Produced by Jens Sadowski and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net Oskar Schrer Vershnung Gesnge und Psalmen Kurt Wolff Verlag Leipzig 1919 Bcherei Der jngste Tag, Band 71 Gedruckt bei Poeschel & Trepte, Leipzig Copyright by Kurt Wolff Verlag, Leipzig 1919 Armes Wort So steig ich wieder auf, heimlich erhobene Schale! Schon schttet ewiger Sinn sich in mich schwer. Wird mich nicht berreicher Drang zermahlen? Gesang qult wieder auf und bettelt sehr. Doch immer spr ich Scheu, hinaufzublicken: Geahnter! Du wirst Wert und Wort der Stunde knicken. Sieh, meine Hnde sich wie Ringer keuchend um dich falten! Wie halten -- o wie retten dich in mein Erkalten? Du ldst dich in mein armes Schaun, wie schwank ich wild! Berhrten, die ich pflckte, Erdenharmonien dein ewig Bild? So schlrft ich nie, Verzehrender! so ward ich nie verschleudert! Hinrasend Meer! Aufblhe, Mensch! noch Tierblick sich ins Ahnen lutert! O lsch mich aus, Gewalt! so trb dort unten splt der Tag. Schmilzt hin vor dir und hhnt, der so an deinem Busen lag. Schon gleit ich nieder. Tler brllen auf, da ich sie flle in Drang und Trotz. Sie werden ber mir zusammenschlagen. Ein Schluchzen nur in armer Hand werd ich in meine Htte tragen, Ein Schluchzen, drin ich mich in lauter Scham verhlle. Doch immer hart getrmt auf mein Verzagen ragt Gebot: Ich hab mich dir gezeigt. Du wieder sollst mich zeigen! Ich bin der Sinn und Form ist meine Not. Dann werde ich mich neigen, groer Rufer! tiefer neigen. Dein Bild zu wagen, taste ich nach Krnern warmer Erde: Ach wie ich greife, wird es Asche werden. Winterritt mit weien Hunden Weicher Hufschlag kost die weien Flchen, lichtumsplte Berge wandern mit. Selig Jagen, da die Fernen brechen, wilde Nhe dampft von meinem Ritt. Schneegewlke stiebt um unsre Lenden, Sonne schauert auf in weiem Gischt. Meine Hunde schieen vor und wenden, Wellenlust, die sich dem Schumen mischt. Froh umbellt und kniglich getragen, Gold blitzt auf dem wildgeworfnen Huf. Blh' die Nstern, Brauner! Fri dein Jagen, spr auch du den Drang, der dich erschuf. Tag schreit auf und selig kreist die Sonne, trunkner Brutigam umkniet die Braut. Ich bin Tag und Hund und Pferd und bin die Wonne, die in Taumeln ihren Gott erschaut. Nacht im Februar 1917 So ritt ich durch die armen Fetzen Ewigkeit. In stummem Zwange lag die Nacht geknebelt und lohte hungernd, wie ein ausgeweintes Leben nach einem Schmerzensschrei, der sie erlste. Erbarmungsloses Mondlicht drngte alle Sterne in freudenlose Firmamente roh hinauf, mit kalten Hieben warf es unsre Erde -- das weie Schneeland, das um Sonne trauert -- wie einen Toten in den fahlen Grund. Gespenstisch fror das kalte Dmmern auf dem Leichnam, den ich mit grauem Schauder berritt. Aus ihrer Schattenblue sprangen dunkle Bume wie rasende Fontnen schwarzen Blutes auf, im lodernden Geste sich verspritzend. Rauchende Dolden tobten wild ins Graun. Und harter Mondschein starrte alle Brunnen Blutes, und fror gespenstisch auf der Leiche Welt, in die mein Pferd die scharfen Hufe bohrte. Solang ich ritt, umgraute mich der Leichnam und Wunden sprangen blutend, wo ich ritt. Da half mir niemand solche Wehschau zu ertragen. Du arme Welt, wer hat dich so geschlagen? O Menschenerde, wie du dich verklagst! Ich schrei den Bueruf, den du nicht wagst. Mrzpsalm Erbarmender! da ich hier liege niedergeworfen in deine keimenden Schollen! Hre mein Schrein! Wer warf uns in solche Geschicke? Raserei ber uns! ewig urfremdes Sterben! Sterben in Frhen und Abend und duldenden Nchten. Leben uns ausspie; in Erden mssen wir kauern, ach! hassen die dumpfen Tage! Immer geduckt unter drohenden Fusten, brechendem Hohn. O wer hat uns so unterjocht? Emprung lauert in allen tdlichen Schlachten, da aus der Not sich erkannte Opfer und Mord. Wohin, ihr Alten, stelltet ihr eure Shne, da sie euch hassen mssen jungguten Erkennens! Denn euer Tun mssen wir ben -- Was fehlten wir? Euern verirrten Begierden was bluten wir noch? Sulen von Vtern lasten schwer auf uns. Wir wollen sie vertoben, verspritzen, in Tage baun, uns zu erfllen! Es wartet ein Tun in den Welten: ich mchte es wagen! Es jagt ein rotheies Geblt in den Adern der Erde: ich mchte es kssen! Geschpf sein und leben! Ging ich, mein Vater, nicht, ein Schwankender, unter den Lasten deiner Gesichte! Lagerten sich nicht schwer auf meine Tage all deiner Schpfungen blitzende Momente Schicht um Schicht! Da auferstand aus Gebirgen Fhlens, -- zu reifen in unendlichen Jubel -- Gtiger, dein Bild! dein Lcheln, mein Vater! Jetzt schtten aus grausamen Stunden Aschen nieder die Tage und tiefer immer versinkt mir dein erhabenes Gesicht. Halte mich, Vater! O, dich zu halten aus dem schwingenden Lachen der Strme sandtest du diesen Tag! Sandtest Gelute der Himmel, da ich dich greife, aus den verzckenden Sonnen dich, Rufender, zwinge in mein emprendes, in mein demtiges Lied. Seht, wie Tod bereite Schale hebt Immer glht der Tod um unsre Glieder. Schaut sein Flammen armen Leib umlohn! Tage schmelzen uns und Stunden nieder. Schon auf toten Vtern schreit der Sohn. Alles Tun rinnt ab von unserm Wollen. Seht, wie Tod bereite Schale hebt! Alles Schlrfen ist Verrat am Vollen! In sein Sterben reift, was immer lebt. Wessen Schwur sich reit vom Mutterschoe, sinkt schon hin in tdlicher Magie, brennt sich ab nach dem erzwungnen Lose, bis ihn letzte Stufe niederzieh. Wort, das in das groe Lauschen hallte, schlgt sich ein in Wellenmeer und stirbt. Tod ist Freundschaft, die hinberwallte. Liebesblick, erloschner, nie mehr wirbt. Schritt, den ich getan, ist Raub des Todes, da ihn furchtbar groer Raum verschlingt. Liebes Gestern, grausam hin verloht es. Melodie ins Nichtmehrsein verklingt. Wir sind Wlder nur dem Tod zu pflcken -- Sonne winkt vergeblich blau und rot -- Tropfen nur, die sich im Fall verzcken. Schwankend unten fllt sich Schale Tod. Einer doch wandelt ... Einer doch wandelt unter allen Menschen und noch einer wohl, der trgt und trachtet Leid und Last seiner Welt. Hat sein Erbarmen gestachelt ein voriges Schicksal, Blutet er unterm Erinnern des lchelnden Gotts? Pltzlicher Schreck dolcht sein Lachen und trinken nimmer in Frieden kann er der gtenden Nchte Beruhigung, denn ewig rafft ihn der Schrei: Grausames Mitun der Erde! Notverkrampfte Arme zucken nach Sonnen hin und Mutterhnde, fiebernd gefaltete, wrgen sein Trumen. Hei berm Lrmen umgellt ihn die Klage der Vter, wenn sie am Abend gehn, siech um den Mrtyrer Sohn. So wandelt der eine durch schreiende Tage und Lnder. Tief in sein Aug ist gekerbt alles Leiden der Welt. Frierender Kinder und stinkender mu er erbarmen. Hunger der Vielen durchschttelt ihn und noch der Huren anklagend Geheul reit sein teilendes Herz in Zerrttung. Silbernes Lachen der Mdchen kann ihn nicht trsten. Jubellust Gieriger stampft unter Fe sein blutendes Menschsein. Wild aus Erinnern und Vorschaun auftobt ihm Verzweiflung. Dann wird er Mensch sein! Aufstemmt ihn rasende Lust zu tragen, zu leiden, der Tiefste zu tauchen in ausgeschttete Qualen der Welt. Nottrank der Nchte schlrft er, bitteren Balsam dem Wunden der Tage. O, Phalangen Schwerterglut pflckt er mit selig erwachender Brust! Aus Krmpfen und Krmmung der schreienden Glieder dann -- Tobe du Seliger -- Aufblht sein siegender Tanz. Ein Menschentag I. Frhe spaltet die Mauer, die Mauer Nacht. Flammender Ri in der Ewigkeit: Tag erwacht. Nachttiefen schleudern schon schwanke blaugoldne Gefilde an meine rasenden Fenster. Dmongebilde. Hhlen und Hallen aufdmmern, draus donnert ein Urgesang. Schaukelnde Wnde noch stauen den schtternden Morgendrang. Ewigkeit schumt ber Deine Erden und Welten, Schpfer Du, trunkene Deines erhabenen Gesichts, nun die geschftigen Menschen in Htten und Zelten verkrochen noch harren des deutenden flachenden Lichts. Teile mit mir, Deinem Einsamen, gttliche Stunde! Jauchzenden Urbeginn pflck ich aus Deinem Munde. Einziger Quell ich im Weiten! Jetzt finde ich rauschenden Chor in Deiner stummen Geschpfe ewigem Hymnen. Erdschollen schwer aus der Finsternis rollen hervor, Wlder schon gischtend im Morgenschaum jubelnd erglimmen. Trme, ein kniglich Bruderpaar, strmen herein, Edelwild, khn aus den Trumen von schlafenden Stdten. Flammenden Himmel sie tragen auf goldnen Geweihn zum Strome und huldigend beugen sich Hgelketten. Rasender Schnellzug! Mein zischender Pfeil durch die Nacht, splitterst du? Schmilzst an des Morgens glhenden Rndern? Schreit ein Getse auf. Pltzlich ein Ungetm lacht, reit alle Sichten zu tanzenden jagenden Bndern. Hetzt alle Bilder gegen mich an, fordert Gestalt. Werdenden Tages Begehren aus blauer Frhe! Alles Lebendige hat sich in mich verkrallt, fordert Leben und Sinn. O marternde Mhe! Taumel der Schpfung in mir! Fieber des Werdens! Schdel ist nicht mehr Schdel! durchrissene Schau. Lauschend zerstiebt mein Gehirn, zertmmelt von wtenden Herden, brandende Morgennot taumelt um neues Vertraun. Schlrfe ich -- werd ich geschlrft von rasenden Schwingen? Strzendes Einfallstor unausgedachtem Verlauf! Ungeheueres, werdender Tag, wirst Du bringen! Lutet, ihr Berge, aufdampfende Meere! Menschen, wacht auf! II. Hoher Tag schwingt in Kristallen auf mich zu. Reife Stunde ruft: o du! o du! An mir vorber wild jagen Bilder aus vorigen Tagen. Gebirge vor mir her Mein Wnschen rast. Doch ber allem donnerschwer wuchtet Gesang dieses Tags: Mensch, o da du dem Rhythmus der Welten genast, ertrag's! Ertrag's! Stunde ist geladen mit brechender Magie: Rhr mich nicht an! Aufspritzender See seine Wogen spie, Sphren saugen wie Vampyrn sich an. Schicksale schreien wild sich entgegen, Fernen sich aufgetan regen von unerhrten Tumulten des werbenden Tags. Geheimnis aller Symbole stob hin entsetzt solchen Taumeln. Gedanke, Gedanke mu fliehn. Ertrag's! Ertrag's! Jetzt press' ich nackte Welt an nackte Brust. O rasender Pulse Ineinanderhmmern. Wirf einen Ha, eine Liebe, Raserei in diese Brust, mich in die Endlichkeiten einzudmmern! Wie trag ich solches? Furchtbar schwillt mein Tanz, Kampf mit Unendlichem, den ich wage! Gtter, herunter zerr ich euern Kranz. Ich Trger des Lebens! des Heute und seiner ewigen Lust! Mein ist der Tag! III. Von unermessenen Ksten, Ozean, schtte dich nieder! O, da dein Wogengetrme sternenauf wchse furchtbaren Falls dich zu schleudern Wider die Erde, wider unseligsten Stern! Schlrfe doch, o schlrfe meinen brllenden Stein! Was hlt er mich noch? Stemmt ihn mein lastender Fu in solches Trotzen? Raub ihn! Verschlinge ihn! Siehe, ich sto ihn dir zu! Du Gewaltiger, den ich doch hhne, du zauderst? Lock ich noch immer nicht deine tobende Rache? Ha, du verschmhst mich, den Winzigen, verchtlichen Gaukler! So strz nieder, Sonne, lgendes Gestirn, polternd schon bricht ja dein Taggesul, das du verraten. Nieder strz, anderen Welten flamme den heuchelnden Glanz! Andere Welten locke zu Tanzen und Singen, locke zum Preise des Gottes tckische Tuschung. Uns ward der Glanz trb. Uns warf sein tdlich Geprnge der Sternentag hin, da wir nun wissen, da nur zu ruchlosen Freveln sich Todreigen schlinge, da sich Geschpftes zerrase in ewigem Kampf. Teilsein ist Menschenlos. Weinend um seine Begierden mengt sich die Zwei. Du aber lchelst uns einstens und immer Gte und einendes Sein. Verhlle dich, Erde! Verhll deine ewige Tuschung, du Ungeheuer! Dem strzenden Meere zum Fra wirf deine Sonne hin! Zerschmetter' dich endlich am Hohn deines Nichts. O, vergehe in Dunkel und la uns mit dir vergehn! IV. Da solches Nachten wieder auf uns taut und warme Sterne mden Scheitel netzen! So darfst du dich am hohen Sinne letzen, dem sich dein Leben wieder anvertraut. Bis endlich sich dein voller Tag erbaut. O Drang der Frhe, Taglust und Entsetzen des Abends muten in dich strzen -- Fetzen des schweren Segels, das sich rauschend staut in diesen ewigen Hauch. Jetzt spann dich weit, zu saugen aus dem All, was dich begte. Quellender Blutmast Mensch, sollst Trger sein! Du Schiffer zwischen Horizonten Ewigkeit! Toter und Ungeborener flchtige Blte, schpf' aus der Nacht Gedulden und Gedeihn. Flucht und Zuflucht I. Mein Vater, wandeln Deine Sterne nimmer? So mder Himmel meine Schulter drckt, ach, hmmert solch Geschrei aus meinem Wimmern: Wer hat mich frech aus Deiner Hand gepflckt? Brautgarten, drin Dein Lcheln mich umkoste, mir blaue Strme kndeten Dein Nahn, was lt Du mich verwelken, Deine Blte? Dein Schwert, das Dich aus allen Steinen sprhte, zrnend der Scharten, hast Du's abgetan? Im armen Winkel lt Du es verrosten. Wie starb ich von Dir ab? o mdes Sinken, kaum such ich mehr nach Brcken oder Weg und trage doppelt Sterben, nun Dein Winken aus vorigen Tagen dunkelt im Geheg. Als Du ein Ahnen, dem ich mich vertraut, zu Domen ber meinem Tag erbaut! Ich Meer, gestrzt in bodenlose Tiefe! Aufschossen Ufer, Feld, ragende Wand, dran Wellentrume fetzen, die Dich riefen. Jetzt bin ich hohler Sumpf und Modersand. Nur manchmal brckelt Sturm in meine Nchte. Dann schreck ich auf, von Himmeln ganz erdrckt, und grabe mder armem Tag die Schchte, der mich von Deinem Flammenstrauch geknickt. O, ward ich berwachsen von den Bumen, die ich, versuchend frech Dein hohes Dulden, in Deine Gunst zu pflanzen mich getraut! O durft ich mich an Ding und Ding versumen, an lautem Tun mich lsternd so verschulden, da noch aus Dickichten Dein Strahl mir taut! II. Schau her, mein Vater, wie ich mich zerbreche. Mein arges Tun, ich schlepp es keuchend her, hier steht er nackt, des Gottes trunkner Zecher! Ach, seine Schalen sind von Dir so leer. Sein Mund: noch grinst Verrat an seinem Rande. Dies Auge: kaum verdeckt es seine Gier. Die Hnde immer tastend nach der Schande und Leib und Bein so trg, so stumpf, so Tier. Schau, welke Blumen rei ich mir vom Scheitel! In wildes Schreien trotzt jetzt meine Scham. Ach, wo ich gut mich nannte, war ich eitel, und Falschheit gab ich, wo Vertrauen nahm. In wstem Heute meine Tnze sthnen. Jetzt be, da Du mich so klein erschufst. Gestrpp von Fluch und Kniefall, Betteln und Verhhnen. Zertritt mich doch -- ich trag's nicht, da Du rufst. Und doch ist Lauschen noch in meiner Seele. Barmherziger! Jetzt strzst Du gro zu Tal. O bist Du seste Frucht aus allem Fehle? Ringt sich zu Dir nur alle Sndenqual? Brauch ich mein Lstern reiner Dich zu quellen, ras' ich durch Bue tief in Deinen Scho? Soll ich an jedem lauten Tag zerschellen? Nur Abtakt Deines Reigens ewig gro! III. Darf ich noch flehn, so fleh ich Not und Fehle. Noch scheiden tausend Freuden mich von Dir. Verrat nur lauert, wo ich tastend whle. So sei im Leiden Du mein einzig Hier! Ein Mdchen ging so arm an mir vorber, hinkenden Fues, schwarz, im Trauerkleid. Was barg ihr noch die Erde: Gram und Fieber, doch fhlt ich tief: Dir war sie ganz bereit. Ich aber hnge noch an vielen Lichtern. Der Scholle Segen hlt mich und ihr Fluch. Mir gaukelt Welt in lockenden Gesichtern und bltternd haft' ich noch an ihrem Buch. Noch zieht mich Hoffnung in die blauen Grnde, Erinnern lt tiefatmend mich erblhn. O blaue Meerfahrt! Liebe, der ich mnde! Und Sonne, Sonne will in mir verglhn. Du aber stehst beiseit' und lt mich whren, bist nur ein leises Rufen in der Nacht. O, hilf mir, Vater, da ich zu Dir kehre, nimm von mir meiner Tage eitle Tracht! Grt mich in Leid, verhlle mich in Reue, streif die Gewnder Erdlust von mir ab. Schon splen Trume mich in Deine Blue, nackt sinke ich in Deinen Scho hinab! IV. Einst ri ein Rufen aus getrmten Zeiten mich wild hinaus Heidrstenden zum Trank: Dich schreit Gebild. Propheten um Dich leiden. Wie sank ich nieder, bis ich ganz versank. Schwer lastete auf mir Dein gro' Begehren. Und Not ums All fiel steil mich zu verzehren. Und wieder auf ins Brausen der Geschicke warf ich mich brnstig. Zeiten schlugen wild. O Schicksals Babelturm auf mir: ersticke im Sturz der Massen, der dich nimmer stillt, und rchle armen Tanz, so heut wie gestern: Ihr Stckchen Gottes kosend alle Menschen gehn. Zerbrich's an Deiner Gier: Verzweiflung wird dich lstern. Wild lachend Sonnen ihre Kurven wehn. Ich strmte weltenauf und weltennieder. O Tage, von Tumulten bervielen greis! Bis mir ein Trsten stieg aus dem Verwirrten: Mein eignes Rufen hallt die Fremde wider. Ich Mund allallen Jauchzens und Geschreis. So kehr' ich heim, zurck zu mir Verirrtem. La mich denn, Vater, ganz in Dir verstummen! Sei meines Auf und Nieders letzte Ruh. Und schttelt Drang von der Geschicke Summen: Doch aller tiefste Melodie bist Du! Will nur mehr schrfen tief in mir ein Lauschen. Schon klingt Dein Regen, wie Du Dich mir neigst. Aufraucht mein letztes Opfer, bis Du rauschend, mein Gott, Deinem Getrmmer Mensch entsteigst. Nacht Erhabene, glhst du mir wieder, Dunkelumfangende du! Schwankend auf deinen Sulen und doch voller Ruhe! O, du berschttest mich nicht und wirst mich nicht strzen. Weit hast du dich gespannt und du versagst dich nicht meinem Aufruhr! Hintaumeln darf er unter deinen Gewlben und sich vergeuden. Ah, kein aufdrohendes Notgebild zckt ihm die Zeit. Sterne schttest du, unzhlige Geschwister den Brnden meiner Brust, und wo du die Sume faltest deines Mantels, da wartet mein Trumen. O, da du wartest, Geduldige, o nimmer mich zwingst auszubrechen in die berstenden Schollen, in saugende Klfte vor solchem Gefhl! Ruhe splst du in meine Adern und kosendes Dunkel hast du zu einer mildladenden Pforte gestellt, -- o nchtiges Tor! -- ohn' Ende zu schreiten, zu atmen und hinzubreiten wie Wellengeriesel die dunkelgeballte Inbrunst den sonnigen Spielen meines ewigen Tags! Frhling Eine Trilogie I. Elegie Brach uns der Flieder schon auf? O, schtteten heimliche Nchte Duften in unseren Traum, da er das Herz uns betrt? Sehet, wie andere Himmel schaukeln die volleren Bume auf ihren Bltterstolz schon selig das Strahlengewlb. Blhen umsumt uns lauschige Wege, und junggrne Matten kosen im spielenden Licht, kosen dem werbenden Wind. Tnze aus brauendem Wohllaut heben sich lind uns zu schmeicheln. Mdchen, dein flatterndes Haar lockt uns zur schwellenden Brust. Weitet sich all unser Fhlen so pltzlich in lindere Rume, hlt uns ein goldenes Netz Vogelsangs heimlich umspannt? Herz, was erschrickst du? Ermattest von so viel offener Freude? Schauerst so einsam zurck? Nimmt dich der Jubel nicht auf? Ach, ber Nacht brach der Frhling in deine umschmerzten Gehege, pocht nun wie feuriger Wein; wehe, du kennst ihn nicht mehr! Hobest ihn nicht aus dem Ahnen mit sphenden tastenden Augen, reiftest nicht glubig hinein in seine schwellende Lust. Mutest in Sehnsucht und Qual die strzenden Tage verjagen, durftest nicht lauschen, wie lind neuer Gesang sich erschuf. Schauer sind dir und Jubel die hetzenden Treiber der Tage, fremd aus versumtem Bereich fchelt der trstende Hauch. Triebe nicht und nicht die Knospen sahst du im lockenden Morgen atmen und schwellen und blhn, eh sie die Sonne verriet, da sie in Jubel aufschumten, als htte sich lichtes Gewlke mild auf dem zarten Gezweig kosend und bergend versumt. Sahst nicht die jubelnden Bume hinstrmen in weitoffne Himmel! Schriest nicht in blhenden Sturm! Wehe, es ist nicht dein Lenz! Stehst nun, ein Fremdling, im lieblichen Segen frohlockender Grten. Stiegst wohl vom Berge herab, nimmer erkennt dich das Tal, nimmer umspielt dich Willkommen der selbstgepflanzten Gebsche, mtterlich Raten und Tun hegt nicht den heimlichen Ort. Blickst nun so einsam, verstoen, auf dankbare Freude der Andern, in ihr auflachendes Spiel lockt dich kein freundlicher Ruf. Gehst in den Abend und schauerst vor Khle, nun Flten aufschluchzen nun sich ein Mdchenlied s noch in den Amselsang flicht. Ah, und da kommt es dir, Armer: die Trnen hast du vergessen, linderndes Schluchzen der Nacht, das dich den Tagen vershnt. Drin sich das hastende Leben rckfindet und ausruht fr Knfte, dmmernde Teiche, darin Rosen trinken den Mond. Hast nicht die Se des Trauerns vergnnt deiner wartenden Sehnsucht! Unausgeweintes Leid, mut es nun tragen so schwer. II. Bacchanale Taumelt der alte Gott ber meine Erde? Locken schneeige Brste aus Sonnenglut, da ich sie ksse, da ich ersticke in ihrer hllenden Lust? O mein Frhling du im rauschenden Zenith! Wie brandest du rasend ber uns Kleinen und ohn Erbarmen! Sehnend standest du auf, bis du schwanktest in deinem Bltenrausch, und wieder verschtten wirst du dich, niederstrzen vom Berg deiner Trunkenheit. Dein Vergehen noch berjubelst du glhenden Tanzes! O Seliger ber uns allen! Hier meinen Sang deinem hchsten Tag! Deinem Triumphe, du Gttlicher, beuge ich mich tief. Klirrend dir entgegen zckt aller Welten Blut. Zeugung ohn' Ende und Wollust, die sie geboren, spritzt hei aus deinem Wahn, aus Bltenkelchen, Dolden, Trumen, Rausch! Magnolien verschumen sich, und des Rhododendrons Se lohte deinen Kssen, erbarmungsloser Sieger, schon hin. Sternig perlt Goldregen nieder zur Erde, -- Umarmung der Danae! -- und dunkle Rosen ertrinken in zuckenden Orchideen wie Tropfen Blutes. Meere schtten sich dir aus und ber sterbenden Flieder noch sthnt der Jasmin seine Lust. Farben und Dfte taumeln ineinander zu deinem tdlichen Trunke, o reiche ihn uns! Wir jubeln des Gifts, das in unsern Adern frohlockt, und der treibenden Snde. Zerstr' uns, vernichte uns, panischer Zauber des Blutes! Komm an, du Allbefreier! o, endlich nimm uns auf! Deine Grausamkeit, la sie uns kssen, du spielende Natur! O Bestie, wir beten dich an, noch unterm Dolche, den du uns lachend zckst. Erwrge uns, Rasende, immer noch ist unser der Triumph! Ihr berstenden Sphren, brecht los eure drohenden Gewitter! Versengt uns! O ttet uns! Nirvana glht! Schon packen die Strme in meine rauschenden Buchen, beugen sie tief, schon chzen die knorrig verwurzelten Stmme unterm dstern Firmament. Entladung umgrt uns! Donner brechen vor aus Himmelshhlen, zerschmettern die Wlbung -- o wie stehen wir hohl! In stubende Bltenwolken hllen wir uns tief und bergen uns, bis khlende Tropfen uns netzen -- O, Regensang lindet! -- und unser Aufruhr ergibt sich in jubelndes Schluchzen: O du, unsre Erde! III. Ode Wo ist ein Leid, so tief, da es mich hlle! Wo quillt ein Schicksal, das mich unterjocht! Uns zwingt ein Drang aus bermchtiger Flle auf Hhen, wo der Gott im Rausche pocht. Die Himmel ffnend, strzt er uns entgegen. Trieb Jubel oder Not uns auf den Grat? Wir fragen nicht. Wir schlrfen seinen Segen und warten demutvoll auf unsre Tat. Denn irgendwo ist sie dem Mann beschieden; gespiegelt schon aus Hhlen seiner Not, formloser Traum befreiter Karyatiden, weitoffen dem unendlichen Gebot! O magisch Wirken, das sie heimlich bindet, die Schwestern Eigennot und Tatenglck: Not lischt, die sich in Taten sicher grndet, und Tat schmilzt mndend in die Not zurck. Wir kennen nicht des Leidens bange Se, des Trauerns Sumnis ist uns nicht vergnnt. Und wo wir Lust mit stolz Entsagen ben, wir dulden keinen Zug, der es euch nennt. Und schreiten herben Augs die steilen Pfade. Gewlke Lchelns blhn zu Seiten auf. Schon winkt in Fernen Opfers reinste Gnade zu bndigen des Chaos rasenden Lauf. Wir tragen dieses Erdenseins Emprung. Donnernd strzt Weltennot in eigne Qual. Zerstampfe sie und lache der Zerstrung: Auf reit uns Wollen immer hh'rer Wahl. Wie sich Gewalten in uns stemmen, bauschen! Wir Trunkene des grenzenlosen Falls, ballten wir Wehr aus dem Vernichtungsrausche? Ah! Retter sind wir des bedrohten Alls! Orphischer Psalm Treibender Du, den alles Wesen verkndet, Geburt und alle Gebrde jubelt und noch jauchzt das Vergehn, zu gro sind, ach! Deine Welten meinem Umklammern, zu gro noch -- da ich Hingerissener wagte mich ganz Dir zu nahn: -- meinem rasenden Zerstren. Siehe, Deiner Tage sind viel und bunt sind ihre Gewnder und flattern im Sturm. -- und lockt doch in ihrem verschlungenen Reigen verborgen ein Spiel! La es mich knden, Erhabener! Tiefer sind Deine Nchte und ihre Weihn schlingen wie Brcken von Tag zu Tage sich hin, -- doch ihren letzten Gesang Du lt ihn mich schweigen. Dumpf aus den Grnden verhhnen mich Fetzen Antworts. Trume ewigen Beginnens wten um endliche Gestalt. Traumstmpfe zngeln hinauf in den dunkeln Raum, aber in meinen gierigen Hnden zerbrechen alle Bilder, zerbrechen an Deinem Allsein, das uns verschmht. Berstend von Deinem Rufen entfloh ich, -- mhselige Gedankenflucht! -- Immer doch warst Du ber mir und ich erkannte Dich nicht. Entfernt Dich nur immer weiter mein dunkles Sehnen? Wie hrmt ich mich, Vater! Bis mich dein Sinn in tiefes Trumen rief. O lockend ser Grund! Weg ber Moore! Wie sank ich gern ins ewige Zurck. Und goldne Kreise schwingend mit mir sanken. Tiefblaue Rume perlten klares Taun, Goldkreise zogen milddurchstrahlten Reigen, Glanzschchte brachen auf, in ihrem Blaun flammende Pfeile sah ich sinken, steigen. Wie brach ich wunschlos ganz in mir zusammen! War frohe Beute grenzenlosem Spiel. O Bad in violetten Wolkenflammen, hier ist mein Wesen klar geschautes Ziel. Hier quillt kein Fragen: Deutung alles Werden; im Gleichklang strmen volle Welten hin, und ewig wechselnd tauschen sich Gebrden; doch ber allem: Lcheln ist ihr Sinn. So schweb ich in der Gunst der Harmonien, aus tief verborgenem Grund ein Singen quillt, schon rhythmen sich die Spiele, Kreise sprhen: Aus dem Gewoge taucht der Leier Bild, wchst hher, strebt hinauf in mein Erwachen, Sptabend tnt ihr sen Willkomm dar. Jetzt gib mir eine liebe Welt zum Spiele. Der mich im Traum erhrt, Du sei mein Tag, da ich die Leier, Deiner Trume Gabe, den Welten, Deinem Spiegel schlagen mag. Du la mich lieben, bis ich wunderbar in meinem Rausch das All umschlungen habe. Was schmerzt dich, Bruder Mensch? O, traue, sage! Hat du mich noch, da ich dir singend nah? Gib her dein Leid, ich will es mit dir tragen und will dir knden, was ich trumend sah. Ihr lieben Tiere, da ihr noch mt toben! Noch habt ihr solches Singen nicht gehrt. In Dumpfheit Arme, kommt, auch ihr drft loben, wenn euch der wilde Schreck nicht mehr umstrt. Ihr Blumen, duldende! Ihr khlen Steine! Hier ist ein Trank, der alle hpfen macht. Ihr Hgel, lernt nun endlich euer Weinen, in goldnen Spielen sei es euch gebracht. Ihr Welten, strzt zusammen solcher Einung! Ein Stern in eure armen Seelen fllt. Frohlocken heit die gttliche Beweinung! Erlsung blutet immer durch die Welt. Was durft ich schauen! O, was durft ich singen! Geh ich nicht, Rasender, am Rand des Nichts? Lauert nicht Schwche hinter meinem Schreiten, stt mich ein bser Blick hinab, hinab! Ach, werden nicht die Dinge sich empren? Wtende Dinge, die ich in Liebe gebannt! Wird nicht ein Zauber ausbrechen, dem ich das Siegel entwand? Ach, einmal werden mich alle Bilder hassen, zurck mich schleudern aus ihrem sichern Verband! Nichts wird mehr mein sein, nichts auf der grnen Erde! Verstoen wird sein, wer das All zu frh erkannt. Dmonen werden sich auf mich strzen. Bestien geknechteten Leids. Rache der Zeichen! Schlotternd werde ich hingehn und nicht mehr wissen mein Lied. Trume hetzen mich, Fieber zngeln um meinen brennenden Leib. Mnaden! Mnaden ber mir! O, blaues Meer wird mich nicht retten, wird dampfen von meinem Blut! Schreien werde ich, schreien und Dich nicht mehr kennen, mein Vater! Dann bleib mir nah! O walte Du in meinem irren Traum! Du schwebe mild in meinem irren Lcheln, Du sei die Glut, die noch im Fieber loht! Mit Deiner milden Hand nimm auf mein Rasen und friede es gtig zu einem Beten in Deinem mildlsenden Busen. Gotischer Psalm Gebirge stemmtest du auf, fhlloser Stein! Und trotzige Felsen in lichtdurchwhlte Himmel, da Strme an dir zerbrachen, die heulenden wilden, und furchtbar dich umschatteten die bleichen Hnde der groen ewigen Nacht. Bis endlich in neue Sonnen sich entfaltete dein morscher Trotz, bis unter Menschenhand ausbrachen in Blten und wiegende Rosen deine Gemuer, und ragende wildgeschleuderte Arme dich boten, die wehenden Trme der Kathedralen dich boten dem Gott! Lchelnder Geist sank in die offenen Kelche, loderndes Bltenfeld! O ihr Trme ber den fliehenden Landen, ihr Arme der Menschheit! Ragendes Menschenblut pltzlich all dies Getrme! Gttliche Winde harfen darinnen ihr Lied. In Spiele lindet schon der Symbole schaurig Tanzen; Mein nothaft Sthnen rhythmet sich zum Sang. Deutung des Tags erlischt -- Urdeutung jubelt; Aus seinen Trmmern steigt der ewige Tag, nagt sich empor an selbsterdachten Welten, aus Untergngen hehr verjngter Geist. Was gilt Getanes noch, wo Tun doch alles! In schwingenden Kreisen stirbt der alte Tod. O Tore Lebens, denen wir genesen! So schleudert Sterben uns in reinern Drang! Wo ist noch Finsternis? Wo lauern Schrecken? Hier ist der Tag, den Gott in Hnden hlt. Strzt neubeseligt uns in solch Vergeuden: O, nehmt mich hin! o, nehmt doch -- ich halte mich nicht! Brech hin, Geripp, wie ich mich taumelnd verschtte, rotleuchtendes Meer von Wollen und Gewhr! Schon rennen Tiere neu uns zu vertrauen, geheime Sphre wlkt um unsern Sinn. O Bruder Mensch! Kristall, den ich durchleuchte! Dumpf schauert zwischen Mensch und Mensch der Gott! Brech durch zum andern! Zwing die letzten Tode: durchgottet ist der weite Sinn des Alls! Und wie du dich bewegst, du wirst ihn raffen. Erls ihn, da er wachsend dich erls. Strz auf in deine offenen Geschicke! O erster Schrei aus dumpfer Lagernacht in rote Frhn, o ewiges Entscheiden in blitzenden Momenten! Werdetanz! So mnd ich hin, aus dem ich einst gebrochen, ins wild entbundne All. Stern rast um Stern. Zuckt Ewigkeitsbeginnen solcher Einung? O Kreatur! zurck in zeitlos Sein! Aus gierer Lust, die dich dem Gott entrissen, kehrst du nun heim zu deiner hchsten Lust. Durch bunte Welten hast du dich gelitten, bis Shne dich entband zum Jubel: Gott! Ich deine Welt! Pokal und trunkner Zecher! Und Sonnen reifen mich zum sen Trank! Schon stubt wie Sand, was mir Dein Bild verschleiert. Aufbricht der Sinn. In Schchte blaugehhlt strzt schmetternd in sein Flammen alles Wesen und Ruhen lchelnd birgst Ruhlosen Du! Du lichter Schatten sinnenlos umwunden. Lebendiger auer allem Leben! Geist im Leib! Wie weil ich lind in Deinem Lcheln, Vater! Hier flicht sich ewiger Kranz. -- Leib fat Dich nicht. Zurck ins Branden mu ich Dich zu halten, zurck in bunter Sinne Wechselspiel. Wie rag ich noch? In Dir doch so entworden. Welt splt und leckt an meinem neuen Strand. Du gib mir strenge Form den Wunsch zu straffen, zchte die Sinne, walte Du als Ma! Musik in hartem Takt, doch schwingend Triumphe! So Dich zu baun aus Leben, dulde Du! O Bild, du Schrei der tiefverborgenen Sinne! O Sturz ins Wort, du Reife ins Gebet! In mir erst wirst Du, steigender Gott! mein Wollen schrft Dich aus dumpfer Ruh in meinen Sturm -- Und formt in mir die stammelnden Gesichte, an denen ich mich hher ranken mag. Und Snde lauert, wo mein Drang ermdet Dir, Rufender, zu folgen Tor um Tor! Du lockst zu immer neuen Wanderfahrten, Du Insel berm dunkelblauen Meer. Und irr ich weit -- ich habe Dich umworben, in meine Not taut Trost aus Deiner Ruh. Du Schwingender zwischen den engen Sphren Du treibst aus mir, Du guter Drang, zu Dir! Und berwlbst uns gro zu keimenden Domen und Trme schieen aus gestauter Brunst. Gestein blht auf, wo sie Dein klargetrmtes Echo rhren, wiegende Rose singt in Deinem Sturm: singt allen Lebens ewig sich neuende Schpfung im brderlichen Tausch des werdenden Gotts. Inhalt Seite Armes Wort 5 Winterritt mit weien Hunden 7 Nacht im Februar 1917 8 Mrzpsalm 9 Seht, wie Tod bereite Schale hebt 12 Einer doch wandelt 13 Ein Menschentag I-IV 15 Flucht und Zuflucht I-IV 21 Nacht 26 Frhling (Eine Trilogie) 28 Orphischer Psalm 36 Gotischer Psalm 41 Von Oskar Schrer erschienen ferner: Kleine Lieder (Sammlung Die Pforte) Dreilnderverlag 1917 (Fragment eines Kriegs in Gesngen) Dreilnderverlag Drohender Frhling, Gesnge und Stanzen Roland-Verlag, Mnchen Anmerkungen zur Transkription Offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert wie hier aufgefhrt (vorher/nachher): [S. 41]: ... Aus seinen Trmmern steigt der ewige Tag. ... ... Aus seinen Trmmern steigt der ewige Tag, ... End of the Project Gutenberg EBook of Vershnung, by Oskar Schrer License: Share Alike