Produced by Jens Sadowski DAS HIMMLISCHE LICHT VON LUDWIG RUBINER LEIPZIG KURT WOLFF VERLAG 1916 Gedruckt bei E. Haberland in Leipzig-R. September 1916 als dreiunddreiigster Band der Bcherei Der jngste Tag Copyright 1916 by Kurt Wolff Verlag Leipzig DAS HIMMLISCHE LICHT DAS HIMMLISCHE LICHT Kamerad, Sie sitzen in Ihrem Zimmer allein, unter Menschen schweigen Sie still. Aber ich wei meine stummen Kameraden hunderttausend auf der Welt, zu denen ich reden will. Wir waren noch klein, da erhob zu uns die Erde ihr bergiges Schmerzensgesicht, In unsre Zehen bebte fernes Gelnd, von Sturz und Strudel ums Licht. Die Menschen in schlaffer Geilheit und trg liebten die Erde nicht mehr, Aber die Erde schrie, wir hrten sie nicht, und sie donnerte Zeichen her. O mein Freund, glauben Sie nicht, was ich Ihnen sagen werde, sei neu oder interessant. Alles, was ich Ihnen zurufe, wissen Sie selbst, aber Sie haben es nie aus rundem Mund laut bekannt. Sie haben es zugedeckt. Ich will Sie erinnern. Ich will Sie aufrufen. Denn Gott rief die Erde fr uns alle auf. Seine Stimme hauchte aus dem Untermeer Vulkan, der in der Sdsee in die Luft flog. Die kleine Kraterinsel Krakatao stie den brennenden Atem Gottes aus der Erde. Explosion. Der Ozean spritzte ber die Erde, unvergessen in dreiig Menschenjahren. Neues Menschengeschlecht, und das Jahrhundert war lang zu Ende. Aber aus dem Pacific brannte der Feuerwind des Krakatao in unsere Herzen. GEBURT Vor unsrer Geburt, in der grnen Sdsee platzte die Erde und das Wasser, Tausend Menschen saen wie Schnecken auf groen Blttern in Htten und versanken keuchend. Vor Marseille fielen die roten Schiffe um, das Meer schlug vom Mond herab. Die Dampfer schnurrten in den Abgrund, lcherliche Insekten. Als wir geboren wurden, zog Feuer durch die Luft. Die Schwrme des Feuers flogen um die Erde. Wehe, wer nicht sehen wollte! Tausend Menschen, stillhockende Schnecken, waren zu Staub zerplatzt. Die Tage erblichen fr die glhenden Abende. Die Nchte schwangen rote Palmblattflammen ber Berlin, Die Abende waren gelbe Tiere ber der Friedrichstrae. Berlin, aus spitzen Pltzen, grauen Nebenstraen, quoll das Blau der Vulkane. Die Frauen waren alle allein, die Mnner reckten sich auf, Die Schenkel liefen durch Berlin, heie Haarberge bogen hoch. Die Sonne ging immer unter. Die Abendstrahlen, hei, quollen aus den Mnnern. Die Huser waren kalkig und bleich. Durch dunkle Zimmer wankte die Stadt, die Blinde. Wir wurden geboren, Strahlenlicht kreiste abends ber unseren Mndern, Grne Sdsafthgel hingen vom Mond ber uns; Wir rissen unsere Augen von unserem Blut auf. Der Himmel flog ber alle Straen der Stadt. In der Vorstrae aus Zaun und Stein wartete die grauhaarige Mauerdirne auf die Soldaten. Wir wuten, da es andere Lnder gibt. In mblierten Zimmern sannen russische Stirnen ber Bombenattentaten. In den Varits wurden die fnf englischen Puppenmdchen geliebt. Die Menschen sitzen in schwarzen Rcken, essen und werden alt. Am grnen Kanalufer schleppt man Leichen auf den Asphalt. Die hohlen Huserwnde waren lose und grau. Kamerad, Sie liefen die Strae auf und nieder, Sie waren bla vor dem heiligen Panoptikumsbau. Aus dem migen Durchhaus der ganz Erwachsenen schoben frisch geschminkt weie Weiber mit dicken Buchen. Reisende in alten Brten bebten betubt vor Bchern und verklebten Photographien. Drben: starre Inseln in Sonne, Bume auf gelbem Kies, Bnke, selige Hotels. Unter den Linden gingen die verschleierten Auslnderinnen mit den frierenden kleinen Hunden. Kamerad, Sie liefen bleich tauchend bis zum Durchhaus, weihevoll. Die Friedrichstrae fiel zu Boden. Abendherzen im Strahl schwebten auf Nebengassen. Die Luft stand mit Sternen in Ihnen, der Tag war noch hell. Die Menschen waren dick und rauchten Zigarren. Niemand sah Sie an. Die Stadt schwebte, es war still im Abendbrand, die Huser zerfielen unten. Die Menschen gingen schwer. Kamerad, Sie waren allein. Niemand hatte das Licht gesehen. Um die Erde sprhte der sdliche Schwei des Vulkans. Niemand sah. Berlin schmatzte rollend. Es war nicht mehr Licht durch buntes Abendglas, Nicht mehr Fackelwogen hinter Spielpapier: Flammenschirme vom Himmel bogen um unseren Kopf. Die Luft schmolz im langen Lichtwind bers Feld, Drunten lag der harte Sand rtlich wie getretener Mob. Wir heulten ins Grne bers Tempelhofer Feld. Vor schwarzen Fensterschwrmen der schweiigen Hinterhauswnde Stieen wir unsere Flugdrachen hoch in die Windfarben und sogen den Glanz. Berlin, Ihr dachtet an Geld. O Kleinstdte der Welt, ber Euch tropften die Farben alle Abend, ehe Silber und Blau kam. Kamerad, Ihr Jungenhaar zackte schwarze drohende Felsen ber den gepfeilten Brauen. Sie haten den blassen Schimmel der schlaffen Hausdcher. Wir kannten uns nicht. Ich rannte gefrig umher, blond unter Papierlaternen zum Lrmplatz. Glserne Lichterkrnze. Greise Zauberclowns schrien in goldene Papp-Trompeten. Ich nahm meine dunkle Schwester, zarte Knchel, in die feuchte Ringkmpferbude. Damals liebte ich sie so. O wren wir ausgerckt! Wir saen in verdorrten Halbgrten. Soldaten tranken aus Bierseideln. Wir sahen durch grne Stuhllehnen auf hlzerne Karussels. Vor alten Frauen in Wrfelzelten zerfransten sich gegossene Glasvasen. Wir griffen unsere Hand zum letztenmal. Wir warteten. O vielleicht stand das feurige Licht gleich an unserer Haut: uns allen! O wir wuten alles. Die grne Farbe glnzte am Wirtshausstaket (Einmal gab es wohl Zeiten, da grnten die Frhlinge so fett). Es war alles fr uns und fr die anderen gemacht, Aber frher waren die Tage dumpf und grau, und dies galt als Pracht. Wir sahen uns an, hinter ihren Augen braun und im vierzehnten Jahr Schwamm Hingabe, wie Blutstropfen rollte ihr Lcheln zum Hals, weil das neue Licht um uns war. Die Buden kreischten, eine Tombola knarrt, rote Dienstmdchen trumen selig und taub, Wir wuten, so war frher ein Fest, bald stehn hier Huser in steinernem Staub. Warum sieht niemand das Licht? Um uns ist das Licht. Die Erde stt leuchtende Brunnen empor, Glutlcher im Himmel, brennende Riesenschornsteine von Glas, Lichtsturzstufen herab wie eines Wasserfalls strahlendes Rohr. Wie Pilze klein verwittern grnliche Buden um Limonadenlicht und lrmfarbenes Frchte-Eis. Wir beide waren sprieende Wlder, wimmelnde Erdteile in Himmel und Licht, um unsere Glieder flo das helle Meer. Wir waren uns fremd. Wir wirbelten tief durch blaue Lichtkugeln im Kreis. O neue Zeit! Zukunft! Preiselbeerrote Feierlichkeit! O Preis! DAS LICHT Vom gelben Himmel rollte ein funkelnder Treibriemen durch Yokohama: heut abend sind die bunten Leuchtstraen matt. Schmale Sterne der hellen Nacht gehn hinter Fabriken auf. Europa tanzt wie ein brauner Hund vorm Mond. Gelbe Menschen kommen in schwarzen Rcken wie aus einem Jungfrauenbad. Paris, wilder Lanzenschein, wenn das Gitter des Luxembourg aus dem Garten der Erde aufsprht: Einsiedler kochen Gold auf dem heiligen Berg, die Menschen schaukeln in groen Betten, von Afrika wehen weie Tcher durch Palmenufer her. O helle Himmelssge hinein nach London, wie ein Bergwerk liegt die Stadt unterm fallenden Licht, Diamanten ber den Gitterluken der Bank von England, o roter Tower in Whitechapels Schwei, sechstausend Mann morgens fnf in den Docks, drben die Felsen des Kaplands, Nigger brechen in die Knie. Es flo aufkochend flammengrn durch Petersburg, Kiew, Nischny, Odessa, Mondgoldene Kathedralen im Schlamm, unter Euch Moskau bebt wie ein roter Menschenwald von vielen Glocken, o runde Dcherblten, Mauern weich wie Brte hinauf fr die Menschen, Hoch von Spitzen und Kugeln grnes Fliehen ber kupfernen Tag. Boston, Chicago, ber nackte Arme und Zylinderhte hin zischt das Licht wie Riesenfunken von elektrischen Schnellbahnen, ber San Franciscos Hotelgebirge leicht und hoch hinber, durch Kulistdte, Ghettos, Spiegelschein in Fahrstuhlschachte, o Nimbus, Seligkeit, Frhling. Halt! Still und grell durch die donnernden Eisenschatten der Brcke New York. * * * * * Wir liefen unbekannt durch die weit klappernde Friedrichstrae. Berlin, hinter schmalen grauen Asphaltgassen flog das rote brennende Fenster himmelsoben zu uns her, o unsere Herzen! Nachmittags halb fnf, ein Wind ging kurz herber, huserleuchtend. Die Zeit war neu. Fliegende Zeichen zu uns von runden Himmelsbgen. Milde Zeichen, Himmelslichter neue Huser zu bauen Sonnentrme, Sterndcher, Berlin noch feucht, Gottesstadt, schwebend, glsern hinauf. Milde Himmelshand, ruhigste Palmglut, herunter zu uns ber Schornsteinfassaden. O Sdseeblut, getrieben zu unserm Blut. Aber wartet Ihr noch? Wir sehen uns um, Kamerad, (Wir kennen uns nicht!) bleich, stehenden Herzschlags, niemand merkt was. Worauf wartet Ihr noch? Was habt Ihr zu denken? Halt, Ihr wollt bummeln, schachern, Frauen bepaaren, Ihr werdet essen, lesen, Nachrichten hren, Ihr zhlt Eure Stunden: Aber die neue Zeit ist da. Ihr saht nicht das Licht durch das feurige Fenster der Erde! * * * * * Die Menschen schwitzen blind. Die Dcher rollten auf in Angst und sanken zurck. Die Fenster troffen dunkel trb, Die Huser blhten grau lckerig Teigwnde. Menschen, Ihr lagt in den Stdten wie grende Wasserpflanzen, Der Wind scho ber die Menschen, sie trieben scheppernd nach Geld, Der Fcher des Himmels, in sieben Gluten, schlug auf, sie rckten die schwarzen Hte, mit zugewachsnem Aug, angesoffen und dick. DIESER NACHMITTAG An diesem Nachmittag standen alle Kellerfenster offen, das faule Stroh wurde hinter den Polizeitritten auf die Strae geschmissen und zersank. Die Fabriken stieen spinnwebene Fenster auf, Sauseluft um eiligen lgestank. Unter den dumpfen Brckenbgen rkelten sich Geschwre und blanacktes Fleisch, Fetzen, Lauslcher, Wunden mit Maden. Hinter den Bnken in grell drren Parks, aus bestaubten Bschen krochen Beine hervor auf die feinen Promenaden. In Paris, rauschend in Hell, in dem Hammerschlag New York, in Frisco voll Straenbahndampf, dem harten, schattenlosen Madrid, London, dem gasflammengelben, Im Leierkastengeklirr Berlins unter Springbrunnen sonnenstaub geklopfter Teppiche, im Neuen Heil Berlin, vorbei an den fetten Riesenbrotreihen der Straen Brachen bleiche Kpfe empor, Aufbruch unterirdischer Riesenpusteln, Faserhaare dnn ber gequetschten Wurmmulern; brauenlos runde Augen wie von ertrnktem Aas messen die Straen ab, Fliegen steigen klebrig auf vom Geruch, Die Erde erhebt das Haupt der Bleichen, O unsichrer Marsch der Halbtoten, Nchtigen, ewig Versteckten. Blaweie Wurzelmienen, o Letzte, Unterste, Sarglose, ewig Halbeingegraben in kalten saugenden Dreck, tastender Zug in sphender Unsicherheit, die Nacht ist nicht da, sie drfen sehen. Sie sehen. * * * * * Sie sehen. * * * * * Der Himmel lief ihnen wie ein dnner Faden blau ber die Erde hin. Aber in der Strae sahen sie den langen aufschieend flammenden Finger des Lichts. O gab es noch Huser, schwere Straen, Schutzleute mit harten Stiefeln? Das himmlische Licht bergan schmolz mild zur rtlichen Kugel halb hinter Dchern auf. Es war eine Orange, wie in dem vornehmen, betteln verboten, Ewarenverkauf, Es war ein wildes Zehnmarkstck wie hinter dem Fenster der Wechselbank, Ein rotes rundes Glas Bier aus einem Aschingerschank, Ein Schinken, ein Mund, Weiberbrust, ein Hut mit 'nem Band, ein Loch das rot klafft, Ein weiches buntes Kissen. Ein Vogel im Kfig. Eine Tabakpfeife pafft. Eine Tr offen zu 'nem menschenleeren Kleiderladen, Ein rotes Boot am lauen Flu zum Baden. An diesem Nachmittag sah der arme Mob das Licht. Es lief vor ihm her. Die anderen sahen es nicht. Sie schwankten unsicher hinein in den Strahl, wie ein bleiches Rbenfeld kraftlos von schlechtem Dung. Aus zerschlissenen Winkeln in den Stdten der Welt brach gttlicher Glockenschwung. O seliges Fliegen: Pustblumen im Hauch, die Stengel gefesselt und kahl, Die zitternden Heere zerlumpten Leibs reckten gedunsene Kpfe zum himmlischen Strahl. Um die ganze Erdkugel schwang tief durch die Winkel wie ein Klingelblitz das Licht. Der Mob auf dem bewachsenen Ball hob hoch sein Kellergesicht. Sie hatten wie sterbende Asseln wimmelnd im fauligen Dunkel gelegen, Sie strzten heraus, als gbs Kinderfest, gelbe Luftballons mit buntem Bonbonregen. Alle morschen Fe ber die Meere hin stiegen zum Marsch, schmutzige Tcher wehten, da dehnten sich Arme, schwach und zerknllt. Sie schluchzten faltig und heiser, Riesenstimmen schrien ber die Erde: die Zeit ist erfllt! Sie hatten wie Tote am Dunkel gesogen, sie warteten auf das Wunder und waren stinkend verreckt. Aber heut hatte ihnen das Licht s bis in den Magen geleckt. Sie drngten eng durch die Straen zum Himmel. ber Omnibushhen lief das Wunder auf die Kpfe hin. Die vollen Straenbahnen schoben in schallenden Scherbendeich. * * * * * Sie marschierten rund ber die Erde. Nun gab es ewig Musik und warmes Essen und das tausendjhrige Reich! DIE FEINDLICHE ERDE Der Eiter der Erde lag in den Husern. Unter hellen Lichtern saen schmatzende Jobber. In Nebenzimmern ragten gelangweilt lange schwarze Strmpfe, trgzuckende Schenkel ber schwere geile Rcken. Hintern tanzten vor polierten Klavieren, dunkle Langhaare geigten. Kluge hielten in seidnen Salons Vortrge, da alles auf Erden immer gleich bleibe. Weiche Bartlose sprachen unter sich von dem Ekel am Weibe. In steinernen Museen schritten sanft die ausgeschlafenen Kenner. In heien Redaktionen schrieb man die Lebenslufe berhmter Mnner. Die Zimmer der Stadt wlbten sich wie ein ungeheurer fetter Bauch, die Dachkuppeln lagen krumm strhnig ber der breiten flachen Stirne. Hinter den Fenstern saen schnaufend trge Menschen steil wie dicke Riesenfinger. Die Huser glotzten wie die Frezhne an einem ungeheuren, ghnenden Jahrmarkts-Ringer. Die Erde faulte lnglich auf zur wimmelnden himmlischen Birne. Der Himmel rollte herum dunkel funkelnd im schwarzen hohlen Oval. Das Licht war eingesogen in stampfende Kessel und Telegraphenstrahl. Der Lampenschein strich klein durch die Straen wie Wurmaugen nachts im Korn. Das Licht war fort von der kleinen Erde, niemand sa in der Sonne oder blickte zum mondlichen Horn. Die Trgheit schlug an die Ufer, faulende Riesenalgen wanden sich erdenrund um die Schimmelgrne. Drunten im Trben schrieben wimmelnde Menschen noch eilige servile Telegramme, Briefe, Denunziationen voll Rankne. Tnzerinnen, Barone, Agenten, Geheimrte, Schutzleute, Ehefrauen, Studenten, Hauswirte freuten sich auf ihre dampfende Nacht. Aber der arme Mob schaute das Wunder und war zur neuen Zeit aufgewacht. Die bse gestrte Wut zitterte ber die verregneten Telegraphenstangen, Als die mrben Armen ohne Essen und Trinken zum gttlichen Himmel marschierten, wurden sie mit hartreienden Flintenkugeln empfangen. SIEG DER TRGHEIT Die armen Buckel, demtige Schultern, zogen selig zur neuen Zeit und wuten nur dies. Die Erdschale bltterte zitternd vor ihnen ab, ein Schlammgeschwr schwoll auf, klebrige Barrikaden liefen ins Dunkel um, weich drohende Saugnpfe wie ein gieriger Blutegelfries. Die armen Menschenkpfe und Leiber stieen an die mchtige Mauer von grauzitterndem Brei, Ein Schleim flo wie fette Aale nchtlich um sie und vergurgelte ihr Geschrei. Das schwarze Gebirg von langsamem Leim schlo hinter ihnen sein triefendes Tor, Durch trge Blasen klatschten strudelnde Glieder wie versinkendes Stroh im Moor. Schwankend bebt es herab und fliet zh ab. Ein schwarzes Loch dreht sich schluckend und faul, Eine kalte Riesenfresse wlzt auf, Bergfalten um ein zahnloses saugendes Maul. Die Menschenwlder zappelnd zum Tod trieben erstickt mit sausendem Kreis hinab in den dunklen Schlauch. O Aufstand zum Licht! o Erdengesicht! O Endnacht im trgen riesigen Bauch! Kamerad, und wissen Sie noch, wie die blanke Polizei auf dicken Maschinenstiefeln aus den Nebenstraen fiel? Trafalgar Square war dunkel und hell wie ein schreiender Rohrteich, im Londoner Mittagswind. In Berlin stampften Schsse hei ins Geschrei, die graugrne Schlokuppel lag lieblich ber dem leeren langen Platz. Wiehern in den Newski Prospekt, im Winterfrost drckten sie den Mob tot! Und wissen Sie noch, da schnelle Gefngnisse mit Wrtern und Prgelstrafen gebaut wurden? In Japan Kpfe ab. ber Ruland standen frische Galgenbume. In New York die Faust vom dritten Grad den Angeklagten so lang ins Gesicht, Hunger und Heifolterdurst, bis sie lieber im elektrischen Stuhl von Sing-Sing starben. Aber Madrid, o Gefngnisse von Monjuich, blutsthnend. Man schraubte eiserne Wechselstromhelme an die Schlfen zum Irrsinn. Und allen quetschte man Tag fr Tag die Hoden langsam zusammen. Der erste Blutstropfen hatte dick und schwarz die Erde erreicht. Das himmlische Licht war verschwunden schrg zuckend ber die spitzen Dcher hin. Der Abend stieg wie Schnalzen aus dem Fett der geilen Stdte. Die bleichen Lampen bissen Schatten um Herren mit Mappen unterm schwitzenden Arm, Dnne Frauen hoben vor ihnen die Rcke hoch. O kleine Erde, was hast du vergessen! Du feindliche hast das Licht Gottes gefressen. Die Sterne wehren dein gieriges Kreisen mit strahlendem Dorn, Aus deinen Wunden bricht in Blutsulen der himmlische Zorn. Deine Stdte und Berge rollen taumelnd im nchtlichen Rund, Bis unter deinen dumpfen Menschen gesiegt hat der geistige Bund. DER MENSCH Im heien Rotsommer, ber dem staubschumenden Drehen der rollenden Erde, unter hockenden Bauern, stumpfen Soldaten, beim rasselnden Drngen der runden Stdte Sprang der Mensch in die Hh. O schwebende Sule, helle Sulen der Beine und Arme, feste strahlende Sule des Leibs, leuchtende Kugel des Kopfes! * * * * * Er schwebte still, sein Atemzug bestrahlte die treibende Erde. Aus seinem runden Auge ging die Sonne heraus und herein. Er schlo die gebogenen Lider, der Mond zog auf und unter. Der leise Schwung seiner Hnde warf wie eine blitzende Peitschenschnur den Kreis der Sterne. Um die kleine Erde flo der Lrm so still wie die Nsse an Veilchenbnden unter der Glasglocke. Die trichte Erde zitterte in ihrem blinden Lauf. Der Mensch lchelte wie feurige glserne Hhlen durch die Welt, Der Himmel scho in Kometenstreif durch ihn, Mensch, feurig durchscheinender! In ihm siedete auf und nieder das Denken, glhende Kugeln. Das Denken flo in brennendem Schaum um ihn, Das lohende Denken zuckt durch ihn, Schimmernder Puls des Himmels, Mensch! O Blut Gottes, flammendes getriebnes Riesenmeer im hellen Kristall. Mensch, blankes Rohr: Weltkugeln, brennende Riesenaugen schwimmen wie kleine hitzende Spiegel durch ihn, Mensch, seine ffnungen sind schlrfende Mnder, er schluckt und speit die blauen, herberschlagenden Wellen des heien Himmels. Der Mensch liegt auf dem strahlenden Boden des Himmels, Sein Atemzug stt die Erde sanft wie eine kleine Glaskugel auf dem schimmernden Springbrunnen O wei scheinende Sulen, durch die das Denken im Blutfunkeln auf und nieder rinnt. Er hebt die lichten Sulen des Leibs: er wirft um sich wildes Ausschwirren von runden Horizonten hell wie die Kreise von Schneeflocken Blitzende Dreiecke schieen aus seinem Kopf um die Sterne des Himmels, Er schleudert die mchtigen verschlungenen gttlichen Kurven umher in der Welt, sie kehren zu ihm zurck, wie dem dunklen Krieger, der den Bumerang schnellt. In fliegenden Leuchtnetzen aufglhend und lschend wie Pulsschlag schwebt der Mensch, Er lscht und zndet, wenn das Denken durch ihn rinnt, Er wiegt auf seinem strahlenden Leib den Schwung, der wiederkehrt, Er dreht den flammenden Kopf und malt um sich die abgesandten, die sinkend hinglhenden Linien auf schwarze Nacht: Kugeln dunstleuchtend brechen gekrmmt auf wie Blumenbltter, zackige Ebenen im Feuerschein rollen zu schrgen Kegeln schimmernd ein, spitze Pyramidennadeln steigen aus gelben Funken wie Sonnenlichter. * * * * * Der Mensch in Strahlenglorie hebt aus der Nacht seine Fackelglieder und giet seine Hnde wei ber die Erde aus, Die hellen Zahlen, o sprhende Streifen wie geschmolznes Metall. Aber wenn es die heie Erde bestrmt (sie wlbt sich gebumt), Schwirrt es nicht spter zurck? dnn und verstreut hinauf, beschwert mit Erdraum: Tiergeblke. Duft von den grnen Bumen, bunt auftanzender Blumenstaub, Sonnenfarben im Regenfall. Lange Tne Musik. O Erde! Der Mensch schwebt zu seiner Erde hinab, Gottes Blutstropfen fror im eisigen Drauen dunkel und spitz. Sein Schnitt dringt in die Erde, und hinter ihm zischt die blaue Luft wie Wolkenschwung von tausend Geschtzen. Der Mensch drang in die Erde, die blaue Eishlle seines Willens umstrahlt ihn noch. Der Mensch drang in die Erde whlend und scharf wie ein Keim, der zum Scho feindlich saust, Die Erde barst klaffend, die Berge stoben zu grnem Staub, die grauen Trme der Stdte tanzten in seiner Faust. Er stieg aus den dunklen Hhlen, um ihn bebte Trmmersturz und qualmender Brand. Er schritt durch wehende Menschenrotten. Das himmlische Licht war verborgen. Er blieb unerkannt. DIE STIMME O Mund, der nun spricht, hinschwingend in durchsichtigen Sten ber die gewlbten Meere. O Licht im Menschen an allen Orten der Erde, in den Stdten fliegen Stimmen auf wie silberne Speere. O Trgheit der kreisenden Kugel, du kmpftest gegen Gott mit fletschenden Tierlegionen, Urwldern, Sbeln, Schssen, bsem Miverstand, Mord, Epidemien: Aber der Lichtmensch sprht aus der Todeskruste heraus. In den Fabriken heulen Ventile ber die Erde hin. Er hat seine Stimme in tausend Posaunen geschrien. * * * * * Eine Stimme schnellte hoch, glasschwirrend ein harter Stahlpfeil, der in Glut blank zerknallt. Eine Stimme ber Amerika, unter schweiigen Negern, die demtig das Weie der Augen drehen; unter deutschen Flchtlingen, brtig zerpreten Bettlern, unter hungernden Juden, die das glitschige Ghetto finster zusammenballt. Eine Stimme unter den entkrfteten Arbeitern, drei Millionen, die alle Jahr einsam absterben nach neuen Fabriksystemen, Eine Stimme unter zerfressenen Frauen im bunten Hemd, denen die Bordellmeister das Geld abnehmen. Unter starren Chinesen im Hungergeruch, die Tag und Nacht feine Wsche waschen, Eine Stimme ber den Broadways, wo Arbeitslose nach fortgeworfenen Speiseresten haschen. Eine Stimme schwang zart wie der dnne steigende Schrei des Dampfs eh die vieltnigen Wasserblasen aufkochen, Sie sprang wie Windsand in stumme Mnder hinein, sie glitt wie Fltenkraft mden Schleppern ber geduckte Knochen. Durch steilschwarze Stuben schwebten Sonne und Mond, die Sterne zogen durch stinkende Tapeten aus rissigen Flecken. O vielleicht geht das himmlische Wunderlicht auf, bevor alle zu Aas verrecken! Eine Stimme flog und sog sich voll aus schmutziger Werkstttenzeit, Die Wut und die Hoffnung kreisten wie Blut, und der Ha, der na bespeit. Eine Stimme haucht schwarz ber schlechtes Papier aus bankrottierten Druckermaschinen, Eine Stimme las das Flsterwort: Streik! in den roten Schchten der Coloradominen. Sie liegt wie heier Rauch auf schaukelnden Hfen; mitrauischen Kneipen; im verhungerten Dorf; wenn der geplnderte Bauer st; In Stdten schreit sie Signalgeklirr ber wirre Versammlungen hin, wo Polizei die Tren bespht. * * * * * O Mnder, daraus die Stimme des Menschen brennt! O trockene Lippen, sechzigjhrig, trauernd schlaff umstoppelt, die sich flach ffnen, weil vor dem Tod Einer bekennt. O irre rote Zungenglut hinter weien Negerzhnen, die Stimme gurgelt im Glcksgesang. O Mund, rundes schallendes Tor, Hall und Lust, Volkschoral, da der Saal mitschwang. O bitterer Nhmdchenmund, der nach Gerechtigkeit klagt und schrill Groschen und Wiegpfunde zhlt. O faltiger Rednermund, der auf und nieder wie Eulenaug geht, und Effekte whlt. O Mann im blauen Hemd, der in Fabrikpausen hastig Propaganda treibt. O sorgfltiger Beamter, der nach allen Poststationen Briefe und Werbelisten schreibt. O Demtiger, verlegenes Herz, der nur einmal einem Guten die Hand drcken mocht. O Stummer, der zum erstenmal spricht, und in einem Satz sich prasselnd verkocht. Eine Stimme flammt ber Europas autofahrenden Frauen, ber krummen schweigsamen Kulis im Australischen Strauch. O Mnder, wie viele warten auf Euch, Ihr schallt, und sie ffnen sich auch! * * * * * Auf der runden Erde flo das Meer im Wind ber den Strand und zurck. Schlapphutredner im Lichtstrahl, hinter Pulten, bei geheimen Zusammenknften, an nassen Kneiptischen, sprachen gelufig wirksam immer dasselbe Stck. Schwindler warben um Geld. Fastende Heilige schmuggelten verbotene Zeitungen ber die Grenzen, Gymnasiasten in ihren Aufstzen wollten zum Zorn der Lehrer mit neuem Wissen glnzen. Einsame wurden ber die runde Erdkugel hin von Worten getroffen wie Hafenstdte von aufgefischten Flaschenposten. In allen Husern drngen Frauenleiber ans Fenster, um das vorbeifliegende Abendlicht zu kosten. DIE FRHEN Die Stimme stieg aus der Erde, sie stieg wie Saft der Erde in Menschengebein. Aus bebenden Lndern trieben sie hoch wie Blasen aus grnem Sumpf, einzeln und frh. Sie ffneten runde Augen und schauten sich um. O was sollten sie tun? In ihnen stieg und fiel wie brennendes Blut das Gedchtnis ans selige Licht. Ein Schein glomm aus der Ferne vor ihrer ruigen Geburt. Sie lachten laut ber die elektrischen Bogenlampen, ber die Cafs, ber die stumpfen genhrten Armeen, ber die zischelnden Brsenhallen, Ihre Worte, einzeln und dnn, tropften ab wie Perlengekicher von den Fenstern der steinernen Parlamente. O hinauf! Schweben ber der satt glucksenden Erde! O aufleuchten feurige Planetenflge zwischen den gefletschten Zhnen: O glhendes Blut vom Himmel, das um ihre gekrmmten Krper rollt, O schwebender Mensch, Feuermensch, Lichtmensch ber den Himmel, Kamerad, Bruder, Genosse, fern, ber der Erde, vor der Erde! Zu ihm! Die dunkle Erde wlzt sich ber die Augen der ganz Armen. Sie steigt geblht vor die Augen der Armen, ein feister schwarzer Ball. O Dunkelheit, Schatten. Drben ist das himmlische Licht. O die Erde wegrollen! Aufreien die schlammige Erdkugel, Lcher eintreiben, Schchte zum Licht! Auseinanderballen den Erdklumpen, der feuchte Dunkelheit ber die Augen schattet! Hinein in die Erde, Sturmlauf, Ihr Brder, an die starre gefrige Mord-Erde, O die Erde zersprengen zu Milliarden Staubplaneten in Brand, Die Erde sprengen mit einem Ruck der gttlichen Hand in alle Hhlungen des schimmernden Himmels, O Gottes brennender Finger sein, der das Trge winzig zerstubt, O leben im himmlischen Licht, Gemeinsamkeit mit dem gttlichen Menschen des Himmels, Bruderschaft, zu ihm, Chorgesang einer hellsteigenden Vielmundstimme durch das Sonnen-Universum! Erde, was erhebst Du Deine mchtige Kugel vor dem Bruder des Menschen! Kommt nun der Kampf? Und der Kamerad des Menschen zerstrt Deine Finsternisse, und Du zerplatzest in leuchtende stille Trmmerflocken zum langen gewlbten Himmel? Aus unreinen Barackenvorstdten schlichen nachts Mnner verhllt durch enge Keller bei Juwelieren ein, unentdeckt. Mnner in Masken sprangen schreiend am Mittag in die Banken, die Kassierer flohen erschreckt. In Paris wurde die Straenpolizei aus entschwindenden Autos niedergeschossen. Im Londoner Hundswinkel belagerten straffe Truppen das rmliche Haus der Genossen. (O gekrmmte Whithechapel-Juden, Ihr seid jung, Eure Eltern rchelten mit verdrehten Augen in hundert Pogromen, Das eiserne Dach ber Euch brach auf, wie ein finsterer Synagogenhimmel, der entschwebt; das Licht flo zu Euch.) Sie lebten nicht weiter, sie wurden verraten, guillotiniert, oder krepierten in den Flammen. O Stdte alt in Sddeutschland, brtige Schullehrer stiegen entrckt wie assyrische Priester auf den Turm unters Licht, und schossen mit rostigen Flinten das Menschengeschlecht unten zusammen. Sie ergaben sich nicht. Sie standen im Licht. Sie kmpften bei Dachbrand, in den Kleidern Luse und Kot. Sie waren allein. Sie hrten die Brder nicht schrein. O Lichtmensch im Dunkel. O Krieg, der kam. O Tod! Augen wollten Licht nicht sehen. Ohren hrten keinen Hall. Trge Erde war verstoen, Feindschaft schuf den neuen Ball. Die Menschenkugel zersprang. O seht den gttlichen Lichtschein um Euch, dann dauert der Krieg nicht mehr lang! DIE ANKUNFT Ihr, die Ihr diese Zeilen nie lesen werdet. Drftige Mdchen, die in ungesehenen Winkeln von Soldaten gebren, Fiebrige Mtter, die keine Milch haben, ihre Kinder zu nhren. Schler, die mit erhobnem Zeigefinger stramm stehen mssen, Ihr Fnfzehnjhrige mit dunklem Augrand und Trumen von Maschinengewehrschssen, Ihr gierige Zuhlter, die den Schlagring verbergt, wenn Ihr dem Fremden ins Menschenauge seht, Ihr Mob, die Ihr klein seid und zu heien Riesenmassen schwellt, wenn das Wunder durch die Straen geht, Ihr, die Ihr nichts wit, nur da Euer Leben das Letzte ist, Eure Tage sind hungrig und kalt: Zu Euch stuben alle Worte der Welt aus den Spalten der Mauern, zu Euch steigen sie wie Weinrauch aus dem Dunst des Asphalt. Ihr tragt die Kraft des himmlischen Lichts, das ber Dcher in Euer Bleichblut schien. Ihr seid der schallende Mund, der Sturmlauf, das Haus auf der neuen gewlbten Erde Berlin. Ihr feinere dmliche Gelehrte, die Ihr nie Euch entscheidet hinter Bibliothekstischen, Ihr Brsenspieler, die mit schwarzem Hut am Genick schwitzend witzelt in Sprachgemischen. Ihr Generle, weibrtig, schlaflos in Stabsquartieren, Ihr Soldaten in den Leichenrohren der Erde hinter pestigen Aasbarrikaden, Und Kamerad, Sie, einsam unter tausend Brdern Kameraden; Kamerad, und die Brder, die mit allem zu Ende sind, Dichter, borgende Beamte, unruhige Weltreisende, reiche Frauen ohne Kind, Weise, hhnische Betrachter, die aus ewigen Gesetzen den kommenden Krieg lehren: Japan-Amerika, Ihr habt gewartet, nun seid Ihr das Wort und der gttliche Mensch. Und das himmlische Licht ist nah. Ein Licht flog einst braunhutig vom Sdseegolf hoch, doch die Erde war ein wildes verdauendes Tier. Eure Eltern starben am Licht, sie zeugten Euch blind. Aber aus Seuche und Mord stiegt Ihr. Ihr soget den Tod, und das Licht war die Milch, Ihr seid Sulen von Blut und sternscheinendem Diamant. Ihr seid das Licht. Ihr seid der Mensch. Euch schwillt neu die Erde aus Eurer Hand. Ihr ruft ber die kreisende Erde hin, Euch tnt 'rck Euer riesiger Menschenmund, Ihr steht herrlich auf sausender Kugel, wie Gottes Haare im Wind, denn Ihr seid im Erdschein der geistige Bund. * * * * * Kamerad, Sie drfen nicht schweigen. O wenn Sie wten, wie wir geliebt werden! Jahrtausende mischten Atem und Blut fr uns, wir sind Sternbrder auf den himmlischen Erden. O wir mssen den Mund auftun und laut reden fr alle Leute bis zum Morgen. Der letzte Reporter ist unser lieber Bruder, Der Reklamechef der groen Kaufhuser ist unser Bruder! Jeder, der nicht schweigt, ist unser Bruder! O zersprengt die Stahlkasematten Eurer Einsamkeit! O springt aus den violetten Grotten, wo Eure Schatten im Dunkel aus Eurem Blut lebend schlrfen! Jede ffnung, die Ihr in Mauern um Euch schlagt, sei Euer runder Mund zum Licht! Aus jeder vergessenen Spalte der Erdschale stot den Atemschlag des Geistes in Sonnenstaub! Wenn ein Baum der Erde den Saft in die weien Blten schickt, lat sie reif platzen, weil Euer Mund ihn beschwrt! O sagt es, wie die geliebte grnschillernde Erdkugel ber dem Feuerhauch Eures lchelnden Mundes auf und ab tanzte! O sagt, da es unser aller Mund ist, der die Erdgebirge wie Wolldocken blst! Sagt dem besorgten Feldherrn und dem zerzausten Arbeitslosen, der unter den Brcken schlft, da aus ihrem Mund der himmlische Brand lchelnd quillt! Sagt dem abgesetzten Minister und der frierenden Wanderdirne, sie drfen nicht sterben, eh hinaus ihr Menschenmund schrillt! * * * * * Kamerad, Sie werden in Ihrem Bett einen langen Schlaf tun. O trumen Sie, wie Frauen Sie betrogen; Ihre Freunde verlieen Sie scheel. Trumen Sie, wie eingeschlossen Sie waren. Trumen Sie den Krieg, das Bluten der Erde, den millionenstimmigen Mordbefehl, Trumen Sie Ihre Angst; Ihre Lippen schlossen sich eng, Ihr Atem ging kurz wie das Bltterbeben an erschreckten Ziergestruchen. Schwarzpressender Traum, Vergangenheit, o Schlaf im eisernen Keuchen! Aber dann wachen Sie auf, und Ihr Wort sprht ums Rund in Kometen und Feuerbrand. Sie sind das Auge. Und der schimmernde Raum. Und Sie bauen das neue irdische Land. Ihr Wort stiebt in Regenbogenschein, und die Nacht zerflog, wie im Licht aus den Schornsteinen Ru. O Lichtmensch aus Nacht. Ihre Brder sind wach. Und Ihr Mund laut offen ruft zur Erde den ersten gttlichen Gru. INHALT: Kamerad, Sie sitzen in Ihrem Zimmer allein 5 Geburt 7 Das Licht 13 Dieser Nachmittag 17 Die feindliche Erde 21 Sieg der Trgheit 23 Der Mensch 27 Die Stimme 31 Die Frhen 37 Die Ankunft 41 End of the Project Gutenberg EBook of Das himmlische Licht, by Ludwig Rubiner License: Share Alike