Leyser, Georg Sigmund 191, 241. Liber horarum 212, 239. -- missalis 212. Liebel, Kommerzienrat 104. Liebfrauenkirche 48, 59, 60, 61, 65, 86, 87, 138, 139, 196, 242. Lilgenwei, Anna 71. -- Christoph 71, 223. Link, Familie 146. Lisenen 24, 72. Lochner 147. Lffelholz, Familie 105, 111, 112, 113, 131, 137, 169, 178, 188, 199, 206, 238, 241, 242. Lffelholzaltar, siehe Katharinenaltar. Lffelholzchor, siehe Westchor. Lffelholzkapelle 78. Lhneisen, Adelheid 131, 235. Lorenz, hl. 172, 212, 217. Lorenzkirche, St. 15, 28, 39, 44, 47, 57, 61, 66, 68, 104, 119, 131, 135, 139, 168, 169, 171, 177, 178, 196, 223, 241. Losungsstube 222, 224, 225. Lotholz, Stadtpfarrer 88, 104. Ludwig, Bischof von Bamberg 220, 228. Ludwig der Bayer, Kaiser 48, 228. Ludwig I., Knig von Bayern 75. Ludwig, Prinz von Bayern 95. Luitpold, Prinzregent von Bayern 80, 95. Luther, Martin 81, 96, 98, 185, 212, 242. M. Magdeburg 185. Magistratschor 52, 95, 96. Mailand 63, 65, 184. Main 33. Mainz 12, 29, 32, 33, 134, 216, 227, 241. Malschule 168. Mannus, Bischof von Amelia 218. Manuskripte, siehe Handschriften. Marcellinus, Bischof von Tortiboli 215. Margaretenkapelle 26. Maria, hl. 48, 90, 99, 112, 113, 117, 119, 120, 132, 134, 138, 141, 142, 143, 144, 148, 149, 154, 159, 160, 161, 162, 163, 168, 171, 174, 178, 180, 185, 187, 202, 208, 210, 212, 215, 217, 234, 237, 238, 239, 240, 241. Marienaltar 49, 132, 220, 228, 234, 235, 236, 237. Marienleben (Darstellungen) 142, 180, 202, 203, 238. Maria Magdalena 198. -- Magdalenenkirche 15. -- von Burgund 184. Markgrafenfenster 159, 162, 178, 184, 240, 242. Markt 48. Marquardus, scultetus 214. Marstall, Familie 146. Marthaspital 225. Martinus, hl. 132, 176. Matenckhofer, Schlossermeister 221. Matrone (Statue) 120, 177. Matthias von Arras 63. Mauern (Mauerwerk) 20, 22, 31, 36, 42, 56, 57, 79, 89, 95, 108, 109, 177, 226. Maurer, Familie 141, 238. -- Christoph, 187 240. -- Seyfried (Seitz) 218, 236. Mayentaler (Meyrntaler), Konrad 235, 236. Maxentius, Kaiser 203. Maximilian I., Kaiser 182, 184. Maximilianfenster 178, 182, 184, 240. Mayer, A., Konservator 105, 113, 114, 115, 122, 136, 138, 172, 174, 176. Meintaler, Konrad 132. Meisterlin 228. Mela, Pomponius 167. Melanchthon 81 96, 98, 185. Mendel, Familie 156 162, 180, 237. -- Elisabeth 141. Mendelsches Fenster 180 237. Mendelsche Zwlfbrderstiftung 225. Merian 114, 135, 241. Mesnerwohnung 100. Megewnder 242. Messingleuchter 199, 200. Mekelche 197, 240. Metz (Bischof Jacobus) 217. Meyrntaler, siehe Mayentaler. Michael, Erzengel (Darstellung) 151. Michael von Freiburg 229. Michahelles, Friedrich, Kirchenrat 85, 86, 90, 104, 105, 112, 124, 126, 157. Milchmarkt 230. Miniaturmalerei 211, 212. Modellsammlung, siehe Bausammlung. Montemarano (Bischof Petrus) 217. Moritzkapelle 140, 162, 210, 233. Muffel, Familie 120, 135, 144, 153, 160, 161, 176, 188, 192, 193, 200, 206, 237. -- Jakob 160, 162. -- Nikolaus 131, 238. -- Otte 216. -- Paul 131. Muffelaltar (Stephansaltar) 49, 114, 115, 118, 119, 131, 135, 189, 190, 200, 206, 208, 211, 213, 234, 236, 237, 238, 239, 240, 241. Mller, v., Kultusminister 88, 90, 94, 95. Mllner, Johannes, Ratschreiber 223. Mnchen 61, 80, 86, 108, 113, 117, 126, 163, 170, 176, 178, 210. Mntzer, Familie 170. Mnzmeister, Familie 169. N. Nachgrabungen 16, 17, 20, 99, 100, 139. Nazareth (Bischof Nikolaus) 217. Neapel 184. Nepi (Bischof Jacobus) 217. Neudrfer 147, 170. Neudung, Familie 170. Neumarkt i. O. 134. Neumarkter, Familie 153. Nikolaus, Bischof von Capri 215. -- -- -- Orti 218. -- -- -- Turibia 215. -- Zivivascensis, Bischof 216. -- Bischof von Nazareth 217. Nikolaus, hl. 171, 217. Nikolaus IV., Papst 215. Nikolausaltar, siehe Tucheraltar. Nimrod (Darstellung) 166. Nrdlingen 61, 68, 74, 230. Nrnberg, Architektonisches Gesamtbild 15, 57. -- Bauschule 28, 32, 63, 64, 74. -- Bildhauerschule 139, 140. -- Entwicklung 11, 39, 48, 49, 105. -- Ratsherren 162. -- Teppichindustrie 202. -- Wappen 122, 168, 192, 212. -- Urkunden 13, 213 ff. -- Zoll und Mnze 226. Ntzel, Familie 132, 178, 179, 187, 240. -- Gabriel 195, 220. -- Peter 237. O. Oberfranken 81. Oberkirchen bei Bckeburg 90. Ochs, Lienhart 221. Oertel, Familie 146, 152, 170. Offenstetten 90. lberg (Darstellung) 115, 138, 146, 150, 151, 152, 162, 176, 238, 247. lhafen, Familie 170, 174, 178, 187, 239. Opferstock 191. Oppido (Bischof Stephanus) 215. Orelli 97. Orgeln 76, 97, 105, 113, 116, 122, 124, 177, 191, 192, 193, 238, 240, 241, 242. Orti (Bischof Nikolaus) 228. Ortlieb, Familie 177. sterreich 184. Ostfranken 36. Ott, Tnchermeister 233. Otto, hl. 132, 137. Otto von Forchheim 236. Overdik, Konrad Nikolaus 192, 241. P. Pankratius, hl. 132. Pankratiuskapelle 52, 231, 239. Papststatue 119, 159, 239. Paradies (Darstellung) 114. Paramente 64, 196, 200, 206 ff. Paramentenschrank 190. Paris 126. Parler (siehe auch Balier), Heinrich d. . 58, 60, 63, 65, 66, 229. -- Heinrich d. J. 63, 64, 65, 66, 68, 70, 71, 90. -- Peter 63, 64, 65, 66, 229. Passau 214. Psse 57. Passionsdarstellungen 139, 146, 162, 174, 180, 237, 239. Patina 87. Paulus (Apostel) 13, 114, 119, 139, 159, 166, 174, 182, 217, 237. Paulus, Bischof von Foligno 217. Paumgartner (Baumgartner), Familie 142, 153, 178, 187. Pegnitz (Flu) 12, 15, 28, 39. Pellerhaus 178. Perri (Bischof Vincencius) 217. Peter, Schmiedemeister 221. Peterschor, siehe Westchor. Peterskapelle 12, 14, 29, 131, 226. Petronus, Bischof von Larino 215. Petrus (Apostel) 11, 12, 13, 14, 23, 29, 30, 114, 118, 119, 135, 139, 151, 159, 160, 166, 172, 174, 178, 182, 208, 217, 219, 227, 237. Petrusaltar 114, 115, 120, 124, 129, 131, 135, 136, 162, 168, 176, 190, 200, 208, 216, 234, 235-240. Petrus, Bischof von Cagli 217. -- -- -- Cagliari 217. -- -- -- Basel 216. -- -- -- Montemarano 217. -- -- -- Tarazona 215. -- Erzbischof von Arborea 215. -- -- -- Mainz 216. Petzensteiner, Heinrich 212. Pfeil, Johann 212. Pfinzing, Familie 132, 141, 146, 150, 170, 180, 182, 185, 188, 203, 239. -- Berthold 131, 141, 235, 237, 238. -- Elisabeth 141. -- Melchior 161, 240. -- Otto 141. -- Sebald 141. -- Siegfried 185. Pfinzingchor 116, 174. Pfinzingempore 180. Pfingzingsche Fenster 178, 185, 240. Pfleiderer 112, 115, 176. Pfrnden 130, 131, 132, 134. Pftzinger, Dietrich 235. Philipp, hl. 152, 166. Philipp, Bischof von Bamberg 182. Philipp der Schne 184. Philippus Lavadensis, Bischof 218. Pildschnitzer, Ulrich 70. Pileus, Kardinal 49, 50, 220, 228. Pilgersttte (Darstellung) 115. Pinakothek in Mnchen 117, 163, 170. Pinz, Hans 70. Pinzberger, P. 235. Pirkheimer, Familie 170, 187. Plandispositionen 29, 30, 31, 32, 38, 104. Planck, Wilbolt 221. Plauen, v., Familie 141. Pola (Bischof Sergius) 217. Polen 185. Pmer, Familie 111, 132, 150, 152, 154, 169, 188, 232, 234, 237, 242. -- Agnes 163. -- Elspet 152. -- Friedrich 152, 187. -- Heinrich 132, 151, 187, 235. -- Jorg 152. -- Konrad 187. -- Steffan 152. Pmerkapelle 52, 75. Pommern 185. Poppenreuth 12, 14. Porkirche 75. Prag 63, 64, 65, 66, 229. Prmonstratenser 33. Praun, Konrad 236. Prechtel, Leonhard 130, 240. Preiler, Daniel 122, 191. Pretheim, Konrad 235, 236. Propheten 81, 90, 144, 148, 166, 182, 188. Psalterium Davidis 212. -- Romanorum 212. Pulman, Hans 221. Q. Quetrerin 235. R. Ragusa (Erzbischof Bonaventura) 215. Raphael, Bischof von Arkadi 218. Rathaus 219, 228, 231, 235. Ravello (Bischof Franciscus) 217. Raymundus, Bischof von Catania 217. -- Bischof von Rieti 217. Rednitz 33. Regensburg 11, 26, 28, 29, 32, 214, 227. Reichsarchiv Mnchen 213, 227, 228, 234. Reichskleinodien 164. Reinbotus, Bischof von Eichsttt 214. Reliquien 14, 29, 30, 129, 134, 136, 163, 164. Reliquienschrein (Sebaldusgrab) 164, 166. Rettung aus dem Fegefeuer (Darstellung) 141. Reutlingen 66, 229. Ricardus, Bischof von Asthyra 218. Rieppel, Direktor 89. Rieter, Familie 153, 171, 237. Rieti (Bischof von Raymundus) 217. Riga 185. Robertus, Bischof von Connor 216. Rochus, hl. 212. Rochuskapelle 170. Rdl, Heinrich 232. Roeskilde (Bischof Johannes) 216. Rohleder, Familie 187. Rohrmann, Therese und Georg Peter 199, 242. Rom 12, 215, 217, 218, 229, 231. Romanus, Bischof von Croja 215. Rsch, Antiquittenhndler 200. Rosner, Andreas und Hans 167. Rotensteiner, Merkel 235. Rotermundt, Lorenz 134, 138, 242. Rothenburg o. T. 191, 241. Rothenhahn, Familie 146, 147. Rothflasch, Familie 171. Rubens 170, 241. Ruedorfer, Franz 108. Ruf, Nagler 224. Rgen 185. Rummel, Familie 150, 152, 169, 203, 238. Rupprecht, David 232. -- Ingenieur 86, 104. Ruprecht 106. S. Sachs, Familie 137, 146. Sagona (Bischof Guillermus) 216. Sakramentshuschen 118, 119, 120, 140, 148, 159, 160, 162, 239, 240. Saltania (Erzbischof Guillermus) 216. Salvator (Darstellung) 118. Samson (Darstellung) 166. -- bezwingt den Lwen (Darstellung) 202. -- wird von Delila berlistet (Darstellung) 202. Sanduhr 199, 242. Sngerbhne 94, 95, 124, 192. Sngerpulte 189. Saur, Johann 212. Schatz, Konrad 131, 132, 236. Schautre 52, 76, 92, 162, 172, 228, 231, 239. Schedel, Familie 149, 239. -- Anne, Hermann, Hartmann und Magdalena 149. Scheffer, Cunz 231. Scheurl, Familie 113, 178, 182, 188. Schiller, Julius, Stadtpfarrer 104, 124. Schlagglocke, siehe Stundenglocke. Schlagturm 78. Schlsselfelder, Familie 147, 152, 178. Schmidgasse 235. Schmittmaier 152. Schmitz, Joseph, Professor 80, 104, 105, 124, 126, 208, 226, 242. Schnd, Familie 144. Schon, Friedrich, Professor 169. Schner Brunnen 65, 139, 229. Schongauer, Martin 171. Schopper, Albrecht 130, 235. -- Friedrich 236. -- Gotfried 152. Schrnke 210. Schreier, Familie 146, 147, 148, 153, 156, 180, 188, 230, 239. -- Sebald 68, 71, 72, 121, 147, 148, 167, 195, 211, 220. Schreiersches Grabmal 94, 146, 156, 239. Schrodt 197. Schwabach 74. Schwaben 11, 58, 61, 66, 74. Schwbisch-Gmnd 58, 66. Schwammbach, Almosenamtszimmermeister 223, 224. Schwanhuser, Kommerzienrat 104, 126. Schwarzpeckh, Friedrich 232. Schweigger, Georg 134, 135, 138, 241. Schwab, Michel 232. Schule bei St. Sebald 235. Schuler, Melchior 232. Schultre 76, 162, 241. Schrer, Zacharias 212. Schrstab, Familie 120, 160, 186, 187, 203, 236, 237, 238, 239. -- Sifrid 218. Schrstabfenster 186, 237, 239. Sebald, hl. 11, 13, 14, 29, 30, 48, 90, 99, 119, 120, 121, 122, 129, 134, 144, 148, 154, 156, 157, 160, 163, 164, 166, 167, 178, 185, 188, 192, 198, 202, 208, 212, 219, 237, 238. Sebald, St., Pfarrei, Kirchenverwaltung 39, 48, 49, 80, 81, 85, 86, 87, 88, 103, 104, 124, 126, 140, 156, 163, 186, 211, 219, 220, 228, 236, 242. Sebaldsfriedhof, St., siehe Friedhof von St. Sebald. Sebaldusaltar 129, 130, 164, 228, 235, 236, 237, 238, 240. Sebaldusgrab 99, 122, 134, 163 ff., 238, 239, 240, 241. Sebastian, hl. 129, 185, 212. Seckendorf, Familie 138. Semler, Familie 142, 237, 238. -- Burckhart 142. -- Heinrich 228, 236. Sepulkren 124, 129. Sergius, Bischof von Pola 217. Seyfart, Wolf 232. Siechkbel 225. Sigmund 229, 231. Simon, hl. 152, 166. Simson, siehe Samson. Sippe, hl. 138. Sirmium (Bischof Albertinus) 218. Sizebolu (Bischof Bertoldus) 218. Sizilien 184. Soliwri (Bischof Augustinus) 218. Sonnenuhren 232. Sophie von Polen 185. Spanien 182, 217. Speidel, Ulrich 71. Speyer 33. Sprachrohr 96. Sprngli, Jakob 187, 240. Stadtalmosenamt 223, 224, 225, 232. Stadtarchiv 50, 104, 130, 195, 211, 220, 225, 228, 230, 231, 233, 234. Stadtgraben 39, 48, 96, 102, 156. Starckius, Johannes und Georgius 141. Stark, Familie 118, 147, 159. -- Hans 168, 170, 176, 238, 239, 240, 241. -- Ulrich 169, 170, 176. Stauber, Hans 193. Steger, Zimmermeister 88. Stegmann 7. Steier 184. Steigerwald 33. Stein, Hermann von 234. Steinbach 237. Steinlinger, Familie 239. -- Barbara 115, 176. -- Karl 176. Steinmetzzeichen 31, 34, 63, 66, 90, 149, 190. Stephansaltar, siehe Muffelaltar. Stephanus, Bischof von Lebus 216. -- -- -- Oppido 215. Stern, Heinrich und Johann 212. Stettin 185. Stettner, Bauinspektor 223. Stich 211. Stockamer, Familie 178. Sto, Veit 84, 105, 116, 118, 119, 120, 134, 150, 157, 158, 159, 162, 210, 239, 240, 241. Straburg 44, 47, 143. Strebel 113, 124. Stromer, Familie 137, 143, 154, 174, 182, 186, 187, 188, 203, 204, 234, 237. -- Ambrosius 131, 240. -- Jakob 232. -- Ulmann 229. -- Wolf 232. Stromersches Fenster 182, 237. Stundenglocke (Schlag- oder Uhrglocke) 195, 229, 237, 239. Sturmglocke 195. Sue, Hans, siehe Hans von Kulmbach. Sndenfall (Darstellung) 200. Szzel, Konrad 236. T. Tarazona (Bischof Petrus) 215. Tauber, Magistratsrat 104. Taufbecken 199, 241. Taufbcher 211. Taufe Christi (Darstellung) 170. Taufkessel 156, 157, 237. Taufstein, 156, 157. Termoli (Bischof Johannes) 218. Tesaurus (Schatz), Konrad 132, 235. Teufel, Berthold 220. -- Hans 132, 236, 238. -- Konrad 220. Tetzel, Familie 120, 142, 160, 169. -- Joachim 76. Thter, Fabrikbesitzer 104, 126. Theobald, hl. 134. Theobaldus, Bischof von Canosa 215. Theseus 166. Thomas (Apostel) 137, 150, 166. -- Bischof von Imeria 216. Thomas-Christusstatue 96, 111, 112, 119, 120, 237, 239. Thomas Laueriensis, Bischof 217. Thracien 217, 218. Tirol 184. Tod Mari (Darstellung) 106, 112, 174, 186. Topler, Familie 136, 144. -- Nikolaus 239. Tortiboli (Bischof Marcellinus) 215. -- (Bischof Intardus) 218. Toscanella (Bischof Angelus) 217. Totenbcher 211. Totenschilder 105, 112, 114, 188. Traxdorf, Heinrich 122, 191, 238, 240, 241. Trient 214. Trivento (Bischof Jacobus) 215. Tucher, Familie 113, 118, 134, 135, 153, 157, 158, 169, 171, 172, 178, 180, 182, 188, 189, 197, 202, 203, 204, 206, 210, 229, 230, 231, 237, 238, 239, 240. -- Anton 167, 239. -- Berthold 235, 239. -- Christoph, Freiherr v. 200. -- Endres 228. -- Hans 68, 71, 121, 168, 195, 230, 239. -- Heinrich, Freiherr v. 206. -- Langhans 239. -- Lorenz 171, 172. -- Martin 171, 240. Tucheraltar (Nikolausaltar) 113, 114, 115, 122, 124, 130, 134, 135, 162, 176, 191, 200, 206, 237, 241. Tucherfenster 118, 180, 237, 240. Tuchersches Familienfenster 157, 158. Tugendbrunnen 240. Turibia (Bischof Nicolaus) 215. Trklopfer 152, 153. Trmerstube siehe Wchterstube. Tuttenstetten, Heinrich v. 131, 234, 236. U. Uhrglocke, siehe Stundenglocke. Ulrich, Flaschnermeister 222, 223. Ulm 61, 70. Unger, Jorg 231. Unterholzer, Familie 178. Urban VI., Papst 220. Urbino (Bischof Egidius) 215. Urkunden 213 ff. Ursula, hl. 185. Usmer 119, 159. V. Vach 147. Valanea (Bischof Jacobus) 217. Valencia 185. Valzner, Familie 138. Veglia (Bischof Johannes) 218. Veit, Bischof von Bamberg 182. Venutus, Bischof von Catanzaro 216. Verein fr die Restaurierung der Sebalduskirche 104, 126. -- fr Geschichte der Stadt Nrnberg 5, 7, 16, 89, 90, 99, 100, 143, 196, 223, 226, 231, 233. Vergnglichkeit (Darstellung) 170. Verkndigung (Darstellung) 102, 118, 120, 138, 143, 144, 158, 160, 168, 169, 170, 186, 203, 211, 238, 239. Verlorene Sohn (Darstellung) 202, 203, 204, 238. Veronikatuch (Darstellung) 106, 114, 174. Vertreibung aus dem Paradies (Darstellung) 202. Vesperbilder 120. Vesperlein 241. Vestenberg, Heinrich von 194. Vetter, Familie 174. Viertelstundenglocke 196, 230, 232, 239. Vincencius, Bischof von Perri 217. Vischer, Hermann 168. -- Peter d. . 163, 164, 166, 167, 168, 239, 240. -- Peter d. J. 168. Viterbo (Bischof Angelus) 217. Volckamer, Familie 120, 156, 159, 160, 162, 169, 171, 177, 178, 186, 187, 188, 199, 223, 238, 241. -- Hans 68, 71. -- Klara 171. -- Paul 132, 162, 167, 212, 241. Volckamersches Fenster 177, 178, 186, 187. Vollhardt, Justizrat 104, 126. Vorchheimer, Fr. 235. Vorchtel, Familie 144, 228, 238. -- Heinrich 130, 236. Vucindro (Bischuf Lazarus) 218. W. Wchterstube (Trmerstube) 66, 70, 72, 74, 76, 210, 229. Walchtor 96. Waldmter 223, 224. Waldebrunus, Bischof von Avellino 215. Waldmannin, Sabina 206. Wallfahrtsort (Darstellung) 176. Walther von der Vogelweide 143. Wandbrunnen 83. Wanderer, Friedrich, Professor 113, 178. Wandmalereien 24, 83, 84, 105, 106, 108, 112, 114, 115, 124, 168, 169, 174 ff., 192, 210, 238, 239, 241. Wandschrnkchen 189, 190, 191. Wandtabernakel 140, 160, 162, 237, 240. Wandteppiche 84, 196, 200 ff., 202, 203 ff., 238, 239. Weber, Otto 110. Weigel, Seitz 236. Weinmarkt 238. Weienburger, Johann 193. Weie Turm 39, 48. Weizenbierbrauhaus 78, 233. Welser, Familie 187. -- Paul Karl 223. Wendelstein 83, 87, 88, 94, 99, 111, 113. Wenden 185. Wenzel, Knig 156. Westfalen 57. Wetzrillen 146. Weylerius, Ulricus 219. Wickel, Nikolaus 134. Wien 167. Wigel, Heinrich 216. Wilhelm II., Deutscher Kaiser 80. Wilhelm, Markgraf 185. Wimpfen, Joh. Friedr. v. 171. Winkler, Benedikt 138. Wirsching, Georg 134, 241. Wittenberg 212. Whrd 174. Wolf, Konrad und Mechtild 236. Wolgemut (Michel) 135, 147, 171. Worms 12, 29, 143, 227. Wulfing, Bischof von Bamberg 216. Wunderer, Pfarrer 126. Wrttemberg 229. Wrzburg 26, 33, 185. Wuzelbauer, Johann 240. Wyssen, Johannes 194. Z. Zacharias, hl. 117, 163. Zadow, F. 126, 157. Zehenter, Hans 232. Zeigerlein 241. Zenner, Chunradus 219. Zettler, Hofglasmaler 113, 126, 178. Zeughaus 156. Zimmermann 200. Zisterzienserorden 33, 34, 36, 38, 227. Zollner, Familie 149, 152, 169. Zngel, Familie 137. Zwlfbotenaltar 132, 228, 235, 236, 238, 240. * * * * * Anmerkungen zur Transkription Der Schmutztitel wurde entfernt. Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originaltextes wurden bernommen und offensichtliche Druckfehler korrigiert. Gesperrter Text wurde mit Gleichheitszeichen (=Text=), kursiver Text mit Unterstrich (_text_) und fett gedruckter Text mit Dollarzeichen ($text$) markiert. Punkte ber Buchstaben wurden dargestellt als [.Buchstabe] und Striche ber und unterhalb von Buchstaben als [=Buchstabe] und [Buchstabe=]. Das Pfennigzeichen wurde als [Pfennig], das Schillingzeichen als [Schilling] und das Zeichen gestorben als [gestorben] dargestellt. Kleinbuchstaben ber Buchstaben wurden als Buchstabe^Buchstabe dargestellt. 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