Produced by Jana Srna, Wolfgang Menges and the Online Distributed Proofreading Team at http://www.pgdp.net Anmerkungen zur Transkription Passagen, die im Originaltext kursiv gedruckt waren, sind hier _so_, gesperrt gedruckte Passagen +so+ gekennzeichnet. Weitere Anmerkungen befinden sich am Ende des Textes. [Illustration: Signet] ESKIMOMRCHEN BERSETZT VON _PAUL SOCK_ 1.-3. Tausend AXEL JUNCKER VERLAG BERLIN W15 _FR OLGA K._ Flutlegende von St. Michael (Aljaska) In den ersten Tagen war die ganze Erdoberflche mit Ausnahme eines sehr hohen Berges in ihrer Mitte berflutet. Vom Meer her stieg das Wasser und bedeckte alles Land, mit Ausnahme dieses Berges; nur ein paar Tiere wurden gerettet und entkamen dadurch, da sie die Berghnge hinanstiegen. Einige wenige Leute entkamen, indem sie ein Familienboot bestiegen. Ihr Leben fristeten sie mit Fischen, die sie bei Ebbe fingen. Als schlielich das Wasser zurckging, gingen die Leute, die gerettet waren, auf die Berge und lebten da; gelegentlich stiegen sie dann zur Kste herab. Auch die Tiere kamen wieder herab und belebten die Erde mit ihrem Geschlecht. Whrend der Flut schnitten Wogen und Strme in die Oberflche des Landes Furchen und Risse und als dann das Wasser zurckging und immer weiter zum Meer abflo, waren die heutigen Berge und Tler entstanden. Die groe Flut (Von den Zentral-Eskimos) Vor langer Zeit begann einmal der Ozean pltzlich zu steigen, bis er das ganze Land bedeckt hatte. Das Wasser flo ber die Gipfel der Berge und das Eis trieb ber sie hinweg. Als die Flut sich dann zurckzog, strandete das Eis und bildete berall auf den Gipfeln der Berge eine Eishaube. Viele Schaltiere, Fische, Seehunde und Wale blieben hoch oben am Trocknen zurck und da sind ihre Schalen und Knochen noch bis zum heutigen Tage sichtbar. Eine groe Anzahl Inuit starben whrend dieses Zeitraumes, aber viele andere, die, als das Wasser zu steigen begann, ihre Kajaks bestiegen hatten, wurden gerettet. Die Schpfung (Geschichten vom Raben Tu-lu-kau-guk I.) Es gab eine Zeit da auf der Erdoberflche noch keine Menschen waren. Die ersten vier Tage war der erste Mensch noch eingehllt in der Schote einer Stranderbse. Am fnften Tag streckte er seine Fe heraus, zersprengte die Schote und fiel als vllig ausgewachsener Mann auf den Boden und stand auf. Er sah sich um, bewegte seine Hnde und Arme, seinen Hals und seine Beine und untersuchte sich selbst ganz neugierig. Als er sich umsah, erblickte er die Schote, aus der er herausgefallen war, noch an der Ranke hngend und an ihrem unteren Ende das Loch, aus dem er gekommen war. Dann sah er sich wieder um und bemerkte, da er sich von seinem Ausgangspunkt entfernt hatte und der Boden unter seinem Tritt nachgab und ganz weich war. Nach einiger Zeit sprte er im Magen ein unangenehmes Gefhl und bckte sich, um aus einer kleinen Pftze vor seinen Fen Wasser in den Mund zu schpfen. Das Wasser lief in seinen Magen hinunter und er fhlte sich wieder wohler. Als er wieder aufsah, bemerkte er ein schwarzes Ding mit flatternden Bewegungen geradewegs auf sich zukommen. Wenn es anhielt und am Boden stand, sah es ihn an. Das war der +Rabe+, und als er stehen blieb hob er einen Flgel und schob seinen Schnabel, wie eine Maske, auf den Kopf hinauf und verwandelte sich im selben Augenblick in einen Mann. Schon bevor er seine Maske hochgehoben, hatte er den Menschen angestarrt und nachdem er sie aufgehoben, glotzte er noch mehr und bewegte sich, um genauer sehen zu knnen, hin und her. Endlich sagte er: Was bist du? Von wo bist du gekommen? So etwas wie dich habe ich noch nie gesehen! Der Rabe blickte den Menschen an und war immer mehr darber verwundert, da dieses fremde Wesen ihm an Gestalt so hnlich war. Dann lie er den Menschen ein paar Schritte gehen und rief wieder erstaunt: Von wo bist du gekommen? Ich habe frher nie so etwas, wie dich, gesehen! Darauf antwortete der Mensch: Ich komme aus dieser Erbsenschote, und zeigte auf die Pflanze, aus der er gekommen war. Ah, rief der Rabe, ich habe zwar diese Pflanze geschaffen, aber niemals geglaubt, es knnte so etwas, wie du daraus hervorkommen. Komm mit mir auf jene Anhhe dort; ich habe sie zwar erst ein wenig spter gemacht und sie ist noch weich und nachgiebig, aber es ist dort doch fester und hrterer Grund als hier. Sie gewannen bald das hher gelegene Land und hatten nun festeren Boden unter ihren Fen. Der Rabe fragte den Menschen, ob er etwas gegessen htte. Dieser antwortete, da er aus einer Pftze irgend ein feuchtes Zeug zu sich genommen. Ah, sagte der Rabe, du hast Wasser getrunken. Warte jetzt hier auf mich. Er zog die Maske wieder vors Gesicht, verwandelte sich so in einen Vogel und flog hoch in den Himmel, wo er verschwand. Der Mensch wartete wo er geblieben war, bis der Rabe am vierten Tag zurckkam. In seinen Klauen brachte er vier Beeren. Er schob seine Maske hinauf und wurde wieder ein Mann, der ihm zwei Brombeeren und zwei schwarze Rauschbeeren entgegen hielt und sagte: Das habe ich fr dich zum essen gebracht. Ich will auch, da diese Beeren auf Erden hufig vorkommen; jetzt i sie aber! Der Mensch nahm die Beeren und steckte sie nacheinander in den Mund und sie stillten seinen Hunger, den er schon unangenehm gesprt hatte. Dann fhrte der Rabe den Menschen zu einem kleinen Bach in der Nhe; dort lie er ihn stehen, ging zum Rand des Wassers und formte aus ein paar Lehmpatzen ein Paar Bergschafe und behielt sie in der Hand. Als sie getrocknet waren, forderte er den Menschen auf, sich anzusehen, was er gemacht habe. Der Mensch fand sie sehr schn und der Rabe befahl ihm nun, seine Augen zu schlieen. Sowie er die Augen geschlossen hatte, nahm der Rabe wieder seine Maske vor und machte ber den Bildwerken vier Flgelschlge, womit ihnen das Leben eingehaucht war und als vollausgewachsene Schafe sprangen sie davon. Nun hob er wieder seine Maske hoch und befahl dem Menschen zu sehen. Wie der Mensch die Schafe sich so voll Leben bewegen sah, schrie er vor Freude auf, und der Rabe sagte: Wenn diese Tiere zahlreich geworden sein werden, werden die Menschen sehr danach trachten, sie zu bekommen. Darauf sagte der Mensch, er hoffe, sie wrden zahlreich werden. Gut, sagte der Rabe, es wird aber fr sie besser sein, in den hohen Felsen zu hausen, soda sie nicht jeder tten kann, und man soll sie nur dort finden. Dann schuf der Rabe aus Lehm noch zwei weitere Tiere, denen er wie frher Leben einhauchte, aber da sie nur stellenweise trocken waren, als sie belebt wurden, blieben sie braun und wei gefleckt und so entstand das zahme Renntier mit seinem fleckigen Fell. Sie gefielen dem Mensch gut, und der Rabe belehrte ihn, da sie sehr wertvoll werden wrden. Auf die gleiche Weise wurde dann ein Paar wilder Renntiere geschaffen, die der Rabe nur am Bauch trocknen und wei werden lie, bevor er sie belebte; daher kommt es, da der Bauch der einzige weie Teil der wilden Renntiere ist. Der Rabe verriet nun dem Menschen, da diese Tiere sehr gewhnlich sein werden und die Menschen wrden viele von ihnen tten. So allein wirst du dich einsam fhlen, sagte dann der Rabe, ich will dir einen Gefhrten schaffen. Er ging nun zu einer Lacke, die etwas von der, wo er die Tiere geschaffen hatte, entlegen war und schuf, indem er ab und zu auf den Menschen sah, ein ihm sehr hnliches Bildwerk. Dann befestigte er als Haar ein Bschel feinen Wassergrases an seinem Kopf, und nachdem er in seinen Hnden das Bild getrocknet hatte, schwang er wie frher seine Fittige ber ihm und ein wunderschnes Weib entstand neben dem Mann. Da ist ein Gefhrte fr dich! sagte der Rabe und fhrte sie zu einem kleinen Hgel in der Nhe weg. In diesen Tagen gab es weit und breit keine Berge und es war ewig heller Sonnenschein. Kein Regen fiel und keine Winde wehten. Als sie zu dem Hgel kamen, zeigte ihnen der Rabe, wie man aus trockenem Moos ein Bett macht und sie schliefen da gut und warm; der Rabe zog seine Maske herab und schlief als Vogel in der Nhe. Er erhob sich vor den andern, ging wieder an den Bach und schuf je ein Paar schen, Stichlinge und Lippfische. Als die im Wasser herumschwammen, rief er die Menschen, sie anzusehen. Der Mensch sah hin und wie die Stichlinge mit wirbelnden Bewegungen gegen die Strmungen schwammen, streckte er berrascht die Hnde nach einem aus, aber der Fisch entkam ihm. Nun zeigte ihm der Rabe die schen und belehrte ihn, da sie in den klaren Bergflssen zu finden seien, whrend die Stichlinge an der Meereskste leben wrden, und da diese beiden Arten gut zu essen seien. Danach wurde die Spitzmaus geschaffen, von der der Rabe sagte, da man sie zwar nicht essen knne, da sie aber den Boden belebe und das Land davor bewahre, freudlos und unfruchtbar auszusehen. So schuf der Rabe noch einige Tage lang Vgel, Fische und Sugetiere, zeigte sie den Menschen und erklrte ihren Nutzen. Dann flog er in den Himmel und blieb vier Tage lang weg. Als er zurckkam, brachte er dem Menschen einen Lachs. Er sah sich um und bemerkte, da die Pftzen und Seen still und einsam waren, und so schuf er viele Wasserinsekten fr ihre Oberflchen, und aus dem gleichen Material machte er den Biber und die Bisamratte, um die Ufer zu beleben. Dann wurden noch Fliegen, Mcken und andere Land- und Wasserinsekten geschaffen, und der Mensch dessen belehrt, da sie nur geschaffen seien, um die Erde zu beleben und frhlich zu machen. Zu jener Zeit waren alle Mcken wie die Hausfliegen und stachen nicht, wie heutzutage. Er zeigte dem Menschen dann die Bisamratte und riet ihm, ihr Fell als Kleidung zu verwenden. Er erzhlte ihm auch, da der Biber an den Flssen hausen und starke Baue errichten werde, und da er diesem Beispiel folgen msse und auch so schlau sein, denn ihn knnten nur gute Jger erwischen. Um diese Zeit gebar die Frau ein Kind und der Rabe gab dem Menschen Anleitungen, wie es zu ernhren sei und erklrte, da es auch zu so einem Menschen, wie er sei, heranwachsen werde. Kaum war das Kind geboren, da brachte es der Rabe mit dem Menschen an einen Bach, rieb es mit Schlamm ab und sie kehrten dann wieder zu ihrem Aufenthaltsort am Hgel zurck. Am anderen Morgen lief das Kind schon herum und ri Gras und andere Pflanzen aus, die der Rabe in der Nhe wachsen lie. Am dritten Tag war es schon ein erwachsener Mann. Nun fiel es dem Raben ein, da die Menschen alles was er geschaffen, zerstren wrden, wenn er nicht etwas schfe, um sie zu schrecken. Er ging also an einen Bach in der Nhe und formte einen Bren; er belebte ihn dann und wie der Br grimmig dreinschauend dastand, sprang er rasch zur Seite. Dann holte er den Menschen und belehrte ihn, da der Br ganz schrecklich sei, und wenn er ihn stre, ihn in Stcke reien werde. Dann wurden die verschiedenen Robbenarten geschaffen und ihre Namen und Gewohnheiten dem Menschen erklrt. Der Rabe lehrte den Menschen noch, wie man aus Seehundsfellen ungegerbte Schnre und Schlingen fr Rotwild mache, aber er warnte ihn davor mit dem Rotwildfang frher zu beginnen, als bis es zahlreich genug sei. Um diese Zeit war das Weib wieder in der Hoffnung und der Rabe erklrte, es werde diesmal ein Mdchen werden und sobald es geboren sei, mten sie es mit Schlamm abreiben, und wenn es erwachsen sei, msse es den Bruder ehelichen. Dann ging der Rabe weg, zu dem Platz, wo er in der Erbsenranke den ersten Menschen gefunden hatte. In seiner Abwesenheit wurde ein Mdchen geboren und das Paar tat wie ihm befohlen war; am nchsten Tag lief das Mdchen schon herum. Am dritten war es eine erwachsene Frau und wurde, wie der Rabe befohlen hatte, dem jungen Mann vermhlt, auf da die Erde rascher bevlkert werde. Als der Rabe zur Erbsenschote kam, fand er drei andere Mnner, die gerade aus der Schote, die den ersten hervorgebracht hatte, gefallen waren. Diese Mnner sahen sich, wie der erste, verwundert um, und der Rabe fhrte sie in einer Richtung, die jener, in der er den ersten mitgenommen hatte, entgegengesetzt war, weg und brachte sie hart am Meer aufs Festland. Hier blieben sie und der Rabe blieb lange Zeit bei ihnen und lehrte sie, wie sie leben sollten. Er lehrte sie Feuerbohrer und Bogen aus einem trockenen Holzstck und einer Saite anzufertigen; das Holz nahm er von Struchern und kleinen Bumen, die er an geschtzten Orten in Rinnen an den Abhngen wachsen lie. Er schuf fr jeden der Mnner ein Weib und viele Pflanzen und Vgel, die die Seekste bewohnen; es waren aber weniger Arten, als er im Land, wo der erste Mensch lebte, gemacht hatte. Er lehrte die Menschen Bogen, Pfeile, Netze und alle anderen Jagdgerte machen und auch ihren Gebrauch, besonders, wie man die Robben fngt, die jetzt im Meer massenhaft vorkamen. Er lehrte sie Kajaks machen und zeigte ihnen, wie man aus angeschwemmten Balken, sten und Erde gutgedeckte Huser baue. Jetzt wurden auch die drei Frauen der Mnner schwanger und der Rabe ging wieder zum ersten Menschen zurck, wo er die Kinder verheiratet fand. Er erzhlte dem Menschen dann alles, was er fr die Leute an der Kste getan hatte; sah sich dann um und fand, da die Erde kahl aussehe. Er lie also, als die anderen schliefen, an geschtzt gelegenen Stellen Birken, Rottannen und kanadische Pappeln wachsen und weckte dann die Leute, die sich ber den Anblick der Bume sehr freuten. Dann lernten sie mit dem Feuerbohrer Feuer machen, wie man den Zunderfunken in ein Bndel trockenen Grases legt und herumfchelt bis es aufflammt und dann trockenes Holz nachlegt. Er zeigte ihnen, wie man Fische auf einem Stock braten kann, aus Weidenrinde und Spnen Fischfallen macht, Lachse fr den Winter trocknet und Huser baut. Dann ging der Rabe wieder zurck zu den Kstenbewohnern. Als er weggegangen war, ging der Mensch mit seinem Sohn hinunter zum Meer und der Sohn fing einen Seehund, den sie dann mit den Hnden umbringen wollten; es gelang nicht, aber schlielich ttete ihn der Sohn mit einem Faustschlag. Dann zog ihm der Vater allein mit den Hnden das Fell ab und sie machten Riemen daraus und trockneten sie. Aus diesen Riemen machten sie in den Wldern Schlingen fr die Renntiere. Als sie am nchsten Morgen diese nachsehen gingen, fanden sie die Stricke durchgebissen und die Schlingen weg, denn damals hatten die Renntiere noch scharfe Zhne, wie die Hunde. Der Sohn dachte eine Zeitlang nach und machte dann am Weg der Tiere ein tiefes Loch und hngte, an der Schlinge befestigt, einen schweren Stein hinein und zwar so, da der Stein, wenn sich ein Tier in der Schlinge fing, ins Loch hinunterrutschen, seinen Nacken herunterziehen und es so festhalten mute. Als sie am andern Morgen zurckkamen, fanden sie ein Renntier in der Schlinge verwickelt. Sie nahmen es heraus, tteten es und zogen ihm das Fell ab, das sie fr ein Bett nach Hause nahmen. Etwas von dem Fleisch brieten sie am Feuer und fanden es ganz geniebar.-- Eines Tages ging der Mensch hinaus, um an der Kste Robben zu jagen. Er sah sehr viele, aber jedesmal, wenn er sich vorsichtig herangeschlichen hatte, krochen sie ins Wasser, bevor er ganz an sie heran konnte. Schlielich war nur noch ein Tier am Strand. Der Mensch schlich sich noch vorsichtiger heran als frher, aber auch dies entkam ihm. Nun stand er auf und ein seltsames Gefhl bewegte seine Brust und Trnen tropften aus seinen Augen ins Gesicht. Er hob seine Hnde und fing einige Tropfen auf, um sie anzusehen und er entdeckte, da sie wie Wasser waren. Ohne da er es wollte, entrangen sich ihm laute Schreie und Trnen fielen in sein Gesicht, als er heim ging. Als sein Sohn ihn kommen sah, machte er seine Frau und seine Mutter darauf aufmerksam, mit welch seltsamem Lrm der Mensch daherkomme. Als er sie erreicht hatte, waren sie noch mehr erstaunt, Wasser aus seinen Augen rinnen zu sehen. Nachdem er ihnen die Geschichte seiner Enttuschung erzhlt hatte, wurden sie alle vom gleichen fremden Schmerz ergriffen und klagten mit ihm, und so lernten die Menschen zum erstenmal das Weinen. Danach fing dann der Sohn einen anderen Seehund und sie machten noch weitere Renntierfallen aus seiner Haut. Als diesmal das gefangene Renntier nachhause gebracht wurde, trug der Mensch seinen Leuten auf, einen Knochensplitter von seinem Vorderfu zu nehmen und in das breite Ende ein Loch zu bohren. In dies steckten sie Renntiersehnen und nhten Felle ber ihren Krper, um sich fr den Winter warm zu halten. Der Rabe hatte ihnen befohlen, das so zu machen, damit die frischen Renntierfelle auf ihnen trockneten. Dann zeigte der Mensch, wie man Bogen und Pfeile mache und letztere mit Hornspitzen versehe, um damit Renntiere zu erlegen. Hiermit brachte der Sohn auch sein erstes Renntier zur Strecke. Er schnitt es dann auf und legte seinen Speck auf ein Gebsch und schlief daneben ein. Als er erwachte, hatten die Mcken den Speck ganz aufgefressen. Das rgerte ihn sehr. Bis dahin hatten die Mcken nie die Menschen gestochen, aber dieser Mensch beschimpfte sie wegen dessen, was sie getan hatten und sagte: Nie mehr sollt ihr Speck fressen, fret lieber noch die Menschen. Und von da an haben die Mcken immer die Menschen gestochen. Dort wo der erste Mensch gelebt hatte, war jetzt ein groes Dorf entstanden, denn die Menschen taten alles, was der Rabe ihnen gezeigt hatte, und sobald ein Kind geboren war, wurde es mit Schlamm abgerieben und so bewirkt, da es in drei Tagen erwachsen war. Eines Tages kam nun der Rabe zurck, setzte sich zum Menschen und sie sprachen von vielen Dingen. Der Mensch erkundigte sich beim Raben nach dem Land, das er im Himmel geschaffen. Der Rabe sagte, er habe dort ein sehr gutes Land gemacht und der Mensch bat ihn, er mchte ihn dorthin mitnehmen, damit er es sehe. Der war damit einverstanden und sie machten sich nach dem Himmel auf den Weg und kamen dort auch in kurzer Zeit an. Da war der Mensch in einem wunderbaren Land mit einem viel besseren Klima, als auf Erden. Die Leute, die dort lebten, waren aber sehr klein; wenn sie neben ihm standen, reichten ihre Kpfe ihm nur bis zum Oberschenkel. Whrend sie hier herumzogen, erblickte der Mensch viel fremde Tiere; auch der Boden war viel besser als der, den er verlassen hatte. Der Rabe erzhlte, da dies Land mit seinen Tieren und Menschen das erste gewesen sei, das er erschaffen habe. Die Leute, die da lebten, machten schne Pelzkleider mit eingearbeiteten Mustern, wie sie die Menschen jetzt auch auf Erden tragen, denn der Mensch hat nach seiner Rckkehr den Leuten gezeigt solche Kleider zu machen und die Muster haben sich allenthalben erhalten. Nach einiger Zeit kamen sie an ein groes Haus und traten ein. Ein uralter Mann, der erste, den der Rabe im Himmel geschaffen hatte, kam von seinem Ehrenplatz gegenber der Haustr herab und bewillkommte sie; er beauftragte jetzt seine Leute, den Gsten aus dem unteren Land, die seine Freunde seien, Speisen zu bringen. Es wurde dann eine Art gesottenen Fleisches, wie es der Mensch vorher nie gesehen hatte, gebracht. Der Rabe belehrte ihn, da es von Bergschafen und zahmen Renntieren sei. Nachdem der Mensch gegessen hatte, wollte ihm der Rabe noch andere Dinge, die er gemacht hatte, zeigen, warnte ihn aber davor, aus den Seen, an denen sie vorberkommen wrden, zu trinken, denn er habe in sie Tiere gesetzt, die ihn umbringen und zerfleischen wrden, wenn er nherkme. Auf ihrem Weg kamen sie an ein ausgetrocknetes Teichbett, das dicht mit hohen Grsern bewachsen war. Auf den Grasspitzen, die sich unter der Last aber gar nicht bogen, lag ein groes, seltsames, sechsbeiniges Tier mit einem langen Kopf. Die beiden Hinterbeine waren ungewhnlich lang, die vorderen waren kurz und aus dem Bauch ragte ein ganz kurzes Beinpaar hervor. Der ganze Krper des Tieres war mit feinem, dnnem Haar bewachsen, wie die Spitzmaus, nur war es an den Fen lnger. Am Kopf standen zwei kurze, dicke nach rckwrts gebogene Hrner hervor. Die Augen waren klein und die Farbe des Tieres dunkel, schwrzlich. Danach kamen sie zu einer runden ffnung im Himmel, um deren Rand kurzes Gras wuchs, das wie Feuer glimmte. Dies war, so sagte der Rabe, ein Stern, Mondhund genannt. Die Spitzen des die ffnung umrahmenden Grases fehlten und der Rabe erzhlte, da seine Mutter einmal einige, und er den Rest, um auf Erden das erste Feuer zu machen, weggenommen habe. Er fgte noch hinzu, da er zwar versucht habe diese Grasart auch auf Erden zu schaffen, es sei ihm aber nicht gelungen. Nun befahl er dem Menschen die Augen zu schlieen, er werde dann an einen anderen Ort versetzt werden. Der Rabe nahm ihn auf seine Flgel und lie sich durch die ffnung hindurch. Lange glitten sie dahin, bis sie an etwas stieen, das sie in ihrer Bewegung aufhielt. Sie blieben stehen und der Rabe sagte, sie seien jetzt am Meeresgrund. Der Mensch atmete ganz leicht und der Rabe erklrte ihm, da der Nebelschleier ringsum durch das Wasser hervorgerufen sei; dann sagte er: Ich werde hier einige neue Tierarten schaffen; du darfst aber nicht herumgehen, leg dich nieder und wenn du mde bist, so dreh dich auf die andere Seite. Der Rabe lie den Menschen nun lange auf einer Seite liegen. Endlich erwachte er dann, fhlte sich sehr mde und wollte sich umdrehen; es gelang ihm aber nicht. Da dachte der Mensch bei sich: Wenn ich mich doch nur umdrehen knnte! und im selben Augenblick drehte er sich auch schon ohne Schwierigkeit herum. Wie er das tat, bemerkte er voll Erstaunen, da sein ganzer Krper mit langen weien Haaren bedeckt war und seine Finger lange Krallen bekommen hatten; er fiel aber sofort wieder in Schlaf. Noch dreimal erwachte er und schlief dreimal wieder ein. Als er zum viertenmal erwachte, stand der Rabe neben ihm und sagte: Ich habe dich in einen Eisbr verwandelt; wie gefllt dir das? Der Mensch wollte antworten, konnte aber keinen Laut von sich geben; da schwang der Rabe seine Zauberflgel ber ihm und er antwortete nun, da es ihm nicht gefalle, denn so msse er am Meer leben, whrend sein Sohn am Land leben knne und er werde sich hierbei unglcklich fhlen. Da tat der Rabe einen Flgelschlag und das Brenfell fiel vom Menschen und blieb leer am Boden liegen, whrend dieser in seiner natrlichen Gestalt wieder aufstand. Nun nahm der Rabe eine seiner Schwanzfedern und steckte sie als Rckgrat ins Brenfell, machte einige Flgelschlge darber und ein Eisbr stand da. Sie gingen dann weiter; seit dieser Zeit aber findet man am zugefrorenen Meer Bren. Der Rabe fragte den Menschen nun, wie oft er sich umgedreht habe und er antwortete: Viermal. Das waren vier Jahre, sagte der Rabe, denn du hast genau vier Jahre lang dort geschlafen. Sie waren noch nicht weit gegangen, als sie ein kleines Tier sahen, das einer Spitzmaus hnelte. Das war ein Wi-lu-gho-yuk. Es gleicht der am Land lebenden Spitzmaus, lebt aber am Meereis. Wenn es einen Menschen sieht, fhrt es auf ihn los, kriecht ihm zu den Schuhen hinein und krallt ber seinen ganzen Krper. Wenn der Mann ganz still hlt, verlt es ihn wieder und er wird dann ein erfolgreicher Jger werden. Wenn aber der Mensch, so lang das Tier auf ihm ist, auch nur einen Finger rhrt, beit es sich durch sein Fleisch geradewegs aufs Herz los und ttet ihn so. Dann schuf der Rabe den A-mi-kuk, ein groes, schleimiges Tier mit lederartiger Haut und vier langen, weitausgreifenden Armen. Dieses wilde Tier lebt im Meer, schlingt seine Arme um Mnner und Kajaks und zieht sie unters Wasser. Sucht ihm der Mensch dadurch zu entrinnen, da er den Kajak verlt und aufs Eis steigt, so taucht es unter, bricht das Eis unter seinen Fen und es verfolgt ihn auch noch an der Kste, wo es sich unter der Erde, genau so leicht, wie es im Wasser schwimmt, weitergrbt, soda ihm niemand, der einmal von ihm verfolgt wird, entkommen kann. Danach sahen sie dann zwei groe, schwarze Tiere, die um ein kleineres herumschwammen. Der Rabe eilte voraus und setzte sich auf den Kopf des kleineren Tieres, das nun ruhig blieb. Als der Mensch herankam, zeigte ihm der Rabe die zwei Walrosse und sagte, das kleine, auf dessen Kopf er se, sei ein Walrohund. Dies Tier, sagte er noch, wird immer mit den groen Walrossen ziehen und die Leute umbringen. Es war lang, ziemlich schlank und mit schwarzen Schuppen bedeckt, die aber nicht so hart waren, als da man sie mit einem Speer nicht htte durchstechen knnen. Sein Kopf und seine Zhne hatten eine gewisse hnlichkeit mit denen eines Hundes. Er hatte vier Beine und einen langen, runden Schwanz, der, wie der Krper, mit Schuppen bedeckt war. Durch einen einzigen Schlag mit diesem Schwanz kann es einen Mann tten. Sie sahen nun viele Wale und allerlei Raubtiere. Der Rabe erklrte dem Menschen, da nur gute Jger die Wale tten knnten, wenn aber einer erlegt sei, knne ein ganzes Dorf daran essen. Dann sahen sie den I-mum-ka-boi-a-ga oder Seefuchs, ein Tier, das dem roten Fuchs sehr hnlich sieht, nur im Meer lebt und so wild ist, da es den Menschen ttet. In der Nhe waren auch zwei Seeottern, die auch den Landottern gleichen, aber ein viel feineres Fell haben. Sie sind wei gesprenkelt, sehr selten und nur die besten Jger sind imstande, sie zu fangen. An vielen Fischarten kamen sie noch vorber und dann erhob sich vor ihnen die Kste und oben konnte man das Gekrusel der Wasseroberflche sehen. Schlie deine Augen und halte dich an mir fest, sagte der Rabe. Kaum hatte der Mensch das getan, da stand er auch schon am Strand, in der Nhe seines Hauses und war sehr erstaunt, da, wo er ein paar Htten verlassen hatte, ein groes Dorf zu sehen. Seine Frau war sehr alt geworden und sein Sohn war auch schon ein alter Mann. Als ihn die Leute sahen, bewillkommten sie ihn und machten ihn zu ihrem Huptling. Im Festhaus wurde ihm der Ehrenplatz eingerumt und er erzhlte dort den Leuten was er alles gesehen hatte und lehrte die jungen Leute viele Sachen. Die Dorfbewohner wollten dem Raben einen Sitz neben dem Alten am Ehrenplatz einrumen; er schlug es aber aus und whlte sich seinen Platz beim gewhnlichen Volk, in der Nhe des Eingangs. Nach einiger Zeit wollte der erste Mensch das schne Himmelsland wieder sehen, aber seine Leute wollten lieber, er bliebe bei ihnen. Er ermahnte seine Kinder, in seiner Abwesenheit nicht unglcklich zu sein und kehrte dann in Begleitung des Raben ins Himmelsland zurck. Die Zwerge nahmen sie freundlich auf und die beiden lebten dort lange Zeit; indessen waren die Erdbewohner sehr zahlreich geworden und tteten sehr viele Tiere. Das rgerte den Menschen und den Raben sehr. Eines Nachts nahmen sie also ein langes Seil und einen Korb und stiegen zur Erde herab. Der Rabe fing da zehn Renntiere und steckte sie mit dem Menschen in den Korb. Dann befestigte er ein Ende des Seils am Korb und erhob sich, das Ganze hinter sich ziehend, wieder in den Himmel. Am nchsten Abend stiegen sie in der Nhe des Menschen-Dorfes mit den Renntieren wieder herab. Den Renntieren wurde aufgetragen, das nchste Haus, zu dem sie kmen, niederzubrechen und die Bewohner zu vernichten, weil die Menschen zu zahlreich geworden seien. Die Renntiere taten, wie ihnen befohlen war, fraen mit ihren scharfen Wolfszhnen die Leute auf und kehrten dann wieder in den Himmel zurck. In der nchsten Nacht kamen sie wieder und vernichteten in gleicher Weise ein anderes Haus samt seinen Bewohnern. Nun waren die Dorfbewohner sehr erschrocken und beschmierten das nchste Haus mit einer Mischung von Renntierfett und Beeren. Als die Renntiere dieses Haus zerstren wollten, bekamen sie die Muler voll Fett und sauere Beeren, worauf sie herumlaufen und die Kpfe so schtteln muten, da ihnen alle Zhne ausfielen. Spter wuchsen ihnen nur kleine Zhne, wie sie die Renntiere heute haben, nach und diese Tiere sind seither harmlos. Nachdem die Renntiere weggelaufen waren, gingen der Mensch und der Rabe zurck in den Himmel und der Mensch sagte: Wenn nicht etwas geschieht, was die Leute hindert, so viel Tiere umzubringen, werden sie es so lange treiben, bis sie alle Wesen, die du geschaffen hast, umgebracht haben. Es wre besser, ihnen die Sonne wegzunehmen, soda sie im Dunkeln leben und sterben. Darauf antwortete der Rabe: Bleib du hier, ich werde gehen und die Sonne wegnehmen. Er ging dann fort, nahm die Sonne, steckte sie in seinen Fellsack und trug sie weit weg, in jene Gegenden des Himmelslandes, wo seine Eltern lebten, und es wurde sehr finster auf Erden. In dem Dorf seines Vaters nahm er sich dann aus den Jungfern eine Frau und lebte dort; die Sonne hielt er sorgfltig in dem Sack versteckt. Die Erdbewohner hatten groe Angst, seit ihnen die Sonne genommen war und suchten sie zurckzubekommen, indem sie dem Raben reichliche Spenden an Speise und Wild anboten; das war aber ohne Erfolg. Nach langen Versuchen vershnten sie den Raben so weit, da er ihnen fr kurze Zeit Licht gewhrte. Er holte die Sonne heraus und hielt sie zwei Tage lang in einer Hand, soda die Leute jagen und sich Nahrung verschaffen konnten. Dann nahm er sie wieder weg und es war wieder ganz dunkel. Nun verstrich eine lange Zeit und es bedurfte vieler Opfer, bevor er den Menschen wieder Licht gewhrte. Das wiederholte sich so einige Zeit. In dem Dorf lebte ein lterer Bruder des Raben, der Mitleid mit den Erdenkindern zu fhlen begann und der dachte nach, wie er die Sonne bekommen und auf ihren alten Platz zurckbringen knnte. Nachdem er lange nachgedacht hatte, stellte er sich tot und wurde in eine Grabkiste gelegt, wie es der Brauch war. Sobald die Trauernden sein Grab verlassen hatten, erhob er sich und ging in die Nhe des Dorfes. Hier nahm er seine Rabenmaske vor und versteckte sich in einem Baum bei der Quelle, wo die Dorfbewohner ihr Wasser holten, und wartete. Bald kam seines Bruders Frau, um Wasser zu holen und fllte einen Eimer an; dann nahm sie einen Schpflffel voll Wasser und wollte trinken. Mit Hilfe seiner Zauberkraft verwandelte sich nun der Bruder-Rabe in ein kleines Blatt, fiel in den Lffel und wurde mit dem Wasser verschluckt. Die Frau hustete etwas und eilte dann nachhause, wo sie ihrem Gatten erzhlte, sie habe, als sie aus der Quelle trank, irgend einen Fremdkrper verschluckt. Er legte dem aber keine Bedeutung bei und sagte, es werde ein Blatt gewesen sein. Bald darauf wurde die Frau schwanger und gebar in ein paar Tagen einen Knaben, der sehr aufgeweckt war und gleich herumkroch; einige Tage darauf konnte er schon laufen. Er schrie immer nach der Sonne, und da sein Vater ganz in ihn vernarrt war, gab er sie dem Kind oft als Spielzeug, achtete aber immer streng darauf, sie wieder zurckzunehmen. Als der Sohn dann schon vor dem Haus zu spielen begann, schrie und bettelte er mehr denn je um die Sonne. Lange Zeit schlug ihm der Vater seine Bitte ab, dann aber erlaubte er ihm doch, die Sonne zu nehmen, und der Knabe spielte damit im Haus. Als einen Augenblick niemand zusah, warf er sie hinaus, lief rasch zum Baum, legte Rabenmaske und Gewand an und flog weit fort. Er war vom Himmel schon weit weg, da hrte er seinen Vater hinter sich schreien: Versteck die Sonne nicht! Gib sie aus dem Sack, damit wieder etwas Licht ist; la es nicht immer dunkel sein! Er glaubte nmlich, sein Sohn habe sie gestohlen, um sie fr sich zu behalten. Der Rabe ging ins Haus und der Rabenknabe flog dorthin, wo die Sonne lag. Dort schnitt er die Fellhlle herunter und brachte die Sonne an ihren alten Platz. Von da fhrte ein breiter Pfad weg und er folgte ihm. Er gelangte an eine ffnung, die von kurzem, glimmendem Gras umgeben war und er pflckte etwas davon. Dann erinnerte er sich der Mahnung seines Vaters, es nicht immer dunkel sein zu lassen, sondern einmal hell und dann wieder dunkel. Dessen eingedenk verursachte er nun, da sich der Himmel um die Erde drehe, Sonne und Sterne mit sich bewege und so Tag und Nacht einander folgen. Als er da, gerade vor Sonnenaufgang, ganz nah am Erdrand stand, steckte er ein Bschel des glimmenden Grases, das er in der Hand hatte, in den Himmel und seither ist es dort geblieben und erscheint als glnzender Morgenstern. Er ging dann weiter auf die Erde und kam schlielich zu dem Dorf, wo die erstgeschaffenen Menschen lebten. Dort bewillkommten ihn die Leute und er erzhlte ihnen, da der Rabe auf sie bs geworden sei und die Sonne weggenommen, da er sie aber wieder zurckgebracht habe, und da sie nie mehr verschwinden werde. Unter den Leuten, die ihn empfingen, war auch der Huptling der Himmelszwerge, der mit einigen der Seinen herabgekommen war, um auf Erden zu leben. Ihn befragten die Leute, was aus dem ersten Menschen geworden sei, der mit dem Raben in den Himmel hinaufgegangen war. Damals hrte der Rabenknabe zum erstenmal von jenem Menschen und er wollte in den Himmel hinauffliegen, um ihn zu sehen; dabei bemerkte er aber, da er sich nur wenig ber die Erdoberflche erheben konnte. Als er gewahr wurde, da er nie mehr in den Himmel zurckgelangen knnte, wanderte er fort, bis er an ein Dorf kam, wo die Nachkommen jener Mnner lebten, die zuletzt aus der Erbsenschote geboren worden waren. Da nahm er ein Weib und lebte lange Zeit; er hatte viele Kinder, die alle Raben-Menschen waren, wie er selbst, und ber die Erde fliegen konnten. Aber sie verloren immer mehr ihre Zauberkrfte, bis sie ganz gewhnliche Raben wurden, genau wie jene Vgel, die wir noch heute in der Tundra sehen.-- Der Ursprung von Land und Menschen Ursprnglich war Wasser ber der ganzen Erde und es war sehr kalt. Das Wasser war vom Eis bedeckt und es gab keine Menschen. Dann zog sich das Eis zusammen und bildete lange Risse und Buckeln. Zu dieser Zeit kam ein Mann von der anderen Seite des groen Wassers, blieb bei den Eishgeln, nahe dem Ort, wo jetzt Pikmiktalik liegt und nahm eine Wlfin zum Weib. Nach und nach bekam er viele Kinder, die immer paarweise geboren wurden -- ein Bub und ein Mdchen. Jedes dieser Paare sprach seine eigene Sprache, die verschieden von der seiner Eltern und auch verschieden von jeder jener Sprachen war, die seine Brder und Schwestern sprachen. Sobald sie gro genug waren, wurde jedes Paar in anderer Richtung ausgeschickt, und so verstreute sich die Familie weit und nah von den Hgeln, die jetzt schneebedeckte Berge waren. Als der Schnee schmolz, flo er die Hnge herunter, Rinnen und Flubette ausschrfend, und so entstand das Land mit seinen Strmen. Die Zwillinge bevlkerten die Erde mit ihren Kindern, und da jedes Paar mit seinen Kindern eine von den anderen verschiedene Sprache sprach, wurden die verschiedenen Sprachen ber die Erde verteilt und blieben so bis zum heutigen Tag. Ursprung der Lebewesen Vor langer Zeit, als das Wasser noch die Erde bedeckte, lebten die Menschen von der Nahrung, die sie in berflu fanden. Nichts wuten sie zu jener Zeit von Tieren am Land oder im Wasser. Schlielich ging aber das Wasser zurck und aus den Seegrsern wurden Bume, Bsche, Strucher und Gras. Die langen Seegrser wurden Bume, die kleineren Arten Buschwerk und Gras. Das Gras wurde auf allerlei Art durch das Walro an die verschiedenen Orte gebracht und erst spter kamen die Bume zum Vorschein. Eine Frau, die ihren Mann verloren hatte, lebte bei Fremden. Als diese ihren Wohnort verlegen wollten, entschlossen sie sich, nach einer Landspitze in einiger Entfernung zu reisen. Die Frau, die von ihrer Mildttigkeit abhngig war, wurde ihnen zur Last und sie wollten sie los werden. Sie schafften nun alle ihre Habe ins Familienboot und als sie unterwegs waren, ergriffen sie die Frau und warfen sie ber Bord. Die strengte sich nun an, wieder ins Boot zu kommen und wie sie es ergriff, schnitten die anderen ihr die Finger ab. Die fielen ins Wasser und verwandelten sich in Seehunde, Walrosse, Walfische und Eisbren. Die Frau verschrie in ihrer Verzweiflung deren Los, um sich fr die an ihr begangene Grausamkeit zu rchen. Der Daumen wurde ein Walro, der Zeigefinger ein Seehund und der Mittelfinger ein Eisbr. Wenn die ersten zwei dieser Tiere einen Mann sehen, so suchen sie zu entfliehen, damit ihnen nicht geschehe wie der Frau. Der Eisbr lebt sowohl an Land, wie im Wasser, aber wenn er einen Mann bemerkt, fllt ihn die Rachsucht an und er sucht ihn umzubringen, denn er glaubt, da jener die Frau, aus deren Finger er entstanden, verstmmelt hat. Sonne, Mond und Sterne Als die Erde noch in Dunkel gehllt war, wurde ein Mdchen allnchtlich von jemandem, den sie nicht erkennen konnte, besucht. Sie bemhte sich festzustellen, wer das gewesen sein knnte; dazu mischte sie Ru und Tran und bemalte damit ihre Brust. Darauf entdeckte sie zu ihrem Schreck, da ihr Bruder einen Rukreis um seinen Mund hatte. Sie machte ihm Vorwrfe, er leugnete aber alles ab. Vater und Mutter wurden aber sehr zornig und schimpften so heftig, da der Bruder in den Himmel rannte, um der Schwester zu entkommen; die aber lief ihm nach. Der Bruder wurde in den Mond verwandelt, das Mdchen aber, das sonst das Feuer bohrte, wurde die Sonne. Die Funken, die vom Feuer stoben, wurden die Sterne. Die Sonne verfolgt immer den Mond, der sich im Dunkeln hlt, um nicht entdeckt zu werden. Bei einer gegenseitigen Verfinsterung haben sie sich scheinbar getroffen. Sonne und Mond In einem Dorf lebte eine Frau ganz allein in einer Htte. Eines Abends, als die Leute im Tanzhaus versammelt waren, ging ein Mann zu der Frau und lschte ihre Lampen aus. Nachher kam er jede Nacht, zur Zeit als die Leute im Tanzhaus waren. Die Frau wollte erfahren, wer er sei. Sie fragte ihn oft, aber er nannte seinen Namen nicht, noch gab er einen Laut von sich. Da sie ihn nicht zum Sprechen bringen konnte, nahm sie zu einer List ihre Zuflucht. Eines Tages, nachdem er gekommen war, rieb sie ihre Finger auf dem Boden einer ihrer Tpfe und dann ber die linke Seite seines Gesichts. Nach einer Weile verlie er sie. Sie folgte ihm gleich und als sie aus dem Hause kam, hrte sie ein groes Gelchter im Tanzhaus. Sie ging hinein und sah dort, da die Leute ber ihren eigenen Bruder lachten, der die Spuren ihrer Finger in seiner linken Gesichtshlfte trug. Da nahm sie ein Messer, schnitt ihre linke Brust ab und bot sie ihm an mit den Worten: I das!. Sie hob ein Stck Holz auf, wie man es braucht, um Lampen zu putzen und zndete es an. Er nahm auch einen Kienspan in seine Linke und folgte ihr. Sie ging aus dem Haus, und lief, von ihrem Bruder verfolgt, darum herum. Schlielich fiel letzterer. Die Flamme seines Spans ging aus, whrend ihrer hell weiter brannte. Sie wurde in den Himmel erhoben und in die Sonne verwandelt. Er wurde der Mond.-- Der Mond, die Sonne und der Bse In einem Kstenort lebte einst ein Mann mit seiner Frau. Sie hatten zwei Kinder, einen Knaben und ein Mdchen. Als diese Kinder so gro waren, da der Knabe schon die Strandblcke umwlzen konnte, verliebte er sich in seine Schwester. Die Schwester schwamm schlielich, um den Knaben, der sie immer belstigte, los zu werden, weg bis in den Himmel und wurde der Mond. Der Knabe, der sie immer verfolgte, wurde die Sonne und manchmal umarmt und verdeckt er sie und verursacht so eine Mondfinsternis. Nachdem seine Kinder nun weg waren, wurde der Vater sehr traurig und hate sein Geschlecht; er ging herum, Krankheit und Tod unter den Menschen verbreitend. Die Opfer der Krankheiten wurden seine Nahrung und davon wurde er so bse, da er, wenn sein Verlangen auf diese Weise nicht mehr gestillt wurde, auch Leute ttete und verzehrte, die ganz gesund waren. Aus Furcht vor ihm trugen die Menschen ihre Toten vor das Dorf hinaus, damit er sich ernhren mge, ohne die Lebenden zu belstigen. Sooft einer dorthin kam, waren die Leichen ber Nacht verschwunden. Schlielich wurde er so grlich, da die mchtigsten Zauberer zusammenkamen, ihn mit Hilfe ihrer Zauberkrfte fesselten, ihm Hnde und Fe zusammenbanden, so da er keinen weiteren Unfug stiften konnte. Und obwohl er gefesselt war und sich nicht bewegen konnte, hatte er doch noch immer die Kraft Krankheit zu verbreiten und die Menschen unglcklich zu machen. Um bse Geister am Wandern zu hindern und daran, aus bser Absicht sich toter Krper zu bemchtigen und sie so scheinbar zu beseelen und eingedenk der Fesselung dieses einen Bsen, werden seither die Toten nicht mehr ausgestreckt, sondern mit Hand und Fu, in der gleichen Stellung wie der Bse, gefesselt und so in die Grabksten gelegt. Das Sternbild Udlegdjun Drei Mnner gingen mit einem Schlitten auf die Brenjagd und nahmen einen kleinen Jungen mit. Als sie an den Rand der See kamen, sahen sie einen Bren und wandten sich zur Verfolgung. Obwohl die Hunde sehr schnell liefen, konnten sie ihm doch nicht nher kommen und pltzlich bemerkten sie, da der Br sich in die Luft hob und ihr Schlitten ihm folgte. In diesem Augenblick verlor der Knabe einen seiner Fustlinge, und wie er ihn aufheben wollte, fiel er vom Schlitten. Da sah er die Mnner hher und immer hher steigen, und schlielich wurden sie in Sterne verwandelt. Der Br wurde der Stern Nanugdjung (Beteigeuze), die Verfolger die Sterne Udlegdjun (der Grtel des Orion) und der Schlitten die Sterne Kamutigdjung (das Schwert des Orion). Bis zum heutigen Tag verfolgen die Mnner noch den Bren. Der Knabe ist jedenfalls ins Dorf zurckgekehrt und hat erzhlt, wie die Mnner verloren gegangen sind. Herkunft der Inuit Ein Mann wurde geschaffen aus nichts. Im Sommer wanderte er, bis er in einem anderen Land ein Weib fand. Die beiden wurden Mann und Frau, und von ihnen stammt all das Volk, das hier wohnt, ab. Die Abstammung der Indianer und Europer Savirgong, ein alter Mann, lebte allein mit seiner Tochter. Sie hie Niviarsiang (das Mdchen), aber weil sie keinen Mann nehmen wollte, wurde sie auch Uinigumisuitung (die keinen Mann nehmen will) genannt. Alle ihre Liebhaber wies sie ab, aber zuletzt gewann doch ein wei und rot gefleckter Hund, der Jjirgang gerufen wurde, ihre Neigung und sie nahm ihn zum Gemahl. Sie hatten zehn Kinder; fnf davon waren Adlets (Indianer) und fnf waren Hunde. Der untere Teil des Krpers der Adlets war der eines Hundes und mit Ausnahme der Sohlen ganz behaart; der Oberkrper glich aber dem eines Mannes. Als die Kinder heranwuchsen, wurden sie sehr gefrig, und da der Hund Jjirgang berhaupt nicht ausging zu jagen, sondern seinen Schwiegervater fr die ganze Familie sorgen lie, wurde es fr Savirgong schwierig alle zu fttern. berdies waren die Kinder sehr unruhig und lrmend, so da der Grovater ihrer schlielich berdrssig wurde und die ganze Familie in ein Boot steckte und auf eine Insel fhrte. Dem Hund Jjirgang trug er auf, jeden Tag die Nahrung holen zu kommen. Niviarsiang hing ihm ein Paar Stiefel ber den Nacken, und er schwamm dann ber den schmalen Kanal. Aber Savirgong fllte, statt ihm Essen zu geben, die Stiefel mit schweren Steinen, die Jjirgang ertrnkten, als er versuchte zurckzukehren. Die Tochter sann auf Rache fr den Tod ihres Mannes. Sie schickte die jungen Hunde zur Htte ihres Vaters und hie sie seine Fe und Hnde annagen. Dafr warf wieder Savirgong Niviarsiang, als sie einmal zufllig in seinem Boot war, ber Bord und schnitt ihr, als sie sich an den Planken hielt, die Finger ab; wie die ins Wasser fielen, wurden sie in Seehunde und Wale verwandelt. Schlielich erlaubte er ihr aber doch ins Boot zu steigen. Da sie befrchtete, ihr Vater werde ihre Kinder tten, oder verstmmeln, schickte sie die Adlet ins Binnenland, wo sie dann die Vorfahren eines zahlreichen Volkes wurden. Fr die jungen Hunde machte sie ein Boot, steckte zwei Stangen als Maste in die Sohlen ihrer Schuhe und schickte sie ber den Ozean. Sie sang dazu: Angnaija, wenn ihr drben ber dem Ozean ankommt, werdet ihr viele Dinge machen, die euch Freude bereiten, Angnaija! Sie erreichten das Land jenseits der See und wurden die Ahnen der Europer. Sednamythe Auf einer Insel lebte einst ein Eskimo mit seiner Tochter Sedna. Seine Frau war schon vor geraumer Zeit gestorben und die beiden fhrten ein beschauliches Leben. Sedna wuchs zu einem hbschen Mdchen heran und von berall her kamen Freier, die um ihre Hand anhielten, keiner aber konnte ihr stolzes Herz rhren. Als dann im Frhling das Eis aufbrach, kam ein Eissturmvogel bers Eis geflogen und freite um Sedna, indem er sang: Komm zu mir! Komm ins Land der Vgel, wo nie Hungersnot herrscht, wo mein Zelt aus den allerschnsten Fellen errichtet ist. Auf weichen Brenfellen wirst du ruhen, was dein Herz nur begehren mag, werden meine Gefhrten, die Eissturmvgel, herbeibringen; ihre Vter werden dich kleiden, deine Lampe wird immer mit Fett gefllt sein, deine Schsseln immer mit Speisen! Solchem Werben konnte Sedna nicht lange widerstehen und sie zogen zusammen ber das weite Meer. Als sie schlielich nach langer, beschwerlicher Reise ins Land der Eissturmvgel kamen, entdeckte Sedna bald, da ihre Hoffnungen schmerzlich getuscht worden. Ihr neues Heim war nicht aus schnen Fellen, sondern mit erbrmlichen Fischhuten, voll von Lchern, die Wind und Schnee freien Eintritt lieen, gedeckt. Statt aus weichen Fellen, bestand ihr Lager aus harter Walrohaut, und sie mute von schlechten Fischen, die ihr die Vgel brachten, leben. Zu bald nur erkannte sie, da sie mit ihren Eskimofreiern ihr Glck abgewiesen hatte. In ihrem Kummer sang sie: Aja! O Vater, wenn du wtest, wie unglcklich ich bin, wrdest du in deinem Boot bers Wasser herbeieilen. Unfreundlich sehen die Vgel auf mich, die Fremde, herab; kalte Winde rtteln an meinem Bett; nur schlechte Nahrung gibt man mir. O komm und nimm mich in die Heimat zurck, Aja! Nachdem ein Jahr verstrichen war und die warmen Winde wieder das Meer bewegten, verlie der Vater seine Heimat, um Sedna zu besuchen. Voll Freude begrte ihn seine Tochter und beschwor ihn, sie doch wieder nach Hause zu nehmen. Als der Vater von der Schmach, die seiner Tochter angetan worden war, hrte, sann er auf Rache. Er ttete den Eissturmvogel, nahm Sedna in sein Boot und sie verlieen rasch das Land, das Sedna so viel schmerzliche Enttuschung gebracht hatte. Als die anderen Eissturmvgel zurckkamen und ihren Genossen tot fanden und sahen, da sein Weib entflohen war, flogen sie alle auf, um die Flchtige zu suchen. Aus Trauer ber den Tod ihres armen ermordeten Kameraden, klagten und schrien sie den ganzen Tag. Nachdem sie eine kurze Strecke geflogen waren, entdeckten sie das Boot und beschworen einen schweren Sturm herauf. Die See erhob sich zu gewaltigen Wogen und Untergang drohte den beiden. In dieser Todesgefahr beschlo der Vater Sedna den Vgeln zu opfern und warf sie ber Bord. Mit schwachem Griff klammerte sie sich an den Bootsrand an. Da nahm der grausame Vater ein Messer und schnitt ihr die Fingerspitzen ab; als die ins Meer fielen, verwandelten sie sich in Wale, und die Fingerngel wurden die Knochen der Wale. Da hielt sich Sedna noch fester am Boot an und auch die zweiten Fingerglieder fielen unter dem scharfen Messer und schwammen als Seehunde weg, und als der Vater die letzten Fingerstmpfe abschnitt, wurden Robben daraus. Inzwischen hatte sich der Sturm gelegt, denn die Eissturmvgel glaubten, Sedna wre ertrunken. Jetzt erlaubte der Vater ihr wieder ins Boot zu kommen. Von dieser Zeit an hegte sie einen tdlichen Ha gegen ihn und schwor bittere Rache. Nachdem sie gelandet, rief sie ihre Hunde und lie sie des Vaters Fe und Hnde, als er schlief, abfressen. Da verfolgte er sie selbst und ihre Hunde, die ihn verstmmelt hatten, worauf sich die Erde auftat und die Htte, den Vater, die Tochter und die Hunde verschlang. Seither lebt Sedna im Lande Adlivun als dessen Beherrscherin. Das Land des Todes In einem Dorf am unteren Yukon lebte eine junge Frau; sie wurde krank und starb. Als der Tod ber sie kam, verlor sie fr einige Zeit das Bewutsein. Dann schttelte sie jemand, da sie erwachte und sprach zu ihr: Steh auf, schlafe nicht; du bist tot! Sie schlug die Augen auf, bemerkte, da sie in einem Grabkasten lag und der Schatten ihres verstorbenen Grovaters neben ihr stand. Er streckte die Hand aus, um ihr zu helfen, sich aus dem Grab zu erheben und gebot ihr, sich umzusehen. Sie tat so und sah viel Leute, die sie alle erkannte, sich im Dorf herumtreiben. Dann drehte sie der alte Mann herum, mit dem Rcken gegen das Dorf und sie sah, da die ihr so wohlbekannte Gegend verschwunden war; an ihrer Stelle lag ein unbekanntes Dorf da, das sich so weit, als ihr Blick nur reichte, erstreckte. Sie gingen in dieses Dorf und der alte Mann hie sie in eines der Huser eintreten. Als sie eintrat, hob eine alte Frau, die da sa, ein Holzscheit, um sie zu schlagen und fragte rgerlich: Was willst du hier? Schreiend lief sie hinaus und erzhlte dem alten Mann von der Frau. Er erzhlte: Dies hier ist das Dorf der Hundeschatten und du hast nun gesehen, wie es den lebenden Hunden zumute ist, wenn sie von den Leuten geprgelt werden. Sie gingen von da weiter und kamen an ein anderes Dorf, in dem ein groes Haus stand. Ganz in der Nhe dieses Dorfes sahen sie einen Mann am Boden liegen; aus allen seinen Gelenken wuchs Gras hervor und er konnte sich zwar bewegen, aber nicht aufstehen. Der Grovater erzhlte, dieser Mann sei so bestraft worden, weil er Gras ausgerissen und Grasstengel gekaut hatte, als er noch auf Erden war. Nachdem sie einige Zeitlang diesen Schatten neugierig betrachtet hatte, wandte sie sich, um etwas zu sagen, nach ihrem Grovater. Er war aber verschwunden. Vor ihr lag ein Weg, der zu einem weiter entfernten Dorf fhrte. Sie folgte ihm und kam bald an einen reienden Flu, der ihren Weg versperrte. Dieser Flu waren die Trnen der Leute, welche auf Erden die Toten beweinen. Als das Mdchen sah, da sie nicht hinber konnte, setzte sie sich ans Ufer und begann zu weinen. Wie sie ihre Augen trocknete, sah sie eine Menge Kehricht und Abfall, wie er aus den Husern geworfen wird, den Flu herabschwimmen und sich gerade vor ihr zusammenstauen. Wie auf einer Brcke berschritt sie darauf den Flu. Kaum war sie am anderen Ufer, da verschwand das Zeug und sie ging ihren Weg weiter. Bevor sie noch das Dorf erreichte, hatten die Schatten sie bemerkt und riefen: Es ist jemand angekommen. Als sie hin kam, umdrngten sie die Schatten und fragten: Wer ist sie? Von wo kommt sie? Sie besahen ihre Kleider und fanden die Totemzeichen, die ihre Stammeszugehrigkeit anzeigten; in alten Zeiten hatten nmlich die Leute ihre Totemzeichen an ihren Kleidern und anderen Gegenstnden, so da man daran die Mitglieder eines jeden Dorfes und jeder Familie erkennen konnte. Da rief jemand: Wo ist sie, wo ist sie denn? und sie sah den Schatten ihres Grovaters auf sich zukommen. Er nahm sie bei der Hand und fhrte sie in der Nhe in ein Haus. An der Rckwand sa eine alte Frau, die etwas murmelte und dann sagte: Komm und setze dich zu mir! Es war ihre Gromutter und sie fragte das Mdchen, ob es nicht etwas trinken wolle und fing gleichzeitig an zu weinen. Das Mdchen wurde ganz traurig, sah sich um und bemerkte einige ganz merkwrdige Wassereimer, von denen nur ein einziger, der fast leer war, so wie die in ihrem Dorf aussah. Die Gromutter riet ihr, nur aus diesem zu trinken, denn darin sei ihr gewohntes Yukonwasser, whrend die anderen alle mit dem Wasser des Totendorfes gefllt seien. Als sie dann hungrig wurde, gab ihr die Gromutter ein Stck Renntierfleisch, das ihr Sohn, der Vater des Mdchens, ihr einst bei einem Totenfest zugleich mit dem Wassereimer, aus dem sie eben getrunken habe, gegeben. Die Gromutter erzhlte dem Mdchen noch, da ihr Grovater ihr Fhrer geworden sei, weil sie im Sterben an ihn gedacht hatte. Wenn ein Sterbender nmlich an seine verstorbenen Verwandten denkt, vernimmt man das im Schattenreich und derjenige, dessen der Sterbende gedenkt, beeilt sich, dem neuen Schatten den Weg zu weisen. Als fr das Heimatdorf des toten Mdchens die Zeit des Totenfestes kam, wurden, wie gewhnlich, zwei Boten ausgesandt, um die Bewohner der Nachbardrfer einzuladen. Nach einem der Drfer gingen die Boten lange Zeit, und bevor sie es noch erreichten, berraschte sie die Dunkelheit; endlich hrten sie aber vom Festhaus her Tanzlrm und Trommelschlag. Sie traten ein und berbrachten den Leuten ihre Einladung zum Totenfest. Hier saen die Schatten des Grovaters und der Gromutter und zwischen ihnen der des Mdchens unsichtbar bei den Leuten und als am nchsten Tag die Boten in ihr Heimatdorf zurckkehrten, folgten ihnen, immer unsichtbar, die Schatten. Als da das Fest schon fast zu Ende war, wurde der Mutter des toten Mdchens Wasser gereicht und sie trank davon. Dann gingen die Schatten aus dem Festhaus, um zu warten, bis bei der Zeremonie, bei welcher die Namensvetter der Toten ihre Kleider annehmen, ihre Namen aufgerufen wrden. Wie die Schatten dazu also aus dem Haus gingen, gab der alte Mann dem Mdchen im Eingang einen Sto, soda sie umfiel und ihr Bewutsein verlor. Als sie wieder erwachte, sah sie sich um und fand sich allein. Sie erhob sich, stellte sich im Eingang unter die Lampe und wartete auf die anderen beiden Schatten, um sich ihnen anzuschlieen. Sie wartete da, bis alle Lebenden in den schnen neuen Kleidern herauskamen, aber von ihren Schattengefhrten sah sie keinen. Bald darauf kam ein alter Mann mit einem Stock hereingehumpelt, und als er aufsah, bemerkte er den Schatten, dessen Fe mehr als eine Spanne hoch ber dem Boden schwebten. Er fragte, ob das eine Lebende oder ein Schatten sei, bekam aber keine Antwort und ging rasch ins Haus hinein. Hier sagte er den Mnnern, sie sollten rasch hinauslaufen und das fremde Wesen im Eingang, dessen Fe den Boden nicht berhren, und das nicht aus dem Dorf sei, ansehen. Alle liefen hinaus und als sie sie sahen, stellten einige ihre Lampen nieder und in ihrem Schein wurde sie erkannt und lief nun ins Haus ihrer Eltern. Wie man sie da eintreten sah, glich sie in Gestalt und Farbe vllig einer Lebenden, aber sowie sie sich niedersetzte, erblate ihre Farbe und sie schwand dahin, bis sie nichts war als Haut und Knochen und zu schwach war, um sprechen zu knnen. Frhmorgens des nchsten Tages starb ihre Namensvetterin, eine Frau aus demselben Dorf und ihr Schatten ging anstelle des Mdchens, welches wieder zu Krften kam und noch viele Jahre lebte, ins Land des Todes. Die Entstehung der Winde In einem Dorf am unteren Yukon lebte ein Mann mit seiner Frau; sie hatten aber keine Kinder. Nach langer Zeit sprach eines Tages die Frau zu ihrem Mann: Ich kann nicht verstehen, wieso wir keine Kinder haben. Kannst du es? Darauf antwortete der Mann, er knne es nicht verstehen. Sie bat dann ihren Mann in die Tundra zu gehen und ein Stck vom Stamm eines einsamen Baumes, der dort stehe, zu bringen und daraus eine Puppe zu machen. Der Mann ging aus dem Haus und sah einen langen Lichtstreifen, wie Mondschein am Schnee, ber die Tundra in der Richtung, die er einschlagen mute, scheinen. Diesem Lichtschein folgend wanderte er lange, bis er vor sich in hellem Licht einen glnzenden Gegenstand sah. Als er auf ihn zuging, bemerkte er, da es der Baum war, nach dem er ausgegangen war. Da der Baum dnn war, nahm er sein Jagdmesser, schnitt ein Stck seines Stammes ab und brachte es nach Hause. Nachhause gekommen, setzte er sich nieder und schnitzte aus dem Holz einen kleinen Knaben; seine Frau machte fr ihn Pelzkleider und kleidete damit die Puppe an. Auf Gehei seiner Frau schnitzte der Mann dann noch eine Anzahl ganz kleiner Schsseln aus dem Holz, sagte aber, er knne in all dem keinen Nutzen sehen, denn es werde sie nicht glcklicher machen, als sie es frher gewesen. Darauf erwiderte die Frau, da die Puppe sie zerstreuen und ihnen Gesprchsstoff geben werde, wenn sie einmal von nichts anderem, als sich selbst, zu reden wten. Dann setzte sie die Puppe auf den Ehrenplatz, gegenber dem Eingang und stellte die Spielzeugschsseln voll Essen davor. Als das Paar diese Nacht zu Bett gegangen und es im Raum ganz finster war, hrten sie verschiedene leise pfeifende Laute. Die Frau rttelte ihren Mann auf und sagte: Hrst du das? Das war die Puppe! und er stimmte dem bei. Sie standen sofort auf, machten Licht und sahen, da die Puppe die Speisen gegessen und das Wasser getrunken hatte und konnten noch bemerken, da sie die Augen bewegte. Die Frau nahm sie zrtlich auf, liebkoste sie und spielte lange Zeit mit ihr. Als sie dessen berdrssig wurde, setzte sie sie wieder zurck auf die Bank und sie gingen wieder zu Bett. Wie das Paar am Morgen erwachte, bemerkten sie, da die Puppe weg war. Sie suchten sie im ganzen Haus, konnten aber keine Spur von ihr finden, und als sie hinausgingen, sahen sie Spuren, die von der Tr wegfhrten. Von der Tr gingen diese Spuren den Strand einer kleinen Bucht entlang, bis etwas auerhalb des Dorfes, wo sie aufhrten, da die Puppe von dieser Stelle aus dem Lichtschein entlang gegangen war, dem der Mann gefolgt war, um den Baum zu finden. Der Mann und die Frau verfolgten die Puppe nicht weiter, sondern gingen nach Hause. Die Puppe war den glnzenden Pfad entlanggegangen, bis dorthin, wo der Himmel zur Erde herabreicht und das Licht einschliet. Hart an der Stelle, wo sie war -- im Osten-- sah sie eine ffnung in der Himmelswand, dicht verschlossen mit einer Haut, die, augenscheinlich infolge irgend einer starken Kraft, von der anderen Seite her, hervorgewlbt war. Die Puppe blieb stehen und sagte: Es ist hier sehr ruhig. Ich glaube, ein kleiner Wind wird gut sein. Darauf zog sie ein Messer und schnitt den Verschlu der ffnung auf und ein starker Wind blies durch, allerlei mit sich fhrend, unter anderem auch ein lebendes Renntier. Als die Puppe durch das Loch sah, erblickte sie dahinter eine andere Welt, genau so wie die Erde. Sie zog dann den Deckel wieder ber die ffnung und bat den Wind, nicht zu stark zu blasen und sagte ihm: Manchmal blase stark, manchmal schwach und manchmal gar nicht. Dann wanderte sie den Himmelsrand entlang, bis sie im Sdosten zu einer anderen ffnung kam, die auch verschlossen war und deren Deckel ausgebaucht war, wie bei der ersten. Als sie diesen Verschlu lste, strich ein starker Wind herein, der Renntiere und Strucher und Bume hereinwirbelte. Sie schlo dann die ffnung wieder und bat den Wind so zu tun, wie sie dem ersten gesagt, und ging weiter. Bald kam sie zu einer ffnung im Sden. Als da der Verschlu geffnet war, strich ein warmer Wind herein, der Regen und Spritzwasser vom Meer, das auf dieser Seite hinter dem Himmel liegt, hereinfhrte. Die Puppe schlo diese ffnung und trug ihr auf wie frher und ging weiter nach Westen. Dort war wieder eine ffnung, durch die, sobald sie geffnet war, der Wind einen starken Regensturm und Gischt vom Meer hereinpeitschte. Auch diese ffnung wurde mit den gleichen Anweisungen geschlossen und die Puppe ging weiter nach Nordwesten, wo sie eine andere ffnung fand. Als der Verschlu von dieser aufgeschnitten war, kam ein kalter Windsto, der Schnee und Eis mit sich fhrte, herein, so da die Puppe bis aufs Bein erstarrt und halberfroren sich beeilte, auch diese ffnung, wie die anderen, zu schlieen. Weiter ging sie am Himmelsrand entlang nach Norden. Die Klte wurde so arg, da sie ihn verlassen und einen Umweg machen mute, um erst wieder dort, wo sie die ffnung sah, zu ihm zurckzugehen. Dort war die Klte so streng, da sie einige Zeit zgerte, aber schlielich doch auch diesen Verschlu aufschnitt. Sofort blies ein frchterlicher, groe Schnee-und Eismassen mit sich fhrender Sturm herein und wehte diese ber die Erdoberflche hin. Die Puppe schlo sehr bald die ffnung, und nachdem sie den Wind wie frher ermahnt hatte, wanderte sie weiter bis zum Mittelpunkt der Erdoberflche. Dort angekommen, sah sie auf und der Himmel wlbte sich oben, gesttzt von langen, schlanken Sttzen, die, wie die eines kegelfrmigen Zeltes angeordnet, aber aus einem unbekannten schnen Material gemacht waren. Die Puppe wandte sich dann wieder von hier weg und wanderte weit, bis sie das Dorf erreichte, von dem sie ausgegangen. Dort ging sie zuerst um den ganzen Ort herum und dann in ein Haus nach dem anderen, zuletzt in ihr eigenes. Das tat sie, damit die Leute ihre Freunde werden sollten, und fr den Fall, da ihre Eltern strben, fr sie sorgten. Dann lebte die Puppe lange Zeit in dem Ort. Nachdem ihre Pflegeeltern gestorben waren, wurde sie von anderen Leuten aufgenommen und lebte so durch viele Generationen, bis sie schlielich selbst starb. Von ihr lernten die Leute den Gebrauch von Kleidermasken, und seit ihrem Tod haben die Eltern die Gewohnheit, ihren Kindern Puppen zu machen, nach dem Vorbild der Leute, die diese, von der ich erzhlt habe, angefertigt hatten. Von Einem, der nichts finden konnte Es war einmal ein kleiner hlicher junger Mann, der niemals das finden konnte, was er ausfindig machen wollte. Sooft er mit einem Schlitten nach Holz ging, kam er ohne solches zurck, denn es gelang ihm nie, etwas zu finden, nicht das kleinste Stckchen. Dann ging er in sein Haus und setzte sich auf seinen Platz beim Eingang, und wenn er da sa, blieb er lange Zeit ruhig. Sein Nebenmann gab ihm manchmal Wasser zu trinken und dann wurde er wieder ganz still. Wenn man ihn drngte auszufahren, setzte er sein Boot aus und fuhr fort, kam aber sehr bald wieder zurck und sa dann wie frher da. Als er einmal durstig war, ging er hinaus, um Wasser zu holen, aber wie er zu dem Platz kam, konnte er das Wasser nicht finden, es schien einfach verschwunden. Dann ging er, ohne getrunken zu haben, zurck ins Haus und setzte sich auf seinen Platz und sein Nachbar gab ihm Wasser. Eines Nachts konnte er vor Durst nicht schlafen und ging hinaus, um das Haus seines Bruders zu suchen. Nach langem Suchen konnte er aber die Stelle nicht finden; so kehrte er zurck und legte sich nieder. Als er am Morgen erwachte, nahm er einiges Fischgert und ging fischen. Wie er ans Wasser kam, konnte er es aber nicht finden und nachdem er vergebens nach ihm ausgesehen hatte, kehrte er, ohne gefischt zu haben, zurck. So kam er jedesmal ohne irgend etwas heim und war hungrig, wenn er, wie gewhnlich, auf seinem Platz sa. Dann dachte er: Wenn ich jetzt Beeren klauben gehe, bin ich sicherlich nicht imstand, welche zu finden. Er nahm einen Holzkbel und ging um Beeren. Nachdem er gesucht hatte, es aber nicht gelungen war, irgendwelche zu finden, kehrte er auf seinen Platz im Haus zurck. Den nchsten Morgen war er hungrig, nahm seine Pfeile und ging auf die Jagd nach Wildgnsen. Da er keine fand, und sonst nichts sah, kehrte er wieder zurck. Andere Leute brachten Seehunde, die sie erlegt hatten. Der Nichtsfinder nahm ein Kajak, setzte ihn ins Wasser und fuhr hinaus, Seehunde zu jagen. Er jagte lange nach Seehunden, aber es schien, als wren keine da. Und da er nichts sah, kehrte er wieder heim auf seinen Platz. Der Winter kam und er dachte: Ich wei nicht, was ich mit mir anfangen soll. Am nchsten Tag nahm er sein elendes Bett, rollte es mit seinem schbigen Gertesack zusammen, nahm das Bndel auf den Rcken und ging landeinwrts aus dem Dorf, ber die Huser hinaus und setzte sich nieder. Sitzend nahm er sein Bndel vom Rcken, ffnete es und band den Gertesack auf. Nachdem das getan war, verstreute er die Gerte um sich und warf den Sack weg. Dann breitete er sein Bett aus, setzte sich darauf, legte sich zurck und sagte: Hier will ich sterben. Nchte lag er hier, ohne sich zu rhren. Als die Sonne hoch kam, hrte er zuerst einen Raben krchzen und dann dessen Genossen. Er blieb still und der Rabe lie sich mit seiner Schar nahe bei ihm herab. Der ihm nchste Rabe sprach: Schaut! Hier ist etwas zu essen. Wir haben noch nichts gefressen und warten lieber nicht; machen wir uns ber seine Augen her. Der entfernteste antwortete: Nein, er ist nicht tot. Wieso liegt er dann da, als ob er tot wre? sagte der erste Rabe. Nein, er ist nicht tot, schau, es ist keine Asche vom Leichenfeuer bei ihm, erwiderte der zweite. Da wurde der erste Rabe wtend, blies sich auf und sagte: Warum ist er dann vertrieben? Schau, seine Sachen sind um ihn verstreut. Ich will nichts davon, antwortete die ganze Rotte, es ist keine Asche bei ihm, wir lassen dich da, und flog weg. Gut, du kannst weg fliegen, sagte der erste Rabe, aber ich will seine Augen haben. Da ffnete der Mann seine Augen etwas und blickte seitwrts nach dem Raben. Dieser kam nher an den kleinen hlichen jungen Mann und stand da und hatte in seinem Schnabel ein gutes, scharfes Messer. Er kam nher, und zwischen seinen Augenwimpern hindurch sah der Mann, am Griff gehalten, das scharfe Messer. Er dachte: Ich hatte doch kein Messer. Dann kam die Spitze hart an ihn. Er dachte wieder: Ich hatte kein Messer. Da erfate er es pltzlich und zog es dem Raben weg. Der Rabe sprang zurck und der Mann setzte sich auf. Gib mir das Messer, sagte der Rabe. Der Mann antwortete: Ich habe kein Messer und das soll jetzt mein Messer sein. Der Rabe erwiderte: Ich will dich dafr mit allerlei Wildpret bezahlen. Nein, sagte der Mann, ich will es nicht zurckgeben, ich gehe immer jagen und kann nichts finden. Dann, erwiderte der Rabe, sollst du, wenn du zum Dorf zurck willst, es nicht erreichen, wenn du's auch versuchst. Ich hatte kein Messer, antwortete der Mann. Da hstelte der Rabe und sagte: Du willst es also so, behalte mein Messer, wenn du es so schtzt, und flog davon. Der Mann setzte sich auf und hielt noch immer das Messer. Dann brach er auf, um ins Dorf zurckzukehren. Wie er ging, schnrte sich seine Kehle zusammen, sein Rcken krmmte sich und er sttzte seine Hnde auf die Knie. Pltzlich war er ein alter Mann geworden und konnte nicht gehen. Er fiel aufs Gesicht. Er konnte nicht aufstehen. Er war tot. Wie der Rabe das Licht brachte In den ersten Tagen spendeten, wie jetzt, Sonne und Mond das Licht. Dann aber wurden Sonne und Mond weggenommen und die Menschen blieben auf Erden lange Zeit ohne jedes andere Licht, als den Schimmer der Sterne. Ohne jeden Erfolg machten die Zauberer ihre grten Kunststcke, die Finsternis hielt an. In einem Dorf am unteren Yukon lebte ein Waisenknabe, der immer mit den Dienstleuten auf der Bank beim Hauseingang sa. Die anderen Leute hielten ihn fr nrrisch und jedermann verachtete und mihandelte ihn. Nachdem sich die Zauberer furchtbar, aber ohne Erfolg, angestrengt hatten, Sonne und Mond zurckzuschaffen, verspottete sie der Knabe und sagte: Was fr feine Zauberer mt ihr doch sein, da ihr nicht einmal imstande seid, das Licht wieder herbeizuschaffen, wenn sogar ich das tun kann. Darauf wurden die Zauberer sehr rgerlich, prgelten ihn und warfen ihn aus dem Haus heraus. Dieser arme Waisenknabe war nun wie jeder andere Knabe, aber wenn er ein schwarzes Kleid, das er hatte, anzog, wurde er in einen Raben verwandelt und blieb ein solcher, bis er das Kleid wieder auszog. Nachdem die Zauberer den Knaben aus dem Haus geworfen hatten, ging er im selben Dorf ins Haus seiner Tante und erzhlte ihr, was er ihnen gesagt und wie sie ihn geschlagen und hinausgeworfen. Dann bat er sie, ihm doch zu sagen, wo die Sonne und der Mond hingekommen seien, denn er wolle ihnen nachgehen. Sie behauptete, nicht zu wissen, wo sie versteckt wren, aber der Knabe sagte: Nach deinem feingenhten Kleid zu schlieen, weit du sicher, wo sie sind, denn du httest nie genug sehen knnen, es so zu nhen, wenn du nicht wutest, wo das Licht ist. Nach langem berredete er endlich seine Tante und sie sagte ihm: Gut, wenn du das Licht finden willst, mut du deine Schneeschuhe nehmen und weit nach Sden gehen zu einem Platz, den du schon erkennen wirst, wenn du dort bist. Der Rabenknabe nahm sofort seine Schneeschuhe und brach nach Sden auf. Viele Tage wanderte er und die Finsternis blieb immer gleich. Nachdem er schon einen weiten Weg zurckgelegt hatte, sah er weit vor sich einen Lichtblitz, was ihn sehr ermutigte. Als er weitereilte, leuchtete das Licht wieder heller auf als vorher, und dann verschwand und erschien es abwechselnd. Schlielich kam er an einen groen Hgel, dessen eine Seite in vollem Licht stand, whrend die andere in finstere Nacht getaucht schien. Vor sich, hart am Hgel, bemerkte der Knabe eine Htte und in ihrer Nhe einen Mann, der von ihrer Vorderseite Schnee wegschaufelte. Der Mann warf den Schnee hoch in die Luft und so oft er das tat, verdunkelte sich das Licht, so entstand der Wechsel von Licht und Dunkelheit, den der Knabe beim Herannahen gesehen hatte. Dicht hinter dem Haus sah er das Licht, das zu suchen er ausgegangen war, wie einen groen Feuerball. Dann blieb der Knabe stehen und berlegte, wie er das Licht und des Mannes Schaufel erlangen knnte. Nach einiger Zeit ging er dann zu dem Mann hin und sagte: Warum wirfst du den Schnee in die Luft und entziehst unserem Dorf das Licht? Der Mann hielt inne, sah auf und sagte: Ich rume nur den Schnee vor meiner Tre weg und ich entziehe kein Licht. Aber wer bist du und von wo kommst du? Es ist so finster in unserem Dorf, da ich dort nicht leben will, und so bin ich gekommen, um bei dir zu bleiben, sagte der Knabe. Was? Fr immer? fragte der Mann. Ja! antwortete der Knabe. Darauf der Mann: Also gut; komme mit mir ins Haus. Und er steckte die Schaufel in den Boden und gebckt ging er durch den unterirdischen Eingang voran ins Haus und lie, nachdem er hindurchgegangen war, in der Meinung, der Knabe sei hinter ihm, den Vorhang vor der Tr herunterfallen. Im Augenblick, als hinter dem Mann, der eingetreten war, die Trklappe herunterfiel, packte der Knabe den Feuerball und steckte ihn in die Auenfalte seines Pelzes; dann nahm er noch die Schaufel in die Hand und lief nach Norden weg und rannte so lange, bis seine Fe mde waren. Dann erinnerte er sich seines Zaubergewandes, verwandelte sich in einen Raben und flog, so rasch ihn seine Flgel nur trugen, davon. Hinter sich hrte er das entsetzliche Gekeif und Geschrei des Mannes, der ihm rasch folgte. Als der alte Mann merkte, da er den Raben nicht einholen konnte, schrie er: Zum Donnerwetter! behalte meinetwegen das Licht, aber gib mir meine Schaufel wieder! Darauf antwortete der Knabe: Nein, du hast unser Dorf ganz verfinstert und sollst daher auch deine Schaufel nicht haben. Und der Rabe flog weiter und lie ihn zurck. Auf seinem Heimweg brach der Rabe ein Stck vom Licht ab und warf es aus, und so wurde es wieder Tag. Dann zog er wieder lange Zeit im Dunkeln weiter, warf dann wieder ein Stck Licht weg, es wurde wieder Tag. So tat er abwechselnd, bis er in seinem Heimatdorf vor dem Haus anlangte, wo er das letzte Stck wegwarf. Dann betrat er das Haus und sagte: Also, ihr unntzen Zauberer, ihr seht jetzt, da ich das Licht zurckgebracht habe und es wird von nun an hell sein und dann wieder dunkel: Tag und Nacht. Und die Zauberer konnten ihm nichts antworten. Daraufhin ging er hinaus aufs Eis, denn sein Haus lag an der Kste und ein groer Wind kam auf und trieb ihn mit dem Eis ber die See zum Land an der jenseitigen Kste. Dort fand er ein Dorf, nahm aus seiner Bewohnerschaft eine Frau und lebte mit ihren Leuten, bis er drei Tchter und vier Shne hatte. Mit der Zeit wurde er sehr alt und erzhlte seinen Kindern, wie er ins Land gekommen und, nachdem er ihnen aufgetragen, wieder in jenes Land zu ziehen, woher er gekommen, starb er. Die Kinder des Raben zogen dann fort, wie er ihnen aufgetragen und gelangten schlielich in ihres Vaters Land. Dort wurden sie in Raben verwandelt und ihre Nachkmmlinge verlernten, wie sie sich in Menschen verwandeln knnten, und so gibt es bis zum heutigen Tag Raben. Im Dorf des Raben folgen Tag und Nacht einander, wie er gesagt hatte, da es geschehen werde und die Lnge der einzelnen blieb ungleich, da der Rabe manchmal lange Zeit ohne Licht auszuwerfen gewandert war und dann wieder in krzeren Zwischenrumen das Licht ausgeworfen hatte, so da die Nchte sehr kurz waren und dementsprechend ist es auch geblieben. Der Kanibale Igimarasugdjuqdjuaq Igimarasugdjuqdjuaq war ein sehr groer, schlechter Mann, der viele Morde begangen und seine Opfer, nachdem er sie aufgeschlitzt hatte, verspeiste. Einmal kam seine Schwgerin, um seine Frau zu besuchen, aber kaum hatte sie die Htte betreten, als Igimarasugdjuqdjuaq sie ttete und seiner Frau befahl, sie zu kochen. Seine Frau war sehr erschrocken, befrchtete, da sie selbst das nchste Opfer sein werde und beschlo zu fliehen. Als Igimarasugdjuqdjuaq auf die Jagd ging, sammelte sie Heidekraut, stopfte damit ihre Jacke aus und setzte die Figur aufs Bett. Dann lief sie, so rasch sie konnte, weg, bis sie ein Dorf erreichte. Als ihr Gemahl nachhause kam und den Rock sah, glaubte er, es sei ein Fremder zu ihm auf Besuch gekommen und erstach ihn. Wie er aber bemerkte, da seine Frau ihn betrogen und verlassen hatte, wurde er wtend und verfolgte sie. Er kam ins Dorf und sagte: Habt ihr nicht meine Frau gesehen? Sie ist mir weggelaufen. Die Inuit sagten ihm nicht, da sie sich bei ihnen aufhielt, sondern verbargen sie vor seiner Wut. Schlielich gab sie Igimarasugdjuqdjuaq als verloren auf und kehrte heim. Die Inuit beschlossen, die vielen Beleidigungen, die er ihnen angetan hatte, zu rchen. Sie suchten ihn auf und begegneten ihm auf dem Eis, gerade unterhalb seiner Htte. Als er ihnen sagte, er ginge auf die Brenjagd, sagten sie: La uns deinen Speer ansehen. Dieser Speer hatte einen sehr starken, scharfen Walrozahn als Spitze. Ah! sagten sie, der ist sehr gut, um Bren zu tten; wie scharf er ist! Du mut ihn gerade in diese Richtung stoen. Und wie sie das sagten, stieen sie ihn ihm in die Stirne. Die Spitze des Speeres drang ihm ins Gehirn und dann schlitzten sie ihm mit ihren Messern den Leib auf. Der Geist des Festhauses Eine Frau ging einmal, als es schon ganz dunkel war, ins Festhaus. Immer schon wollte sie den Geist dieses Hauses sehen und obwohl die Inuit sie davor gewarnt hatten, bestand sie doch auf ihrem Vorhaben. Mit diesen Worten rief sie den Geist an: Wenn du im Haus bist, so erscheine! Und als sie nichts von ihm sehen konnte, schrie sie: Hier ist ja gar kein Geist, er will nicht kommen. Da sagte der noch immer unsichtbare Geist: Hier bin ich, dort bin ich! Da fragte die Frau: Wo sind deine Fe, wo sind deine Schienbeine, wo sind deine Schenkel, wo sind deine Hften, wo sind deine Lenden? Und jedesmal antwortete der Geist: Hier sind sie, dort sind sie! Die Frau fragte weiter: Wo ist dein Bauch? Hier ist er, antwortete der Geist. Wo ist deine Brust, wo sind deine Schultern, wo ist dein Nacken, wo ist dein Kopf? Hier, da ist er. Wie aber die Frau den Kopf berhrte, fiel sie pltzlich tot um: er war knochenlos und kahl. Die Brengeschichte Vor langer Zeit fand einmal eine Frau einen zwei bis drei Tage alten Bren. Da sie so einen Liebling schon lange vermit hatte, widmete sie ihm ihre innigste Frsorge, als ob es ihr eigener Sohn wre, htschelte ihn, machte ihm neben ihrem eigenen ein weiches, warmes Bett zurecht und sprach mit ihm, wie eine Mutter mit ihrem Kind. Sie hatte keine lebenden Anverwandten mehr und bewohnte mit dem Bren allein das Haus. Als Kunikdjuaq herangewachsen war, bewies er der Frau, da sie ihn nicht umsonst erzogen hatte, denn er begann bald Seehunde und Lachse zu jagen, die er, bevor er selbst davon a, seiner Mutter brachte und erst aus ihren Hnden empfing er seinen Anteil davon. Auf einer Hgelspitze wartete sie immer auf seine Rckkehr und wenn sie sah, da er kein Glck gehabt hatte, bettelte sie bei den Nachbarn um Walfischspeck fr ihn. Sie konnte das von ihrem Ausguck aus beobachten, denn wenn er Erfolg gehabt, kam er in derselben Spur zurck, die er beim Auszug gemacht hatte, wenn er aber keinen Erfolg gehabt hatte -- immer auf einer anderen. Da er die Inuit auf der Jagd zu bertreffen wute, erregte er ihren Neid und so wurde nach langen Jahren treuen Dienstes sein Tod beschlossen. Als die alte Frau das hrte, erbot sie sich, von Gram berwltigt, ihr eigenes Leben herzugeben, wenn dafr nur der verschont wurde, der sie so lange erhalten hatte. Ihr Angebot wurde kurzweg abgewiesen. Als sich alle seine Feinde in ihre Htten zurckgezogen hatten, hielt die Frau mit ihrem Sohn, der jetzt schon zu Jahren gekommen war, ein langes Gesprch und sagte ihm, da bse Mnner darauf aus wren ihn umzubringen, und da es fr ihn nur eine Mglichkeit gebe, sein und ihr Leben zu retten, nmlich auf und davonzugehen und nicht mehr zurck zu kommen. Zugleich bat sie ihn aber sich nicht weiter zu entfernen, als da sie weggehen und ihn treffen knnte, um einen Seehund und sonst dergleichen, was sie brauche, zu bekommen. Nachdem der Br auf das gehrt, was sie ihm unter Trnen, die auf ihre runzeligen Wangen fielen, gesagt hatte, legte er freundlich seine groen Tatzen auf ihren Kopf, umschlang dann ihren Nacken und sagte: Gute Mutter, Kunikdjuaq wird immer auf Ausschau sein nach dir und dir so gut er kann dienen. Nachdem er das gesagt, befolgte er ihren Rat und ging zum Kummer der Dorfkinder und der Mutter fort. Nicht lang danach ging diese, da sie Mangel an Nahrung hatte, hinaus aufs Meereis um zu sehen, ob sie nicht ihren Sohn treffen knnte und sie erkannte ihn auch bald als den einen von zwei Bren, die miteinander dalagen. Er lief zu ihr und sie patschte ihm in ihrer altgewohnten traulichen Art auf den Kopf, verriet ihm ihre Wnsche und bat ihn wegzueilen und etwas fr sie zu bringen. Der Br lief davon und wenige Augenblicke darauf sah die Frau einen frchterlichen Kampf zwischen ihm und seinem frheren Gefhrten, der zu ihrer groen Beruhigung bald damit endete, da ihr Sohn einen leblosen Krper vor ihre Fe zerrte. Mit ihrem Messer hutete sie rasch den toten Bren ab, gab ihrem Sohn groe Speckscheiben und sagte ihm, sie werde bald zurckkommen, um das Fleisch, das sie nicht auf einmal nach Hause bringen knne, zu holen und wenn es ihr wieder an Nahrung mangle, werde sie wieder kommen. Das tat sie denn auch noch lange, lange Zeit. Der treue Br half ihr immer und geno der gleichen Liebe, wie in seiner Jugend. Der rote Br Ta-ku-ka An der Kste, dort ungefhr, wo heute Pikmiktalik liegt, lebte ein Eskimojger namens Pi-tikh-cho-lik mit seiner Frau Ta-ku-ka. Damals waren die Berge von groen Renntierherden bevlkert und die See war voll von Seehunden und Fischen, so da Pi-tikh-cho-lik eine Menge Nahrung und Felle nach Hause brachte. Eines schnen Sommerabends stand Ta-ku-ka an der Kste und wartete auf die Rckkehr ihres Gatten. Obwohl er ihr auseinandergesetzt hatte, da sich die Renntiere weiter in die Berge zurckgezogen hatten und die Seehunde nur noch weit drauen im Meer zu finden seien, war sie doch besorgt und unruhig, da er lnger als bei seinen sonstigen Jagdausflgen fortblieb. Nach einiger Zeit ging Ta-ku-ka ins Haus, um nach ihren Kindern zu sehen; als sie dann wieder herauskam, war ihr Mann gerade dabei, seinen Kajak auf das Gestell neben dem Haus zu stellen. Sie stellte an ihn, wegen seines langen Ausbleibens, eine Menge Fragen, er antwortete aber verdrielich, da er weit aufs Meer hinausgefahren und so lange ausgeblieben sei, weil er ohne Beute nicht zurckkommen wollte. Sie gingen ins Haus und Ta-ku-ka setzte ihm verschiedene Lieblingsgerichte vor, aber er a nur wenig und war berhaupt traurig und mimutig. Seine Frau drang in ihn, ihr doch den Grund seiner blen Laune zu sagen; schlielich sagte er: Wenn du durchaus den Grund meiner Kmmernisse wissen willst, so hre ihn also: ich fhle, da ich sterben mu und der dritte Tag von heute an wird mein Todestag sein. Darauf fing Ta-ku-ka bitterlich zu weinen an, er trstete sie aber und sagte: Weine nicht und mach mich nicht noch unglcklich, solange ich noch bei dir bin, sondern hre meine letzten Wnsche. Wenn ich gestorben bin, mut du meinen Kajak ins Wasser stellen und an der Kste verankern; dann lege mein Ruder, meine Speere und Schnre auf ihren gehrigen Platz hinein. Kleide dann meinen Krper in die wasserdichte Jacke und setz mich in den Kajak und binde die Jacke am Rand des Mannloches fest, wie ich es immer getan, wenn ich aufs Meer hinausfuhr. Stelle dann noch drei Tage hindurch jeden Abend Fische, Renntierspeck und Beeren vor mich, damit mein Schatten zufrieden gestellt wird. Versprichst du mir das? Ta-ku-ka versprach es und weinte still. Pi-tikh-cho-lik verlie das Haus nicht mehr und starb am dritten Tage. Da weinte Ta-ku-ka sehr, tat aber, wie ihr befohlen war. Jeden Morgen sah sie, da der Schatten gegessen hatte, denn alle Speisen vor dem Krper waren weg. Als sie am vierten Tag an den Strand ging, um wie gewhnlich ihren Toten zu beklagen, war der Kajak mit all seinem Inhalt verschwunden. Da warf sie sich zu Boden und blieb in ihrem Schmerz lange so liegen, schlielich erinnerte sie sich aber ihrer Kinder und ging wieder ins Haus, um nach ihnen zu sehen. Nun arbeitete Ta-ku-ka viel, sie sammelte Beeren, fing Fische und trocknete sie, um fr den Winter einen Vorrat anzulegen. Als sie so eines Tages Beeren klauben ging, entfernte sie sich weit vom Haus und kam auf den Gipfel eines Hgels. Sie berschaute von da die Gegend und sah noch weit entfernt Rauchwolken vom Boden aufsteigen. Es war das erste Zeichen, das sie je von anderen Leuten gesehen und sie beschlo hinzugehen, um zu sehen, was fr Menschen dort seien. Nach einiger Zeit kam sie nher an die Stelle heran und kroch vorsichtig auf den Kamm eines zum Meer steil abfallenden, landeinwrts aber sanft geneigten Hgels. Hart am Wasser lagen drei Huser und aus dem einen stieg der Rauch, den sie gesehen hatte. Hier wartete Ta-ku-ka ruhig, um zu sehen was fr Leute da wren; bald kam eine Frau heraus, hob eine Hand vor die Augen und blickte hinaus aufs Meer. Dann lief sie zurck ins Haus und rief irgend jemanden drinnen etwas zu. Nun kamen noch zwei andere Frauen heraus und alle gingen hinunter an den Rand des Wassers; dort stimmten sie ein Liebeslied an und tanzten am Sandstrand. Ta-ku-ka hatte die Frauen und ihre schnen Fellkleider so aufmerksam betrachtet, das sie nichts anderes bemerkte; jetzt aber traf leise der angenehme Ton einer singenden Mnnerstimme ihr Ohr und ihr Herz schlug hher. ber die Frauen hinweg sah sie einen Mann in seinem Kajak langsam der Kste zusteuern. Er sang und warf spielend seinen Seehundsspeer vor sich und hob ihn, wenn er daran vorbei kam, wieder auf. Wie er nher kam, erkannte Ta-ku-ka in seinem Gesang ein Lied, das in frheren Tagen Pi-tikh-cho-lik ihr vorzusingen pflegte. Der Kajakmann landete nun und die Frauen empfingen ihn mit Freudenrufen. Ta-ku-ka wollte kaum ihren Augen traun, als sie sah, da der Mann wirklich ihr Gatte war, den sie fr tot gehalten. Er ging mit den Frauen ins Haus und da empfand Ta-ku-ka ein frher nie gekanntes, merkwrdig grimmes Gefhl im Herzen. Sie stand am Hgelrand und lauschte bis tief in die Nacht hinein dem Gesang und Gelchter, das aus dem Haus zu ihr drang. Es wurde Morgen, Pi-tikh-cho-lik kam heraus und brachte am Kajak sein Jagdgert in Ordnung. Nachdem er den Frauen an der Kste guten Tag gesagt, ruderte er lustig singend aufs Meer hinaus. Als er auer Sicht war, stieg Ta-ku-ka vom Hgel herab und folgte den Frauen in eines der Huser. Die waren erstaunt, sie zu sehen, bewillkommten sie aber trotzdem und stellten viele Fragen an sie. Sie bewunderten ihr Gesicht und ihre Hautfarbe, die heller als ihre war und verschiedene ttowierte Linien in ihrem Gesicht: eine auf- und abfhrende zwischen den Augen und drei von der Unterlippe bers Kinn herunter, die auch anders waren, als die ihrigen. Im Laufe des Gesprchs sagte eine der Frauen: Diese Gesichtslinien stehen dir sehr gut; ich wrde viel dafr geben, wenn du mich lehrtest, mein Gesicht wie deins zu machen. Ta-ku-ka antwortete: Ich will dir zeigen, wie das gemacht wird, wenn ich dir damit einen Gefallen erweisen kann, aber ich werde dir dabei weh tun und du wirst den Schmerz vielleicht nicht aushalten. Ich werde den Schmerz nicht beachten und bin bereit, ihn auszuhalten, wenn ich nur so schn werde, wie du. Wie du willst! sagte Ta-ku-ka, geh ins Haus, znde ein Feuer an und setze einen groen irdenen Topf mit Fett auf; wenn das Fett kocht, rufe mich, ich werde dann dein Gesicht so schn, wie das meine, machen. Nachdem ihr die Frau gedankt hatte, ging sie, alles fertig zu machen und nun stellten die anderen Frauen noch eine Menge Fragen, wie: Wird es sehr weh tun? und Wird sie wirklich so schn werden, wie du bist? und noch andere mehr. Ta-ku-ka entgegnete darauf: Es wird ihr nicht sehr weh tun und sie wird noch schner werden, als ich. Die Frau kam bald zurck und meldete, das Fett sei fertig. Ta-ku-ka ging dann mit ihr ins Haus und befahl ihr, sich vor den Topf mit dem siedenden Fett zu knien und den Kopf darber zu beugen. So wie das geschehen war, packte Ta-ku-ka sie bei den Haaren und stie ihren Kopf ins heie Fett und hielt ihn drin, bis die Frau tot war; dabei sagte sie: Da! Jetzt wirst du immer schn sein! Dann legte sie ihren Krper auf die Bettstatt, deckte das Gesicht zu und ging hinaus zu den anderen Frauen. In ihrer Abwesenheit hatten die beiden anderen miteinander geschwtzt und als sie zurckkam, fragten sie, ob es ihr gelungen sei, ihre Gefhrtin zu verschnern, und Ta-ku-ka nickte mit dem Kopf. Daraufhin sagten die beiden Frauen: Wir wollen dir auch Geschenke geben, wenn du uns schn machen willst. Sie war damit einverstanden. Dann gingen sie alle zum Haus der toten Frau und Ta-ku-ka sagte zu ihren Begleiterinnen: Strt eure Freundin nicht, sie schlft jetzt, und damit nichts ihre Schnheit beeintrchtigt, ist ihr Gesicht zugedeckt. Wenn sie aufwacht, wird sie sehr schn sein. Darauf brachte sie dann die beiden anderen Frauen, wie die erste um und sagte, wie sie sie niederhielt: Ihr werdet auch sehr schn sein. Sie fertigte nun aus Stben drei Gestelle an und stellte sie, wo die Frauen am Abend vorher an der Kste getanzt hatten, aufrecht in den Sand und legte die Kleider der Toten darber, soda man auf die Entfernung glauben konnte, sie stnden dort. Dann nahm sie das Fell eines roten Bren und ging zu ihrem Versteck in den Felsen zurck. Es wurde Abend und der Jger kam, wie in der vorigen Nacht, singend zurck. Es drang zwar keine Antwort zu ihm, aber er glaubte doch, seine Weiber an der Kste stehen zu sehen, obwohl auf sein Loblied keine Antwort kam. Er wurde rgerlich und hielt mit seinem Gesang inne. Dann begann er sie zu schelten und beschimpfen, aber noch immer blieben sie stumm. Nachdem er gelandet, lief er auf die schweigenden Gestalten zu und dann ins nchste Haus. Dort und im nchsten fand er nichts, aber im dritten sah er seine Weiber tot daliegen und Ta-ku-ka hrte die Schmerzensschreie, die er ausstie, als er das sah. Rasend strzte Pi-tikh-cho-lik aus dem Haus; vor Trauer klagend und aus rger schrie er: Wenn irgendwelche bse Geister das getan haben, so frchte ich mich gar nicht vor ihnen; sie sollen nur kommen und versuchen auch an mir Rache zu nehmen; ich hasse und verachte sie! Alles blieb ruhig. Wenn irgend ein Rachegeist, Mensch oder Tier, das getan hat, so soll er nur aus seinem Versteck herauskommen und, so brllte er, es wagen, einem Mann Trotz zu bieten, der ihm das Herz herausreien und sein Blut trinken wird! Oh, elendiger Nichtsnutz! Wie zur Antwort darauf hrte er vom Hgel her ein tiefes Gebrumm und sah dort einen roten Bren aufrecht auf seinen Hinterfen stehen und seinen Krper vor- und zurckneigen. Das war Ta-ku-ka, die sich ins Brenfell eingewickelt, und um sich vor Pfeil-oder Speerwunden zu schtzen, darunter an jede Krperseite flache Steine gelegt hatte. Pi-tikh-cho-lik sah sie und glaubte, es sei wirklich ein Br und begann alle Schimpfnamen, die er sich nur ausdenken konnte, zu rufen, whrend er rasch einen Pfeil auf den Bogen legte und ihn losscho. Der Pfeil traf auf einen der Steine und fiel unschdlich herab; der Br wandte ihm die andere Seite zu. Wieder scho er einen gutgezielten Pfeil ab und wieder war er wirkungslos. Da rutschte der Br den Abhang zu ihm herunter und als Pi-tikh-cho-lik dem Bren den Speer in die Flanke stie, zerbrach er ihm in der Hand. In ein paar Augenblicken hatte der Br ihn leblos niedergeworfen, ihm das Herz herausgerissen und es aufgefressen. Daraufhin schien die Raserei, die Ta-ku-ka ergriffen hatte, sie zu verlassen und ihre besseren Gefhle kamen wieder zurck. Sie versuchte das Brenfell abzustreifen, aber es sa so fest an ihr, da es ihr nicht gelang. Auf einmal erinnerte sich Ta-ku-ka ihrer Kinder zuhause; sie nahm von der Hgelspitze ihren Korb mit den Beeren und machte sich nach ihrer Wohnung auf den Weg. Als sie so dahinging, bekam sie pltzlich Angst vor ihrem merkwrdigen Blutdurst, in den sich Gedanken an ihre Kinder mischten. Sie lief weiter, kam endlich zum Haus und lief hinein. Die beiden Kinder schliefen, und als sie Ta-ku-ka sah, berkam sie wieder unbezhmbare Blutgier und sie ri sie augenblicklich in Stcke. Dann ging sie hinaus und schweifte im Land umher, voll Gier, einen jeden, der ihr entgegenkam, umzubringen. Bis dahin waren die roten Bren harmlos gewesen, aber Ta-ku-ka pflanzte ihnen ihre eigene Leidenschaft ein, soda sie seither ganz wild geworden sind. Zuletzt kam sie an den Kuskokwimflu und wurde von einem Jger gettet, dessen Pfeil doch einen Weg durch einen Sprung in einem der Steine an ihrer Seite gefunden hatte. Der rote Br In der Tundra sdlich der Yukonmndung lebte einst ein Waisenknabe mit seiner Tante. Sie waren ganz allein und eines Sommertags nahm der Knabe seinen Kajak und fuhr weg, um zu sehen, wo die Leute am Yukon lebten, von denen er gehrt hatte. Als er an den Flu kam, fuhr er ihn hinauf, bis er ein groes Dorf erreichte. Dort legte er an und die Bewohner liefen hinunter zur Kste, packten ihn, brachen sein Kajak in Stcke, rissen ihm die Kleider vom Leib und schlugen ihn frchterlich. Bis zum Ende des Sommers wurde der Knabe dortbehalten, als Zielpunkt stndiger Prgel und schlechter Behandlung. Im Herbst fate einer der Mnner Mitleid zu ihm, baute ihm einen Kajak und sandte ihn nachhause, wo er dann nach langer Abwesenheit eintraf. Als er zu Hause ankam, sah er, da um das Haus seiner Tante ein groes Dorf entstanden war. Nachdem er gelandet, ging er zum Haus seiner Tante, trat ein und erschreckte sie sehr, da er wie ein Skelett aussah, weil er so lange gehungert hatte und so viel geschlagen worden war. Als seine Tante ihn endlich wiedererkannte, erzhlte er seine Geschichte mit wehleidigen Worten, statt mit solchen des rgers ber die grausamen Dorfbewohner. Nachdem er die Erzhlung seiner Leiden beendet, sagte sie ihm, er solle ihr ein Stck Holz bringen. Das tat er auch. Daraus schnitzten sie ein kleines Tier mit langen Zhnen und scharfen Klauen und bemalten es an den Seiten rot und wei an der Kehle; dann trugen sie das Tier ans Ufer der Bucht und setzten es ins Wasser. Dann beschwor es die Tante zu gehen und in dem Dorf, wo ihr Knabe gewesen, jeden, den es finde, zu tten. Das Schnitzwerk bewegte sich aber nicht und die Frau nahm es aus dem Wasser, beschimpfte es, lie ihre Trnen auf es herunterfallen und setzte es dann wieder ins Wasser mit den Worten: Jetzt geh und bring die schlechten Leute um, die meinen Buben geschlagen haben. Darauf schwamm das Tier ber die Bucht und kroch am anderen Ufer hinauf, wo es zu wachsen begann und bald ein roter Br von ziemlicher Gre wurde. Er wandte sich um und sah die alte Frau an, bis sie ihm zurief zu gehen und ja niemanden zu schonen. Dann ging der Br fort, bis er zum Dorf am groen Flu kam. Er traf da einen Mann, der gerade um Wasser ging und zerri ihn sogleich in Stcke; dann blieb der Br in der Nhe des Dorfes, bis er mehr als die Hlfte aller Leute gettet hatte und die anderen sich vorbereiteten, es zu verlassen, um dem Verderben zu entgehen. Der Br schwamm darauf ber den Yukon zum weiter entfernten Kuskokwimflu und ttete jeden, den er sah, denn selbst das geringste Lebenszeichen versetzte ihn in Raserei, bis es vernichtet war. Vom Kuskokwimflu kehrte der Br wieder zurck und stand eines Tags wieder am anderen Ufer der Bucht, wo er einst belebt worden war. Als er am drberen Ufer die Leute sah, wurde er wieder wild, ri mit seinen Krallen den Boden auf, knurrte und begann dann ber die Bucht zu setzen. Als die Dorfbewohner dies sahen, erschraken sie sehr, liefen herum und sagten: Der Hund der alten Frau ist da; wir werden alle gettet werden; sagt der Frau, sie soll ihren Hund aufhalten! Sie schickten sie, den Bren zu empfangen. Der Br versuchte nicht sie zu verletzen, sondern ging vorbei, um die anderen Leute zu erwischen, sie hielt ihn aber an seinen Nackenhaaren und sagte: La diese Leute in Ruhe, die waren zu mir freundlich und gaben mir Essen, wenn ich hungrig war. Danach fhrte sie den Bren in ihr Haus, setzte sich, sagte ihm, da er ihren Auftrag gut ausgefhrt und sie zufriedengestellt habe; er solle jetzt aber die Leute nicht mehr angreifen, auer, wenn sie versuchten, ihn zu mihandeln. Nachdem sie ihm das gesagt, fhrte sie ihn zur Tr und schickte ihn weg in die Tundra. Seit dieser Zeit gibt es rote Bren. Der Feuerball Vor langer Zeit lebte in dem Dorf Kin-i-gim ein armer Waisenknabe, der niemanden hatte, der fr ihn sorgte, von jedermann schlecht behandelt wurde, und auf Gehei der Dorfbewohner immer dahin und dorthin laufen mute. Eines Abends wurde er aus dem Haus geschickt um zu sehen, wie das Wetter sei. Er hatte keine Fellschuhe und da es Winter war wollte er nicht gehen, wurde aber doch hinausgejagt. Er kam gleich wieder zurck und sagte das Wetter habe sich nicht gendert. Daraufhin sandten ihn die Leute wieder mit demselben Auftrag hinaus, bis er schlielich zurckkam und erzhlte, er habe einen groen Feuerball, wie den Mond, ber einem nahen Hgel aufsteigen gesehen. Die Leute lachten ihn aus und schickten ihn wieder hinaus und da sah er, da das Feuer herangekommen und schon ganz in der Nhe war. Da lief der Waisenknabe hinein, erzhlte, was er gesehen und versteckte sich, denn er hatte Angst. Bald darauf sahen die Leute eine Feuergestalt vor der Haut, die die Dachluke verschlo, herumtanzen und gleich darauf schlich auf den Knien und Ellbogen ein Menschengerippe durch den Eingang in den Raum. Wie das Gerippe herankam, machte es eine Bewegung gegen die Leute, wodurch sie gezwungen waren, in der gleichen Stellung, wie das Gerippe, auf Knie und Ellbogen zu fallen. Es wandte sich nun um und kroch, wie es gekommen war, von den Leuten, die ihm nachgehen muten, gefolgt, hinaus. Drauen kroch es weiter zum Dorf hinaus, noch immer gefolgt von den Leuten: bald darauf verschwand es und alle waren tot. Einige Dorfbewohner waren nicht dagewesen, als das Gerippe, der Tunghak, gekommen war und als sie zurckkamen, sahen sie berall Leichen herumliegen. Als sie ins Haus gingen, fanden sie den Waisenknaben und der erzhlte, wie die anderen umgekommen waren. Sie verfolgten dann die Spuren des Tunghak und kamen jenseits des Hgels an ein uraltes Grab, bei dem die Spuren endeten. Einige Tage darauf ging der Bruder eines der toten Mnner aufs Meereis hinaus, ziemlich weit weg vom Dorf, um zu fischen. Er blieb lange und die Dunkelheit berraschte ihn, als er noch weit drauen war. Als er so dahinging, erschien pltzlich der Tunghak vor ihm und lief immer auf seinem Weg hin und her. Der junge Mann versuchte an ihm vorberzukommen und zu entfliehen, konnte es aber nicht, denn der Tunghak blieb immer vor ihm und tat immer dasselbe wie er. Als ihm nichts mehr einfiel, nahm er pltzlich einen Fisch aus seinem Korb und warf ihn auf den Tunghak. Als er den Fisch herauszog war er steif gefroren, aber als er in die Nhe des Tunghak kam, kehrte er pltzlich um und fiel ber die Schultern des Jnglings zurck in den Korb und schlug darin herum, denn er war wieder lebendig geworden. Jetzt zog der Fischer einen seiner Hundsfellfustlinge aus und warf ihn hin. Wie der nun in der Nhe des Tunghak niederfiel, wurde er ein Hund, der das Gespenst anbrummte und anknurrte und so seine Aufmerksamkeit auf sich lenkte, so da der Mann vorbei und so schnell er nur konnte zum Dorf lief. Als er ein Stck Wegs zurckgelegt hatte, wurde er wieder vom Tunghak aufgehalten und gleichzeitig sprach eine Stimme von oben: Bind ihm doch seine Fe auseinander, sie sind mit einer Schnur zusammengebunden. Er hatte aber zu groe Angst, um das auszufhren. Er warf also lieber noch einen anderen Fustling und auch der verwandelte sich in einen Hund, der wie der erste den Tunghak aufhielt. Der Jngling lief so rasch er konnte davon und fiel erschpft bei der Haustr nieder, als auch schon der Tunghak kam. Der ging, ohne ihn zu bemerken, knapp an ihm vorber ins Haus hinein, fand aber niemand drin und kam wieder heraus. Der junge Mann stand nun auf und ging hinein; er wagte es aber nicht, was er gesehen hatte seiner Mutter zu erzhlen. Am folgenden Tag ging er wieder fischen und stie unterwegs auf einen Mann, der am Weg lag. Seine Hnde und sein Gesicht waren ganz schwarz. Als er nher kam, forderte ihn der schwarze Mann auf, ihm auf den Rcken zu steigen und die Augen zu schlieen. Er folgte und bald darauf durfte er die Augen wieder ffnen. Als der Jngling dies tat, sah er gerade vor sich ein Haus und in dessen Nhe ein schnes junges Weib. Sie sprach zu ihm: Warum hast du vorige Nacht nicht getan, wie ich dir geraten, als der Tunghak dich verfolgte? Er antwortete, da er sich gefrchtet habe. Das Weib gab ihm dann einen zauberkrftigen Stein als Talisman, der ihn in Hinkunft vor den Tunghak schtzen sollte und dann nahm ihn der schwarze Mann wieder auf den Rcken und als er die Augen ffnete, war er zu Hause. Seit dieser Zeit wollte der junge Mann als Zauberer angesehen werden, dachte aber immer nur an das schne Weib, das er gesehen hatte, so da er nicht viel Krfte besa. Schlielich sagte sein Vater zu ihm: Du bist gar kein Zauberer! Du machst mir nur Schande; geh wo anders hin! Am nchsten Morgen verlie der Jngling bei Tagesanbruch das Dorf und man hat nie wieder etwas von ihm gehrt.-- Die Auswanderung der Sagdlirmiut In der Gegend von Ussualung gibt es zwei Orte: Qerniqdjuaq und Echaluqdjuaq. In jedem dieser Orte war ein groes Haus, in dem viele Familien zusammenlebten. Wenn sie im Sommer Renntiere jagten, so pflegten sie sich zusammenzugesellen, im Herbst aber kehrten sie in ihre Huser zurck. Einmal hatten die Leute von Qerniqdjuaq viel Erfolg, whrend die von Echaluqdjuaq kaum ein Tier gefangen hatten. Daher waren die letzteren sehr rgerlich und beschlossen, die andere Partei zu tten, wollten damit aber noch bis zum Winter warten. In ziemlich vorgerckter Jahreszeit wurden dann noch viele Renntiere erlegt und aufgespeichert; mit Schlitten sollten sie dann in die Winterlager gebracht werden. Eines Tags bereiteten sich beide Parteien zu einer Ausfahrt nach diesen Vorrten vor und die Echaluqdjuaq-Mnner beschlossen, bei dieser Gelegenheit ihre Feinde umzubringen. Sie zogen mit ihren Hunden und Schlitten ab und als sie schon ziemlich ber Land waren, griffen sie ihre nichtsahnenden Genossen an und tteten sie. Aus Furcht, die Frauen und Kinder der Ermordeten knnten Verdacht schpfen, wenn die Hunde ohne ihre Herren zurckkehrten, tteten sie diese auch noch. Bald darauf kehrten sie heim und sagten sie htten die andere Partei verloren und wten nicht was mit ihr geschehen sei. Ein junger Echaluqdjuaq war der Liebhaber eines Mdchens der Qerniqdjuaq und pflegte sie allnchtlich zu besuchen. Auch jetzt stellte er seine Besuche nicht ein. Er wurde von ihr freundlich aufgenommen und legte sich mit ihr schlafen. Unter der Bank war ein kleiner Bub, der den Echaluqdjuaq kommen sah. Als alles schlief, hrte er jemand sprechen und erkannte bald, da es die Geister der Ermordeten waren, welche ihm erzhlten, was sich zugetragen und ihn baten, zur Rache den jungen Mann zu tten. Der Knabe kroch unter dem Bett hervor, nahm ein Messer und stach es dem jungen Mann in die Brust. Obwohl er ein kleiner Knabe und noch schwach war, glitt das Messer von den Rippen ab, drang tief ins Herz und ttete so den jungen Mann. Dann weckte er die anderen Hausgenossen und erzhlte ihnen, da die Geister der Toten zu ihm gekommen, von ihrer Ermordung erzhlt und ihm aufgetragen, den jungen Mann zu tten. Die Frauen und Kinder waren sehr erschrocken und wuten nicht was sie tun sollten. Schlielich beschlossen sie den Rat einer alten Frau zu befolgen und vor ihren grausamen Nachbarn zu fliehen. Da ihre Hunde gettet waren, konnten sie die Schlitten nicht verwenden. Zufllig war aber eine Hndin mit jungen Hunden im Haus und das alte Weib, welches eine groe Zauberin war, befahl ihnen die jungen Hunde zu schlagen, dann wrden sie schnell wachsen. So geschah es auch und in kurzer Zeit waren die Hunde gro und stark. Sie schirrten sie an und brachen so rasch als nur mglich auf. Um ihre Nachbarn zu tuschen, lieen sie alles zurck und lschten nicht einmal ihre Lichter aus, damit jene gar keinen Verdacht schpften. Den nchsten Tag wunderten sich die Echaluqdjuaq, da ihr Kamerad nicht zurckgekommen und gingen zur Htte nach Qerniqdjuaq. Sie guckten durch den Fensterspalt, sahen die Lampen brennen aber niemand darin. Schlielich fanden sie den Krper des jungen Mannes, fanden die Schlittenspuren, brachten schleunigst ihre Schlitten in Ordnung und verfolgten die Flchtlinge. Obwohl diese sehr rasch vorwrts kamen, folgten ihnen die Verfolger noch schneller und es schien, als wrden sie sie in kurzer Zeit einholen. Da sie die Rache der Verfolger frchteten, bekamen die Flchtigen groe Angst. Als der Schlitten der Mnner nher kam und die Frauen sahen, da es unmglich sei zu entkommen, fragte eine junge Frau die Zauberin: Weit du nicht, wie man das Eis zerschneiden kann? Die Alte bejahte und zog langsam mit ihrem Zeigefinger einen Strich ber das Eis, quer ber den Weg der Verfolger. Das Eis gab einen lauten Krach. Noch einmal zog sie den Strich, ein Spalt ffnete sich und erweiterte sich so rasch als sie weiterzogen. Die Flut hob sich und als die Mnner herankamen, konnten sie nicht ber den breiten Spalt offenen Wassers. So war die eine Partei durch die Kunst ihrer Zauberin gerettet worden. Viele Tage zogen sie noch hin und her und landeten endlich auf der Inseln Sagdlirn, wo sie blieben und die Stammtter der Sagdlirmiut wurden. Die Rivalen Zwischen zwei Mnnern bestand scharfe Rivalitt. Jeder behauptete der Strkere zu sein und bemhte sich, dem anderen das zu beweisen. Der eine behauptete, er knne eine Insel machen, etwas nie dagewesenes. Er hob einen ungeheuer groen Felsen auf und schleuderte ihn ins Meer, wo er als Insel liegen blieb. Da gab der andere dieser Insel einen solchen Futritt, da sie auf der Spitze einer anderen landete, die sehr weit weg war. Die Folgen dieses Futrittes kann man bis zum heutigen Tage sehen: der Platz heit Tu-kik-tok. Die Geschichte von den drei Brdern Vor langer Zeit lebten drei Brder. Zwei von ihnen waren erwachsen, der dritte war aber noch jung; er hie Qaudjaqdjuq. Die lteren Brder hatten ihre Heimat verlassen und zogen jahrelang herum, indes der Jngste mit seiner Mutter in seinem Geburtsort lebte. Da er keinen Vater mehr hatte, wurde der arme Junge von allen Mnnern des Dorfes mihandelt und niemand war da, ihn zu beschtzen. Schlielich hatten die lteren Brder es satt herumzustreifen und kehrten heim; als sie hrten, da der Knabe von allen Inuits schlecht behandelt worden sei, wurden sie rgerlich und sannen auf Rache. Zuerst taten sie so als shen sie nichts, bauten aber ein Boot, in welchem sie entfliehen wollten, sobald sie ihre Plne ausgefhrt hatten. Sie waren geschickte Bootsbauer und vollendeten ihr Werk sehr bald. Als sie das Boot ausprobten, glitt es so rasch wie eine Eiderente fliegt bers Wasser. Sie waren aber noch nicht zufrieden mit ihrem Werk, zerstrten es wieder und bauten ein neues Boot; das war bei der Probe so schnell, wie eine Eisente. Immer noch waren sie unzufrieden, zerstrten auch dieses Boot und bauten ein drittes und das war gut. Nachdem sie das Boot fertiggestellt hatten, lebten sie friedlich mit den anderen Mnnern. Im Dorf war ein groes Festhaus, das zu allen Festen benutzt wurde. Eines Tages gingen die drei Burschen hin, schlossen es auf, und fingen an drin zu tanzen und zu singen, bis sie erschpft waren. Da keine Sitzbank in dem Haus war, baten sie ihre Mutter, eine zu bringen und als sie die Tre ffneten, um sie hereinzulassen, entschlpfte ein Hermelin, der im Haus versteckt gewesen war. In der Nhe des Festhauses spielten die anderen Inuit des Dorfes. Als sie den Hermelin sahen, der mitten durchs Gedrnge lief, bemhten sie sich, ihn zu fangen. Im Eifer der Verfolgung stolperte ein Mann, der das kleine Tier schon fast gefangen hatte, so unglcklich ber einen Kieselstein, da er augenblicklich tot war. Der Hermelin war, besonders ums Maul herum, ganz mit Blut bespritzt; bei der Verwirrung, die nun ausbrach, entwischte er ins Festhaus, wo er sich in seiner frheren Ecke versteckte. Drinnen hatten die Brder wieder angefangen zu singen und zu tanzen. Als sie erschpft waren, riefen sie nach ihrer Mutter, sie sollte etwas zum Essen bringen. Wie sie nun die Tr ffnete, entwischte der Hermelin wieder und rannte zwischen den Inuit, die noch immer drauen spielten, herum. Als sie ihn bemerkten, glaubten sie jetzt, die Brder wollten sie dadurch veranlassen, ihn zu verfolgen, um so nacheinander umzukommen. Der ganze Haufen strmte daher das Festhaus, mit der Absicht die Brder zu tten. Da die Tr geschlossen war, krochen sie aufs Dach und rissen es auf, aber als sie ihre Speere nahmen, um die drei Mnner zu durchbohren, ffneten die die Tr und liefen hinunter an den Strand. Ihr Boot war ganz in der Nhe und zur Abfahrt bereit, whrend die der anderen Inuit ziemlich weit weg lagen. Sie schifften sich mit ihrer Mutter ein und als sie ein wenig drauen waren und sahen, da die anderen Mnner ihre Boote noch nicht erreicht hatten, bildeten sie sich ein, da die nie imstande wren, sie einzuholen, selbst wenn sie mit uerster Anstrengung ruderten. Sie spielten also nur mit den Rudern am Wasser. Einige junge Frauen und Mdchen waren am Strand und sahen auf die Mnner, die sich mit uerster Kraft anzustrengen schienen. Der lteste Bruder rief den Weibern zu: Wollt ihr uns helfen? Wir knnen allein nicht weiter kommen. Zwei Mdchen sagten zu, aber sowie sie ins Boot gekommen waren, fingen die Brder an so hart zu rudern, als sie nur konnten. Das Boot flog dahin, schneller als eine Ente und die Mdchen schrien vor Angst. Die anderen Inuits beeilten sich, begierig, die Flchtigen einzuholen und bald waren ihre Boote bemannt. Die Brder hatten nicht die mindeste Angst, da ihr Boot ja das bei weitem schnellste war. Als die Verfolger fast auer Sehweite gekommen waren, wurden sie pltzlich von einem hohen, steilen Landrcken aufgehalten, der sich vor dem Boot erhob und ihren Weg versperrte. Sie wurden ganz verwirrt, denn sie muten ein langes Stck zurck und frchteten, von den anderen Booten berholt zu werden. Einer der Brder aber war ein groer Zauberer und rettete sie durch seine Kunst. Er befahl ihnen: Macht eure Augen zu und ffnet sie nicht, bevor ich es euch erlaube; dann rudert los! Sie taten wie er befohlen und als er sie wieder aufschauen hie, sahen sie, da sie mitten durchs Land gefahren waren, das sich nun hinter ihnen genau so hoch und furchtbar erhob, wie es ihnen vorhin den Weg versperrt hatte. Es hatte sich geffnet und sie waren durchgefahren. Nachdem sie einige Zeit weiter gerudert, sahen sie einen langen schwarzen Strich im Meer. Als sie nher kamen, erkannten sie, da es eine undurchdringliche Masse von Seegras war; sie war so fest, da sie aus dem Boot steigen und darauf stehen konnten. Es war ausgeschlossen das Boot durchzubringen, obwohl es schneller als eine Ente war. Der lteste Bruder erinnerte sich aber seiner Zauberkunst und sagte zu seiner Mutter: Nimm deine Haarenden und peitsche das Seegras. Kaum tat sie so, da versank es auch und gab den Weg frei. Nachdem sie ber dieses Hindernis hinaus waren, wurden sie nicht mehr aufgehalten und vollendeten ihre Reise in Sicherheit. Als sie ihr Ziel erreicht hatten, gingen sie an Land und errichteten eine Htte. Die beiden Frauen, die sie ihren Feinden entfhrt hatten, gaben die Brder Qaudjaqdjuq. Sie wollten ihn nun ebenso stark machen, wie sie selbst waren. Dazu fhrten sie ihn zu einem ungeheuren Stein und sagten: Versuch' diesen Stein zu heben! Da Qaudjaqdjuq das nicht konnte, schlugen sie ihn und sagten: Versuch' es noch einmal! Diesmal konnte ihn Qaudjaqdjuq ein wenig von der Stelle rcken. Die Brder waren noch nicht zufrieden und schlugen ihn nochmals. Von den letzten Schlgen wurde er sehr stark, hob den Stein auf und warf ihn ber die Htte. Die Brder gaben ihm dann die Rute und sagten ihm, er solle damit die Frauen schlagen, wenn sie ihm ungehorsam wren. Qaudjaqdjuq Vor langer Zeit lebte ein armer Waisenknabe, der keinen Beschtzer hatte und von allen Dorfbewohnern mihandelt wurde. Er durfte nicht einmal in der Htte schlafen, sondern mute drauen im kalten Eingang liegen, bei den Hunden, die ihm Kissen und Decke waren. Er bekam auch kein Essen, sondern man warf ihm alten zhen Walrospeck vor, den er ohne Messer verzehren mute. Ein junges Mdchen war die einzige, die ihn bemitleidete; sie gab ihm ein kleines Stck Eisen als Messer, bat ihn aber, es ja gut zu verbergen, sonst wrden die Mnner es ihm wegnehmen. Er tat so und steckte es in sein Gewand. So fhrte er ein elendes Leben und wuchs nicht einmal, sondern blieb der arme, kleine Qaudjaqdjuq. Nicht einmal mit den anderen Kindern konnte er spielen, da sie ihn wegen seiner Schwche ebenso qulten und mihandelten, wie alle anderen. Wenn die Dorfbewohner sich im Festhaus versammelten, pflegte Qaudjaqdjuq im Eingangsflur zu liegen und ber die Schwelle zu gucken. Hie und da zog ihn ein Mann an der Nase in die Htte und gab ihm das groe Uringef, um es auszuschtten. Das war so gro und schwer, da er es mit beiden Hnden und den Zhnen halten mute. Da er immer an den Nasenflgeln gezogen wurde, waren sie sehr gro, obwohl er selbst klein und schwach blieb. Schlielich kam der Mann im Mond, der gesehen hatte, wie schlecht sich die Leute gegen Qaudjaqdjuq benahmen, herunter, um ihm zu helfen. Er spannte seinen Hund Terii-tiaq vor einen Schlitten und fuhr herunter. In der Nhe der Htte machte er Halt und schrie: Qaudjaqdjuq, komm heraus! Der antwortete: Ich will nicht herauskommen, geh weg! Als er ihn aber ein zweites und drittesmal herauskommen hie, gehorchte er, obwohl er groe Angst hatte. Dann ging der Mann vom Mond mit ihm zu einem Platz, wo einige groe Steine herumlagen und nachdem er ihn geschlagen hatte, fragte er: Fhlst du dich jetzt strker? Ja, ich fhl' mich strker. Dann heb diesen Stein. Da Qaudjaqdjuq ihn noch nicht heben konnte schlug er ihn wieder und jetzt begann er pltzlich zu wachsen; zuerst wurden seine Fe ganz auerordentlich gro. Wieder fragte ihn der Mann im Mond: Fhlst du dich jetzt strker? Qaudjaqdjuq antwortete: Ja, ich fhle mich schon strker. Da er aber den Stein noch immer nicht heben konnte, wurde er nochmals geschlagen. Daraufhin bekam er riesige Krfte und hob den Stein, als ob es ein kleiner Kiesel wre. Der Mondmann sagte: Das wird langen; morgen werde ich drei Bren schicken, dann magst du deine Kraft beweisen. Er kehrte in den Mond zurck; Qaudjaqdjuq, der jetzt der groe Qaudjaqdjuq geworden war, ging nach Hause und schleuderte mit den Fen die Steine nach rechts und links, da sie nur so flogen. Nachts legte er sich wieder zu den Hunden. Am nchsten Morgen erwartete er die Bren und wirklich erschienen bald drei groe Tiere und erschreckten alle Mnner so, da sie sich nicht aus den Htten wagten. Da zog Qaudjaqdjuq seine Stiefel an und lief hinunter aufs Eis. Ein Mann, der aus dem Fensterspalt guckte, sagte: Schaut her, ist das nicht Qaudjaqdjuq? Die Bren werden bald mit ihm sich auf den Weg machen. Er aber packte den ersten bei den Hinterbeinen und schlug seinen Kopf gegen einen Eisberg, in dessen Nhe er gerade stand. Dem anderen ergings nicht besser. Den dritten aber trug er zum Dorf hinauf und erschlug einige seiner Feinde mit ihm. Andere wrgte er mit den Hnden zu Tode, oder er spaltete ihre Kpfe und schrie: Das ist dafr, da ihr mich mihandelt habt; das ist fr eure Qulereien! Die er nicht umbrachte, liefen weg, um niemals wiederzukehren. Nur einige, welche zum kleinen, armen Qaudjaqdjuq freundlich gewesen waren, darunter auch das Mdchen, welches ihm das Messer geschenkt hatte, verschonte er. Qaudjaqdjuq lebte dann als groer Jger weiter und zog, viel Heldentaten vollbringend, durchs Land.-- Der Mann im Monde Vor langer Zeit lebte einmal ein Mann, der seine Frau wenig gut behandelte. Eines Tags schlug er sie wieder, obwohl sie schwanger war. Spt am Tag ging er dann Seehunde jagen. Es war eine klare Nacht, Sterne und Mond schienen hell. Da rief die Frau den Mann im Mond an und bat ihn herunterzukommen. Gegen Morgen hrte sie jemand mit Hunden sprechen und sah einen von zwei Hunden gezogenen Schlitten. Es war der Mann vom Mond und seine beiden Hunde Terii-tiaq und Kanageak. Der Mann vom Mond rief ihr zu: Komm heraus! Sie folgte und er hie sie sich auf seinen Schlitten setzen. Dann befahl er ihr die Augen zu schlieen und sie nicht frher zu ffnen, als bis sie an ihrem Bestimmungsort angekommen wren. Sie schlo die Augen und dann schwebten sie aufwrts durch die Luft. Nach geraumer Zeit sagte der Mann vom Mond: Mach jetzt deine Augen auf! Sie antwortete: Ich glaube, wir sind angekommen. Sie sah sich um und bemerkte ein Schneehaus. Die beiden traten ein. Innen war alles sehr hbsch. Der Mann lud sie ein bei ihm zu bleiben und sagte: Du sollst auf der linken Seite gegenber der Haustre sitzen. Er selbst setzte sich auf die rechte Seite, der Lampe gegenber. Nach einiger Zeit bat er sie, zu ihm herber zu kommen und zeigte ihr dicht bei seinem Sitzplatz ein Loch, durch welches sie auf die Erde hinunter sehen konnte. Sie konnte ihren Mann in Kleidern voll Schnee und Eis vor seiner Haustr sitzen sehen. Er war gerade vom Seehundsfang zurckgekehrt und hatte die Abwesenheit seiner Frau entdeckt. Sie war sehr erstaunt, trotz der groen Entfernung, alles so klar zu sehen. Da sagte der Mann im Mond zu ihr: Es wird jetzt bald eine Frau namens Ululiernang hereinkommen. Lache ber nichts, was sie tun wird, sonst schneidet sie dir die Eingeweide heraus; sie ist ganz versessen auf solche Speise. Wenn du merkst, da du dir das Lachen nicht verbeien kannst, steck deine linke Hand unters Knie und streck sie dann aus mit allen Fingern, vom zweiten Glied an abgebogen, nur den Mittelfinger mut du ausstrecken. Kaum hatte er das gesagt, als auch schon Ululiernang herein kam. Sie trug eine flache Schssel und ein Frauenmesser. Sie stellte beides hin und fing eine Menge Possen an. Sie nahm den Vorderlatz ihrer Jacke, rollte ihn zusammen und hielt ihn vor, als wollte sie sagen: Weiche ja nicht von diesem Weg ab! Und sie machte viele Luftsprnge, um die Frau zum Lachen zu bringen. Als die Besucherin sich schon nah daran fhlte, herauszulachen, zog sie die Hand unter dem Knie hervor und streckte sie gegen Ululiernang. Da sagte diese: Ich habe groe Angst vor diesem Bren. Sie glaubte die Hand der Frau sehe genau wie eine Brenpratze aus. Dann aen der Mann und die Frau zu Mittag. Nach einiger Zeit sagte der Mann im Mond zur Frau, es wre jetzt Zeit, auf die Erde zurckzugehen, und sobald dein Kind geboren sein wird, wirst du ein Gerusch hren, als ob etwas heruntergefallen wre. Du mut dann hinausgehen und nachsehen, was es ist. Dann brachte er sie zurck auf die Erde; zur Htte ihres Mannes. Ihr Mann erzhlte ihr, wie unglcklich er sich gefhlt, als er bemerkt hatte, da sie weggegangen war. Er hatte sie schon tot geglaubt. Dann erzhlte sie ihrem Mann, was sich alles zugetragen hatte. Nach einiger Zeit gebar sie das Kind. Es war ein Knabe. Ihr Gatte war wieder beim Seehundsfang und sie war allein. Da hrte sie etwas fallen und ging hinaus, um zu sehen, was es sei. Sie fand einen Renntier-Schinken, den sie in die Htte nahm. Am Abend kam ihr Gatte zurck und als er das Renntierfleisch sah, fragte er, woher sie das bekommen htte. Sie erzhlte, da es vom Himmel gefallen sei: Es ist vom Mann im Mond, der versprochen hat, mir etwas zu schicken. Als nach einiger Zeit alles Fleisch aufgegessen war, ging der Mann wieder auf Seehunde aus. Die Frau hatte kein Fett fr ihre Lampe. Auf einmal sah sie Fett heruntertropfen, zuerst in die eine, dann in die andere Lampe. Als die Lampen voll waren, rief sie: Das ist genug! Sie wute, da auch das ein Geschenk vom Mann im Mond war. Abends kam ihr Mann zurck. Er war erstaunt, als er das l sah und fragte, woher es komme. Sie erzhlte: Die Lampen haben sich selbst gefllt und wie ich sah, da genug Fett da war, sagte ich >haltKurznack< rief? Die letzten Donnervgel Vor langer Zeit lebten in den Bergen viele Adler oder Donnervgel. Die waren aber schon alle verschwunden bis auf ein Paar, das auf dem Berggipfel der bei S. den Yukon berragt, hauste. Auf der runden Kuppe dieses Berges hatten die Adler eine Vertiefung ausgehhlt, die ihnen als Nest diente; um den Rand herum war ein Felswall, von dem sie auf das groe Dorf am Flu sehen konnten. Vom Rand dieses Felswalls erhoben sich die groen Vgel auf ihren breiten Schwingen, wie ein Wolke am Himmel, um manchmal aus vorberziehenden Herden ein Renntier zu reien und es ihren Jungen zu bringen. Dann wieder kreisten sie herum, mit donnerartigem Flgelschlag, lieen sich zu einem Fischer in seinem Kanoe auf dem Flu herab und schleppten Mann und Boot zum Berggipfel. Dort fraen die jungen Donnervgel den Mann und das Kanoe blieb zwischen Knochen und anderem Abfall am Nestrand liegen und ging zugrund. Jeden Herbst flogen die jungen Vgel ins Nordland weg, whrend die alten zurckblieben. Dann kam wieder eine Zeit, wo viele Jger von den Vgeln verschleppt wurden, soda sich nur die allerverwegensten auf den Flu wagten. Eines Sommertags fuhr ein beherzter junger Mann hinaus, um nach seinen Fischfallen im Flu zu sehen; bevor er aber wegging, sagte er seiner Frau, sie solle vorsichtig sein und das Haus der Vogelgefahr wegen ja nicht verlassen. Nachdem ihr Mann weggegangen war, bemerkte die junge Frau, da ihr Wasserkbel leer war und nahm daher einen Eimer und ging nach dem Flu um Wasser. Als sie zurckkehren wollte, erfllte ein rollendes Gerusch, wie Donner, die Luft, einer der Vgel stie herab und packte sie mit seinen Krallen. Als die Dorfleute sahen, wie sie zum Berggipfel gefhrt wurde, schrien sie vor Schmerz und Verzweiflung auf. Als der Jger nach Hause kam, beeilten sich die Leute, ihm von seines Weibes Tod zu erzhlen, er sagte aber nichts. Er ging in sein leeres Haus, nahm seinen Bogen und einen Kcher voll Kriegspfeile und brach, nachdem er sie sorgfltig geprft hatte, nach dem Adlerberg auf. Seine Freunde hielten ihm vor, da ihn die Vgel sicherlich umbringen wrden, aber vergebens. Er wollte sich davon nicht berzeugen lassen, sondern eilte weiter. Mit festen Schritten erklomm er den Rand des groen Nestes und sah hinein. Die Alten waren weg, aber die Jungen empfingen ihn mit gellenden Schreien und frchterlich funkelnden Augen. Des Jgers Herz war voll Zorn, er spannte rasch seinen Bogen und scho einen Pfeil nach dem anderen ab, bis der letzte der verhaten Vgel tot im Nest lag. Noch immer voll Rachedurst verbarg sich der Jger hinter einem groen Felsen in der Nhe des Nestes und wartete auf die alten Vgel. Diese kamen. Als sie ihre Jungen tot und blutig im Nest liegen sahen, erhoben sie solche Racheschreie, da der ganze Sund von der anderen Seite des groen Flusses her widerhallte, whrend sie sich erhoben, um nach dem Mrder ihrer Jungen auszusehen. Bald erblickten sie den jungen Jger hinter dem groen Stein und der Muttervogel stie auf ihn herab und seine Schwingen rauschten dabei, wie ein Sturm im Tannenwald. Der Jger legte rasch einen Pfeil auf seine Sehne und als der Adler herunterkam, jagte er ihn ihm tief in die Kehle. Mit einem rauhen Schrei wandte er sich um und flog weit ber die Hgel nach Norden weg. Jetzt kreiste der Vogelvater ber ihm und kam schreiend auf den Jger herunter, der sich im richtigen Augenblick hinter den Stein drckte, soda des Adlers scharfe Klauen nur den harten Fels faten. Als der Vogel sich erhob, um wieder herabzustoen, sprang der Jger aus seinem Schlupfwinkel und jagte ihm mit aller Kraft zwei schwere Pfeile tief unter seine Schwingen. Wie eine Wolke ber den Himmel flog der Donnervogel, seine Flgel weit ausbreitend und Racheschreie ausstoend, weit ins Nordland und ward nie mehr gesehen. Nachdem er so blutige Rache genommen, fhlte sich der Jger erleichtert und stieg ins Nest hinab, wo er noch einige Reste seiner Frau fand. Er trug sie zum Ufer, machte dort ein Feuer und brachte ihrem Schatten Speise- und Trankopfer dar. Die Kraniche Es ist schon lange her, da sich eines Herbsttages die Kraniche darauf vorbereiteten, sdwrts zu ziehen. Als sie sich in groer Schar zusammengefunden hatten, sahen sie in der Nhe des Dorfes ein wunderschnes junges Weib ganz allein. Sie bewunderten sie, scharten sich um sie, hoben sie auf ihre ausgebreiteten Flgel, trugen sie hoch in die Luft und flogen mit ihr fort. Whrend die einen sie aufhoben, kreisten die anderen unter ihnen so dicht, da sie nicht herunterfallen konnte und ihr lautes heiseres Geschrei bertnte alle Hilferufe, so ward das Weib fortgetragen und wurde nie mehr gesehen. Seit dieser Zeit kreisen die Kraniche im Herbst immer herum und whrend sie sich zum Flug nach Sden vorbereiten, schreien sie laut herum, wie sie damals taten. Das Echo Ein junges Mdchen wollte keinen Mann nehmen. Schlielich wurden ihre Leute rgerlich, brachen das Zelt ab und verlieen sie. Am Tag, nachdem sie verlassen worden war, sah das Mdchen die Mnner in ihren Kajaks Seehunde jagen. Sie hatte eine steile Klippe erstiegen, auf der sie die Mnner stehen sahen. Jetzt rief sie einem der Mnner zu: Komm und hole mich! Ich will dich heiraten! Die Mnner glaubten ihr aber nicht. Dann hrten sie das Mdchen sagen: Ich wollte, meine Fe wrden in Stein verwandelt! und sie verwandelten sich in Steine; ich wollte, meine Hften verwandelten sich in Steine! und auch die verwandelten sich in Steine; ich will, da sich meine Arme in Stein verwandeln! und beide wurden zu Stein; ich will, da sich meine Brust in Stein verwandelt! und sie wurde zu Stein. Ich will, da auch mein Kopf zu Stein wird! und auch der versteinerte. Jetzt war sie ganz in einen Stein verwandelt und so ist sie auch noch jetzt. Wenn die Leute in ihren Booten vorberkommen, so knnen sie sie hren. Die unzufriedene Graspflanze In der Nhe des Dorfes Pastolik, an der Yukonmndung, wchst eine hohe, dnne Grasart. Die Frauen dieses Dorfes gehen im Herbst, knapp vor Wintersbeginn, hinaus und sammeln eine Menge von diesem Gras ein; sie reien es aus oder schneiden es aus dem Boden, machen groe Bndel daraus und tragen sie am Rcken nach Hause. Das Gras wird dann getrocknet und zu Matten, Krben oder Sitzplstern fr die Fellboote verarbeitet. Einer dieser Grasstengel, der von einer Frau schon fast ausgerissen worden wre, begann darber nachzudenken, wie unvorteilhaft es eigentlich sei, nicht etwas anderes zu sein und sah sich um. Fast auf den ersten Blick sah er ein in der Nhe wachsendes Pflanzenbschel, das so ruhig und ungestrt aussah, da der Grashalm sich wnschte, auch so eines zu sein. Kaum hatte er diesen Wunsch, als er auch schon in so eine Pflanze verwandelt wurde, wie die, welche er beneidet hatte, eine war und fr kurze Zeit hatte er nun Ruhe. Eines Tags aber sah er die Frauen mit scharfen Spitzhacken wiederkommen und die Pflanzen mit diesen ausjten, einige Wurzeln essen und die anderen in Krben nach Hause bringen. Als die Frauen abends nach Hause gingen, blieb die Verwandelte brig und wnschte, da sie das Schicksal der Gefhrten gesehen hatte, doch eine andere Gestalt angenommen zu haben. Sie sah sich also wieder um und bemerkte eine andere unscheinbare Kriechpflanze, die ihr gefiel, weil sie so winzig und versteckt war. Sofort wnschte sie so eine zu werden und das geschah auch; wieder verstrich einige Zeit ganz ruhig, dann aber kamen die Frauen wieder und rissen die Gefhrten aus; die Verwandelte bersahen sie. Das nchste Mal bekam sie aber Angst und wollte in eine kleine Knollenfrucht, wie solche in der Nhe wuchsen, verwandelt werden. Die Verwandlung war kaum geschehen, als eine Feldmaus durchs Gras geschlichen kam, die Knolle einer hnlichen Pflanze in der Nhe auszugraben begann, sie zwischen den Vorderpfoten hielt und daran knabberte und dann weglief. Um in Sicherheit zu sein, mu ich eine Maus werden! dachte sich die Wandelbare und sofort wurde sie eine Maus und lief ganz glcklich ber die neue Verwandlung herum. Hin und wieder blieb sie stehen, um eine Knolle auszugraben und zu verzehren, wie es die andere getan hatte, oder sie setzte sich auf die Hinterbeine und sah sich die wechselnden Aussichten an. Whrend die Maus so herumwanderte, sah sie pltzlich ein fremdes, weies Ding auf sich zukommen, das am Boden herumpickte und nachdem es um irgend etwas zu fressen stehengeblieben war, wieder aufflog. Wie es nherkam, erkannte es die Maus als eine groe, weie Eule. In diesem Augenblick bemerkte auch die Eule die Maus und strzte auf sie los. Whrend sie aber noch im Flug war, gelang es der Maus glcklicherweise in ein Loch, das eine andere gemacht hatte, zu entschlpfen, worauf die Eule wegflog. Nach einer Weile wagte sich die Maus aus ihrem Versteck heraus, obwohl ihr Herz noch von der letzten Angst zitterte. Ich will eine Eule sein, dachte die Maus, auf die Art werde ich gerettet sein. Mit diesem Wunsch verwandelte sie sich nun wieder in eine schne weie Eule und brach mit langsamem, geruschlosem Flgelschlag nach Norden auf; hie und da rastete sie, um eine Maus zu fangen. Nach einem langen Flug kam ihr die Sledge-Insel in Sicht; ihre Flgel waren schon so mde, da sie nur mit uerster Anstrengung die Kste erreichen konnte, wo sie sich auf ein im Sande steckendes Stck Treibholz setzte. Bald darauf sah sie zwei stramme Mnner die Kste entlang gehen und ihr altes Unzufriedenheitsgefhl erwachte wieder. Ich will ein Mensch sein, dachte sie; mit einem Flgelschlag war sie am Boden und wurde da in einen schnen jungen Mann verwandelt; der war nun nackt. Bald darauf wurde es Nacht und er setzte sich mit dem Rcken gegen das Holzstck, auf dem er kurz vorher als Eule gesessen hatte und schlief dort bis zum Morgen. Der warme Sonnenschein weckte ihn auf und Chun-uh-luk, so nannte er sich selbst, war, als er aufstand, ganz steif und lahm vom Sitzen in der kalten Nachtluft. Er sah sich um und fand einiges Gras, aus dem er sich etwas, wie einen leichten Mantel, zum Schutz gegen die Klte, wob. Dann sah er in der Nhe einige Renntiere weiden und bekam Lust, eines davon zu tten und zu verzehren. Er schlich sich auf den Hnden und Knien heran, sprang auf das nchste zu, fate es bei den Hrnern und brach ihm mit einem Ruck das Genick; dann nahm er es auf seine Schultern, ging zurck und warf es in der Nhe seines Schlafplatzes hin. Er griff nun den Renntierkrper ab und fand dabei, da das Fell eine so gute Schutzdecke war, da er es mit seinen Fingern nicht aufreien konnte. Lange dachte er nach, wie er das Fell herunterbringen knnte; schlielich fand er einen scharfkantigen Stein, hob ihn auf und entdeckte, da man damit das Fell durchschneiden kann. Das Tier war rasch gehutet, aber nun fehlte ihm ein Feuer, um das Fleisch zu kochen. Er suchte herum und fand an der Kste zwei weie Steine, die viel Funken gaben, wenn er sie aneinander schlug. Mit ihnen und etwas trockenem Zeug, das er an der Kste fand, gelang es ihm, ein Feuer anzufachen, ber dem er ein Stck vom Fleisch rsten konnte. So wie er als Eule die Muse gefressen hatte, versuchte er nun ein groes Stck herunterzuschlucken, aber es ging nicht; er schnitt also einige kleine Stcke ab und a sie. Noch eine Nacht verging und am Morgen fing er ein anderes Renntier und am folgenden Tag zwei weitere; diese beiden nahm er zugleich auf die Schultern und trug sie zugleich zu seinem Lagerplatz an der Kste. Da Chun-uh-luk in den Nchten sehr fror, hutete er die beiden letzten Renntiere ab und hllte sich vom Kopf bis zu den Fen in ihre Felle; sie trockneten rasch auf ihm und saen wie angewachsen. Die Nchte wurden aber immer klter; da sammelte Chun-uh-luk an der Kste einen Sto Treibholz zusammen und machte sich daraus eine rohe Htte, die fr ihn schon sehr bequem war. Nachdem er sein Haus fertiggestellt hatte, ging er eines Tages ber die Hgel und sah ein fremdartiges schwarzes Tier bei einigen Blaubeerbschen Beeren fressen. Chun-uh-luk wute zuerst nicht, ob er sich mit diesem unbekannten Tier einlassen sollte oder nicht; schlielich fing er es aber doch bei einem seiner Hinterbeine. Mit wtendem Geknurr wandte es sich um, sah ihn an und fletschte seine weien Zhne. Da packte Chun-uh-luk den Bren pltzlich bei seinen starken Backenhaaren, schwang ihn ber seinen Kopf und schlug ihn mit solcher Gewalt gegen den Boden, da er tot dalag; dann schulterte er ihn und ging nach Hause. Als er den Bren abhutete, fand Chun-uh-luk, da er sehr fett war und er nun Licht in seinem Haus haben knnte, wenn er nur etwas fnde, um das Fett hineinzutun, denn in seinem Haus war es dunkel, so da er sich nur mhsam zurechtfinden konnte. Er ging an der Kste herum und fand einen langen flachen Stein mit etwas ausgehhlter Oberflche; hierin hielt sich das Fett sehr gut und nachdem er noch einen Docht aus Moos hineingegeben hatte, war sein Haus so gut, als er sich nur wnschen konnte, beleuchtet. Vor den Eingang hngte er das Brenfell, um den kalten Wind, der manchmal hereinblies und ihn in der Nacht ganz starr machte, abzuhalten. So lebte er nun viele Tage, bis er sich einsam zu fhlen begann, wenn er an die beiden Mnner zurckdachte, die er gesehen hatte, als er noch als Eule an der Kste gestanden. Er dachte sich: Ich habe einmal zwei Mnner vorbergehen gesehen, es knnen also andere Leute nicht gar zu weit weg wohnen. Ich will sie suchen gehen, denn es ist hier doch sehr einsam. Er ging also aus auf die Suche nach Leuten. Er wanderte eine ziemliche Strecke die Kste entlang und kam schlielich zu zwei schnen Kajaks, die am Fu eines Hgels lagen und auf ihnen lagen Speere, Schnre, Schwimmer und anderes Jagdgert. Nachdem er diese Merkwrdigkeiten untersucht hatte, sah er in der Nhe Spuren, die zum Gipfel des Hgels fhrten und folgte ihnen. Auf der Kuppe des Hgels war ein Haus und in der Nhe zwei Speicher und davor lagen mehrere frisch gettete weie Wale und die Schdel von vielen anderen lagen herum. Er wollte nun, bevor er sich ihnen selbst zeigte, die Bewohner des Hauses sehen und kroch daher leise in den Eingang und an die Tr heran. Vorsichtig hob er einen Zipfel des Fells, das im Torweg hing und sah hinein. Der Tr gegenber sa ein junger Mann und arbeitete an einigen Pfeilen; ein Bogen lag neben ihm. Chun-uh-luk lie den Vorhang fallen und rhrte sich eine Zeitlang nicht, denn er befrchtete, der junge Mann werde mit den Pfeilen nach ihm schieen, wenn er eintrete, noch bevor er ihm seine friedlichen Absichten bezeugen knne. Schlielich dachte er sich: Wenn ich hineingehe und sage: >Ich bin gekommen, Bruder<, wird er mir nichts tun. Er hob rasch den Vorhang und trat ein. Da spannte der Hausherr sofort den Bogen, legte einen Pfeil an, bereit gegen seinen Kopf loszuschieen als Chun-uh-luk gerade sagte: Ich bin gekommen, Bruder! Da senkte der junge Mann Bogen und Pfeile und sagte freudig: Bist du mein Bruder? Komm und setz dich neben mich. Chun-uh-luk tat so und war ganz glcklich. Der Hausherr zeigte sich sehr erfreut und sagte: Ich freue mich sehr, dich zu sehen, Bruder, denn immer habe ich geglaubt, ich htte irgendwo einen Bruder, konnte ihn aber nie finden. Wo hast du gelebt? Hast du die Eltern gekannt? Wie bist du aufgewachsen? Und so stellte er noch viele Fragen, auf die Chun-uh-luk erwiderte, da er seine Eltern nie gekannt habe und er beschrieb ihm sein Leben an der Kste bis zu dem Zeitpunkt, wo er auf diese Suche ausgegangen war. Der Hausherr erzhlte dann, da auch er die Eltern nie gekannt habe und seine erste Erinnerung sei, da er sich ganz allein in diesem Haus gefunden habe und hier habe er nun gelebt, indem er Wild zu seiner Nahrung erlegte. Der Hausherr lud nun Chun-uh-luk ein, ihm zu einem der Vorratsspeicher zu folgen; dort war eine groe Menge wertvoller Pelze, Seehundsspeck und andere Speisen in berflu. Dann ffnete er die Tre des anderen Speichers und zeigte dem Ankmmling eine Menge erschlagener Leute. Der Hausherr erzhlte nun, er habe sie aus Rache fr den Tod seiner Eltern umgebracht, denn fr ihn stnde es fest, da sie von diesen Leuten umgebracht worden waren und so habe er keinen lebend vorberziehen lassen. Als die Brder zum Haus zurckkehrten, waren sie schlfrig und schliefen bis zum Morgen. Bei Tagesanbruch standen sie auf und nach dem Frhstck sagte der Hausherr zu Chun-uh-luk, er solle, da er weder Bogen noch Pfeile habe, zu Hause bleiben und fr sie beide kochen, whrend er selbst auf die Jagd gehe. Er ging dann weg und kam in der Nacht zurck und brachte Renntierfleisch mit. Chun-uh-luk hatte das Essen fertig und nachdem sie gegessen, legten sie sich schlafen und schliefen gut. So lebten sie mehrere Tage, bis Chun-uh-luk dessen schon berdrssig war, immer zu Hause zu bleiben und zu kochen. Eines Morgens bat er seinen Bruder, er mchte doch gestatten, da er mit auf die Jagd gehe; der schlug es aber ab und ging allein. Als er bald darauf einige Renntiere zu beschleichen begann, kam Chun-uh-luk heimlich nachgekrochen und packte ihn beim Fu, damit sein Bruder, ohne da das Wild aufgescheucht werde, wissen sollte, da er da sei. Der Jger wandte sich aber um und sagte rgerlich: Was willst du denn, da du mir folgst? Du kannst doch ohne Pfeil und Bogen nichts erlegen. Mit meinen Hnden allein kann ich das Wild umbringen, sagte Chun-uh-luk; sein Bruder aber sagte spttisch: Geh nach Hause und besorge deine Kocherei! Chun-uh-luk ging weg, aber statt nach Hause zu gehen, schlich er sich an eine Renntierherde heran und brachte zwei mit den Hnden um, wie er es getan hatte, als er noch allein lebte. Dann stellte er sich auf und winkte seinem Bruder mit den Hnden, er solle herbeikommen. Der kam und war sehr erstaunt, die beiden Renntiere zu sehen, denn er hatte mit seinen Pfeilen keines erlegt. Chun-uh-luk schulterte die beiden Tiere und trug sie nach Hause. Mit finsterer Miene und Rachegedanken im Herzen folgte ihm sein Bruder, bis Eifersucht und rger alle freundschaftlichen Gefhle, die er fr Chun-uh-luk hegte, verdrngt hatten; aber er hatte auch etwas Furcht, da er seinen Bruder so groe Strke beweisen gesehen hatte. Alle Abende sa er still und rgerlich, rhrte die ihm vorgesetzten Speisen kaum an, bis schlielich sein Argwohn und seine Rachegedanken in Chun-uh-luk die gleichen Gefhle erregten. So saen sie die Nacht hindurch einander auflauernd und irgend einen Verrat frchtend. Der nchste Tag war ruhig und klar und der Hausherr fragte Chun-uh-luk, ob er einen Kajak rudern knne, worauf dieser entgegnete, er glaube, er werde es schon zustande bringen. Der Hausherr fhrte ihn nun zu den Kajaks an die Kste, bestieg den einen und sagte Chun-uh-luk, er mchte ihm in dem anderen folgen. Anfangs hatte Chun-uh-luk ziemliche Mhe, seinen Kajak aufrecht zu erhalten, aber bald hatte er es weg, ihn zu beherrschen und sie fuhren weit ins Meer hinaus. Als die Kste schon weit hinter ihnen lag, kehrten sie um und der Hausherr sagte: La uns jetzt sehen, wer die Kste zuerst erreichen kann! Leicht flogen die Kajaks dahin und zuerst schien der eine, dann der andere einen Vorsprung zu haben, bis sie schlielich mit einer letzten Anstrengung landeten und beide Wettkmpfer im selben Augenblick ans Land sprangen. Der Hausherr machte ein finsteres Gesicht und sagte zu Chun-uh-luk: Du bist nicht mehr lnger mein Bruder. Du, geh dorthin, ich werde dahin gehen. Sie wandten einander den Rcken zu und trennten sich verrgert. Wie sie auseinandergingen, wurde Chun-uh-luk in einen braunen Vielfra und sein Bruder in einen Grauwolf verwandelt und als solche wandern sie bis zum heutigen Tag im Land herum, aber niemals zusammen. Der Wurm-Mensch Vor sehr langer Zeit lebte ein groer Wurm, den eine Frau heiratete und beide hatten einen Sohn, der auch ein Wurm war. Als der Sohn erwachsen war, sagte ihm der Vater, er solle nach dem Mittelpunkt der Erdflche gehen und dort werde er in einer kleinen Htte ein Weib finden. Der Sohn machte sich mit Hilfe seiner Zauberkrfte klein, damit er rascher vorwrts komme und zog weg. Als er in die Nhe der Htte, von der sein Vater ihm erzhlt hatte, kam, fhlte er unter seinen Fen die Erde wanken und zittern und frchtete schon, er werde umkommen. Das wiederholte sich mehrmals, bis er das Haus erreichte. Da fand er, da das Sprechen eines alten Weibes, das mit seiner Tochter im Haus wohnte, die Ursache der Erderschtterung war. Die Leute nahmen ihn gastfreundlich auf und da das Mdchen sehr hbsch war, heiratete er sie. Nachdem er hier vier Jahre gelebt hatte, erinnerte er sich seiner Eltern und machte sich auf, sie zu besuchen. Unterwegs wurde er aber von einem anderen Wurm-Menschen, der ein Zauberer war, gettet. Bald darauf fhlte auch sein Vater starke Sehnsucht nach seinem Sohn und brach auf, um ihn zu besuchen. Unterwegs fand er den Krper seines Sohnes und als er sich umsah, gewahrte er in der Nhe ein groes Dorf. Er ging zur Quelle, wo die Dorfbewohner ihr Wasser holten, machte sich klein und verbarg sich darin und vermittels seiner Zauberknste brachte er aus Rache fr den Tod seines Sohnes fast alle Bewohner um. Als nur noch ein paar Leute brig waren, bewirkte eine alte Frau aus dem Dorf, die wute, da irgend eine Zauberei gegen sie im Gange war, einen groen Zauber, demzufolge die See stieg, da das Eis der Oberflche zerbrach und es bers Land schwemmte, bis die Quelle zugedeckt war; dann zerschellten die Eisblcke aneinander bis der Wurm-Mensch in Stcke zerrieben und vernichtet war, so da die Leute von seinem Zauber erlst waren. Inhalt Seite 1. Flutlegende von St. Michael (Aljaska) 7 2. Die groe Flut (Von den Zentral-Eskimos) 8 3. Die Schpfung (Geschichten vom Raben Tu-lu-kau-guk I.) 9 4. Der Ursprung von Land und Menschen 31 5. Ursprung der Lebewesen 32 6. Sonne, Mond und Sterne 34 7. Sonne und Mond 35 8. Der Mond, die Sonne und der Bse 36 9. Das Sternbild Udlegdjun 38 10. Herkunft der Inuit 39 11. Die Abstammung der Indianer und Europer 40 12. Sednamythe 42 13. Das Land des Todes 45 14. Die Entstehung der Winde 50 15. Von Einem, der nichts finden konnte 55 16. Wie der Rabe das Licht brachte 59 17. Der Kanibale Igimarasugdjuqdjuaq 64 18. Der Geist des Festhauses 66 19. Die Brengeschichte 67 20. Der rote Br Ta-ku-ka 70 21. Der rote Br 78 22. Der Feuerball 81 23. Die Auswanderung der Sagdlirmiut 85 24. Die Rivalen 89 25. Die Geschichte von den drei Brdern 90 26. Qaudjaqdjuq 95 27. Der Mann im Monde 98 28. Der Riese 102 29. Der seltsame Knabe 109 30. Das Land der Finsternis 118 31. Die entflohenen Weiber 125 32. Kiviung 127 33. Die einzige Frau 134 34. Die Geschichte vom Mann und seiner Fuchs-Frau 136 35. Der Waisenknabe und der alte Mann 138 36. Die Eule und der Rabe 139 37. Der Rabe nimmt ein Weib (Geschichten vom Raben Tu-lu-kau-guk II.) 140 38. Der Rabe, der Wal und der Nrz (Geschichten vom Raben Tu-lu-kau-guk III.) 146 39. Der Rabe und das Murmeltier 152 40. Entstehung des Raben 154 41. Der Rabe und die Mve 155 42. Entstehung der Mven 156 43. Der Ursprung der Mcken 157 44. Entstehung der Schwalben 158 45. Die Entstehung der Lummen 159 46. Der Hase 160 47. Herkunft der viereckigen Flecken am Rcken der Tauchente 161 48. Wie der Habicht entstand 162 49. Die letzten Donnervgel 163 50. Die Kraniche 166 51. Das Echo 167 52. Die unzufriedene Graspflanze 168 53. Der Wurm-Mensch 178 Inhalt 180 Anmerkung 183 Anmerkung Ich habe diese Mrchen der Eskimo zwischen der Beringstrae und der Hudsonbai aus nachstehenden Verffentlichungen bertragen und ausgewhlt: Aus F. Boas: Central Eskimo (Annual Report of American Ethnology, Vol VI. Washington 1888) stammen Nr. 2, 9, 11, 12, 17, 18, 19, 23, 25, 26, 31, 32, 36. Aus einer Verffentlichung desselben Autors im Bulletin of the American Museum of natural history (Vol XV, New-York 1907) sind Nr. 7, 27, 35, 41, 51. Aus E. W. Nelson: The Eskimo about Beringstrait (Annual Report of American Ethnology, Vol XVIII/1, Washington 1896/97) sind die Nr. 1, 3, 4, 8, 13, 14, 15, 16, 20, 21, 22, 28, 29, 30, 33, 37, 38, 39, 49, 50, 52, 53 ausgewhlt. Aus L. Turner: Ethnology of the Ungawa district. Hudsonbay territory (Annual Report of American Ethnology, Vol VII. Washington 1889/90) sind die brigen Mrchen: Nr. 5, 6, 10, 24, 34, 40, 41, 43, 44, 45, 46, 47, 48. DIESES WERK WURDE IM JAHRE 1921 IN DER HOF-BUCH- UND -STEINDRUCKEREI VON DIETSCH& BRCKNER/ WEIMAR IN DER NORDISCHEN ANTIQUA GEDRUCKT DEN EINBAND ENTWARF BERNHARD KLEIN Im Verlag Axel Juncker erschienen ferner: Sagen und Mrchen Altindiens Nachgedichtet von _Alois Essigmann_ 2 Bnde, pro Band in Pappe gebunden M. 18.--, in Halbldr. M. 30.--, Doppelb. in Halbldr. M. 50.-- Islndische Mrchen bertragen von _Aage Avenstrup_ und _Elisabeth Treitel_ in Pappe M. 18.--, in Halbleder M. 30.-- Sijawusch Persische Sagen bertragen von _Alois Essigmann_ in Pappe M. 15.--, in Halbleder M. 25.-- Sawitri Eine altindische Legende, erzhlt von _Alois Essigmann_ mit Bildern von _Bernhard Klein_ in Pappe M. 4.50, in Halbleder M. 16.-- Kniginnen Legenden von _Wilhelmine Mohr_ in Seide M. 60.-- H. Chr. Andersen Gesammelte Mrchen Mit farbigen Aquarellen von _Alfred Thon_ in Halblein. M. 50.--, in Halbled. M. 85.--, in Ganzled. M. 400.-- H. Chr. Andersen Der Glckspeter Mit Scherenschnitten von _Alfred Thon_ gebunden M. 16.-- Eduard Mrike Das Stuttgarter Hutzelmnnlein Mit Scherenschnitten von _Alfred Thon_ in Ganzleder M. 250.--, in Halbleder M. 40.--, in Pappe M. 20.-- Charles Baudelaire Gedichte in Prosa bertragen von _Dieter Bassermann_ in Ganzled. M. 220.--, in Halbled. M. 60.--, in Pappband M. 32.-- Gottfried Keller Das Tanzlegendchen Auf den Stein gezeichnet und mit Bildern versehen von _Hannes M. Avenarius_ Einmalige Aufl. v. 500 numer. Exempl. vom Knstler signiert in Ganzled. und Ganzseide vergriffen, in Halbled. M. 110.-- Einfache Ausgabe als Orplid-Buch in Pappe M. 4.50, in Halbled. M. 16.--, in Wildled. geb. M. 40.-- Die Juncker-Bcher Eine neue Reihe illustrierter Bcher in Pappe M. 12.--, in Halbleder M. 20.-- 1. EICHENDORFF, JOS., FREIHERR VON. Aus dem Leben eines Taugenichts. Novelle. Mit Scherenschnitten von _Alfred Thon_. 2. SIMON, ERICH M. Das Abenteuer des Herrn Balthasar Dienegott Sieversen. Erzhlung. Mit Bildern des Verfassers. 3. MANN, FRANZISKA. Der Schfer. Eine Geschichte aus der Stille. Mit Scherenschnitten von _Alfr. Thon_. 4. HAUFF, WILHELM. Phantasien aus dem Bremer Ratskeller. Novelle. Mit Bildern von _Paul Scheurich_. 5. CLAUREN, H. Mimili. Novelle. Mit Bildern von _Hugo Steiner-Prag_. 6. LUCIAN. Gttergesprche. bersetzt von _Chr. Wieland_. Mit Bildern von _Paul Scheurich_. 7. SCHLEGEL, FRIEDR. Lucinde. Mit Radierungen von _Mart. E. Philipp_. 8. BRENTANO, CLEMENS. Das Mrchen vom Kommanditchen. Mit Bildern von _Hugo Steiner-Prag_. In Vorbereitung. 9. MONNIER, HENRY. Die Naturgeschichte des Spiebrgers. bersetzt von _Hans Pfeifer_. Mit Bildern nach alten Kupfern von _Monnier_. 10. HOFFMANN, E. T. A. Aus dem Leben dreier Freunde. Mit Zeichnungen von _Felix Mller_. 11. PUSCHKIN, A. Die Reise nach Erzerum. Eine Novelle. Mit Bildern von _Benno Wulfsohn_. 12. HENNINGSEN, AGNES. Das Glck. Eine spanische Liebesgeschichte. Mit Zeichnungen von _Fritz Albrecht_. Die Sammlung wird fortgesetzt Von den Bnden 4 bis 12 sind je 300 Exemplare auf feinstem Velin gedruckt, numeriert und in Ganzseide gebunden Preis M. 60.-- Die Orplid-Bcher [Illustration: Signet] Bisher erschienen 47 Bnde in Pappband 4.50 Mark, in Halbleder 16.-- Mark. Literarisch wertvoll, entzckend ausgestattet, handlich im Format, billig im Preis All diese Vorzge machen sie zu dem reizendsten Geschenk fr Freunde schner Bcher Bisher sind erschienen: 1. J. P. JACOBSEN. Kormak und Stengerde. In bertragung von _Toni Schwabe_. 2. LIEBESLIEDER. Kleine Anthologie. Gedichte von _Anton Wildgans_, _Max Mell_, _Max Brod_, _F. Th. Csokor_, _P. Asam_. 3. KURT TUCHOLSKY. Rheinsberg. Ein Bilderbuch fr Verliebte. Mit Bildern von _Kurt Szafranski_. 4. MAX BROD. Der Brutigam. Eine Erzhlung. 5. REN SCHICKELE. Das Glck. Eine Erzhlung. Mit Zeichnungen von _Wilhelm Wagner_. 6. SCHALOM ASCH. Erde. Eine Erzhlung. 7. ANDREAS HAUKLAND. Orms Shne. Neue Ansiedlergeschichten. 8. LUDWIG KAINER. Kunst und Mode. Eine Mappe mit 24 handkolorierten Zeichnungen. 9. FRITZ WOLFF. Malerbummel. Eine Mappe mit 25 teils handkolorierten Zeichnungen. 10. KURT MNZER. Casanovas letzte Liebe. 11. SOLDATENLIEDER. Neu gedruckt im Kriegsjahr 1914. Mit handkolorierten Zeichnungen. 12. NEUE KRIEGSLIEDER. Mit Beitrgen von _Richard Dehmel_, _Herb. Eulenberg_, _Carl und Gerhard Hauptmann_, _Herm. Hesse_, _Alfred Kerr_, _Ren Schickele_ u. a. Mit handkolorierten Zeichnungen von _Willi Geiger_. 13. KURT MNZER. Taten und Krnze. Lieder zum Kriege 1914. Mit handkolorierten Zeichnungen von _B. Mendelssohn_. 14. KASERNE UND SCHTZENGRABEN. Neue Kriegslieder zweiter Band. Mit Beitrgen von _Hans Brennert_, _Gustav Hochstdter_, _Carl Ettlinger_, _Hermann Kienzl_, _Karl Rosner_ u. a. Mit handkolorierten Zeichnungen von _Oskar Nerlinger_. 15. LANDSTURM. Lieder von der Front. Zeichnungen von _Wilhelm Wagner_. 16. WILHELM WAGNER. Gefangenenlager. Eine Mappe mit Zeichnungen. 17. HANS BOHN. Das Orplid-A-B-C. Eine Mappe mit handkolorierten Zeichnungen. 18. FRITZ WOLFF. Aus dem Dunkel der Grostadt. Eine Mappe mit Zeichnungen. 19. EMIL PIRCHAN. Das Teufelselixier. Mit kolorierten Zeichnungen des Verfassers. 20. PIO BAROJA. Spanische Miniaturen. Mit Zeichnungen von _Bernhard Klein_. 21. FRIEDRICH SCHLEGEL. Lucinde. Mit Radierungen von _Martin E. Philipp_. 22. GUSTAV ERICH HOLSTEN. Ninon de Lenclos. Mit Zeichnungen von _Erich M. Simon_. 23. DIETER BASSERMANN. Pierrot Dandy und der Mond. Mit Bildern von _Hilde Widmann_. 24. FIONA MACLEOD. Das ferne Land. Zwei keltische Sagen. 25. ALOIS ESSIGMANN. Gott, Mensch u. Menschheit. Aphorismen. 26. OSC. WILDE. Ballade des Zuchthauses zu Reading. Nachdichtung von _Arth. Holitscher_. Zeichnungen von _Otto Schmalhausen_. 27. SAWITRI. Eine Sage Alt-Indiens. Erzhlt von _Alois Essigmann_. Mit Zeichnungen von _Bernh. Klein_. 28. MAX HOCHDORF. Ju Hei Tschu. Die Entensauce und der Mops. Erzhlungen. Mit Bildern von _Hans Bohn_. 29. GEORG BCHNER. Wozzeck. Mit Holzschnitten von _Wilhelm Plnnecke_. 30. GOETHE. Das Tagebuch. Luxusdruck. Preis: Pappe M. 8.--; Halbleder M. 12.--; Ganzleder M. 25.--. 31. MAX HOCHDORF. Die letzte Tat des Jean Jaurs. Der Wanderungen und Gedanken I. Teil. 32. MEYER AARON GOLDSCHMIDT. Maser. Eine Novelle. Mit Zeichnungen von _Benno Wulfsohn_. 33. W. HEINSE. Die Kirschen. Romanze. Mit Zeichnungen von _Helmuth Stockmann_. 34. CHR. M. WIELAND. Diana und Endymion. Ein Schferlied. Mit Zeichnungen von _Elisabeth von Sydow_. 35. MAURICE BARRS. Eine Liebe in Thule. Eine Novelle. 36. DENIS DIDEROT. Eine wahre Geschichte. Eine Novelle. Mit Zeichnungen von _Helmuth Stockmann_. 37. VIKTOR HADWIGER. Blanche. Fnf Kapitel einer Liebesgeschichte. 38. ALEXEY TOLSTOI. Im Nebel. Eine Novelle. Mit Holzschnitten von _Peter List_. 39. OTTO RUNG. Die Gefngnissonate. bersetzt von _Emilie Stein_. Mit Bildern von _Mark Kallin_. 40. BORIS SSADOWSKIJ. Der Apfelknig. bersetzt von _Alexander Eliasberg_. Mit Bildern von _Walter Gramatt_. 41. GOTTFRIED KELLER. Das Tanzlegendchen. Mit Bildern von _Hannes M. Avenarius_. 42. E. T. A. HOFFMANN. Das de Haus. Mit Bildern von _Karl Hutloff_. 43. VIKTOR HADWIGER. Des tragischen Affen Jogu Liebe und Hochzeit. Eine tragikomische Geschichte. Mit Zeichnungen von _Lothar Homeyer_. 44. AAGE AVENSTRUP und ELISABETH TREITEL. Wie es Jons Seele erging. Islndische Sagen. Mit Einbandzeichnung und Initialen des Herausgebers. 45. MAX HOCHDORF. Comte und die Gttin Clotilde. Der Wanderungen und Gedanken II. Teil. 46. KTHE GRIESE. Kinderschuhe. Eine Rokokonovelle. Mit Zeichnungen von _German v. Schmidt_. 47. G. E. LESSING. Der Eremit. Eine Dichtung mit Kupfern von _Chodowiecki_. Die Sammlung wird fortgesetzt Anmerkungen zur Transkription Rechtschreibung und Zeichensetzung des Originaltextes wurden beibehalten, offensichtliche Druckfehler wurden korrigiert. Seite 7: bebedeckte alles Land wurde gendert in bedeckte alles Land Seite 11: Der Mensch nahm die Beeren und stekte sie wurde gendert in Der Mensch nahm die Beeren und steckte sie Seite 14: und der Mensch, dessen belehrt wurde gendert in und der Mensch dessen belehrt Seite 25: ins Himmelland zurck wurde vereinheitlicht in ins Himmelsland zurck Seite 31: Pikmitalik wurde gendert in Pikmiktalik Seite 34: wurde die Sterne wurde gendert in wurden die Sterne Seite 35: als die Leute im Tanzhaus versammelt war wurde gendert in als die Leute im Tanzhaus versammelt waren Seite 35: Kienspahn wurde gendert in Kienspan Seite 38: die Verfolger der Sterne wurde gendert in die Verfolger die Sterne Seite 39: Herkunft der Innuit wurde gendert in Herkunft der Inuit Seite 40: mit Ausnahme der Sohlen ganz beharrt wurde gendert in mit Ausnahme der Sohlen ganz behaart Seite 42: bers Eis gepflogen wurde gendert in bers Eis geflogen Seite 42: die Wind und Schnee freiem Eintritt lieen wurde gendert in die Wind und Schnee freien Eintritt lieen Seite 52: Die Puppe blieb stehen nnd sagte wurde gendert in Die Puppe blieb stehen und sagte Seite 55: Sein Nebenmann gab ihn manchmal Wasser wurde gendert in Sein Nebenmann gab ihm manchmal Wasser Seite 59: In einem Dorf am unteren Yuson wurde gendert in In einem Dorf am unteren Yukon Seite 62: Darauf antworte der Knabe wurde gendert in Darauf antwortete der Knabe Seite 65: gerade in dieser Richtung stoen wurde gendert in gerade in diese Richtung stoen Seite 67: Sie hatte keine lebenden Anverwandte mehr wurde gendert in Sie hatte keine lebenden Anverwandten mehr Seite 76: vor Pfeil oder Speerwunden wurde gendert in vor Pfeil- oder Speerwunden Seite 84: vor den Tunght schtzen sollte wurde gendert in vor den Tunghak schtzen sollte Seite 87: Weist du nicht wurde gendert in Weit du nicht Seite 90: In dieser und der folgenden Geschichte wurde Qaudjaqdjug jeweils in Qaudjaqdjuq gendert, gem der Schreibweise im Inhaltsverzeichnis Seite 99: Sie trug ein flache Schssel wurde gendert in Sie trug eine flache Schssel Seite 100: Dann erzlte sie ihrem Mann wurde gendert in Dann erzhlte sie ihrem Mann Seite 102: Nach dem sie den Schnee wurde gendert in Nachdem sie den Schnee Seite 104: Den andern Tag sagte ihr Kun-k wurde gendert in Den andern Tag sagte ihr Kin-k Seite 107: Eine Zeit verstich wurde gendert in Eine Zeit verstrich Seite 113: nicht ninmal eine Maus wurde gendert in nicht einmal eine Maus Seite 116: die mein Brder waren wurde gendert in die meine Brder waren Seite 120: da seine Brust so weis wurde gendert in da seine Brust so weiß« Seite 120: und nahm dann selbst sein Mal ein wurde gendert in und nahm dann selbst sein Mahl ein Seite 122: das zwei Hnde wurde gendert in da zwei Hnde Seite 124: die Schssel mit den Ohrspitzeln wurde gendert in die Schssel mit den Ohrspitzen Seite 127: zupften an seinen Gewand herum wurde gendert in zupften an seinem Gewand herum Seite 129: ein gutes Mal zu kochen wurde gendert in ein gutes Mahl zu kochen Seite 135: Jede der Frau wurde gendert in Jede der Frauen Seite 141: wir machten zeitlich halt wurde gendert in wir machten zeitig halt Seite 145: Mehrmals viel er um wurde gendert in Mehrmals fiel er um Seite 164: und packte sie mit ihren Krallen wurde gendert in und packte sie mit seinen Krallen Seite 169: Hin und wider blieb sie stehen wurde gendert in Hin und wieder blieb sie stehen Seite 169: und, zu verzehren wurde gendert in und zu verzehren Seite 179: das das Eis der Oberflche wurde gendert in da das Eis der Oberflche Seite 183: american Museum of natural history wurde gendert in American Museum of natural history End of the Project Gutenberg EBook of Eskimomrchen, by Paul Sock License: Share Alike