Produced by Jana Srna and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net [ Anmerkungen zur Transkription: Der Text stammt aus: Vorkritische Schriften. BandII. Hg. v. Artur Buchenau. Berlin: Bruno Cassirer 1912 (=Immanuel Kants WerkeII). S.329-390 u. 481-484 (Lesarten). Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden bernommen; lediglich offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Eine Liste der vorgenommenen nderungen findet sich am Ende des Textes. Im Original kursiv gedruckter Text wurde mit _ markiert. Im Original gesperrt gedruckter Text wurde mit = markiert. ] Trume eines Geistersehers, erlutert durch Trume der Metaphysik. velut aegri somnia, vanae Finguntur species. HORAT. =Knigsberg= bei Johann Jacob Kanter 1766 Ein Vorbericht, der sehr wenig vor die Ausfhrung verspricht. Das Schattenreich ist das Paradies der Phantasten. Hier finden sie ein unbegrenztes Land, wo sie sich nach Belieben anbauen knnen. Hypochondrische Dnste, Ammenmrchen und Klosterwunder lassen es ihnen an Bauzeug nicht ermangeln. Die Philosophen zeichnen den Grundri und ndern ihn wiederum oder verwerfen ihn, wie ihre Gewohnheit ist. Nur das heilige Rom hat daselbst eintrgliche Provinzen; die zwei Kronen des unsichtbaren Reichs sttzen die dritte, als das hinfllige Diadem seiner irdischen Hoheit, und die Schlssel, welche die beide Pforten der andern Welt auftun, ffnen zugleich sympathetisch die Kasten der gegenwrtigen. Dergleichen Rechtsame des Geisterreichs, insofern es durch die Grnde der Staatsklugheit bewiesen ist, erheben sich weit ber alle ohnmchtige Einwrfe der Schulweisen, und ihr Gebrauch oder Mibrauch ist schon zu ehrwrdig, als da er sich einer so verworfenen Prfung auszusetzen ntig htte. Allein die gemeine Erzhlungen, die so viel Glauben finden und wenigstens so schlecht bestritten sind, weswegen laufen die so ungentzt oder ungeahndet umher und schleichen sich selbst in die Lehrverfassungen ein, ob sie gleich den Beweis vom Vorteil hergenommen (_argumentum ab utili_) nicht vor sich haben, welcher der berzeugendste unter allen ist? Welcher Philosoph hat nicht einmal zwischen den Beteurungen eines vernnftigen und fest berredeten Augenzeugen und der inneren Gegenwehr eines unberwindlichen Zweifels die einfltigste Figur gemacht, die man sich vorstellen kann? Soll er die Richtigkeit aller solcher Geistererscheinungen gnzlich ableugnen? Was kann er vor Grnde anfhren, sie zu widerlegen? Soll er auch nur eine einzige dieser Erzhlungen als wahrscheinlich einrumen? Wie wichtig wre ein solches Gestndnis, und in welche erstaunliche Folgen sieht man hinaus, wenn auch nur =eine= solche Begebenheit als bewiesen vorausgesetzet werden knnte! Es ist wohl noch ein dritter Fall brig, nmlich sich mit dergleichen vorwitzigen oder =migen= Fragen gar nicht zu bemengen und sich an das =Ntzliche= zu halten. Weil dieser Anschlag aber vernnftig ist, so ist er jederzeit von grndlichen Gelehrten durch die Mehrheit der Stimmen verworfen worden. Da es ebensowohl ein dummes Vorurteil ist, von vielem, das mit einigem Schein der Wahrheit erzhlt wird, ohne Grund =nichts= zu glauben, als von dem, was das gemeine Gerchte sagt, ohne Prfung =alles= zu glauben, so lie sich der Verfasser dieser Schrift, um dem ersten Vorurteile auszuweichen, zum Teil von dem letzteren fortschleppen. Er bekennet mit einer gewissen Demtigung, da er so treuherzig war, der Wahrheit einiger Erzhlungen von der erwhnten Art nachzuspren. Er fand -- -- -- wie gemeiniglich, wo man nichts zu suchen hat -- -- -- er fand nichts. Nun ist dieses wohl an sich selbst schon eine hinlngliche Ursache, ein Buch zu schreiben; allein es kam noch dasjenige hinzu, was bescheidenen Verfassern schon mehrmalen Bcher abgedrungen hat, das ungestme Anhalten bekannter und unbekannter Freunde. berdem war ein groes Werk gekauft und, welches noch schlimmer ist, gelesen worden, und diese Mhe sollte nicht verloren sein. Daraus entstand nun die gegenwrtige Abhandlung, welche, wie man sich schmeichelt, den Leser nach der Beschaffenheit der Sache vllig befriedigen soll, indem er das Vornehmste nicht verstehen, das andere nicht glauben, das brige aber belachen wird. Der erste Teil, welcher dogmatisch ist. Erstes Hauptstck. _Ein verwickelter metaphysischer Knoten, den man nach Belieben auflsen oder abhauen kann._ Wenn alles dasjenige, was von Geistern der Schulknabe herbetet, der groe Haufe erzhlt und der Philosoph demonstriert, zusammengenommen wird, so scheinet es keinen kleinen Teil von unserem Wissen auszumachen. Nichtsdestoweniger getraue ich mich zu behaupten, da, wenn es jemand einfiele, sich bei der Frage etwas zu verweilen, was denn das eigentlich vor ein Ding sei, wovon man unter dem Namen eines =Geistes= so viel zu verstehen glaubt, er alle diese Vielwisser in die beschwerlichste Verlegenheit versetzen wrde. Das methodische Geschwtz der hohen Schulen ist oftmals nur ein Einverstndnis, durch vernderliche Wortbedeutungen einer schwer zu lsenden Frage auszuweichen, weil das bequeme und mehrenteils vernnftige: =Ich wei nicht=, auf Akademien nicht leichtlich gehret wird. Gewisse neuere Weltweisen, wie sie sich gerne nennen lassen, kommen sehr leicht ber diese Frage hinweg. Ein Geist, heit es, ist ein Wesen, welches Vernunft hat. So ist es denn also keine Wundergabe, Geister zu sehen; denn wer Menschen sieht, der sieht Wesen, die Vernunft haben. Allein, fhrt man fort, dieses Wesen, was im Menschen Vernunft hat, ist nur ein Teil vom Menschen, und dieser Teil, der ihn belebt, ist ein Geist. Wohlan denn: ehe ihr also beweiset, da nur ein geistiges Wesen Vernunft haben knne, so sorget doch, da ich zuvrderst verstehe, was ich mir unter einem geistigen Wesen vor einen Begriff zu machen habe. Diese Selbsttuschung, ob sie gleich grob genug ist, um mit halboffenen Augen bemerkt zu werden, ist doch von sehr begreiflichem Ursprunge. Denn wovon man frhzeitig als ein Kind sehr viel wei, davon ist man sicher, spterhin und im Alter nichts zu wissen, und der Mann der Grndlichkeit wird zuletzt hchstens der Sophiste seines Jugendwahnes. Ich wei also nicht, ob es Geister gebe, ja, was noch mehr ist, ich wei nicht einmal, was das Wort =Geist= bedeute. Da ich es indessen oft selbst gebraucht oder andere habe brauchen hren, so mu doch etwas darunter verstanden werden, es mag nun dieses Etwas ein Hirngespinst oder was Wirkliches sein. Um diese versteckte Bedeutung auszuwickeln, so halte ich meinen schlecht verstandenen Begriff an allerlei Flle der Anwendung und dadurch, da ich bemerke, auf welchen er trifft und welchem er zuwider ist, verhoffe ich, dessen verborgenen Sinn zu entfalten.(1) (1) Wenn der Begriff eines Geistes von unsern eignen Erfahrungsbegriffen abgesondert wre, so wrde das Verfahren, ihn deutlich zu machen leicht sein, indem man nur diejenigen Merkmale anzuzeigen htte, welche uns die Sinne an dieser Art Wesen offenbareten, und wodurch wir sie von materiellen Dingen unterscheiden. Nun aber wird von Geistern geredet, selbst alsdenn, wenn man zweifelt, ob es gar dergleichen Wesen gebe. Also kann der Begriff von der geistigen Natur nicht als ein von der Erfahrung abstrahierter behandelt werden. Fragt ihr aber: Wie ist man denn zu diesem Begriff berhaupt gekommen, wenn es nicht durch Abstraktion geschehen ist? Ich antworte: Viele Begriffe entspringen durch geheime und dunkele Schlsse bei Gelegenheit der Erfahrungen und pflanzen sich nachher auf andere fort ohne Bewutsein der Erfahrung selbst oder des Schlusses, welcher den Begriff ber dieselbe errichtet hat. Solche Begriffe kann man =erschlichene= nennen. Dergleichen sind viele, die zum Teil nichts als ein Wahn der Einbildung, zum Teil auch wahr sind, indem auch dunkele Schlsse nicht immer irren. Der Redegebrauch und die Verbindung eines Ausdrucks mit verschiedenen Erzhlungen, in denen jederzeit einerlei Hauptmerkmal anzutreffen ist, geben ihm eine bestimmte Bedeutung, welche folglich nur dadurch kann entfaltet werden, da man diesen versteckten Sinn durch eine Vergleichung mit allerlei Fllen der Anwendung, die mit ihm einstimmig sind oder ihm widerstreiten, aus seiner Dunkelheit hervorzieht. Nehmet etwa einen Raum von einem Kubikfu und setzet, es sei etwas, das diesen Raum erfllt, d.i. dem Eindringen jedes andern Dinges widerstehet, so wird niemand das Wesen, was auf solche Weise im Raum ist, =geistig= nennen. Es wrde offenbar =materiell= heien, weil es ausgedehnt, undurchdringlich und wie alles Krperliche der Teilbarkeit und den Gesetzen des Stoes unterworfen ist. Bis dahin sind wir noch auf dem gebhnten Gleise anderer Philosophen. Allein denket euch ein einfaches Wesen und gebet ihm zugleich Vernunft; wird dies alsdenn die Bedeutung des Wortes =Geist= gerade ausfllen? Damit ich dieses entdecke, so will ich die Vernunft dem besagten einfachen Wesen als eine =innere= Eigenschaft lassen, vor jetzo es aber nur in =ueren= Verhltnissen betrachten. Und nunmehro frage ich: wenn ich diese einfache Substanz in jenen Raum vom Kubikfu, der voll Materie ist, setzen will, wird alsdenn ein einfaches Element derselben den Platz rumen mssen, damit ihn dieser Geist erflle? Meinet ihr, ja? Wohlan, so wird der gedachte Raum, um einen zweiten Geist einzunehmen, ein zweites Elementarteilchen verlieren mssen, und so wird endlich, wenn man fortfhrt, ein Kubikfu Raum von Geistern erfllet sein, deren Klumpe ebensowohl durch Undurchdringlichkeit widerstehet, als wenn er voll Materie wre, und ebenso wie diese der Gesetze des Stoes fhig sein mu. Nun wrden aber dergleichen Substanzen, ob sie gleich in sich Vernunftkraft haben mgen, doch uerlich von den Elementen der Materie gar nicht unterschieden sein, bei denen man auch nur die Krfte ihrer ueren Gegenwart kennet und, was zu ihren inneren Eigenschaften gehren mag, gar nicht wei. Es ist also auer Zweifel, da eine solche Art einfacher Substanzen nicht geistige Wesen heien wrden, davon Klumpen zusammengeballet werden knnten. Ihr werdet also den Begriff eines Geistes nur beibehalten knnen, wenn ihr euch Wesen gedenkt, die sogar in einem von Materie erfllten Raume gegenwrtig sein knnen;(2) Wesen also, welche die Eigenschaft der Undurchdringlichkeit nicht an sich haben, und deren so viele, als man auch will, vereinigt niemals ein solides Ganze ausmachen. Einfache Wesen von dieser Art werden immaterielle Wesen und, wenn sie Vernunft haben, Geister genannt werden. Einfache Substanzen aber, deren Zusammensetzung ein undurchdringliches und ausgedehntes Ganze gibt, werden materielle Einheiten, ihr Ganzes aber Materie heien. Entweder der Name eines Geistes ist ein Wort ohne allen Sinn, oder seine Bedeutung ist die angezeigte. (2) Man wird hier leichtlich gewahr, da ich nur von Geistern, die als Teile zum Weltganzen gehren und nicht von dem unendlichen Geiste rede, der der Urheber und Erhalter desselben ist. Denn der Begriff von der geistigen Natur des letzteren ist leicht, weil er lediglich negativ ist und darin besteht, da man die Eigenschaften der Materie an ihm verneinet, die einer unendlichen und schlechterdings notwendigen Substanz widerstreiten. Dagegen bei einer geistigen Substanz, die mit der Materie in Vereinigung sein soll, wie z.E. der menschlichen Seele, uert sich die Schwierigkeit, da ich eine wechselseitige Verknpfung derselben mit krperlichen Wesen zu einem Ganzen denken und dennoch die einzige bekannte Art der Verbindung, welche unter materiellen Wesen stattfindet, aufheben soll. Von der Erklrung, was der Begriff eines Geistes enthalte, ist der Schritt noch ungemein weit zu dem Satze, da solche Naturen wirklich, ja auch nur mglich seien. Man findet in den Schriften der Philosophen recht gute Beweise, darauf man sich verlassen kann, da alles, was da denkt, einfach sein msse, da eine jede vernnftigdenkende Substanz eine Einheit der Natur sei, und das unteilbare Ich nicht knne in einem Ganzen von viel verbundenen Dingen verteilt sein. Meine Seele wird also eine einfache Substanz sein. Aber es bleibt durch diesen Beweis noch immer unausgemacht, ob sie von der Art derjenigen sei, die in dem Raume vereinigt ein ausgedehntes und undurchdringliches Ganze geben und also materiell oder ob sie immateriell und folglich ein Geist sei, ja sogar, ob eine solche Art Wesen als diejenige, so man =geistige= nennet, nur mglich sei. Und hiebei kann ich nicht umhin, vor bereilte Entscheidungen zu warnen, welche in den tiefsten und dunkelsten Fragen sich am leichtesten eindringen. Was nmlich zu den gemeinen Erfahrungsbegriffen gehrt, das pflegt man gemeiniglich so anzusehen, als ob man auch seine Mglichkeit einsehe. Dagegen was von ihnen abweicht und durch keine Erfahrung, auch nicht einmal der Analogie nach, verstndlich gemacht werden kann, davon kann man sich freilich keinen Begriff machen, und darum pflegt man es gerne als unmglich sofort zu verwerfen. Alle Materie widerstehet in dem Raume ihrer Gegenwart und heit darum undurchdringlich. Da dieses geschehe, lehrt die Erfahrung, und die Abstraktion von dieser Erfahrung bringt in uns auch den allgemeinen Begriff der Materie hervor. Dieser Widerstand aber, den Etwas in dem Raume seiner Gegenwart leistet, ist auf solche Weise wohl =erkannt=, allein darum nicht =begriffen=. Denn es ist derselbe, sowie alles, was einer Ttigkeit entgegenwirkt, eine wahre Kraft, und da ihre Richtung derjenigen entgegensteht, wornach die fortgezogne Linien der =Annherung= zielen, so ist sie eine Kraft der =Zurckstoung=, welche der Materie und folglich auch ihren Elementen mu beigeleget werden. Nun wird sich ein jeder Vernnftiger bald bescheiden, da hier die menschliche Einsicht zu Ende sei. Denn nur durch die Erfahrung kann man innewerden, da Dinge der Welt, welche wir =materiell= nennen, eine solche Kraft haben, niemals aber die Mglichkeit derselben begreifen. Wenn ich nun Substanzen anderer Art setze, die mit andern Krften im Raume gegenwrtig sind, als mit jener =treibenden= Kraft, deren Folge die Undurchdringlichkeit ist, so kann ich freilich eine Ttigkeit derselben, welche keine Analogie mit meinen Erfahrungsvorstellungen hat, gar nicht _in concreto_ denken, und indem ich ihnen die Eigenschaft nehme, den Raum, in dem sie wirken, zu =erfllen=, so stehet mir ein Begriff ab, wodurch mir sonsten die Dinge denklich sind, welche in meine Sinne fallen, und es mu daraus notwendig eine Art von Undenklichkeit entspringen. Allein diese kann darum nicht als eine erkannte Unmglichkeit angesehen werden, eben darum weil das Gegenteil seiner Mglichkeit nach gleichfalls uneingesehen bleiben wird, obzwar dessen Wirklichkeit in die Sinne fllt. Man kann demnach die Mglichkeit immaterieller Wesen annehmen ohne Besorgnis widerlegt zu werden, wiewohl auch ohne Hoffnung, diese Mglichkeit durch Vernunftgrnde beweisen zu knnen. Solche geistige Naturen wrden im Raume gegenwrtig sein, soda derselbe demungeachtet vor krperliche Wesen immer durchdringlich bliebe, weil ihre Gegenwart wohl eine =Wirksamkeit= im Raume, aber nicht dessen =Erfllung=, d.i. einen Widerstand als den Grund der Soliditt enthielte. Nimmt man nun eine solche =einfache= geistige Substanz an, so wrde man unbeschadet ihrer Unteilbarkeit sagen knnen, da der Ort ihrer unmittelbaren Gegenwart nicht ein Punkt, sondern selbst ein Raum sei. Denn um die Analogie zu Hlfe zu rufen, so mssen notwendig selbst die einfachen Elemente der Krper ein jegliches ein Rumchen in dem Krper erfllen, der ein proportionierter Teil seiner ganzen Ausdehnung ist, weil Punkte gar nicht Teile, sondern Grenzen des Raumes sind. Da diese Erfllung des Raumes vermittelst einer wirksamen Kraft (der Zurckstoung) geschieht und also nur einen Umfang der greren Ttigkeit, nicht aber eine Vielheit der Bestandteile des wirksamen Subjekts anzeigt, so widerstreitet sie gar nicht der einfachen Natur desselben, obgleich freilich die Mglichkeit hievon nicht weiter kann deutlich gemacht werden, welches niemals bei den ersten Verhltnissen der Ursachen und Wirkungen angeht. Ebenso wird mir zum wenigsten keine erweisliche Unmglichkeit entgegenstehen, obschon die Sache selbst unbegreiflich bleibt, wenn ich behaupte, da eine geistige Substanz, ob sie gleich einfach ist, dennoch einen Raum =einnehme=, (d.i. in ihm unmittelbar ttig sein knne), ohne ihn zu =erfllen=, (d.i. materiellen Substanzen darin Widerstand zu leisten). Auch wrde eine solche immaterielle Substanz nicht ausgedehnt genannt werden mssen, so wenig wie es die Einheiten der Materie sind; denn nur dasjenige, was abgesondert von allem und =vor sich= allein existierend einen Raum einnimmt, ist =ausgedehnt=; die Substanzen aber, welche Elemente der Materie sind, nehmen einen Raum nur durch die =uere= Wirkung in andere ein, vor sich besonders aber, wo keine andre Dinge in Verknpfung mit ihnen gedacht werden, und da in ihnen selbst auch nichts auereinander Befindliches anzutreffen ist, enthalten sie keinen Raum. Dieses gilt von Krperelementen. Dieses wrde auch von geistigen Naturen gelten. Die Grenzen der Ausdehnung bestimmen die Figur. An ihnen wrde also keine Figur gedacht werden knnen. Dieses sind schwer einzusehende Grnde der vermuteten Mglichkeit immaterieller Wesen in dem Weltganzen. Wer im Besitze leichterer Mittel ist, die zu dieser Einsicht fhren knnen, der versage seinen Unterricht einem Lehrbegierigen nicht, vor dessen Augen im Fortschritt der Untersuchung sich fters Alpen erheben, wo andere einen ebenen und gemchlichen Fusteig vor sich sehen, den sie fortwandern oder zu wandern glauben. Gesetzt nun, man htte bewiesen, die Seele des Menschen sei ein Geist, (wiewohl aus dem vorigen zu sehen ist, da ein solcher Beweis noch niemals gefhret worden), so wrde die nchste Frage, die man tun knnte, etwa diese sein: Wo ist der Ort dieser menschlichen Seele in der Krperwelt? Ich wrde antworten: Derjenige Krper, dessen Vernderungen =meine= Vernderungen sind, dieser Krper ist =mein= Krper, und der Ort desselben ist zugleich =mein Ort=. Setzet man die Frage weiter fort: Wo ist denn =dein= Ort (der Seele) in diesem Krper, so wrde ich etwas Verfngliches in dieser Frage vermuten. Denn man bemerkt leicht, da darin etwas schon vorausgesetzet werde, was nicht durch Erfahrung bekannt ist, sondern vielleicht auf eingebildeten Schlssen beruhet, nmlich da mein denkendes Ich in einem Orte sei, der von den rtern anderer Teile desjenigen Krpers, der zu meinem Selbst gehret, unterschieden wre. Niemand aber ist sich eines besondern Orts in seinem Krper unmittelbar bewut, sondern desjenigen, den er als Mensch in Ansehung der Welt umher einnimmt. Ich wrde mich also an der gemeinen Erfahrung halten und vorlufig sagen: Wo ich empfinde, da =bin= ich. Ich bin ebenso unmittelbar in der Fingerspitze wie in dem Kopfe. Ich bin es selbst, der in der Ferse leidet und welchem das Herz im Affekte klopft. Ich fhle den schmerzhaften Eindruck nicht an einer Gehirnnerve, wenn mich mein Leichdorn peinigt, sondern am Ende meiner Zehen. Keine Erfahrung lehrt mich einige Teile meiner Empfindung von mir vor entfernt zu halten, mein unteilbares Ich in ein mikroskopisch kleines Pltzchen des Gehirnes zu versperren, um von da aus den Hebezeug meiner Krpermaschine in Bewegung zu setzen oder dadurch selbst getroffen zu werden. Daher wrde ich einen strengen Beweis verlangen, um dasjenige ungereimt zu finden, was die Schullehrer sagten: =Meine Seele ist ganz im ganzen Krper und ganz in jedem seiner Teile.= Der gesunde Verstand bemerkt oft die Wahrheit eher, als er die Grnde einsiehet, dadurch er sie beweisen oder erlutern kann. Der Einwurf wrde mich auch nicht gnzlich irre machen, wenn man sagte, da ich auf solche Art die Seele ausgedehnt und durch den ganzen Krper verbreitet gedchte, so ohngefhr wie sie den Kindern in der =gemalten Welt= abgebildet wird. Denn ich wrde diese Hindernis dadurch wegrumen, da ich bemerkte, die unmittelbare Gegenwart in einem ganzen Raume beweise nur eine Sphre der ueren Wirksamkeit, aber nicht eine Vielheit innerer Teile, mithin auch keine Ausdehnung oder Figur, als welche nur stattfinden, wenn in einem Wesen =vor sich allein gesetzt= ein Raum ist, d.i. Teile anzutreffen sind, die sich auerhalb einander befinden. Endlich wrde ich entweder dieses wenige von der geistigen Eigenschaft meiner Seele wissen oder, wenn man es nicht einwilligte, auch zufrieden sein, davon gar nichts zu wissen. Wollte man diesen Gedanken die Unbegreiflichkeit oder, welches bei den meisten vor einerlei gilt, ihre Unmglichkeit vorrcken, so knnte ich es auch geschehen lassen. Alsdenn wrde ich mich zu den Fen dieser Weisen niederlassen, um sie also reden zu hren: Die Seele des Menschen hat ihren Sitz im Gehirne, und ein unbeschreiblich kleiner Platz in demselben ist ihr Aufenthalt.(3) Daselbst empfindet sie wie die Spinne im Mittelpunkte ihres Gewebes. Die Nerven des Gehirnes stoen oder erschttern sie, dadurch verursachen sie aber, da nicht dieser unmittelbare Eindruck, sondern der, so auf ganz entlegene Teile des Krpers geschieht, jedoch als ein auerhalb dem Gehirne gegenwrtiges Objekt vorgestellet wird. Aus diesem Sitze bewegt sie auch die Seile und Hebel der ganzen Maschine und verursacht willkrliche Bewegungen nach ihrem Belieben. Dergleichen Stze lassen sich nur sehr seichte oder gar nicht beweisen und, weil die Natur der Seele im Grunde nicht bekannt gnug ist, auch nur ebenso schwach widerlegen. Ich wrde also mich in keine Schulgeznke einlassen, wo gemeiniglich beide Teile alsdenn am meisten zu sagen haben, wenn sie von ihrem Gegenstande gar nichts verstehen; sondern ich wrde lediglich den Folgerungen nachgehen, auf die mich eine Lehre von dieser Art leiten kann. Weil also nach denen mir angepriesenen Stzen meine Seele, in der Art wie sie im Raume gegenwrtig ist, von jedem Element der Materie nicht unterschieden wre, und die Verstandeskraft eine innere Eigenschaft ist, welche ich in diesen Elementen doch nicht wahrnehmen knnte, wenngleich selbige in ihnen allen angetroffen wrde, so knnte kein tauglicher Grund angefhret werden, weswegen nicht meine Seele eine von den Substanzen sei, welche die Materie ausmachen, und warum nicht ihre besondere Erscheinungen lediglich von dem Orte herrhren sollten, den sie in einer knstlichen Maschine, wie der tierische Krper ist, einnimmt, wo die Nervenvereinigung der inneren Fhigkeit des Denkens und der Willkr zustatten kommt. Alsdenn aber wrde man kein eigentmliches Merkmal der Seele mehr mit Sicherheit erkennen, welches sie von dem rohen Grundstoffe der krperlichen Naturen unterschiede, und LEIBNIZENS scherzhafter Einfall, nach welchem wir vielleicht im Kaffee Atomen verschluckten, woraus Menschenseelen werden sollen, wre nicht mehr ein Gedanke zum Lachen. Wrde aber auf solchen Fall dieses denkende Ich nicht dem gemeinen Schicksale materieller Naturen unterworfen sein und, wie es durch den Zufall aus dem Chaos aller Elemente gezogen worden, um eine tierische Maschine zu beleben, warum sollte es, nachdem diese zufllige Vereinigung aufgehrt hat, nicht auch knftig dahin wiederum zurckkehren? Es ist bisweilen ntig, den Denker, der auf unrechtem Wege ist, durch die Folgen zu erschrecken, damit er aufmerksamer auf die Grundstze werde, durch welche er sich gleichsam trumend hat fortfhren lassen. (3) Man hat Beispiele von Verletzungen, dadurch ein guter Teil des Gehirns verloren worden, ohne da es dem Menschen das Leben oder die Gedanken gekostet hat. Nach der gemeinen Vorstellung, die ich hier anfhre, wrde ein Atomus desselben haben drfen entfhrt oder aus der Stelle gerckt werden, um in einem Augenblick den Menschen zu entseelen. Die herrschende Meinung, der Seele einen Platz im Gehirne anzuweisen, scheinet hauptschlich ihren Ursprung darin zu haben, da man bei starkem Nachsinnen deutlich fhlt, da die Gehirnnerven angestrengt werden. Allein wenn dieser Schlu richtig wre, so wrde er auch noch andere rter der Seele beweisen. In der Bangigkeit oder der Freude scheint die Empfindung ihren Sitz im Herzen zu haben. Viele Affekten, ja die mehresten, uern ihre Hauptstrke im Zwerchfell. Das Mitleiden bewegt die Eingeweide, und andre Instinkte uern ihren Ursprung und Empfindsamkeit in andern Organen. Die Ursache, die da macht, da man die =nachdenkende= Seele vornehmlich im Gehirne zu empfinden glaubt, ist vielleicht diese. Alles Nachsinnen erfordert die Vermittelung der =Zeichen= vor die zu erweckende Ideen, um in deren Begleitung und Untersttzung diesen den erforderlichen Grad Klarheit zu geben. Die Zeichen unserer Vorstellungen aber sind vornehmlich solche, die entweder durchs Gehr oder das Gesicht empfangen sind, welche beide Sinne durch die Eindrcke im Gehirne bewegt werden, indem ihre Organen auch diesem Teile am nchsten liegen. Wenn nun die Erweckung dieser Zeichen, welche =Cartesius= _ideas materiales_ nennt, eigentlich eine Reizung der Nerven zu einer hnlichen Bewegung mit derjenigen ist, welche die Empfindung ehedem hervorbrachte, so wird das Gewebe des Gehirns im Nachdenken vornehmlich gentiget werden, mit vormaligen Eindrcken harmonisch zu beben und dadurch ermdet werden. Denn wenn das Denken zugleich affektvoll ist, so empfindet man nicht allein Anstrengungen des Gehirnes, sondern zugleich Angriffe der reizbaren Teile, welche sonst mit den Vorstellungen der in Leidenschaft versetzten Seele in Sympathie stehen. Ich gestehe, da ich sehr geneigt sei, das Dasein immaterieller Naturen in der Welt zu behaupten und meine Seele selbst in die Klasse dieser Wesen zu versetzen.(4) Alsdenn aber, wie geheimnisvoll wird nicht die Gemeinschaft zwischen einem Geiste und einem Krper? Aber wie natrlich ist nicht zugleich diese Unbegreiflichkeit, da unsere Begriffe uerer Handlungen von denen der Materie abgezogen worden und jederzeit mit den Bedingungen des Druckes oder Stoes verbunden sind, die hier nicht stattfinden? Denn wie sollte wohl eine immaterielle Substanz der Materie im Wege liegen, damit diese in ihrer Bewegung auf einen Geist stoe, und wie knnen krperliche Dinge Wirkungen auf ein fremdes Wesen ausben, das ihnen nicht Undurchdringlichkeit entgegenstellet, oder welches sie auf keine Weise hindert, sich in demselben Raume, darin es gegenwrtig ist, zugleich zu befinden? Es scheinet, ein geistiges Wesen sei der Materie innigst gegenwrtig, mit der es verbunden ist und wirke nicht auf diejenige Krfte der Elemente, womit diese untereinander in Verhltnissen sind, sondern auf das innere Principium ihres Zustandes. Denn eine jede Substanz, selbst ein einfaches Element der Materie mu doch irgend eine innere Ttigkeit als den Grund der uerlichen Wirksamkeit haben, wenn ich gleich nicht anzugeben wei, worin solche bestehe.(5) Andererseits wrde bei solchen Grundstzen die Seele auch in diesen innern Bestimmungen als Wirkungen den Zustand des Universum anschauend erkennen, der die Ursache derselben ist. Welche Notwendigkeit aber verursache, da ein Geist und ein Krper zusammen Eines ausmache, und welche Grnde bei gewissen Zerstrungen diese Einheit wiederum aufheben, diese Fragen bersteigen nebst verschiedenen andern sehr weit meine Einsicht, und wie wenig ich auch sonst dreiste bin, meine Verstandesfhigkeit an den Geheimnissen der Natur zu messen, so bin ich gleichwohl zuversichtlich gnug, keinen noch so frchterlich ausgersteten Gegner zu scheuen, (wenn ich sonsten einige Neigung zum Streiten htte), um in diesem Falle mit ihm den Versuch der Gegengrnde im =Widerlegen= zu machen, der bei den Gelehrten eigentlich die Geschicklichkeit ist, einander das Nichtwissen zu demonstrieren. (4) Der Grund hievon, der mir selbst sehr dunkel ist und wahrscheinlicherweise auch wohl so bleiben wird, trifft zugleich auf das empfindende Wesen in den Tieren. Was in der Welt ein Principium des =Lebens= enthlt, scheint immaterieller Natur zu sein. Denn alles =Leben= beruhet auf dem inneren Vermgen, sich selbst nach =Willkr= zu bestimmen. Da hingegen das wesentliche Merkmal der Materie in der Erfllung des Raumes durch eine notwendige Kraft bestehet, die durch uere Gegenwirkung beschrnkt ist; daher der Zustand alles dessen, was materiell ist, uerlich =abhangend= und =gezwungen= ist, diejenige Naturen aber, die =selbst ttig= und aus ihrer innern Kraft wirksam den Grund des Lebens enthalten sollen, kurz diejenige, deren eigene Willkr sich von selber zu bestimmen und zu verndern vermgend ist, schwerlich materieller Natur sein knnen. Man kann vernnftigerweise nicht verlangen, da eine so unbekannte Art Wesen, die man mehrenteils nur hypothetisch erkennt, in den Abteilungen ihrer verschiedenen Gattungen sollte begriffen werden; zum wenigsten sind diejenige immaterielle Wesen, die den Grund des tierischen Lebens enthalten, von denenjenigen unterschieden, die in ihrer Selbstttigkeit Vernunft begreifen und Geister genannt werden. (5) =Leibniz= sagte, dieser innere Grund aller seiner ueren Verhltnisse und ihrer Vernderungen sei eine =Vorstellungskraft=, und sptere Philosophen empfingen diesen unausgefhrten Gedanken mit Gelchter. Sie htten aber nicht bel getan, wenn sie vorhero bei sich berlegt htten, ob denn eine Substanz, wie ein einfacher Teil der Materie ist, ohne allem inneren Zustande mglich sei, und wenn sie denn diesen etwa nicht ausschlieen wollten, so wrde ihnen obgelegen haben, irgend einen andern mglichen innern Zustand zu ersinnen als den der Vorstellungen und der Ttigkeiten, die von ihnen abhngend sind. Jedermann sieht von selber, da, wenn man auch den einfachen Elementarteilen der Materie ein Vermgen dunkler Vorstellungen zugesteht, daraus noch keine Vorstellungskraft der Materie selbst erfolge, weil viel Substanzen von solcher Art, in einem Ganzen verbunden, doch niemals eine denkende Einheit ausmachen knnen. Zweites Hauptstck. _Ein Fragment der geheimen Philosophie, die Gemeinschaft mit der Geisterwelt zu erffnen._ Der Initiat hat schon den groben und an den uerlichen Sinnen klebenden Verstand zu hhern und abgezogenen Begriffen gewhnt, und nun kann er geistige und von krperlichen Zeuge enthllete Gestalten in derjenigen Dmmerung sehen, womit das schwache Licht der Metaphysik das Reich der Schatten sichtbar macht. Wir wollen daher nach der beschwerlichen Vorbereitung, welche berstanden ist, uns auf den gefhrlichen Weg wagen. Ibant obscuri sola sub nocte per umbras, Perque domos Ditis vacuas et inania regna. VIRGILIUS. Die =tote= Materie, welche den Weltraum erfllet, ist ihrer eigentmlichen Natur nach im Stande der Trgheit und der Beharrlichkeit in einerlei Zustande, sie hat Soliditt, Ausdehnung und Figur, und ihre Erscheinungen, die auf allen diesen Grnden beruhen, lassen eine =physische= Erklrung zu, die zugleich mathematisch ist und zusammen =mechanisch= genannt wird. Wenn man andererseits seine Achtsamkeit auf diejenige Art Wesen richtet, welche den Grund des =Lebens= in dem Weltganzen enthalten, die um deswillen nicht von der Art sind, da sie als Bestandteile den Klumpen und die Ausdehnung der leblosen Materie vermehren, noch von ihr nach den Gesetzen der Berhrung und des Stoes leiden, sondern vielmehr durch innere Ttigkeit sich selbst und berdem den toten Stoff der Natur rege machen, so wird man, wo nicht mit der Deutlichkeit einer Demonstration, doch wenigstens mit der Vorempfindung eines nicht ungebten Verstandes sich von dem Dasein immaterieller Wesen berredet finden, deren besondere Wirkungsgesetze =pneumatisch= und, soferne die krperliche Wesen Mittelursachen ihrer Wirkungen in der materiellen Welt sind, =organisch= genannt werden. Da diese immaterielle Wesen selbstttige Prinzipien sind, mithin Substanzen und vor sich bestehende Naturen, so ist diejenige Folge, auf die man zunchst gert, diese, da sie untereinander, unmittelbar vereinigt, vielleicht ein groes Ganze ausmachen mgen, welches man die immaterielle Welt (_mundus intelligibilis_) nennen kann. Denn mit welchem Grunde der Wahrscheinlichkeit wollte man wohl behaupten, da dergleichen Wesen von einander hnlicher Natur nur vermittelst anderer (krperlichen Dinge) von fremder Beschaffenheit in Gemeinschaft stehen knnten, indem dieses letztere noch viel rtselhafter als das erste ist? Diese =immaterielle= Welt kann also als ein vor sich bestehendes Ganze angesehen werden, deren Teile untereinander in wechselseitiger Verknpfung und Gemeinschaft stehen, auch ohne Vermittelung krperlicher Dinge, soda dieses letztere Verhltnis zufllig ist und nur einigen zukommen darf, ja, wo sie auch angetroffen wird, nicht hindert, da nicht eben die immaterielle Wesen, welche durch die Vermittelung der Materie ineinander wirken, auer diesem noch in einer besondern und durchgngigen Verbindung stehen und jederzeit untereinander als immaterielle Wesen wechselseitige Einflsse ausben, soda das Verhltnis derselben vermittelst der Materie nur zufllig und auf einer besonderen gttlichen Anstalt beruhet, jene hingegen natrlich und unauflslich ist. Indem man denn auf solche Weise alle Prinzipien des Lebens in der ganzen Natur als so viel unkrperliche Substanzen untereinander in Gemeinschaft, aber auch zum Teil mit der Materie vereinigt zusammennimmt, so gedenkt man sich ein groes Ganze der immateriellen Welt, eine unermeliche, aber unbekannte Stufenfolge von Wesen und ttigen Naturen, durch welche der tote Stoff der Krperwelt allein belebt wird. Bis auf welche Glieder aber der Natur Leben ausgebreitet sei, und welche diejenigen Grade desselben seien, die zunchst an die vllige Leblosigkeit grenzen, ist vielleicht unmglich, jemals mit Sicherheit auszumachen. Der =Hylozoismus= belebt alles, der Materialismus dagegen, wenn er genau erwogen wird, ttet alles. MAUPERTUIS ma den organischen Nahrungsteilchen aller Tiere den niedrigsten Grad Leben bei; andere Philosophen sehen an ihnen nichts als tote Klumpen, welche nur dienen, den Hebezeug der tierischen Maschinen zu vergrern. Das ungezweifelte Merkmal des Lebens an dem, was in unsere uere Sinne fllt, ist wohl die freie Bewegung, die da blicken lt, da sie aus Willkr entsprungen sei; allein der Schlu ist nicht sicher, da, wo dieses Merkmal nicht angetroffen wird, auch kein Grad des Lebens befindlich sei. BOERHAAVE sagt an einem Orte: =Das Tier ist eine Pflanze, die ihre Wurzel im Magen= (inwendig) =hat.= Vielleicht knnte ein anderer ebenso ungetadelt mit diesen Begriffen spielen und sagen: =Die Pflanze ist ein Tier, das seinen Magen in der Wurzel= (uerlich) =hat.= Daher auch den letzteren die Organen der willkrlichen Bewegung und mit ihnen die uerliche Merkmale des Lebens fehlen knnen, die doch den ersteren notwendig sind, weil ein Wesen, welches die Werkzeuge seiner Ernhrung in sich hat, sich selbst seiner Bedrfnis gem mu bewegen knnen, dasjenige aber, an welchem dieselbe auerhalb und in dem Elemente seiner Unterhaltung eingesenkt sind, schon gnugsam durch uere Krfte erhalten wird und, wenn es gleich ein Principium des inneren Lebens in der Vegetation enthlt, doch keine organische Einrichtung zur uerlichen willkrlichen Ttigkeit bedarf. Ich verlange nichts von allem diesen auf Beweisgrnde; denn auerdem, da ich sehr wenig zum Vorteil von dergleichen Mutmaungen wrde zu sagen haben, so haben sie noch als bestubte veraltete Grillen den Spott der Mode wider sich. Die Alten glaubten nmlich dreierlei Art vom Leben annehmen zu knnen, das =pflanzenartige=, das =tierische= und das =vernnftige=. Wenn sie die drei immaterielle Prinzipien derselben in dem Menschen vereinigten, so mchten sie wohl unrecht haben, wenn sie aber solche unter die dreierlei Gattungen der wachsenden und ihresgleichen erzeugenden Geschpfe verteileten, so sagten sie freilich wohl etwas Unerweisliches, aber darum noch nicht Ungereimtes, vornehmlich in dem Urteile desjenigen, der das besondere Leben der von einigen Tieren abgetrenneten Teile, die Irritabilitt, diese so wohl erwiesene, aber auch zugleich so unerklrliche Eigenschaft der Fasern eines tierischen Krpers und einiger Gewchse, und endlich die nahe Verwandtschaft der Polypen und anderer Zoophyten mit den Gewchsen in Betracht ziehen wollte. brigens ist die Berufung auf immaterielle Prinzipien eine Zuflucht der faulen Philosophie und darum auch die Erklrungsart in diesem Geschmacke nach aller Mglichkeit zu vermeiden, damit diejenigen Grnde der Welterscheinungen, welche auf den Bewegungsgesetzen der bloen Materie beruhen, und welche auch einzig und allein der Begreiflichkeit fhig sind, in ihrem ganzen Umfange erkannt werden. Gleichwohl bin ich berzeugt, da STAHL, welcher die tierische Vernderungen gerne organisch erklrt, oftmals der Wahrheit nher sei, als HOFMANN, BOERHAAVE u.a.m., welche die immaterielle Krfte aus dem Zusammenhange lassen, sich an die mechanische Grnde halten und hierin einer mehr philosophischen Methode folgen, die wohl bisweilen fehlt, aber mehrmalen zutrifft, und die auch allein in der Wissenschaft von ntzlicher Anwendung ist, wenn anderseits von dem Einflusse der Wesen von unkrperlicher Natur hchstens nur erkannt werden kann, da er da sei, niemals aber, wie er zugehe und wie weit sich seine Wirksamkeit erstrecke. So wrde denn also die immaterielle Welt zuerst alle erschaffene Intelligenzen, deren einige mit der Materie zu einer Person verbunden sind, andere aber nicht, in sich befassen, berdem die empfindende Subjekte in allen Tierarten und endlich alle Prinzipien des Lebens, welche sonst noch in der Natur wo sein mgen, ob dieses sich gleich durch keine uerliche Kennzeichen der willkrlichen Bewegung offenbarete. Alle diese immaterielle Naturen, sage ich, sie mgen nun ihre Einflsse in der Krperwelt ausben oder nicht, alle vernnftige Wesen, deren zuflliger Zustand tierisch ist, es sei hier auf der Erde oder in andern Himmelskrpern, sie mgen den rohen Zeug der Materie jetzt oder knftig beleben oder ehedem belebt haben, wrden nach diesen Begriffen in einer ihrer Natur gemen Gemeinschaft stehen, die nicht auf den Bedingungen beruht, wodurch die Verhltnis der Krper eingeschrnkt ist, und wo die Entfernung der rter oder der Zeitalter, welche in der sichtbaren Welt die groe Kluft ausmacht, die alle Gemeinschaft aufhebt, verschwindet. Die menschliche Seele wrde daher schon in dem gegenwrtigen Leben als verknpft mit zweien Welten zugleich mssen angesehen werden, von welchen sie, soferne sie zu persnlicher Einheit mit einem Krper verbunden ist, die materielle allein klar empfindet, dagegen als ein Glied der Geisterwelt die reine Einflsse immaterieller Naturen empfngt und erteilet, soda, sobald jene Verbindung aufgehrt hat, die Gemeinschaft, darin sie jederzeit mit geistigen Naturen stehet, allein brig bleibt und sich ihrem Bewutsein zum klaren Anschauen erffnen mte.(6) (6) Wenn man von dem Himmel als dem Sitze der Seligen redet, so setzt die gemeine Vorstellung ihn gerne ber sich, hoch in dem unermelichen Weltraume. Man bedenket aber nicht, da unsre Erde, aus diesen Gegenden gesehen, auch als einer von den Sternen des Himmels erscheine, und da die Bewohner anderer Welten mit ebenso gutem Grunde nach uns hin zeigen knnten und sagen: Sehet da den Wohnplatz ewiger Freuden und einen himmlischen Aufenthalt, welcher zubereitet ist, uns dereinst zu empfangen. Ein wunderlicher Wahn nmlich macht, da der hohe Flug, den die Hoffnung nimmt, immer mit dem Begriffe des Steigens verbunden ist, ohne zu bedenken, da, so hoch man auch gestiegen ist, man doch wieder sinken msse, um allenfalls in einer andern Welt festen Fu zu fassen. Nach den angefhrten Begriffen aber wrde der Himmel eigentlich die Geisterwelt sein oder, wenn man will, der selige Teil derselben, und diese wrde man weder ber sich noch unter sich zu suchen haben, weil ein solches immaterielle Ganze nicht nach den Entfernungen oder Naheiten gegen krperliche Dinge, sondern in geistigen Verknpfungen seiner Teile untereinander vorgestellt werden mu, wenigstens die Glieder derselben sich nur nach solchen Verhltnissen ihrer selbst bewut sind. Es wird mir nachgerade beschwerlich, immer die behutsame Sprache der Vernunft zu fhren. Warum sollte es mir nicht auch erlaubt sein, im akademischen Tone zu reden, der entscheidender ist und sowohl den Verfasser als den Leser des Nachdenkens berhebt, welches ber lang oder kurz beide nur zu einer verdrielichen Unentschlossenheit fhren mu. Es ist demnach so gut als demonstriert, oder es knnte leichtlich bewiesen werden, wenn man weitluftig sein wollte oder noch besser, es wird knftig, ich wei nicht wo oder wenn, noch bewiesen werden, da die menschliche Seele auch in diesem Leben in einer unauflslich verknpften Gemeinschaft mit allen immateriellen Naturen der Geisterwelt stehe, da sie wechselweise in diese wirke und von ihnen Eindrcke empfange, deren sie sich aber als Mensch nicht bewut ist, solange alles wohl steht. Andererseits ist es auch wahrscheinlich, da die geistige Naturen unmittelbar keine sinnliche Empfindung von der Krperwelt mit Bewutsein haben knnen, weil sie mit keinem Teil der Materie zu einer Person verbunden sind, um sich vermittelst desselben ihres Orts in dem materiellen Weltganzen und durch knstliche Organen der Verhltnis der ausgedehnten Wesen gegen sich und gegen einander bewut zu werden, da sie aber wohl in die Seelen der Menschen als Wesen von einerlei Natur einflieen knnen und auch wirklich jederzeit mit ihnen in wechselseitiger Gemeinschaft stehen, doch so, da in der Mitteilung der Vorstellungen diejenige, welche die Seele als ein von der Krperwelt abhngendes Wesen in sich enthlt, nicht in andere geistige Wesen und die Begriffe der letzteren, als anschauende Vorstellungen von immateriellen Dingen, nicht in das klare Bewutsein des Menschen bergehen knnen, wenigstens nicht in ihrer eigentlichen Beschaffenheit, weil die Materialien zu beiderlei Ideen von verschiedener Art sind. Es wrde schn sein, wenn eine dergleichen systematische Verfassung der Geisterwelt, als wir sie vorstellen, nicht lediglich aus dem Begriffe von der geistigen Natur berhaupt, der gar zu sehr hypothetisch ist, sondern aus irgendeiner wirklichen und allgemein zugestandenen Beobachtung knnte geschlossen, oder auch nur wahrscheinlich vermutet werden. Daher wage ich es auf die Nachsicht des Lesers, einen Versuch von dieser Art hier einzuschalten, der zwar etwas auer meinem Wege liegt und auch von der Evidenz weit gnug entfernet ist, gleichwohl aber zu nicht unangenehmen Vermutungen Anla zu geben scheinet. * * * * * Unter den Krften, die das menschliche Herz bewegen, scheinen einige der mchtigsten auerhalb demselben zu liegen, die also nicht etwa als bloe Mittel sich auf die Eigenntzigkeit und Privatbedrfnis als auf ein Ziel, das =innerhalb= dem Menschen selbst liegt, beziehen, sondern welche machen, da die Tendenzen unserer Regungen den Brennpunkt ihrer Vereinigung =auer uns= in andere vernnftige Wesen versetzen; woraus ein Streit zweier Krfte entspringt, nmlich der Eigenheit, die alles auf sich beziehet, und der Gemeinntzigkeit, dadurch das Gemt gegen andere auer sich getrieben oder gezogen wird. Ich halte mich bei dem Triebe nicht auf, vermge dessen wir so stark und so allgemein am Urteile anderer hngen und fremde Billigung oder Beifall zur Vollendung des unsrigen vor uns selbst so ntig zu sein erachten, woraus, wenngleich bisweilen ein belverstandener Ehrenwahn entspringt, dennoch selbst in der uneigenntzigsten und wahrhaftesten Gemtsart ein geheimer Zug versprt wird, dasjenige, was man vor sich selbst als =gut= oder =wahr= erkennt, mit dem Urteil anderer zu vergleichen, um beide einstimmig zu machen, imgleichen eine jede menschliche Seele auf dem Erkenntniswege gleichsam anzuhalten, wenn sie einen andern Fusteig zu gehen scheint, als den wir eingeschlagen haben, welches alles vielleicht eine empfundene Abhngigkeit unserer eigenen Urteile vom =allgemeinen menschlichen Verstande= ist und ein Mittel wird, dem Ganzen denkender Wesen eine Art von Vernunfteinheit zu verschaffen. Ich bergehe aber diese sonst nicht unerhebliche Betrachtung und halte mich vor jetzt an eine andere, welche einleuchtender und betrchtlicher ist, so viel es unsere Absicht betrifft. Wenn wir uere Dinge auf unsere Bedrfnis beziehen, so knnen wir dieses nicht tun, ohne uns zugleich durch eine gewisse Empfindung gebunden und eingeschrnkt zu fhlen, die uns merken lt, da in uns gleichsam ein fremder Wille wirksam sei, und unser eigen Belieben die Bedingung von uerer Beistimmung ntig habe. Eine geheime Macht ntiget uns, unsere Absicht zugleich auf anderer Wohl oder nach fremder Willkr zu richten, ob dieses gleich fters ungern geschieht und der eigenntzigen Neigung stark widerstreitet, und der Punkt, wohin die Richtungslinien unserer Triebe zusammenlaufen, ist also nicht blo in uns, sondern es sind noch Krfte, die uns bewegen, in dem Wollen anderer auer uns. Daher entspringen die sittlichen Antriebe, die uns oft wider den Dank des Eigennutzes fortreien, das starke Gesetz der Schuldigkeit und das schwchere der Gtigkeit, deren jede uns manche Aufopferung abdringt, und obgleich beide dann und wann durch eigenntzige Neigungen berwogen werden, doch nirgend in der menschlichen Natur ermangeln, ihre Wirklichkeit zu uern. Dadurch sehen wir uns in den geheimsten Beweggrnden abhngig von der =Regel des allgemeinen Willens=, und es entspringt daraus in der Welt aller denkenden Naturen eine =moralische Einheit= und systematische Verfassung nach blo geistigen Gesetzen. Will man diese in uns empfundene Ntigung unseres Willens zur Einstimmung mit dem allgemeinen Willen das =sittliche Gefhl= nennen, so redet man davon nur als von einer Erscheinung dessen, was in uns wirklich vorgeht, ohne die Ursachen derselben auszumachen. So nannte NEWTON das sichere Gesetz der Bestrebungen aller Materie, sich einander zu nhern die =Gravitation= derselben, indem er seine mathematische Demonstrationen nicht in eine verdrieliche Teilnehmung an philosophischen Streitigkeiten verflechten wollte, die sich ber die Ursache derselben erugnen knnten. Gleichwohl trug er kein Bedenken, diese Gravitation als eine wahre Wirkung einer allgemeinen Ttigkeit der Materie ineinander zu behandeln und gab ihr daher auch den Namen der =Anziehung=. Sollte es nicht mglich sein, die Erscheinung der sittlichen Antriebe in den denkenden Naturen, wie solche sich aufeinander wechselsweise beziehen, gleichfalls als die Folge einer wahrhaftig ttigen Kraft, dadurch geistige Naturen ineinander einflieen, vorzustellen, soda das sittliche Gefhl diese =empfundene Abhngigkeit= des Privatwillens vom allgemeinen Willen wre und eine Folge der natrlichen und allgemeinen Wechselwirkung, dadurch die immaterielle Welt ihre sittliche Einheit erlangt, indem sie sich nach den Gesetzen dieses ihr eigenen Zusammenhanges zu einem System von geistiger Vollkommenheit bildet? Wenn man diesen Gedanken so viel Scheinbarkeit zugesteht als erforderlich ist, um die Mhe zu verdienen, sie an ihren Folgen zu messen, so wird man vielleicht durch den Reiz derselben unvermerkt in einige Parteilichkeit gegen sie verflochten werden. Denn es scheinen in diesem Falle die Unregelmigkeiten mehrenteils zu verschwinden, die sonsten bei dem Widerspruch der moralischen und physischen Verhltnisse der Menschen hier auf der Erde so befremdlich in die Augen fallen. Alle Moralitt der Handlungen kann nach der Ordnung der Natur niemals ihre vollstndige Wirkung in dem leiblichen Leben des Menschen haben, wohl aber in der Geisterwelt nach pneumatischen Gesetzen. Die wahre Absichten, die geheime Beweggrnde vieler aus Ohnmacht fruchtlosen Bestrebungen, der Sieg ber sich selbst, oder auch bisweilen die verborgene Tcke bei scheinbarlich guten Handlungen sind mehrenteils vor den physischen Erfolg in dem krperlichen Zustande verloren, sie wrden aber auf solche Weise in der immateriellen Welt als fruchtbare Grnde angesehen werden mssen und in Ansehung ihrer nach pneumatischen Gesetzen zufolge der Verknpfung des Privatwillens und des allgemeinen Willens, d.i. der Einheit und des Ganzen der Geisterwelt, eine der sittlichen Beschaffenheit der freien Willkr angemessene Wirkung ausben oder auch gegenseitig empfangen. Denn weil das Sittliche der Tat den inneren Zustand des Geistes betrifft, so kann es auch natrlicherweise nur in der unmittelbaren Gemeinschaft der Geister die der ganzen Moralitt adquate Wirkung nach sich ziehen. Dadurch wrde es nun geschehen, da die Seele des Menschen schon in diesem Leben dem sittlichen Zustande zufolge ihre Stelle unter den geistigen Substanzen des Universum einnehmen mte, so wie nach den Gesetzen der Bewegung die Materien des Weltraums sich in solche Ordnung gegeneinander setzen, die ihren Krperkrften gem ist.(7) Wenn denn endlich durch den Tod die Gemeinschaft der Seele mit der Krperwelt aufgehoben worden, so wrde das Leben in der andern Welt nur eine natrliche Fortsetzung derjenigen Verknpfung sein, darin sie mit ihr schon in diesem Leben gestanden war, und die gesamte Folgen der hier ausgebten Sittlichkeit wrden sich dort in denen Wirkungen wieder finden, die ein mit der ganzen Geisterwelt in unauflslicher Gemeinschaft stehendes Wesen schon vorher daselbst nach pneumatischen Gesetzen ausgebt hat. Die Gegenwart und die Zukunft wrden also gleichsam aus einem Stcke sein und ein stetiges Ganze ausmachen, selbst nach der =Ordnung der Natur=. Dieser letztere Umstand ist von besonderer Erheblichkeit. Denn in einer Vermutung nach bloen Grnden der Vernunft ist es eine groe Schwierigkeit, wenn man, um den belstand zu heben, der aus der unvollendeten Harmonie zwischen der Moralitt und ihren Folgen in dieser Welt entspringt, zu einem auerordentlichen gttlichen Willen seine Zuflucht nehmen mu, weil, so wahrscheinlich auch das Urteil ber denselben nach unseren Begriffen von der gttlichen Weisheit sein mag, immer ein starker Verdacht brig bleibt, da die schwache Begriffe unseres Verstandes vielleicht auf den Hchsten sehr verkehrt bertragen worden, da des Menschen Obliegenheit nur ist, von dem gttlichen Willen zu urteilen aus der Wohlgereimtheit, die er wirklich in der Welt wahrnimmt, oder welche er nach der Regel der Analogie gem der Naturordnung darin vermuten kann, nicht aber nach dem Entwurfe seiner eigenen Weisheit, den er zugleich dem gttlichen Willen zur Vorschrift macht, befugt ist, neue und willkrliche Anordnungen in der gegenwrtigen oder knftigen Welt zu ersinnen. (7) Die aus dem Grunde der Moralitt entspringende Wechselwirkungen des Menschen und der Geisterwelt nach den Gesetzen des pneumatischen Einflusses knnte man darin setzen, da daraus natrlicherweise eine nhere Gemeinschaft einer guten oder bsen Seele mit guten und bsen Geistern entspringe, und jene dadurch sich selbst dem Teile der geistigen Republik zugeselleten, der ihrer sittlichen Beschaffenheit gem ist, mit der Teilnehmung an allen Folgen, die daraus nach der Ordnung der Natur entstehen mgen. * * * * * Wir lenken nunmehr unsere Betrachtung wiederum in den vorigen Weg ein und nhern uns dem Ziele, welches wir uns vorgesetzt hatten. Wenn es sich mit der Geisterwelt und dem Anteile, den unsere Seele an ihr hat, so verhlt, wie der Abri, den wir erteilten, ihn vorstellt, so scheinet fast nichts befremdlicher zu sein, als da die Geistergemeinschaft nicht eine ganz allgemeine und gewhnliche Sache ist, und das Auerordentliche betrifft fast mehr die Seltenheit der Erscheinungen, als die Mglichkeit derselben. Diese Schwierigkeit lt sich indessen ziemlich gut heben und ist zum Teil auch schon gehoben worden. Denn die Vorstellung, die die Seele des Menschen von sich selbst als einem Geiste durch ein immaterielles Anschauen hat, indem sie sich in Verhltnis gegen Wesen von hnlicher Natur betrachtet, ist von derjenigen ganz verschieden, da ihr Bewutsein sich selbst als einen =Menschen= vorstellt durch ein Bild, das seinen Ursprung aus dem Eindrucke krperlicher Organen hat, und welches in Verhltnis gegen keine andere als materielle Dinge vorgestellt wird. Es ist demnach zwar einerlei Subjekt, was der sichtbaren und unsichtbaren Welt zugleich als ein Glied angehrt, aber nicht ebendieselbe Person, weil die Vorstellungen der einen ihrer verschiedenen Beschaffenheit wegen keine begleitende Ideen von denen der andern Welt sind und daher, was ich als Geist denke, von mir als Mensch nicht erinnert wird, und umgekehrt mein Zustand als eines Menschen in die Vorstellung meiner selbst als eines Geistes gar nicht hineinkommt. brigens mgen die Vorstellungen von der Geisterwelt so klar und anschauend sein, wie man will,(8) so ist dieses doch nicht hinlnglich, um mich deren als Mensch bewut zu werden; wie denn sogar die Vorstellung seiner selbst (d.i. der Seele) als eines Geistes wohl durch Schlsse erworben wird, bei keinem Menschen aber ein anschauender und Erfahrungsbegriff ist. (8) Man kann dieses durch eine gewisse Art von zwiefacher Persnlichkeit, die der Seele selbst in Ansehung dieses Lebens zukommt, erlutern. Gewisse Philosophen glauben, sich ohne den mindesten besorglichen Einspruch auf den Zustand des festen Schlafes berufen zu knnen, wenn sie die Wirklichkeit dunkeler Vorstellungen beweisen wollen, da sich doch nichts weiter hievon mit Sicherheit sagen lt, als da wir uns im Wachen keiner von denenjenigen erinnern, die wir im festen Schlafe etwa mochten gehabt haben, und daraus nur soviel folgt, da sie beim Erwachen nicht klar vorgestellt worden, nicht aber, da sie auch damals, als wir schliefen, dunkel waren. Ich vermute vielmehr, da dieselbe klrer und ausgebreiteter sein mgen, als selbst die klresten im Wachen, weil dieses bei der vlligen Ruhe uerer Sinne von einem so ttigen Wesen als die Seele ist, zu erwarten ist, wiewohl, da der Krper des Menschen zu der Zeit nicht mit empfunden ist, beim Erwachen die begleitende Idee desselben ermangelt, welche den vorigen Zustand der Gedanken als zu ebenderselben Person gehrig zum Bewutsein verhelfen knnte. Die Handlungen einiger Schlafwanderer, welche bisweilen in solchem Zustande mehr Verstand als sonsten zeigen, ob sie gleich nichts davon beim Erwachen erinnern, besttigen die Mglichkeit dessen, was ich vom festen Schlafe vermute. Die Trume dagegen, das ist, die Vorstellungen des Schlafenden, deren er sich beim Erwachen erinnert, gehren nicht hieher. Denn alsdenn schlft der Mensch nicht vllig; er empfindet in einem gewissen Grade klar und webt seine Geisteshandlungen in die Eindrcke der ueren Sinne. Daher er sich ihrer zum Teil nachhero erinnert, aber auch an ihnen lauter wilde und abgeschmackte Chimren antrifft, wie sie es denn notwendig sein mssen, da in ihnen Ideen der Phantasie und die der ueren Empfindung untereinander geworfen werden. Diese Ungleichartigkeit der geistigen Vorstellungen und derer, die zum leiblichen Leben des Menschen gehren, darf indessen nicht als eine so groe Hindernis angesehen werden, da sie alle Mglichkeit aufhebe, sich bisweilen der Einflsse von seiten der Geisterwelt sogar in diesem Leben bewut zu werden. Denn sie knnen in das persnliche Bewutsein des Menschen zwar nicht unmittelbar, aber doch so bergehen, da sie nach dem Gesetz der vergesellschafteten Begriffe diejenige Bilder rege machen, die mit ihnen verwandt sind und analogische Vorstellungen unserer Sinne erwecken, die wohl nicht der geistige Begriff selber, aber doch deren Symbolen sind. Denn es ist doch immer ebendieselbe Substanz, die zu dieser Welt sowohl als zu der andern wie ein Glied gehret, und beiderlei Art von Vorstellungen gehren zu demselben Subjekte und sind miteinander verknpft. Die Mglichkeit hievon knnen wir einigermaen dadurch falich machen, wenn wir betrachten, wie unsere hhere Vernunftbegriffe, welche sich den geistigen ziemlich nhern, gewhnlichermaen gleichsam ein krperlich Kleid annehmen, um sich in Klarheit zu setzen. Daher die moralische Eigenschaften der Gottheit unter den Vorstellungen des Zorns, der Eifersucht, der Barmherzigkeit, der Rache, u.d.g. vorgestellt werden; daher personifizieren Dichter die Tugenden, Laster oder andere Eigenschaften der Natur, doch so, da die wahre Idee des Verstandes hindurchscheinet; so stellt der Geometra die Zeit durch eine Linie vor, obgleich Raum und Zeit nur eine bereinkunft in Verhltnissen haben und also wohl der Analogie nach, niemals aber der Qualitt nach miteinander bereintreffen; daher nimmt die Vorstellung der gttlichen Ewigkeit selbst bei Philosophen den Schein einer unendlichen Zeit an, so sehr wie man sich auch htet, beide zu vermengen, und eine groe Ursache, weswegen die Mathematiker gemeiniglich abgeneigt sind, die Leibnizische Monaden einzurumen, ist wohl diese, da sie nicht umhin knnen, sich an ihnen kleine Klmpchen vorzustellen. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, da geistige Empfindungen in das Bewutsein bergehen knnten, wenn sie Phantaseien erregen, die mit ihnen verwandt sind. Auf diese Art wrden Ideen, die durch einen geistigen Einflu mitgeteilt sind, sich in die Zeichen derjenigen =Sprache= einkleiden, die der Mensch sonsten im Gebrauch hat, die empfundene Gegenwart eines Geistes in das Bild einer =menschlichen Figur=, Ordnung und Schnheit der immateriellen Welt in Phantasien, die unsere Sinne sonst im Leben vergngen, u.s.w. Diese Art der Erscheinungen kann gleichwohl nicht etwas Gemeines und Gewhnliches sein, sondern sich nur bei Personen erugnen, deren Organen(9) eine ungewhnlich groe Reizbarkeit haben, die Bilder der Phantasie dem innern Zustande der Seele gem durch harmonische Bewegung mehr zu verstrken, als gewhnlicherweise bei gesunden Menschen geschieht und auch geschehen soll. Solche seltsame Personen wrden in gewissen Augenblicken mit der Apparenz mancher Gegenstnde als auer ihnen angefochten sein, welche sie vor eine Gegenwart von geistigen Naturen halten wrden, die auf ihre krperliche Sinne fiele, obgleich hiebei nur ein Blendwerk der Einbildung vorgeht, doch so, da die Ursache davon ein wahrhafter geistiger Einflu ist, der nicht unmittelbar empfunden werden kann, sondern sich nur durch verwandte Bilder der Phantasie, welche den Schein der Empfindungen annehmen, zum Bewutsein offenbaret. (9) Ich verstehe hierunter nicht die Organen der ueren Empfindung, sondern das Sensorium der Seele, wie man es nennt, d.i. denjenigen Teil des Gehirnes, dessen Bewegung die mancherlei Bilder und Vorstellungen der denkenden Seele zu begleiten pflegt, wie die Philosophen davor halten. Die Erziehungsbegriffe oder auch mancherlei sonst eingeschlichene Wahn wrden hiebei ihre Rolle spielen, wo Verblendung mit Wahrheit untermengt wird, und eine wirkliche geistige Empfindung zwar zum Grunde liegt, die doch in Schattenbilder der sinnlichen Dinge umgeschaffen worden. Man wird aber auch zugeben, da die Eigenschaft, auf solche Weise die Eindrcke der Geisterwelt in diesem Leben zum klaren Anschauen auszuwickeln, schwerlich wozu ntzen knne; weil dabei die geistige Empfindung notwendig so genau in das Hirngespenst der Einbildung verwebt wird, da es unmglich sein mu, in derselben das Wahre von den groben Blendwerken, die es umgeben, zu unterscheiden. Imgleichen wrde ein solcher Zustand, da er ein verndertes Gleichgewicht in den Nerven voraussetzt, welche sogar durch die Wirksamkeit der blo geistig empfindenden Seele in unnatrliche Bewegung versetzet werden, eine wirkliche Krankheit anzeigen. Endlich wrde es gar nicht befremdlich sein, an einem Geisterseher zugleich einen Phantasten anzutreffen, zum wenigsten in Ansehung der begleitenden Bilder von diesen seinen Erscheinungen, weil Vorstellungen, die ihrer Natur nach fremd und mit denen im leiblichen Zustande des Menschen unvereinbar sind, sich hervordrngen, und belgepaarte Bilder in die uere Empfindung hereinziehen, wodurch wilde Chimren und wunderliche Fratzen ausgeheckt werden, die in langem Geschleppe den betrogenen Sinnen vorgaukeln, ob sie gleich einen wahren geistigen Einflu zum Grunde haben mgen. Nunmehro kann man nicht verlegen sein, von denen Gespenstererzhlungen, die den Philosophen so oft in den Weg kommen, imgleichen allerlei Geistereinflssen, von denen hie oder da die Rede geht, scheinbare Vernunftgrnde anzugeben. Abgeschiedene Seelen und reine Geister knnen zwar niemals unsern ueren Sinnen gegenwrtig sein, noch sonst mit der Materie in Gemeinschaft stehen, aber wohl auf den Geist des Menschen, der mit ihnen zu einer groen Republik gehrt, wirken, so, da die Vorstellungen, welche sie in ihm erwecken, sich nach dem Gesetze seiner Phantasei in verwandte Bilder einkleiden und die Apparenz der ihnen gemen Gegenstnde als auer ihm erregen. Diese Tuschung kann einen jeden Sinn betreffen, und so sehr dieselbe auch mit ungereimten Hirngespinsten untermengt wre, so drfte man sich dieses nicht abhalten lassen, hierunter geistige Einflsse zu vermuten. Ich wrde der Scharfsichtigkeit des Lesers zu nahe treten, wenn ich mich bei der Anwendung dieser Erklrungsart noch aufhalten wollte. Denn metaphysische Hypothesen haben eine so ungemeine Biegsamkeit an sich, da man sehr ungeschickt sein mte, wenn man die gegenwrtige nicht einer jeden Erzhlung bequemen knnte, sogar ehe man ihre Wahrhaftigkeit untersucht hat, welches in vielen Fllen unmglich und in noch mehreren sehr unhflich ist. Wenn indessen die Vorteile und Nachteile in einander gerechnet werden, die demjenigen erwachsen knnen, der nicht allein vor die sichtbare Welt, sondern auch vor die unsichtbare in gewissem Grade organisiert ist, (wofern es jemals einen solchen gegeben hat), so scheint ein Geschenk von dieser Art demjenigen gleich zu sein, womit JUNO den TIRESIAS beehrte, die ihn zuvor blind machte, damit sie ihm die Gabe zu weissagen erteilen knnte. Denn nach den obigen Stzen zu urteilen, kann die anschauende Kenntnis der =andern= Welt allhier nur erlangt werden, indem man etwas von demjenigen Verstande einbt, welchen man vor die =gegenwrtige= ntig hat. Ich wei auch nicht, ob selbst gewisse Philosophen gnzlich von dieser harten Bedingung frei sein sollten, welche so fleiig und vertieft ihre metaphysische Glser nach jenen entlegenen Gegenden hinrichten und Wunderdinge von daher zu erzhlen wissen, zum wenigsten mignne ich ihnen keine von ihren Entdeckungen; nur besorge ich, da ihnen irgendein Mann von gutem Verstande und wenig Feinigkeit ebendasselbe drfte zu verstehen geben, was dem TYCHO DE BRAHE sein Kutscher antwortete, als jener meinte, zur Nachtzeit nach den Sternen den krzesten Weg fahren zu knnen: =Guter Herr, auf den Himmel mgt Ihr Euch wohl verstehen, hier aber auf der Erde seid Ihr ein Narr.= Drittes Hauptstck. _Antikabbala. Ein Fragment der gemeinen Philosophie, die Gemeinschaft mit der Geisterwelt aufzuheben._ ARISTOTELES sagt irgendwo: =Wenn wir wachen, so haben wir eine gemeinschaftliche Welt, trumen wir aber, so hat ein jeder seine eigne.= Mich dnkt, man sollte wohl den letzteren Satz umkehren und sagen knnen: wenn von verschiedenen Menschen ein jeglicher seine eigene Welt hat, so ist zu vermuten, da sie trumen. Auf diesen Fu, wenn wir die =Luftbaumeister= der mancherlei Gedankenwelten betrachten, deren jeglicher die seinige mit Ausschlieung anderer ruhig bewohnt, denjenigen etwa, welcher die Ordnung der Dinge, so wie sie von WOLFFEN aus wenig Bauzeug der Erfahrung, aber mehr erschlichenen Begriffen gezimmert oder die, so von CRUSIUS durch die magische Kraft einiger Sprche vom =Denklichen= und =Undenklichen= aus Nichts hervorgebracht worden, bewohnet, so werden wir uns bei dem Widerspruche ihrer Visionen gedulden, bis diese Herren ausgetrumet haben. Denn wenn sie einmal, so Gott will, vllig wachen, d.i. zu einem Blicke, der die Einstimmung mit anderem Menschenverstande nicht ausschliet, die Augen auftun werden, so wird niemand von ihnen etwas sehen, was nicht jedem andern gleichfalls bei dem Lichte ihrer Beweistmer augenscheinlich und gewi erscheinen sollte, und die Philosophen werden zu derselbigen Zeit eine gemeinschaftliche Welt bewohnen, dergleichen die Grenlehrer schon lngst innegehabt haben, welche wichtige Begebenheit nicht lange mehr anstehen kann, woferne gewissen Zeichen und Vorbedeutungen zu trauen ist, die seit einiger Zeit ber dem Horizonte der Wissenschaften erschienen sind. In gewisser Verwandtschaft mit den =Trumern= der =Vernunft= stehen die Trumer der =Empfindung=, und unter dieselbe werden gemeiniglich diejenige, so bisweilen mit Geistern zu tun haben, gezhlt und zwar aus dem nmlichen Grunde wie die vorigen, weil sie etwas sehen, was kein anderer gesunder Mensch sieht, und ihre eigene Gemeinschaft mit Wesen haben, die sich niemanden sonst offenbaren, so gute Sinne er auch haben mag. Es ist auch die Benennung der Trumereien, wenn man voraussetzt, da die gedachte Erscheinungen auf bloe Hirngespenster auslaufen, insoferne passend, als die eine so gut wie die andere selbst ausgeheckte Bilder sind, die gleichwohl als wahre Gegenstnde die Sinne betrgen; allein wenn man sich einbildet, da beide Tuschungen brigens in ihrer Entstehungsart sich hnlich gnug wren, um die Quelle der einen auch zur Erklrung der andern zureichend zu finden, so betrgt man sich sehr. Derjenige, der im Wachen sich in Erdichtungen und Chimren, welche seine stets fruchtbare Einbildung ausheckt, dermaen vertieft, da er auf die Empfindung der Sinne wenig achthat, die ihm jetzt am meisten angelegen sind, wird mit Recht ein =wachender Trumer= genannt. Denn es drfen nur die Empfindungen der Sinne noch etwas mehr in ihrer Strke nachlassen, so wird er schlafen, und die vorige Chimren werden wahre Trume sein. Die Ursache, weswegen sie es nicht schon im Wachen sind, ist diese, weil er sie zu der Zeit als =in sich=, andere Gegenstnde aber, die er empfindet, als =auer sich= vorstellt, folglich jene zu Wirkungen seiner eignen Ttigkeit, diese aber zu demjenigen zhlet, was er von auen empfngt und erleidet. Denn hiebei kommt es alles auf das Verhltnis an, darin die Gegenstnde auf ihn selbst als einen Menschen, folglich auch auf seinen Krper gedacht werden. Daher knnen die nmliche Bilder ihn im Wachen wohl sehr beschftigen, aber nicht betrgen, so klar sie auch sein mgen. Denn ob er gleich alsdenn eine Vorstellung von sich selbst und seinem Krper auch im Gehirne hat, gegen die er seine phantastische Bilder in Verhltnis setzt, so macht doch die wirkliche Empfindung seines Krpers durch uere Sinne gegen jene Chimren einen Kontrast oder Abstechung, um jene als von sich ausgeheckt, diese aber als empfunden anzusehen. Schlummert er hiebei ein, so erlischt die empfundene Vorstellung seines Krpers, und es bleibt blo die selbstgedichtete brig, gegen welche die andre Chimren als in uerer Verhltnis gedacht werden und auch, solange man schlft, den Trumenden betrgen mssen, weil keine Empfindung da ist, die in Vergleichung mit jener das Urbild vom Schattenbilde, nmlich das uere vom Innern, unterscheiden liee. Von wachenden Trumern sind demnach die Geisterseher nicht blo dem Grade, sondern der Art nach gnzlich unterschieden. Denn diese referieren im Wachen und oft bei der grten Lebhaftigkeit anderer Empfindungen gewisse Gegenstnde unter die uerliche Stellen der andern Dinge, die sie wirklich um sich wahrnehmen, und die Frage ist hie nur, wie es zugehe, da sie das Blendwerk ihrer Einbildung auer sich versetzen und zwar in Verhltnis auf ihren Krper, den sie auch durch uere Sinne empfinden. Die groe Klarheit ihres Hirngespinstes kann hievon nicht die Ursache sein; denn es kommt hier auf den Ort an, wohin es als ein Gegenstand versetzt ist, und daher verlange ich, da man zeige, wie die Seele ein solches Bild, was sie doch als =in= sich enthalten vorstellen sollte, in ein ganz ander Verhltnis, nmlich in einen Ort =uerlich= und unter die Gegenstnde versetze, die sich ihrer wirklichen Empfindung darbieten. Auch werde ich mich durch die Anfhrung anderer Flle, die einige hnlichkeit mit solcher Tuschung haben und etwa im fieberhaften Zustande vorfallen, nicht abfertigen lassen; denn gesund oder krank, wie der Zustand des Betrogenen auch sein mag, so will man nicht wissen, ob dergleichen auch sonsten geschehe, sondern wie dieser Betrug mglich sei. Wir finden aber bei dem Gebrauch der ueren Sinne, da ber die Klarheit, darin die Gegenstnde vorgestellt werden, man in der Empfindung auch ihren Ort mit begreife, vielleicht nicht allemal mit gleicher Richtigkeit, dennoch als eine notwendige Bedingung der Empfindung, ohne welche es unmglich wre, die Dinge als auer uns vorzustellen. Hiebei wird es sehr wahrscheinlich, da unsere Seele das empfundene Objekt dahin in ihrer Vorstellung versetze, wo die verschiedene Richtungslinien des Eindrucks, die dasselbe gemacht hat, wenn sie fortgezogen werden, zusammenstoen. Daher sieht man einen strahlenden Punkt an demjenigen Orte, wo die von dem Auge in der Richtung des Einfalls der Lichtstrahlen zurckgezogene Linien sich schneiden. Dieser Punkt, welchen man den Sehepunkt nennt, ist zwar in der Wirkung der =Zerstreuungspunkt=, aber in der Vorstellung der =Sammlungspunkt= der Direktionslinien, nach welchen die Empfindung eingedrckt wird (_focus imaginarius_). So bestimmt man selbst durch ein einziges Auge einem sichtbaren Objekte den Ort, wie unter andern geschieht, wenn das Spektrum eines Krpers vermittelst eines Hohlspiegels in der Luft gesehen wird, gerade da, wo die Strahlen, welche aus einem Punkte des Objekts ausflieen, sich schneiden, ehe sie ins Auge fallen.(10) (10) So wird das Urteil, welches wir von dem scheinbaren Orte naher Gegenstnde fllen, in der Sehekunst gemeiniglich vorgestellt, und es stimmt auch sehr gut mit der Erfahrung. Indessen treffen ebendieselbe Lichtstrahlen, die aus einem Punkte auslaufen, vermge der Brechung in den Augenfeuchtigkeiten nicht divergierend auf den Sehenerven, sondern vereinigen sich daselbst in einem Punkte. Daher, wenn die Empfindung lediglich in diesem Nerven vorgeht, der _focus imaginarius_ nicht auer dem Krper, sondern im Boden des Auges gesetzt werden mte, welches eine Schwierigkeit macht, die ich jetzt nicht auflsen kann, und die mit den obigen Stzen sowohl als mit der Erfahrung unvereinbar scheint. Vielleicht kann man ebenso bei den Eindrcken des Schalles, weil dessen Ste auch nach geraden Linien geschehen, annehmen, da die Empfindung desselben zugleich mit der Vorstellung eines _foci imaginarii_ begleitet sei, der dahin gesetzt wird, wo die gerade Linien des in Bebung gesetzten Nervengebudes, im Gehirne uerlich fortgezogen, zusammenstoen. Denn man bemerkt die Gegend und Weite eines schallenden Objekts einigermaen, wenn der Schall gleich leise ist und hinter uns geschieht, obschon die gerade Linien, die von da gezogen werden knnen, eben nicht die Erffnung des Ohrs treffen, sondern auf andere Stellen des Haupts fallen, soda man glauben mu, die Richtungslinien der Erschtterung werden in der Vorstellung der Seele uerlich fortgezogen und das schallende Objekt in den Punkt ihres Zusammenstoes versetzt. Ebendasselbe kann, wie mich dnkt, auch von den brigen drei Sinnen gesagt werden, welche sich darin von dem Gesichte und dem Gehr unterscheiden, da der Gegenstand der Empfindung mit den Organen in unmittelbarer Berhrung stehet, und die Richtungslinien des sinnlichen Reizes daher in diesen Organen selbst ihren Punkt der Vereinigung haben. Um dieses auf die Bilder der Einbildung anzuwenden, so erlaube man mir dasjenige, was CARTESIUS annahm und die mehresten Philosophen nach ihm billigten, zum Grunde zu legen: nmlich da alle Vorstellungen der Einbildungskraft zugleich mit gewissen Bewegungen in dem Nervengewebe oder Nervengeiste des Gehirns begleitet sind, welche man _ideas materiales_ nennt, d.i. vielleicht mit der Erschtterung oder Bebung des feinen Elements, welches von ihnen abgesondert wird, und die derjenigen Bewegung hnlich ist, welche der sinnliche Eindruck machen knnte, wovon er die Kopie ist. Nun verlange ich aber, mir einzurumen, da der vornehmste Unterscheid der Nervenbewegung in den Phantasien von der in der Empfindung darin bestehe, da die Richtungslinien der Bewegung bei jenem sich innerhalb dem Gehirne, bei diesem aber auerhalb schneiden; daher, weil der _focus imaginarius_, darin das Objekt vorgestellt wird, bei den klaren Empfindungen des Wachens auer mir, der von den Phantasien aber, die ich zu der Zeit etwa habe, in mir gesetzt wird, ich, solange ich wache, nicht fehlen kann, die Einbildungen als meine eigene Hirngespinste von dem Eindruck der Sinne zu unterscheiden. Wenn man dieses einrumt, so dnkt mich, da ich ber diejenige Art von Strung des Gemts, die man den Wahnsinn und im hhern Grade die Verrckung nennt, etwas Begreifliches zur Ursache anfhren knne. Das Eigentmliche dieser Krankheit bestehet darin, da der verworrene Mensch bloe Gegenstnde seiner Einbildung auer sich versetzt und als wirklich vor ihm gegenwrtige Dinge ansieht. Nun habe ich gesagt, da nach der gewhnlichen Ordnung die Direktionslinien der Bewegung, die in dem Gehirne als materielle Hlfsmittel die Phantasie begleiten, sich innerhalb demselben durchschneiden mssen, und mithin der Ort, darin er sich seines Bildes bewut ist, zur Zeit des Wachens in ihm selbst gedacht werde. Wenn ich also setze, da durch irgendeinen Zufall oder Krankheit gewisse Organen des Gehirnes so verzogen und aus ihrem gehrigen Gleichgewicht gebracht seien, da die Bewegung der Nerven, die mit einigen Phantasien harmonisch beben, nach solchen Richtungslinien geschieht, welche fortgezogen sich auerhalb dem Gehirne durchkreuzen wrden, so ist der _focus imaginarius_ auerhalb dem denkenden Subjekt gesetzt,(11) und das Bild, welches ein Werk der bloen Einbildung ist, wird als ein Gegenstand vorgestellt, der den ueren Sinnen gegenwrtig wre. Die Bestrzung ber die vermeinte Erscheinung einer Sache, die nach der natrlichen Ordnung nicht zugegen sein sollte, wird, obschon auch anfangs ein solches Schattenbild der Phantasie nur schwach wre, bald die Aufmerksamkeit rege machen und der Scheinempfindung eine so groe Lebhaftigkeit geben, die den betrogenen Menschen an der Wahrhaftigkeit nicht zweifeln lt. Dieser Betrug kann einen jeden ueren Sinn betreffen; denn von jeglichen haben wir kopierte Bilder in der Einbildung, und die Verrckung des Nervengewebes kann die Ursache werden, den _focum imaginarium_ dahin zu versetzen, von wo der sinnliche Eindruck eines wirklich vorhandenen krperlichen Gegenstandes kommen wrde. Es ist alsdenn kein Wunder, wenn der Phantast manches sehr deutlich zu sehen oder zu hren glaubt, was niemand auer ihm wahrnimmt, imgleichen wenn diese Hirngespenster ihm erscheinen und pltzlich verschwinden, oder indem sie etwa einem Sinne, z.E. dem Gesichte, vorgaukeln, durch keinen andern, wie z.E. das Gefhl, knnen empfunden werden und daher durchdringlich scheinen. Die gemeine Geistererzhlungen laufen so sehr auf dergleichen Bestimmungen hinaus, da sie den Verdacht ungemein rechtfertigen, sie knnten wohl aus einer solchen Quelle entsprungen sein. Und so ist auch der gangbare Begriff von =geistigen Wesen=, den wir oben aus dem gemeinen Redegebrauche herauswickelten, dieser Tuschung sehr gem und verleugnet seinen Ursprung nicht, weil die Eigenschaft einer durchdringlichen Gegenwart im Raume das wesentliche Merkmal dieses Begriffes ausmachen soll. (11) Man knnte als eine entfernte hnlichkeit mit dem angefhrten Zufalle die Beschaffenheit der Trunkenen anfhren, die in diesem Zustande mit beiden Augen doppelt sehen, darum weil durch die Anschwellung der Blutgefe eine Hindernis entspringt, die Augenachsen so zu richten, da ihre verlngerte Linien sich im Punkte, worin das Objekt ist, schneiden. Ebenso mag die Verziehung der Hirngefe, die vielleicht nur vorbergehend ist und, solange sie dauert, nur einige Nerven betrifft, dazu dienen, da gewisse Bilder der Phantasie selbst im Wachen als auer uns erscheinen. Eine sehr gemeine Erfahrung kann mit dieser Tuschung verglichen werden. Wenn man nach vollbrachten Schlafe mit einer Gemchlichkeit, die einem Schlummer nahekommt und gleichsam mit gebrochnen Augen die mancherlei Fden der Bettvorhnge oder des Bezuges oder die kleinen Flecken einer nahen Wand ansieht, so macht man sich daraus leichtlich Figuren von Menschengesichtern und dergleichen. Das Blendwerk hrt auf, sobald man will und die Aufmerksamkeit anstrengt. Hier ist die Versetzung des _foci imaginarii_ der Phantasien der Willkr einigermaen unterworfen, da sie bei der Verrckung durch keine Willkr kann gehindert werden. Es ist auch sehr wahrscheinlich, da die Erziehungsbegriffe von Geistergestalten dem kranken Kopfe die Materialien zu den tuschenden Einbildungen geben, und da ein von allen solchen Vorurteilen leeres Gehirn, wenn ihm gleich eine Verkehrtheit anwandelte, wohl nicht so leicht Bilder von solcher Art aushecken wrde. Ferner siehet man daraus auch, da, da die Krankheit des Phantasten nicht eigentlich den Verstand, sondern die Tuschung der Sinne betrifft, der Unglckliche seine Blendwerke durch kein Vernnfteln heben knne, weil die wahre oder scheinbare Empfindung der Sinne selbst vor allem Urteil des Verstandes vorhergeht und eine unmittelbare Evidenz hat, die alle andre berredung weit bertrifft. Die Folge, die sich aus diesen Betrachtungen ergibt, hat dieses Ungelegene an sich, da sie die tiefe Vermutungen des vorigen Hauptstcks entbehrlich macht, und da der Leser, so bereitwillig er auch sein mochte, denen idealischen Entwrfen desselben einigen Beifall einzurumen, dennoch den Begriff vorziehen wird, welcher mehr Gemchlichkeit und Krze im Entscheiden bei sich fhret und sich einen allgemeineren Beifall versprechen kann. Denn auer dem, da es einer vernnftigen Denkungsart gemer zu sein scheint, die Grnde der Erklrung aus dem Stoffe herzunehmen, den die Erfahrung uns darbietet, als sich in schwindlichten Begriffen einer halb dichtenden, halb schlieenden Vernunft zu verlieren, so uert sich noch dazu auf dieser Seite einiger Anla zum Gesptte, welches, es mag nun gegrndet sein oder nicht, ein krftigeres Mittel ist als irgend ein anderes, eitele Nachforschungen zurckzuhalten. Denn auf eine ernsthafte Art ber die Hirngespenster der Phantasten Auslegungen machen zu wollen, gibt schon eine schlimme Vermutung, und die Philosophie setzt sich in Verdacht, welche sich in so schlechter Gesellschaft betreffen lt. Zwar habe ich oben den Wahnsinn in dergleichen Erscheinung nicht bestritten, vielmehr ihn, zwar nicht als die Ursache einer eingebildeten Geistergemeinschaft, doch als eine natrliche Folge derselben damit verknpfet; allein was vor eine Torheit gibt es doch, die nicht mit einer bodenlosen Weltweisheit knnte in Einstimmung gebracht werden? Daher verdenke ich es dem Leser keinesweges, wenn er, anstatt die Geisterseher vor Halbbrger der andern Welt anzusehen, sie kurz und gut als Kandidaten des Hospitals abfertigt und sich dadurch alles weiteren Nachforschens berhebt. Wenn nun aber alles auf solchen Fu genommen wird, so mu auch die Art, dergleichen Adepten des Geisterreichs zu behandeln, von derjenigen nach den obigen Begriffen sehr verschieden sein, und da man es sonst ntig fand, bisweilen einige derselben zu =brennen=, so wird es jetzt gnug sein, sie nur zu =purgieren=. Auch wre es bei dieser Lage der Sachen eben nicht ntig gewesen, so weit auszuholen und in dem fieberhaften Gehirne betrogener Schwrmer durch Hlfe der Metaphysik Geheimnisse aufzusuchen. Der scharfsichtige HUDIBRAS htte uns allein das Rtsel auflsen knnen; denn nach seiner Meinung: =wenn ein hypochondrischer Wind in den Eingeweiden tobet, so kommt es darauf an, welche Richtung er nimmt, geht er abwrts, so wird daraus ein F--, steigt er aber aufwrts, so ist es eine Erscheinung oder eine heilige Eingebung=. Viertes Hauptstck. _Theoretischer Schlu aus den gesamten Betrachtungen des ersten Teils._ Die Trglichkeit einer Wage, die nach brgerlichen Gesetzen ein Ma der Handlung sein soll, wird entdeckt, wenn man Ware und Gewichte ihre Schalen vertauschen lt, und die Parteilichkeit der Verstandeswage offenbaret sich durch ebendenselben Kunstgriff, ohne welchen man auch in philosophischen Urteilen nimmermehr ein einstimmiges Fazit aus den verglichenen Abwiegungen herausbekommen kann. Ich habe meine Seele von Vorurteilen gereinigt, ich habe eine jede blinde Ergebenheit vertilgt, welche sich jemals einschlich, um manchem eingebildeten Wissen in mir Eingang zu verschaffen. Jetzo ist mir nichts angelegen, nichts ehrwrdig, als was durch den Weg der Aufrichtigkeit in einem ruhigen und vor alle Grnde zugnglichem Gemte Platz nimmt; es mag mein voriges Urteil besttigen oder aufheben, mich bestimmen oder unentschieden lassen. Wo ich etwas antreffe, das mich belehrt, da eigne ich es mir zu. Das Urteil desjenigen, der meine Grnde widerlegt, ist mein Urteil, nachdem ich es vorerst =gegen= die Schale der Selbstliebe und nachher in derselben gegen meine vermeintliche Grnde abgewogen und in ihm einen greren Gehalt gefunden habe. Sonst betrachtete ich den allgemeinen menschlichen Verstand blo aus dem Standpunkte des meinigen: jetzt setze ich mich in die Stelle einer fremden und ueren Vernunft und beobachte meine Urteile samt ihren geheimsten Anlssen aus dem Gesichtspunkte anderer. Die Vergleichung beider Beobachtungen gibt zwar starke Parallaxen, aber sie ist auch das einzige Mittel, den optischen Betrug zu verhten und die Begriffe an die wahre Stellen zu setzen, darin sie in Ansehung der Erkenntnisvermgen der menschlichen Natur stehen. Man wird sagen, da dieses eine sehr ernsthafte Sprache sei vor eine so gleichgltige Aufgabe, als wir abhandeln, die mehr ein Spielwerk als eine ernstliche Beschftigung genannt zu werden verdient, und man hat nicht unrecht, so zu urteilen. Allein ob man zwar ber eine Kleinigkeit keine groe Zurstung machen darf, so kann man sie doch gar wohl bei Gelegenheit derselben machen, und die entbehrliche Behutsamkeit beim Entscheiden in Kleinigkeiten kann zum Beispiele in wichtigen Fllen dienen. Ich finde nicht, da irgendeine Anhnglichkeit, oder sonst eine vor der Prfung eingeschlichene Neigung meinem Gemte die Lenksamkeit nach allerlei Grnden vor oder dawider benehme, eine einzige ausgenommen. Die Verstandeswage ist doch nicht ganz unparteiisch, und der eine Arm derselben, der die Aufschrift fhret: =Hoffnung der Zukunft=, hat einen mechanischen Vorteil, welcher macht, da auch leichte Grnde, welche in die ihm angehrige Schale fallen, die Spekulationen von an sich greren Gewichte auf der andern Seite in die Hhe ziehen. Dieses ist die einzige Unrichtigkeit, die ich nicht wohl heben kann, und die ich in der Tat auch niemals heben will. Nun gestehe ich, da alle Erzhlungen vom Erscheinen abgeschiedener Seelen oder von Geistereinflssen und alle Theorien von der mutmalichen Natur geistiger Wesen und ihrer Verknpfung mit uns nur in der Schale der Hoffnung merklich wiegen; dagegen in der der Spekulation aus lauter Luft zu bestehen scheinen. Wenn die Ausmittelung der aufgegebenen Frage nicht mit einer vorher schon entschiedenen Neigung in Sympathie stnde, welcher Vernnftige wrde wohl unschlssig sein, ob er mehr Mglichkeit darin finden sollte, eine Art Wesen anzunehmen, die mit allem, was ihm die Sinne lehren, gar nichts hnliches haben, als einige angebliche Erfahrungen dem Selbstbetruge und der Erdichtung beizumessen, die in mehreren Fllen nicht ungewhnlich sind. Ja, dieses scheint auch berhaupt von der Beglaubigung der Geistererzhlungen, welche so allgemeinen Eingang finden, die vornehmste Ursache zu sein, und selbst die erste Tuschungen von vermeinten Erscheinungen abgeschiedener Menschen sind vermutlich aus der schmeichelhaften Hoffnung entsprungen, da man noch auf irgendeine Art nach dem Tode brig sei, da denn bei nchtlichen Schatten oftmals der Wahn die Sinne betrog und aus zweideutigen Gestalten Blendwerke schuf, die der vorhergehenden Meinung gem waren, woraus denn endlich die Philosophen Anla nahmen, die Vernunftidee von Geistern auszudenken und sie in Lehrverfassung zu bringen. Man sieht es auch wohl meinem anmalichen Lehrbegriff von der Geistergemeinschaft an, da er ebendieselbe Richtung nehme, in den die gemeine Neigung einschlgt. Denn die Stze vereinbaren sich sehr merklich nur dahin, um einen Begriff zu geben, wie der Geist des Menschen aus dieser Welt =herausgehe=,(12) d.i. vom Zustande nach dem Tode; wie er aber =hineinkomme=, d.i. von der Zeugung und Fortpflanzung, davon erwhne ich nichts; ja sogar nicht einmal, wie er in dieser Welt =gegenwrtig= sei, d.i. wie eine immaterielle Natur in einem Krper und durch denselben wirksam sein knne; alles um einer sehr gltigen Ursache willen, welche diese ist, da ich hievon insgesamt nichts verstehe und folglich mich wohl htte bescheiden knnen, ebenso unwissend in Ansehung des knftigen Zustandes zu sein, wofern nicht die Parteilichkeit einer Lieblingsmeinung denen Grnden, die sich darboten, so schwach sie auch sein mochten, zur Empfehlung gedienet htte. (12) Das Sinnbild der alten gypter vor die Seele war ein Papillon, und die griechische Benennung bedeutete ebendasselbe. Man siehet leicht, da die Hoffnung, welche aus dem Tode nur eine Verwandlung macht, eine solche Idee samt ihren Zeichen veranlat habe. Indessen hebt dieses keinesweges das Zutrauen zu der Richtigkeit der hieraus entsprungenen Begriffe. Unsere innere Empfindung und die darauf gegrndete Urteile des =Vernunfthnlichen= fhren, solange sie unverderbt sind, ebendahin, wo die Vernunft hinleiten wrde, wenn sie erleuchteter und ausgebreiteter wre. Ebendieselbe Unwissenheit macht auch, da ich mich nicht unterstehe, so gnzlich alle Wahrheit an den mancherlei Geistererzhlungen abzuleugnen, doch mit dem gewhnlichen, obgleich wunderlichen Vorbehalt, eine jede einzelne derselben in Zweifel zu ziehen, allen zusammengenommen aber einigen Glauben beizumessen. Dem Leser bleibt das Urteil frei; was mich aber anlangt, so ist zum wenigsten der Ausschlag auf die Seite der Grnde des zweiten Hauptstcks bei mir gro gnug, mich bei Anhrung der mancherlei befremdlichen Erzhlungen dieser Art ernsthaft und unentschieden zu erhalten. Indessen da es niemals an Grnden der Rechtfertigung fehlt, wenn das Gemt vorher eingenommen ist, so will ich dem Leser mit keiner weiteren Verteidigung dieser Denkungsart beschwerlich fallen. Da ich mich jetzt beim Schlusse der Theorie von Geistern befinde, so unterstehe ich mir noch zu sagen, da diese Betrachtung, wenn sie von dem Leser gehrig genutzt wird, alle philosophische Einsicht von dergleichen Wesen vollende, und da man davon vielleicht knftighin noch allerlei =meinen=, niemals aber mehr =wissen= knne. Dieses Vorgeben klingt ziemlich ruhmredig. Denn es ist gewi kein den Sinnen bekannter Gegenstand der Natur, von dem man sagen knnte, man habe ihn durch Beobachtung oder Vernunft jemals =erschpft=, wenn es auch ein Wassertropfen, ein Sandkorn oder etwas noch Einfacheres wre; so unermelich ist die Mannigfaltigkeit desjenigen, was die Natur in ihren geringsten Teilen einem so eingeschrnkten Verstande wie der menschliche ist zur Auflsung darbietet. Allein mit dem philosophischen Lehrbegriff von geistigen Wesen ist es ganz anders bewandt. Er kann vollendet sein, aber im =negativen= Verstande, indem er nmlich die Grenzen unserer Einsicht mit Sicherheit festsetzt und uns berzeugt, da die verschiedene Erscheinungen des =Lebens= in der Natur und deren Gesetze alles seien, was uns zu erkennen vergnnet ist, das Principium dieses Lebens aber, d.i. die geistige Natur, welche man nicht kennet, sondern vermutet, niemals positiv knne gedacht werden, weil keine Data hiezu in unseren gesamten Empfindungen anzutreffen seien, und da man sich mit Verneinungen behelfen msse, um etwas von allem Sinnlichen so sehr Unterschiedenes zu denken, da aber selbst die Mglichkeit solcher Verneinungen weder auf Erfahrung, noch auf Schlssen, sondern auf einer Erdichtung beruhe, zu der eine von allen Hlfsmitteln entblte Vernunft ihre Zuflucht nimmt. Auf diesen Fu kann die Pneumatologie der Menschen ein Lehrbegriff ihrer notwendigen Unwissenheit in Absicht auf eine vermutete Art Wesen genannt werden und als ein solcher der Aufgabe leichtlich adaequat sein. Nunmehro lege ich die ganze Materie von Geistern, ein weitluftig Stck der Metaphysik, als abgemacht und vollendet beiseite. Sie geht mich knftig nichts mehr an. Indem ich den Plan meiner Nachforschung auf diese Art besser zusammenziehe und mich einiger gnzlich vergeblichen Untersuchungen entschlage, so hoffe ich meine geringe Verstandesfhigkeit auf die brige Gegenstnde vorteilhafter anlegen zu knnen. Es ist mehrenteils umsonst, das kleine Ma seiner Kraft auf alle windichte Entwrfe ausdehnen zu wollen. Daher gebeut die Klugheit sowohl in diesem als in andern Fllen, den Zuschnitt der Entwrfe den Krften angemessen zu machen und, wenn man das Groe nicht fglich erreichen kann, sich auf das Mittelmige einzuschrnken. Der zweite Teil, welcher historisch ist. Erstes Hauptstck. _Eine Erzhlung, deren Wahrheit der beliebigen Erkundigung des Lesers empfohlen wird._ Sit mihi fas audita loqui. -- -- -- VIRG. Die Philosophie, deren Eigendnkel macht, da sie sich selbst allen eiteln Fragen blostellet, siehet sich oft bei dem Anlasse gewisser Erzhlungen in schlimmer Verlegenheit, wenn sie entweder an einigem in denselben ungestraft nicht =zweifeln= oder manches davon unausgelacht nicht =glauben= darf. Beide Beschwerlichkeiten finden sich in gewisser Mae bei den herumgehenden Geistergeschichten zusammen, die erste bei Anhrung desjenigen, der sie beteurt, und die zweite in Betracht derer, auf die man sie weiter bringt. In der Tat ist auch kein Vorwurf dem Philosophen bitterer, als der der Leichtglubigkeit und der Ergebenheit in den gemeinen Wahn, und da diejenigen, welche sich darauf verstehen, gutes Kaufs klug zu scheinen, ihr spttisches Gelchter auf alles werfen, was die Unwissenden und die Weisen gewissermaen gleichmacht, indem es beiden unbegreiflich ist, so ist kein Wunder, da die so hufig vorgegebene Erscheinungen groen Eingang finden, ffentlich aber entweder abgeleugnet oder doch verhehlet werden. Man kann sich daher darauf verlassen, da niemals eine Akademie der Wissenschaften diese Materie zur Preisfrage machen werde; nicht als wenn die Glieder derselben gnzlich von aller Ergebenheit in die gedachte Meinung frei wren, sondern weil die Regel der Klugheit denen Fragen, welche der Vorwitz und die eitle Wibegierde ohne Unterscheid aufwirft, mit Recht Schranken setzet. Und so werden die Erzhlungen von dieser Art wohl jederzeit nur heimliche Glubige haben, ffentlich aber durch die herrschende Mode des Unglaubens verworfen werden. Da mir indessen diese ganze Frage weder wichtig noch vorbereitet gnug scheint, um ber dieselbe etwas zu entscheiden, so trage ich kein Bedenken, hier eine Nachricht der erwhnten Art anzufhren und sie mit vlliger Gleichgltigkeit dem geneigten oder ungeneigten Urteile der Leser preiszugeben. Es lebt zu Stockholm ein gewisser Herr SWEDENBORG ohne Amt oder Bedienung von seinem ziemlich ansehnlichen Vermgen. Seine ganze Beschftigung besteht darin, da er, wie er selbst sagt, schon seit mehr als zwanzig Jahren mit Geistern und abgeschiedenen Seelen im genauesten Umgange stehet, von ihnen Nachrichten aus der andern Welt einholet und ihnen dagegen welche aus der gegenwrtigen erteilt, groe Bnde ber seine Entdeckungen abfat und bisweilen nach London reiset, um die Ausgabe derselben zu besorgen. Er ist eben nicht zurckhaltend mit seinen Geheimnissen, spricht mit jedermann frei davon, scheint vollkommen von dem, was er vorgibt, berredet zu sein ohne einigen Anschein eines angelegten Betruges oder Charlatanerei. So wie er, wenn man ihm selbst glauben darf, der Erzgeisterseher unter allen Geistersehern ist, so ist er auch sicherlich der Erzphantast unter allen Phantasten, man mag ihn nun aus der Beschreibung derer, welche ihn kennen oder aus seinen Schriften beurteilen. Doch kann dieser Umstand diejenige, welche den Geistereinflssen sonst gnstig sind, nicht abhalten, hinter solcher Phantasterei noch etwas Wahres zu vermuten. Weil indessen das Kreditiv aller Bevollmchtigten aus der andern Welt in den Beweistmern besteht, die sie durch gewisse Proben in der gegenwrtigen von ihrem auerordentlichen Beruf ablegen, so mu ich von demjenigen, was zur Beglaubigung der auerordentlichen Eigenschaft des gedachten Mannes herumgetragen wird, wenigstens dasjenige anfhren, was noch bei den meisten einigen Glauben findet. Gegen das Ende des Jahres 1761 wurde Herr SWEDENBORG zu einer Frstin gerufen, deren groer Verstand und Einsicht es beinahe unmglich machen sollte, in dergleichen Fllen hintergangen zu werden. Die Veranlassung dazu gab das allgemeine Gerchte von denen vorgegebenen Visionen dieses Mannes. Nach einigen Fragen, die mehr darauf abzielten, sich mit seinen Einbildungen zu belustigen, als wirkliche Nachrichten aus der andern Welt zu vernehmen, verabschiedete ihn die Frstin, indem sie ihm vorher einen geheimen Auftrag tat, der in seine Geistergemeinschaft einschlug. Nach einigen Tagen erschien Herr SWEDENBORG mit der Antwort, welche von der Art war, da solche die Frstin ihrem eigenen Gestndnisse nach in das greste Erstaunen versetzte, indem sie solche wahr befand und ihm gleichwohl solche von keinem lebendigen Menschen konnte erteilt sein. Diese Erzhlung ist aus dem Berichte eines Gesandten an dem dortigen Hofe, der damals zugegen war, an einen andern fremden Gesandten in Kopenhagen gezogen worden, stimmt auch genau mit dem, was die besondere Nachfrage darber hat erkundigen knnen, zusammen. Folgende Erzhlungen haben keine andere Gewhrleistung als die gemeine Sage, deren Beweis sehr milich ist. Madame MARTEVILLE, die Witwe eines hollndischen Envoy an dem schwedischen Hofe, wurde von den Angehrigen eines Goldschmiedes um die Bezahlung des Rckstandes vor ein verfertigtes Silberservice gemahnet. Die Dame, welche die regelmige Wirtschaft ihres verstorbenen Gemahls kannte, war berzeugt, da diese Schuld schon bei seinem Leben abgemacht sein mte; allein sie fand in seinen hinterlassenen Papieren gar keinen Beweis. Das Frauenzimmer ist vorzglich geneigt, den Erzhlungen der Wahrsagerei, der Traumdeutung und allerlei anderer wunderbarer Dinge Glauben beizumessen. Sie entdeckte daher ihr Anliegen dem Herrn SWEDENBORG mit dem Ersuchen, wenn es wahr wre, was man von ihm sagte, da er mit abgeschiedenen Seelen im Umgange stehe, ihr aus der andern Welt von ihrem verstorbenen Gemahl Nachricht zu verschaffen, wie es mit der gedachten Anforderung bewandt sei. Herr SWEDENBORG versprach solches zu tun und stellte der Dame nach wenig Tagen in ihrem Hause den Bericht ab, da er die verlangte Kundschaft eingezogen habe, da in einem Schrank, den er anzeigte und der ihrer Meinung nach vllig ausgerumt war, sich noch ein verborgenes Fach befinde, welches die erforderliche Quittungen enthielte. Man suchte sofort seiner Beschreibung zufolge und fand nebst der geheimen hollndischen Correspondence die Quittungen, wodurch alle gemachte Ansprche vllig getilgt wurden. Die dritte Geschichte ist von der Art, da sich sehr leicht ein vollstndiger Beweis ihrer Richtigkeit oder Unrichtigkeit mu geben lassen. Es war, wo ich recht berichtet bin, gegen das Ende des 1759ten Jahres, als Herr SWEDENBORG, aus England kommend, an einem Nachmittage zu =Gotenburg= ans Land trat. Er wurde denselben Abend zu einer Gesellschaft bei einem dortigen Kaufmann gezogen und gab ihr nach einigem Aufenthalt mit allen Zeichen der Bestrzung die Nachricht, da eben jetzt in Stockholm im =Sdermalm= eine erschreckliche Feuersbrunst wte. Nach Verlauf einiger Stunden, binnen welchen er sich dann und wann entfernte, berichtete er der Gesellschaft, da das Feuer gehemmet sei, imgleichen wie weit es um sich gegriffen habe. Ebendenselben Abend verbreitete sich schon diese wunderliche Nachricht und war den andern Morgen in der ganzen Stadt herumgetragen; allein nach zwei Tagen allererst kam der Bericht davon aus Stockholm in Gotenburg an, vllig einstimmig, wie man sagt, mit SWEDENBORGS Visionen. Man wird vermutlich fragen, was mich doch immer habe bewegen knnen, ein so verachtetes Geschfte zu bernehmen, als dieses ist, Mrchen weiter zu bringen, die ein Vernnftiger Bedenken trgt, mit Geduld anzuhren, ja solche gar zum Text philosophischer Untersuchungen zu machen. Allein da die Philosophie, welche wir voranschickten, ebensowohl ein Mrchen war aus dem =Schlaraffenlande= der Metaphysik, so sehe ich nichts Unschickliches darin, beide in Verbindung auftreten zu lassen; und warum sollte es auch eben rhmlicher sein, sich durch das blinde Vertrauen in die Scheingrnde der Vernunft, als durch unbehutsamen Glauben an betrgliche Erzhlungen hintergehen zu lassen? Torheit und Verstand haben so unkenntlich bezeichnete Grenzen, da man schwerlich in dem einen Gebiete lange fortgeht, ohne bisweilen einen kleinen Streif in das andre zu tun; aber was die Treuherzigkeit anlangt, die sich bereden lt, vielen festen Beteurungen selbst wider die Gegenwehr des Verstandes bisweilen etwas einzurumen, so scheint sie ein Rest der alten Stammehrlichkeit zu sein, die freilich auf den jetzigen Zustand nicht recht pat und daher oft zur Torheit wird, aber darum doch eben nicht als ein natrliches Erbstck der Dummheit angesehen werden mu. Daher berlasse ich es dem Belieben des Lesers, bei der wunderlichen Erzhlung, mit welcher ich mich bemenge, jene zweideutige Mischung von Vernunft und Leichtglubigkeit in ihre Elemente aufzulsen und die Proportion beider Ingredienzien vor meine Denkungsart auszurechnen. Denn da es bei einer solchen Kritik doch nur um die Anstndigkeit zu tun ist, so halte ich mich gnugsam vor dem Spott gesichert, dadurch da ich mit dieser Torheit, wenn man sie so nennen will, mich gleichwohl in recht guter und zahlreicher Gesellschaft befinde, welches schon gnug ist, wie FONTENELLE glaubt, um wenigstens nicht vor unklug gehalten zu werden. Denn es ist zu allen Zeiten so gewesen und wird auch wohl knftighin so bleiben, da gewisse widersinnige Dinge selbst bei Vernnftigen Eingang finden, blo darum weil allgemein davon gesprochen wird. Dahin gehren die Sympathie, die Wnschelrute, die Ahndungen, die Wirkung der Einbildungskraft schwangerer Frauen, die Einflsse der Mondwechsel auf Tiere und Pflanzen u.d.g. Ja, hat nicht vor kurzem das gemeine Landvolk denen Gelehrten die Sptterei gut vergolten, welche sie gemeiniglich auf dasselbe der Leichtglubigkeit wegen zu werfen pflegen? Denn durch vieles Hrensagen brachten Kinder und Weiber endlich einen groen Teil kluger Mnner dahin, da sie einen gemeinen Wolf vor eine =Hyne= hielten, obgleich jetzo ein jeder Vernnftiger leicht einsieht, da in den Wldern von Frankreich wohl kein afrikanisches Raubtier herumlaufen werde. Die Schwche des menschlichen Verstandes in Verbindung mit seiner Wibegierde macht, da man anfnglich Wahrheit und Betrug ohne Unterschied aufraffet. Aber nach und nach lutern sich die Begriffe, ein kleiner Teil bleibt, das brige wird als Auskehricht weggeworfen. Wem also jene Geistererzhlungen eine Sache von Wichtigkeit zu sein scheinen, der kann immerhin, im Fall er Geld gnug und nichts Besseres zu tun hat, eine Reise auf eine nhere Erkundigung derselben wagen, so wie ARTEMIDOR zum Besten der Traumdeutung in Kleinasien herumzog. Es wird ihm auch die Nachkommenschaft von hnlicher Denkungsart davor hchlich verbunden sein, da er verhtete, damit nicht dereinst ein anderer PHILOSTRAT aufstnde, der nach Verlauf vieler Jahre aus unserm SWEDENBORG einen neuen APOLLONIUS =von Tyane= machete, wenn das Hrensagen zu einem frmlichen Beweise wird gereifet sein, und das ungelegene, obzwar hchstntige Verhr der Augenzeugen dereinst unmglich geworden sein wird. Zweites Hauptstck. _Ekstatische Reise eines Schwrmers durch die Geisterwelt._ Somnia, terrores magicos, miracula, sagas, Nocturnos lemures, portentaque Thessala --. HORATIUS. Ich kann es dem behutsamen Leser auf keinerlei Weise belnehmen, wenn sich im Fortgange dieser Schrift einiges Bedenken bei ihm gereget htte ber das Verfahren, das der Verfasser vor gut gefunden hat, darin zu beobachten. Denn da ich den dogmatischen Teil vor dem historischen und also die Vernunftgrnde vor der Erfahrung voranschickte, so gab ich Ursache zu dem Argwohn, als wenn ich mit Hinterlist umginge und, da ich die Geschichte schon vielleicht zum voraus im Kopfe gehabt haben mochte, mich nur so angestellet htte, als wte ich von nichts, als von reinen, abgesonderten Betrachtungen, damit ich den Leser, der sich nichts dergleichen besorgt, am Ende mit einer erfreulichen Besttigung aus der Erfahrung berraschen knnte. Und in der Tat ist dieses auch ein Kunstgriff, dessen die Philosophen sich mehrmalen sehr glcklich bedient haben. Denn man mu wissen, da alle Erkenntnis zwei Enden habe, bei denen man sie fassen kann, das eine _a priori_, das andere _a posteriori_. Zwar haben verschiedene Naturlehrer neuerer Zeiten vorgegeben, man msse es bei dem letzteren anfangen, und glauben den Aal der Wissenschaft beim Schwanze zu erwischen, indem sie sich gnugsamer Erfahrungskenntnisse versichern und denn so allmhlich zu allgemeinen und hheren Begriffen hinaufrcken. Allein ob dieses zwar nicht unklug gehandelt sein mchte, so ist es doch bei weitem nicht gelehrt und philosophisch gnug; denn man ist auf diese Art bald bei einem =Warum=, worauf keine Antwort gegeben werden kann, welches einem Philosophen gerade so viel Ehre macht als einem Kaufmann, der bei einer Wechselzahlung freundlich bittet, ein andermal wieder anzusprechen. Daher haben scharfsinnige Mnner, um diese Unbequemlichkeit zu vermeiden, von der entgegengesetzten uersten Grenze, nmlich dem obersten Punkte der Metaphysik, angefangen. Es findet sich aber hiebei eine neue Beschwerlichkeit, nmlich, da man anfngt, ich wei nicht =wo=, und kmmt, ich wei nicht =wohin=, und da der Fortgang der Grnde nicht auf die Erfahrung treffen will, ja, da es scheinet, die Atomen des EPIKURS drften eher, nachdem sie von Ewigkeit her immer gefallen, einmal von ungefhr zusammenstoen, um eine Welt zu bilden, als die allgemeinsten und abstraktesten Begriffe, um sie zu erklren. Da also der Philosoph wohl sahe, da seine Vernunftgrnde einerseits und die wirkliche Erfahrung oder Erzhlung andererseits, wie ein Paar Parallellinien wohl ins Undenkliche nebeneinander fortlaufen wrden, ohne jemals zusammenzutreffen, so ist er mit den brigen, gleich als wenn sie darber Abrede genommen htten, bereingekommen, ein jeder nach seiner Art den Anfangspunkt zu nehmen und darauf, nicht in der geraden Linie der Schlufolge, sondern mit einem unmerklichen =Clinamen= der Beweisgrnde, dadurch da sie nach dem Ziele gewisser Erfahrungen oder Zeugnisse verstohlen hinschieleten, die Vernunft so zu lenken, da sie gerade dahin treffen mute, wo der treuherzige Schler sie nicht vermutet hatte, nmlich dasjenige zu beweisen, wovon man schon vorher wute, da es sollte bewiesen werden. Diesen Weg nannten sie alsdenn noch den Weg _a priori_, ob er wohl unvermerkt durch ausgesteckte Stbe nach dem Punkte _a posteriori_ gezogen war, wobei aber billigermaen der, so die Kunst versteht, den Meister nicht verraten mu. Nach dieser sinnreichen Lehrart haben verschiedene verdienstvolle Mnner auf dem bloen Wege der Vernunft sogar Geheimnisse der Religion ertappt, so wie Romanschreiber die Heldin der Geschichte in entfernete Lnder fliehen lassen, damit sie ihrem Anbeter durch ein glckliches Abenteuer von ungefhr aufstoe: _et fugit ad salices et se cupit ante videri_. VIRG. Ich wrde mich also bei so gepriesenen Vorgngern in der Tat nicht zu schmen Ursache haben, wenn ich gleich wirklich ebendasselbe Kunststck gebraucht htte, um meiner Schrift zu einem erwnschten Ausgange zu verhelfen. Allein ich bitte den Leser gar sehr, dergleichen nicht von mir zu glauben. Was wrde es mir auch jetzo helfen, da ich keinen mehr hintergehen kann, nachdem ich das Geheimnis schon ausgeplaudert habe? Zudem habe ich das Unglck, da das Zeugnis, worauf ich stoe und was meiner philosophischen Hirngeburt so ungemein hnlich ist, verzweifelt migeschaffen und albern aussieht, soda ich viel eher vermuten mu, der Leser werde um der Verwandtschaft mit solchen Beistimmungen willen meine Vernunftgrnde vor ungereimt, als jene um dieser willen vor vernnftig halten. Ich sage demnach ohne Umschweif, da, was solche anzgliche Vergleichungen anlangt, ich keinen Spa verstehe, und erklre kurz und gut, da man entweder in SWEDENBORGS Schriften mehr Klugheit und Wahrheit vermuten msse, als der erste Anschein blicken lt, oder da es nur so von ohngefhr komme, wenn er mit meinem System zusammentrifft, wie Dichter bisweilen, wenn sie rasen, weissagen, wie man glaubt, oder wenigstens wie sie selbst sagen, wenn sie dann und wann mit dem Erfolge zusammentreffen. Ich komme zu meinem Zwecke, nmlich zu den Schriften meines Helden. Wenn manche jetzt vergessene oder dereinst doch namenlose Schriftsteller kein geringes Verdienst haben, da sie in der Ausarbeitung groer Werke den Aufwand ihres Verstandes nicht achteten, so gebhret dem Herren SWEDENBORG ohne Zweifel die greste Ehre unter allen. Denn gewi, seine Flasche in der Mondenwelt ist ganz voll und weicht keiner einzigen unter denen, die ARIOSTO dort mit der hier verlornen Vernunft angefllet gesehen hat, und die ihre Besitzer dereinst werden wiedersuchen mssen, so vllig entleert ist das groe Werk von einem jeden Tropfen derselben. Nichtsdestoweniger herrscht darinnen eine so wundersame bereinkunft mit demjenigen, was die feineste Ergrbelung der Vernunft ber den hnlichen Gegenstand herausbringen kann, da der Leser mir es verzeihen wird, wenn ich hier diejenige Seltenheit in den Spielen der Einbildung finde, die so viel andere Sammler in denen Spielen der Natur angetroffen haben, als wenn sie etwa im fleckichten Marmor die heilige Familie oder in Bildungen von Tropfstein Mnche, Taufstein und Orgeln, oder sogar wie der Sptter LISCOW auf einer gefrorenen Fensterscheibe die Zahl des Tieres und die dreifache Krone entdecken; lauter Dinge, die niemand sonsten sieht, als dessen Kopf schon vorher damit angefllet ist. Das groe Werk dieses Schriftstellers enthlt acht Quartbnde voll Unsinn, welche er unter dem Titel: _Arcana caelestia_, der Welt als eine neue Offenbarung vorlegt, und wo seine Erscheinungen mehrenteils auf die Entdeckung des geheimen Sinnes in den zwei ersten Bchern Mosis und eine hnliche Erklrungsart der ganzen H. Schrift angewendet werden. Alle diese schwrmende Auslegungen gehen mich hier nichts an; man kann aber, wenn man will, einige Nachrichten von denenselben in des Herrn Doctor ERNESTI Theol. Bibliothek im ersten Bande aufsuchen. Nur die _audita et visa_, d.i. was seine eigne Augen sollen gesehen und eigene Ohren gehrt haben, sind alles, was wir vornehmlich aus denen Beilagen zu seinen Kapiteln ziehen wollen, weil sie allen brigen Trumereien zum Grunde liegen und auch ziemlich in das Abenteuer einschlagen, das wir oben auf dem Luftschiffe der Metaphysik gewagt haben. Der Stil des Verfassers ist platt. Seine Erzhlungen und ihre Zusammenordnung scheinen in der Tat aus =fanatischem Anschauen= entsprungen zu sein und geben gar wenig Verdacht, da spekulative Hirngespinste einer verkehrt grblenden Vernunft ihn bewogen haben sollten, dieselbe zu erdichten und zum Betruge anzulegen. Insoferne haben sie also einige Wichtigkeit und verdienen wirklich, in einem kleinen Auszuge vorgestellet zu werden, vielleicht mehr, als so manche Spielwerke hirnloser Vernnftler, welche unsere Journale anschwellen, weil eine zusammenhngende Tuschung der Sinne berhaupt ein viel merkwrdiger Phaenomenon ist, als der Betrug der Vernunft, dessen Grnde bekannt genug sind, und der auch groenteils durch willkrliche Richtung der Gemtskrfte und etwas mehr Bndigung eines leeren Vorwitzes knnte verhtet werden, da hingegen jene das erste Fundament aller Urteile betrifft, dawider, wenn es unrichtig ist, die Regeln der Logik wenig vermgen! Ich sondere also bei unserm Verfasser den =Wahnsinn= vom =Wahnwitze= ab und bergehe dasjenige, was er auf eine verkehrte Weise klgelt, indem er nicht bei seinen =Visionen= stehen bleibt, ebenso wie man sonst vielfltig bei einem Philosophen dasjenige, was er =beobachtet=, von dem absondern mu, was er =vernnftelt=, und sogar =Scheinerfahrungen= mehrenteils lehrreicher sind, als die =Scheingrnde= aus der Vernunft. Indem ich also dem Leser einige von denen Augenblicken raube, die er sonst vielleicht mit nicht viel grerem Nutzen auf die Lesung =grndlicher= Schriften von eben der Materie wrde verwandt haben, so sorge ich zugleich vor die Zrtlichkeit seines Geschmacks, da ich mit Weglassung vieler wilden Chimren die Quintessenz des Buchs auf wenig Tropfen bringe, wovor ich mir von ihm ebensoviel Dank verspreche, als ein gewisser Patient glaubte den rzten schuldig zu sein, da sie ihn nur die Rinde von der Quinquina verzehren lieen, da sie ihn leichtlich htten ntigen knnen, den ganzen Baum aufzuessen. Herr SWEDENBORG teilet seine Erscheinungen in drei Arten ein, davon die =erste= ist, vom Krper befreiet zu werden: ein mittlerer Zustand zwischen Schlafen und Wachen, worin er Geister gesehen, gehrt, ja gefhlt hat. Dergleichen ist ihm nur drei- oder viermal begegnet. Die =zweite= ist, vom Geiste weggefhrt zu werden, da er etwa auf der Strae geht, ohne sich zu verwirren, indessen da er im Geiste in ganz anderen Gegenden ist und anderwrts Huser, Menschen, Wlder u.d.g. deutlich sieht, und dieses wohl einige Stunden lang, bis er sich pltzlich wiederum an seinem rechten Orte gewahr wird. Dieses ist ihm zwei- bis dreimal zugestoen. Die =dritte= Art der Erscheinungen ist die gewhnliche, welche er tglich im vlligen Wachen hat, und davon auch hauptschlich diese seine Erzhlungen hergenommen sind. Alle Menschen stehen seiner Aussage nach in gleich inniglicher Verbindung mit der Geisterwelt; nur sie empfinden es nicht, und der Unterscheid zwischen ihm und den andern besteht nur darin, =da sein Innerstes aufgetan ist=, von welchem Geschenke er jederzeit mit Ehrerbietigkeit redet (_datum mihi est ex divina Domini misericordia_). Man siehet aus dem Zusammenhange, da diese Gabe darin bestehen soll, sich derer dunkelen Vorstellungen bewut zu werden, welche die Seele durch ihre bestndige Verknpfung mit der Geisterwelt empfngt. Er unterscheidet daher an dem Menschen das uere und innere Gedchtnis. Jenes hat er als eine Person, die zu der sichtbaren Welt gehrt, dieses aber kraft seines Zusammenhanges mit der Geisterwelt. Darauf grndet sich auch der Unterschied des ueren und inneren Menschen, und sein eigener Vorzug besteht darin, da er schon in diesem Leben als eine Person sich in der Gesellschaft der Geister sieht und von ihnen auch als eine solche erkannt wird. In diesem innern Gedchtnis wird auch alles aufbehalten, was aus dem ueren verschwunden war, und es geht nichts von allen Vorstellungen eines Menschen jemals verloren. Nach dem Tode ist die Erinnerung alles desjenigen, was jemals in seine Seele kam und was ihm selbst ehedem verborgen blieb, das vollstndige Buch seines Lebens. Die Gegenwart der Geister trifft zwar nur seinen innern Sinn. Dieses erregt ihm aber die Apparenz derselben als auer ihm und zwar unter einer menschlichen Figur. Die Geistersprache ist eine unmittelbare Mitteilung der Ideen, sie ist aber jederzeit mit der Apparenz derjenigen Sprache verbunden, die er sonst spricht, und wird vorgestellt als auer ihm. Ein Geist liest in eines andern Geistes Gedchtnis die Vorstellungen, die dieser darin mit Klarheit enthlt. So sehen die Geister in SWEDENBORGEN seine Vorstellungen, die er von dieser Welt hat, mit so klarem Anschauen, da sie sich dabei selbst hintergehen und sich fters einbilden, sie sehen unmittelbar die Sachen, welches doch unmglich ist; denn kein reiner Geist hat die mindeste Empfindung von der krperlichen Welt; allein durch die Gemeinschaft mit andern Seelen lebender Menschen knnen sie auch keine Vorstellung davon haben, weil ihr Innerstes nicht aufgetan ist, d.i. ihr innerer Sinn gnzlich dunkele Vorstellungen enthlt. Daher ist SWEDENBORG das rechte Orakel der Geister, welche ebenso neugierig sind, in ihm den gegenwrtigen Zustand der Welt zu beschauen, als er es ist, in ihrem Gedchtnis wie in einem Spiegel die Wunder der Geisterwelt zu betrachten. Obgleich diese Geister mit allen andern Seelen lebender Menschen gleichfalls in der genauesten Verbindung stehen und in dieselbe wirken oder von ihnen leiden, so wissen sie doch dieses ebensowenig, als es die Menschen wissen, weil dieser ihr innerer Sinn, welcher zu ihrer geistigen Persnlichkeit gehrt, ganz dunkel ist. Es meinen also die Geister, da dasjenige, was aus dem Einflusse der Menschenseelen in ihnen gewirkt worden, von ihnen allein gedacht sei, so wie auch die Menschen in diesem Leben nicht anders glauben, als da alle ihre Gedanken und Willensregungen aus ihnen selbst entspringen, ob sie gleich in der Tat oftmals aus der unsichtbaren Welt in sie bergehen. Indessen hat eine jede menschliche Seele schon in diesem Leben ihre Stelle in der Geisterwelt und gehrt zu einer gewissen Soziett, die jederzeit ihrem innern Zustande des Wahren und Guten, d.i. des Verstandes und Willens, gem ist. Es haben aber die Stellen der Geister untereinander nichts mit dem Raume der krperlichen Welt gemein; daher die Seele eines Menschen in Indien mit der eines andern in Europa, was die geistige Lagen betrifft, oft die nchste Nachbaren sein, und dagegen die, so dem Krper nach in einem Hause wohnen, nach jenen Verhltnissen weit gnug voneinander entfernet sein knnen. Stirbt der Mensch, so verndert die Seele nicht ihre Stelle, sondern empfindet sich nur in derselben, darin sie in Ansehung anderer Geister schon in diesem Leben war. brigens, obgleich die Verhltnis der Geister untereinander kein wahrer Raum ist, so hat dieselbe doch bei ihnen die Apparenz desselben, und ihre Verknpfungen werden unter der begleitenden Bedingung der Naheiten, ihre Verschiedenheiten aber als Weiten vorgestellt, so wie die Geister selber wirklich nicht ausgedehnt sind, einander aber doch die Apparenz einer menschlichen Figur geben. In diesem eingebildetem Raume ist eine durchgngige Gemeinschaft der geistigen Naturen. SWEDENBORG spricht mit abgeschiedenen Seelen, wenn es ihm beliebt, und liest in ihrem Gedchtnis (Vorstellungskraft) denjenigen Zustand, darin sie sich selbst beschauen, und siehet diesen ebenso klar als mit leiblichen Augen. Auch ist die ungeheure Entfernung der vernnftigen Bewohner der Welt in Absicht auf das geistige Weltganze vor nichts zu halten, und mit einem Bewohner des Saturns zu reden, ist ihm ebenso leicht, als eine abgeschiedene Menschenseele zu sprechen. Alles kommt auf das Verhltnis des innern Zustandes und auf die Verknpfung an, die sie untereinander nach ihrer bereinstimmung im =Wahren= und im =Guten= haben; die entferntere Geister aber knnen leichtlich durch Vermittelung anderer in Gemeinschaft kommen. Daher braucht der Mensch auch nicht in den brigen Weltkrpern wirklich gewohnt zu haben, um dieselbe dereinst mit allen ihren Wundern zu kennen. Seine Seele lieset in dem Gedchtnisse anderer abgeschiedenen Weltbrger ihre Vorstellungen, die diese von ihrem Leben und Wohnplatze haben, und siehet darin die Gegenstnde so gut wie durch ein unmittelbares Anschauen. Ein Hauptbegriff in SWEDENBORGS Phantasterei ist dieser. Die krperliche Wesen haben keine eigene Subsistenz, sondern bestehen lediglich durch die Geisterwelt, wiewohl ein jeder Krper nicht durch einen Geist allein, sondern durch alle zusammengenommen. Daher hat die Erkenntnis der materiellen Dinge zweierlei Bedeutung, einen uerlichen Sinn in Verhltnis der Materie aufeinander und einen innern, insoferne sie als Wirkungen die Krfte der Geisterwelt bezeichnen, die ihre Ursachen sind. So hat der Krper des Menschen eine Verhltnis der Teile untereinander nach materiellen Gesetzen; aber insoferne er durch den Geist, der in ihm lebt, erhalten wird, haben seine verschiedene Gliedmaen und ihre Funktionen einen bezeichnenden Wert vor diejenige Seelenkrfte, durch deren Wirkung sie ihre Gestalt, Ttigkeit und Beharrlichkeit haben. Dieser innere Sinn ist den Menschen unbekannt, und den hat SWEDENBORG, dessen Innerstes aufgetan ist, den Menschen bekannt machen wollen. Mit allen andern Dingen der sichtbaren Welt ist es ebenso bewandt; sie haben, wie gesagt, eine Bedeutung als Sachen, welches wenig ist und eine andere als Zeichen, welches mehr ist. Dieses ist auch der Ursprung der neuen Auslegungen, die er von der Schrift hat machen wollen. Denn der innere Sinn, nmlich die symbolische Beziehung aller darin erzhlten Dinge auf die Geisterwelt, ist, wie er schwrmet, der Kern ihres Werts, das brige ist nur die Schale. Was aber wiederum in dieser symbolischen Verknpfung krperlicher Dinge als Bilder mit dem innern geistigen Zustande wichtig ist, besteht darin: Alle Geister stellen sich einander jederzeit unter dem Anschein ausgedehnter Gestalten vor, und die Einflsse aller dieser geistigen Wesen untereinander erregen ihnen zugleich die Apparenz von noch andern ausgedehnten Wesen und gleichsam von einer materialen Welt, deren Bilder doch nur Symbolen ihres inneren Zustandes sind, aber gleichwohl eine so klare und dauerhafte Tuschung des Sinnes verursachen, da solche der wirklichen Empfindung solcher Gegenstnde gleich ist. (Ein knftiger Ausleger wird daraus schlieen, da SWEDENBORG ein Idealist sei, weil er der Materie dieser Welt auch die eigne Subsistenz abspricht und sie daher vielleicht nur vor eine zusammenhngende Erscheinung halten mag, welche aus der Verknpfung der Geisterwelt entspringt). Er redet also von Grten, weitluftigen Gegenden, Wohnpltzen, Galerien und Arkaden der Geister, die er mit eigenen Augen in dem klresten Lichte she, und versichert, da, da er mit allen seinen Freunden nach ihrem Tode vielfltig gesprochen, er an denen, die nur krzlich gestorben, fast jederzeit gefunden htte, da sie sich kaum htten berreden knnen, gestorben zu sein, weil sie eine hnliche Welt um sich shen; imgleichen, da Geistergesellschaften von einerlei innerem Zustande einerlei Apparenz der Gegend und anderer daselbst befindlichen Dinge htten, die Vernderung ihres Zustandes aber sei mit dem Schein der Vernderung des Orts verbunden. Weil nun jederzeit, wenn die Geister den Menschenseelen ihre Gedanken mitteilen, diese mit der Apparenz materieller Dinge verbunden sind, welche im Grunde nur kraft einer Beziehung auf den geistigen Sinn, doch mit allem Schein der Wirklichkeit sich demjenigen vormalen, der solche empfngt, so ist daraus der Vorrat der wilden und unaussprechlich albernen Gestalten herzuleiten, welche unser Schwrmer bei seinem tglichen Geisterumgange in aller Klarheit zu sehen glaubt. Ich habe schon angefhrt, da nach unserm Verfasser die mancherlei Krfte und Eigenschaften der Seele mit denen ihrer Regierung untergeordneten Organen des Krpers in Sympathie stehen. Der ganze uere Mensch korrespondiert also dem ganzen innern Menschen, und wenn daher ein merklicher geistiger Einflu aus der unsichtbaren Welt eine oder andere dieser seiner Seelenkrfte vorzglich trifft, so empfindet er auch harmonisch die apparente Gegenwart desselben an denen Gliedmaen seines ueren Menschen, die diesen korrespondieren. Dahin bezieht er nun eine groe Mannigfaltigkeit von Empfindungen an seinem Krper, die jederzeit mit der geistigen Beschauung verbunden sind, deren Ungereimtheit aber zu gro ist, als da ich es wagen drfte, nur eine einzige derselben anzufhren. Hieraus kann man sich nun, wofern man es der Mhe wert hlt, einen Begriff von der abenteuerlichsten und seltsamsten Einbildung machen, in welche sich alle seine Trumereien vereinbaren. So wie nmlich verschiedene Krfte und Fhigkeiten diejenige Einheit ausmachen, welche die Seele oder der innere Mensch ist, so machen auch verschiedene Geister, (deren Hauptcharaktere sich ebenso aufeinander beziehen, wie die mancherlei Fhigkeiten eines Geistes untereinander), eine Soziett aus, welche die Apparenz eines groen Menschen an sich zeigt, und in welchem Schattenbilde ein jeder Geist sich an demjenigen Orte und in den scheinbaren Gliedmaen sieht, die seiner eigentmlichen Verrichtung in einem solchen geistigen Krper gem sind. Alle Geistersozietten aber zusammen und die ganze Welt aller dieser unsichtbaren Wesen erscheinet zuletzt selbst wiederum in der Apparenz des =gresten Menschen=. Eine ungeheure und riesenmige Phantasie, zu welcher sich vielleicht eine alte kindische Vorstellung ausgedehnt hat, wenn etwa in Schulen, um dem Gedchtnis zu Hlfe zu kommen, ein ganzer Weltteil unter dem Bilde einer sitzenden Jungfrau u.d.g. den Lehrlingen vorgemalt wird. In diesem unermelichen Menschen ist eine durchgngige innigste Gemeinschaft eines Geistes mit allen und aller mit einem, und wie auch immer die Lage der lebenden Wesen gegeneinander in dieser Welt oder deren Vernderung beschaffen sein mag, so haben sie doch eine ganz andere Stelle im gresten Menschen, welche sie niemals verndern und welche nur dem Scheine nach ein Ort in einem unermelichen Raume, in der Tat aber eine bestimmte Art ihrer Verhltnisse und Einflsse ist. Ich bin es mde, die wilden Hirngespinste des rgsten Schwrmers unter allen zu kopieren oder solche bis zu seinen Beschreibungen vom Zustande nach dem Tode fortzusetzen. Ich habe auch noch andere Bedenklichkeiten. Denn obgleich ein Natursammler unter den prparierten Stcken tierischer Zeugungen nicht nur solche, die in natrlicher Form gebildet sind, sondern auch Migeburten in seinem Schranke aufstellt, so mu er doch behutsam sein, sie nicht jedermann und nicht gar zu deutlich sehen zu lassen. Denn es knnten unter den Vorwitzigen leichtlich schwangere Personen sein, bei denen es einen schlimmen Eindruck machen drfte. Und da unter meinen Lesern einige in Ansehung der idealen Empfngnis ebensowohl in andern Umstnden sein mgen, so wrde mir es leid tun, wenn sie sich hier etwa woran sollten versehen haben. Indessen, weil ich sie doch gleich anfangs gewarnet habe, so stehe ich vor nichts und hoffe, man werde mir die Mondklber nicht aufbrden, die bei dieser Veranlassung von ihrer fruchtbaren Einbildung mchten geboren werden. brigens habe ich den Trumereien unseres Verfassers keine eigene unterschoben, sondern solche durch einen getreuen Auszug dem bequemen und wirtschaftlichen Leser, (der einem kleinen Vorwitze nicht so leicht 7 Pfund Sterlinge aufopfern mchte), dargeboten. Zwar sind die unmittelbare Anschauungen mehrenteils von mir weggelassen worden, weil dergleichen wilde Hirngespinste nur den Nachtschlaf des Lesers stren wrden; auch ist der verworrene Sinn seiner Erffnungen hin und wieder in eine etwas gangbare Sprache eingekleidet worden; allein die Hauptzge des Abrisses haben dadurch in ihrer Richtigkeit nicht gelitten. Gleichwohl ist es nur umsonst, es verhehlen zu wollen, weil es jedermann doch so in die Augen fllt, da alle diese Arbeit am Ende auf nichts herauslaufe. Denn da die vorgegebene Privaterscheinungen des Buchs sich selbst nicht beweisen knnen, so konnte der Bewegungsgrund, sich mit ihnen abzugeben, nur in der Vermutung liegen, da der Verfasser zur Beglaubigung derselben sich vielleicht auf Vorflle von der oben erwhnten Art, die durch lebende Zeugen besttigt werden knnten, berufen wrde. Dergleichen aber findet man nirgend. Und so ziehen wir uns mit einiger Beschmung von einem trichten Versuche zurck mit der vernnftigen, obgleich etwas spten Anmerkung, da das Klugdenken mehrenteils eine leichte Sache sei, aber leider nur, nachdem man sich eine Zeitlang hat hintergehen lassen. * * * * * Ich habe einen undankbaren Stoff bearbeitet, den mir die Nachfrage und Zudringlichkeit vorwitziger und miger Freunde unterlegte. Indem ich diesem Leichtsinn meine Bemhung unterwarf, so habe ich zugleich dessen Erwartung betrogen und weder dem Neugierigen durch Nachrichten, noch dem Forschenden durch Vernunftgrnde etwas zur Befriedigung ausgerichtet. Wenn keine andre Absicht diese Arbeit beseelte, so habe ich meine Zeit verloren; ich habe das Zutrauen des Lesers verloren, dessen Erkundigung und Wibegierde ich durch einen langweiligen Umweg zu demselben Punkte der Unwissenheit gefhret habe, aus welchem er herausgegangen war. Allein ich hatte in der Tat einen Zweck vor Augen, der mir wichtiger scheint als der, welchen ich vorgab, und diesen meine ich erreicht zu haben. Die Metaphysik, in welche ich das Schicksal habe verliebt zu sein, ob ich mich gleich von ihr nur selten einiger Gunstbezeugungen rhmen kann, leistet zweierlei Vorteile. Der erste ist, denen Aufgaben ein Gnge zu tun, die das forschende Gemt aufwirft, wenn es verborgenern Eigenschaften der Dinge durch Vernunft nachsphet. Aber hier tuscht der Ausgang nur gar zu oft die Hoffnung und ist diesmal auch unsern begierigen Hnden entgangen. Ter frustra comprensa manus effugit imago Par levibus ventis volucrique simillima somno. VIRG. Der andre Vorteil ist der Natur des menschlichen Verstandes mehr angemessen und besteht darin einzusehen, ob die Aufgabe aus demjenigen, was man wissen kann, auch bestimmt sei und welches Verhltnis die Frage zu denen Erfahrungsbegriffen habe, darauf sich alle unsre Urteile jederzeit sttzen mssen. Insoferne ist die Metaphysik eine Wissenschaft von den =Grenzen der menschlichen Vernunft=, und da ein kleines Land jederzeit viel Grenze hat, berhaupt auch mehr daran liegt, seine Besitzungen wohl zu kennen und zu behaupten, als blindlings auf Eroberungen auszugehen, so ist dieser Nutze der erwhnten Wissenschaft der unbekannteste und zugleich der wichtigste, wie er denn auch nur ziemlich spt und nach langer Erfahrung erreichet wird. Ich habe diese Grenze hier zwar nicht genau bestimmt, aber doch insoweit angezeigt, da der Leser bei weiterem Nachdenken finden wird, er knne sich aller vergeblichen Nachforschung berheben in Ansehung einer Frage, wozu die Data in einer andern Welt, als in welcher er empfindet, anzutreffen sind. Ich habe also meine Zeit verloren, damit ich sie gewnne. Ich habe meinen Leser hintergangen, damit ich ihm ntzete, und wenn ich ihm gleich keine neue Einsicht darbot, so vertilgte ich doch den Wahn und das eitele Wissen, welches den Verstand aufblhet und in seinem engen Raume den Platz ausfllt, den die Lehren der Weisheit und der ntzlichen Unterweisung einnehmen knnten. Wen die bisherigen Betrachtungen ermdet haben, ohne ihn zu belehren, dessen Ungeduld kann sich nunmehro damit aufrichten, was DIOGENES, wie man sagt, seinen ghnenden Zuhrern zusprach, als er das letzte Blatt eines langweiligen Buchs sah: =Courage=, meine Herren, =ich sehe Land=. Vorher wandelten wir wie DEMOKRIT im leeren Raume, wohin uns die =Schmetterlingsflgel= der Metaphysik gehoben hatten und unterhielten uns daselbst mit geistigen Gestalten. Jetzt, da die =stiptische= Kraft der Selbsterkenntnis die seidene Schwingen zusammengezogen hat, sehen wir uns wieder auf dem niedrigen Boden der Erfahrung und des gemeinen Verstandes; glcklich, wenn wir denselben als unseren angewiesenen Platz betrachten, aus welchem wir niemals ungestraft hinausgehen, und der auch alles enthlt, was uns befriedigen kann, solange wir uns am Ntzlichen halten. Drittes Hauptstck. _Praktischer Schlu aus der ganzen Abhandlung._ Einem jeden Vorwitze nachzuhngen und der Erkenntnissucht keine andre Grenzen zu verstatten als das Unvermgen, ist ein Eifer, welcher der =Gelehrsamkeit= nicht bel ansteht. Allein unter unzhligen Aufgaben, die sich selbst darbieten, diejenige auswhlen, deren Auflsung dem Menschen angelegen ist, ist das Verdienst der =Weisheit=. Wenn die Wissenschaft ihren Kreis durchlaufen hat, so gelanget sie natrlicherweise zu dem Punkte eines bescheidenen Mitrauens und sagt, unwillig ber sich selbst: =Wieviel Dinge gibt es doch, die ich nicht einsehe!= Aber die durch Erfahrung gereifte Vernunft, welche zur Weisheit wird, spricht in dem Munde des SOKRATES mitten unter den Waren eines Jahrmarkts mit heiterer Seele: =Wieviel Dinge gibt es doch, die ich alle nicht brauche!= Auf solche Art flieen endlich zwei Bestrebungen von so unhnlicher Natur in eine zusammen, ob sie gleich anfangs nach sehr verschiedenen Richtungen ausgingen, indem die erste eitel und unzufrieden, die zweite aber gesetzt und gngsam ist. Denn um vernnftig zu whlen, mu man vorher selbst das Entbehrliche, ja das Unmgliche kennen; aber endlich gelangt die Wissenschaft zu der Bestimmung der ihr durch die Natur der menschlichen Vernunft gesetzten Grenzen; alle bodenlose Entwrfe aber, die vielleicht an sich selbst nicht unwrdig sein mgen, nur da sie auer der Sphre des Menschen liegen, fliehen auf den =Limbus= der Eitelkeit. Alsdenn wird selbst die Metaphysik dasjenige, wovon sie jetzo noch ziemlich weit entfernet ist, und was man von ihr am wenigsten vermuten sollte, die =Begleiterin der Weisheit=. Denn solange die Meinung einer Mglichkeit, zu so entfernten Einsichten zu gelangen, brigbleibt, so ruft die =weise Einfalt= vergeblich, da solche groe Bestrebungen entbehrlich seien. Die Annehmlichkeit, welche die Erweiterung des Wissens begleitet, wird sehr leicht den Schein der Pflichtmigkeit annehmen und aus jener vorsetzlichen und berlegten Gngsamkeit eine =dumme Einfalt= machen, die sich der Veredelung unserer Natur entgegensetzen will. Die Fragen von der geistigen Natur, von der Freiheit und Vorherbestimmung, dem knftigen Zustande u.d.g. bringen anfnglich alle Krfte des Verstandes in Bewegung und ziehen den Menschen durch ihre Vortrefflichkeit in den Wetteifer der Spekulation, welche ohne Unterschied klgelt und entscheidet, lehret oder widerlegt, wie es die Scheineinsicht jedesmal mit sich bringt. Wenn diese Nachforschung aber in Philosophie ausschlgt, die ber ihr eigen Verfahren urteilt, und die nicht die Gegenstnde allein, sondern deren Verhltnis zu dem Verstande des Menschen kennt, so ziehen sich die Grenzen enger zusammen, und die Marksteine werden gelegt, welche die Nachforschung aus ihrem eigentmlichen Bezirke niemals mehr ausschweifen lassen. Wir haben einige Philosophie ntig gehabt, um die Schwierigkeiten zu kennen, welche einen Begriff umgeben, den man gemeiniglich als sehr bequem und alltgig behandelt. Etwas mehr Philosophie entfernet dieses Schattenbild der Einsicht noch mehr und berzeugt uns, da es gnzlich auer dem Gesichtskreise der Menschen liege. Denn in den Verhltnissen der Ursache und Wirkung, der Substanz und der Handlung dient anfnglich die Philosophie dazu, die verwickelte Erscheinungen aufzulsen und solche auf einfachere Vorstellungen zu bringen. Ist man aber endlich zu den Grundverhltnissen gelangt, so hat das Geschfte der Philosophie ein Ende, und wie etwas knne eine Ursache sein oder eine Kraft haben, ist unmglich jemals durch Vernunft einzusehen, sondern diese Verhltnisse mssen lediglich aus der Erfahrung genommen werden. Denn unsere Vernunftregel gehet nur auf die Vergleichung nach der =Identitt= und dem =Widerspruche=. Soferne aber etwas eine Ursache ist, so wird durch =Etwas= etwas =Anders= gesetzt, und es ist also kein Zusammenhang vermge der Einstimmung anzutreffen; wie denn auch, wenn ich ebendasselbe nicht als eine Ursache ansehen will, niemals ein Widerspruch entspringt, weil es sich nicht contradicieret, wenn etwas gesetzt ist, etwas anderes aufzuheben. Daher die Grundbegriffe der Dinge als Ursachen, die der Krfte und Handlungen, wenn sie nicht aus der Erfahrung hergenommen sind, gnzlich willkrlich sind und weder bewiesen noch widerlegt werden knnen. Ich wei wohl, da das Denken und Wollen meinen Krper bewege, aber ich kann diese Erscheinung als eine einfache Erfahrung niemals durch Zergliederung auf eine andere bringen und sie daher wohl erkennen, aber nicht einsehen. Da mein Wille meinen Arm bewegt, ist mir nicht verstndlicher, als wenn jemand sagte, da derselbe auch den Mond in seinem Kreise zurckhalten knnte; der Unterschied ist nur dieser, da ich jenes erfahre, dieses aber niemals in meine Sinne gekommen ist. Ich erkenne in mir Vernderungen als in einem Subjekte, was lebt, nmlich Gedanken, Willkr etc. etc., und weil diese Bestimmungen von anderer Art sind als alles, was zusammengenommen meinen Begriff vom Krper macht, so denke ich mir billigermaen ein unkrperliches und beharrliches Wesen. Ob dieses auch ohne Verbindung mit dem Krper denken werde, kann vermittelst dieser aus Erfahrung erkannten Natur niemals geschlossen werden. Ich bin mit meiner Art Wesen durch Vermittelung krperlicher Gesetze in Verknpfung, ob ich aber auch sonst nach andern Gesetzen, welche ich pneumatisch nennen will, ohne die Vermittelung der Materie in Verbindung stehe oder jemals stehen werde, kann ich auf keinerlei Weise aus demjenigen schlieen, was mir gegeben ist. Alle solche Urteile, wie diejenige von der Art, wie meine Seele den Krper bewegt oder mit andern Wesen ihrer Art jetzt oder knftig in Verhltnis steht, knnen niemals etwas mehr als Erdichtungen sein und zwar bei weitem nicht einmal von demjenigen Werte als die in der Naturwissenschaft, welche man Hypothesen nennt, bei welchen man keine Grundkrfte ersinnt, sondern diejenige, welche man durch Erfahrung schon kennt, nur auf eine den Erscheinungen angemessene Art verbindet, und deren Mglichkeit sich also jederzeit mu knnen beweisen lassen; dagegen im ersten Falle selbst neue Fundamentalverhltnisse von Ursache und Wirkung angenommen werden, in welchen man niemals den mindesten Begriff ihrer Mglichkeit haben kann und also nur schpferisch oder chimrisch, wie man es nennen will, dichtet. Die Begreiflichkeit verschiedener wahren oder angeblichen Erscheinungen aus dergleichen angenommenen Grundideen dienet diesen zu gar keinem Vorteile. Denn man kann leicht von allem Grund angeben, wenn man berechtigt ist, Ttigkeiten und Wirkungsgesetze zu ersinnen, wie man will. Wir mssen also warten, bis wir vielleicht in der knftigen Welt durch neue Erfahrungen und Begriffe von denen uns noch verborgenen Krften in unserm denkenden Selbst werden belehrt werden. So haben uns die Beobachtungen spterer Zeiten, nachdem sie durch Mathematik aufgelset worden, die Kraft der Anziehung an der Materie offenbaret, von deren Mglichkeit, (weil sie eine Grundkraft zu sein scheint), man sich niemals einigen ferneren Begriff wird machen knnen. Diejenige, welche, ohne den Beweis aus der Erfahrung in Hnden zu haben, vorher sich eine solche Eigenschaft htten ersinnen wollen, wrden als Toren mit Recht verdienet haben, ausgelacht zu werden. Da nun die Vernunftgrnde in dergleichen Fllen weder zur Erfindung noch zur Besttigung der Mglichkeit oder Unmglichkeit von der mindesten Erheblichkeit sind, so kann man nur den Erfahrungen das Recht der Entscheidung einrumen, so wie ich es auch der Zeit, welche Erfahrung bringt, berlasse, etwas ber die gepriesene Heilkrfte des Magnets in Zahnkrankheiten auszumachen, wenn sie ebensoviel Beobachtungen wird vorzeigen knnen, da magnetische Stbe auf Fleisch und Knochen wirken, als wir schon vor uns haben, da es auf Eisen und Stahl geschehe. Wenn aber gewisse angebliche Erfahrungen sich in kein unter den meisten Menschen einstimmiges Gesetz der Empfindung bringen lassen und also nur eine Regellosigkeit in den Zeugnissen der Sinne beweisen wrden, (wie es in der Tat mit den herumgehenden Geistererzhlungen bewandt ist), so ist ratsam, sie nur abzubrechen, weil der Mangel der Einstimmung und Gleichfrmigkeit alsdenn der historischen Erkenntnis alle Beweiskraft nimmt und sie untauglich macht, als Fundament zu irgendeinem Gesetze der Erfahrung zu dienen, worber der Verstand urteilen knnte. So wie man einerseits durch etwas tiefere Nachforschung einsehen lernet, da die berzeugende und philosophische Einsicht in dem Falle, wovon wir reden, =unmglich= sei, so wird man auch andererseits bei einem ruhigen und vorurteilfreien Gemte gestehen mssen, da sie entbehrlich und =unntig= sei. Die Eitelkeit der Wissenschaft entschuldigt gerne ihre Beschftigung mit dem Vorwande der Wichtigkeit, und so gibt man auch hier gemeiniglich vor, da die Vernunfteinsicht von der geistigen Natur der Seele zu der berzeugung von dem Dasein nach dem Tode, diese aber zum Bewegungsgrunde eines tugendhaften Lebens sehr ntig sei; die mige Neubegierde aber setzt hinzu, da die Wahrhaftigkeit der Erscheinungen abgeschiedener Seelen von allem diesen sogar einen Beweis aus der Erfahrung abgeben knne. Allein die wahre Weisheit ist die Begleiterin der Einfalt, und da bei ihr das Herz dem Verstande die Vorschrift gibt, so macht sie gemeiniglich die groe Zurstungen der Gelehrsamkeit entbehrlich, und ihre Zwecke bedrfen nicht solcher Mittel, die nimmermehr in aller Menschen Gewalt sein knnen. Wie? ist es denn nur darum gut, tugendhaft zu sein, weil es eine andre Welt gibt, oder werden die Handlungen nicht vielmehr dereinst belohnt werden, weil sie an sich selbst gut und tugendhaft waren? Enthlt das Herz des Menschen nicht unmittelbare sittliche Vorschriften, und mu man, um ihn allhier seiner Bestimmung gem zu bewegen, durchaus die Maschinen an eine andere Welt ansetzen? Kann derjenige wohl redlich, kann er wohl tugendhaft heien, welcher sich gern seinen Lieblingslastern ergeben wrde, wenn ihn nur keine knftige Strafe schreckte, und wird man nicht vielmehr sagen mssen, da er zwar die Ausbung der Bosheit scheue, die lasterhafte Gesinnung aber in seiner Seele nhre, da er den Vorteil der tugendhnlichen Handlungen liebe, die Tugend selbst aber hasse? Und in der Tat lehret die Erfahrung auch, da so viele, welche von der knftigen Welt belehrt und berzeugt sind, gleichwohl dem Laster und der Niedertrchtigkeit ergeben nur auf Mittel sinnen, den drohenden Folgen der Zukunft arglistig auszuweichen; aber es hat wohl niemals eine rechtschaffene Seele gelebt, welche den Gedanken htte ertragen knnen, da mit dem Tode alles zu Ende sei, und deren edle Gesinnung sich nicht zur Hoffnung der Zukunft erhoben htte. Daher scheint es der menschlichen Natur und der Reinigkeit der Sitten gemer zu sein, die Erwartung der knftigen Welt auf die Empfindungen einer wohlgearteten Seele, als umgekehrt, ihr Wohlverhalten auf die Hoffnung der andern Welt zu grnden. So ist auch der =moralische Glaube= bewandt, dessen Einfalt mancher Spitzfindigkeit des Vernnftelns berhoben sein kann, und welcher einzig und allein dem Menschen in jeglichem Zustande angemessen ist, indem er ihn ohne Umschweif zu seinen wahren Zwecken fhret. Lat uns demnach alle lrmende Lehrverfassungen von so entfernten Gegenstnden der Spekulation und der Sorge miger Kpfe berlassen. Sie sind uns in der Tat gleichgltig, und der augenblickliche Schein der Grnde vor oder dawider mag vielleicht ber den Beifall der Schulen, schwerlich aber etwas ber das knftige Schicksal der Redlichen entscheiden. Es war auch die menschliche Vernunft nicht gnugsam dazu beflgelt, da sie so hohe Wolken teilen sollte, die uns die Geheimnisse der andern Welt aus den Augen ziehen, und denen Wibegierigen, die sich nach derselben so angelegentlich erkundigen, kann man den einfltigen, aber sehr natrlichen Bescheid geben, da es wohl am ratsamsten sei, =wenn sie sich zu gedulden beliebten, bis sie werden dahin kommen=. Da aber unser Schicksal in der knftigen Welt vermutlich sehr darauf ankommen mag, wie wir unsern Posten in der gegenwrtigen verwaltet haben, so schliee ich mit demjenigen, was VOLTAIRE seinen ehrlichen CANDIDE nach so viel unntzen Schulstreitigkeiten zum Beschlusse sagen lt: =Lat uns unser Glck besorgen, in den Garten gehen und arbeiten!= Lesarten Drucke: ber die Originaldrucke berichtet =Kehrbach= (S.Xf. seiner Ausg.), der erste Herausgeber, der seiner Neu-Ausgabe der Trume den eigentlichen Originaldruck zugrunde gelegt hat, folgendes. 1. Trume | eines Geistersehers, | erlutert | durch | Trume der Metaphysik. | Titelvignette (einen nackten sitzenden Genius darstellend, der in der linken Hand eine Leier hlt.) | Motto: velut aegri somnia, vanae | Finguntur species. Hor. Knigsberg, | bey Johann Jacob Kanter | 1766. 8, 128 S. (Unten als A1 bezeichnet.) 2. Trume | eines Geistersehers, | erlutert | durch | Trume der Metaphysik. | Titelvignette (Rosenzweige darstellend). Motto wie A1. | Riga und Mietau, | bey Johann Friedrich Hartknoch | 1766. 8, 128 S. (Unten als A2 bezeichnet.) 3. Trume | eines Geistersehers etc. Die Ausgabe 3. unterscheidet sich in Bezug auf das Titelblatt nur durch die Titelvignette und den zwischen Ortsangabe und Motto angebrachten Strich. Die Titelvignette besteht aus einem sitzenden nackten Genius, der in den Hnden einen Blumenstock hlt. Der Querstrich zwischen Motto und Ortsangabe besteht aus aneinandergereihten -- -- -- --, whrend er in A2 aus *** besteht. Auch auf der ersten Seite des Textes ist die Verschiedenheit der beiden Drucke 2. und 3. sofort sichtbar. Die Randleiste, welche ber dem Texte steht, ist in 2. eine andere als in 3. Ferner, um noch ein Beispiel der in die Augen tretenden Differenz zu geben, hat 2. auf der letzten Zeile der ersten Seite: die beyden Pforten, 3. dagegen hat wie 1.: die beyde Pforten. (Unten als A3 bezeichnet.) Welche Ausgabe von den beiden Hartknochschen die ltere ist, wird sich schwer nachweisen lassen. Nach der von Menzer vorgenommenen Vergleichung der beiden Drucke A2 und A3 (s. Ak.II, 503) ist es wahrscheinlich, da A3 der zweite, A2 der dritte Druck ist. A3 wird wohl als Druckvorlage fr A2 gedient haben. 4. Trume eines Geistersehers, erlutert durch Trume der Metaphysik, in: I. Kants smmtliche kleine Schriften. Nach der Zeitfolge geordnet. Knigsberg und Leipzig 1797/8. Bd.II, S.379-478. 5. Trume eines Geistersehers, erlutert durch Trume der Metaphysik, in: I. Kants vermischte Schriften. Halle (Renger), 1799. (Tieftrunk.) Bd.II, S.247-346. 6. Trume eines Geistersehers, erlutert durch Trume der Metaphysik, in: Kants populre Schriften, hrsg. von Paul Menzer. S.117-202. * * * * * 331, 12 v.u. und wenigstens (A)] Wille mchte lesen: =oder= wenigstens. Unntig. 332, 3 hinaus (A1)] hieraus (A2 A3) 334, 10 v.u. errichtet (A1)] erreichet (A2. A3). 334, 4 v.u. entfaltet (A3)] A1. A2 haben den Druckfehler: entfalten. 336, 24 Entscheidungen (A1)] Entschlieungen (A2. A3). 337, 6 =Zurckstoung=] erst von Ak. gesperrt. 338, 4 desselben (Wille)] derselben (A) 339, 13 schmerzhaften (A1, A3)] schmerzhaftesten A2. Danach die andern Hsgg., auer Ak. 340, 4 d. Anm. ein Atomus (A)] Wille: =nur= ein Atomus. Unntig. 340, 15 v.u. diesen (T)] dessen (A1-3). 340, 14 v.u. Grad Klarheit (A). So auch Kehrb. Ak.] T, Ros, H, Vorl. lesen: Grad der Klarheit. 340, 11 v.u. Wille mchte lesen: welche beide Sinne durch die Eindrcke =Stellen= im Gehirne =bewegen= werden. -- Eher eine Verschlechterung! 342, 1 d. Anm. auch wohl so (A1)] auch so A2, A3; Voigt, T, Starke, R, H1, H2 (alle nach A2! Kehrb. und Ak. lesen nach A1). 343, 2 d. Anm. ohne allem inneren Zustande (A1, A2)] Ak: ohne allen inneren Zustand. Die Lesart von A. entspricht wohl Kants Sprachgebrauch, daher nderung unangebracht. 344, 1 sola (A1)] fehlt A2, A3. Ebenso in T, H, Ros., die nach A2 gedruckt haben. Auch bei Kehrbach, obwohl dieser A1, A2, A3 verglichen hat. Wiederhergestellt ist es in Ak. und Vorl. 344, 14 v.u. immaterielle (A1)] immateriale (A2) 344, 7 v.u. deren (A)] dessen (Vorl.) Zunchst wahrscheinlich, aber bei Kant gerade diese lose Beziehung (auf Welt) beliebt. nderung daher unntig. 344, 4 v.u. wo sie auch (A1, A2)] wo es auch (Ak). Unntig. 345, 27 Wurzel (A)] Vorl.: Wurzeln. Unntig. 345, 1 v.u. allem diesen A1, T, H, K] allem diesem A2, A3, Ak. 346, 1 auf Beweisgrnde] auf Beweisgrnden (A1, A2); K: aus Beweisgrnden. (In A1 steht irrtmlich Beweiegrnden.) 347, 20 mir (A)] fehlt in Ak. (Druckfehler.) 348, 21 ihnen (Wille)] ihr (A) 348, 15 v.u. andere (Ak)] andern A1 A2 349, 3 die Eigenntzigkeit (A1-3)] Vorl.: Eigenntzigkeit. Unntig. 349, 13 vor] von (A) 349, 18 um (A1 A3)] und (A2). Dieser Sachverhalt von Vorl. nicht erkannt, er schreibt im Text und und bemerkt: Akademie um. 350, 2 jede (A)] Kehrbach (in den Lesarten) jedes. Unntig. In Kehrbachs =Text= steht der Druckfehler: jeder. Danach ist auch Vorl.s Anm. zu der Stelle zu berichtigen. 350, 6 Beweggrnden (A1, K)] Bewegungsgrnden A2, A3. Voigt, T, Starke, H1, H2, R lesen mit A2! 350, 14 derselben (A1, A2)] Menzer (in Ak) ndert in: desselben. Erhardt (a.a.O. S.446) bemerkt dazu mit Recht, da sich dieses Wort ohne Schwierigkeit auf Erscheinungen beziehen lasse und daher die nderung nicht richtig sei. Die nderung von Ak. also unangebracht. 350, 15 Materie (A)] Materien? (Menzer). Unntig. 351, 21 Materien (Ak)] Materie (A1 A2) 351, 26 darin (A1)] darein (A2) 352, 7 v.u. in (A)] fehlt bei T, Ros., H. Der Tieftrunksche Druckfehler ist von R. und H. bernommen worden. 353, 10 v.u. ob sie gleich (A)] ob sie sich gleich (K). Unntig. 353, 9 v.u. besttigen (Kehrb.)] besttigt (A1, A2) 353, 1 v.u. werden (T)] wird (A) 354, 7 vergesellschafteten (A1)] A2 hat: vergesellschaftenden; A3: vergesellschaftenten. 354, 10 deren (A)] Vorlnder mchte lesen: dessen. Beides mglich. 355, 15 zum (A)] dem? Vorl. 356, 5 vorgaukeln] A1, A2 haben den Druckfehler: vergaukeln. 356, 20 dieses (A)] Vorl. liest: durch dieses, wodurch indes der Sinn der Stelle unntig gendert wird. 357, 10 v.u. bewohn(e)t (H)] bewohnen (A1, A2) 358, 22 am meisten (A)] am wenigsten ?Vorl. 358, 12 v.u. =sich=] erst in der obigen Ausgabe gesperrt, vgl. Z.13 v.u. =in sich=. 359, 9 Trumern (A1)] Trumen (A2) 359, 9 v.u. vielleicht (Wille)] vielleicht bisweilen (A)] Wille vermutet, wohl mit Recht, da bisweilen nur durch ein Versehen stehen geblieben ist. 360, 2 in der Wirkung (A)] in der Wirklichkeit mchte Wille lesen (ihm folgt Vorl.), weil als Gegensatz folgt: in der Vorstellung. Da der Text von A. einen guten Sinn gibt, nderung unntig. 361, 13 f. jenem -- diesem (A)] Ak: jener (Nervenbewegung) -- dieser (Empfindung). Statt jener liest Vorl. jene_n_ (sc. den Phantasien!). Eine nderung ist wohl berhaupt nicht notwendig. 361, 27 die (A1, T)] der Druckfehler in A2, A3, Kehrbach gibt vorne S.XXIII das Richtige (die) an, hat aber S.36 Z.12 dann selbst im Text das falsche der! 361, 37 denkenden] A1: denkendes (Druckfehler); A2 hat: denkendem. 362, 18 A2 hat den sinnstrenden Druckfehler: Gesicht. 363, 4 Es ist ... die Erziehungsbegriffe von Geistergestalten ... Einbildungen geben (A)] Vorl. mchte von Geistergestalten nach Einbildungen setzen. Wohl nicht ntig. 363, 19 Entwrfen (H)] Einwrfen (A) 365, 25 der eine] eine A1 ein A2 und die Ausgaben. Wahrscheinlicher ist einfach der ausgefallen. 365, 6 v.u. der der (A1)] der (A2, A3) 367, 26 negativen (T)] negativem (A) 367, 4 v.u. der (Ak)] denen (A) 369, 11 denselben (T)] demselben (A) 370, 11 Swedenborg] in A steht durchweg: Schwedenberg. 370, 18 abfat (A1)] abgefat (A2) 370, 3 v.u. gerufen (A1)] berufen (A2, A3) 371, 5 v.u. sich (A1, A3)] sie (A2) 372, 9 eine (A2)] ein (A1) 372, 23 voranschickten (A1)] voranschicken (A2, A3) 373, 5 dem (Ak)] den (A1, A2) 373, 11 v.u. im (A2)] in (A1) 374, 4 portentaque (T) Thessala (H)] protentaque Tessala (A1, A2) 374, 24 genugsamer (A1)] grausamer (A2 A3) =grausamer= Erfahrungskenntnisse! Diesen offenbaren Druckfehler von A2 drucken Voigt, T, Starke, Ros., H1 und H2 nach! Erst von Kehrb. verbessert. 374, 10 v.u. bei (A1)] auf (A2, A3). Druckfehler. 375, 19 ob er wohl (A)] H: ob er gleichwohl. Unntig. 375, 11 v.u. meiner (H)] meine (A1, Ak) 376, 19 derselben (Wille)] desselben (A1, A2, H) 378, 1 nur (A1, A3)] nun (A2). A2 folgen die Hsgg. bis auf Kehrb. 378, 3 verwirren (A)] T: verirren. Der Druckfehler ist von R. u. H. bernommen. 379, 10 v.u. Lagen (A1, A3)] Lage (A2). Die meisten Hsgg. (T, Starke, H1, H2, R) wieder nach A2! 381, 10 erregen (H)] erregt (A1 A2 A3) 381, 17 Subsistenz (A1, A3)] Substanz (A2). Alle Hsgg. bis auf H2 nach A2! 381, 21 er (A1)] fehlt in A2 382, 23 gem sind (Ak)] gem ist (A) 382, 9 v.u. allen (T)] allem (A) 383, 25 gangbare (A)] gangbarere Vorl.? Nicht unbedingt ntig. 385, 11 eines (A3)] einiges (A1) (Druckfehler). 385, 16 f. zusammengezogen] A1 liest: zusammenzogen (Druckfehler?). 386, 12 des (A1)] der (A2, A3) 386, 7 v.u. ihrem] Zus. H. 386, 6 v.u. Schwierigkeiten (H)] Schwierigkeit (A) 388, 18 neue Erfahrungen und Begriffe] A: neue Erfahrungen neue Begriffe. Das zweite neue wahrscheinlich ein Satzfehler fr und. R. und Kehrb. lesen: Erfahrungen ber neue Begriffe; Ak: neue Erfahrungen und neue Begriffe. 389, 1 ist (A)] ist es Vorl. Unntig. 389, 4 als (Kehrb.)] ein (A); als ein (Wille). [ Im folgenden werden alle genderten Textzeilen angefhrt, wobei jeweils zuerst die Zeile wie im Original, danach die genderte Zeile steht. ist, wird sich schwer nachweisen lassen. ist, wird sich schwer nachweisen lassen. S.36 Z.12 dann selbst im Text des falsche der! 361, 37 denkenden] S.36 Z.12 dann selbst im Text das falsche der! 361, 37 denkenden] ] End of the Project Gutenberg EBook of Trume eines Geistersehers, erlutert durch Trume der Metaphysik, by Immanuel Kant License: Share Alike